Verfasst: Dienstag 4. Januar 2011, 17:47
Etappe 11: Hallo Schicksal? Ich würd gern zahlen..!
Langsam lies er das Rasiermesser seine linke Wange herab gleiten. Irgendwie war es schon komisch: Wenn er sich auch nur eine Woche nichts rasierte, so wuchs ihm in der vergleichsweise geringen Zeit ein durchaus stattlicher Bart, aber an den Wangen hatte er so gut wie keinen Bartwuchs. Er schüttelte diesen Gedankengang dann ab und besann sich wieder darauf, die Arbeit mit dem Rasiermesser zu vollenden. Doch auch das war nicht ganz so einfach, denn nach einem Wutanfall einer gewissen Person hatte dieser mehre von diesen lustigen, kleinen Rissen, die aussehen, als wären sie Spinnweben. Ja, es wäre mal an der Zeit den Spiegel auszutauschen. Generell wäre es an der Zeit in seinem Leben ein paar Dinge auszutauschen….. Der Gedanke kam ihm schon öfter, und während er nun nach vollendetet Arbeit das Rasiermesser mit einem Bad im heißen Wasser belohnte, machte er sich schon einmal daran in Gedanken eine Liste zu erstellen.
Die Wochen gingen ins Land und mit ihnen, wie sollte es auch anders sein, die Monate. Wenn man jeden Tag einzeln betrachten würd, so würde man am Ende jeden Tages sagen „Es ist nichts neues passiert!“ . Doch sieht man die Wochen und Monate in einem großen Rückblick, so hat sich doch wieder einiges getan. Die Herberge blühte auf, die ersten Stammgäste kamen zum allabendlichen Umtrunk und auch die Zimmer waren beinahe alle vermietet. Mit den neuen Gästen kamen auch einige neue Menschen in Rogans Leben, und das Zusammenleben mit einigen altbekannten änderte sich. Auf und ab, wie irgendwie immer.
Nachdem Talana sich eingelebt hatte, lies er ihr alle erdenklichen Freiheiten, immerhin war sie kein Kind mehr. Und dennoch verhielt sie sich des Öfteren wie eines. Kopfschüttelnd nahm er hin dass sie als Strafe für mehrere, sie nannte es stets „Streiche“, über Wochen die Ställe in Berchgard ausmisten musste. Nach ihrem neuerlichen Vergehen hatte er keine Lust mehr dabei zuzusehen wie sie alle paar Wochen von bewaffneten Männern abgeholt wurde, und so empfahl er Rafael eine ganz besondere Strafe zu erteilen. Als er diese dann auch prompt offiziell verkündete, konnte Rogan sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber irgendwie hatte er die Hoffnung, dass sie sie es nun endlich begreifen würde….
Aber immerhin war sie regelmäßig da um in der Herberge zu helfen, und Hilfe konnte er sehr gut gebrauchen. Das war wohl auch der Grund warum er direkt Neyla nach ein paar Besuchen in der Herberge überredete, ebenfalls dort zu arbeiten. Diese Frau war einfach ein Geschenk des Himmels. Sie war beinahe jeden Abend da, ihr war nichts zu viel und ihre Motivation war beinahe unerschöpflich. Durch die gemeinsame Arbeit entwickelte sich gleichzeitig eine wunderbare Freundschaft und Rogan freute sich immer sie zu sehen, auch mit der ständigen Eifersucht ihres Freundes lernte er nach einiger Zeit umzugehen. Lucien war im Grunde ein nettes Kerlchen, und auch mit ihm entwickelte sich eine Freundschaft, zumindest nachdem er nicht mehr gleich ein Kalb gebar wenn er sah das Rogan und Neyla sich alleine unterhielten. Außerdem war Lucien recht unkompliziert, und so hatten die beiden schon mehr als eine Nacht zusammen durchgezecht.
Doch in letzter Zeit schien irgendwas einfach nicht zu stimmen. Neyla zog sich immer mehr zurück, brummelte nur noch vor sich hin, fing mit allen möglichen Leuten Streit an, und nach seinem letzten Gespräch mit ihr hätte Rogan ihr am liebsten die Gurgel herum gedreht…und natürlich färbte ihre Laune auch auf Lucien ab, das war Zwangsläufig. Doch da keiner von beiden mit ihm darüber reden wollte, so konnte er im Moment nichts anderes tun als ihre Launen so hinzunehmen. Die Stimmung würde sich in Zukunft bestimmt wieder ändern….hoffentlich…..und Rogan konnte Worte, welche von Freunden im Streit gesagt wurden, auch schnell wieder vergessen.
Nicht vergessen hingegen konnte er einen bestimmten Satz : „Ich werde das mit Raindri besprechen müssen!“ Alles was Rogan dazu einfiel war : Huh ? Das war eine Sache die ihn in der Tat komplett verwirrte. Womit er nämlich gar nicht umgehen konnte waren Aussagen, welche ständig nur in Rätsel verpackt wurden. Und dann gerade noch Raindri, der sprach stets noch viel viel rätselhafter.
Da waren ihm die direkten Worte, und vor allem Taten, von Chandra doch gleich viel lieber, wenn auch um einiges schmerzhafter. Der Bluterguss nach ihrem Tritt gegen sein Schienbein schien nie abschwellen zu wollen, und er fragte sich des Öfteren wie jemand der noch so jung ist schon so frustriert und brummelig sein konnte. Jedes mal wenn jemand nicht ihrer Meinung war, würde sie am liebsten mit einer Bratpfanne auf diese Person losgehen. Als sie eines Abends mal wieder aus der Herberge lief, weil ihr einer der Aussagen einer der Anwesenden Personen nicht passte, sagte ein Gast zu ihm dass diese Frau „Temperament“ hätte. Er selbst würde das ja eher „Konfliktpotential“ nennen, aber all das Nachdenken brachte ja nichts, also musste er, und auch die anderen, sie eben so akzeptieren wie sie war. Immerhin konnte sie manchmal, wenn auch nicht oft, ganz anders sein.
Aber alles in allem war Rogan sehr zufrieden mit der Entwicklung in den letzten Wochen, seine Laune war in der Regel gut und abends ging er meistens mit einem Lächeln in sein leeres Bett. Und Lächeln war auch das erste was er tat, wenn Karawyn daher kam. Es war anscheinend ein Talent von ihr sämtliche Menschen in ihrem Umkreis die Sorgen vergessen zu lassen und einfach zu Lächeln, zumindest hatte Rogan das auch bei anderen beobachtet. Mit ihren 17 Jahren war sie auf einer Seite manchmal noch lebensfremd, auf der anderen Seite stand sie jedoch auch mit beiden Beinen fest im Leben, was nicht zuletzt auch an ihrem Beruf lag, denn andauernd wurden ihre Dienste von allem möglichen Leuten in Anspruch genommen. Umso mehr freute es ihn als gestern Abend in die Herberge spaziert kam um ihm sein bestelltes Päckchen zu bringen. Und so kam es dann auch das die beiden einige Stunden gemeinsam mit Gesprächen verbrachten. Auch der kurze „Zwischenfall“ mit der verwirrten Frau und ihrem lispelndem Freund konnte die Stimmung nicht trüben.
Nachdem er nun endlich mit dem anziehen fertig war, „wuschelte“ er seine Haare in die altbekannte Frisur zurecht. Doch was war das…? Das durfte doch nicht wahr sein! Rogan beugte sich weiter in Richtung des Spinnenwebenspiegels und hob die linke Hand an. Sorgfältig klemmte er das Objekt seines Unglaubens zwischen Daumen und Zeigefinger, und ein kurzes ziehen später hielt er den Bösewicht in der Hand. Es war tatsächlich ein graues Haar! „Tja Rogan, heute ist wohl der erste Tag vom Rest deines Lebens!“, meinte er mit einem abfälligen Tonfall zu sich selbst. Er betrachtete sich das Haar in seiner linken Hand noch einige Momente, ganz so, als könnte er dieses Haar durch seine Blicke wieder schwarz färben….Aber es half alles nicht….So spreizte er dann einfach den Daumen und Zeigefinger und lies das Haar in die Waschschüssel fallen. Erst einen Moment später lies er dann die Hand sinken. Dabei viel sein Blick wie durch Zufall auf seinen Ringfinger. Der Abdruck, welcher sein Verlobungsring damals an jenem Finger hinterlassen hatte, war inzwischen vollkommen verblasst und war nicht mehr zu sehen. Rogan drehte sich um und nahm seinen Mantel von der Kommode. In aller Ruhe zog er ihn an und ging die Stufen hinauf in die Herberge. Ein ganz besonderes Abendessen musste vorbereitet werden, und Ideen hatte er schon jede Menge. Das würde heute ein langer Tag werden, aber wenn er den Großteil heute schon erledigen konnte, so könnte das überraschende Essen bereits am Ende der Woche statt finden. Aber bis dahin müsste jeder Punkt penibel genau vorbereitet werden, immerhin sollte es etwas ganz besonderes werden….
Langsam lies er das Rasiermesser seine linke Wange herab gleiten. Irgendwie war es schon komisch: Wenn er sich auch nur eine Woche nichts rasierte, so wuchs ihm in der vergleichsweise geringen Zeit ein durchaus stattlicher Bart, aber an den Wangen hatte er so gut wie keinen Bartwuchs. Er schüttelte diesen Gedankengang dann ab und besann sich wieder darauf, die Arbeit mit dem Rasiermesser zu vollenden. Doch auch das war nicht ganz so einfach, denn nach einem Wutanfall einer gewissen Person hatte dieser mehre von diesen lustigen, kleinen Rissen, die aussehen, als wären sie Spinnweben. Ja, es wäre mal an der Zeit den Spiegel auszutauschen. Generell wäre es an der Zeit in seinem Leben ein paar Dinge auszutauschen….. Der Gedanke kam ihm schon öfter, und während er nun nach vollendetet Arbeit das Rasiermesser mit einem Bad im heißen Wasser belohnte, machte er sich schon einmal daran in Gedanken eine Liste zu erstellen.
Die Wochen gingen ins Land und mit ihnen, wie sollte es auch anders sein, die Monate. Wenn man jeden Tag einzeln betrachten würd, so würde man am Ende jeden Tages sagen „Es ist nichts neues passiert!“ . Doch sieht man die Wochen und Monate in einem großen Rückblick, so hat sich doch wieder einiges getan. Die Herberge blühte auf, die ersten Stammgäste kamen zum allabendlichen Umtrunk und auch die Zimmer waren beinahe alle vermietet. Mit den neuen Gästen kamen auch einige neue Menschen in Rogans Leben, und das Zusammenleben mit einigen altbekannten änderte sich. Auf und ab, wie irgendwie immer.
Nachdem Talana sich eingelebt hatte, lies er ihr alle erdenklichen Freiheiten, immerhin war sie kein Kind mehr. Und dennoch verhielt sie sich des Öfteren wie eines. Kopfschüttelnd nahm er hin dass sie als Strafe für mehrere, sie nannte es stets „Streiche“, über Wochen die Ställe in Berchgard ausmisten musste. Nach ihrem neuerlichen Vergehen hatte er keine Lust mehr dabei zuzusehen wie sie alle paar Wochen von bewaffneten Männern abgeholt wurde, und so empfahl er Rafael eine ganz besondere Strafe zu erteilen. Als er diese dann auch prompt offiziell verkündete, konnte Rogan sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber irgendwie hatte er die Hoffnung, dass sie sie es nun endlich begreifen würde….
Aber immerhin war sie regelmäßig da um in der Herberge zu helfen, und Hilfe konnte er sehr gut gebrauchen. Das war wohl auch der Grund warum er direkt Neyla nach ein paar Besuchen in der Herberge überredete, ebenfalls dort zu arbeiten. Diese Frau war einfach ein Geschenk des Himmels. Sie war beinahe jeden Abend da, ihr war nichts zu viel und ihre Motivation war beinahe unerschöpflich. Durch die gemeinsame Arbeit entwickelte sich gleichzeitig eine wunderbare Freundschaft und Rogan freute sich immer sie zu sehen, auch mit der ständigen Eifersucht ihres Freundes lernte er nach einiger Zeit umzugehen. Lucien war im Grunde ein nettes Kerlchen, und auch mit ihm entwickelte sich eine Freundschaft, zumindest nachdem er nicht mehr gleich ein Kalb gebar wenn er sah das Rogan und Neyla sich alleine unterhielten. Außerdem war Lucien recht unkompliziert, und so hatten die beiden schon mehr als eine Nacht zusammen durchgezecht.
Doch in letzter Zeit schien irgendwas einfach nicht zu stimmen. Neyla zog sich immer mehr zurück, brummelte nur noch vor sich hin, fing mit allen möglichen Leuten Streit an, und nach seinem letzten Gespräch mit ihr hätte Rogan ihr am liebsten die Gurgel herum gedreht…und natürlich färbte ihre Laune auch auf Lucien ab, das war Zwangsläufig. Doch da keiner von beiden mit ihm darüber reden wollte, so konnte er im Moment nichts anderes tun als ihre Launen so hinzunehmen. Die Stimmung würde sich in Zukunft bestimmt wieder ändern….hoffentlich…..und Rogan konnte Worte, welche von Freunden im Streit gesagt wurden, auch schnell wieder vergessen.
Nicht vergessen hingegen konnte er einen bestimmten Satz : „Ich werde das mit Raindri besprechen müssen!“ Alles was Rogan dazu einfiel war : Huh ? Das war eine Sache die ihn in der Tat komplett verwirrte. Womit er nämlich gar nicht umgehen konnte waren Aussagen, welche ständig nur in Rätsel verpackt wurden. Und dann gerade noch Raindri, der sprach stets noch viel viel rätselhafter.
Da waren ihm die direkten Worte, und vor allem Taten, von Chandra doch gleich viel lieber, wenn auch um einiges schmerzhafter. Der Bluterguss nach ihrem Tritt gegen sein Schienbein schien nie abschwellen zu wollen, und er fragte sich des Öfteren wie jemand der noch so jung ist schon so frustriert und brummelig sein konnte. Jedes mal wenn jemand nicht ihrer Meinung war, würde sie am liebsten mit einer Bratpfanne auf diese Person losgehen. Als sie eines Abends mal wieder aus der Herberge lief, weil ihr einer der Aussagen einer der Anwesenden Personen nicht passte, sagte ein Gast zu ihm dass diese Frau „Temperament“ hätte. Er selbst würde das ja eher „Konfliktpotential“ nennen, aber all das Nachdenken brachte ja nichts, also musste er, und auch die anderen, sie eben so akzeptieren wie sie war. Immerhin konnte sie manchmal, wenn auch nicht oft, ganz anders sein.
Aber alles in allem war Rogan sehr zufrieden mit der Entwicklung in den letzten Wochen, seine Laune war in der Regel gut und abends ging er meistens mit einem Lächeln in sein leeres Bett. Und Lächeln war auch das erste was er tat, wenn Karawyn daher kam. Es war anscheinend ein Talent von ihr sämtliche Menschen in ihrem Umkreis die Sorgen vergessen zu lassen und einfach zu Lächeln, zumindest hatte Rogan das auch bei anderen beobachtet. Mit ihren 17 Jahren war sie auf einer Seite manchmal noch lebensfremd, auf der anderen Seite stand sie jedoch auch mit beiden Beinen fest im Leben, was nicht zuletzt auch an ihrem Beruf lag, denn andauernd wurden ihre Dienste von allem möglichen Leuten in Anspruch genommen. Umso mehr freute es ihn als gestern Abend in die Herberge spaziert kam um ihm sein bestelltes Päckchen zu bringen. Und so kam es dann auch das die beiden einige Stunden gemeinsam mit Gesprächen verbrachten. Auch der kurze „Zwischenfall“ mit der verwirrten Frau und ihrem lispelndem Freund konnte die Stimmung nicht trüben.
Nachdem er nun endlich mit dem anziehen fertig war, „wuschelte“ er seine Haare in die altbekannte Frisur zurecht. Doch was war das…? Das durfte doch nicht wahr sein! Rogan beugte sich weiter in Richtung des Spinnenwebenspiegels und hob die linke Hand an. Sorgfältig klemmte er das Objekt seines Unglaubens zwischen Daumen und Zeigefinger, und ein kurzes ziehen später hielt er den Bösewicht in der Hand. Es war tatsächlich ein graues Haar! „Tja Rogan, heute ist wohl der erste Tag vom Rest deines Lebens!“, meinte er mit einem abfälligen Tonfall zu sich selbst. Er betrachtete sich das Haar in seiner linken Hand noch einige Momente, ganz so, als könnte er dieses Haar durch seine Blicke wieder schwarz färben….Aber es half alles nicht….So spreizte er dann einfach den Daumen und Zeigefinger und lies das Haar in die Waschschüssel fallen. Erst einen Moment später lies er dann die Hand sinken. Dabei viel sein Blick wie durch Zufall auf seinen Ringfinger. Der Abdruck, welcher sein Verlobungsring damals an jenem Finger hinterlassen hatte, war inzwischen vollkommen verblasst und war nicht mehr zu sehen. Rogan drehte sich um und nahm seinen Mantel von der Kommode. In aller Ruhe zog er ihn an und ging die Stufen hinauf in die Herberge. Ein ganz besonderes Abendessen musste vorbereitet werden, und Ideen hatte er schon jede Menge. Das würde heute ein langer Tag werden, aber wenn er den Großteil heute schon erledigen konnte, so könnte das überraschende Essen bereits am Ende der Woche statt finden. Aber bis dahin müsste jeder Punkt penibel genau vorbereitet werden, immerhin sollte es etwas ganz besonderes werden….