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Verfasst: Montag 1. August 2011, 17:38
von Magnus Siluvaine
Das Päckchen
Lange hatte er überlegt ob er darauf einging. Sicherlich war es für sie nur wieder eine Spitze, ein Versuch ihn zu testen ob er wirklich so blauäugig war ihre Worte zu glauben. Doch was wäre, wenn er es ihr nicht schicken würde ? Furchtbar diese Situation … und unhaltbar für ihn. Ordnung und Klarheit, dass war das Leitbild seiner Welt. Aber das …. Und wieder versuchte er die innere Stimme in seinem Kopf zum Schweigen zu bringen … und machte sich daran das Päckchen zu schnüren …
Der Bote
Unglaublich … Nachdem er eine Stunde gewartet hatte, wurde auch ihm klar, dass der Bote heute nicht mehr kommen würde … Doch wie sollte das Päckchen nun an sein Ziel gelangen … ? Mit einem leisen Fluch auf den Lippen trat er einen der Kieselsteine auf dem Steg hinaus in das Wasser des Meeres. War es Zufall oder war es ein Zeichen ? Da kam jemand vorbei …. Er stöhnte einmal leise als er entdeckte dass es sich um Talana handelte. Doch hatte er keine Wahl … Die Gute war ohnehin stets verwirrt, um nicht zu sagen am Rande des Wahnsinns, da würde seine Bitte um diesen Botengang keinen allzu großen Schaden mehr anrichten. Eine Minute später war er sowohl das Päckchen sowie 5 Kronen los …. Er holte tief Luft …. das Spiel begann …
Das Gespräch
Sie hatte es in der Tat getan …. Beinahe skeptisch musterte er sie … Berechnung … es war mit Sicherheit pure Berechnung … Doch lies er sich, abgesehen von dem ersten Blick, nichts weiter anmerken … Als sie am Tisch saßen, blickte sie ihn wie immer kühl und ausdruckslos an. Sie war in der Tat eisig, sowohl in ihren Worten, als auch in ihren Gesten … Beinahe regungslos lauschte sie seinem Bericht. Und erst als er endete, schien sie für einen Moment sogar eine gewisse Zufriedenheit zu empfinden, denn für einen kurzen Moment lächelte sie. Er hatte zuerst keine Ahnung was sie für ein Interesse an diesen Informationen hatte. Doch hatte er beschlossen ihr genauso zu begegnen, wie sie ihm, und so fragte er direkt und ohne Umschweife danach …. Mit einem inneren, zufriedenem Grinsen nahm er zur Kenntnis, dass sie ihm seine Frage sogar beantwortete …
Weinregale ….
… gehörten seiner Meinung nach in den Weinkeller. Eine andere Frage stellte sich überhaupt nicht …!
Nunja … und da war es … das nächste Geschäft … der nächste Vertrag … seltsam, wieder war es der reine Zufall und nicht sein Verhandlungsgeschick …. Als er die Regale endlich auf dem Boden abstellte, sah er sich um … Kühl … kalt … einfach, aber effizient …. Er hatte nichts anderes erwartet … Wenn man sich die Mühe machte, und einen Moment darüber nachdachte, so würde man alleine an diesem Raum das Wesen von ihr festmachen können. Seine Nackenhaare stellten sich auf, Vorsicht war geboten … Vorsicht … ? Oder besser der direkte Angriff … erst gar nicht in die Verlegenheit kommen sich verteidigen zu müssen ….
Kräftemessen
Konnte es wirklich sein ? Sollte es wirklich ein Thema geben, welches beide Interessierte und über welches man reden konnte ? Schon seltsam, hing es mehr oder weniger doch mit dem neuen Vertrag zusammen … Sie provozierte ihn erneut … Erneut versuchte sie ihm klar zu machen wer die Zügel in der Hand hatte … Doch war er keinesfalls bereit sich damit abzufinden … Er war weder einer ihrer Diener, noch einer Sklaven … Es war an der Zeit die erste Karte auszuspielen, zu zeigen dass sie an einem runden Tisch saßen, dass es kein Kopfende gab … Sie war arrogant … und mochte sie auch zusätzlich glauben sie könnte jeden manipulieren und in die Ecke drängen, wo sie einen haben wollte, so würde er ihr zeigen dass er ihr ebenbürtig war …..
Die Nacht
War sternenklar und ungewöhnlich kalt … Er blickte nach oben zu den Sternen während er durch die schwarze Nacht ging. Noch im Gehen zog er aus seiner Tasche eine kleine, gläserne Schatulle .. Mit der linken zog er dann aus der Hosentasche einen weiteren Gegenstand. Vorsichtig legte er ihn in die Glasschatulle und verstaute jene sofort wieder behutsam, als würde sie den größten Schatz beinhalten. Ein breites, zufriedenes und gleichzeitig kaltes Lächeln zierte seine Lippen …. Ja, diese Runde ging wohl an ihn ….
Verfasst: Montag 1. August 2011, 19:37
von Ellena Drugar
Den noch verbliebenen Ohrring in die Schatulle zurück legen, ärgerte sie sich etwas, sie waren nicht nur einfache Schmuckstücke, sondern ein wahres Erbgeschenk gewesen. Und er hatte einen Teil davon ihr gestohlen.
Die Stücke stammten von ihrer Patentante, sie hatte sie ihr auf dem Totenbett überlassen, sie waren nicht reichlich verziert, sondern einfache Perlenohrringe mit einer silbernen Posamentfassung.
Sie würde sich jenen einen Ohrring wiederholen, was es auch immer kosten würde, er sollte nicht glauben, dass sie ihm jene einfach so überlassen würde.
Aber dennoch war neben der Wut noch etwas anderes übrig geblieben, der fahle Beigeschmack, die zweite Runde des Spieles verloren zu haben. Er hatte es geschickt, ohne das sie es bemerkt hatte, in eine unterlegene Position gedrängt. In der er für einen Wimpernschlag lang die Oberhand über sie hatte.
Und dies gefiel ihr ganz und gar nicht.
Sie war die Gewinnerin, die Herrin normalerweise und nun musste sie sich eine Niederlage eingestehen.
Er hatte sich weitere drei Stunden bei ihr erworben, ein schlechter Tausch eigentlich für das was er ihr gegeben hatte. Aber nur so konnte sie Gewährleisten, dass sie das nächste mal gewinnen würde.
Das einzige was ihr in diesem Zusammenhang sorge machte war, dass er ein erneutes Geschenk mitbringen würde. Obwohl es wahrscheinlich erneut kein Geschenk sein würde sondern wieder etwas was sie bezahlen müsste mit einer Gegenleistung.
Spiel dieses Lied nicht für mich,
denn es bringt Erinnerungen zurück
von den Tagen die ich einst kannte
und von all den Tagen die ich mit all dem verbrachte
Oh nein,lass es nicht spielen
Es erfüllt mein Herz mit Schmerz
Bitte stoppe es
Er würde kommen, bald wenn die nächsten Nächte anbrechen würden, wie ein Schatten breitete er die Spielfläche aus und er würde es ihr nicht leicht machen zu Gewinnen.
Doch vielleicht war es genau dies, was sie reizte, auch wenn sie damit ihm das blanke Fleisch anbot.
Denn nur der Wille zum Sieg, lies einen auch Siegen.
Und selbst wenn sie Verlor, würde die Wut und der Hass der in ihr Aufkeimte, ihr die Macht geben, in der nächsten Runde zu siegen.
Verfasst: Mittwoch 3. August 2011, 15:30
von Ellena Drugar
Ruhig legte sie die Geschenke auf ihre ausgekuckten Plätze. Das eine fand seinen Platz auf dem Schränkchen neben dem Bett. Es lag dort, als würde es schon ewig dort hingehören. Sie rückte es noch etwas gerade bis sie zufrieden nickte. Sich dann damit beschäftigen das zweite Geschenk hinzulegen.
Es fand seinen Ort auf dem Beistelltischchen zwischen den Sesseln. Er lag dort gut, die Kerze erleuchtete es und gab dem Geschenk den richtigen Beigeschmack.
Hier in diesem Zimmer
Bin ich ein Diener Deiner Stimme
Ich warte in der Dunkelheit
Mit kalten, metallischen Dingen
Hier in diesem Zimmer
Wo die Wünsche sich entlüften
Und Dir niemand helfen kann
Niemand außer mir
Erinnerst Du Dich noch
Als Du das letzte mal geweint hast?
Muss ich Dich daran erinnern
Wie Unschuld lügt?
Hier in der Dunkelheit
Bist Du ein unsagbares Geheimnis
So perfekt kalt
Weine für jemanden
Und ich werde über Dich lachen
Bettle nach etwas
Und ich werde über Dich lachen
Schreie nach irgendwem
Und ich werde über Dich lachen
Bete zu etwas
Die Nacht hatte ihre Wut weg geweht, gestern Abend hätte sie ihn am liebsten noch erwürgt sofort und unmittelbar.
Er hatte es gewagt einer der wenigen Grundsätze die sie hatte anzuwenden. Er hatte ihre Familie und die Bindung dazu versucht um sich die Oberhand in dem Spiel zu erhaschen. Etwas was ihr bitter aufstieß, denn Aylia und sie hatten den Pakt, dass sie ein Familienmitglied nicht bestrafen dürfte. Obwohl es so einige mehr als dringend verdient hätten.
Aber Aylia war der Meinung, dass innerhalb der Familie keine Strafen mit der Peitsche oder anderen Gegenständen körperlich ausgeführt werden dürften. Sie musste sich also auf Verbale Strafen beschränken die dann zwar auch durchaus körperlich werden dürften, aber es fehlte einfach der Nachdruck.
Ihr selbst, hatte es auch nichts geschadet und Herr Drugar war nie zimperlich gewesen und auch keiner ihrer Privatlehrer. Sie war nun auf einem Höhepunkt ihrer Macht in Düstersee und dies alles rein durch strenge Erziehung und durch den Glauben an den Alleinen.
Doch Aylia war darauf so fixiert, dass sie nichts dagegen tun konnte. Und Eloriahus würde ihr wie immer recht geben, damit sie in Nachts nicht aus dem Schlafzimmer warf.
Er hatte ihr unter die Nase gerieben, dass er schon längst zur Peitsche gegriffen hätte um sich den Respekt sich gegenüber so eingeprügelt hätte. Und er hatte so recht, es prickelte in ihren Fingern bis hinauf in ihren Arm.
Und vor allem die Tatsache, dass sie nun zwei Rosa Knallbonbons im Haus hatte, machte sie rasend vor Wut. Sie selbst hatte auch keinen hang nur zu schwarzen und dunklen Farben, aber Rosa, wieso musste es Rosa sein? Und die Stimme dazu, das verhalten und alles was sie an den Tag legten, es war so gegen all das was der Alleine vorgab.
Keinerlei Wut, einfach nur flauschige Dinge und das verbale gekuschel, geschweige den das körperliche was noch dazu kam.
Das war sowieso immer nur mit Wein zu betäuben aber soviel Wein könnte sie nun gar nicht mehr trinken bei zwei von denen.
Sie konnte nur hoffen, dass wenigstens Alexia zu retten war, und dies würde sie Nilas überlassen. Heute Abend würde dafür der Anfang geknüpft werden und sie würde schon irgendwie dafür sorgen, dass es auch Früchte tragen würde und wenn sie ihn dafür überreden müsste, ihr einmal eine extra Portion Hass einzupflanzen.
Sich herum drehen und die letzten Kerzen im Raum auspusten ging sie hinauf nach oben. Der Tag war noch nicht ganz Hell über Düstersee aufgegangen als Ellena den Weg zum Rathaus hinüber ging. Der kurze Weg hinüber hatte seinen Vorteil, sie war rasch dort und auch wieder in ihren eigenen Räumlichkeiten.
Dort angekommen schenkt sie Steffan ein breiten grinsen, was eindeutig nichts gutes zu bedeuten hatte. Und sie schickte ihn mit dem Auftrag fort, sie sollte doch bei Herr Mordrid an die Tür klopfen und ihn fragen, ob er mit ihm einen Wein trinken gehen will und er sollte bloß nicht nachgeben bis er es tut. Wenn er einwilligt, hätte er den Rest des Tages frei bei vollem Sold.
Steffan salutierte vor ihr und machte sich auf den Weg durch Düstersee hindurch.
Verfasst: Mittwoch 3. August 2011, 20:36
von Magnus Siluvaine
Klopfgeräusche
Murrend ging er zur Türe. Er hatte kaum geschlafen, eine Armee von Gedanken belagerten seinen Kopf ... und es kam ihm vor als wäre seit Mitternacht bis Sonnenaufgang nur ein Wimpernschlag vergangen. Und dann wagte es auch noch jemand zu Klopfen ! An der Tür angekommen streifte er sich einmal mit den Händen über die Kleidung ... vergeblich ... Hatte er doch die ganze Nacht über damit im Bett gelegen. Mit einem missmutigem Gesicht riss er die Türe auf.
Tollwut
Ja, offensichtlich hatte dieser Kerl die Tollwut ! Er wollte einen Wein trinken gehen ? Dass durfte doch nicht wahr sein .... Zuerst dachte er, er hätte den Wachmann falsch verstanden, immerhin war er immer noch nicht richtig wach ... Doch als jener die Bitte wiederholte ... Er hatte plötzlich den Drang sich zu übergeben, und mit einem Knurren schlug er dem Wachmann einfach die Tür vor der Nase zu.
Frühstück
Kauend sass er am Tisch, den Blick auf das Aquarium gerichtet. Wieder ein Kopf voller Gedanken .... Wo war die Klarheit, die Ordnung ? Ein Leben lang waren dies seine Prinzipien, aber dennoch schien er von Tag zu Tag mehr abzudriften. Ein Plan musste her, und Ideen hatte er bereits genug gesammelt. Den Anfang würde er noch heute machen. Er schob den Teller von sich, trank noch einen Schluck Wasser und stand auf. Sein Weg führte ihn zum Treppenaufgang. Er kniete sich auf den Boden und mit dem Dolch hebelte er die drei losen Bretter auf ... Warum sollte er die Arbeit machen, wenn es doch so einfach war andere dazu zu bringen ...
Manipulation
Er wunderte sich einmal mehr, wie erschreckend einfach es doch bei den meisten Menschen war. Lenken konnte man jeden Menschen, das war keine Kunst. Aber jemanden so lenken, dass dieser nichts von seinem Schicksal bemerkt und gleichzeitig noch denkt er selbst wäre es, der die Entscheidungen trifft, das war die Königsdisziplin. Die arme Dienstmagd ... würde jemals irgendwer erfahren welchen Dienst sie ihm heute erwiesen hatte, würde direkt ihr Kopf rollen ... Natürlich, es könnte ihm egal sein, aber er war sich sicher sich ihrer Dienste noch das ein oder andere mal zu bedienen. Langsam drehte er den kupfernen Schlüssel in der Hand...
Botschaft
Er verabschiedete sich überschwenglich und freundlich bei der Inhaberin des Krämerladens. Seinen Einkauf packte er sorgfältig ein und machte sich auf den Weg zurück. Während des gesamten Fußmarsches festigte sich immer weiter der neue Plan vor seinem inneren Auge. Ein kleines Schmunzeln umspielte seine Lippen. Am Ende würde er sein Ziel erreichen, da war er sich sicher ... Oder jeder einzelne Mann in Düstersee, der in der Lage war eine Waffe zu tragen, würde ihn jagen ... Das würde sich zeigen ... Doch musste nun zuerst einmal der Anfang gemacht werden. Steter Tropfen ölt den Stein ...
Runde zwei
Ein Blick nach links, dann nach rechts ... Der Schlüssel wurde in das Schloss geschoben, gedreht und die Tür geöffnet. Er machte sich erst gar nicht die Mühe leise zu sein, wusste er doch dass niemand hier war. Langsam schlenderte er zu dem kleinen Tisch mit der Blumenvase. Ein flüchtiger Blick auf den Boden zeigte ihm dass der Boden zwischenzeitlich aufgewischt wurde, die rote Lache war verschwunden. Ein Griff in die Tasche und er hielt die neu erworbenen Spielkarten in der Hand. Sorgfältig plazierte er den Kartenstabel in der Mitte des Tisches. Vor den Karten plazierte er einen kleinen Zettel.
"Zum Üben und Dazulernen und zum Zeitvertreib bis zur Lehrstunde ... bereite dich vor und sorge dafür dass die falschen Antworten überwiegen"
Ein zufriedenes Nicken später wandt er sich wieder um. Einmal lies er den Blick durch den Raum schweifen. Gerade als er wieder gehen wollte, viel ihm etwas ins Auge ... reiner Zufall war es, doch er nutzte die Gelegenheit, der Gegenstand verschwand in seiner Tasche. Er ging wieder aus dem Haus. Die Tür zog er lediglich hinter sich zu, sich nicht die Mühe machend abzuschließen. Dann ging er nach Hause ... lange würde er bestimmt nicht warten müssen ...
Verfasst: Donnerstag 4. August 2011, 20:26
von Magnus Siluvaine
Säbelrasseln
Das war es bisher die ganze Zeit gewesen ... daraus bestand im Grunde das ganze Gerüst des Spiels. Drohungen waren harmlos, so lange wie sie nicht in die Tat umgesetzt wurden. Bei jedem Machtspiel wurden dutzende von Drohungen ausgesprochen, man versuchte den anderen Mitspieler nur mit der Kraft der puren Worte zu brechen ... und ja, die meisten Menschen brachen dabei wirklich. Die meisten, doch nicht alle ....
Die Klinge
Es war ein kaltes, höhnisches Lachen das seine Lippen verlies. Sie hatte sich von hinten an ihn heran gemacht, ihm eine Klinge an den Hals gelegt. Er rührte sich keinen Millimeter als er den kalten Stahl an seinem Hals spürte. Ja, er hatte sie beleidigt ... er hatte sie diesmal anscheinend sogar wirklich mit seinen Worte getroffen ... Konnte es sein dass diese Frau tatsächlich so etwas wie Gefühle besaß ? Er hatte sie dazu gebracht ernsthaft wütend zu werden. Doch wäre sie wirklich so skrupellos das, was sie gerade begonnen hatte auch zu beenden ? Nein, daran glaubte er nicht, und so setzte er zu einer neuerlichen Spitze an...
Der Schnitt
... war winzig. Und ohne den leichten Schmerz hätte er ihn wohl gar nicht bemerkt. Es war lediglich ein dünner Streifen seines Blutes, welcher langsam seinen Weg den Hals hinab suchte, nur um dann vom Kragen des Hemdes aufgesaugt zu werden. Der kleine Schnitt alleine hätte ihn nicht beunruhigt. Doch als die Wunde plötzlich anfing zu kribbeln ... Ein Kribbeln, welches sich nach und nach in seinem gesamten Körper ausbreitete ... Ja, ihm wurde unwohl. Mehr noch. Nach und nach schien er die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren. Ja, es war Angst, welche sich für einen Moment in seinen Augen wiederspiegelte. Sie hatte ihn wirklich vergiftet ... ! Und nun stand sie da vor ihm. Den Dolch säubernd und ihn mit verachtenden Worten strafend. Sie genoss es sichtlich ihn so werhlos vor sich stehen zu haben, und das er machtlos war, das lies sie ihn unverhohlen spüren.
Erlösung
Es war wahrlich ein erlösendes Gefühl als das Gift aus seinem Körper wich und er nach und nach wieder Herr seiner selbst wurde. Er würde sich für das alles rächen. Das wusste er und das wusste auch sie. Doch für den Moment war er unterlegen. Und dazu noch der bittere Geschmack in seinem Mund, er fragte sich ob dieser jemals weichen würde. Auch nach dem dritten Glas Wasser blieb er zurück. Als er sich umdrehte sah er, wie sie gerade durch die Tür schritt. So schnell wie es seine, noch immer benommenen, Beine zuliesen folgte er ihr.
Zuckerbrot und ....
.... Peitsche ! Eine Redewendung, welche er schon des Öfteren in den Mund genommen hatte. Er hatte bereits an diesem Abend zurückstecken müssen. Mehr noch als ihm lieb war, mehr noch als er es jemals angenommen hatte. Sie hatte ihn kalt erwischt und empfindlich getroffen. Sollte es noch etwas geben, was dem ganzen die Krone aufsetzte ? Er war sich sicher das es da nichts mehr gab, doch war er nach dem Ereignis mit dem Dolch vorsichtig geworden. Sie würde ihn nicht mehr übertölpeln .... Sie würde ihn nicht die sprichwörtliche Peitsche spüren lassen, nachdem sie ihn schon die buchstäblich hatte die Klinge spüren lassen.
Manchmal kommt es anders ...
... und immer als man denkt ! Es schien als würde sie ihren zweiten Triumph an diesem Abend erhalten, erneut über ihn obsiegen. Doch was dann kam, überraschte ihn selbst. Es war Schizoprehn, es war ein Steinchen, welches nicht in das Mosaik passte. Es gab keinen Sieg für ihn und keinen für sie. Und es war auch kein Patt.....
Verfasst: Dienstag 9. August 2011, 19:03
von Ellena Drugar
Gift , Gift
du bist mein süßestes Gift
Ich bin kein Dämon,
doch etwas Böses ist das schon
In meinem Kopf in meinem Blut
genau darum bin ich so gut
Ich bin das Wasser in der Wüste
Reptil im Paradies
Niemand der mir ein Lächeln schenkt,
der sich nicht küssen ließ
Die Augen sind geschlossen
Ich ziele nach Gefühl
Bewege mich in Kreisen
und komm trotzdem an mein Ziel
Fühlst du mich in deinen Venen?
Kannst du den stechenden Schmerz fühlen?
Einatmen... ausatmen... ein Herzschlag, es stolpert... einatmen... noch ein Herzschlag
Es brannte wie Feuer in meinem Kopf. Der Weinkelch lag schon lange im Gras, der restliche Inhalt verschüttet und versickerte langsam.
Er hatte mich vergiftet ich merkte es wie es immer mehr besitz von mir ergriff und ich nichts dagegen tun konnte.
Einatmen... er stellte eine Frage. Eine Frage es war also ein Verhör.
Ausatmen... meine Zunge war locker aber mein Geist noch wach aber wie lange sollte das so bleiben.
Erneut Ein Herzschlag viel zu lange ausgeblieben, mein Kopf dröhnte als würden Kanonen dort feuern.
Erneut donnerte die Frage in meinem Kopf, ich hörte meinen Lippen antworten obwohl mein Kopf laut nein Schrie.
Der Geschmack von Blut in meinem Mund. Würde ich das überleben?
Ich hatte jedoch keine Zeit Angst zu bekommen. Ich war viel zu viel damit beschäftigt zu Atmen und gleichzeitig meine Lippen unter Kontrolle zu behalten.
Doch alsbald merkte ich, dass ich mich nur noch auf eines Konzentrieren konnte. Ich entschied mich für das Atmen. Denn das war dies, was mich am Leben erhalten würde. Ich spuckte das Blut aus den Lippen aus. Es hindere mich immer mehr daran ruhig zu Atmen.
Ich sah die Flasche in seiner Hand, nurnoch eine Frage und er würde es mir geben. Doch würde das reichen? Oder würden die wenigen Momente reichen, dass das Bewusstsein aus meinem Leib weicht.
Die letzte Frage, ich schüttete den Trank in mich hinein, sofort war das Donnern weg in meinem Kopf, aber es tockelte immernoch. Mir wurde immer mehr schwarz vor Augen. Alles drehte sich und ich verfluchte meine Vergesslichkeit, keine Flasche von Caras Medizin dabei gehabt zu haben.
Sollte dies wirklich der letzte Tag sein?
Verfasst: Dienstag 13. September 2011, 03:58
von Ellena Drugar
Ich reich dir die Hand bevor ich von dir geh mein Freund
Bevor ich von dir geh mein Freund
Komm wir lassen alte Zeiten hinter uns glaub mir ich geh nich ohne Grund
Es waren Blut Schweiß und Tränen doch du hast die Wahl
Glaub mir ich geh nicht ohne Grund es hat mein Herz zerrissen
jeder wollte mich scheitern sehn keiner kann meine Wunden küssen
ich muss weg hier mein Bester glaub mir denn ich weiß es besser
jetzt erst recht, lebe für nichts und sterbe für Etwas
ich leb im Heute, nicht wie sie in der Vergangenheit
ich mach es kurz für dich mein Freund es war ne lange Zeit
wenn du wüsstest was die Zukunft bringt… dreh um
ich such mein Glück nicht im Gestern und genau darum
Ich reich dir die Hand bevor ich von dir geh mein Freund
Bevor ich von dir geh mein Freund
Komm wir lassen alte Zeiten hinter uns glaub mir ich geh nich ohne Grund
Es waren Blut Schweiß und Tränen doch du hattest die Wahl...
Die Briefe verfassen, legte sie einen nach den anderen Sorgfälltig vor sich auf den Tisch. Sie hatte sich von ihren Gefühlen leiten lassen, sie wusste auch nicht wieso. Es war gewesen als würde eine kleine Traumwelt in Scherben vor ihr liegen. Sie hatte vertrauen gefasst zu jemand anderen als zu ihrer Familie und das hatte ihr das Genick gebrochen nun. Und diese Erkenntnis war mehr als der Stich des Schmerzes, wenn das Herz ins stolpern gerieht und man merkte, dass das Leben aus einem zu Fallen begann. Es war wie als würde ein Teil von einem Selbst sterben und davon getragen werden auf den Schwingen des Rabens und nicht in die Welt des Alleinen kehren. Denn man hatte gefehlt.
Sie hatte keine Angst vor ihrem Bruder, solle er doch nachkommen, solle er doch tun was er gesagt hatte. Was könnte passieren? Nichts... er könnte sie schlagen er könnte ihr zeigen wer der Herr über sie ist. Na und... eine weitere Narbe ein weiteres mal im Krankenbett. Es war doch eigentlich egal...
Herr Drugar würde fragen wieso sie da ist, sie würde lügen. Eine weitere Lüge mehr oder weniger machte in diesem Fall nichts aus. Sie würde sich ablenken für eine Weile... für eine lange Weile.
Denn nichts war zu vergleichen mit der Weile die das Vergessen in einem hoch spühlte, den die Weile war endlos.
Einfach die Geschicke in Hagadun wieder aufnehmen, sich mit Arbeit vollpflastern bis oben hin, das war ein perfekt perfider unwirklich dummer Plan. Aber genau das was sie nun wollte.
Daher war es die Nacht die sie trieb. Hinüber wieder in ihr Haus, raus aus dem Rathaus, schnell waren ein Koffer gepackt. Nur das nötigste für ein paar Tage Reise. Die Briefe drückte sie dem Wachmann vor ihrer Tür in die Hand. Er versuchte nicht einmal sie aufzuhalten, denn ihr eisiger Blick genügte um ihn zum schweigen zu bringen.
Der Wachmann wird am nächsten Morgen die Briefe verteilen.
Der Segen mit dir mein verehrtester Bruder,
hiermit überstelle ich dir die fertig ausgefüllten Pergamente für die Freilassung des Herren Mordrid. Ich habe mich dazu entschlossen keinerlei Anklage zu erheben, da all jene die ich erheben würde. Aus gekränkten Stolz und besudelter Schande bestehen würden. Ich denke er hat durch die Nacht im Kerker genug gelitten und soll in die Arme seiner Lieben wieder zurück kehren.
Und auch dein Schlag wird ihn sicher noch ein paar Tage geleiten, gleichsam wie die Blicke unserer Familie.
Darüber hinaus setze ich dich in Kenntnis, dass du dir die Mühe einer Nachreise sparen kannst und deine Zeit und Kraft in Bajard stecken solltest. Als nachfolge meiner Bürgermeisterschaft rate ich dir persönlich zu Alexia, sie hat mir gegenüber den Schneid erwiesen den man für so eine Aufgabe braucht und sie wird im gegensatz zu meiner Person eine liebevolle und vorallem aufopferungsvolle Bürgermeisterin werden die von den Bewohnern Düstersees geliebt wird.
Bitte teil dem ehrenwerten Alka und dem Bürgermeister Rahals meine Abreise mit einem unbestimmten Zeitpunkt der wiederkehr und meine Nachfolge mit.
dir ewig treu und ergeben
Ellena
*anbei findet er die fertig ausgefüllten Dokumente für eine Entlassung mit der Unterschrift und dem Siegel von Ellena.*
Geliebte Schwägerin,
meinen Dank für deine Aufopferung des vergangenen Tages. Umsorge meinen Bruder und unsere Familie gut. Denn keiner kann es so wie du es kannst.
und ich sah mit einem Schmunzeln, dass auch du einmal aus der Kontrolle in die Wut gefallen bist. Doch verzeih mir noch einmal dieses eine Mal.
Als dank übersende ich dir die Kette die du zu deiner Hochzeit trugst, sie soll ein ewiges Geschenk für all das sein was du getan hast und noch tun wirst.Denn es erfüllt mich mit Stolz mit dir Verwand zu sein.
in ewiger Zuneigung
Ellena Drugar
Aus dem Paket fällt eine feine Silberkette hinaus, eines der Erbstücke der Familie Drugar.
Verfasst: Mittwoch 14. September 2011, 16:39
von Ellena Drugar
Wenn eines mehr gab was sie am Reisen hasste wie das Schiff fahren, dann war es das Kutsche fahren. Sie war ohne große Komplikationen bis nach Ostenblickerhafen gekommen. Ein Handelshafen gut vier Tagesreisen von Hagadun entfernt. Auf dem Schiff hatte sie sich eine große geräumige Kabine gemietet und keiner hatte fragen gestellt. Das Essen wurde jeden Tag in die Kabine gebracht und die Reste dann auch wieder abgeholt. Am Tag sah man sie kaum nur ab und an in der Nacht ging sie hinaus auf Deck um sich die Sterne im Himmel anzusehen und etwas frische Luft zu schöpfen.
Doch nun in Ostenblick war alles etwas anders, sie konnte sich nicht einfach eine Kutsche mieten, vor allem nicht wo nun noch der Mond hoch am Himmel stand. Und hier zu Lande war der Name Drugar bekannt, also könnte sie es sowieso knicken mit ihrem Namen hier irgendetwas Glorreiches zu verbringen um an ein Transportmittel zu kommen.
Ihr Hirn ratterte als sie auf ihrem Koffer am dunklen Hafen saß, es musste doch etwas geben was sie nun schnell nach Hagadun bringen würde. Und vor allem was keine Kutsche war mit 10 Sitzplätzen und lauter neugierigen Gesichtern.
Es dauerte eine ganze Weile bis es ihr wie schuppen von den Augen fiel, der Händler Kratrist Beldarus er schmuggelte öfter Ware für das Unterreich ihres Vaters, und er war zum stinken reich. Und irgendwo in diesem verschlafenen Nest hatte er einen Handelsposten der von seinem Bruder geleitet wurde. Sie schnallste mit der Zunge. Sie war eben doch ein kluges Köpfchen wenn sie nur wollte.
Rasch war ein herumlungernder Trinker gefunden, der den Weg wusste zu dem Handelsposten und der für ein paar Kupfermünzen auch noch ohne Fragen ihr Gepäck trug. Vor dem Lagerhaus mit angeschlossenen Wohnräumen angekommen klopfte sie mit fester Hand gegen die Tür an. Drin war nur noch ein schmaler Lichtpfad zu erkennen in einen anderen Raum hinein. Aber dort war noch Leben denn gerade als sie zum zweiten Mal klopfen wollte öffnete jemand die Tür. Eine junge Frau vielleicht so alt wie Ellena, doch mit roten Haaren und etwas verlottert sah sie aus.
Schnell war geklärt zu wem Ellena wollte und das Weib brachte sie samt Gepäck hinüber in den anderen Raum, dort saß ein stattlicher Mann, Mitte ende Dreißig, sein Gesicht war von leichten Bartstoppeln gekennzeichnet und seine Augen hielten ein sattes braun inne. Alles in allem war er ein Abbild seines Bruders, so wie Ellena es im Kopf hatte, nur eine jungere Ausgabe davon.
Die Lippen befeuchten straffte sie ihre Haltung und ging direkt auf den Tisch zu, das klackern ihrer Schuhe war dabei bei jedem ihrer Schritte gut zu hören und auch das rascheln des Rockes kündige sie, wie die raschen Pfoten eines Raubtiers auf der Jagt ihr kommen an. Direkt vor ihm machte sie halt, sie sah in seinen Augen ganz genau, dass er verblüfft und unsicher war, er kannte sie nicht, oder zumindest konnte er ihr Gesicht nicht zuordnen. Aber ihr auftreten wirkte Imposant auf ihn. Das sollte es auch, immerhin wollte sie etwas von ihm und das würde sie nicht von einem lieben bitte bitte bekommen.
Sie verkündete ihm, er solle seine Dienstmagd hinaus schicken, nach der Frage wer sie sei und was sie wolle. Zu Ellenas eigener Verblüffung stimmte er zu. Und einen Moment später, schenkte er ihr einen Kelch Rotwein ein und sie setzte sich ihm gegenüber auf den Stuhl. Erst nachdem sie den ersten Schluck des Weines genommen hatte, legte sie den Siegelring ihrer Familie auf den Tisch und lies diesen einen Moment wirken in dem sie ihn nur aus katzenhaftigen Augen heraus ansah. Auch jener Schritt verfehlte seine Wirkung nicht, denn Castellus, so war sein Name wie Ellena mittlerweile wusste, konnte das Siegel genau zuordnen und auch das geschwungene EKD darauf konnte er zuordnen. Und so wechselte sein Gesicht von einer Überraschten Ausdrucksweise hin zu einer ehrfürchtigen.
Sie erläuterte ihm, was sie von ihm wollte und betonte dabei den dringlichen Dienst den er dabei an der Familie Drugar entrichten würde und das man dies sicherlich so schnell nicht vergessen würde. Aber er wäre kein Kaufmann gewesen, wenn er nicht einen Preis für sein tun verlangt hätte. Es war taktisch gut gewählt und so musste sie mit einem leichten Zähneknirschen einwilligen denn sie wusste, ohne ihn würde sie aus dem verdammten Nest voller Hurendiener und Wachen nicht heraus kommen. Und vor allem nicht, wenn sie unerkannt und ohne dumme Fragen raus wollte. Denn bei jeder Kutschfahrt musste man wohl oder übel einen Namen angeben und wenn dieser nicht bekannt war, würde es fragen aufwerfen und da würde die Ausrede, sie komme aus Gerimor nicht viel helfen.
Die Nacht war kurz gewesen, sie war gerade dabei ihre Haare neu zu flechten und sich zu überlegen welches der wenigen mitgebrachten Kleidungsstücke sie anziehen würde als es sich hinter ihr regte. Was sie frühstücken wolle war die einfache Frage aus dem Hintergrund.
Ein Ei, etwas Brot mit Schinken und ein Saft war ihre Antwort, bevor Castellus den Raum verlies…
Es liegt etwas Beruhigendes in den Schlägen der Verzweiflung.
Es liegt eine Ruhe in der Eile deines Blickes.
Und ich bin nun beruhigt darüber.
Erfahrungen wurden gemacht, wir stehen Rücken an Rücken.
Und Belastung zu Belastung, da ist eine Gelassenheit in
Deinem und meinem Atem.
Musik ertönt ohne Antwort, wo die Dunkelheit schwer wiegt.
Und das Biest hat keinen Meister,
Und der Geist keinen Namen,
Und die Engel verstummen,
Und sie tanzen in leichtem Schein deines Bluts.
Verfasst: Montag 10. Oktober 2011, 09:21
von Ellena Drugar
Ich fühle mich so fehl am Platz
In der Stadt die aus Stein gemacht ist
Ich muss in eine Welt die frei ist
und ich alleine sterben kann
Ich stehe an der Kreuzung
Ich werde meinen Weg finden
Bring mich nach Hause
Ich suche nach einer perfekten Welt
Ich suche nach Gelassenheit
Ich glaube an den Zorn und das Paradies
Das ist da wo ich glaube hinzugehören
Ich stehe an der Kreuzung
Ich werde meinen Weg finden
Bring mich nach Hause
Bring mich nach Hause, Hause, Hause
Sie hatte ein halbes Vermögen bezahlt für die Schiffsreise hier her. Wieso mussten auch alle Schiffe entweder nach Adoran oder nach Rahal fahren?
Aber so war es sicherer gewesen. Sie wollte nicht gleich mit dem ersten Fuß zurück jemanden in die Arme laufen der sie kannte.
Natürlich die Haare waren nun Blond, sie hatte etwas mehr Konturen durch die Fechtübungen bekommen und die neue Kleidung verpasste ihr einen völligst anderen Stil. Aber dennoch hatte sie das Aussehen einer Drugar und das konnte man auch mit nichts von ihrem Gesicht bannen.
Für einen Moment schaute sie sich in dem einfach gestalteten Zimmer um. Eigentlich war es ihr zuwieder hier zu Hausen. Sie liebte den Luxus auch jetzt noch. Ein Bad, ein warmer Kamin und ein gutes Buch. Hier war nichts davon. Sie konnte froh sein, wenn keine Ratte in der Nacht sich den Weg über ihren Leib suchte.
Aber es war alles nur eine temporäre Lösung. Heute hatte ihr der kleine STraßenköter die Nachricht von Cara zurück gebracht. Etwas was sie einerseits erfreute andererseits in die Gewissheit führte, dass der nächste Schritt nicht einfach werden würde.
Denn nun kam etwas was ihr ganz und garnicht schmeckte. Sie müsste sich ihrem Bruder gegenüber stellen. Und ihr Bruder wäre nicht ihr Bruder, wenn er nicht auch so viel von ihrem Vater geerbt hätte wie sie. Und zwei sture Köpfe die aneinander rannten in ihrem fanatischen Glauben und ihren Vorstellungen würde nichts gutes bedeuten.
Aber Ellena wusste, sie würde und wollte den kürzen ziehen in jenem Spiel. Sie war es die gegangen war und sie war es, die es zugelassen hatte, das Gefühle ihr Leben regieren.
Und so ging ein weiterer Brief mit dem Boten auf die Reise Richtung Düstersee.
Verfasst: Samstag 19. November 2011, 11:12
von Ellena Drugar
Der Tod ist der Weg ins ewige Leben an der Seite des Herren
Rahal… die Hauptstadt des alatarischen Reiches und doch glich sie mehr einer Geisterstadt in die sich ab und an etwas Leben verirrte.
Es war wie als würde man durch die grauen Schleier hindurch laufen hin in die ewige Dunkelheit des Vergessens.
Und doch war das ihre Zukunft geworden, das Vergessen sein.
Bisher hatte sie niemand ihrer Familie besucht, keiner hatte sich bisher nur einen Dreck um sie geschert. Früher wäre ihr das mehr als nur egal gewesen. Denn sie wusste, dass wenn sie die Familie brauchte war sie da. Aber war dies heute noch so?
Sie glaubte nicht daran, dass heute nur noch einer einen Finger rühren würde, wenn sie Hilfe brauchte.
Denn Blut war nicht Dicker als Wasser, den Blut war dünner als der dicke Nebel des Vergessens.
Aber trotz dem allem liebte sie ihre Familie über alles, das Lächeln von Cara wenn sie über die Liebe schwärmte. Die Augen von Alexia wie sie leuchteten wenn sie auf dem Hof arbeitete. Den Schwertarm ihres Bruders, der es so weit geschafft hatte. Und die warmen Worte ihrer Schwägerin die der ruhige Pol der Familie war.
Und natürlich nicht zu vergessen die Kinder, die in ihrem Herzen immer einen besonderen Platz hatten, auch wenn sie das nicht zeigen konnte.
Heute gesehen, war es vielleicht falsch gewesen, nicht einmal zu zeigen was für eine warme Seite sie hatte, aber andererseits war schwäche auch ein Angriffspunkt. Und dieser Angriffspunkt hatte sie dazu gebracht wo sie nun war, alleine und verlassen auf der Bank vor dem Brunnen in Rahal.
Kelzon war selten da, er ging seinen Geschäften nach um Gold heran zu schaffen, da er nicht wollte, dass sie alles finanzierte. Aber die wenigen Momente mit ihm genoss sie in vollen Zügen.
Laina kam ab und an vorbei um sie zu bespaßen, aber dennoch war das nicht das gleiche wie in Düstersee.
Selbst der Wirt in der Taverne von Rahal hatte keine Lust mehr sich mit ihr länger als nötig zu unterhalten, denn jeden Abend aß sie dort zu Nacht und versuchte wenigstens etwas Konversation zu betreiben. So war es auch heute gewesen, mit dem Unterschied, dass sie als sie merkte, dass er nur karg antwortete, sich verabschiedete und ging.
Die Nacht war eisig aber dennoch wollte sie noch nicht Heim, sondern lies sich im gluckern des Brunnens in ein Spiel ihrer Gedanken ziehen.
Denn was die Zukunft brachte, wusste sie noch nicht, aber die Vergangenheit hatte gezeigt, dass es nicht vorhersehbar ist, was passiert.
Den Kopf nach hinten in den Nacken legen, blickte sie hinauf in den Himmel von Rahal.
In dem Moment merkte sie, wie die Kälte ihren Körper krampfen lies, langsam von den Füßen hinauf nach oben hin…
Und eine leise Melodie ging ihr durch den Kopf dabei.
Es ist so, als ob ich mein Leben lang
Auf diese eine Nacht gewartet hätte
Es werden du, ich und die Reise sein
Denn wir haben nur diese eine Nacht
dopple deine Vergnügen
dopple deinen Spaß
Und tanze für immer, immer, immer
Im Reigen der Vergangenheit
Vor uns liegt ein langer Weg
so weit entfernt von dem Erdboden
Ich suche einen schwarzen Engel
Bring' mir deine Seele
Mädchen wo kommst du her?
Du hast mich so verwirrt
Der Blick aus deinen Augen bringt mich dazu
"Was für eine schöne Lady" zu sagen
Ohne Wenn und Aber, es gibt kein Vielleicht
Ich öffne mein Tore
Es fühlt sich wundervoll an
Es gibt keine andere gerade, die mich interessiert
Du gehörst mir
Und ich werde dich nicht fallen lassen Mädchen, fallen lassen Mädchen
Denn ich bin dein Herr!
Der Gottkönig und du gehörst zu mir.
Verfasst: Samstag 19. November 2011, 12:54
von Ellena Drugar
Wenn die Seele geht und der Atem aufhört
Das Zittern nach immer mehr überhand bis sich der Körper nur noch schüttelte und bebte. Sie spürte in ihrer Brust wie das Herz holperte und stotterte. Sie hatte sich schon ewig nicht mehr von einem Heiler untersuchen lassen.
Sie war zu unvorsichtig an die Sache heran gegangen und der letzte Trank von Cara war schon längst getrunken worden.
Vielleicht hatte sie mit Absicht sich nicht mehr darum gekümmert. Da sie wusste, dass irgendwann dieser eine der allerletzte kommen würde. Und vor allem, dass sie dann alleine war und ihr sowieso niemand hätte den Trank einflössen können.
Die nahe Wache am Brunnen eilte herbei als sie das widerliche Geräusch eines Erstickten hörte. Er sah hinab auf die im schönen Kleid gekleidete Frau die er nur zu gut kannte.
Die Dame Drugar…
Er rief noch einer nahen Wache zu, die los stürmte Richtung Haus des Bürgermeisters, der wohl der einzige war, der Vielleicht noch helfen könnte.
Aber das Haus war dunkel und leer. Und der Körper der Frau krümmte sich schon und windette sich unter jedem Herzklopfen.
Tock… ruhe… Tock… nichts
War das was der Wachmann hörte als er den Kopf auf die Brust presste und wenigstens das nötigste versuchte zu tun.
Ein Schlag auf die Backe… ein Atemzug…
Tock… nichts…Tock… ruhe
Und dann blieb es bei der Ruhe, kein Atemzug mehr, nichts was noch das leiseste Geräusch im Brustkorb erzeugte.
Nur die starren katzenartigen Augen die nach oben Richtung Himmel starrten blieben zurück.
Der Wachmann konnte nicht mehr viel tun, als den leblosen Körper in den Wachraum am Rathaus zu tragen und einen anderen los zu schicken Richtung Düstersee.
Verfasst: Samstag 19. November 2011, 15:58
von Cara DelMur
Unruhe... noch bevor der Wachmann eine Silbe verloren hatte, legte sich die Gewissheit einer Ahnung schwer auf die Schultern Cara's. Das Pferd trug sie im wilden Galopp der dunklen Stadt entgegen, ihre Füsse eilten schnell, doch nicht schnell genug. Sie klammerte sich noch an ein Fünkchen Hoffnung der Wachmann könnte sich geirrt haben, doch der Anblick Ellena's belehrte sie rasch eines Besseren.
"Lasst uns allein!"
Sie sank an die Seite ihrer Tante, um Abschied zu nehmen. Ein letzter Blick in die katzenartigen Augen, ehe sie jene für immer schloss. Sie streichelte ihre Wange und hielt die kühle Hand mit ihrer fest umschlossen. Sie wollte die Kälte nicht zulassen und zunehmend floss Wärme aus ihrer Hand, brandete ab an der Hand der Toten. Herzversagen. Erinnerungen zogen an ihr vorbei. Ellena, die Bürgermeisterin, Ellena, die Schwester, Ellena, die Frau, Ellena, wie sie sang. Cara legte die beiden blassen Hände über Ellenas Schoss zusammen, erhob sich und küsste das letzte Mal die Stirn, des schönen Gesichtes.
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande als flöge sie nach Haus...
Nachdem sie sich wieder gesammelt hatte, kümmerte sie sich darum, das die sterbliche Hülle Ellenas fürs erste in einen der kühlen Kellerräume der Burg gebracht wurde. Dann wartete sie, auf Eloriahus, um ihm zu berichten.
Verfasst: Samstag 19. November 2011, 16:20
von Laina Celeste
Es klopfte lautstark an der Tür.
„Soldatin Celeste, Soldatin Celeste, es ist dringlich“, hörte die junge Kriegerin die Stimme eines aufgebrachten Staffan – dem treuen Schützen im Dienste des Wachhauses zu Düstersee – ins Hausinnere dringen. „Soldatin Celeste, ich muss Euch etwas sagen, es ist dringlich“, wiederholte der meist viel zu engagierte junge Gardist seine Worte. „Ja-ja, ist schon gut; bin gleich da“, nuschelte Laina, sich noch im Halbschlaf befindend, als ihre Schritte sie schließlich dazu bewegten, Staffan mit erhobener Braue missgelaunt entgegen zu treten. Kurz weitete sie die Augen, als sie glaubte, Tränen auf seinem Gesicht zu sehen. „Lady Drugar, sie ist – sie ist tot“, drang die weinerliche Stimme des Mauerschützen an ihr Ohr, und jegliche Wärme schien mit einem Mal aus dem Körper der Waffenmeisterin zu weichen. Starr sah sie Staffan an – offenbar erhoffte er sich selbst einige Worte des Trosts, doch Laina schlug mit steinernem Blick die Tür vor seiner Nase zu.
„Ellena, nein - nicht“, murmelte sie im Stillen, und Gedanken an ihre hochgeschätzte, ehemalige Bürgermeisterin rasten durch ihren Kopf. Sie hatte sich zu ihrem Schutz verpflichtet – und nicht nur das; im Laufe der Zeit wurde sie eine geschätzte Freundin und Vertraute. Die Kriegerin wollte weinen, ihre Trauer zum Ausdruck bringen, doch es gelang ihr nicht. Sie konnte nicht begreifen, was der junge Mann ihr eben für eine Nachricht mitgeteilt hatte. Tränen zu vergießen empfand sie oft als schwer, lediglich Kraut und Alkohol vermochten es, ihr das trügerische Gefühl des Trosts zu widmen; wenngleich nur temporär.