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Verfasst: Sonntag 30. August 2009, 01:04
von Mor Varnos
Leise schnaubte Nachtwind und stubste seiner Herrin an einer ihrer mit weichen Leder nur mäßig geschützten Schultern mittels seiner Nüstern an. Mor blinzelte, löste den Blick vom weiten, blaugrauen Meer, über das sich ein silbergrauer, von schweren Wolken überspannter Himmel zog. Halb drehte sie sich herum und strich dem schwarzen Hengst über seine Nüstern, der Blick aus den mattgrünen Augen jedoch blieb nachdenklich. Als der nunmehr kühle Wind durch ihr halblanges, schwarzes Haar strich, spürte sie allzu deutlich, dass der Herbst nahte. Sie sollte zurückkehren, denn viel zu lange schon hatte sie sich außerhalb des Reiches aufgehalten.
Nicht um des Reiches willen, vielleicht nicht einmal wegen ihrer Laufbahn als Knappin, sondern mehr damit er sich keine Sorgen um sie machen würde. Er wusste zwar, dass sie zäh war, doch unvergessen war wohl jene Zeit, als sie ohne jede Erinnerung auf Lameriast lebte. Ab und an hatte sie einen Brief an Tavernen abgegeben, dazu einen Beutel mit allerhand Münzen - genug, so dass sich immer mal wieder ein waghalsiger Bote finden liess, der bereit war, das Reich des Panthers zu betreten. Doch beim letzten wurde sie nachdenklich.
"Wat soll mir schon passier'n, eh? War da schon oft un' kümmert sich doch keen Schwein drum, wer über'e Grenze läuft, ne?"
Das Grinsen des Kerls war ihr noch in Gedächtnis geblieben - selbstsicher, wohlwissend, was er da sagte.
Rahal hatte sich selber geschwächt.
Das war ihr schon damals klar, vor nunmehr 2 Monaten, als sie erfuhr, was geschehen war. Ungläubig hatte sie den Worten gelauscht, es am liebsten für einen Scherz gehalten, doch jene Person, die es ihr erzählte, war nicht gerade bekannt für Scherze. Als sie dann jenen Aushang las, der vom Wechsel kündete und wer nunmehr die Geschicke des Reiches lenken würde, bestätigten sich die Worte. Dennoch blieb sie in gewisser Weise ungläubig, denn warum taten sie das? Mor konnte sich nur einen Reim darauf bilden - es ging allein um Macht.
Gegen Intrigen, so hatte sie durch Tetrarch Anastra gelernt und verinnerlicht, war nichts einzuwenden, doch diese Intrige schwächte das Reich deutlich. Etliche Ritter samt Knappen, der Tetrarch selber, die Baronin und ehemalige Statthalterin wurden damit vor den Kopf gestoßen. Personen, die sich für das Reich und die Stadt eingesetzt hatten, soweit es eben ging trotz der Untätigkeit anderer.
Müßiggang - allein das Wort hatte Mor wahrlich getroffen. Müßiggang, so empfand sie es, blieb nur denen vorzuwerfen, die sich nun weiterhin unbehelligt in Amt und Würden befanden, sich einen Dreck um die Sicherheit der Stadt und des Reiches scherten.
Was hatte sie noch in diesem Reich zu suchen, welches Fleiß so entlohnte? Was hatte jegliche Tat in diesem Reich noch für einen Wert, wenn es allein darauf ankam, wen man die Stiefel leckte? War es das, was der Herr wollte? Sicher nicht.
Doch wohin sollte sie ihre Schritte nun lenken? In Rahal hatte sie nur noch gefühlt, wie bei jedem Gang durch die Stadt ihr Hass sich in eine Bahn lenkte, der ihr zum Verhängnis werden konnte. So zog sie es vor, sich für einige Zeit aus dem Reich zu entfernen, herumzureisen durch die Ländereien Gerimors, wo man ihr Gesicht nicht kannte. Sie hatte gehofft, hier eine Antwort zu finden, wenn sie herumritt, sich dadurch einen kühlen Kopf verschaffte, doch letzteres wollte sich schlicht kaum einstellen. Dachte sie zurück an das Reich und die Stadt, mit der sie sich zuletzt so verbunden gefühlt hatte, so fühlte sie nur wieder diesen kalten Hass in ihr brodeln. Zerrissen - das beschrieb ihre Gefühle wohl am besten, denn einen einzigen Grund gab es noch, nach Rahal zurück zu kehren.
Seufzend lehnte Mor ihre Stirn gegen die Blesse Nachtwinds und seufzte leise.
Sag mir, Herr, wohin soll ich gehen?
Verfasst: Sonntag 30. August 2009, 19:01
von Reika Lypsan
Sie fühlte sich gut... sehr gut sogar. Wenigstens etwas hatte sie dazu beitragen können.
Heute war der Tag des großen Steine-schleppens....
Ihr Rücken schmerzte, sie war verschwitzt und dreckig.. und auch mental geschafft, aber: es gab das gute Gefühl etwas sinnvolles erbracht zu haben.
Mit einigem Stolz betrachtete sie die Frauengruppe die das alles ganz allein geschafft hatte...
Es würde gut werden!... Sehr gut! Dessen war sie sich sicher.
Verfasst: Sonntag 30. August 2009, 22:57
von Tugor Crain
Schon oft ritt er in den Abendstunden entlang den Grenzen des Reiches, doch nie zuvor hatte er Augen für die Landschaft und ihren Gegebenheiten gehabt.
Aber seit einiger Zeit hatte sich dies grundlegend geändert.
Tugor nahm sich neuerdings viel Zeit um sich die Umgebung nahe den rahalischen Grenzen genauestens anzusehen, galt es doch einen geeigneten Ort für einen Neuanfang zu finden.
Längst war ihm ein ganz bestimmtes Plätzchen aufgefallen, weit im südosten von Rahal gelegen, nähe jenem kleinen See an dem das Treffen stattfand. Weiter im Süden konnte man schon das rauschen des Meeres vernehmen, so man genau hinhörte. Dort an den Ufern wäre man von Seeseite aus durchaus geschützt, was einiges erleichtern würde.
Je öfter Tugor dieses Stück Land betrachtete um so sicherer wurde er, hier war er also, der seiner Meinung nach perfekte Ort für ihr Unterfangen.
Der Ritter durfte und konnte seine Entdeckung den anderen nicht vorenthalten.
Verfasst: Sonntag 30. August 2009, 23:36
von Sharay Lessard
Vor einigen Tagen nun kehrte die Ritterin inmitten einer Regennacht in die heilige Stadt zurück.
Ihre Reise in eine der etwas entlegeneren Provinzen war nicht gerade mit guten Neuigkeiten belohnt worden. Die Dinge standen schlechter als erwartet, die Disziplin und Moral der dortigen Garnison lies zu wünschen übrig, es gab viele Schlägereien in der Taverne der Hauptstadt, wenn die Soldaten nach Dienstschluss sich dort hin begaben und Korruption war ein beliebtes Mittel, lästige Kontrollen durch die Soldaten zu umgehen. Der Tempel war kaum besucht. Ihrer Meinung nach sollte Entsatz inklusive eines oder zweier Templer entsandt werden.
Mit jenen Gedanken ritt sie durch das Hafentor und hielt inne. Selbst um diese Tageszeit waren noch vor einigen Wochen Leute auf den Straßen unterwegs gewesen. Nun fand sie nur noch die üblichen Wachen vor, die sie zackig grüßten. Ihr Weg führte sie weiter Richtung Marktplatz und ein Blick zur Taverne sagte ihr, dass es dort recht leer schien, selbst im Schankraum. Vielleicht lag es am Wetter, obwohl dieses die Leute in einer so großen Stadt so gut wie nie davon abhielt, in die Taverne zu gehen. Für den Moment suchte sie nun aber doch lieber das Badehaus auf, ermattet ließ Sharay sich dann ins Bett fallen.
Am nächsten Tag, kein Tropfen Regen fiel herunter, war sie wieder auf dem Weg durch die Stadt und es war fast noch immer so ausgestorben wie in der Nacht. Jene Befürchtungen, die sie schon vor ihrer Abreise hatte, dass sich die Zustände in der Stadt mit dem Machtwechsel verschlechtern würden, schienen sich nun langsam zu bestätigen. Die Seuche schien vorrüber, aber die Stadt war wohl immer noch wie gelähmt, alte Nachrichten hingen an den Anschlagbrettern und einige gelangweilge Händler nickten der Ritterin zu, als sie vorbei ging. Grübelnd wanderte sie durch die Straßen, überall bot sich ein ähnliches Bild.
Am Abend nach einem Gespräch mit jenen Bürgern, denen ebenfalls diese Zustände in der Stadt nicht verborgen geblieben sind, festigte sich in Sharay der Entschluss, Rahal zusammen mit den anderen den Rücken zu kehren...
II. Rohstoffe besorgen
Verfasst: Montag 31. August 2009, 16:29
von Karina DelMur
Erster Besuch in Nilzadan
Jene Aktion musste in den Augen des Zwerges Plokk Hammerschlag wirklich seltsam gewirkt haben:
Eine Gruppe von vier Frauen, gekleidet in Kleidern oder Röcken, ohne männliche oder pferdische Begleitung, schleppen mehrere tausend Steine vom Zwergenheim Nilzadan fort.
Er hatte in vollem Recht über das weibliche Quartett gelacht.
Die Kleidung, die sich Karina für den Tag sich ausgesucht hat (vorallem, damit der Zwerg sie besser wiedererkennen konnte), war hinterher definitiv nicht mehr zu gebrauchen... Ihre Extremitäten, die Schultern und der untere Rücken ebenfalls nicht.
Reika, Sharay, Tyastaya und sie selbst hatten sich sehr beeilt und sich gegenseitig immer neu angetrieben, bis keine mehr ihre Grenzen gespürt hatte - und alle Steine im Reich angekommen waren. Sie hatten nicht einmal viel Zeit die hübschen, aber recht kleinen Höhlen Nilzadans zu betrachten. Wann kamen sie sonst schon wieder dorthin?
An diesem Abend legte sich Karina nur noch in den Badezuber in heißes Wasser und schließlich ins Bett.
Dabei wollte ich doch noch Holz hacken und einen Schneider aufsuchen... Ach, das muss bis morgen warten... Au!
- Karina musste erst eine schmerzfreie Liegestellung im Bett finden, ehe sie weiterplanen konnte, was noch zu tun war.
Mal sehen, ob ich in der Früh überhaupt aufstehen kann...
Jedenfalls kamen die Pläne zum Auszug aus dem Reich gut voran.
Verfasst: Dienstag 1. September 2009, 18:37
von Azucinnia von Seranyth
Wer hätte erwartet, das aus einem Termin, an jenen man eine Ladung Steine für den Bau der Siedlung, abholen wollte, zu einem Abenteuer werden könnte. Azucinnia nicht.
Am Tag, an dem sie das Treffen mit dem Zwerg Hammerschlag vereinbarte, wurde ihr Unterstützung von Aylia und Karina zugesagt. Eigentlich eine Frechheit, dass die Frauen sich dieser Aufgabe annehmen mussten und die Herren der Schöpfung sich drückten. Eine Eigenschaft die sie wirklich nicht gerne sah noch tolerierte, auch das würde noch ein Nachspiel mit sich bringen.
Die Reise nach Berchgard verlief eigentlich ganz annehmbar, bis die Wachen diesen merkwürdigen Blick auf ihrem Antlitz hervor brachten.
Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, heute sah sie, nachdem schon eine ordentliche Menge nach Rahal verschifft wurde, nicht wie die Baronin aus, aber trotzdem, es sollte nicht ihr Tag werden.
Schlussendlich und mit einer Menge Portion „Glück“ konnte sie dann doch zurück kehren, jedoch mit dem Wissen, dass sie fortan dort sicherlich keinen Fuß mehr hinsetzen würde und das! sollte das Problem werden.
Sie hatten zwar einen Teil der Steine in Rahal, aber der Rest wollte ja ebenso noch mit.
So vereinbarte man einen weiteren Termin, an jenen Azucinnia einige weitere Mitglieder der zukünftigen Siedlung zusammen rief, um den letzten Rest in die "noch Heimat" zu transportieren.
Bei Alatar, die stolze Anzahl der Frauen war nicht schlecht. Eine jede packte tatkräftig mit an und schneller als gedacht waren auch die letzten Steine auf magischem Wege angekommen.
Es war der Tag der Frauen. Ohja und die Herren würden sich bald warm anziehen, würde man so langsam keine Unterstützung erkennen.
Auch wenn sie jeden Knochen spürte, es war ein gutes Gefühl der Zusammenarbeit und jenes lies die Hoffnung auf zukünftiges nur noch mehr ansteigen.
Verfasst: Mittwoch 2. September 2009, 17:51
von Alexa N'yota
Einige Treffen hatte sie inzwischen schon mit Baumeister Hartwig hinter sich gebracht und vieles wurde dort besprochen.
Es waren schwierige Entscheidungen zu treffen... Welche öffentlichen Gebäude werden benötigt?...Wieviele Wohnhäuser werden gebraucht?Vor allen... Wieviele derzeit nicht benötigte Wohnhäuser werden zusätzlich gebaut?
Bei dem vorletzten Treffen händigte sie dem Baumeister alle Schreiben aus,die Azucinnia ihr vor wenigen Tagen gegeben hatte. Alle Schreiben beinhalteten die einzelnen Wünsche und Vorstellungen der neuen Siedler bezüglich ihrer Häuser. Auch Skizzen von ihren eigenen Vorstellungen waren darunter.
Meister Hartwig versicherte er würde jedes einzelne Schreiben durchlesen und ihr seine Gedanken oder Änderungsvorschläge beim nächsten Treffen mitzuteilen.
...
Zwei Tage später traf er erneut im Anwesen ein und breitete mehrere Skizzen auf dem großen Tisch des Wohnraumes aus.
Er erzählte zu einigen Punkten seine Gedanken und sie machte sich aufmerksam Notizen zu allem.
Nach vielen Stunden des besprechens und einigen Ausritten zum geplanten Bauplatz, half Alexa dem Baumeister die geeigneten Handwerker zu finden.
...
Jeder der zukünftigen Bewohner der Siedlung trägt seinen Teil dazubei. Entweder es wird das ein oder andere Goldsäckchen in die Gemeinschaftskiste geworfen, Holzstämme oder Steinquader an den Bauplatz geliefert.
...
Sie zog sich für ihre Verhältnisse unauffälligere und nicht ganz hochwertige Kleidung an,stülpte eine Kappe über ihren Kopf und lieh sich bei Karina einige kräftige Packpferde mit denen sie auf einem Schiff Richtung Berchgard fuhr.
Nach harten Verhandlungen mit Meister Thranced und einem anständigen ausgehandelten Preis für eine große Menge an Steinquadern, machte sie sich mit den vollbeladenen Packpferden auf die Heimfahrt.
Verfasst: Freitag 4. September 2009, 23:58
von Eloriahus Drugar
Mit steinerner Miene stapelte er die in Leinen gewickelten Schwerter in eine aus einfachen Birkenbrettern zusammengezimmerte Kiste. Er wusste nicht so recht was er fühlen sollte. Da war diese Erleichterung... endlich nahte der Tag des Auszugs. Die Sorge um seine geliebte Aylia, seine Familie, ja auch Ivan und Karina, und natürlich die Hochgeborene würde sich zumindest ein Wenig legen. Ja, das allgemeine Unwohlsein würde sogar schwinden und einer Art Frohsinn Platz machen. Sie waren dabei etwas Neues zu schaffen… Neues? Dann war da all der Hass der sich inzwischen angestaut hatte, man hatte sie verraten, sie alle… Wahnsinn regierte in Rahal… und dann, natürlich war da auch noch diese tiefe und alte Verbundenheit gegenüber Rahal… eine gewaltige Fülle an Erinnerungen, so lange hatte seine Familie ihr Blut für die heilige Stadt gegeben. Es war ein Drahtseilakt der Gefühle und doch… sie hatten richtig entschieden. Bald schon würde er, Eloriahus Drugar, der Hochgeborenen aus der Stadt folgen. Und seine Verlobte, seine Familie und seine engsten Freunde würden an seiner Seite sein. Ein Lächeln schnitt das steinerne Gesicht.
Verfasst: Sonntag 6. September 2009, 12:05
von Tugor Crain
Die Wochen vergingen wie im Fluge, die ersten Handwerker trafen bereits vor einiger Zeit auf dem Baugelände ein um erste Vorbereitungen für den Bau der Siedlung zu treffen.
Ritter Crain lies es sich nicht nehmen des öfteren den Bau selbst zu überwachen, war er sich doch sicher das jenes Unterfangen nicht unentdeckt bleiben würde. Um ein einigermaßen sicheres Vorankommen der Arbeiten zu gewährleisten wurden schlußendlich Posten aufgestellt welche auch regelmäßig die nähere Umgebung des Geländes durchstreiften.
Ein reges Treiben bagann, Kolonnen von Pferdegespännen und Packpferden bahnten sich ihren Weg zur Baustelle und allmählich könnte auch ein stiller Beobachter erkennen welch Ausmaß das Projekt Siedlung annahm.
Bäume mussten gefällt, kleinere Unebenheiten des Geländes abgetragen werden um eine bebaubare Fläche zu erhalten. Schon jetzt verschlang der Bau Mengen an Resourcen und noch lange war kein Ende abzusehen.
Es gab noch viel zu tun, doch der Eine selbst wacht über seine Gläubigen, dies wussten alle Beteiligten.
Verfasst: Sonntag 6. September 2009, 12:17
von Reika Lypsan
Heimlich schlich sie sich unerkannt an den neuen Platz heran. Reges Treiben der Handwerker ließen erste Grundrisse und den Aufbau einer schützenden Mauer erkennen. Hier sollte es also entstehen. Sie versuchte die Energien aufzuspühren wo es für sie am günstigsten sein könnte. Fast magisch angezogen gelangte sie zu dem Gewässer.
Wasser! Stirnrunzelnd stand sie davor, nicht gerade das Lieblingselement aber... vielleicht gerade deswegen, der Blick erhellte sich und die Energie war spürbar.
Hier sollte es stehen, die neue Bleibe.
Kurzerhand wurde ein Bittgesuch an den Bauleiter entsandt in der Hoffnung man würde die wirren Gedanken einer Magierin irgendwie berücksichtigen.
Verfasst: Dienstag 8. September 2009, 15:02
von Muireall van Lilienhayn
Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife, der ist dein. Johann Christoph Friedrich Schiller
Muireall van Lilienhayn hatte den Blick ihrer blassvioletten Augen weit in die Ferne auf den dunklen Horizont gerichtet. Nur vage ließ sich noch jene düstere Trennlinie zwischen dem schwarzen Wasser und dem grau fahlen Himmel ausmachen. Einzelne kalt schimmernde Sterne erleuchteten bereits das Firmament gleichsam einiger verloren gegangener Brotkrume.
Die vergangenen Wochen waren arbeitsreich gewesen, anstrengend, doch hatten sie noch nicht an den Kräften der jungen Ritterin gezehrt. Der Entschluss Rahal zu verlassen war bereits wenige Tage nach dem Umsturz in Muireall gekeimt. Stets hatte sie in der Überzeugung gelebt, dass die größte Stärke der Gläubigen ihre Gemeinschaft und Treue zueinander war, um gegen die Übermacht der Verfehlten bestehen zu können. Eine Gemeinschaft, welche nun in Trümmern lag. Immer mehr wurde ihr bewusst, dass sie nicht Teil eines arroganten, von Marionetten gesteuerten Systems sein wollte, dem das Wohl der treuen Gläubigen scheinbar gleich war. So kam Muireall die Ankündigung der Baronin von Seranyth und ihres Waffenbruders Tugor Crain, dass das Haus von Seranyth die Heilige Stadt verlassen würde, gerade recht. Es war keine wirkliche Überlegung nötig. Schon längst hatte die Ritterin erkannt, dass sie dem Herrn innerhalb der Stadtmauern kaum noch auf eine Weise zu dienen vermochte wie es in ihrem und auch Seinem Sinne stand. Sie wollte Alatar dienen, wollte die zerbröselnde Gemeinschaft bewahren und in seinem Namen streiten. Dies sollte nun wieder möglich sein…
Bedächtig wandte sie sich um. Im Licht des blassen Mondes konnte sie die Gruben und die darin eingesetzten Fundamente der entstehenden Siedlung erkennen. Mit gemäßigten Schritten wanderte sie durch die stillen Steine, die den Grundstock der Idee bedeuteten. An diesem Ort würde der Glaube an den Alleinen zu neuem Glanz geführt werden, an diesem Ort würde eine Gemeinschaft ihr zu Hause finden, die in Respekt und Treue zusammenstand, an diesem Ort würden die Wellen der Verfehlten gebrochen und ihre Schwerter stumpf werden. Alatar hatte ihnen den Weg gewiesen, welchen sie nun beschritten und sie würden ihm folgen.
Verfasst: Dienstag 8. September 2009, 18:22
von Brys
Mit leise schlurfenden Schritten hinkte Brys seiner Herrin über den mondbeschienenen Bauplatz hinterher und brabbelte einige für alle anderen unverständliche Worte vor sich hin. Für den buckligen, etwas zurückgebliebenen Knecht war der ganze Hintergrund für diesen Aufwand nicht ganz nachvollziehbar. Dennoch kam es ihm nicht in den Sinn die Entscheidung seiner Herrin in Frage zu stellen. Er war ihr Knecht, ihr Gefolgsmann, ihr Getreuer, er würde ihr folgen, immer, überallhin, selbst über das Ende der Welt hinaus.
Er hatte verstanden, dass seine Herrin die Stadt, in der sie bisher gelebt und gearbeitet hatten, verlassen wollte, nicht aus Selbstsucht oder Langweile, sondern für ein höheres Ziel und für den Meisters Meister. Brys glaubte an Alatar, soweit er das Konzept von Glauben begriff. Er folgte, er arbeitete, damit der Meister und der Meisters Meister auf ihn stolz sein konnte.
Verfasst: Dienstag 8. September 2009, 19:31
von Ivan Del´Mur
Natürlich bemerkte Ivan, wie sehr Karina die Steine-Schlepperei von vor ein paar Tagen zu schaffen machte - muteten doch viele ihrer Bewegungen an wie die einer Greisin.
„Solche Sturschädel gibt’s im ganzen Land nicht!“ dachte er sich damals, als er erfuhr, dass sich die vier Frauen sich ganz alleine auf den Weg nach Berchgard machten. Berchgard! Seit Varunas Niedergang ist das ja die Ketzerhochburg Nummer 2!
Gut, von einem Großteil der betreffenden Frauen wusste Ivan, dass sie durchaus hart anpacken können und nicht gleich vor Zierlichkeit zerbrechen, aber für seinen Geschmack war diese Aktion viel zu riskant – auch, wenn eine der Frauen sogar eine Ritterin des Herren war. Hätten die werten Frauenzimmer nicht einfach warten können, bis ihre Männer zu Hause sind?
Er malte sich nachträglich aus, was alles hätte passieren können, und wie klug es doch gewesen wäre, wenn ein paar der Krieger mit dabei gewesen wären.
Dadurch, dass dieses kleine „Stein“-Abenteuer recht spontan zustande kam und Ivan erst davon erfuhr, als er von einer längeren Jagd zurück kam und die Frauen bis dahin schon mit dem Transport fertig waren, hätte er eigentlich keinen Grund sich Vorwürfe zu machen. Karina ließ sogar nicht mal eine einzige Andeutung, geschweige denn irgendwelche anschuldigenden Worte, fallen, aber dennoch fühlte er sich irgendwie schuldig nicht mitgeholfen zu haben.
Er verfiel dem Wahn, er müsse bei der Beschaffung der Rohstoffe auch eine Leistung erbringen. Irgendeine! – nur welche? Während er sich einmal auf Karinas Hof Gedanken machte, fiel sein Blick auf ein Holzfällerbeil.
Seine Mundwinkel hoben sich, als ihm in den Sinn kam, dass es kein sonderlich großer Unterschied sein dürfte, ob er mit einer Kriegsaxt auf einen Unhold oder mit einem Holzfällerbeil auf einen Baum eindrischt.
Kaum hatte er sich seine Arbeitskleidung angezogen, hatte er sich auch schon das Beil geschnappt und machte sich auf den Weg zum nächstgelegenen etwas größer geratenen Bäumchen.
Ivan holte mit dem Holzfällerwerkzeug weit aus… und ZACK
ZACK!
ZACK!!!
…
Die Minuten flogen nur so dahin – schön wäre es gewesen, wenn die Bäume im selben Maße um flögen – nur leider taten sie das nicht. Ivan war noch immer beim ersten Baum, den er gerade einmal zum Wackeln gebracht hatte. Die Holzfällerei scheint wohl doch recht schwieriger zu sein, als sie auf den ersten Blick scheint.
Noch verzagte er nicht. Er sah dies als Gelegenheit sich in der alatarischen Tugend „Durchhaltevermögen“ zu üben und machte weiter.
Noch viele Stunden vergingen und er hatte es gerade mal geschafft zwei Bäume zu fällen und zu zerkleinern.
Schweißgebadet stand der Knappe da und musste sich eingestehen keine entsprechende Leistung erbracht zu haben….. Was Alatar von ihm und diesem Reinfall wohl halten würde?
Verfasst: Dienstag 8. September 2009, 20:50
von Colon Loewenfels
Colon befand sich gerade auf dem Weg zur Baustelle des Dorfes um Wache zu schieben als er nachdenklich einen Blick zurueck auf Rahal warf.
Rahal - die heilige Stadt. Gerade erst vor wenigen Monaten angekommen sollte er sie schon wieder verlassen. Er seufzte resigniert. Der Gedanke gefiel ihm eigentlich nicht sonderlich war er doch scheinbar ewig unterwegs gewesen um diesen heiligen Ort zu erreichen.
Allerdings hatte er seine Gruende dafuer, gute Gruende.
Langsam spielte er die Ereignisse der letzten Monate noch einmal in seinem Kopf durch.
Zuerst seine ersten, verwirrenden Tage in Rahal. Noch nie zuvor war er in solch einer grossen Stadt gewesen und so kam es das er sich am Anfang haeufig verlief. Dann sein Betritt zum Hause Seranyth, seine Festnahme durch die Ketzer und seine Befreiung - fuer welche er noch heute dankbar war - und schlussendlich der Sturz des Stadtrates.
Welcher fuer ihn noch bis heute unverstaendlich war und es wohl auch immer sein wuerde.
Einen Moment lang fragte er sich ob die Letahren nicht vielleicht doch gute Gruende hatten und er einfach nicht weitsichtig genug war um diese zu erkennen. Doch er verwarf jene Gedanken schnell wieder als illoyal.
Nein - die Hochgeborene hatte gute Arbeit als Stadtraetin geleistet und er zweifelte auch keinen Moment an der Kompetenz der anderen ehemaligen Mitglieder des Rates.
Auch wenn er sie nur eine kurze Zeit in dieser Rolle erlebt hatte war er davon ueberzeugt.
War nicht sogar Varuna unter diesem Rat gefallen?
Der groesste Sieg der jemals ueber die Ketzer errungen wurde - jedenfalls soviel er wusste.
Wie konnte man da nur an ihnen zweifeln?
So oder so... ihm stand es ohne hin nicht zu ueber die Hochgeborene zu richten.
Er war ein einfach Krieger und sein Platz war beim Haus und so wuerde er Rahal mit den anderen verlassen.
Mit diesen Gedanken ritt er weiter Richtung Baustelle.
Verfasst: Mittwoch 9. September 2009, 17:13
von Jolanda Hafertal
Seufzend ließ sich sich in ihr Bett fallen. Ein lautes Knarren ertönte und mit einem Ruck gab das Bett nach und krachte in sich zusammen.
Jolandas einzige Reaktion war ein weiteres Seufzen. Sie hatte nichteinmal mehr die Kraft aufzustehen also beschloß sie einfach liegen zu bleiben und den Schaden am nächsten Tag zu begutachten.
Seit dem letzten Gespräch mit der Erhabenen von Seranyth war sie nur noch am Schuften. Nicht nur der Hof wollte weiterhin bewirtschaftet werden, es mussten noch Rohstoffe für die künftige Siedlung herangeschafft werden. Mit einem Holzfäller zum Vater lag ich das Fällen im Blute so lag es nahe, dass sie sich um den Holzvorrat bemühte.
Jeden Morgen stand sie eine Stunde früher auf und machte sich auf den Weg in den Wald und erst wenn die Sonne am höchsten stand ließ sie ihre Gäuler das Holz zurückschleppen.
Und da war dann noch dieser verfluchte Fuchs, welcher ihr ihre Hühner riss. 7 Stück sind schon draufgegangen und einmal hatte sie den Übeltäter beinahe erwischt. Sie traf ihn mit einem Stein am Kopf wie es schien, doch dieser kleine miese Dieb rannte einfach davon als wenn ihn der Stein nichteinmal berührt hätte.
Was gäbe sie dafür schon umgezogen zu sein. Dort würden Füchse sicher nicht so leicht an ihre Beute kommen.