Knappin und Gardistin - Leben im Licht Temoras

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Niowe Adela Aireth

Veränderung

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Als ich heute die Augen geöffnet habe, wusste ich etwas war anders. Ich war anders! Ich habe mich verändert! Wieso? Da war unwichtig. Temoras Klinge hat mich damals reifer gemacht, mich unter Schmerz und Leid vorbereitet auf den Weg, den ich eingeschlagen habe. Das heute war ein anderes Gefühl. Wärme und Glück und die Selbstverständlichkeit, dass ich nun auch Adela sein konnte, eine andere zwar als sie es in ihrer alten Heimat gewesen war, aber ein Teil dieser damals unbeschwerten, glücklichen und verträumten jungen Frau ist geblieben und über Nacht erwacht. Ich wusste, sie war nie fern gewesen, zu viele Ereignisse hatten sie einfach verdrängt und nun war sie vereint mit Niowe. Es war ein seltsames Gefühl, fast so als würde man nach ewig langer Zeit einen vertrauten Freund plötzlich treffen. Zu wissen, dass es gut ist, dass es ihn gibt. Da fühlte ich, und als ich mein Gesicht in der Waschschüssel reinigte, blickte mich mein Spiegelbild an und lächelte. Ein ganz besonderes, ein wissendes Lächeln war es. Ein Lächeln, das zu mir gehört. Das bin ich nun! Niowe Adela!

Gestern noch war ich anders. Von Unruhe getrieben. So beginn ich im Anwesen Herr Keran und meinem Ritter begegnet. Herr Keran gehört nun zu uns. Als Leibwächter ist Teil des Haushalts meines Ritters. Ein kluger Mann und ein Mann, der weiß, was er will, und wie ich im Laufe des Gesprächs dann vernommen habe, bereits als Oberstleutnant an der Seite meines Ritters agiert hatte. Sogar noch vor dem Ritterschlag des Sires ihm diente. Also ewig lange.
Ein Mann, der Befehle befolgt und sich unterordnen kann! Das hat mir Sire dann später gesagt und ich glaube ihm jedes Wort. Herr Keran hat einfach diese Ausstrahlung und Sicherheit und strahlt eine Ruhe aus, die man selten bei einem Mann findet. Man kann ihm vertrauen. Das fühlte ich sogleich. Er hat auch ein untadeliges Benehmen. Alles Eigenschaften, die diesen Herrn Keran zu etwas besonderem machen. Auch die Tatsache, dass er nicht auf der langen Liste von Menschen steht, die mein Ritter in den Pferdetrog geworfen hat oder einfach mitsamt Stuhl ins Wasser. Sogar Sire Rafael de Arganta hat er bereits gedient. Meine Hochachtung vor diesem Mann stieg immens an.
Um das Männergespräch der beiden dann nicht zu stören, außerdem war ich noch immer sehr unruhig, habe ich die Küche, die zwar sauber war, aber ein wenig Hochglanz konnte nicht schaden, geputzt. Was mich ein wenig von meiner Unruhe abgelenkt hatte. Alles, wirklich alles auch die bereits reinen Teller nochmals gewaschen waren, habe ich zufrieden die Küche verlassen und die Tür hinter mir zugeschlagen.
Beide hat es bei dem Knall mit einem unsanften Ruck aus ihrem Gespräch gerissen, das habe ich an den zwei Augenpaaren erkannt, die mich fassungslos angesehen haben.
Dabei hat der Sire Herrn Keran angesehen und gemeint: „Ich brauche doch einen Schreiner!“ Warum er einen Schreiner braucht, war mir unklar. Aber beide hatten sichtlich Vergnügen an den Worten.
Wie viele Teller diesmal, Niowe?
Keine Sire!
Wahrlich ein Kunststück!
Ein Kunststück? Er tut so als würde ich Tag täglich mit Tellern um mich werfen, was nicht der Wahrheit entspricht. Bisher waren es nur drei gewesen!

Wieso steht Ihr eigentlich die ganze Zeit noch Niowe?
Weil mein Ritter es mir bisher noch nicht gestattet hat, sich zu setzen?
Zum ersten Male habe ich ihn beschämt gesehen. Dabei war das ganze für mich doch gar nicht so schlimm eigentlich.

Na dann setzt Euch!
Danke Sire, und schon folgte ich der Aufforderung nahm Platz und lauschte dem Gespräch der beiden, bis Herr Keran sich verabschiedet hat.
Ihr schuldet mir übrigens noch etwas. Niowe!
Ich Euch Sire?
Nun war ich verunsichert. Was schulde ich ihm? So etwas würde ich doch nie vergessen oder doch?

Euer neues Kleid durfte ich ja bereits bewundern, aber Eure Badekleidung noch nicht.Oh je, das bedeutet ab ins Becken. Bei diesen Worten ist mir die Freude aus dem Gesicht entschwunden.

Den Anblick wollt Ihr mir doch nicht vorenthalten? Natürlich sage ich nicht nein, wenn mein Ritter so eine Frage stellt, und natürlich gehe ich sogleich in den Keller um mich dort anzukleiden. Die Kleidung, die ich erwählt hatte, war bei weitem züchtiger als das dünne Tüchlein mit dem langen Schlitz am Bein, der bei jeder Bewegung im Wasser noch ein wenig länger wurde.

Und das ist nun weniger unzüchtiger?, meinte er als er mir dann nach einer Weile nachkam und mich eingehend gemustert hat.
Und ob es das ist Sire!
Das dünne Tuch hatte ich sorgfältig um meine schmalen Hüften geschlungen und befestigt. Das Oberteil aus dünnem weichem Leder umspannte meine Oberweite und hielt all das, was es galt festzuhalten sicher dort, wo es hingehörte, nichts würde verrutschen.
Nun ja dafür ist es oben herum großzügiger, merkte er an und hat gelacht. Dabei wurde mir wieder warm ums Herz, so wie immer, wenn er lacht.
Also, ins Wasser mit Euch!
Sogleich folgte ich den Worten und ging diesmal mit einem weniger flauen Gefühl im Magen in die Mitte des Beckens. Geschafft! Das war ja relativ leicht heute gewesen. Ich war bei weitem nicht mehr so steif und unsicher im Wasser als die Tage zuvor. Sogar bis zu der Steinbank ging ich alleine ohne Aufforderung diesmal und setzte mich darauf.

Sehr gut, Niowe!
Das tat gut! Er lobte mich und ich war in diesem Augenblick so stolz auf mich, dass diesmal alles glatt ging, dass ich ein wenig übermütig wurde. Ich sprang auf und tauchte meine Hände in das Wasser und warf dann einen Wasserschwall in seine Richtung. Er saß da am Beckenrand und ich werde nie seinen erschrockenen Blick vergessen, als der Schwall ihn getroffen hat. Noch versucht er sich mit der Hand am gleichfalls nun nassen Beckenrand festzuhalten, was ein Ding der Unmöglichkeit war und er mit einem Plumps im Becken gelandet ist. So unsanft, dass ich vor Schreck den Atme angehalten habe und bin sogleich hin, meine angst dabei völlig außer acht lassend.
Ich muss ihm helfen! Nur daran dachte ich in dem Augenblick und habe nach seiner Hand gegriffen. Sie festgehalten.
Keine Panik Sire! Ich bin da. Nur nicht ertrinken bitte, Sire. Vor Erschütterung zittert meine Stimme.
Aber er steht auf und grinst sogar ein wenig.
Ihr solltet nicht so unvernünftig sein Sire! Da kann man ertrinken, wenn man mit dem Kopf aufschlägt!
Wie bitte?
Ja, Sire.
Also, wo ich schon mal hier drinnen bin, kann ich ja auch gleich im Wasser bleiben!
Da war nicht meine Schuld, Sire.
Unschuldig habe ich da angesehen. Wie konnte ich auch je nur ahnen, dass er da gleich ins Wasser fällt vor Schreck, wenn man ihn ein wenig anspritzt. Gut es war ein wenig mehr, aber dennoch kein Grund so in Panik zu geraten wie er.
Also so wie Ihr das rein gesprungen seid, Sire…..
Ich stecke Euch gleich unter den Wasserfall, Niowe!
Dann lacht er laut los. Wie bin ich erleichtert, er lacht und ich lache mit und vergesse dabei völlig die Drohung und auch seine Hand die ich immer noch festhalte. Er hat wohl auch darauf vergessen.
Na, immerhin könnt Ihr lachen, obwohl Ihr im Wasser seid!
Also Sire, einer mit Panik reicht, am besten wir beschließen wer, wann sie haben sollte, weil beide zugleich wäre kaum von Vorteil. Weder für Euch noch für mich!
Ich habe keine Panik vor Wasser!
Nein? Das sah aber vorhin nicht danach aus, Sire.
Das verstehe ich nun nicht. Bei der Berührung des Wasserschwalls fällt er ins Wasser und meint nun er hätte keine Panik. Verstehe einer die Männer!

Ach ja, und Ihr haltet noch immer meine Hand fest. Niowe!Vor Schreck erröte ich nun zutiefst, und lasse schnell seine Hand los.
Die Gesichtsfarbe steht Euch, Niowe! Danke Sire, nun bin ich verlegen wie nie zuvor und tauche sogar freiwillig ohne Widerrede auf sein Ersuchen hin, den Kopf sogleich unter Wasser nur um seinen Blick und dem Lachen zu entgehen. Dafür habe ich dann als Belohnung später für meine Bemühungen eine wundervolle Klinge erhalten.
Aber noch viel wundervoller war es da seine Hand zu halten! Wenn ich daran denke, wird mir ganz warm ums Herz.

Vielleicht hat auch das meine Veränderung bewirkt? Gleichgültig. Ich bin glücklich eine Frau zu sein, was immer da noch kommen mag. Ich weiß, dass ich alles bewältigen werde, weil ich zu mir gefunden habe.
Zuletzt geändert von Niowe Adela Aireth am Donnerstag 2. Dezember 2010, 00:14, insgesamt 1-mal geändert.
Niowe Adela Aireth

So nah und doch so fern

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Ich habe ein Schreiben erhalten von Micheil. Wie viele Umwege es gegangen war, von Hand zu Hand gereicht wurde, nur um hier bei mir nun zu landen, ich weiß es nicht. Spuren einer langen Reise waren darauf zu sehen. Nun habe ich Gewissheit! Eine Gewissheit, die so schmerzlich ist, dass alles in mir aufschreit. Ich hatte bisher Hoffnung, dass sie vielleicht leben, geflohen sind. Nein, das sicherlich nicht! Sie würden das nicht tun. Nur mir, der letzten ihres Geschlechts haben sie Hoffnung auf dieses mein Leben geschenkt.
Warum jetzt Temora? Warum musste sein Schreiben mich jetzt finden? Jetzt wo ich mich und meinen Weg gefunden habe.
Gardistin und Knappin. Wie stolz wären sie auf mich. Sogar Vater insgeheim zwar nur, er würde es nie aussprechen, aber ich habe die
Gewissheit er wäre es.
Ist es eine weitere Prüfung Temora, die ich bestehen muss? Muss ich deshalb jetzt gerade jetzt, wo ich zum ersten Male Liebe für diesen einen, unerreichbaren verspüre, leiden?
Willst du mir gütige Herrin damit zeigen, dass Liebe nur in Verbindung mit Schmerz und Leid besteht? So wie Micheil es mir immer gesagt hat, mich davor gewarnt hat? Ich bin auch bereit diese Liebe aus meinem Herz zu bannen, um dir und dem Reich zu dienen. Nur die Liebe zu dir strahlende Herrin, Temora meine Hoffnung, wird immer bestehen!

Immer wieder habe ich heimlich an diesem Tag, als man auf meinem Rundgang als Gardistin durch Adoran, am Steg mir das Pergament in die Hand gedrückt hat, es gelesen.

Kennt Ihr Gardistin eine junge Frau namens Niowe Adela Aireth?
Ja, das bin ich!
Dies ist für Euch!
Dann hat mir der Seemann das versiegelte Pergament überreicht und ich habe ihm dafür entlohnt. Noch hatte ich keine Ahnung von wem und woher es stammt. Schmuddelig sah es aus voller Abdrücke und undefinierbaren Flecken. Nur das Siegel war unser Siegel! Micheil! Voller Ahnung, dass das was ich in dem Schreiben vorfinden würde, bin ich erblasst. So sehr, dass die Gardisten am Steg mich angesprochen haben.
Geht es Euch nicht gut, Gardistin Aireth? Ihr seht nicht gut aus!

Rasch habe ich mit nach dem Gruß und Salut abgewandt und bin an einen Ort gegangen, wo mich keiner stören wird. Dort am See habe ich das Schreiben immer wieder gelesen bis die Tränen zu Eis gefroren waren, und ich vor der Kälte auf mein Zimmer geflüchtet bin, um ein wenig zu schlafen.
Das Schreiben habe ich dabei ganz fest gehalten, das einzige was mir von meiner Familie verblieben ist. Ein letzter Gruß, ein Abschied bis wir alle einst bei Temora wieder vereint sein werden.

In meinem Traum habe ich dann Micheil gesehen und alles miterlebt an diesem seinen letzten Tag.

Hoffnung?

...ich sehe auf, hinaus aus dem riesigen, mit edlen Verzierungen geschmückten Fenster. Vor mir breiteten sich die monströsen Mauerwerke der Baronie aus, rundherum um die gesamten Fenster. Wir sind das letzte Bollwerk gegen den übermächtigen Feind. Wenn wir fallen, ist das Land verloren. Ich denke an Adela, meine Schwester, mein Sonnenschein. Wie sehr vermisse ich ihr Lächeln, ihr Lachen und ihre Unbeschwertheit! Hat sie es geschafft? Ist sie in Sicherheit? Der Weg, den ich ihr aufgezeichnet habe ist beschwerlich und voller Gefahren! Sie wird es schaffen, sie ist stark, stärker und unbeirrbarer als je einer es in dieser zarten Frau je vermuten würde. Wir haben sie gut vorbereitet, so weit es in unserer Macht stand. Sie lebt, ich fühle es!
Im Innenhof haben bereits die Schwertkämpfer Position eingenommen, berittene Lanzenträger hinter diesen, immer wieder versuchen sie die sichtlich nervös-werdenden Pferde zu beruhigen. Bogenschützen hatten sich rundherum entlang der Zinnen aufgestellt. Die Pfeilspitzen aus edelsten Titanlegierungen geformt, besonders kräftig gegen dicke, schwer durchdringbare Plattenharnische. Zwei riesige Mauerbauten, die eine die - wie beschrieben - den Innenhof umzäunte und die zweite, die das äußere 'Tal' der Festung schützen sollte. Im 'Tal' lagen kleinere Hausbauten von Bürgern, einfachen Bauern oder Burgangestellten, die allerdings schnell überrannt werden würden, sollte die erste Mauerlinie fallen. Passiert? Nein, noch nie. Es sollte also auch kein erstes Mal geben...

...Oder doch?

...meine Augen senkten sich langsam wieder, auf das Pergament, das ich vor mir habe. Meine Rechte zittert, so stark, dass sie die Feder gar nicht mehr richtig halten kann. Unfähig, weiterzuschreiben da das Tintenglas ständig seine Richtung änderte wenn ich versuche, um neue, schwarz-bläuliche Flüssigkeit zu greifen. Sollte ich ihr dieses Schreiben überhaupt zukommen lassen? Adela mit ihrem langen schwarzen Haar, das sie vor mir abgeschnitten hat, als ich sie wegschickte. Wegschicken musste. Ist das schon solange her, dass sie uns verlassen hatte? Einige Monde, Wochen, Tage vielleicht ein paar Stunden erst? Die Erinnerung täuscht oftmals, so erzählte es mir einmal ein eifriger Priester aus der Kirche. Er versuchte zu Lächeln, doch nicht mehr als ein angestrengtes Zucken huschte über seine Wangenknochen zur Linken und zur Rechten. Adela! War er für sie noch von Wert, dieses letzte, mein letztes Schreiben zu erhalten? Wer wusste schon, ob sie mich, uns, ihre Familie vielleicht nicht schon längst vergessen hatte? Nein, so war sie nicht! Würde nie so sein. Wenn sie etwas liebte, dann schloss sie es in ihr kleines Herz für ewig.

Sonnenlicht.. Wie geht es Dir? Wo bist du, wenn unser Volk an das wir alle durch unser Blut gebunden sind, stirbt... so sterbe auch ich? Gib mir Hoffnung, so wie du es immer getan hast! Vergiss nie das Licht der Herrin, das dir in tiefster Dunkelheit den Weg weisen wird! Ein Lächeln nur, was gäbe ich dafür jetzt in diesem Augenblick - Du mein schönes, glänzendes Sonnenlicht..."

...immer wieder formen sich diese Gedanken in meinem Kopf. Ich fasse mich an die Stirn, die Fingernägel graben sich in meine Haut. Ein Kopfschütteln! Ich muss mich konzentrieren! Die feindlichen Truppen haben die Ländereien der - oder was von dieser prachtvollen Landschaft mit den silbernen Seen noch übrig war - fast erreicht. Ich kann die im Wind wehenden, unheilverkündenden Banner in der Ferne schon erkennen, das Kampfgeschrei hören und den Jubel der Soldaten mit einem leisen einhergehenden Säuseln vernehmen. Viele waren es, so viele, dass sogar die Tiere rundum aus den Waldschaften begannen die Flucht anzutreten. Weg von all dem Unheil, weg von Krieg, Leid, Zerstörung und... Hass. Weg von... Tod. War es so einfach? Davonzurennen, unbehelligt wie diese Tiere es konnten? Wie die Vögel davonzufliegen ohne Gedanken an das, was sein wird und kommt.

...Für uns die Hinterbliebenen deiner Familie nicht. Wir müssen unsere Pflicht tun, es gilt unser Volk zu 'retten'. All unsere treuesten Hauptmänner und Soldaten waren geblieben. All diejenigen, welche bis zum Tode zu Ihrer Heimat stehen würden. Es waren, bei unserem letzten Feldzug, weit mehr an Soldaten. Doch darum ging es nicht, oder nicht mehr. Hat mich jemals einer danach gefragt, weshalb Krieg war? Warum Vater, ich und Gillian Feldzüge mit tausenden von Soldaten anführen? Warum gerade ich ein vom Licht geleiteter Paladin werden wollte? Keiner tat es je... vielleicht bin ich sogar froh darüber...

"Ich will meine Familie nicht verlassen! Bitte Micheil"

...wie schmerzhaft waren deine Worte, Adela, aber ich musste dich wegschicken. Verzeih mir! Ich sehe dein Gesicht vor mir als ich dir den Befehl erteilte zu gehen. Es war richtig! Du hast noch dein ganzes Leben vor dir. So verwundert und verletzlich hast du in diesem Augenblick gewirkt. Es war die einzige richtige Entscheidung, dessen bist du dir sicherlich nun bewusst, denn du würdest an meiner Stelle nicht anders gehandelt haben. Wüsstest du, wie mir jetzt zumute ist, so hättest du mir sicher eines deiner aufmunternden Lächeln geschenkt. Wie sonst immer auch. Ich habe nie verstanden, wie du, Adela, so grenzenlos ohne wenn und aber Der Herrin vertraust. Du und deine Gefühle. Ich habe sie verloren aber in dir gefunden, jeden Tag aus neue, an dem du bei uns weiltest. Du bist die Tochter deiner, unserer verstorbenen Mutter. Wie sehr du ihr ähnelst, nicht nur äußerlich, habe ich schmerzlich aber auch voller Freude jeden Tag an dem ich bei dir weilen durfte, erfahren. Ich habe dir immer wieder erzählen müssen, wie sie war, was sie tat. Schau in den Spiegel Adela und höre auf dein Herz, dann weißt du wie sie war. Vergiss das nie, Adela, du bist wie sie. Deshalb und genau das war der Grund, weshalb Vater dich von sich gestoßen hat, weil es ihm das Herz jeden Tag aus Neue gebrochen hatte, wenn er dich ansehen musste. Auch wenn ich vieles, was er dir unbewusst angetan hat, um sich zu schützen, nie akzeptiert hatte, er hat dich immer geliebt Adela, mehr als du es je ahnen würdest. Bewahre uns in deinem Herzen, mit all unseren Fehlern und unserer Liebe.

"SIRE! FEIND IN SICHT!"

...ich schrecke auf, lasse die Feder auf das Pergament vor mir fallen. Das letzte Schreiben an dich Adela.
Lebe!
Nein... Sie sollten nicht jetzt schon angreifen... so viel will ich dir noch niederschreiben. Ich wende mich schwungvoll dem Oberleutnant zu, der in der weit offenstehenden Türe steht und mich anstarrt. In seinen Augen sehe ich Angst, aber auch Entschlossenheit – die Bereitschaft zu kämpfen und zu sterben, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Rasch versiegle ich noch das Pergament, dann ergreife ich die Schwerthalterung, die am Tischbein lehnt, und stürme aus Vaters Arbeitszimmer die Treppen herab in den Innenhof, gerade noch um einem Boten das Schreiben in die Hand zu drücken, damit es an dich weitergeleitet wird. Ich eile hinauf auf die Mauern - Blicke über die Zinnen und erteile meine Befehle…

"BEREITHALTEN, ANGRIFF AUF MEINEN BEFEHL! REITER IN POSITION!"

...Es fängt schon wieder an...


Teuerste Schwester,

eine Ewigkeit ist mittlerweile vergangen, seitdem du abgereist bist und so blicke ich jeden Tag hinaus in die wunderschöne Ferne. Das himmlische Blau des Horizonts, die vorbeifliegenden, freien Vogelschwärme... Alles erinnert mich an die Ruhe vor diesem zerstörerischen Sturm. Die Nächte werden langsam immer länger, und die Tage kürzer. Oft liege ich ganze Nächte wach und starre auf die Zimmerdecke. Du fehlst uns, auch wenn wir einvernehmlich glücklich darüber sind, dass du weit weg in deiner neuen Heimat, lebst. Wir alle hier sind in diesen zu Unrecht vermissten Trott gefallen bin. Wir haben Krieg! Wünsche dir nicht, hier an bei uns zu sein. Ich versuche nicht an das, was uns und unseren übrig gebliebenen Männer noch erwartet zu denken, doch alles, was ich tue, zögert diesen einen Tag, diese eine Nacht hinaus. Dinge, die wir beide an dieser Landschaft liebten, werden vergehen und Fürchterliches, was wir uns niemals erhofft noch gewünscht haben, wird erblühen. Lange Zeit habe ich die Entscheidung hinaus gezögert, ob der nahenden Bedrohung, dich fort zu schicken. Ich war schwach, weil nicht nur ich, keiner von uns dich missen wollte. Dennoch hat mir Die Herrin Kraft gegeben es schlussendlich doch zu tun! Dafür werde ich ewig dankbar sein.
Ich hoffe, es geht dir gut, und du bringst den Menschen in deiner neuen Heimat etwas Licht im Dunkel der tiefen, grauenvollen Nächte. Achte auf dich, denn du bist unser Schatz an Wärme, Zuversicht und Unbeirrbarkeit, das wertvollste, was wir deiner neuen Heimat übergeben konnten. Bewahre uns in deinem Herzen, denn wir, deine Familie, lieben dich, Adela.

Was mich betrifft, mir geht es gut, und es scheint nicht so, als würden unsere Feinde die Schwäche unserer Unterzahl mit Spontanität bestrafen. Sie scheinen zu warten um..."
]*ein ungewollter Tintenklecks. Scheinbar als er die Feder fallen gelassen ha, um eiligst das Pergament noch zu versiegeln*

Starr vor Trauer habe ich in den letzten Tagen, dieses letzte Schreiben immer wieder gelesen. An den Traum gedacht, an dem mein Bruder mir so nah und doch so fern war. Ich habe nun die Gewissheit, dass sie nicht mehr unter den Lebenden weilen, und ich habe die Gewissheit, dass sie dennoch immer bei mir sind in meinem Herzen. Das Schreiben habe ich in meiner Truhe eingeschlossen. Ich kenne jede Zeile nun auswendig. Ich bin Temora und meiner Familie dankbar für die Gnade leben zu dürfen.
Zuletzt geändert von Niowe Adela Aireth am Donnerstag 2. Dezember 2010, 00:15, insgesamt 1-mal geändert.
Niowe Adela Aireth

Kampftraining

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Die ganze Nacht konnte ich kein Auge zudrücken, so sehr hatte ich mich auf das Training zusammen mit meinem Rittern und Delarus gefreut.
Endlich heute war es soweit.
Ich bin viel zu früh aufgestanden. Habe noch meinen Hund gefüttert nach den Pferden gesehen, die Rüstung vorbereitet, ja auch das Schwert nochmals gereinigt. Und jetzt sitze ich da und warte. Nicht meine beste Eigenschaft, muss ich gestehen. Ich warte ungern. Noch weniger, wenn es darum geht zu trainieren. Ich will einfach viel lernen, alles was möglich ist und noch mehr.
Endlich der Sire ist aufgewacht und auch Delarus kommt genau in dem Augenblick zur Türe herein, als Lucianna unsere Haushälterin, die Stiegen herab kommt. Jetzt kann es losgehen. Endlich! Nach der üblichen Begrüssung, konnte ich mich nun nicht mehr zurück halten und stellte die für mich wichtigste Frage des Tages.
Wann brechen wir auf Sire? , ich versuche meinen Tatandrang völlig außer acht zu lassen und blickt ihn ruhig an.
Bitte jetzt gleich! Ja? Sprecht es aus und wir gehen!

Nun ich hoffe Ihr seid bereit?
Ja, und wie bereit ich bin und Delarus sicherlich auch. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, wenn das nicht mehr als bereit ist? Das sage ich nicht, denke es nur.

Jawohl wir sind bereit Sire!, vernehme ich meine Stimme, die trotz der Aufregung ruhig klingt. Gut so, es soll keiner merken, wie sehr ich das Training mit dem Sire und Delarus schätze.

Wo wollt Ihr hin?, höre ich dann Lucianna fragen.

Zur Turnierarena um den Waffenkampf zu üben! Wollt Ihr Euch das vielleicht ansehen?

Wie sie sich schlagen? Hm, also lieber nicht, ich finde Blut nicht sonderlich amüsant!

Unwillkürlich muss ich leise aufseufzen. Ist sich Lucianna, denn nicht bewusst, dass sie in dem Haus eines Kronritters lebt, der mit täglichen Auseinandersetzungen und ja auch mit Angriffen rechnen muss? Und was hat Blut mit einem Training zu tun? Meist fließt da keines, weil wir ja uns nicht tot schlagen wollen, sondern eben nur üben und aufeinander acht geben.

Also ich denke kaum dass es soweit kommen wird. Sie sollen nur üben, sich nicht tot schlagen, Lucianna!Ah gut mein Ritter spricht meine Gedanken nun aus!

Aber Übungen können kleine Wunden davon tragen!
Sie hört nicht auf! Ja und? Klar können sie das, aber was sind schon kleine Kratzer gegen die Wunden, die Lilli an mir bereits zusammen geflickt hat, und die dank ihrer geschickten Hände nur für mich sichtbar sind, da ich weiß, wo sie waren und es auch nie vergesse. Ich jedenfalls hatte diese Verzögerungen nicht mehr aus. Ich muss an die frische Luft mich sammeln! Dieses Hin und her zehrt an meiner Geduld.

Ich muss an die frische Luft!
Wieso Niowe? Wieso?

Die Wahrheit würdest du nie verstehen, Lucianna. Ich freue mich auf das Training und an Blut will ich nicht denken. Nicht einmal wenn ich als Gardistin meine Rundgänge mache. Ich hoffe immer, dass alles in Ordnung ist, dass nichts geschieht, kein Angriff droht. Und wenn doch, dann ist es meine Pflicht einzugreifen auch wenn mein Blut fließen sollte. Ist das so schwer zu begreifen? Ja, für Lucianna ist es das wohl! Daher erspare ich ihr meine Gedanken. Wie sollte sie jene auch begreifen, sie ist keine Kriegerin. Kümmert sich um den Haushalt und das hervorragend und beherrscht die Schneiderkunst. Jeder hat seine Aufgaben. Meine und nun auch die von Delarus sind und werden es immer sein, das Reich zu beschützen, dem wir dienen.

Gehst du mir absichtlich aus dem Weg? Nerve ich dich?

Sicherlich nicht, Lucianna und das ist die Wahrheit!

Wie sinnlos wäre es mehr dazu zu sagen. Sie kennt mich nicht. Weiß nichts von mir, von meinem Träumen, Schmerzen und meiner Liebe zu der Herrin, die mir Kraft gibt und mich leitet. Nein. Genervt hat mich Lucianna noch nie, auch wenn wir beide so verschieden sind, wie Tag und Nacht. Sie hat ihre Liebe in Herrn Finrias gefunden. Meine ist unerreichbar. Sie darf ihre Ängste laut aussprechen, ich nicht, weil ich all den anderen guten Menschen, die auf das Regiment vertrauen, Hoffnung geben muss, darf nicht versagen. Sie darf sich vergnügen. Ich muss lernen, trainieren, meine Pflicht erfüllen, all das hat Vorrang. Verschiedener könnten Menschen nicht sein, nur eines ist gewiss, ich und Delarus sind bereit nicht nur für Lucciana, sondern auch all die anderen, unser Blut zu geben, und das jeden Tag aufs Neue. Daher müssen wir, um unseren Dienst auch gut verrichten zu können, trainieren. Jetzt!

Ich will mich nur geistig auf das Training kurz vorbereiten, sage ich daher ernst zu ihr und gehe in den Garten. Blicke über den gefrorenen Fluss, der am Garten sich vorbei schlängelt und denke an Micheil, meinen Bruder, der nun bei Temora verweilt, meiner und seiner Herrin.

Endlich verlassen sie aus dem Haus. Lucianna kommt nun doch mit. Gut so. Insgeheim bewundere ich die Überredungskunst des Sires. Er ist mein Vorbild und noch viel mehr. Lange habe ich mit Delarus gesprochen, so viel aus der Vergangenheit meiner Heimat hier erfahren, auch über meinen Ritter, der mir nun so unerreichbar wie ein Stern am Himmel scheint. Ich möchte auch so werden wie er. So besonnen, umsichtig und einfach wundervoll.

Ich stehe nun da in meiner Kettenrüstung und warte ab, was da kommen mag. Auch Delarus hat bereits seine Rüstung angelegt und wartet.

Ich hatte eigentlich an die Plattenrüstung gedacht, Niowe!
Die ist mir doch nicht gestattet zu tragen Sire, nur im Dienst im Regiment.
Ein wenig verwundert war ich nun schon, weil ich mich strikt immer an seine Anweisungen halte.

Bei Waffenübungen Niowe ist sie gestattet!
Danke Sire, ich werde dies berücksichtigen.
Aber jammert mir morgen dann nicht die Ohren voll, wenn Ihr Kopfweh habt.

Das würde ich nie tun, denke ich. Mein Ritter hat genügend Sorgen und Pflichten als Kronritter, da kann ich ihn doch nicht mit dieser Nichtigkeit auch noch belasten. Nein, das wäre nicht richtig. Lieber frage ich die gute Lilli was man dagegen tun könnte, auch wenn sie in ihrer Sorge mich vielleicht sogar dann in dem Heilerhaus gleich einsperrt. Aber das nehme ich ohne Murren auf mich, wenn ich nur Ihn nicht damit belasten muss.

Das Training mit Delarus war prächtig. Bis Herr Finrias kam mit seiner Dose. Ich schätze den Herrn Frinrias sehr, aber seine Dose gar nicht.
Also ich unter dem Schlag des Sirs im weichen Sand lag gegen Himmel aufblickte, und mir dachte, wie bin ich nun da hin gekommen? Kam Herr Finrias mit seiner Dose an. Ohne Vorwarnung öffnete er sie und ein Gestank drang an meine Nase, der so abscheulich war, dass sich mein Magen verkrampfte, meine Nase zuckte, und ich rasch aufsprang, um ihm zu entgehen. Bei Temora, noch nie habe ich derartig widerliches zuvor gerochen. Es übertraf bei weitem dem, was damals aus der Niederlassung der Zwerge in Rauchwolken gedrungen war, als deren Alchemist einmal etwas gebraut hatte.
Reflexartig habe ich seine Hand mit der Dose von mir gestoßen zum Glück ist er dann mitsamt Dose zu Lucianna gegangen, um sich ihr zu widmen. Während die beiden wie zwei Turteltäubchen auf den Rängen saßen, trainierten wir solange weiter bis der Sire es beendete.

Als Lucianna mit ihrem Liebsten und mein Ritter schon lange gegangen waren, trainierten wir beide noch immer, diesmal in unseren Lederrüstungen. Einige Griffe zeigte mir dann Delarus, die ich sogleich an ihm ausprobieren musste, solange bis bereits der Morgen dämmerte und wir beide erschöpft aber zufrieden waren.Ein gutes Training war es und Delarus hat versprochen, dass wir es fort setzen, was mich sehr glücklich macht.
Im Abendgebet dann viel später habe ich Temora gedankt, dass sie ihn zu uns geschickt hat.
Niowe Adela Aireth

Die Stadt unter dem Heiligen Berg

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Nur kurz wollte ich Balir in der Handelsbotschaft begrüßen, ein wenig plaudern und vor allem nach dem Wohlbefinden von Kunna
meiner innigsten geliebten Freundin fragen, dass dann daraus ein ganzer Tag mit einer geballten Ladung an Unfassbaren würde, hätte ich nie
vermutet.
Los du kommst mit, Niowe, wir überraschen Kunna einfach.
Verwundert habe ich Balir angesehen und vor Freude hat dann mein Herz höher geschlagen.
Du meinst ich darf ....in die Stadt der Zwerge?Nur leise konnte ich das hauchen, denn schon immer wollte ich der Einladung folgen mit diese sagenumwobene Stadt der Zwerge endlich mal anzusehen. Nun war es soweit und ich war schrecklich aufgeregt, so aufgeregt, dass ich völlig darauf vergessen habe mein schönes Kleid, welches Kunna nur für mich gefertigt hatte, anzuziehen.
Zusammen mit Balirs Freund einem der Steinbeißer Käfer machten wir uns auf den Weg durch endlose dunkle Schächte, quer durch die Mine ging es, wo wir ein sichtlich verschreckte Frau vorfanden, die beim Anblick von Wadenbeißer erstarrte. Was ich nicht verstehen kann, Wadenbeißer und ich verstehen uns sehr gut. Besonders mag er es wenn man ihn zwischen den Fühlern krault, da klickert er so lieb mit seinen Kauwerkzeugen. Was er auch tut wenn Balir das Wort Granit erwähnt, da hört er gar nicht mehr auf zu klickern, so aufgeregt ist er.
Er mag Granit ganz besonders, das hat mir Balir erklärt.
Ich eher nicht, aber ich bin ja auch kein Steinbeißer und jeder bevorzugt eben andere Dinge.
Also wir die Tiefe des Bergs erreicht haben und die Zwergenwache auch mich freundlich durchgelassen hat. Wobei freundlich eher ein undefinierbares Brummen war, den Rest habe ich nicht in dieser Dunkelheit erkannt, noch verstanden was sie da zu mir gesagt haben. Sicherlich haben sie mich scharf angesehen, damit sie mein Gesicht wiedererkennen, wenn ich Kunna und Balir nochmals hier besuche.
Ich habe mich dann an Wadenbeißers Panzer festgehalten, was der süße Käfer akzeptiert hat, denn nun konnte ich kaum mehr etwas erkennen.
Fackel hatte ich ja keine mit, und Balir leider auch nicht.
In der Dunkelheit, die nur von dem Leuchten von wundersamen riesigen Kristallen und gewaltigen Pilzen unterbrochen wurde, ging es weiter.
Bergab dann bergauf und wieder bergab. Ich habe völlig die Orientierung verloren.
Wie in aller Welt soll ich da alleine Balir und Kunna besuchen?, frage ich mich. Ich gehe ja in den Schächten verloren.
Während ich so in meinen Gedanken nachhing, stolperte ich über einen der Riesenpilze und nur der Fürsorge des Steinbeißers war es hoch anzurechnen, dass ich nicht an in dem Gang hin gefallen bin. Umsichtig hat er mich an meiner Jacke behutsam, mit seinen Kauwerkzeugen festgehalten. Genauso behutsam und sanft war er immer wenn sie ihm die Hand hin streckte damit er ihren Geruch aufnehmen konnte
und somit wusste wer da ihn kraulte.
Was ich dann sah, war der Fuß einer Riesenstatue eines Zwerges, der mich erneut beinahe abermals zu Fall brachte. Unbeschreiblich war diese Statue. Unbeschreiblich auch die Hallen so hoch, dass ich deren Ende nicht erblickte, Statuen von einem Ausmaß was man nicht ermessen kann und mit der Fackel dann, die Balir mir aus seinem Haus brachte, damit ich nun alles so richtig betrachten konnte, wurde mir hier erst so richtig bewusst, wie klein ich war und wie groß diese Welt unter dem Berg hier ist.
Wie sonderbar, dass ein Volk, das bei weitem noch viel kleiner ist, als ich es bin, derartige Höhen überwinden kann und Hallen baut, die für Menschen, wie mich unfassbar sind.
Warum tun sie das?
Ich stand da oben auf einem der Gebäudetürme und blickte auf die Stadt herab. Verdammt hoch war es hier bereits und ich muss gestehen mir wurde schwindelig da runter zu sehen. Noch schlimmer wurde es als ich hinauf blickte in die unendliche Weite des Gewölbes, dessen Ende oder Anfang, je nach Sicht des Betrachters, nicht ersichtlich war. Unglaublich! Wie hoch ging das noch hinauf? Bis in den Himmel? Oder weiter? Erneut dachte ich, wieso tun sie das? Wollen sie Cirmias so nahe sein? Aber man kann doch Cirmias oder wie ich Temora auch ohne solche Hallen nahe sein. Also was genau bezwecken sie damit?
Ich werde Balir und Kunna einmal in Ruhe diese Frage stellen. Nicht hier, denn ich fühlte mich hier so winzig klein, fast so wie ich es bei meinen Gebeten zu Temora immer wieder fühle. Ein kleiner Faden in ihrem Gewebe. Dennoch wichtig, wie jeder andere Faden, denn sonst würde es zerreißen.
Vorsichtig stieg ich dann diese Wendeltreppe von dem Turm herab. Am liebsten hätte ich mich nun an Balirs Umhang fest gehalten, aber ich war hier Gast und das wäre nicht sehr höflich gewesen. Wie hatte doch mein Sire gesagt:“ Höflichkeit, Respekt und vor allem Etikette zeichnen einen Knappen aus“. Also lieber nicht Balirs Umhang ergreifen, das wäre nicht wirklich würdig.
Da musst du durch Niowe, nicht herab sehen, einfach Stufe für Stufe nehmen und Balir folgen.
Was ich dann auch schaffte. Jegliche Etikette nun außer Acht lassend, umarmte ich dann nach Irrwegen durch Stollen und Häuser bis zu dem Gebäude der Bürgermeisterin, Kunna. Endlich! Ich war so glücklich sie zu sehen! Diese warmherzige Zwergenfrau, die seit dem ersten Tag als ich in Adoran ankam, zur Seite stand. Die einzige, die damals vor Freude, als ich im Regiment aufgenommen wurde, mir mein erstes Festessen nach so langer Zeit vorsetzte. Irgendwie hat sich das mit dem Essen bei Kunna immer in wichtigen Augenblicken meines Lebens eingebürgert. Als ich damals in Adoran ankam, erschöpft, verzweifelt und halb verhungert hat sie mir Äpfel geschenkt. Nun, hier und heute tischte sie mir und Balir abermals ein kalurisches Festessen auf. Einen Braten, dessen Namen ich mir nicht gemerkt hatte mit einer Biersauce, die mich fast umgehauen hat. Auch wenn ich Bier nicht mochte, es schmeckte in dieser Sauce, nur ich war nun benebelt von deren Folge, was sicherlich drauf zurückzuführen ist, dass ich nie Alkohol trinke. Nur dann, wenn der Sire es mir gestattet und dann koste ich nur einige Schlucke von dem erlesenen Wein. Das Quellwasser, das mir Kunna zu den vorzüglichen Speisen reichte, schmeckte ausgezeichnet. Angesteckt von Balir Heißhunger, was der so alles verdrücken konnte, war unfassbar, kostete ich von jeder Speise bis ich wirklich nicht mehr konnte. Mein Ritter hätte wohl seine Freude bei dem Anblick gehabt, mich so essen zu sehen.
Nach diesem Festmahl wurde mir dann noch so vieles in der Stadt der Zwerge gezeigt. Sippenhäuser, die Stätte der Ahnen, die Versammlungshalle, wo ein riesen Bierfass stand, was ich erst dann bemerkte als Balir sich dem zuwandte und kaum wegzulocken war. Noch vieles mehr sah ich an dem Tag und ich werde es niemals vergessen. So unfassbar, unbeschreiblich, beeindruckend und doch auf ihre Art so fremd für Menschen anmutend war diese Stadt.
Zum Glück geleiteten mich dann Balir und Kunna bis nach Berchgard. Ich hätte aus dem Berg niemals heraus gefunden so verwirrend waren diese unzähligen Tunnel, Hallen und Gänge für mich. Erschöpft aber glücklich verabschiedete ich mich von den beiden. Ich war ihnen dankbar, dass ich dies erleben durfte und ich versprach sie hier wieder zu besuchen.
Niowe Adela Aireth

Gedanken zur Tapferkeit und noch vielem mehr

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Eine der Tugenden meines Ritters dachte ich sogleich als meine Hand diesen Stein, der verborgen im Elfenwald liegt, berührte. Wieso ich das tue, das weiß ich nicht. Aber jedes Mal wenn ich einen dieser Steine der Tugenden sehe, muss ich niederknien und ihn berühren. So vieles geht mir dann durch den Kopf, während ich schweigend mit gesenktem Haupt da knie.

Bin ich tapfer? Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ich mich jedem der Angriffe sei es in Adoran oder Berchgard oder auch der Rabendiener so lange ist das nun her, gestellt habe. Ich frage nicht warum oder wieso, es ist einfach meine Pflicht es zu tun. Meine Pflicht als Gardistin des Regiments und auch als Knappin. Was ist eigentlich der Unterschied von Mut und Tapferkeit. Ist Mut nicht etwas vorhandenes, was jeder Mensch in sich hat, der eine mehr, der andere weniger und dennoch zeigt er sich dann völlig überraschend, wenn man nicht mehr daran denkt. Sich als traut für das einzustehen, was Recht ist im Sinne der Herrin? Ist Tapferkeit also die Folge von Mut, nur anerzogen?
Wie kann man Tapferkeit überhaupt erklären? Bin ich tapfer, wenn ich weiß dass ich verletzbar bin, nicht nur körperlich auch seelisch, wenn ich die vielen Toten, die ich bereits, in meinem kurzen Leben, gesehen habe, nicht vergesse, und mich dennoch immer wieder Angriffen stelle? Die toten Gardisten und die toten Seelen bei dem Angriff der Rabendiener, ich vergesse sie nie.
Der Sire meinte damals ich muss lernen, dass ich nicht Schuld trage, an deren Tod. Das habe ich begriffen, ich weiß nun, dass ich keine Schuld an deren Tod trage, nicht versagt habe, denn ich tat damals alles, was in meiner Macht stand. Das sagt mein Verstand! Aber meine Seele trauert um sie, um jedes Leben, das ausgelöscht wurde.
Ist das richtig? Mein Gefühl sagt ja.
Setzt Tapferkeit Verletzbarkeit voraus? Bin ich denn tapfer, wenn ich von meiner Furcht weiß, wenn ich weiß, dass auch ich einmal im Kampf erliegen werde? Tot bin? Dem Tod nahe war ich ja bereits, aber ich habe ihn besiegt, weil ich leben will. So vieles noch erkunden, tun und erleben will. Ist das Tapferkeit, wenn man die Angst vor dem Tod überwindet? Bin ich tapfer wenn ich ausharre, durchhalte jeden Tag mich der Traurigkeit widersetze, Hoffnung spüre, jeden Tag aufs Neue?
Mein Ritter gelobte die ewige Tapferkeit, sein Herz kennt nur die Tugend, sein Schwert verteidigt die Hilflosen und zerschlägt das Böse, seine Macht unterstützt die Schwachen, sein Mund spricht nur die Wahrheit. Tief atme ich auf, ja er ist mein Vorbild, wird es immer sein. Ich bin seine Knappin. Bin ich ihm würdig genug, so wie er es verdient? Ich schäme mich wenn ich daran denke, wie schwer es für mich war, das Wasserbecken zu betreten, wie das Herz mir vor Angst bis zum Hals hoch klopfte und dennoch musste ich mich dem stellen. Er hat ja so recht damals, du musst dich deiner Angst stellen Niowe, und meine Aufgabe ist es dir dabei zu helfen. Er hat mir geholfen mich meiner Angst zu stellen, aber wer hilft ihm bei seinen Ängsten? Er ist doch auch ein Mensch wie ich und hat sicherlich genauso Ängste. Ich liebe ihn, doch das wird für ewig mein Geheimnis bleiben. Temora, meine Herrin, der ich es anvertraut habe, wird es sicherlich auch nicht verraten, dessen bin ich mir sicher.

Es hat mir so weh getan, wie er vor einigen Tagen, den kleinen Korb mit ausgewählten Geschenken, den Delarus und ich ihm überreicht haben, einfach nur angesehen hat, sich bedankt und in der Truhe versenkt hat.
Was hast du dir denn erwartet, Niowe? Einen Freudentanz? Eine Umarmung? Nein sicherlich nichts von all dem, aber….

Was aber?

Ich weiß es nicht. Sein Verhalten war mehr als korrekt.
Und weiter?
Nun ja, wie soll ich es sagen, irgendwie hat etwas bei dem ganzen gefehlt. Es hat wohl nur dir etwas gefehlt Niowe, wenn du ehrlich bist, Delarus hat es so hingenommen wie es gemeint war, den Dank eines Ritters an ihn und die Knappin.
Ja, schon gut, es war völlig in Ordnung so. Nur ich wohl nicht, weil ich war danach traurig, so traurig, dass ich mich in meinem Herbergszimmer bei Ambra eingeschlossen habe, um mein Gesicht im weichen schneeweißen Fell meiner kleinen Hündin zu kuscheln, um die aufsteigenden Tränen dort zu unterdrücken. Bis ich zufällig das kleine Päckchen auf meinem Tisch gesehen habe. Überrascht bin ich dann aufgestanden um es zu öffnen.

Wer in aller Welt hat Zutritt zu meinem Zimmer und wieso stellt dieser Unbekannte dann da ein Päckchen auf meinen Tisch?
Als ich das das Schriftstück, das ihm beigelegt gewesen war, geöffnet habe, war ich mit einem Male glücklich. So wunderbare, herzliche Worte eines Fremden. Wer war diese geheimnisvolle Person? Ich werde es wohl nie heraus finden, dennoch werden mir diese wunderbaren Worte ewig in Erinnerung bleiben.
Die wunderbaren Menschen aus Adoran, einer davon, war es gewesen, der mir diese Freude bereitet hat und dafür bin ich zutiefst berührt und dankbar. Dafür lohnt es sich tapfer zu sein, auch wenn ich noch immer nicht weiß, ob ich es wirklich bin. Aber ich werde daran arbeiten und mein Ritter wird mir zur Seite stehen, wie viele andere, die mein Leben mit ihrer Wärme und Güte bereichern.

Jedenfalls bin ich hier bei dem Stein, wie immer in meinen Gedanken weit davon abgekommen was Tapferkeit ist. Ich denke, ich muss ihn noch öfter besuchen, bis ich meine Gedanken sammeln kann und vor allem dann richtig sicher bin, was Tapferkeit für mich bedeutet. Ich denke darauf kommt es dann an!
Niowe Adela Aireth

Gut und Böse, Licht und Dunkelheit und ein Gespräch

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Was ist gut und was ist böse?
Für mich gibt es da eine einfache klare Antwort! Alles, jeder, der sich gegen das Licht stellt gehört der Dunkelheit an, ist böse und kein Diener Temoras auch wenn er sich so nennen sollte. Ich höre schon die Worte meiner Freundin Lili, die ich so oft vernommen habe, dass ich es nicht mehr hören kann.
Es gibt nicht nur Licht und Dunkelheit, Niowe. Dazwischen ist eine Grauzone, die Schatten.
Ja, genau!

Das ist mir bewusst. Nur diese Grauzone, der Schatten gehört bereits der Dunkelheit an. Temora ist das strahlende Licht. Sie will uns damit klar und deutlich den Weg weisen. Reinheit und Glauben an Ihr Licht der Hoffnung. Für mich, die ich ihr Licht immer in meinem Herzen tragen werde, gibt es zwar diese Schatten, aber ich akzeptiere sie nicht. Sie gehören zu der Dunkelheit, sind böse. Sie wollen uns verführen, uns in Sicherheit wiegen, dass sie auf ihre Weise nicht übel sind, und schon gar nicht der Dunkelheit angehören. Aber ich habe ihre Tücke erkannt, sie sind Teil der Dunkelheit. Sie schmeicheln mit schönen Worten, denen so mancher willig verfällt und ehe er sich versieht wird er selber dann Teil dieser Dunkelheit. Dafür sind sie gut, diese Schatten. Ich fühle das mit einer Gewissheit, die unbeirrbar ist. Jene Menschen in dieser Grauzone gehören nicht dem Licht an, viel eher der Dunkelheit. Sie haben sich bereits entschieden, weil es der einfachere Weg ist. Wenn mir mal danach zumute ist bin ich eben ein wenig dem Licht zugehörig und Morgen, wenn das zu schwierig wird, dann eben nicht. Das sind die Grauen. Schattenmenschen, so nenne ich sie.
Aber die Herrin will treue Streiter! Unbeirrbare, keine wankelmütigen Seelen, die das Licht scheuen und sich lieber in dessen Schatten herum treiben. Ich werde niemals diese Schatten akzeptieren und sie in mein Leben lassen! Ich werde es niemals zulassen, dass Temoras Licht von diesen Schatten befleckt wird.
Ich denke diese Gedanken würden dem Priester Aaron gefallen.
Ich rede sehr gerne mit ihm auch wenn er jedes Mal aufs Neue versucht er mich zu prüfen. Ich merke es, aber ich lasse ihn gewähren, weil er meine Achtung als Diener unserer Herrin verdient.
Warum er das tut? Die Antwort darauf habe ich noch nicht.
Wir haben damals über Tapferkeit gesprochen.
Wie immer hat er mich gefragt, was ist für Euch Tapferkeit?
Innerlich habe ich geseufzt, so weit war ich damals bei dem Stein auch gewesen.
Tapferkeit, habe ich dann ohne zu zögern geantwortet, verkörpert für mich mein Ritter. Er handelt gerecht, weise und wenn nötig unbarmherzig und edel zugleich, so sonderbar das anmuten mag, es widerspricht sich nicht. Und er stellt sich allem und jedem immer wieder, ohne Zögern. Er weicht nicht aus, wie viele es tun würden, egal ob es schmerzhaft oder schwierig sein mag. Er steht dazu, auch wenn es vielleicht seinen Tod bedeuten könnte. Er handelt unbeirrbar, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.
Bewundernswert! So will ich auch einmal sein, wie er, dachte ich mir dann, habe es aber nicht ausgesprochen.
Sichtlich war Aaron damit zufrieden, bis zur nächsten Frage.

Tapferkeit…….Niowe, gibt es andere Worte, die Ihr damit verbindet?Und ob, eine ganze Menge eigentlich, überlegte ich, sprach aber dann Standhaftigkeit aus!
Ja, Standhaftigkeit, als der Wille sich nicht zu beugen, auch wenn es schmerzt. Sich selbst zu besinnen jeden Tag! Tapfer genug zu sein zur Wahrheit, zum Prinzip…
Ich denke Standhaftigkeit ist ein Teil von Tapferkeit oder?
Natürlich, Niowe.
Es erfordert oftmals mehr Mut, mehr Rückgrat den Fehler einer geliebten Person einzugestehen, als dem Feind ins Auge zu blicken. Jeden Tag aus Neue zu ertragen, dass der Geliebte nicht heimkehrt, das fordert Standhaftigkeit. Der Glaube an das Gute, an den positiven Ausgang einer Sache, das ist Standhaftigkeit…das ist Tapferkeit.

Wenn er wüsste, wie sehr ich jene Wort verstand. Wie weh es mit einem Male tat, in diesem Augenblick an Micheil zu denken, zu hoffen, dass vielleicht doch alles gut enden könnte, er noch leben könnte, auch wenn sein letztes Schreiben dem widersprechen würde. Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, noch immer nicht.

Der Feind…..das Schlachtfeld, das sind die Ausnahmen!
Ich merke wie sein Blick an mir ruht und ich weiche ihm nicht aus. Ich weiß sehr wohl was all das bedeutet, glaube an das Gute, werde es immer tun, hoffe dass Micheil, Vater oder vielleicht doch noch überlebt haben könnten, aber bin ich deshalb dann auch tapfer?
Die Tugend und ihre völlige Entfaltung findet Ihr im Alltag Niowe. Im hier und jetzt!
Ich verstehe all das, was Ihr mir damit sagen wollt Euer Gnaden, aber ich weiß nicht, ob ich es bin.
Haltet Ihr Euch für demütig, gerecht, ehrenhaft, opferbereit?
Ich atme tief auf. Genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt.

Ich weiß es nicht, ob ich all das bin, Euer Gnaden.
Würdet Ihr es sein, dann wäre es anmaßend.

Wunderbar! Ich hatte mir eine Antwort erhofft, nein du bist es nicht Niowe. Gut, dann arbeite ich darauf hin, bis ich es bin. Oder ja, Niowe, Ihr seid auf dem richtigen Weg! Noch besser, dann hätte ich eine winzige Vorgabe, mit der ich etwas nun anfangen könnte. Aber diese kryptische Antwort, war zum Schreien. Ich war an dem gleichen Punkt wie zuvor angekommen. Ich kam mir vor wie dieser Ritter aus alten Legenden, der gegen Windmühlen ankämpfte. Sie drehen sich in einem fort und man kommt genau zu dem Punkt an, wo man zuvor war. Vielleicht sogar noch ein wenig verwirrter und betroffener, aber man landet genau dort.

Aber, Euer Gnaden, wenn Ihr und ich nicht wissen, ob wir all das sind, wieso wissen es andere dann so genau?
Sie wissen es nicht, Niowe. Sie glauben es zu wissen oder sie sind vielleicht von sich selber mehr überzeugt oder sie hoffen es einfach.
Wieso beschäftigt Euch die Tapferkeit so sehr, Niowe?
Weil ich jenen Stein besucht habe, Euer Gnaden und meine Gedanken dort abgewichen sind und ich zu keinem Schluss kam.
Worüber habt Ihr dort nachgedacht?
Darüber, Euer Gnaden, wie mir mein Ritter beistand die Angst vor dem Wasser zu bezwingen.
Was wünscht Ihr Euch, Niowe?
Ich wünsche mir, meinem Ritter und meiner Herrin in all dem, was noch kommen mag, würdig zu sein.
Ich wünsche mir insgeheim, dass vielleicht mein Bruder noch lebt.
Das ist sehr abstrakt Niowe, entfernt von dem was andere sich wünschen.
Ich wünsche mir sonst nichts, keinen Reichtum, keine Besitztümer, keine Kleidung….
Gesundheit, einen Mann und Kinder?
Ich habe nie darüber nachgedacht Euer Gnaden, meine Krankheiten und Verletzungen hingenommen, wie sie kamen, und gekämpft um mein Leben.
Ich liebe die Herrin und bin rein, Euer Gnaden und ich kann es nicht verantworten als Streiterin des Reichs und der Herrin einmal Kinder zu haben, denn sie müssten eines Tages ohne mich auskommen. Keiner lebt ewig, schon gar nicht als Krieger.
Micheils Worte, wie sehr haben sie mich geprägt, das wird mir hier und jetzt so richtig bewusst.

Weniger Wunden und Schmerzen?
Die Herrin entscheidet darüber, Euer Gnaden. Wunden und Schmerzen sind nebensächlich, man muss sie ertragen lernen.

Dann kam es!
Selbstbestimmung!
Im Regiment gibt es keine Selbstbestimmung, Euer Gnaden! Wir haben Befehle und handeln danach. Es gibt Gesetze und wir achten darauf, dass sie eingehalten werden, und zwar von jedem.
Wir haben im Reich Gerechtigkeit und Gnade, das unterscheidet uns von jenen, die der Dunkelheit und den Schatten zugehörig sind.
Gesetze existieren, weil sie logisch sind und dem entsprechen, was Menschen für richtig halten.
Und wenn ein Befehl nicht mit Eurem Gewissen zu vereinbaren ist, mit Eurer Auffassung der Tugenden nicht übereinstimmt, dann solltet Ihr ihn hinterfragen, Niowe. Ein Befehl kann auch falsch sein, weil er von einem Menschen kommt. So Ihr einen Befehl erhaltet, Niowe, so es die Situation erlaubt, bedient Euch Eures Verstandes.
Ich befolge Befehle des Reiches, Euer Gnaden, denn nur so wird die notwenige Struktur des Schutzes und des Widerstands gegen die Dunkelheit aufrecht erhalten. Ich vertraue darauf, dass meine Vorgesetzten sich mit den Umständen und Beweggründen, die Schluss endlich zu dem Befehl dann führen, auseinander gesetzt haben und richtig handeln. Ich stelle sie nicht in Frage!

Und wenn die Dinge sich ändern, Niowe? Das Regiment nicht mehr dem Wohle dient, sondern ihren eigenen Zweck verfolgt?

Du meine Güte, was genau will er mir damit sagen? Ich verstehe sehr wohl was er andeutet, was er damit bezweckt. Ich soll darüber nachdenken.
Meine Gedanken sind frei, Befehle werden befolgt, sonst wäre das Regiment sinnlos und es würde das Chaos die Überhand gewinnen.

Ich will nur eines, Niowe, vergisst niemals Euren Verstand und Euer Herz bei allem, was Ihr tut.

Und mein Gefühl, füge ich für mich selber hinzu. Diese eigenartige Gefühl in mir, was sich regt, wenn etwas nicht stimmt. Keine Bange ich vergesse das alles nicht! Temora wird immer in meinem Herz ihren Platz haben, komme was da wolle, und was auch immer die Zukunft noch so bringen mag.
So viel zu dem Gespräch mit Aaron. Lange war das bereits her und ich hoffe, ich treffe auf ihn bald wieder in der Kirche.
Niowe Adela Aireth

Lektion 6 = Lektion 2, Muscheln und ein Gespräch

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

....hatten wir diese nicht schon? Nie abwaschen, wenn man in Gedanken woanders ist?
Und genau das war ich. Ich gebe es ja offen zu. Mein Ritter, heute kam er zurück von der Reise. Innerlich jubelte ich, nach außen hin war ich nervös wie nie zuvor, was auch der Teller zu spüren bekam, der aus meinen Händen glitt und zerbrochen am Boden nun liegt.
Verdammt, das hätte ich gesagt früher. Jetzt nicht mehr, denn die Herrin würde solche Worte nicht sehr schätzen und mein Ritter schon gar nicht.
Die Androhung mich in den Pferdetrog zu werfen, ließ allein den Gedanken an dieses Wort bereits im Keim ersticken. Nur nicht den Pferdetrog es war klirrend kalt und alles gefroren, und wenn ich
da noch unglücklich hinein fiel, dann könnte ich mir vielleicht sogar etwas brechen, was bedeuten würde, ich könnte all meinen Pflichten nicht mehr nachkommen.
Schreckliche Vorstellung.

Ich wollte doch wirklich nicht meine Gedanken abschweifen lassen. Diesmal nicht, aber es sollte alles blitz blank sein, wenn mein Ritter zusammen mit Delarus zurück kehrt.
Ich war bereits im Morgengrauen aufgestanden, hatte wie immer keine Zeit zum Essen, dafür alle Räume gelüftet, damit einen kühle frische Brise durch das Anwesen ziehen konnte. Habe die Betten frisch überzogen, in die kleine Vase im Schlafzimmer meines Ritters eine Winterrose gesteckt.
Ja, das arme halb erfrorene Ding fand ich gestern am See. Mit einigen dieser Meerwesen habe ich dann darum gestritten und gewonnen. Jetzt gehört sie mir! Nein, eher meinem Ritter!
Die Böden habe ich auch noch alle geschrubbt, Tische und alles was im Haus herum stand abgestaubt. Den Sattel des Sirs dann gereinigt und das Leder mit Fett eingelassen.
So schön war der noch nie! Ob er es überhaupt bemerken wird? Keine Ahnung, aber darauf kommt es nicht an.
Ich habe sogar sämtliche Rüstungsteile, die ich in der Kiste im Vorraum gefunden habe wie wild geputzt, sodass sie mit Temoras Sonne um die Wette strahlen konnten. Ich liebe glänzende, saubere Rüstungen und pflege meine auch die des Regiments immer penibel sorgfältig.
Dann, und das war fatal, habe ich die Teller abgewaschen, nachdem die Küche gereinigt wurde, der Boden aufgewischt und da nun alles andere in Ordnung war.
Dabei passierte das Malheur. Schon wieder ein Teller!
Ich kann förmlich die Anmerkung meines Ritters dazu bereits vernehmen.
Niowe, wir haben einen Tellerverbrauch, der dem einer ganzen Garnison entsprechen würde.
Am besten ich lasse Handwerkshaus erbauen, welches nur Teller herstellt, damit sie nie ausgehen.
Das hat er dann auch später gesagt, als ich dieses Missgeschick gebeichtet habe.

Nach diesem heftigen Morgenprogramm hatte ich ein wenig Zeit für mich. Also schnell raus und quer durch Adoran zu Amra bin ich gelaufen. Ich wollte meine kleine Hündin noch füttern und mit ihr quer durch die Wälder ein wenig laufen. Dann trainieren, wie immer. Nach dem Training durchquerte ich, wie gewohnt die Grafschaften, um nach dem Rechten zu sehen bis hin nach Berchgard, wo ich zum ersten Male, auf diese sonderbaren Muscheln samt Tang stieß. Zur Kontrolle durchstreifte ich noch die Küstengegend des Sumpflandes und ja hier waren sie auch. Danach gings per Kutsche, dabei trieb ich den Kutscher mächtig an, was dem nicht so sehr behagte, aber da er wusste, dass ich im Regiment war, schwieg er, nur ein leises Knurren war vom Kutschbock aus zu vernehmen. Gut endlich in Adoran.
Auch hier durchquerte ich die Stadt und hielt Ausschau nach diesen Muscheln und dem Tang. Ich fand sie am Strand und vor meiner Herberge. Unterwegs auf der Wolfsbrücke traf ich Lady Darna und erzählte ihr von den Muscheln. Sie wusste es bereits. Wie auch hätte es anders sein sollen. Ich denke Lady Darna hat auch immer so wie ich ein Gespür für das, was nicht sein sollte. Vielleicht mag ich sie deshalb so sehr, was ich keinem je verraten habe, weil wir uns auf eine gewisse Art ähnlich sind. Bereits damals als Herr Jaques mir von den Paladinen erzählt hatte, fühlte ich mich zu ihr auf eine sonderbare Art und Weise zu ihr hingezogen, was ich mir schon damals nicht erklären konnte, weil es eben wieder so ein Gefühl war in meinem Bauch. Sie ist etwas Besonderes und es stimmte mich umso mehr glücklich dass mein Ritter sie auch sehr schätzt, auch darin waren wir beide uns einig. Sie bat mich ein Gebet zu der Mutter zu sprechen. Natürlich war ich nicht gewillt Lady Darna diesen Wunsch abzuschlagen, auch wenn ich meine Gebete an Temora immer gerichtet habe, weil ich sie aufrichtig liebe, so liebe ich natürlich ihre Mutter auch, aber anders eben. Eluive war mir nie so nahe wie ihre Tochter Temora.
Gut ich werde ein Gebet an sie richten. Wie? Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht, aber ich werde es tun, weil ich es Lady Darna versprochen habe, und meine Versprechen halte, auch wenn es in diesem Fall sehr schwierig sein wird. Was genau soll ich Eluive sagen? Ich weiß immer was ich meiner Herrin, Temora sage, aber bei Ihrer Mutter bin ich mir ein wenig unsicher. Egal Schwierigkeiten geht man nicht aus dem Weg, man bewältigt sie.
Ich war bereits auf dem Weg zur Kirche, doch soweit kam ich nicht, denn vor der Taverne sah ich dann den halberfroren Herrn Narus da auf der Bank sitzen. Es war klirrend kalt und er saß da einfach bewegungslos im Freien. Entsetzlich sah er aus und ich war mit nicht sicher, ob er noch unter den Lebenden verweilte.

Kann man Euch eine heiße Tasse Tee anbieten, Herr Narus?
Ich warte endlos lange, so schien es mir, bis da ein Lebenszeichen von ihm kam, und er zweimal blinzelte.
Temora, sei Dank! Er war noch am Leben aber sicherlich knapp vor dem Erfrieren.
Ihr seht sehr blass aus, Herr Narus? Ich war nun wirklich sehr besorgt.
Ich war sehr lange draußen, kam seine Antwort.
Es wäre mir eine Freude Euch zu der Tasse Tee einzuladen, Herr Narus!
Schnell in die Wärme mit ihm, dachte ich. Noch länger hier in der Kälte und der Mann fällt um. Zum Glück kam er der Aufforderung nach und taute in der warmen Stube der Taverne bei dem heißen Tee dann so richtig auf.
Wie sehr, das stelle ich dann nach einigen Schlucken von meinem Tee so richtig fest.
So habt Ihr nun meine Ohren vor dem Abfallen bewahrt, und so sollen sie Euch nun offen stehen, wenn Ihr mögt.
Also Herr Narus, die Muscheln schreien.
Die Muscheln schreien? Habt Ihr uns etwas in den Tee getan, gutes Fräulein?

Ahm natürlich nicht, was sollte ich den in den Tee schütten? Empört habe ich ihn angesehen, es dann gelassen, weil er noch immer nicht gesund aussah. Ein wenig besser zwar als zuvor, aber noch nicht so richtig gut.
Kommt einfach mit, Herr Narus, ich zeige es Euch!
Aber der Tee…….gut Ihr habt ihn bezahlt!
Ihr bekommt noch einen danach, Herr Narus.

Im Eilschritt ging es zu dem Ufer vor der Herberge an dem schreienden Herold vorbei.
Bitte..hier sind sie, rasch deute ich auf die Muscheln samt seltsam leuchtendem Tang hin.
Drückt Sie an Euer Ohr bitte und Ihr werdet klagendes Wimmer vernehmen, andere schreien verzweifelt.Noch immer war er skeptisch, daher habe ich mich herab gebeugt um ihm nun entschlossen eine Muschel hin zu halten. Na, endlich, er hört es, das habe ich an seinem Gesicht gesehen und an der Art, wie er die Muschel rasch von seinem Ohr weggehalten hat und suchend hinein geblickt hat.
Was in aller Welt sucht er da?

Vielleicht – ist da eine Fee eingesperrt?
Ha, von wegen Fee. Nein, natürlich nicht, welche Fee würde bei dieser klirrende Kälte sich in eine Muschel einsperren lassen und wenn dann wären es wohl unzählige Feen in Muscheln von Adoran bis Sumpfland hin nach Berchgard. Dass einige Muscheln den Hauch des Todes verströmen verschweige ich ihm lieber. Wer weiß, was er dann noch sagt.
Ich befürchte, Herr Narus, da ist keine Fee eingesperrt. Eher leiden diese Muscheln, oder versuchen es uns zu zeigen. Andere Muscheln schreien so laut, dass man das Gefühl hat jeder Knochen im Körper zerbricht.
Nun hat Ihr es gesehen, Herr Narus und nein, es lag nicht am Tee
, füge ich sogleich an.
Dann gehe ich voran gen Taverne zurück. Eine weitere Tasse Tee würde uns beiden nun gut tun. Die Kälte ist schrecklich.
Und Ihr ängstigt Euch?
Nein, da tue ich nicht, Herr Narus, eher bedrückt es mich.
Ihr fürchtet Euch nicht?
Nein, tue ich nicht!
Nicht?

Wann hört er endlich damit auf? Was will er mit dieser Frage erreichen?
Ich vertraue auf die Herrin, Herr Narus!
Aber Angst hat doch damit nichts zu tun?
Doch sehr viel Herr Narus! Ich vertraue eben auf das Licht der Hoffnung, welches die Herrin mir jeden Tag aufs Neue zeigt und gibt, aber das spreche ich nicht aus. Man muss dies selber erkennen, jeder für sich. Worte helfen da sehr wenig.Ich habe keine Angst vor der Dunkelheit, Herr Narus, denn auch in tiefster Dunkelheit ist die Herrin bei mir. Und ich werde mich niemals der Dunkelheit beugen!
Ich habe Angst vor anderen Dingen, Herr Narus. Angst um die Menschen dieser Stadt, die ihre Hoffnung aufgeben. Angst um jene, die sich blenden lassen. Angst davor, dass die Dunkelheit um sich greift, und unschuldige sterben. Das sind die Dinge, dir mir Angst machen.


Wie genau wir da vor dem Tang und den Muscheln auf dieses leidige Thema zu sprechen kamen, weiß ich nicht mehr, aber Herr Narus steuerte zielsicher darauf zu.
Herr Narus, in meinem Leben gibt es keinen Mann! Temora gib mir Kraft, damit ich nicht ungeduldig werde. Bitte! Wieso fühlt sich jeder, mit dem ich ein Gespräch führe, bemüßigt dieses Thema anzusprechen? Ich verstehe es nicht! Steht auf meiner Stirn geschrieben, Niowe hat keinen Mann und nein auch keinen Verehrer und nochmals nein sie denkt auch nicht daran nach einem zu suchen und ja stellt euch vor, sie ist noch rein. Soll ich dem Herold ein Schreiben überreichen, damit er es laut verkündet, damit ja jeder es nun endlich weiß und es nicht mehr anspricht?
Ruhig, Niowe! Es war ja nur eine Frage!

Das ist traurig!
Temora und das Reich, das ist mein Leben, Herr Narus! Wieso ist das traurig?
Also das hat noch keiner zu mir gesagt. Ich bin ein wenig verwundert nun. Wieso sollte das traurig sein? Ich bin glücklich! Vielleicht sogar viel mehr als jeder andere in diesem Land. Ich habe so vieles was mein Herz erfreut und das jeden Tag. Die Gebete zu Temora. Ein Gespräch mit Priester Aaron, das Training, der Dienst im Regiment, ja auch der macht mir Freude. Meine Pferde, mein Hund. Die Gespräche mit meinem Ritter und die Trainigseinheiten mit Delarus. Diese kleine Winterrose. Der Schnee. Ich liebe Schnee und werfe gerne damit um mich. Ein Gespräch mit Lady Darna. Meine Freunde. Heißer Tee, der mich aufwärmt. Das Putzen von Rüstungen bis sie glänzen und strahlen. Die Sonne, aber auch der Mond und die Sterne. Der Gesang des Meers in einer Muschel.
Moment! Die Muscheln….genau! Ich sollte sie nochmals zusammen mit Delarus im Dienst untersuchen, denke ich.

Herr Narus, es ist ein erfülltes Leben voller Licht und Freude der Herrin zu dienen!
Während ich das sage, bemerke ich aus den Augenwinkeln heraus, wie der Tang noch ein wenig heller schimmert. Was bedeutet das? Ich werde darüber nachdenken, oder mit Lady Darna darüber sprechen, vielleicht kann sie das erklären.

Endlich die Taverne ist in Sicht. Schnell hinein und nochmals zwei Tassen Tee bestellen.
Herr Narus wartet bereits geduldig bei dem Tisch, bis ich mit beiden dampfenden Tassen in den Händen komme, erst nachdem die Tassen verteilt wurden und ich mich gesetzt habe, nimmt er Platz. Er ist wirklich äußert höflich.
Ihr solltet der Herrin auch zuhören, wenn sie von Liebe spricht!
Herr Narus, ich liebe so vieles. Ich kann lieben.
Wieso will und kann er das nicht verstehen?
Ist es nicht falsch sich nur für andere aufzuopfern?
Nein es ist nicht falsch, Herr Narus! Es ist richtig für andere da zu sein!
Aber nur für andere?
Ihr seid dumm!
Ich kann nicht umhin, und muss lachen.
Ich bin dumm Herr Narus, weil ich mich keinem Mann hingebe? Ich muss mich beherrschen nun, um nicht schallend nun zu lachen. Rasch beruhige ich mich und spreche dann gefasst weiter.
Ich halte es für klug, Herr Narus!
Eine Frau muss Kinder gebären, wertes Fräulein!
Ich untersage mir ein Schmunzeln nach diesen Worten und versuche ihn nun zu beruhigen.
Herr Narus, sollte mein Ritter mir einen Mann erwählen, werde ich diesem, seinen Wunsch entsprechen.
Dann bringt es ihm in den Sinn, Fräulein Niowe!
Glaubt mir, Herr Narus, er hat es im Sinn!
Wenn ich an das Gespräch mit Sir Cedric damals denke, oh ja mein Ritter hat es ihm Sinn. Er hat sehr deutlich damals ausgesprochen, dass ich quasi am Markt und zu haben bin. Nicht gerade mit diesen Worten, das würde er niemals tun, aber ich habe einfach das Gefühl, dass es irgendwie so ist. Aber ich habe nun wichtigeres zu tun. Das Gebet, dann Dienst im Regiment zusammen mit Delarus, dann diesen Tang nochmals untersuchen und vielleicht eine Probe nehmen.
Rasch trinke ich meine Tee aus und mache mich auf gen Kirche.
Niowe Adela Aireth

Lektion 7 Kampf auf meinem Schlachtross

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Mein mächtiger namenloser Hengst und ich hatten uns langsam aneinander gewöhnt, auch wenn ich ihn nicht schlage oder trete, damit er Schmerzen durchhält. Ich weiß und ich fühle, dass er mich akzeptiert, so wie ich bin. Ich bringe es nicht über das Herz ihm weh zu tun, weil ich Pferde liebe. Sie sind zwar nicht gerade die klügsten Geschöpfe auf dieser Welt, aber willig uns Menschen zu dienen, auch wenn sie das eigentlich aufgrund ihrer Kraft nicht müssten. Wenn ich da vor ihm stehe und zu dem Muskelpaket, das weit über mich hinausragt aufblicke, geschieht es oft mit Ehrfurcht und Liebe. Was für ein wunderbares Geschöpf er doch ist, und er ist bereit mir bis zu seinem Tod zu folgen, wie es die Gardisten im Regiment für ihre Mitbürger tun. Dieser Gedanke hat uns wohl noch enger aneinander gebunden. Ich bin mir sicher, dass viele das nicht so sehen würden, aber ich tue es. Es gibt so viele wunderbare Geschöpfe, die mein Leben bereichern. Auf meinen Ausritten rundum den See, habe ich bereits so viele erblickt und sie beobachtet. Auch meinem Schlachtross wurde daran von mir gewöhnt. Kein plötzlich aufsteigender Vogel, kein Wolfsgeheule, kein scheues Reh, das unsere Wege kreuzten, brachten ihn nun mehr aus der Ruhe. Das war anfangs nicht so gewesen. Wie oft er scheu wurde und einfach durch den Wald panisch davon galoppiert ist mit mir auf seinem Rücken, daran will ich nicht denken. Ich musste dabei Ruhe bewahren, für uns beide, sonst wäre so einiges übel verlaufen. Aber ich hatte Geduld, denn ich wusste, wenn wir das bezwingen, gab es noch mehr weit schwierigere Aufgaben für ihn und auch für mich.
Inzwischen hat scheint mein Streitross auch den See zusammen mit den unzähligen Geschöpfen des Waldes, die dorthin unseren Weg kreuzten, zu mögen. Die nächste Aufgabe stand bevor, durch Gewässer zu reiten, so weit es möglich ist und Grund für die mächtigen Hufe vorhanden ist. Das war eine recht mühevolle Aufgabe, die ich, die ja früher genauso viel Angst hatte vor dem Wasser, sehr gut nachvollziehen kann. Wie oft er da einfach angehalten hat, stur wie ein Bock, weder mit Worten noch mit einem Schenkeldruck weiterzubewegen war, das weiß ich nicht mehr. Wir haben dennoch nie aufgegeben, so wie mein Ritter es bei mir auch getan hat. Das habe ich von ihm gelernt, wenn es darum geht eine Angst zu nehmen, nie aufgeben. Immer wieder üben, sich ihr stellen.
Das habe ich auch getan, solange bis eines Tages mein Streitross nachgegeben hat und wir am Ufer entlang durch das Wasser geritten sind. Es war zwar mörderisch kalt und meine Füße fühlten sich wie Eisklumpen an, als das Seewasser durch die mächtigen Hufe ausgewirbelt sich über sie ergoss, und ich stundenlang danach meine Stiefel vor dem Kamin trocknen lassen musste. Aber wir schafften es und ich war mächtig stolz auf ihn. Am Abend bekam eine Apfelhälfte als Belohnung, die andere ich.
Was für mich bei weitem schwieriger war dann, dieser Ritt mit herabgelassenen Steigbügeln, die Zügel um den Sattelknauf geschlungen, und so im Stehen, knapp oberhalb des Sattels mit dem Po, zu reiten. So hatte es mir mein Ritter gezeigt und angeordnet, dass ich das übe.
Das war besonders mühevoll und kostete mich viel Kraft, aber es hatte den Vorteil, dass ich im Kampf beide Hände frei hatte. Also übte ich wie besessen. Anfangs ohne Waffen und Schild, um die Balance halten zu können, ohne zu sitzen oder mich der Zügel zu bedienen. Es war erschöpfend und ging ganz schön in die Beine, vor allem in die Oberschenkel, die die ersten paar Male krampften. Aber auch dafür gab es eine Lösung, ein Bad und kräftig mit Öl danach massieren. Viel schwieriger danach war meinen Streithengst an meine Kommandos mit Schenkeldruck zu leiten. Links, rechts, gerade aus und leichte Kurven, anhalten und weiter. Aber auch das brachten wir nach täglichen Übungen hin. Er gewöhnte sich daran und wusste nach den vielen Wochen genau, was gemeint war und reagierte sogleich. Ich war mächtig stolz nun. Wenn ich zurück denke, wie die ersten Versuche unseres Kampftrainings verlaufen sind, wie viel Mühe es mir gekostet hat, ihm diverse Arten meines Schenkeldrucks begreiflich zu machen, bis er es endlich verstanden hatte, war dies nun ein voller Erfolg. Ständig hat er damals r meinem Schenkeldruck etwas anderes zugeordnet und es gab genügend unliebsame Vorfälle. Wie an einem Tag, wo er anhielt, obwohl ich mit dem rechten Bein leicht gen seinen Körper drückte, was ihm zeigen sollte, dass ich nach rechts und das langsam wollte. Sein plötzliches Anhalten, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte, schleuderte mich gen Sattelknauf, der sich in meine Brust bohrte, was wiederum einen blauen Fleck nach sich zog. Ich hatte keine Ahnung bisher, dass so eine relativ kleine Prellung an der Brust so verdammt weh tun konnte, und sich sehr bemerkbar machte, wenn man noch das schwere Kettenhemd darüber zog. Aber ich habe auch das überlebt, wie so vieles andere.
Jetzt waren wir soweit es mit Waffe und Schild zu versuchen. Es ging tatsächlich, dank unseres mühevollen Trainings in diesen schier endlos langen Wochen, gelang es uns. Mir die Balance zu halten, um den Schild und das Schwert im Notfall auch einsetzen zu können, meinem Streithengst die Ruhe zu bewahren, ob der nun ein wenig veränderten Situation und wie zuvor auf Druck sogleich zu reagieren. Das bei weitem schwierigste hatten wir geschafft, nun galt es dies zu üben und zwar an diesen Wasserkreaturen, die uns angreifen. Ab dem heutigen Tag will ich damit beginnen, damit mein Streitross es als alltäglich ansieht, rasch präzise reagiert und mir vollends bei allem ohne Verweigerung vertraut und auch die mächtigen Hufe gezielt einsetzt, und ich mich auch an den Kampf auf einem Schlachtross gewöhne, es auch für mich alltäglich wird.
Ich bin überzeugt auch das bewältigen wir und wenn wir dann soweit sind, werden wir es meinem Ritter vorführen. Ich hoffe, er wird zufrieden sein, dann hat sich all die Mühe gelohnt und ich bin werde mir an diesem Tag zum ersten Male nach langem einen winzigen Schluck von dem guten Rotwein genehmigen, zur Feier des Tages. Mein Streitross bekommt sicherlich auch dann eine Belohnung, etwas besonderes, mit dem er nicht rechnen wird, eine Handvoll Karotten und einen besonders saftigen Apfel. Bis dahin trainieren wir noch bis zum Umfallen.
Niowe Adela Aireth

Lektion 8 oder wie kann ich meine Knappin spurlos versenken

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Wenn ein Tag harmlos beginnt, dann sollte ich in Zukunft dem ganzen nicht trauen, weil er plötzlich eine Wende nimmt, die man niemals ahnen würde.
So wie heute.
Nichtsahnend von meinem Kampftraining mit meinem Streitross ritt ich gut aufgelegt und eher beschwingt gen Residenz meines Ritters. Kaum hatte ich den Hengst versorgt, wie alle anderen auch, öffnete ich schwungvoll die Tür und sah meinen Ritter. Er war wohlbehalten zurückgekehrt, was bei dem weiblichen Geschlecht der Familie Reensdorf, die allesamt Haare auf den Zähnen hatten, wie er mir eines Tages anvertraut hatte, erstaunlich war. Oder war dies nur der äußere Schein bei ihm?

Zieh dich warm an, Niowe.
Jawohl Sire.
Schon schlüpfte ich in meine dicke Felljacke, die mich durch diesen extrem kalten Winter
Täglich begleitet hat. Und ich war heil froh sie zu haben, dank meinem Ritter, der veranlasst hat, dass sie für mich gefertigt wurde.
Ich stand also da vor der Eingangstür und fragte mich was da nun auf mich zukommen würde.
Kommst du, Niowe?
Jawohl Sire,
murmelte ich und folgte ihm rasch.
Gehe dort auf die freie Stelle am Holzsteg hin!Gehorsam und sehr verwundert tat ich das einfach. Ich stellte mich da aufrecht hin und wartete ab. Rasch begann mein Ritter mir lederne Säcke um beide Handgelenke zu binden, dabei musste ich meine Hände in die Hüften stemmen, wie eine Bäuerin beim Tratsch mit anderen.
Darf ich in die Säcke blicken, Sire? Die Neugierde gewann überhand und ich fragte mich was in aller Welt war da in den Säcken, die von meinem Handgelenk herab baumelten.
Sie sind leer, Niowe!
Hm….Schade.
Leer? Während ich über den Sinn von leeren Säcken nach dachte, musste ich die Arme wie ein Vogel im Anflug weit nun ausbreiten. Was dem ganzen einen eher lustigen Aspekt nun verlieh.

Ist das eine Strafe Sire?, fragte ich nun ein wenig unsicher, weil mir, noch ehe die Worte ausgesprochen waren, nichts eingefallen ist, die das rechtfertigen würde.
Meine Strafen sehen anders aus, Niowe.
Ja gut, die Pferdetränke ist jene Strafe, die mein Ritter bevorzugt. Aber wer konnte wissen, vielleicht hat er das Muster seiner Strafen auf der Reise verändert. So eine Art Abwechslung für die Knappin, damit es ja nicht langweilig wurde. Das hätte ja sein können, oder?
Gut, es war also keine Strafe, aber was genau war das? Sollte ich nun fliegen lernen, und war dies als Trockentraining auf dem Land gedacht? Später stieß er mich vielleicht von dem Unheilsgebirge herab?
Während ich darüber sinnierte, wurde mir richtig mulmig im Bauch. Dann zuckte ich kurz zusammen, als ich das Gewicht in beiden Säcken spürte und sah ihm dann neugierig dabei zu, wie er Steine in die Säcke purzeln ließ.
Nicht möglich! Mein Ritter wirft Steine in beide Säcke! Zuerst je einen großen, dann zwei mittlere und dann setzt er sich nieder und raucht Pfeife. Wahnsinn!

Wollt Ihr mich ertränken Sire?, hauche ich vorsichtig während ich das Gewicht der Säcke mit weit ausgestreckten Armen weiterhin halte.
Ich will dir nichts Böses, Niowe! Gut! Danke Sire, dachte ich. Vortrefflich, aber weshalb stehe ich da während Ihr Pfeife raucht und stemme Säcke mit Steinen? Nach einer Weile während er mich betrachtet und genüsslich weiter raucht, beginnen meine Arme zu zittern.
Ich gebe nicht nach! Auf keinen Fall werde ich das tun! Inzwischen fühle ich förmlich wie meine Wangen sich vor der Anstrengung röten und Schweißperlen über meine Stirn herab fallen.
Wie lange ich da gehalten habe, weiß ich nicht, aber es schein mir endlos zu sein. An dem Blick meines Ritters habe ich genau erkannt, dass er nur darauf wartet, dass ich aufgebe. Niemals! Mein Wille und ja auch meine Sturheit lassen es nicht zu, nachzugeben und aufzugeben. Ich werde diese Säcke solange halten bis sie von alleine herab fallen, was eher unwahrscheinlich ist, oder ich zusammen mit ihnen gen Boden sinke, was eher realistisch ist. Inzwischen zittern meine Arme verdächtig und mein Atme geht schneller.
Ich darf nicht versagen, denke ich in einem fort und konzentriere mich nurmehr darauf, solange bis ich den Sire kaum mehr wahrnehme und dann zu Boden sacke.
Erschrocken blickt ich zu ihm, erwarte ein Donnerwetter und das Schlimmste - den Pferdetrog. Aber er nickt nur, bindet mir die Säcke ab und während ich mich erneut aufrichte meint er ruhig und gelassen:
„ das waren nur vier mittlere Steine!“ Am Ende der Ausbildung wirst du fünf schwere Steine auf jedem Arm stemmen.“
Werde ich?, frage ich mich insgeheim. Klar, das wirst du, Niowe! Erstens weil dein Ritter dein Vorbild ist, und zweitens weil du niemals aufgeben wirst. Ja, ich habe es verstanden. Rasch verdränge ich meine Gedanken.
Jawohl Sire!, sage ich nur ernst und ruhig. Ich werde das trainieren bis ich umfalle.
Nach dieser Übung darf ich meine Arme ausschüttelt und massieren. Danach ging es ruck zuck weiter.
Aufrecht auf der Bank stehen die Arme gen Rücken über einen Speer gewunden. Wie ein Verurteilter muss ich nun aussehen, den man an einen Holzblock gebunden hat und gen Richtblock führt. Keine sehr gute Position. Die Arme tun nach einer Weile schon weh, weil es ungewohnt ist, so zu stehen und dazu noch einen Speer zu halten. Darauf werden dann, wieso sollte es anders sein, die vermaledeiten Säcke mit den Steinen gebunden. Also wäre das ganze ohne dem nicht genug mühsam. Ich beiße mir auf die Lippen, um mich abzulenken.

Ihr müsst mehr essen, Niowe. Als ich ein Knappe war habe ich sechs Mahlzeiten zu mir genommen. Also drei Mahlzeiten müssen es ab sofort bei Eurem Training und den täglichen Anstrengungen sein. Drei Mahlzeiten? Ich komme, wenn es hoch kommt auf zwei. Meistens bin ich viel zu müde um zu essen, nach dem täglichen Programm an Dienst in der Garde und Kampftraining und dem Laufen mit meiner Hündin, das ich regelmäßig früh morgens und abends tue. Wenn man einen Hund hat, dann gehört es auch zu den Pflichten sich um ihn zu kümmern und sich mit ihm zu befassen. Daran halte ich mich und spielen gehört eben auch zu dem Laufen und der Gehorsamsausbildung dazu.
Ich habe mir schon angewöhnt für unterwegs meine Tagesration an Proviant mitzunehmen. So kann ich ungehindert jederzeit eine kleine Pause einlegen und essen.
Ich bin zwar noch immer zierlich was meinen Körperbau angeht, der sich wohl kaum wie meine schmalen Hüften verändert wird, aber ich bin nun durchtrainiert. Eine richtige Veränderung zu dem, was ich vor einigen Monden war. Seitdem ich mein Training mit meinem Streitross begonnen habe, sind meine dünnen Beine zwar noch immer schlank aber muskulös nun, was bei weitem besser aussieht.
Gut ich werde eben eine entsprechende Tagesration nun mitnehmen, um den drei Mahlzeiten gerecht zu werden.
Wie sagt der Sire immer? An einer Frau muss was dran sein. Was genau, das hat er nicht erwähnt, aber ich hoffe er meint nicht gerade die Hüften, denn meine werden nie ausladend sein, es sei denn ich binde Sandsäcke darum. Mit diesem Steintraining wird oben rum dann das, was ja genügend vorhanden ist, ausgeprägter und wesentlich durchtrainierter sein. Soll mir nur recht sein!

Nach dem Speertraining kam dann noch das Axttraining.
Beide Arme weit vorstrecken mit den Handflächen nach oben, genauso wie wenn man also Strafe mit der Peitsche darüber schlagen würde. Was in meinem Falle nicht geschah, stattdessen musste ich die schwere Axt balancieren. Das ging schön in die Arme. Ich konnte deutlich spüren wie meine Muskeln aufjaulten. Ich hatte bisher eine Ahnung wie viele ich da in den Armen hatte. Nach dem Training war mein Ritter sichtlich zufrieden, ich weniger, weil mich die Arme schmerzten an Stellen, die ich bisher nie wahrgenommen hatte, auch das Massieren half da nicht viel. Aber tapfer schwieg ich und habe versprochen dieses Training nun regelmäßig in meinen Tagesablauf einzubauen. Daran werde ich mich auch halten. Mein Wort gilt meinem Ritter gegenüber und gut tun würde es meinem Körper auch, dessen bin ich mir bewusst. In einer Schlacht muss ich einmal mehr ertragen können und kann mich dann nicht mehr um schmerzende Armmuskeln kümmern. Lieber jetzt das trainieren und dann den Kopf frei zu haben, um sich auf andere Dinge konzentrieren zu können. Ich habe diese Lektion meines Ritters verstanden und werde sie, wie all die anderen auch fleißig üben.

Erschöpft mit noch immer schmerzenden Armen spreche ich am Abend wie immer mein Gebet.
Ich bin glücklich Temora und dafür danke ich Dir, meine Herrin, denke ich nachdem ich noch eine Weile schweigend vor dem Altar knie. Ich bin es wirklich, was das stößt zwar auf Unverständnis bei den meisten mit denen ich darüber spreche, weil sie unter Glück etwas anderes verstehen, meist materielles, ein Haus, eine neue Rüstung oder anderen Besitz. Ich hingegen bin rundum glücklich und zufrieden auch mit diesem seltsamen Tag heute.
Thelor von Reensdorf

Beitrag von Thelor von Reensdorf »

Ein frische Wind wehte als Thelor , in seine warme Wolldecke gehüllt auf dem Balkon stand, und über die Dächer der Stadt blickte. Eine genussvoll  ausgestoßene Rauchwolke bahnte sich ihren weg aus dem Mund des Ritters um sich im frischen Morgenwind aufzulösen . Gedankenfalten lagen auf der Stirn de Ritters während er einen tiefen zug an einer Pfeife tat. Schließlich wandte er sich ins innere und nahm an seinem Schreibtisch Platz und kramte einige Pergamente hervor die die Überschrift " Niowe Ausbildung" trugen. Dann zog er Tinte und Feder hervor und begann in sauberer Handschrift auf dem Papier zu notieren. 

* Fortschritt Niowe : 
Im schwertkampf macht sie gute Fortschritte. Das parieren auf kurze kampfdistanz musste noch. Überarbeitet werden . Sobald der Schild ausreichend beherscht wird kann mit dem axtkampf begonnen werden.*
Erneut findet die Feder den weg in die Tinte und kurz hält er inne.
Dann fürt er sie weiter über das Papier.

* sie sitzt für den berittenen Kampf noch recht locker im Sattel, doch wird sich ras geben wenn sie erstmal ausreichend starke Beinmuskulatur hat.
Vorausgesetzt sie fängt endlich an vernünftig zu essen damit da sich auch etwas bilden kann.
Essen ist über dies ohnehin ihr größtes Manko aber ich werde wohl eine Köchin einstellen müssen die ihr täglich das essen hinterherträgt damit sich da etwas    Ändert. *
die Tinte wird erneut im Tintenfass der Feder zugeführt und kurz schaut Thelor gedankenverloren zum Ank. An der Wand des Arbeitsbereichs ehe er wieder fortfährt.

* in Niowes starken glauben kann ich als selbst gläubiger der Herrin temora kaum etwas aussetzen, doch leider ist es bei Niowe anders.
Sie versucht sich alles durch sie zu erklären und ist in ihrer Meinung mehr als dickköpfig.
Vielleicht sollte ich um ein Gespräch bei ihrer Eminenz ersuchen damit sie sich einsenkt lockert.

Die Grundzüge des Adels beherrscht sie nun außreichend um sich zumindest unter adligen zu benehmen. Den Umgang zu höheren adligen sollte ich dennoch mal zur Ansprache bringen.

Ebenso benötigt sich noch die Unterweisung in die höfischen Tänze. Am besten ich behellige ihre erlaucht einmal , von einem halben Tänzer kann man ja nicht so viel lernen.

Im gesamten würde ich ihre Ausbildung wohl zu einem fünften oder vierten Teil als abgeschlossen betrachten.

Was noch besonders positiv sei ist sicher der fortdauernde Eifer und die Interesse die sie der Ausbildung entgegen bringt. Hoffen wir das es dabei bleibt.*

Damit faltet er das pergament zusammen und legt es in seine Schublade .
Erneut begibt er sich anschließend auf den Balkon um zu Rauchen.
Oh hm ja er rauchte wohl zu viel in letzter Zeit aber er merkte auch das er durch das Training selber wieder zu besserer Form kam.
Zumindest spannten die Hemden nicht mehr so wie sonst. Nun etwas positives muss das Übermaß an Bewegung ja AUB bei ihm mit sich bringen. Wenn er Niowes Ausbildung fertig hat sähe er ja fast wieder aus wie bei seiner Knappenschaft.
Na es gibt schlimmeres als in Form zu sein , und mit diesen Gedanken stopfte er erneut seine Pfeife und versank in Gedanken wärend er über die Dächer der Stadt blicke.


Ooc : bitte verzeit grobe Fehler ich habe das auf dem iphone verfasst und vielleicht etwas der autokorrektur übersehen was nin keinen Sinn mehr ergibt danke.
Niowe Adela Aireth

Lektion 9 im Morgengrauen

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Früh am Morgen saß ich da vor dem Kamin in der Residenz des Sires und dachte nach über die wundervollen Worte, die ich in den Schriften in der Kirche gelesen hatte. Die Pferde waren versorgt worden, die Rüstungen meines Ritters hatte ich gestern bis spät in die Nacht noch gereinigt und poliert, meine übrigens dann auch noch. Somit war alles erledigt für heute und ich konnte daher sehr zeitig in die Kirche noch gehen, um dort mein tägliches Morgengebet zu sprechen. Somit war der Tag gerettet, weil ich jedes Mal aufs Neue beschwingt nach den Gebeten tagsüber bin.
Jetzt wo ich mir ein wenig Zeit vor dem Kamin gönne um mir die wunderbaren Worte nochmals durch den Kopf gehen zu lassen, steht auf einmal mein Ritter da. So früh im Morgengrauen war er noch nie auf gewesen.
Also springe ich auf, verneige mich und erwidere seinen Gruß.

Ja, Sire ich war bereits in der Kirche.
So früh am Morgen?
Ich konnte sein Seufzen, das dann nicht kam, deutlich fühlen.
Ich wollte nach dem Gebet einen Blick in der Buch vor dem Altar werfen Sire!I
ch will ihn ja schon am frühen Morgen nicht aufregen, also erwähne ich das Buch. Sonst beklagt er sich wieder über sein Alter, welches nur er immer wieder erwähnt. Dabei sieht er prächtig aus! Dazu trage ich wahrscheinlich auch meinen Teil bei, denke ich. So wie ich ihn mit meinen Übungen fordere, man sieht deutlich wie viel er bereits abgenommen hat und seine Figur ist vollauf durchtrainiert und kann sich mit jedem jungen Krieger messen. Eigentlich wenn man meinen Ritter mit anderen vergleicht, dann liegen da Welten dazwischen. Mein Ritter sieht bei weitem jünger und agiler aus. Vor allem jetzt! Nur Micheil konnte diesen Anblick noch übertreffen, aber der war ja tot. Kurz atme ich tief auf, dann betrachte ich erneut meinen Ritter.
So frisch und voller Tatendrang am frühen Morgen habe ich ihn noch nie erlebt. Was daran liegt, dass ich aufgrund der Fülle meiner Trainingseinheiten und dem Dienst dann noch in dem Regiment, mir meinen Tag präzise einteilen muss. Was im Klartext heißt sehr sehr früh aufstehen, dann bleibt noch im Tagesverlauf ein wenig Zeit für mich und Amra, mit der ich dann am See noch laufen und spielen kann.
Während meine Gedanken ein wenig abschweifen, spricht er weiter.

Es gibt eine Abschrift davon überall zu kaufen, Niowe! Es ist kein seltenes Buch!
Ja und? Für mich zählt der Inhalt eines Buches und wenn es tausende davon gibt. Die Worte darin haben mich berührt und darauf kommt es an.

Wenn ich mir sonst nichts gönne Sire, dieses Buch kaufe ich mir! Das mache ich bestimmt, denke ich. Das Buch will ich haben. Ich habe im Verlauf meiner Knappenzeit schon viele Bücher gesammelt und gelesen. Meine Truhe ist bereits voll. Schön wenn ein weiteres Buch dazu kommt.

Kommen wir nun auf etwas Wichtiges zu sprechen, Niowe, was machen deine Übungen?
Sie gehen gut voran Sire.
Ich trainiere und übe täglich.
Nur die Steine……*
tief seufze ich bei dem Gedanken daran auf, und spreche dann weiter*
Also ich habe mir noch nicht mehr Steine zugemutet Sire. Noch nicht!
Immer langsam, Niowe, das mehr kommt mit der Zeit!
Danke Sire!

Ich bin nun richtig erleichtert. Eigentlich hatte ich etwas anderes erwartet, aber mein Ritter hatte nachsehen und genau das spornt mich an. Ich werde es ihm zeigen. Nächste Woche werden in den Ledersäcken je vier Steine zu finden sein, die ich dann aufrecht stemmen werde.
Zum Glück kommt mein Ritter nicht auf den Gedanken mich auf eine Streckbank zu binden, damit ich vielleicht ein wenig größer dann bin. Aber das wäre Folter und das würde er niemals tun. Bist du dir da sicher Niowe? Nun ja, wenn er dies als Erziehungsmethode in Betracht zieht, dann…. Schnell verwerfe ich den Gedanken daran und blicke ihn an.

Suche einmal deine silberne Plattenrüstung zusammen und das Drachenschild, Niowe.Kaum hat er das ausgesprochen, eile ich im Laufschritt davon und hole Rüstung samt Schild aus meiner Truhe. Insgeheim atme ich tief auf, dass ich, als hätte ich es geahnt, doch noch meine Rüstung gestern Abend gereinigt und poliert habe und sie nun im makellosen Zustand ist.
Voller Tatendrang stehe ich dann vor ihm in Rüstung den Schild am Arm.

Welches Schwert Sire?
Keines, Niowe.

Kein Schwert? Sonderbar, das hatten wir noch nie. Schweigend folge ich ihm dann zu den Pferden. Schwinge mich auf und reite ihm dann nach.
Ganz Adoran liegt noch in den Betten. Zu früh ist es noch und wir begegnen keinem als wir aus der Stadt reiten. Mitten im Schnee auf einer ebenen Fläche stellt er dann ein Fass auf und steckt eine Fackel daneben.
Ich stehe da neben ihm mitten im Schnee und wundere mich nun.

Wollen wir etwas sprengen Sire?
Nein, Niowe das machen Piraten und Zwerge, davon verstehe ich nichts!
Was in aller Welt machen wir dann hier mit einem Fass und einer Fackel?,
denke ich.

Du schwingst dich jetzt auf dein Ross, Niowe!Im Eilschritt versuche ich gen Ross zu laufen, was ich einer Rüstung und eisigem Schnee nicht sonderlich gut ist und ich nun an meinen Hengst heran schlittere, dabei wild mit meinen Armen herum schlage, um die Balance zu halten.

Das kommt von dieser unnötigen Eile, Niowe!Ja, ja ich habe es auch bemerkt, man soll eben nicht in Rüstung im Schnee laufen! Schweigend schwinge ich mich auf mein Streitross und blickt auf ihn herab.
Und nun?, mein Blick spricht wohl nun Bände.

Nun, Niowe, was zählt als Königsdisziplin im ritterlichen Kampf?
Nicht die Lanze Sire, oder?
Doch, der Tjost oder das Lanzenstechen!
Ich hatte noch nie eine Lanze in den Händen, Sire.
Dann wird es Zeit Niowe! Die Übungen mit den Steinen dienen genau dem hier nun.
Ah! Das nun hätte ich mir nicht gedacht!
Eine Lanze ist schwer und lang und wenn man sie falsch verlagert, kann das gefährlich sein, Niowe.Aufmerksam höre ich ihm zu. Alles was er mir beibringt hat seinen Sinn. Auch wenn ich noch an den Übungen mit den Steinen gezweifelt habe, aber nun ist es mir klar.

Jetzt ergibt alles ein Bild für mich Sire!Nun beim Tjost führt ihr die Lanze mit der Rechten auf die linke Seite hinüber, dort ist der Feind.
Rechts gen links, murmle ich und nicke zu seinen Worten, dabei sehe ich das Bild vor meinen Augen, und präge es mir ein.
In guten Drachenschildern habt Ihr dafür eine Einkerbung, Niowe, in die ihr die Lanze legen könnt.Stimmt! Ich erinnere mich daran, es bereits gesehen zu haben.
Und für die schweren Turnierlanzen gibt es an den Rüstungen einen Hacken zum Einhängen, Niowe. Auf dem Schlachtfeld ist das unpraktisch und die Turnierlanze zu lang, zu schwer und viel zu unhandlich.
Daher gibt es noch Speerlanzen und stumpfe Lanzen.
Die Speerlanzen sind spitz und tödlich, also für den Kampf gedacht. Die stumpfe ist die freundschaftliche Lanze, die trägt Wimpel und Wappenflaggen.
Ich möchte nun, dass du deinen Schild zur Hand nimmst, befestige ihn am Arm und die Zügel am Sattelknauf.
Vorab wirst du dich nun an das Gewicht gewöhnen.
Aufmerksam habe ich ihm zugehört und dann genickt.

Wir fangen mit der leichteren Variante nun an, dem Kurzspeer!
Du nimmst nun Anlauf, reitest im Galopp und versucht im vollen Galopp das Fass hier am Boden zu treffen.
Jawohl Sire!,
sage ich und versuche zuversichtlich dabei zu klingen, auch wenn mir nun ein wenig mulmig ist. Ich hatte noch nie einen Kurzspeer zur Hand und soll das Fass dann im vollen Galopp dabei noch treffen? Gut ich versuche es. Wie geahnt ging da erste Mal schief, dann das zweite Mal auch. Geduldig erklärt mir mein Ritter meine Fehler. Geduldig galoppiere ich immer wieder auf das Fass zu. Was für einen seltsamen Anblick mussten wir beide doch für einen Betrachter abgegeben haben. Ich, die ich da auf ein Fass nebst Fackel im Galopp zustürme und mein Ritter der mir dabei Anweisungen gibt. Zum Glück waren wir alleine und weit und breit keiner, der uns beobachten könnte.

Keine Angst, Niowe, ich habe mir auch anfangs schwer getan! Einfach den Speer gesenkt halten und zielen.
Wenn du wie vorhin, den Arm nicht am Körper hältst, entblößt du deine Schulter. Bei einem Turnier bedeutet das, ein Treffer und du liegst unter deinem Pferd.
Ich zeige dir, wie man das macht! Beobachte mich genau!
Gesagt, getan. Mein Ritter schwingt sich auf sein Ross und stürmt gen Fass heran und trifft! Wahnsinn! Wie edel und vollkommen er dabei aussieht! Schon kann ich ihn mir bei einem Turnier vorstellen und ich, ja ich habe die Ehre dann ihm seine Lanze zu reichen. Nein, ich muss es sogar tun, als sein Knappin. Ehrfürchtig blicke ich auf das noch ein wenig schwankende Fass, das sein Speer vollendet getroffen hat.
Das macht mir Mut und nach dem x-ten Male treffe ich das Fass! Ja ich treffe es wirklich, zwar seitlich nur, aber ich treffe, und kann es kaum fassen. Ich bin überglücklich. Einmal getroffen! Am liebsten würde ich vor Freude in die Luft springen, was nicht geht, da ich ja auf meinem Streitross sitze und da Gewicht von Rüstung, Schild und Speer mich in den Sattel drückt.
Geht doch, Niowe, zwar seitlich nur, aber getroffen!
Noch einen Versuch!
Erneut treffe ich, nur seitlich aber ich weiß nun genau, worauf es ankommt. Das werde ich üben, bis ich wie mein Ritter das Fass oben treffe, präzise und rasch.
Das ist nur eine Übungssache, Niowe, es wird dir in Fleisch und Blut übergehen, je öfter du übst.
Das werde ich tun, Sire!
Und die Übungen mit den Steinen, die nun einen Sinn ergeben, die werde ich täglich fortsetzen, jetzt, wo ich den Zweck dieser Übungen erkannt habe.
Zufrieden machen wir beide uns dann auf den Heimweg, wo das Frühstück bereits wartet. Zurück bleiben eine erloschene Fackel im Schnee und der Abdruck eines Fasses.
Niowe Adela Aireth

Die Greifenrunde

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Zum ersten Male sollte ich bei der Greifenrunde anwesend sein. Was für eine Ehre und zugleich Vertrauen meines Ritters in meine Person. Dem werde ich mich würdig erweisen. Aufgeregt wie ich war habe ich früh morgens und dann mittags gebadet, gleich zweimal habe an diesem besonderen Tag anstelle des einem Male. Mit Rosenöl meine Haut danach verwöhnt und das nun lange Haar, ich hatte bisher keine Zeit es schneiden zu lassen, kunstvoll zu einem schlichten Knoten gelegt. Nur die widerspenstige Strähne hat sich dem widersetzt, ich denke das wird sie mein Leben lang tun. Im Spiegelbild habe ich dann unwillkürlich das kreisförmig blasse Narbengebilde, das wie ein Spinnennetz sich über meine Herzgegend gelegt hatte betrachtet. Man sieht es wirklich kaum, wie Lili damals gesagt hat, nur ich sehe es und vergesse das Andenken an die Rabendiener nie. Danach habe ich vor Aufregung dreimal die Kleidung gewechselt. Das eine war zu wenig förmlich, das andere unpassend. Das elegante Kleid in der Farbe des Hauses meines Ritters habe ich dann angelegt. Dabei ist mir eingefallen, dass ich nun einen Damensattel brauche, den habe ich bereit gelegt.
Als mein Ritter dann endlich die Stufen herab kam, hatte ich das Kaminzimmer hunderte Male durchschritten. Bin dabei sämtlich Anrede im Kopfe durchgegangen.

Also Niowe! Die Greifenrunde ist dir ein Begriff?
Jawohl Sire wem nicht?
Leicht hat mein Ritter dann genickt, so als hätte er meine Antwort bereits erwartet und dann weitergesprochen.
Hier wird über gewisse Punkte von Ritterschaft und Regimentsführung diskutiert. Die Knappen haben das Recht ihre Meinung vorzubringen, aber sie geben, um dies Kund zu tun dem Ritter ein Zeichen, damit jener dann für seine Knappin oder Knappen um das Wort erbittet.Ah, gut zu wissen, dachte ich. Also ist meine Meinung auch gefragt, wobei ich mir nicht so sicher bin, dass ich jene beim ersten Male gleich vor ganzer Versammlung ausposaunen werde.

Nach dieser Einleitung sind wir dann endlich aufgebrochen. Ich in meinem Damensattel, der einiges an Geschick erfordert, da man seitlich sittsam darauf sitzt, und damit beschäftigt ist, dass einem das Kleid bei den Windstößen nicht um die Ohren fliegt. Aber ich habe da bereits einen kleinen Trick, den mir Micheil einst gelehrt hatte. Im Galopp ging es nach Berchgard hin zum Saal des Rathauses.
Kein sonderlich ansprechender Raum, schlicht und karg bis auf dem Kamin. Ich liebe Kamine, kann stundenlang davor in der Residenz meines Ritters sitzen und vor mich hin träumen. Diesmal wird es wohl nicht so sein, denn ich habe, wie all die anderen Knappen hinter dem Stuhl meines Ritters aufrecht zu verweilen und seinen Wünschen nachzukommen. Was ich ja gewohnt bin, und es also nichts neues für mich ist.
Die Edle de Winter teile uns noch mit, wo bei Bedarf Getränke zu finden wären, danach entfernte sie sich. Sie ist, wie ich bereits wusste und darüber mit meinem Ritter unter vier Augen gesprochen habe, die Mätresse von Erlaucht de Argantas. Was für ein schreckliches Schicksal. Ich bedauere die Frau, die niemals an seiner Seite in der Öffentlichkeit verweilen darf. Aber es ist Liebe. Natürlich gab es derartige Verbindungen auch in meiner Heimat, wo ich aufgewachsen war. Sehr selten, denn man hielt sich an Temoras Tugenden. Adel heiratet Adel. So wie mein Ritter es mir eingeprägt hatte, das wurde zumindest offiziell eingehalten. Wie viele Mätressen man inoffiziell noch hatte, davon sprach keiner. Jedenfalls mag ich die Edle, sie ist eine warmherzige Frau und ich konnte nicht umhin ihr ein Lächeln zu schenken, während mein Ritter sich in einen der beiden Stühle vor dem Kamin niederließ. Was mich sehr freute, denn so hatte ich es wohlig warm. Der zarte, feine Stoff meines Kleides war nicht gerade für kühle Räume gedacht. Aber ich hatte vernommen, dass der Herzog dieser Sitzung beiwohnen sollte.
Ich hatte ihn noch nie gesehen und meinem Ritter in den Bauch gefragt, wie er wäre, wie er aussehe und was man so alles als Frau eben wissen will. Heute war es endlich soweit und mein Herz klopfte wie rasend. Dennoch versuchte ich jenes zu verbergen, stand da aufrecht hinter dem Stuhl und betrachtete neugierig jeder der Ankömmlinge bis endlich die Tür aufschwang und er eintrat.
Ich machte einen angemessenen tiefen Knicks, neigte dazu mein Haupt anmutig gerade so, dass ich ihn unauffällig betrachten konnte.

Was für ein stattlicher Mann! Ich bin Temora dankbar dass in dem allgemeinen Begrüßungsritual meine leisen Worte untergingen. Groß war er, und ungefähr so alt wie Micheil, denke ich. Unzählige Narben konnte ich erblicken, aber man konnte deutlich erkennen, hier steht ein Mann des Schwerts und nicht des Worts. Auch bemerkte ich, dass einige Finger an seiner Hand fehlten. Beinahe habe ich vergessen zu atmen, so hat mich der Anblick des Herzogs gefesselt.
Zum Glück habe ich dann die Stimme meines Ritters vernommen, der dem Herzog höflich den Stuhl an seiner Seite beim Kamin zugewiesen hat. Genau da, wo ich auch stand. Was für ein Glück! So konnte ich ihn ungehindert heimlich betrachten.

Eine illustre Runde habt Ihr da geladen Sire von Reensdorf.Wie recht er hat. Kaum Reichsritter waren anwesend dafür hauptsächlich Knappen und reichsfremde Ritter. Wie peinlich mir das nun war. Am liebsten wäre ich im Boden versunken.

Nun ja in der Provinz muss man auf alles gefasst sein, meinte dann der Herzog und schmunzelte.
Bei Temora, ich konnte nicht umhin ihn zu betrachten. So nahe wie ich stand, konnte ich deutlich sein Schmunzeln erkennen und ich freute mich darüber. Genauso, wie ich mich noch immer darüber freue, wenn mein Ritter lacht. Warum genau, weiß ich nicht, aber jedenfalls tat ich es, und mein Herzklopfen wurde lauter. Ich hoffe, es hat niemand vernommen, jedenfalls hatte dies den Anschein.
Nach einem Austausch an Worten, wolle bereits mein Ritter die Versammlung, da die Zahl der Anwesenden nicht gerade groß war, auf einen anderen Tag vertagen, als Herr Bernau den Vorschlag einbrachte, Gedanken auszutauschen. Was von der spärlichen Runde wohlwollend aufgenommen wurde. Zum Glück kam just in diesem Augenblick Erlaucht de Argantas zur Tür herein. Schrecklich sah er aus. Was so ein Kuss alles anrichten kann, wenn er von der falschen Person kommt. Bemitleidenswert sah Erlaucht de Argantas aus ohne Bart und Haare und gar nicht gesund. Später kam dann noch Oberst von Tannhoeh während eifrig über dies und jenes disputiert wurde. Fräulein Shaya hat dann noch einen interessanten Vortrag über das Ritual in Zusammenhang mit den Muscheln abgehalten und die Runde genauestens darüber informiert.
Alles scheint ruhig und gesittet abzulaufen, bis dann der reichsfremde Ritter diese soweit friedliche Runde in einen schrecklichen Eklat steuerte. Ich wollte, es wäre nicht an meinem ersten Treffen in dieser Runde geschehen. Es war mir entsetzlich peinlich, wobei es mir eigentlich nicht hätte peinlich sein sollen, da ich damit nichts zu tun hatte, nur einfach da hinter dem Stuhl meines Ritters gestanden hatte und fassungslos dem gelauscht habe, was dieser Ritter von sich gab, bis er dann vom Herzog gen Tür verwiesen wurde und den Raum verließ. Noch immer entsetzt ob dieser Dreistigkeit war ich erstarrt, fasste mich dann aber rasch und schloss auf Wunsch meines Ritters sogleich die Tür, welche der Ritter offen gelassen hatte.
Danach wurde noch so einiges besprochen, ehe sich die Runde auflöste, allen voran der Herzog.
Zuhause habe ich dann noch meinen Ritter von dem Herzog vorgeschwärmt.

Was für ein Mann! Was für eine imposante Persönlichkeit, hinter der sich all die Jünglinge dieses Landes verstecken können! Wie weise und doch direkt und ohne Umschweife er seine Meinung vertritt.
Ich bin wirklich beeindruckt Sire!
So schwärmte ich. Am besten wäre es gewesen ich hätte meinen Mund gehalten. Was dann kam, hat mich beinahe vor Schreck erneut erstarren lassen, diesmal aber mit deutlich geröteten Wangen vor Verlegenheit und Scham.

Nun, Niowe, wenn du so begeistert bist von der herzoglichen Hoheit, dann sollte ich ihm dies vielleicht vor dem nächsten Treffen kund tun.Nein, das kann nicht sein ernst sein! Oder doch? Vielleicht neckt mein Ritter mich nur, vielleicht aber doch nicht. Vielleicht sagt er ihm dies wirklich. Wie entsetzlich peinlich wäre das dann!

Bitte nicht Sire! Ich bitte Euch es ihm nicht zu sagen, es wäre mir sehr unangenehm! Erneut spüre ich wie meine Wangen erröten. Flehend habe ich ihn dann angesehen und er gelacht. Es war doch ein Scherz gewesen, oder nicht?
Unsicher bin ich dann an diesem Abend nach meinem Gebet in der Kirche in mein Bett gekrochen und konnte dann lange nicht einschlafen. So vieles ging mir noch durch den Kopf. Vor allem das Bildnis des Herzogs tauchte da immer wieder auf.
Niowe Adela Aireth

Mea culpa

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Nach außen hin war ich wie immer. Höflich, diszipliniert und zurückhaltend. Vater hätte seine wahre Freude daran gehabt. Aber in mir sah es anders aus. Mit dem Frühling kehrte die Trauer um Micheil zurück. Es schmerzte und während das Gras am See wuchs, stieg jene Verzweiflung um den Verlust meines Bruders in mir. Ich weiß nicht wieso, aber ich sehe sein Gesicht im See, und immer wenn meine Hand das noch immer eisig kalte Wasser berührt, weil ich ihn festhalten will, dann verschwindet es.
Mein Ritter würde das als närrisch wohl abtun. Ja, ist es wohl. Aber ich hatte eben nur Micheil vom Tag meiner Geburt an, als ich die Augen aufgeschlagen habe und ihn gesehen habe. Er, der mich von den Armen meiner toten Mutter genommen und an sich gedrückt hat. Das erste war seine tiefe, warme Stimme, die ich hörte. Er hat mir mein Leben zurückgegeben, als ich da unten am See lag, weil ich nicht schwimmen konnte, und ohne seine Rettung wohl ertrunken wäre. Er war der erste, der mich auf ein Pferd gesetzt hat. Der erste, der mir mein Holzschwert in die Hand drückte und lachend mir zugesehen hat, wie ich das Kind, damals unbeholfen damit umgegangen bin. Er war es der mich von klein auf zu Temora geführt hatte, und das schönste des Tages waren damals immer die gemeinsamen Gebete gewesen.
Ich lebe und das verdanke ich ihm. Er hat mich fort geschickt.
Schuldgefühl und der Drang jenes mit jedem Atemzug zu sühnen treibt mich voran.
Ich will ihr, der Herrin beweisen, dass ich würdig bin und vielleicht würde sie mir noch in diesem einem Leben was ich besitze, verzeihen. Vielleicht? Und wenn nicht, dann war es Grund genug danach zu streben, zu hoffen. Hoffnung die Schwester der Träume. In meinem Bestreben nach Sühne war ich rastlos geworden, trainiere bis zum Umfallen, all das, was mein Ritter mir gezeigt hat. Ich bin zwar dünner geworden, aber muskulöser, was meinem zarten Körperbau nur entgegen kommt. Ich kasteie mich und zwinge meinen Körper zur Höchstleistung ohne Rücksicht auf Schwäche, Müdigkeit und dem Bedürfnis wieder einmal so ausgelassen und fröhlich zu sein wie früher. So weit weg ist das früher. Nur meine nun langen, seidigen Haare erinnern an das, was ich einmal war. Sie sind viel zu schnell gewachsen, nur die Strähne, die mir ständig ins Gesicht fallen will, die ist geblieben. Irgendwann einmal, wenn ich Zeit habe lasse ich die Haare wieder auf Schulterlänge schneiden. Derzeit muss es reichen, sie sorgfältig mit Lederbändern zu bändigen.

Nachdenklich runzelte ich die Stirn. Habe ich heute all das verrichtet, was zu meinen Pflichten gehört? Das Training mit den Steinen geht gut voran, bald werde ich eine Turnierlanze halten können. Ich übe stundenlang alleine den Schwung des Schwertes und den Halt des Schildes, studierte die unterschiedlichsten Techniken des Angriffes auf meinem Streitross, wir sind inzwischen eine Kampfeinheit geworden. Auch meine Beine schmerzen nun kaum noch von der stundenlangen aufrechten Haltung in den weit herabgelassenen Steigbügeln. Ja, ich strebe die Perfektion unter den Augen Temoras an. Gnade. Die Hoffnung lässt mich nicht ruhen.
Mea culpa Temora. Vergebung! Mein Blick pendelt zu dem Schwert hin und erneut machten die Gedanken einen Sprung in die noch viel zu nahe Vergangenheit.

Vater! Er hätte ihr verziehen, dessen war sie gewiss. So hart er auch ihr und ihren Brüdern gegenüber war. Sie waren dennoch von einem Blut. Blut ist dicker. Wir sind eine Familie. Nichts kann die Familie entzweien. Das Blutband ist stärker!
Sie vermisste ihn und vor allem Micheil. Wie gerne hätte Vaters Worte vernommen, so unbarmherzig sie auch oftmals waren. Es waren ehrlich Worte. Sie gaben Kraft und nach einigem Widerstand ihrerseits fügte sie sich ihnen, weil…
Ja, wieso eigentlich?
Lange habe ich darüber nachgedacht. Ich, die ständig alles und jeden damals in Frage stellte, ständig bemüht war Dinge anders zu machen, nur damit ich mich in dieser Männerwelt auf meine Art behaupten konnte. Damit ich Vater ein Zeichen setzen konnte, dass ich auch existierte und er, Vater, es gefälligst zur Kenntnis zu nehmen hätte, dass ich Niowe bin. Niowe, eine Frau und seine Tochter. Was er wohl auch tat, eben auf seine Art, die wiederum mir zu verstehen gab, dass er gewisse Dinge eben besser verstand, die nötige Reife dazu hätte und Niowe, zwar weiblichen Geschlechts, aber noch lange nicht jene Vollkommenheit der Frau, die einst ihre Mutter war, inne hatte. Und ich mit seiner Hilfe diesem Vorbild anzustreben hätte.
Ohne wenn und aber. Du bist meine Tochter. Schluss Ende. Aber wie erreicht man ein Ziel, wenn man es nicht kennt. Wie strebt man die Vollkommenheit einer Mutter an, die bei meiner Geburt gestorben ist? Micheil hatte es erkannt und er hat immer versucht diese Schuld, die ich hatte, zu nehmen.
Wärst du nicht, dann würde sie noch leben, Niowe. Vater sprach das nie aus, aber ich sah genau die Trauer um den Verlust seiner Frau in seinen Augen. Er würde sie immer lieben bis zu seinem Tod.
Das stimmt nicht, Niowe, du trägst keine Schuld an ihrem Tod! Nein? Ist das wirklich so? Ich lebe und weil sie mir das Leben geschenkt hat, ist sie tot.
Ich sehe ihn an und den Ernst in seinen Augen. Bis hierher und nicht weiter, das rate ich dir Tochter, scheinen sie zu sagen.
Es ist nicht so, Niowe! Schluss jetzt!Das sagte er oft und ich weiß auch dass in jenem Augenblick es genau so gemeint war. Später, vielleicht könnte man erneut einen Versuch starten. Ich will Sicherheit! Ich will einfach nur wissen…
Ich sprach mit ihm nie mehr darüber, weil ….Ja weil ich tief in meinem Herzen wusste, dass er mich liebte und bestrebt war, mich so zu formen, dass ich, wenn nötig mich alleine dem Leben stellen könne.
Was sie ja bereits hier in ihrer Heimat bewiesen hatte. Mit jedem Atemzug den ich tue fühle ich mich dem verpflichtet.
Ich, diene dem Reich und Temora mit einer Hingabe, die nur wenige verstehen, das ist mir bewusst. Genauso bewusst war mir, dass ich mit keinem Menschen hier darüber sprechen kann. Derjenige mit dem ich es konnte, mein Bruder, weilt nicht mehr unter den Lebenden. Hier am See kann ich es dem Wind und Temora anvertrauen. Meine Schuld und wie sehr ich mich bemühe dafür zu büßen. Temora ist gnädig, das weiß ich. Einmal, wie lange es auch dauern mag, wird sie jene Last von mir nehmen. Darauf vertraue ich. Mehr war nicht von Nöten. Mit jedem Tag aufs Neue will ich der Herrin beweisen, dass ich würdig bin.
Temora und mein Ritter sollen einmal stolz auf mich, die unwürdige, sein. Mehr will ich nicht.
Buße und Hoffnung. Temora steh mir bei!

Mit einem metallenen Klicken schließe ich Verschlüsse meines Armschutzes. Ja, meine Knappenrüstung war inzwischen zu einer zweiten Haut für mich geworden. Kaum mehr spürte sie das kühle, kantige Metall der Ketten auf meiner Haut. Meine Bewegungen sind fließend geworden und sie erwecken den Anschein als würde ich bereits von Kindesbeinen an in derartigem Rüstzeug stecken.

„Niowe! Streng' Dich gefälligst an. Du schwingst Dein Schwert als wärst Du gerade erst aus deiner Wiege gestiegen, bei dem Licht!“, die harte Stimme schallte über den Übungsplatz und schlug unbarmherzig über dem Kopf des kleinen Mädchens zusammen. Ich, kaum mehr als neun Jahre, stand mit zitternden Beinen auf dem sandigen Platz und versuchte neben dem Gewicht der harten Lederrüstung auch noch das Gewicht von Schwertes und Schild zu stemmen. Klein und schmal war ich schon damals. Aus Spaß hatte einmal Gilian Vater gefragt, ob der dritte Bruder nicht viel zu klein und zart wäre, bis Micheil ihm zum Schweigen brachte. Nichts deutete damals darauf hin, dass aus dem schlaksigen, viel zu dünnen Mädchen einmal jene Schönheit erblühen sollte, die sich mit fünfzehn Jahren dank dem Erbgut meiner Mutter abzeichnete. Micheil hatte es mir einmal verraten. Ich sehe ihr zum Verwechseln ähnlich. Jetzt mit den knapp 19 Monden war es mir unwichtig geworden. Ich bin eine Streiterin Temoras und des Reichs. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, und meine Gedanken befassen sich mit weit wichtigeren Dingen nun.

„Aber Sire, ich bin doch auch erst...“, wollte ich Vater entgegnen, als ein Hieb der großen Pranke meines Vaters mich bereits in den Sand drückte.
„Wie war das? Temora hört alles, Kind. Meinst Du, sie wäre erfreut zu hören, dass du zu schwach bist in Ihrem Namen zu kämpfen?“, breitbeinig stand er da und blickte mich mit unbarmherzigen Augen in welchen aber, das könnte ich beschwören, ein leichtes Funkeln zu sehen war, zu mir herab. So jung ich auch war, ich hatte gelernt, dass jeglicher Diskussionsversuch nicht nur mit Vater, sondern auch mit Gilian aussichtslos waren und so beließ ich es bei einem leichten Schütteln des Kopfs, nur um Momente später wieder unter dem Gewicht zu leiden und die verbalen, wie auch physischen Schläge einzustecken und schweigend zu erdulden.
Danke Vater und Gilian. Das sage ich jetzt, hier am See. Danke Micheil! Ihr alle habt mich zu dem geformt was ich bin und mein Ritter wird mich zu dem formen, was man von mir erwartet zu sein. Dafür gebührt ihm der Dank.

Mechanisch habe ich mich auf mein Streitross dann aufgeschwungen. Ich darf keine Zeit mehr vergeuden mit Träumereien. Ich bin schließlich eine Streiterin der Herrin und des Reichs, geboren um zu kämpfen, erzogen um zu streben, voller Hoffnung einst auf Ihre Gnade. Ich werde meine Familie und vor allem meinen Ritter nicht enttäuschen! Bei dem Gedanken an meinen Ritter wird mir, wie immer, warm ums Herz. Ich weiß, dass ich ihn nicht lieben darf, aber wie kann man dieses Gefühl aus dem Herzen vertreiben? Ich versuche es mit aller Kraft, aber es will mir nicht gelingen. Meine Lippen sind versiegelt, nie wird er oder irgendjemand das je von mir erfahren. Es wird mein Geheimnis bleiben. Verträumt werfe ich noch einen letzten Blick auf den See, dann setzte ich einen Teil meines Kampftrainings fort, ein wenig unkonzentrierter wohl als sonst, denn ich kann ihn nicht aus meinen Gedanken vertreiben. Liegt das am Frühling? Nein, dessen bin ich mir sicher, denn ich liebe ihn ja schon lange.
Konzentriere dich, Niowe! Entschlossen stelle ich mich den Gegnern und schlage mit dem Schwert zu.
Niowe Adela Aireth

Die Geschichte einer Kette

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Ich sitze da an meinem See, den ich einfach so für mich eingenommen habe, da sowieso kein Mensch je hier ist. Was ich sehr schätze, weil nur hier ich meinen Träumereien nachgehen kann.
Also ich sitze hier und halte die Kette in meinen Händen und weiß nicht wie ich sie meinem Ritter überreichen soll. Sie ist ein Duplikat meiner Kette, die keiner je gesehen hat, da ich sie bisher nicht getragen habe aus Angst gleich in Tränen auszubrechen, wenn ich sie an meiner Haut spüre.

Adela?
Ja?
Mit großen Augen habe ich damals Micheil aufgesehen, der sich dann vor mir niederkniete und seine Hände öffnete, die etwas verborgen hatten. Eine Kette. Eine wunderschöne Kette mit einem leuchtenden Ankh als Anhänger und dem Spruch unserer Familie darauf eingraviert: Temoras Licht behüte dich in tiefster Dunkelheit. Von klein auf hat mir Vater und Micheil diesen Spruch eingeprägt bei jeder auch noch so erdenklichen Gelegenheit. Solange bis er mir in Fleisch und Blut überging und ich außer tiefster Überzeugung daran glaubte. Ja, ich glaubte sogar daran, als ich damals in den See beinahe ertrunken wäre. Ich sah da unten am Grund Temoras Licht bereits und ich hatte keine Angst. Die Angst vor dem Wasser kam dann als Micheil mich in letzter Minute gerettet hat. Mir mein Leben noch einmal schenkte. Wie er das kniete, ahnte ich bereits etwas. Ich wusste an diesem Tag noch nicht, dass er mich einige Wochen später weg schicken würde, um mir mein Leben ein weiteres Mal zu schenken. Aber in diesem Augenblick ahnte ich das noch nicht. Nur mein Gefühl sagte mir, da stimmt etwas nicht. Wie erstarrt stand ich damals da, sprachlos als er mir diese Kette, seine, in die Hände drückte.
Für dich Adela, pass darauf auf! Kaum konnte ich seine Worte vernehmen so leise sprach er sie aus wie nie zuvor, dann erhob er sich und ging wortlos weg.
Ich wollte ihm folgen, rufen.
Nein ich will sie nicht, sie gehört dir, Micheil. Aber ich war wie erstarrt und habe die Kette nur an mich gedrückt. So vieles hätte ich ihm in diesem Augenblick noch sagen wollen, aber kein Laut kam über meine Lippen. Nur Trauer und aufsteigende Tränen waren da.
Jetzt hier am See, wo mir so vieles unausgesprochenes einfällt, weiß ich wieso er sie an mich weitergab. Ein Todgeweihter hat mir das Wertvollste unserer Familie übergeben, damit ich es in Ehren halte, ihm zu Ehren. Während sanft meine Finger über den Ankh gleiten, denke ich an ihn.

Nun hatte ich eine weitere Kette für meinen Ritter fertigen lassen. Ich war dabei, habe zugesehen wie der Schmied dem Ankh im Feuer geschmiedet hat, dann behutsam die rauen Stellen abgeschliffen und den Spruch so wie ich es ihm gesagt hatte, rund um den Ankh eingravierte.
Sie war perfekt und wunderschön geworden.
Aber wie genau ich sie nun an den Träger bringen sollte, war mir unklar.

Sire, hier ist etwas für Euch!Nein das wäre falsch so. Zu banal und peinlich. Wie übergibt man einem Ritter eine Kette.
Er ist mein Vorbild, mein strahlender Held, dem ich unbedingt vertraute. Er, der Ritter, dem ich im Ungestüm meiner Jugend mein kleines Herz zu Füssen legen würde, würde er es verlangen. Ja durchs Feuer würde ich für ihn gehen, jede Schwertspitze, die sich auf ihn richtet mit meinem Körper auffangen, solange er nur unverletzt dabei bleibt. Zu meinem Glück und dank meiner Verschwiegenheit ist ihm all das bisher verborgen geblieben. So soll es auch weiterhin sein!
Inzwischen ist mir schrecklich kalt geworden, aber ich kann solange nicht hier weg, bis ich einen Entschluss gefasst und die richtigen Worte im Geist formuliert habe.
Wie überreiche ich ihm diese Kette, die ihn schützen soll, ohne aufdringlich oder noch schlimmer verliebt zu wirken? Beides wäre mir entsetzlich peinlich und alleine bei dem Gedanken daran, würde ich mich in den See stürzen, denn schwimmen kann ich noch immer nicht richtig gut, und ich kann sicher sein, dass mich diesmal keiner aus dem See rausziehen wird.
Er nennt mich Betschwester im Scherz. Gut, vielleicht ist das ein Ansatz!

Sire, die Betschwester möchte Euch in Demut diese Kette überreichen, damit Ihr immer an das Licht der Hoffnung, welches Temora uns schenkt, gedenkt. Nein, so geht es auch nicht! Mein Ritter ist einer der klügsten Männer, die ich kenne. Ich weiß nun auch mit Gewissheit, wieso der Herzog ihn schätzt, beide haben diesen seltenen Hang Dinge bis ins kleinste Detail mit ihrer Logik zu zerlegen, um dann den Kernpunkt auszusprechen und anzuordnen. Wie Vater und Micheil das auch sehr gut konnten. Also mein Ritter, würde sofort meine Worte analysieren und Fragen stellen. Und Fragen konnte ich in diesem Falle gar nicht gebrauchen.

Wieso schenkt Ihr mir diese Kette, Niowe?Weil ich Euch liebe und angst um Euch habe Sire? Weil Euer Leben für mich mehr Wert hat als das meine und ich will, dass Ihr immer und jederzeit, wenn Ihr in Schwierigkeiten geraten solltet, nie vergesst, dass Temoras Licht bei Euch ist?
Wunderbar! Genau das darf ich nicht sagen. Schließlich soll und darf er und kein anderer jemals erfahren, wie ich für ihn fühle. Er ist mein Ritter und ich seine Knappin. Es darf einfach nicht sein!
Gut, aber wie nun darf es sein? Was soll ich ihm sagen?

Oh Sire, was für ein Zufall unter den Erdbeeren und dem Tabak, den Delarus und ich für Euch als Geschenk erstanden haben, liegt eine Kette! Sie ist wohl nur für Euch bestimmt! Bei Temora, Niowe, etwas dümmeres fällt dir wohl nicht mehr ein, oder? Das durchschaut er sofort und dann kommen die Fragen.
Inzwischen habe ich sämtliche Variationen dieser Fragen im Kopf durchgespielt.
Am besten du bleibst bei der Wahrheit, Niowe! Die Wahrheit ist, dass diese Kette ihn in schlimmen Zeiten daran erinnern soll, dass es Temora gibt und sie auch in höchster Not bei ihm ist. Gut und weiter?
Also….hm weiter. Am besten ich erzähle ihm die Geschichte meiner Kette, die es seit Generationen gibt.
Also Sire. Diese Kette für Euch ist ein Abbild jener meiner Familie. Am besten ich erzähle Euch die Geschichte dieser Kette.Wie gesagt seit mehreren Generationen existiert sie in meiner Familie. Mein UrUrurgroßvater, sein Name war Albert Edrian, bekam einst diese Kette von seiner Frau überreicht, als er in die Schlacht zog. Sie war eine gute Frau und sehr gläubig. Damals noch hatte sie keine Gravur, die wurde erst später hinzugefügt. Ihr zuliebe trug er die Kette, denn er liebte seine Frau über alles. Was dann geschah, hat mir mein Bruder erzählt und der hatte es von unserem Vater und der von seinem, und so weiter. Inmitten dieses entsetzlichen Schlachtgewühls, das in alten Schriften unserer Familie vermerkt worden war, wurde mein UrUrUrgroßvater verletzt, er stürzte vom seinem Streitross, und lag am Boden. So ungefähr wie ein dicker Käfer, Sire, der am Rücken liegt, und vor Schreck sich solange nicht bewegt, bis er merkt, ich lebe noch. Während er also da benommen auf seinem Rücken lag, wurde ihm bewusst, dass diese keine sehr gute Position in einer Schlacht war, und er tastete mit der Hand nach seinem Schwert. Zu spät, dachte er als plötzlich ein Gegner mit erhobener Kriegsaxt vor ihm stand. Im gleichen Augenblick fiehl ihm seine a seine Frau ein, und dann an die Kette, die sie ihm gegeben hatte, und in höchster Verzweiflung richtete er seine Gedanken an Temora. Er hatte in diesem Augenblick mit seinem Leben abgeschlossen. Nennen wir es Zufall oder Temoras Wille, jedenfalls wurde der Gegner mit einem Schwertstreich von einem Kriegsgefährten meines Urururgr0ßvaters, der die Notlage erkannt hatte, in der er sich befand, niedergestreckt. Nach dieser Schlacht ließ er diesen Spruch aus Dankbarkeit dafür, dass er noch lebte, auf den Ankh eingravieren. Seither wird dieser Spruch von meiner Familie geführt, und die Kette weitergereicht.
Deshalb Sire, soll Euch diese Kette immer daran erinnern dass Temoras Licht, dort wo es dunkel ist leuchtet und Hoffnung spendet!Zufrieden atme ich auf und strahle. Genau das werde ich ihm sagen, und ihm dann die Kette überreichen.
Niowe Adela Aireth

Ich schreibe ein Buch für meinen Ritter

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Vergnügt und müde zwar sitze ich nun in der Morgendämmerung vor dem Kamin in der Residenz meines Ritters. Ich habe tatsächlich geschafft heute alles zu erledigen. Jede meiner Aufgaben.
Wirklich jede, Niowe?
Nun ja, in der Früh habe ich das kleine Fohlen am See bewegt, nachdem ich wie immer diese Wasserwesen vertrieben habe. Was ich ja schon lange zu meiner Aufgabe gemacht habe, ohne Befehl. Als dies der Herzog während der Sitzung erwähnt hatte, habe ich geschwiegen. Wieso auch sollte ich erwähnen, dass es zu meinen regelmäßigen täglichen Abläufen als Gardistin dazu gehört, dies zu tun? Das tue ich für die Sicherheit der Bewohner Gerimors. Auch jene kleine Waldgegend vergesse ich dabei nicht, wo ich damals auf Lady Darna gestoßen bin, und ihr das Versprechen gab, diesen Weg frei zu halten. Das tue ich seither. Auch wenn die Gegend, die ich nun von diesen Wasserwesen reinige nun ziemlich angestiegen ist. Sicherheit. Gut ich sorge dafür, so gut es eben möglich ist. Das ist meine Pflicht als Gardistin. Ich habe es lange vor dieser Erwähnung des Herzogs getan, und werde es weiterhin tun. Danach habe ich wie gesagt das kleine Fohlen bewegt. Das war notwendig, denn viel zu lange hat sich keiner darum gekümmert, als war es meine unausgesprochene Aufgabe das zu tun. Wie wild ist es vor Freude an der langen Longe herum gesprungen, wie junge Schäfchen im Frühjahr, wenn man sie das erste Mal frei im saftigen Gras toben lässt. Genau so war es bei dem Fohlen. Dabei war Amra, die hat die Gesellschaft des Fohlens auch genossen. Jedenfalls habe ich bei dem Anblick der beiden herzlich gelacht und solange mitgemacht, bis es Zeit war das Fohlen zurückzubringen. Im Stall habe ich es dann noch mit Heu abgerieben und gefüttert. Die Wasservorräte der anderen Pferde überprüft und auch jene gefüttert.
Danach Sättel samt Geschirr gereinigt und mit dem Fett für Leder eingelassen. Mein Ritter nimmt das immer wortlos zur Kenntnis aber wehe die Sättel wären mal nicht gereinigt. Das würde ihm sogleich auffallen. Also lasse ich es gar nicht darauf ankommen. Amra habe ich dann mit diesem neuen Streuner der irgendwie zu der Residenz des Sires gefunden hat auch versorgt. Ich habe mir bisher noch keinen Namen für diesen Hund überlegt. Mal sehen, vielleicht habe ich abends dazu Zeit. Nach dem Morgenprogramm habe ich hastig meinen Tee getrunken und auf das Tablett die Tasse samt Teekanne für den Sire vorbereitet. Wenn er aufsteht, sollte er dies vorfinden. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Ritter, der seinen Morgentee nicht vorfindet, wenn er gerade aus dem Bett steigt. Auch wenn ich nicht das Vergnügen hätte, dies zu genießen, denn ich bin bereits auf dem Weg ins Regiment. Dort angekommen lege ich meine Rüstung streng nach Dienstvorschrift an. Die Kette mit dem Ankh darf ich nicht tragen, das gibt ein Donnerwetter, wenn der Oberst es bemerkt. Und das würde er. Ihm entgeht nichts mit seinen Adleraugen. Nicht einmal der Halsschutz damals, den ich getragen habe. In meiner Hektik habe ich ihn vertauscht und nichtsahnend stand ich da, als das Donnerwetter des Oberst auf mich niederhagelte.
Wir sind das Regiment, und wir haben uns vorschriftsmäßig zu kleiden. Disziplin, Niowe! Das ist eine Uniform!“ Ja, weiß ich doch! Das habe ich nicht ausgesprochen, weil man das gegenüber einem Oberst nicht ausspricht. Im Rücken habe ich damals deutlich das Grinsen Lucas verspürt. Ihm macht es immer Freude, wenn mir etwas nicht gelingt. Warum weiß ich nicht, aber es gehört wohl zu seinen Eigenheiten dazu, die ich nie verstehen werde. Böse werde ich ihm deshalb nie sein, warum auch? Er ist ein Kamerad und wir sind eine Familie im Regiment! Soll er auch ein wenig Freude haben. Im Krieg werden wir Seite an Seite stehen, wie damals vor Berchgard und füreinander da sein. Jeder von uns für den anderen. Darauf kommt es schließlich an!
Nach meinem Kontrollritt quer durch das Reich und dann durch Adoran, habe ich dann meine Regimentsrüstung gereinigt und mein Streitross für den Kampf gesattelt. Jetzt war das Üben mit der Lanze an der Reihe. Inzwischen sieht das Holzfass schon ein wenig mitgenommen aus. Ja, ich treffe es bereits und das macht mich mächtig stolz. Nur die Turnierlanze habe ich noch nicht ausprobiert. Weil ich keinen Knappen wie mich eben habe, der sie mir zu Rosse reicht. Auch wenn ich mir den Kopf zerbrochen habe, wie ich das lange Ding da auf meinen Ross hochbekommen sollte. Ausprobiert habe ich es und mich dabei fast gepfählt, was ich meinem Ritter verschwiegen habe. Die Wunde in meiner Magengegend habe ich selber versorgt. So gut wie ich es eben kann. Lili hätte wohl dabei einen Anfall bekommen, aber zum Glück weiß sie von dem ja nichts. Also schweige ich und vergesse das ganze schnell. Aber es will mir nicht aus dem Kopf gehen, wie man alleine das Ding da auf das Ross bekommt. Hochziehen geht nicht, es ist zu schwer für mich. Jemand muss es mir reichen, nur den gibt es nicht und fragen will ich keinen.
Wie auch? Hey, ich habe da ne Turnierlanze, die will ich mal ausprobieren! Kannst du sie mir reichen?
Am besten vergesse ich eine Zeitlang das Ding und übe einfach mit der kleinen weiter. Bis ich und genau darauf bin ich aus, dieses dämliche Fass genau dort treffe, wo ich es treffen will.
Nach diesem Training eile ich im Laufschritt wie immer durch Adoran. Der Frühling kommt und vor Freude darüber springe ich über mehrere Stufen herab, was ich lange nicht getan habe, wohl auch aus dem Grund, weil die Stufen eisig waren und ich mir bei dem Sprung wohl den Hals gebrochen hätte. Aber ich liebe das Gefühl da für einen kurzen Augenblick zu schweben und dann aufzukommen. Es ist unbeschreiblich. Genau aus dem Grund machen es wohl die Schäfchen auch im Freien, denke ich. Aus Lebensfreude und weil es einfach schön ist.
Nachdem ich Amra auf ihr Lieblingskissen in meinem Zimmer in der Herberge gelegt habe, weil sie nach dem Toben müde ist, mache ich mich auf zum nächsten Training. Das mit den Steinen in der Residenz. Gott, wie ich diese Steine mir langsam zuwider sind. Aber ich tue es. Stemme die Dinger hoch, wie der Sire es mir gezeigt hat und achte drauf jede Woche einen Stein mehr in diesen Sack zu legen. Dabei komme ich mir vor wie ein Lastengaul. Aber was soll’s. Die Übung hat seinen Sinn und meine Oberarme tragen nun schöne Muskeln. Sieht gut aus eigentlich, aber darauf kommt es nicht an. Wichtiger ist es, dass ich diese Turnierlanze einmal halten kann. Erschöpft nach diesem Training ist bereits der Abend angebrochen und ich muss noch eine Runde durch das Reich machen, um diese Wasserwesen in ihre Schranken zu weisen. Was ich dann auch tue und das Bad auf später verschiebe. Nach dem Bad, was einfach nur wunderbar ist und entspannend, gehe ich die Aufgaben des Tages nochmals in Gedanken durch und hacke sie ab. Nur eine nicht. Das Buch! Ich muss für den Sire noch Poesie schreiben über das, was mir etwas bedeutet nur über Temora nicht. Das hat er mir verboten und ich weiß auch warum, weil über die Herrin zu schreiben, mir unendlich leicht gefallen wäre, ich Bücher mit Lobgesängen über sie füllen könnte. Aber ich darf nicht!
Seufzend verlasse ich mein Bad und duftend wie eine Rose im
Sommerwind setze ich mich an den Schreibtisch und schlage mein leeres Buch auf. Womit soll ich all die Seiten füllen? Temora ist nicht gestattet und Micheil ist mir zu persönlich also worüber?
Während ich da im Kerzenlicht über die leeren Blättern sinniere, lausche ich den Geräuschen der Nacht. Die kleine Meise im Baum vor der Residenz verabschiedet den Tag mit einem leisen Abendlied, dann ist es still. Fröhlich rauscht der Fluss an der Residenz vorbei, in dem ich viele Kirschenkerne geworfen habe. Sollte die alle einmal wurzeln, dann haben wir eine Armee von Kirschenbäumen vor dem Haus. Was gut ist. Ich mag Kirschen. Aber Kirschen füllen nicht diese entsetzlich leeren Blätter, Niowe!, rasch ermahne ich mich und blicke gebannt auf das Buch. Mit einem Male fällt mir etwas ein. Ich schreibe ein Buch über die Sprüche meines Ritters.
Das ist nicht deine Aufgabe nun, Adela! Tief atme ich auf, als ich die Stimme Vaters im Kopf vernehme.
Nein, das ist nicht meine Aufgabe, aber es macht mir Freude. Außerdem wäre es ein schönes Geschenk einmal für den Sire ihm das Buch zu überreichen.
Das mache ich jetzt! Die Poesie kann warten! Wild entschlossen tauche ich den Federkiel in das Tintenfässchen und beginne zu schreiben. Wie leicht das mir fällt? Ich bin verwundert und ständig steigen in meinen Gedanken neue Erinnerungen auf und Sprüche meines Sires!

Men Ritter und ich auf Dämonenjagd, dabei bin ich auf dem Blut im Gang ausgerutscht und landetet unter der rechten Schwinge des Dämons, der wohl genauso erstaunt war wie ich in dem Augenblick. Zu mehr kam er nicht mehr, denn mein Ritter hat ihn danach niedergestreckt und ich zu Temora gebetet er möge ja nicht auf mich fallen, denn dann wäre es um mich geschehen.
Als mein Sire mich unter dem Flügen hervorgezogen hat, meinte er nur: „Niowe, hier ist nicht der rechte Ort und der geeignete Augenblick um zu ruhen. Also auf mit dir!“

An jenem Tag als die Tiere den Wald verließen und ein Rudel Rehe und Hirsche vor dem Regimentsgebäude sich versammelt hatten, da meinte mein Sire zu dem Herrn Oberst:“Frischfleischlieferung für das Regiment Herr Oberst von Tannhoeh?“

Meine Teilnahme an der ersten Adlersitzung. Ich stand wie gewohnt hinter dem Stuhl meines Ritters, der nun seinerseits dem Herzog, den Stuhl zu seiner rechten an seiner Seite vor dem Kamin anbot, hinter dem sogleich der Kamin sich befand.
Meinte der Herzog zu meinem Ritter: „Wenn Ihr ihn nicht gewählt habt, weil meine alten Knochen mehr Wärme benötigen, dann will ich ihn gerne einnehmen.“ Mein Ritter meinte dann trocken zu dem Herzog: „Nein, herzogliche Hoheit, aber ich kann meine Knappin schlecht in den Kamin stellen.“

Mein Ritter bei einer Besprechung bei der es um den Krieg des Reichs mit Rahal ging: Das ist das erste Kriegsgebiet in dem man den Menschen sagen muss wer der Feind ist und was ihn ausmacht.

So vieles fällt mir ein und an einem ganz besonderen Tag werde ich zur Erinnerung meinem Ritter dieses Buch schenken. Wobei mir jetzt wieder meine Aufgabe einfällt für die es viel zu spät ist. Schon dämmert der Morgen und ich muss in wenigen Stunden wieder aufstehen, um meine Pflichten zu erfüllen. Ich werde dies an einem anderen Tag nachholen. Morgen vielleicht oder übermorgen? Mal sehen.
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