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Verfasst: Samstag 8. Mai 2010, 22:10
von Mandred Louisan
Die Vorbereitungen
Mehrere Tage weilte er nun schon im Kloster und hatte nun seit einigen Tagen gespürt, dass das Böse in ihm sich mehr regte, als zuvor. Es war an der Zeit diesem Unheil ein Ende zu setzen und das würde bald geschehen. Jetzt hieß es sich körperlich und seelisch auf etwas vorzubereiten, was alles an ihm noch einmal aufs Messers Schneide stellte.
Er würde auf die härteste Probe gestellt werden, die ihm je auferlegt worden war. Es würde sich zeigen, wie sehr ern den Glauben manifestiert hatte, wieviel Selbstbewusstsein er hatte und was ihm Liebe, Freude, Frieden und Eintracht bedeuten. Alles an ihm würde auf die Probe gestellt!
Mit dieser Erkenntnis saß der Ritter auf der Empore und blickte aus trüben, leicht geröteten Augen auf den Altar in der Kirche des Klosters hinunter. Er war schwer übermüdet, obwohl er mehr schlief, als je zuvor und sein Gesicht war eingefallen und von einem steten Schatten belegt. Er senkte den Kopf und betrachtete sein verzerrtes Spiegelbild in dem Helm mit dem Adler obenauf und kniff die Augen zusammen, als er sein ganzes Elend sah. Irgednwas in ihm machte ihn darauf aufmerksam, dass es bald so weit sein würde. Nicht zuletzt spürte er die wachsende Macht dessen, was in ihm war und merkte auch, dass sein bisheriger innerlicher und seelischer Widerstand langsam verbraucht war und das, was in ihm hauste und vergiftete nur einen Bruchteil seiner verpesteten Macht ausstrahlte und förmlich mit dem Ritter zu spielen schien.
Was, wenn ich tatsächlich zurückbleibe und mein Leben verwirkt ist?
Was, wenn es diesem Dämon gelingt mich vollends in einen Diener des Bösen zu wandeln?
Sollte ich dann alles verraten können, was ich mit einem Eid schwor zu schützen und in Ehre zu halten?
Was, wenn ich die Menschen, die ich liebe, mit denen ich Seite an Seite jeden Tag aufs Neue den Kampf des Glaubens führe nie mehr wiedersehe?
Sollte ich mich von allen verabschieden?
Diese und viele weitere Fragen plagten den Ritter und waren der Ursprung seiner Übermüdung und seienr unruhigen schlaflosen Nächte. Er brauchte nun Geduld und Ruhe um sich in der bestmöglichen Verfassung und Vorbereitung dem letzten Schritt zuzuwenden. Aber es wird nicht einfach. Mit einem erneuten Kopfschütteln in sein Spiegelbild ergriff er den Helm und setzte ihn sich auf und erhob sich von der Bank und wanderte hinunter vor den Altar der Kirche. Auf beide Knie sich begebend betete er sein Abendgebet mit dem er sich in seine Bettstatt niederlassen wollte. Die Worte kamen zuerst ruhig und in einem gemäßigten Tone herüber und waren als leises Echo von den Kirchenmauern zu vernehmen. Doch bis zum letzten Satz seines Gebets, seiner letzten Bitte steigerte sich sowohl seine Lautstärke und auch seine Innigkeit mit der er betete. Die Falten auf seiner Stirn vertieften sich, wurden zu Schluchten und drückten seine ganze Konzentration aus, während seine zusammengekniffenen Augen und sein verzerrter Gesichtsausdruck seine Verzweiflung, aber auch seine innige Bitte nach Schutz und Beistand ausdrückten. Dieser letzte Satz, war als ein noch sekunden - nachhallendes Echo vernehmbar, dass fast wie zum Zeichen noch so lange in der Halle Bestand hatte:
"Herrin, führe meinen Arm in diesem Kampf und leite meinen Geist auf dem Pfade deines Glaubens, denn du allein vermagst mir zu helfen!"
Verfasst: Sonntag 9. Mai 2010, 12:46
von Darna von Hohenfels
Auf dem Zahnfleisch
Mühsam öffnete sie die Augen und wollte sie gleich wieder schließen. Eine Weile horchte sie in sich, nahm die Umgebung auf, soweit es die Eindrücke ergaben, auch wenn sie im Prinzip wusste, wo sie war: im Kloster. Ihre Wunden von gestern würden nicht mehr sein als rötliche Striemen, als hätte sie sich gekratzt, die gebrochene Rippe hatte sich im Fokus des Lichtbaumes wieder zusammengefügt, hielt, auch wenn sie noch schmerzte. Das Gefühl, als wäre sie durch die Mangel gedreht worden, war aber noch da. Es war nicht angenehm, zwischen zwei Pferden eingequetscht zu werden, während drei Schwerter auf sie eindrangen, Trank hin oder her. Der hatte vermutlich noch Schlimmeres verhindert.
Aber sie hatte wieder versagt, oder? Was wollte dieses ganze Geschmeiß hier? Einen Tag vorher erst der Rabendiener, dann die Letharin im Wald Richtung Temoraorden. Heute Abend dann warnte Shalaryl sie unvermittelt, nachdem sie sich schon verabschiedet hatte, daß ein Lethar im kleinen Waldstück direkt westlich vom Kloster war.
Ihre Hand tastete auf der Matratze einen Moment. "Lege ich das Schwert die letzten Tage überhaupt noch aus der Hand?" Es war wenigstens im Moment nicht da, und sie war dankbar für die Ruhe. Dankbar, einfach bloß in einem Bett zu liegen, auch wenn es im Kloster war. Sie kam überhaupt nicht mehr nach Hause. Sie war so lange hier drin, so sehr mit anderem beschäftigt, daß sie nicht einmal mitbekommen hatte, wie das "Goldene Lamm", diese liderliche Lasterhöhle der Gedanken- und Anstandlosigkeit, direkt vor dem Kloster eröffnet hatte. Direkt vor dem Kloster! Und heute berichtete Arenvir fröhlich, es würden Rahaler da bedient. Sie hatte keinerlei Grund, ihm nicht zu glauben. "Aber ich hab vergessen, ihn zu fragen, ob sie erkennbare Insignien getragen hatten", glitt träge durch ihre Gedanken. Daß Linnet Arun einen Rahaler - nein, schlimmer - einen Vogelfreien geheiratet hatte. Gütige... Thelor würde ausrasten. Und sie gab sich auch noch ahnungslos. Wenn sie bewusst dort Rahaler bedienten, würde sie Mandred fragen, was für ein anwiderndes Weibstück er da eigentlich zu heiraten gewagt hatte, diese... ("Puffmutter" war zum Glück ein Begriff, der in ihrem Wortschatz nicht vorkam) zog seinen Namen in den Dreck. Es würde ihr ein persönliches Vergnügen sein, das Lamm Stück für Stück auseinander zu nehmen und es nach Bajard zu werfen, dort gehörte solcherlei hin. "Als hätte ich nichts Wichtigers zu tun." Ein dezent frustriertes und entnervtes Brummen war von ihr zu hören.
Nein, sie war nur drauf und dran, Opfer krathorischer Flüche zu werden, während gleichzeitig ein Adlerritter, einer ihrer Mit-Streiter, ein Bruder im Kampfe das manifestierte Böse in sich trug und gegen eine, nein drei Dämonen zu Felde zog, die Leute in Stein verwandeln konnten. Der Anblick einer Vogelfreien und ihrer Symbolik hatte einmal mehr gedroht, sie fast außer Gefecht zu setzen, weil sie einfach unerträgliche Kopfschmerzen bekam, und sie ahnte selber, daß das Bemühen von Eminenz Svea, ihren Geist abzuschirmen, damit einen Schaden erlitten hatte. Darna hatte ein ausgeglichenes Gemüt behalten und ihre bewussten Erinnerungen möglichst im Hintergrund lassen sollen... aber es drängte sich alles auf. Auch noch alles Schlechte: Adrians Gefangenschaft bei den Letharen war ebenso wieder bewusst geworden, wie Shayas Verfluchung durch einen Rabendiener, das Schreckgespenst ihrer eigenen Entführung durch die Vogelfreien schwebte immernoch über ihr und quälte sie. Und halb Rahal schien es die letzten Tage darauf anzulegen, um das Kloster herum zu toben und ihnen auf der Nase herumtanzen zu wollen.
Rabendiener, Letharen, und nun gestern zwei rahaler Ritter. Ein trockener Ansatz eines humorlosen Lachens entrang sich ihr, als sie wieder an die Worte dachte: "Lasst das Kind des Einen frei, nehmt dafür einen Ritter des Herrn!" - ja klar... sie wollte den aber nicht. Sie hatte es schon nicht gebrauchen können, den Rabendiener festhalten zu müssen, und nun sollte sie dann einen Totschläger des Panthers in Gewahrsam nehmen... es war alles ein Klotz am Bein. Um den Preis jedweden Gewinns hatte sie nun nichts von allem, wieder ein Finsterling entkommen, der Dritte in zwei Tagen, und sie alle von diesen Schergen Rahals mehr oder weniger zusammengeschlagen...
Wollte die dunkle Seite des Schicksals verhindern, daß sie dazu kamen, Mandreds Dämonin nachzujagen? Wenn ja, warf es wirklich alles dafür in die Waagschale.
"Konzentrier dich... ihr habt keine Zeit mehr." Sie durfte sich nicht weiter ablenken lassen. Doch die Schlinge jener, die sie behütend im Auge behalten wollten, wurde enger und enger, sie hielt es selber kaum mehr für möglich, noch irgendwo einen Fuß hinzusetzen, ohne daß bloß Leah dabei wäre.
"Soll das dein Fingerzeig sein, Herrin? Jene um mich zu lassen, die mir helfen sollen und es um jeden Preis wollen?" Ihr hätten Tränen aus den Augen rinnen können, als sie die Lider stärker zukniff, doch das Wasser sickerte nur dahinter zurück, netzte kaum die Wimpern. Sie hörte Shayas Worte: "Ich hüpfe dann ablenkend vor der Höhle herum und schlepp für Shalaryl Blumentöpfe, damit sie ihren Wald da hat."
Nein, sie wollte keine Bauernopfer. Keine zu Stein erkaltenden Getreuen, während sie... nur, damit sie... nein.
"Komm zur Ruhe, dir läuft die Zeit davon. Mandred braucht deine Hilfe!" Im Bett richtete sich wie mechanisch eine Frau auf, es hätte erschrecken können, diese Bewegung, als erhebe sich aufklappend ein Untoter aus seinem Sarg, der Blick starr und ver- wie entschlossen. "Funktioniere!"
Verfasst: Samstag 15. Mai 2010, 15:43
von Savea Falkenlohe
Es war ruhig geworden um die Dämoninnen, in Adoran mischte sich die Vorsicht mit dem Übergang zum normalen Alltag.
Fast vergessen die nunmehr geflickten Dächer der Häuser, durch die das Schlangenwesen kam um neue Opfer zu fordern.
Fast vergessen die glückliche Fügung und das Können der Elfe Shala, die den Versteinerten ihr normales Leben zurückgab.
Fast vergessen, dass da weit im Osten ein Tor geöffnet wurde, welches jederzeit aufs Neue Unheil bringen könnte.
Wenn wir nicht ab und an zum Anwesen gemusst hätten, hätten wir nur wenig dieser Stimmung mitbekommen.
Seit Wochen nun weilte Sir Mandred im Schutze der Klostermauern, um das, was er in sich trug nicht an die Falschen zu geben. Milady war zu seinem Schutz ebenfalls im Kloster und nach dem Beutefang der Rabendiener auch zu ihrem eigenen und wir irgendwie zu ihrem.
Seit das Lamm seine Türen keinen Steinwurf entfernt vom Kloster geöffnet hatte schien es, als hätte jemand einen riesigen Sack aufgebunden und Letharen, Arkorither und anderes Gesindel aus diesem direkt auf den Weg vor dem Kloster geschüttet.
Das Lamm zog sie an wie Kuhmist die Schmeißfliegen.
Auch den Orden der Temora schien, bis auf wenige Ausnahmen, nicht zu kümmern wie es um das Kloster stand. Seine Hochwürden Erken kam sporadisch vorbei, seine Eminenz Lefar ließ sich allenfalls zur Huldigung und Beweihräucherung seiner selbst blicken, einzig die Ordensschwester Blutstein kam und warnte vor anstehenden Unruhen gegen das Kloster.
Ganz im Gegensatz zur Ordensschwester Silberwind, die uns zunächst ganz aus persönlichem Interesse fragte, was wir im Kloster täten.
Bei dem folgenden kleinen Disput erklärte die Knappin und Klosterwache Silberwind uns, dass uns der unbeaufsichtigte Zugang zum Kloster nicht zustände, da wir weder Knappen, Priester, Ritter noch Paladine seien.
In Zeiten wie diesen stellten wir uns die Frage was den kirchlichen Knappen derzeit gelehrt würde und ob Arroganz und Überheblichkeit zur achten Tugend ernannt worden war.
In dieser Tugend zumindest könnte sie mir nicht das Wasser reichen, wenn ich wütend wurde und ich war wütend.
Gerade in den letzten Tagen glänzte jedenfalls diese Klosterwache durch Abwesenheit und nicht etwa durch Schutz des Klosters.
Vielleicht wäre sie maßgebliche Hilfe gewesen, als Sir Mandred beschloss das Kloster zu verlassen, um an der Klosterrückseite nachzusehen ob von dort Gefahr drohte, just nach der Meldung der Friedhofswache, dass acht dunkle Gestalten von ihm gesichtet wurden, in einer Mischung aus Letharen und Arkorithern.
„Wir werden einmal die Gegend nahe der anderen Seiten der Klostermauern absuchen, nicht etwa, dass noch eine weitaus größere Bedrohung sich noch herum treibt.“
„Mit Verlaub.. aber haltet Ihr das für einen guten Gedanken? Es handelt sich immerhin um Letharen, die unter Umständen etwas haben wollen, was in Eurem Besitz ist? Leichter als auf einem solchen Silbertablett könnt Ihr Euch denen gar nicht präsentieren.“
„Wir kontrollieren lediglich das Gelände rundrum... ich saß lange genug untätig hinter diesen Mauern.“
„Dann hättet Ihr einen Tag für einen Ausflug wählen sollen, der nicht ganz so gefährlich gerade für Eure Person ist Sir?“
„Gefährlich ist es zu jeder Zeit und an jedem Ort...egal ob man in meiner Lage ist oder nicht... Herausforderungen muss man sich manchmal stellen, stets den sicheren Weg wählen ist gewiss nicht immer gut.“
„Mit Verlaub, nur weil der sichere nicht immer der bestgewählte ist, muss man ja nicht gleich den unklugen wählen, Sir.“
„Ich habe in letzter Zeit soviel Fehler vor der Herrin begangen und zu verantworten. Möge sie mich in rechter Weise dafür richten.“
Mit guten Worten, Bitten und Argumenten war ihm nicht beizukommen, selbst Lady Leah hatte keinen Erfolg mit der Androhung einer erneuten Arrestierung des Sirs und somit blieb ihr keine Wahl, als ihm und seinem Ordensbruder Finrias, der keine Anstalten gemacht hatte Sir Mandred zurückzuhalten, zu folgen.
Vielleicht war es der Gütigen selbst zu verdanken, dass er und die beiden anderen unversehrt das Kloster wieder betraten.
Für uns stand jedenfalls fest: Der Sir müsste sich seine Anerkennung redlich zurückverdienen, denn Ritterlichkeit zeichnete sich gewiss nicht durch Starrsinn aus, sich selbst und andere in derartige Gefahr zu bringen.
Er erntete noch zusätzliches Unverständnis, als seine Äußerung die Runde machte, dass er keine Einwände habe, dass seine ihm Angetraute Amary im Lamm die Anhänger des Brudermörders bewirtet.
Nur leise klangen die Stimmen, die sein Verhalten der Wirkung des Artefaktes zuschoben.
Man würde sehen.
Und was blieb uns?
Die Dächer des Klosters drohten stellenweise einzubrechen und auf Bitte Miladys gaben wir bei den Handwerkern Berchgards Gerüste mit Plattformen und große Kessel in Auftrag.
Der Rest der Tage und Nächte war gefüllt mit Wechselschichten, die Klosterbrüder- und wachen zu unterstützen, wo es eben möglich war.
Verfasst: Donnerstag 20. Mai 2010, 23:14
von Shalaryl Di'naru
Dilemma. Das passende Wort für die gegebene Situation. Einerseits stellte
es ein untragbares Risiko dar, wenn ausgerechnet sie, die wusste wie die
Versteinerten zu retten waren an der waghalsigen Aufgabe teilnahm, die
Dämoninnen zum Kampf zu fordern. Andererseits war es ebenso töricht,
diesen Kampf ohne eine Rücklage zu wagen.
Wenn Darna auszog, wusste niemand genau, wo sie landen würde, wie die
Sphäre hinter dem Tor ihre Melodien verzerren würde...wann sie in Gefahr
wäre, nicht abzuschätzen. Nein...in Gefahr war sie so oder so, besser: Wann
es nötig wäre, sie rauszuholen, gleich welches Risiko das nun bergen würde.
Sie brauchte eine Verbindung. Einen Part ihrer eigenen Melodie, gebunden
an etwas, das Darna problemlos mitnehmen konnte. Ein einzigartiges Klang-
muster mit einer Nuance ihrer eigenen, elfischen Seele. Etwas, das sie auf
jeden Fall und überall finden konnte, ein Fokuspunkt während der Reise in
der fremden Sphäre für einen wachenden Geist und ein Anker für eine eigene
Reise, um helfend einzugreifen.
Im Grunde war es nicht mal ein großes Problem...zumindest nicht, dem
Dolch den Darna ihr gegeben hatte mit genügend klaren Klängen ihres
waldelfischen Selbst zu verweben. Nein, das Problem war, es nicht zu
klar zu gestalten, dass der Funke in Mandred darauf reagieren würde.
Doch wie nahezu immer, half ihr die Natur weiter...Glühwürmchen! Das
Leuchten war im Grunde immer da, doch nur wenn die kleinen Tiere
sich ganz darauf konzentrierten auch sichtbar. So würde sie den Dolch
gestalten...ein stark genuger Grundton, um ihm folgen zu können, und
darin verborgen ein weiteres Muster, dass sich bei entsprechendem Fokus
intensivieren würde.
Nach Stunden im Schatten der uralten Baumriesen der Sala, unterstützenden
Geistern in der Konzentration auf das Werk, musterte sie kritisch die
schmale Waffe. Einzigartig, gut. Dann der entscheidende Fokus: eine
eindeutige Resonanz, grünes Schimmern über der Klinge und klare
Klangmuster. Es war geschafft...damit würde sie die Trägerin überwachen
und im Notfall retten können. Hoffentlich... .
Gemeinsam mit einem Namensbaustein, den Darna für Botschaften ver-
wenden konnte, die nicht jeder verstehen durfte, brachte sie den Dolch
zurück, wartend wann die Nachricht kommen würde, ihn zu nutzen.
Verfasst: Montag 24. Mai 2010, 18:50
von Mandred Louisan
Der erste Dämon: Ey' reale
Der Wahnsinn war in ihm gewachsen. Die Starrsinnigkeit seines eigenen Selbst war unübertroffen und spornte ihn zu dermaßen absurden Taten an, dass es für einen "normalen" Menschen durchaus so ausgesehen hätte, dass der Ritter nicht wirklich mehr alle Beisammen hatte. Ales in ihm war verschwommen, das manifestierte Böse schien endgültig genug mit ihm gespielt zu haben und war von fester Entschlossenheit das eigentliche Ziel seines Daseins zu erreichen und eine derart mächtige Waffe zu werden, dass das Ausmaß ihrer Macht nicht zu bestimmen war. Der Ritter war egoistisch, Zorn und Hass waren seine stetigen, inneren Begleiter und er verspürte wahre Freude daran sich den Anordnungen der Paladina oder den Ratschlägen seiner Mitmenschen zu widersetzen. Etwas in ihm hatte einen derartig boshaften, schwarzen Humor, dass es selber nicht darübe rlachen konnte. Wie der Ritter selbst: Ein Lächeln, ein wahrhaftiges Lächeln aus tiefem Herzen war nur in sehr seltenen Fällen noch bei ihm anzutreffen... und dieses lodernde Feuer! Glühend heiß, wie zig Nadelstiche von innen!
Was war geschehen?
Was wird geschehen?
Wieder drängten sich im Fragen über Dinge auf, deren Vorahnungen ungewiss waren. Es war wahrhaftig schwerer geworden sich zu fügen, schwerer geworden sich in irgendeiner Weise nicht über Dinge zu ereifern, die blanken Hass in ihm aufrührten.
Mit all diesen Gefühlen und GEdankengängen stand der Ritter nun eines Abends vor den Toren des Klosters und wechselte Worte mit einer Gruppe von Dienern Alatars, die offenbar aber in firedlicher Absicht kamen. Doch nur wenige Momente danach drang dieser ungewöhnlich zischelnde Laut an sein Ohr, der ihn fast zum Wahnsinn brachte. Er wurde unerträglich laut, das Zischeln....einer Schlange. Mit steigender Frequenz und Lautstärke war es beinahe unmöglich nicht vor Schmerz die Augen zusammenzukneifen und sich die Ohren zuzuhalten. Und dann...der Ruf!
Die Schlangendämonin!
Mit einem Male begann sich die Welt um ihn heurm aufzulösen. Er wankte und schien nicht mehr Herr seiner Sinne, während das Böse sich auf seiner Haut, in seinem GEsicht in seinen Augen spiegelte. Ein tiefer Schatten und das übertriebene pulsierende dunkle Leuchten, dass ihn wieder zu verschlingen drohte und das Schwarz seiner Augen, dass sich unendlich weitete, alles waren Anzeichen für die INtelligenz dessen, was sich in ihm befand. Mael Rayat zeigte ihm, was sich näherte. Er konnte Hass, Zorn und Wut, aber auch grenzenlose KRaft und Macht spüren, die sich immer näher gen des Klosters begaben. Das berauschende Gefühl schien ihn förmlich zu durchströmen und ihn anzufachen, hiansuzugehen und sich dieser Dämonin förmlich um den Hals zu werfen. Draußen fochten bunt zusammebgewürfelte Menschen gegen eine plötzlich auftauchende Schalngenplage. Und zwischen alledem stand sie: Die Dämonin, Ey'reale.
Er spürte den Drang hinauszugehen, der Splitter führte ihn und wollte zu diesem Dämon. Der Ritter wusste nicht, was dann geschenen würde. Doch schon als er hinaustrat, verflog für einen kurzen Moment jedweder Tropfen Blut aus seinem Kopf, als er das Schlachtfeld sah. Leichname vieler übergroßer Schlangen und auch versteinerte Menschen, die in abstrusen Haltjungen offenbar nicht fähig waren auch nur irgendetwas zu tun...Ein Bild des Grauens.
Und dann sein Knappe, vor dem Tore, versteinert und in einer grausamen Haltung. Das Blut und mit ihm das Feuer der Wut kamen so schnell, wie sie gegangen waren und brachten ihn dazu ein unmenschliches tiefes Grollen auszusenden. DIe Dämonin schien ihn zu spüren und richtet ihr Augenmerk auf ihn. Hinter dem Schild sich verbergend kauerte der Ritter und überlegte fieebrhaft, was er tun sollte. Es war ein Alptraum. Dort sah er eine Schützin, die Pfeile gen der Dämonin sandte, dort die Paladina, die ihr Schwert erhob. Und ehe er wusste, was er tun sollte, weil er wie gelähmt war, sank die Dämonin mit einem letzten wütenden Fauchen und Zischeln zu Boden, wo sie endete. Kaum, dass sich die Lage ein wenig beruhigt hatte, entstand ein hell loderndes Feuer, ein Feuer, wie aus der Hölle selbst, dass von der Dämonin nichts als Asche zurückließ und einen seltsamen Spiegel mit dem Worte "Eitelkeit", welches in den Rand graviert war. Die Versteinerten lösten sich aus ihrer Starre, auch sein Knappe und nur nach einer Weile, als er wusste, dass es vorbei war und sich der Schatten wieder aus seinem Gesicht verschwand, ging der Ritter hinter die Portale. Den Spiegel wollte er am nächsten Tage von der Paladina verlangen um ihn zu betrachten.
Der erste Dämon war dahin, mit ihm womöglich eine Option, Mael Rayat jemals loszuwerden. Doch schon an diesem Abend war klar, die anderen beiden Dämonen musste er dazu bringen, mit ihm zu reden, ganz gleich wie gefährlich sie waren.
Verfasst: Dienstag 25. Mai 2010, 15:34
von Leah Katuri
„Entweder ihr akzeptiert meine Anwesenheit... Oder ihr akzeptiert meinen Zorn!“
„Euren Zorn nehme ich, sobald ihr fähig seid, Duelle vernünftig auszusprechen.“
Zum Haare ausreissen. Die Nerven wären bald nur noch so dünn wie ein Nähfaden, kurz vorm Zerreissen. Was machte sie eigentlich hier?! Wie irrsinnig musste es sein, seine Klinge gegen die eines Adlerritters zu stellen, weil jener in seinem Wahn auch auf jemanden losgehen würde, der im ersten Anschein wie ein Opfer schien und nicht zuzuordnen vermochte, was gerade geschah?
Vieles war sicher und dennoch nicht klar. Die Befluchte, die Hochgeboren von Goldenfall in das Kloster gebracht hatte war zumindest eines: Nicht mehr menschlich, kurz vor der Schwelle eines schier grausamen Todes oder weitaus Grausameren. Blut hatte sich auf dem Klosterboden verteilt, während die Kranke spuckte, hustete und weiter rang. Rang mit dem Leben und ihrer Angst.
War es das, was einen Ritter ausmachte? Andere zu fürchten, sie zu bedrängen und ihnen Angst einzuflößen? Wo war der starke Arm, die trockene Träne? Wo die Tugenden, die ebenso in sich vereint sein sollten?
Was sie sah, erschreckte sie und forderte sie zugleich. Wer auch immer vor ihr stand, es war nicht mehr der, der es einst war, als ihm die Rüstung angelegt wurde, die ihn als Diener der Herrin ausmachte. Selbstgefällig, überheblich, verbohrt und verbittert. In allem eine Gefahr sehend und nicht einmal den Umstehenden trauend. Wie konnte sie schützen, wenn er weiter sich so wandeln würde? Wann käme man endlich zu einer Lösung?
Der Faden wurde dünner und dünner, die Nerven zogen sich ins Endliche und wurden auf die Probe gestellt.
Für keinen war es einfach, leicht oder eine Situation, die man leicht wegstecken konnte. Alte Probleme wurden immer und immer wieder nur durch neue ergänzt ohne dass sich eines davon löste.
Düstere Wolken, die sich mehr und mehr verdichteten und die Frage aufwarfen, wann endlich das befreiende Unwetter käme und alles wegregnen würde...
Es machte schier keinen Sinn. Die Befluchte war verschwunden. Nach ewig scheinenden Momenten, in denen sie selbst mit Sir Louisan diskutiert und ihn von der Frau fern gehalten hatte. Sie wusste selbst nicht, wen sie vor wem nun schützte, doch zumindest war ersichtlich, dass Nähe weder ihm, noch ihr gut taten. Immer und immer wieder die Sturheit zu hören, in seinem Blick abzulesen. Er vertraute nicht, vertraute ganz und gar nicht darauf, dass man ihm helfen wollte und sah in jedem Wort einen Angriff, eine Täuschung.
Sie ahnte, was er ahnte, doch es war nicht klar, nicht ersichtlich mit diesen Dingen, die sie zuerst erfahren hatten: Die Sprache von einem Stein, der sie heilen könnte, das gescheiterte Experiment, die Beschuldigung gegenüber des Ritters, er habe etwas gestohlen.
Mael Rayat.
Das Artefakt.
Dieses verdammte Teil in ihm...
Vermutungen. Erste Annahmen. Doch kein vernünftiger Satz war rauszubekommen aus der Unbekannten, solange Mandred in ihrer Nähe war. Panisch, ängstlich, wimmernd zog sie sich zurück, benutzte den Torwächter Cassian gar als lebendes Schutzschild, hinter dem sie sich verkroch. Man roch geradezu die Angst...
Sinnlos, kein Vorankommen. Wenn, dann alleine...und er...weigerte sich, vertraute nicht, dass man Näheres herausfinden würde.
Die Chance war vertan, als er endlich nachgab, zur Seite trat. Sie spürte noch das Prickeln in der Rüstung, das Aufglimmen, als sie dem eitrigen Blick ein letztes Mal begegnete und die Unbekannte verschwand. Ins Nichts, ohne ein letztes Wort, einen letzten Hinweis.
Was auch immer sie war, es wurde nicht herausgefunden. Stattdessen war der Faden dünn und dünner geworden, die Geduld, der Respekt auf eine knallharte Prüfung ausgelegt.
Wann würde endlich die Lösung in Sicht kommen?