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Verfasst: Sonntag 19. September 2010, 03:03
von Amon
Im Buch des Amon. Der 19. Searum 253...

Ein Jünger des Erlösers. Ja der war und bin ich. Auch vertrete ich diese Meinung noch immer und gebe mein Bestes um andere vom Herren zu überzeugen. Nicht viele tragen den Funken in sich, der zu entfachen ist, um sie von der Wahrheit zu überzeugen. Viel zu fest hat sich die Abneigung gegenüber Kra'thor und uns in ihnen eingebrannt.

Heute Abend war ich wieder in Bajard unterwegs. Ohne Robe und Stab konnten doch die meisten erkennen, wer oder was ich war. Schon allein der Blick, wie sie mich ansahen sagte mir das ich bei ihnen nicht den Hauch einer Chance hatte sie zu Bekehren.

Bei einem Objekt blieb ich stehen. Eine junge Frau, sie laß in einem Buch. Es handelte offensichtlich um Alchemie. Woher ich das weiß? Ich habe sie gefragt und sie zeigte es mir. Das wahrscheinlich auch nur weil sie höllische Angst vor mir hatte. Sie roch es. Sie sah es. Ich war ein Diener Kra'thors. Einer derer über die man Geschichten hörte, sie würden quälen, morden und vernichten. Natürlich entsprach das alles der Wahrheit, nur konnte ich das schlechte der jungen Frau erzählen wenn ich ihr eine solche Gehirnwäsche verpassen wollte.

Einen Metzger und Schlächter könnte man mich nennen. Für sie war ich der ehrliche Priester, der daran glaubte was er sagte. Der der andere vom Glauben überzeugen könnte um in der Gunst seines Angebeteten zu stehen. Abscheulich war das Gefühl, das der Mensch gegenüber ein solches Bild von mir hatte. Sie lauschte mit Interesse und war sehr klug. Sie konterte meine Überzeugungsansätze gut, sodass mir keine Chance war sie wahrlich auf unseren Weg zu führen.

Einen Krieger haben wir bereits bekehrt, mehr Erfolge durften wir jedoch noch nicht für unsere Seite buchen. Von den anderen Jüngern habe ich leider noch nicht mehr gehört. Die sogenannte Kirche scheint nicht wirklich Früchte zu tragen. Man müsse etwas ändern, wir müssten sehen dass es voran geht.

Zugleich aber auch mein Vorhaben. Die gänzliche Hingabe dem Herren gegenüber. Ich selbst, wandelnd auf Erden als lebender Toter. Würde er mir wirklich diese Gunst zugestehen und mich soweit begünstigen? Eine solche Macht zu ernten und nutzen zu dürfen wäre von großer Bedeutung. Endlich würden wir mehr Erfolg in unseren eigenen Reihen aufzeigen können. Im Kampf für jede einzelne Seele, als aktiver 'Krieger' des Herren.

Der Versuch dieser Missionierung schlug fehl, nun musste ich noch sicher gehen dass sie dieses Wissen nicht weitergäbe. Ich verfolgte sie eine Weile und sie hielt still. Einen Diener setzte ich auf sie an, falls sie etwas sagen würde, wüsste ich es noch vor ihr selbst dass sie mich verraten hatte.

Ein Wirrwarr. Alle Gedanken die durch mich strömen. Je einer, der das lesen wird, wird erfahren was in mir vorgeht es aufgrund der Unordnung nicht verstehen..

Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 11:03
von Armoran Mares
Falscher Char-.-

Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 11:04
von Amon
Im Buch des Amon. Der 04. Alatner 253...

Eine lange Zeit war vergangen.


Niemals sah ich mehr einen. Wie verschollen, vom richtigen Weg abgekommen. Wir wurden zerschlagen. Nicht durch die Fremde Hand des Feindes, nicht durch heimliche Intrigen der Priesterschaft. Es lag am schwachen Glauben der uns zu wenig in die Tat umsetzen lies. Viel zu viel Zeit war vergangen ohne das wir dem Herren ein passendes Opfer brachten. Es war wohl mit einer Fehlentscheidung verbunden diesen Brüdern zu trauen. Ihnen zu glauben sie würden wirklich den Glauben haben. Meinen Weg werde ich wieder alleine bestreiten müssen.

Mein Weg führte mich durch alle nur bedenklichen Städte, während die weiße und kalte Pracht vom Himmel fiel. Den dreckig grünen Rasen und alles was sonst noch so rumlag verdrängend. Den lebenden Strom Wasser einfrierend. Alles Leben sterben lassend. Das war die schönste Zeit des Jahres. Jedoch störte mich eines. Ob mich der Schein trügte? Es war so als wären wir vergessen worden. Niemand hatte sich mehr Blicken lassen. Keiner verbreitete den Willen Kra'thors. Wer denn fürchtete sich heute noch vor den Geschichten die man sich von seinen Dienern erzählt? Welch Grauen sie unter die Menschheit brachten, davor fürchten sich nur noch die Kinder, bevor sie ihre Augen verschließen um in den Schlaf zu verfallen.
Es war die Zeit gekommen, in der wir den falschen Weg einschlugen. Dies bedeutete viel Arbeit, wir mussten wieder umkehren, dem Herren gegenüber Buße tun, Demut zeigen und ihn um Verzeihung Bitten.

Vielleicht, aber auch nur vielleicht wird er uns vergeben. Uns die Chance geben wieder neu anzufangen um uns irgendwann mal wieder in seiner Gunst wiegen zu lassen.

Wir werden sehen. Erst muss ich die Anderen aufsuchen. Zumindest jene, die noch übrig sind. So sollte es nicht enden.

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2012, 14:07
von Amon
Im Buch des Amon. Der 03. Eluviar 255...

Meine Entscheidung war immer die Selbe. Zweifel fand man immer, doch inzwischen war Er zu einem Solchen geworden an was er glaubte.

Er hatte sich Abgewandt. Nicht von meinem Herren, sondern von der Gemeinschaft. Viele Heuchler und anderer Abschaum gehörten ihr an.
Die Zeit war gekommen zurückzukehren und sich die neue Gemeinschaft anzusehen. Wer wird wohl noch da sein? Wen hat man sich bereits geholt?
Gespannt werde ich sein, was ich auffinden werde.

Nach den vielen Experimenten an all den Leichen der Tiere und der Kranken und getöteten Menschen nahm meine Haut keinen anderen Geruch mehr an. Sie riecht förmlich nach dem verdorbenen Fleisch, dem eingetrockneten Blut. Doch ein Duft, der ist mir an mein 'Herz' gewachsen. Der Duft der Krankheit...

Ich hatte mich vorsichtig bewegen müssen, jeder der nah genug an mich herankam blieb dort nicht lange. Aber die Blicke ließen nicht los. Der Weg dorthin war mir noch vertraut.
Heute mache ich noch eine Rast im Wald. Nichtmal die wilden Tiere nähern sich mehr. Sie sehen mich nicht, es ist zu dunkel. Ich dagegen sehe sie ganz genau, mein Herr hat mich nicht vgergessen. Sie umkreisen mich zwar, kommen aber nicht viel Näher als 25 Schritt.

Weit ist die Entfernung zur alten Grotte nicht mehr, trotzdem schlafe ich lieber hier im hässlichen Leben als in der toten Grotte. Dort unten ist wahrscheinlich mehr Leben als es sein sollte. Wir werden sehen...

Verfasst: Mittwoch 9. Mai 2012, 10:28
von Amon
Im Buch des Amon. Der 08. Eluviar 255...

Das war ein einmaliger Besuch. Ich bin kein Heuchler, wie der Rest, und zeige den Unwissenden wer und was ich bin. Trotzalledem will ich ihre Tarnung auch nicht auffliegen lassen.
Die Blicke und die Reaktionen derer die im Gasthaus zum Schwarzen Ross waren, waren wie sonst auch.

So ich dort nochmal hingehe, dann nur noch dort wo der Rest sich auch preis gibt.

Ein nahezu üblicher Bruder...Diener des Herren. Jedoch hat er etwas mehr potential als der Rest. Er versucht etwas aufzubauen. Vielleicht wird er es schaffen, vielleicht aber auch nur scheitern, wie Neroith.
Wie er nur mit sich reden lies. Als wäre er ein Häufchen Elend, auf das der blaue Abschaum aus Rahal herabblickte.

Dieses minderwertige Wesen, bestraft durch seine Existenz und einem Sprachfehler. Eine Missgeburt der sogenannten Götter, des sogenannten All-Vaters. Eben eine derer die zu minderwertig sind um Krathor damit zu beschenken.

Vom selben Schlag wie der eingebildete Harlunke in seiner Arcana-Robe. Er meinte Befehle geben zu müssen. Diese wurden sogar angenommen. Das Bemitleidenswerte daran waren seine Fragen an mich, wie er kurzerhand zerbrach und das Gespräch apruppt abbrach um aufzubrechen. Eben ein Bürger wie es sie zur Unzahl gibt.

Das kleine Mädchen, aufdringlich, dreckig, frech und doch sie selbst. Leider nur ein kleines Mädchen die mit den Lehren Krathors nichts anfangen könnte. Sie jedoch wäre es Wert gewesen sie darin zu lehren. Vielleicht hätte ich ihr doch sagen sollen das ich lesen kann?

Die Schmiedin. Ein Mittel zum Zweck, mehr nicht. Sie wird sich sicher nochmal als nützlich erweisen.

Das leckere Wild, nahezu Roh. Das Blut und das frische Fleisch in meinem Mund. Ein wahrer Leckerbissen. Zum Glück habe ich mir den Rest mitgenommen, denn das ist es was ich nun machen werde. Speisen.

Verfasst: Donnerstag 10. Mai 2012, 12:43
von Amon
Im Buch des Amon. Der 09. Eluviar 255...

Die Gebärden waren ganz interessant anzusehen.

Auf der einen Seite das dunkle Fleisch Rahals, unkoordiniert und doch einschüchternd. Was wohl mehr an der Echse lag auf der dieser blaue Abschaum saß, als am Gesamtbild. Zähne fletschend, die Rüstung präsentierend, mit dem Wetter spielend.Viel wildes schwarzes Fleisch.

Auf der anderen Seite das goldene Fleisch. Schon allein der Anblick ungenießbar. Eine Reihe von Reitern, Fußsoldaten und etwas Anderem. Eher durch die Anzahl der Fleischbatzen war eine kräftige Masse gegeben. Glänzende Rüstungen, mit Goldfäden durchzogene Kleider, mehr prunkvoll als nützlich. Ein goldener Fleischhaufen.


Zwei Seiten. Keine Freunde, sondern Feinde. Bewaffnet bis an die Zähne. Ein Vergleich von Schwarz und Weiß. Resultat - Keine Verletzung, keine Wunde, kein Tropfen Blut. Kein Toter. Ein jämmerliches Ergebnis.

Dagegen war der Diener umso interessanter. Ein Gleichgesinnter mit Dienern die selbst mir einst nützlich werden könnten. Mit Abstand zum Rest der Heuchler. Abstand zur Gemeinschaft. Das war etwas, was man als etwas mehr Bezeichnen könnte als ein Stück Fleisch. Vielleicht noch ein Gelenkstück und ein dazugehöriger Knochen dazu und das Bild für diesen Diener wäre perfekt. Natürlich nicht halbwegs ein Konstrukt wie das in dem ich bin, aber auf dem Weg um einmal nützlich zu sein. Am letzten Tag der Woche werden sich die Ungenießbaren vom Genießbaren getrennt und ich werde sehen was sich lohnt und was nicht.

Gemerkt habe ich es gestern, es ist nützlich in gewissen Situationen das Gesicht vor den Unwissenden zu verdecken. Mit Krathors Gunst war das noch ein einfaches, doch diese werde ich mir auch wieder erarbeiten. Jeder sollte wissen das ich ein Jünger Krathors bin - doch jetzt noch nicht. Das Konstrukt ist noch nicht reif genug.

Verfasst: Freitag 11. Mai 2012, 11:58
von Amon
Im Buch des Amon. Der 10. Eluviar 255...

Ein wenig Gift hier. Ein wenig Gift dort. Sicher nur zum guten Willen - für Krathor. Der Fisch wird besser, nicht schlechter. Das Schädlingsbekämpfungsmittel lässt das Fleisch erst richtig reifen. Ich hatte leider nicht die Möglichkeit es zu testen...

Das unreife Fleisch versammelt sich um mich, unbewusst dessen das sie nicht mit einem gleichgesinnten Stück Fleisch zu tun haben, sondern einem Konstrukt. Fisch? Wollten sie leider keinen. Meinen Namen wollten sie wissen. Wozu denn, er würde ihnen eh nichts bringen. Nun wissen sie das ich Amon heiße und meinen Fisch mit Krankheitsheilenden Tinkturen würze. Was für eine Krankheit muss dieses unwissende Fleisch plagen um in mir die nun folgenden Ausführungen zu sehen?

Ich würde unheimlich sein, aber auch interessant. Vielleicht sogar bösartig. Ein Grund um mich zu beobachten - auch in Düstersee. Das Getuschel fiel mir allemal auf. Sie standen einen Schritt entfernt vor mir. Ich würde wie ein totes Tier stinken - Das ist der Duft den sie auch an sich tragen werden und zwar dann, wenn sie auf ihrem letzten Weg sind, um den Herren mächtiger zu machen. Also als Zeichen dessen dass ich ihnen um ein Weites voraus bin. Soweit voraus, das es ich ihr Ziel bereits übersprungen habe. Zu sterben...

Verfasst: Mittwoch 1. August 2012, 22:57
von Amon
Im Buch des Amon. Der 01. Ashatar 255...

..Ich sah einen sinnlosen Kampf der den Zweck nicht erfüllt hat. Ein nützlicher Diener der dem Rest nur unnütz ist. Der Drache war auferstanden und tat wie man befahl. Die Schergen Alatar hätten vom Südtor besser zurückgedrängt werden können, es wurde aber nicht in Erwägung gezogen. Stattdessen wurden die Dummen niedergeschlagen und jene die das einfädelten liefen davon. Meine Wenigkeit und eine andere Dienerin.

..Ich bin mir nichtmal sicher ob wirklich all das von dem passiert ist so unvorhersehbar war, oder vielleicht sogar geplant und wollte man uns loswerden? Derjenige hat sich jedoch geschnitten und hoffentlich so tief, dass ich sein faulig stinkendes Fleisch bald wittern kann. Der Rabenherr selbst hat uns ausgesucht und nimmt uns unser Leben auch wieder wenn es so weit ist, dazu braucht es keinen Raben der seinen Schnabel zu tief im Arsch eines Panthers hat.

..Ich fühlte mich wohl im Kerker Rahals. Ich konnte es wirklich riechen, diejenigen die einst Leid, Schrecken und Krankheit in diesen Zellen erfuhren. Die Schreie dieser Wirte, der Seelen, er klebt noch immer an den Wänden hier. Diese, die verschmiert vom Saft ihres Lebens sind, waren ein Grund meines angenehmen Aufenthalts. Aber nicht nur das, auch der Dolch unter dem stinkenden gammelnden Stroh wiegte mich in Zufriedenheit. Der Gedanke daran wie die Wache die zärtliche Bewegung erfahren würde, in der der rostende Dolch seine Haut streichelt und sein Leben umgarnt. Leider kam er nicht zum Einsatz.

..Ich wollte niemanden mehr was tun, die Frau, die offensichtlich auch den Respekt der blauen Kätzchen genoß war daran Schuld. So Lammfromm, voller Mitleid und Hilfsbereitschaft versteckte sich hinter ihren Augen das Schwarze. Ich, der Menschen in vielen Situationen beobachtet habe, weiß wie sie ticken. In Glücklichen Situationen, ihren Liebsten umarmend, kurz bevor ich sie in meinen Keller verschleppte. Schmerz- und Hasserfüllt als sie noch die Hoffnung auf Leben in sich hatten. Leid und Angst in den langen Momenten in denen ihnen ihr Schicksal klar wurde. Aber diese Frau und ihre Gesellschaft strahlten nicht viel davon aus, was sie sagte und was ich aus meiner Erfahrung sagen konnte. Obwohl ich zugeben muss, dass ich im Gespräch selbst an ihre Tugenden glaubte. Erst Tageszyklen später, als ich lange Zeit noch daran dachte spinnte ich mir Eins zum Anderen zusammen. Diese Frau gefällt mir, vielleicht kann ich etwas von ihr lernen...


Soviele Ich. Warum soll es auch anders sein, bislang konnte mir niemand weiterhelfen. Der Herr alleine wird mich leiten. Selbst die Begünstigten werden mir nicht helfen können.. ICH muss es mit eigenen Händen tun.

Verfasst: Dienstag 12. November 2013, 00:28
von Amon
Nach langer Zeit nahm er das selbst geflickte lederne Buch vom Tisch und begann wieder in schlicht schwarzer Tinte zu schreiben.

Im Buch des Amon. Der 11. Rabenmond 256..


Wessen Blut tropft auf den Holztisch, während ich hier sitze und zurückdenke...?

Das 'Ich' war der falsche Weg, der Meister sah es nicht gern die Macht im alleinigen 'Ich' zu verschwenden. Mehr und mehr nahm er Kraft von mir und gab sie weg, teilte sie auf. Die Heuchler besudelten sich mit der einstig meinen Macht. Nun habe ich nichts mehr, aber lange bleibt das nicht mehr so. Ein Jahr ist es nun her, seitdem ich dich das letzte Mal füllte. Soviel hätte ich zu erzählen.

Wozu? Ohne Herr keine Schriften.

Du hast mir alles genommen was ich hatte, trotzdem habe ich überlebt. Das ist es wohl was du an mir schätzt oder willst du mich nochmal fallen sehen? Endgültig? Ich weiß, du liest dies hier alles mit. Wie dumm ich war das nicht zu glauben. Nun bin ich schlauer!

Seit damals sah ich das verdammte Licht nicht mehr was diese Heuchler sahen. Lieber war ich dort wo ich hingehörte, in meinem Loch. Die toten Augen des riechenden Hasenkadavers der nun schon seit einer Woche hier liegt lässt mich von damals schmachten. Wie schön war die Zeit des Erkundens all der verschiedenen Aspekte dieser leblosen Körper. Die Heuchler selbst natürlich verstanden es nicht, sie begaben sich auf die Sprache der einfältigen Bauern, Paladine und Ahads. Ein Stinker sei ich gewesen. Wirklich unter ihnen teiltest du meine Macht?! Wohl hatte es seinen Zweck. Der Hass vertrieb das einzige Ziel aus meinem Kopf.

Das Blut tropft noch immer auf den Tisch. Tropfen für Tropfen. Doch was machen diese schon aus, wenn du dieses Loch hier sehen würdest. Du siehst es ja... Es ist beruhigend für die Sinne. Der Anblick so frisch, der Klang so lebendig, der Geschmack der Kraft, der Geruch eines Wiederanfangs, dieses warme Gefühl auf der Haut wie als wenn die Hand des Meisters auf meinem Haupt liegen würde. Seit darmals habe ich mein Gesicht verloren. Was für eine dummes Wortspiel, man könnte glatt meinen ich schäme mich für irgendetwas. Nein, ich habe es mir aus dem Gesicht gekratzt. Einige der Heuchler erkennen mein Gesicht sicher wieder, viele andere wahrscheinlich nicht. Letztendlich wird der leckere Geruch des fauligen Todes es sein der ihnen sagt wer vor ihnen steht.

Das miteinander war es das du unterstützt hattest Herr, und diesen Weg will ich nun einschlagen um deinem Willen zu folgen... Falls nicht anders vorgesehen. Deine Worte waren deutlich zu vernehmen ' Du wirst erwartet '. Deine Botschaft mit dem Raben noch deutlicher, er sitzt vor mir. Er starrt mich an, auch er wartet auf meinen Aufbruch. Es ist ein Zeichen für ein Neuanfang? Oder der endgültige Weg zum Ende.

In der nächsten Nacht werde ich mich aufmachen zu deinen Katakomben, Herr. Was auch immer auf mich wartet, nun stehe ich dazu und werde dem entgegenstehen.

Mehr als nur ein Tropfen war es die seine Wunden verließen. Viele schon älter und vernarbt, sodass kaum noch wirkliche Rundungen seines Gesichts zu erkennen waren. Unter seinen Fingernägeln Hautfetzen und Blut. Doch nur zwei Frische Kratzer in seinem Gesicht.

Er Schlug das Buch zu, Flecken hinterließ er keine offensichtlichen auf dem Buch. Es war ohnehin mit Blut besudelt. Er pustete die nahezu runter gebrannte Kerze aus und verließ das Loch. Ohne jegliches Krächzen oder Geräusche von Flügelschlägen flog der Rabe an ihm vorbei in Richtung der Katakomben.