Verfasst: Sonntag 18. Januar 2009, 22:37
Langsam hebt er den Becher an und nimmt einen tiefen Schluck. Es war wirklich die dreckigste Spelunke, die er finden konnte, doch der Schneesturm kam unvorbereitet und so konnte er wenigstens im warmen sitzen, selbst wenn die Sauberkeit der Becher zu wünschen übrig blieben.
Aber es sollte helfen...und auch Schattenhuf war wenigstens bei den anderen Pferden überdacht, wobei, wenn man das Wiehern des Pferdes vernahm, könnte ein jeder meinen, es freue sich über diese Raue, kalte und tödliche Umwelt.
Der Raum wurde nur spärlich beleuchtet von einigen Kerzen und Lampen, viele suchten Unterschlupf, was der Wirt gleich ausnutzte, indem er verhängte, dass Aufenthalt nur bei Kauf von Getränken gestattet sei. Es war sein gutes Recht, die Abzocke von armen Bauern...wenn er meint, er könne in Frieden damit leben, so würde es zumindest nicht Malachai stören.
Doch es schien andere negativ aufzustossen, die Stimmung wurde spürbar angespannter, viele wollten nach Hause, zu ihrem Hofe oder der Familie. Doch der größte Umschwung kam, als 3 Männer die Spelunke betraten. Zuerst vielen die Schwerter und der schwere Lederwams auf. Einer, er stand in der Mitte, hatte eine Augenklappe und einige Narben. Er war unrasiert und kurzhaarig. Die neben ihnen, glichen sich sehr, beide lange, straßenköterblonde Haare, einen Schnauzer...nur die Größe und die Gesichtszüge waren anders. Der eine, überhoben, der andere eher vorsichtig.
Der Mann in der Mitte ging vorran, die anderen folgten. Es war klar, dass er der Chef in dieser Bande war. Seine Schwertscheide schleifte über den Boden, während er langsam durch die Spelunke auf den Wirt zu ging. Erst starrten alle, dann wandten sie die Blicke der Neuankömmlinge ab und hofften wohl, innerlich verschwinden zu können.
Der Chef der Bande sprach mit dem Wirt, die Angst in jenen Banditen aller Spelunken war ihm im Gesicht gesprochen.
Doch Malachai störte sich wenig daran.
Er blieb weiter in seiner dunklen Ecke sitzen und trank weiter an seiner Milch, wartend, bald wieder aufbrechen zu können.
Der Wirt hob die Hand, sein Zeigefinger deutete auf Malachai und der Chef nickte nur, sich vom Tresen abstossend, schritt er langsam in jene dunkle Ecke, gefolgt von seinen Schosshündchen.
Er griff nach einem Stuhl am Nebentisch, auf dem jemand saß, zog ihn einfach weg, so dass der Gast auf den Boden fiel, aber nichts sagte und setzte sich an Malachais Tisch.
Er hatte die Kaputze tief in das Gesicht gezogen, das schwammige Licht der Spelunke liess die Stelle, an der sein Gesicht sitzen sollte, nur ewige Leere erscheinen.
Doch der Chef störte sich nicht daran.
"Ich habe gehört, dass dieser schöne schwarze Mustang deiner ist da draußen?"
Malachai schaute auf, sein Blick schien den Chef zu durchbohren, aus ihm lesend.
"Mag sein.", entgegnete er ihn nur knapp und nahm einen weiteren Schluck.
"Tja mein Freund, dann tut es mir leid, du hast ihn nicht angebunden...und das heisst, dass es ein Wildpferd ist und somit nehme ich ihn in beschlag."
Er lachte schäbig, was seine verfaulten und stinkenden Zähne zum Vorschein brachte. Seine Begleiter lachten ebenso.
"Wenn du das meinst."
Das lachen verstoppte, der Chef schaute nun böse drein.
"Ja das meine ich."
"Na dann, nehme ihn dir."
Der Chef haut mit der Fest auf den Tisch, die Gäste zuckten zusammen, mieden aber weiterhin Blickkontakte. Dann erhob er sich und stampfte mit seinen Freunden hinaus.
Es dauerte nur wenige Minuten. Man hörte trotz des Sturmes das aufwiehern eines Pferd, das zerschellen von Holz und das stöhnen einiger Männer. Dann wurde es auf den Schlag ruhig.
Malachai nahm einen weitern Schluck aus dem Becher und stellte ihn ruhig ab, während es totenstill in der Spelunke war.
Dann trat jemand die Tür ein. Der Chef und seine Handlanger traten ein. Er blutete am Kopfe und hielt sich den Bauch.
"Dein verdammter Gaul", brüllte er und stampfte näher.
Malachai schaute wieder hoch, der Chef wirkte nun jämmerlicher als vorher.
"Er hat mich getreten und dann ist er auf mir rumgetrampelt und fortgelaufen."
"Und mich hat er gebissen.", unterbrach der kleinere der beiden Hündchen seinen Chef, was ihn böse Blicke einhandelte.
Malachai senkte wieder seinen Blick, nahm einen Schluck, ehe er ruhig sprach.
"Was glaubst du, warum er nicht angebunden war. Weil es ein freies Pferd ist. Und wenn es nicht mit euch gehen will, dann habt ihr wohl Pech."
"Nein, du hast Pech."
Der Chef zog seine Klinge und hielt sie nur wenige Zentimeter vor Malachais Brust.
"Hole dein verfluchtes Pferd, oder ich mache aus deiner Haut einen warmen Wintermantel."
Sein Blick liegt ruhig auf dem Becher, aus den Augenwinkeln erkennt er, wie die anderen beiden nach ihren Waffen greifen.
"Ich sagte dir, es ist ein freies Pferd. Also entweder, du begreifst das und gehst...oder..."
"Oder was?", höhnte der Chef.
"Hör mal", Malachai erhob den Blick. "Ich bin beim besten Willen in einer echt miesen Laune und habe keine Lust, mich mit Walddieben rumzuärgern. Geht einfach und gut ist."
Wieder hallen die Schreie jener durch seinen Kopf, die er leiden liess. Wieder stieg sein Drang an, sich zu wehren, diese Dummköpfe für ihre Törrichtigkeit zu bestrafen, ihnen eine Lektion zu erteilen. Ja, sein inneres hofft, dass dieser Bandit nicht ruhe gibt, dass seine Ignoranz zu groß ist und er wirklich die Klinge gen der Brust Malachais strecken würde.
Soviel ging ihm durch den Kopf in diesem Moment....seine Gedanken schweiften zu Sienara ab, wie sie alleine auf dem Stuhl vor dem Kamin sitzt, vielleicht in Sorge....seine Gedanken schweiften zu Inara ab, wie sie vielleicht gerade mit Marick spielten...seine Gedanken schweiften zu Selina ab, wie sie sich an Arsen kuschelt, während er ihren Bauch streichelt...seine Gedanken schweiften zu Cyrion ab, wie er Leah küsste und ihr seine Liebe gestand...
soviele Menschen....zwischen Glück und Unglück...und er, eine Scheideweg zwischen allen. Vielleicht sollte der Bandit ihn abstechen, vielleicht sollte er es beenden. Doch wäre dies ein würdiges Ende für den Schattenlord? Wäre es nicht abermals die Flucht aus der Problemen? Könnte er nicht gleich von einer Klippe springen, als sich von einen unterpriviligierten Bandit erstechen zu lassen?
Der Bandit began wieder zu sprechen, das fiese lächeln auf seinen Zügen verriet, was er vor hatte. Er würde nicht weichen, zu sehr war er auf die Überzahl erpicht, würde nicht einmal im Traume daran denken, dass unter all den Bauern hier jemand ist, der ein Schwert auch nur vernünftig halten könne. Ja, er bekam zuviel selbstbestätigung, um nun keine Vorsicht walten zu lassen.
Malachai bekam nicht mit, was er sagte, doch ehe er den Satz beenden konnte, schossen seine beiden Handflächen hoch und packten das Schwert an ihrer Seite. Jener griff der Entwaffnung, welche er solange mit Cyrion übte. Er brauchte nicht stark drücken, um sie den Banditen aus den Händen zu reissen und sie einmal über den Boden schleifen zu lassen. Die Überraschung hielt ihn nur auf, unbeweglich, bis der Tisch, den Malachai mit seinen Knien hochhebte und gegen seinen Kinn warf, so dass er Rücklings zu Boden fiel.
Seine Schosshündchen stürmten auf Malachai zu, welcher nun seinen Umhang hebte und zwei der vier Schwerter zog, die nun aufblitzten. Nun begriffen Sie wohl, dass Sie keinen ebenbürtigen Gegner, nein, einen selbstsicheren Gegner vor sich hatten.
Der Kampf dauerte nicht lange, das Adrenalin liess Malachai ´s Herz höher schlagen. Der Kampf, der Siegesdrang...nein...es war nicht Furcht...es war die Erregung, Menschen leid zuzufügen, die Macht über diese jämmerlichen Geschöpfe zu spüren und so schnell es kam, so schnell war es vorbei.
Die Spelunke leerte sich sofort, als die Kampfhandlungen begannen, nur der Wirt verkrichte sich hinter seinen Tresen und zwei, drei Dumme pressten sich an die Wand.
Einer, der kleinere der Beiden lag über einen Tisch, Blut rinnt seiner Wange hinab, bewusstlos. Sein Lederwams durchschnitten, verletzt...nicht tötlich, aber schmerzvoll.
Der andere...zusammengerollt in einer Ecke, die Hand auf seine gebrochene Nase haltend, während seine Augen feucht wurden und er vor sich hinstöhnte. Seine Hose war aufgerissen und voller Blut...er würde die nächsten Wochen sich kaum bewegen können...wenn...dann nur unter schmerzen.
Der Chef lag noch am Boden neben dem ungeworfenen Tisch, sein Kinn lag locker hinab, es schien gebrochen, während Mundflüssigkeit aus diesem quillt. Seine Augen weiteten sich, kaum in der Lage zu sprechen.
In der Mitte des Raumes stand Malachai, die zwei Schwerter von sich leicht hinabgestreckt, ruhig haltend. Er scheidete sich zu den anderen beiden und drehte sich leicht um.
Er ging einige Schritte auf den Chef zu, seine Augen weiteten sich, er stöhnte, wollte sprechen, doch vermochte er nicht, seinen Kiefer bewegen zu können.
Malachai hob das Schwert des Banditen auf, es war alt, rostig und dreckig. Würde man damit niemanden durch den Stich töten, dann spätestens nach einigen Tagen an einer Vergiftung der Wunde. Er musterte die Waffe ganz genau, dann trat er vor den Chef, der etwas stammelte. Anhand der Angst, die in seiner Lunge hervorkroch, konnte Malachai erahnen, dass es geflehe war, betteln, man solle ihn doch lassen und von dannen ziehen.
Doch das Interessierte ihn nicht.
Er stand nun vor ihm, die Klinge in der Hand haltend.
"Es ist immer eine Schande, wenn Krieger ihre Klingen im Kampfgetümmel verlieren, wenn die Waffe herrenlos wird."
Nun wendet sich sein Blick ab, hinab auf den Boden zu jener jämmerlichen Kreatur.
"Ich helfe dir, mein Freund, dass du deine Klinge nicht vergisst."
Wieder weiteten die Augen des Banditenchefs sich, als Malachai die Klinge erst in die Handfläche jenes bohrten, der unter schmerzen Aufschrie und dann in das Bein rammte, hindurch, durch Haut, Fleisch und Knochen in den Holzboden herein.
Der Bandit krümmte sich, beugte sich auf, griff nach sein Bein und fiel wieder zurück. Er war wie ein Tierkadaver an der Wand festgenagelt.
Malachai´s Blick wanderte durch die Spelunke, die nun halbwegs zerstört war.
Er ging langsam hinaus zur Tür, der Wirt erhob sich leicht und blickte ihm ängstlich nach, die letzten Besucher an der Wand schienen die Luft anzuhalten.
"Sieht besser aus als vorher.", entgegnet er knapp, als er dann die Tür öffnet und heraustritt, wo Schattenhuf schon auf ihn wartete.
Ein letzter Blick auf seine Hand, sie blutete, so oft und fest schlug er auf die Gesichter ein. Dann stieg er auf Schattenhuf und reitete gen der Dunkelheit, als er in den Schatten der Wäldern gänzlichst verschwand.
Aber es sollte helfen...und auch Schattenhuf war wenigstens bei den anderen Pferden überdacht, wobei, wenn man das Wiehern des Pferdes vernahm, könnte ein jeder meinen, es freue sich über diese Raue, kalte und tödliche Umwelt.
Der Raum wurde nur spärlich beleuchtet von einigen Kerzen und Lampen, viele suchten Unterschlupf, was der Wirt gleich ausnutzte, indem er verhängte, dass Aufenthalt nur bei Kauf von Getränken gestattet sei. Es war sein gutes Recht, die Abzocke von armen Bauern...wenn er meint, er könne in Frieden damit leben, so würde es zumindest nicht Malachai stören.
Doch es schien andere negativ aufzustossen, die Stimmung wurde spürbar angespannter, viele wollten nach Hause, zu ihrem Hofe oder der Familie. Doch der größte Umschwung kam, als 3 Männer die Spelunke betraten. Zuerst vielen die Schwerter und der schwere Lederwams auf. Einer, er stand in der Mitte, hatte eine Augenklappe und einige Narben. Er war unrasiert und kurzhaarig. Die neben ihnen, glichen sich sehr, beide lange, straßenköterblonde Haare, einen Schnauzer...nur die Größe und die Gesichtszüge waren anders. Der eine, überhoben, der andere eher vorsichtig.
Der Mann in der Mitte ging vorran, die anderen folgten. Es war klar, dass er der Chef in dieser Bande war. Seine Schwertscheide schleifte über den Boden, während er langsam durch die Spelunke auf den Wirt zu ging. Erst starrten alle, dann wandten sie die Blicke der Neuankömmlinge ab und hofften wohl, innerlich verschwinden zu können.
Der Chef der Bande sprach mit dem Wirt, die Angst in jenen Banditen aller Spelunken war ihm im Gesicht gesprochen.
Doch Malachai störte sich wenig daran.
Er blieb weiter in seiner dunklen Ecke sitzen und trank weiter an seiner Milch, wartend, bald wieder aufbrechen zu können.
Der Wirt hob die Hand, sein Zeigefinger deutete auf Malachai und der Chef nickte nur, sich vom Tresen abstossend, schritt er langsam in jene dunkle Ecke, gefolgt von seinen Schosshündchen.
Er griff nach einem Stuhl am Nebentisch, auf dem jemand saß, zog ihn einfach weg, so dass der Gast auf den Boden fiel, aber nichts sagte und setzte sich an Malachais Tisch.
Er hatte die Kaputze tief in das Gesicht gezogen, das schwammige Licht der Spelunke liess die Stelle, an der sein Gesicht sitzen sollte, nur ewige Leere erscheinen.
Doch der Chef störte sich nicht daran.
"Ich habe gehört, dass dieser schöne schwarze Mustang deiner ist da draußen?"
Malachai schaute auf, sein Blick schien den Chef zu durchbohren, aus ihm lesend.
"Mag sein.", entgegnete er ihn nur knapp und nahm einen weiteren Schluck.
"Tja mein Freund, dann tut es mir leid, du hast ihn nicht angebunden...und das heisst, dass es ein Wildpferd ist und somit nehme ich ihn in beschlag."
Er lachte schäbig, was seine verfaulten und stinkenden Zähne zum Vorschein brachte. Seine Begleiter lachten ebenso.
"Wenn du das meinst."
Das lachen verstoppte, der Chef schaute nun böse drein.
"Ja das meine ich."
"Na dann, nehme ihn dir."
Der Chef haut mit der Fest auf den Tisch, die Gäste zuckten zusammen, mieden aber weiterhin Blickkontakte. Dann erhob er sich und stampfte mit seinen Freunden hinaus.
Es dauerte nur wenige Minuten. Man hörte trotz des Sturmes das aufwiehern eines Pferd, das zerschellen von Holz und das stöhnen einiger Männer. Dann wurde es auf den Schlag ruhig.
Malachai nahm einen weitern Schluck aus dem Becher und stellte ihn ruhig ab, während es totenstill in der Spelunke war.
Dann trat jemand die Tür ein. Der Chef und seine Handlanger traten ein. Er blutete am Kopfe und hielt sich den Bauch.
"Dein verdammter Gaul", brüllte er und stampfte näher.
Malachai schaute wieder hoch, der Chef wirkte nun jämmerlicher als vorher.
"Er hat mich getreten und dann ist er auf mir rumgetrampelt und fortgelaufen."
"Und mich hat er gebissen.", unterbrach der kleinere der beiden Hündchen seinen Chef, was ihn böse Blicke einhandelte.
Malachai senkte wieder seinen Blick, nahm einen Schluck, ehe er ruhig sprach.
"Was glaubst du, warum er nicht angebunden war. Weil es ein freies Pferd ist. Und wenn es nicht mit euch gehen will, dann habt ihr wohl Pech."
"Nein, du hast Pech."
Der Chef zog seine Klinge und hielt sie nur wenige Zentimeter vor Malachais Brust.
"Hole dein verfluchtes Pferd, oder ich mache aus deiner Haut einen warmen Wintermantel."
Sein Blick liegt ruhig auf dem Becher, aus den Augenwinkeln erkennt er, wie die anderen beiden nach ihren Waffen greifen.
"Ich sagte dir, es ist ein freies Pferd. Also entweder, du begreifst das und gehst...oder..."
"Oder was?", höhnte der Chef.
"Hör mal", Malachai erhob den Blick. "Ich bin beim besten Willen in einer echt miesen Laune und habe keine Lust, mich mit Walddieben rumzuärgern. Geht einfach und gut ist."
Wieder hallen die Schreie jener durch seinen Kopf, die er leiden liess. Wieder stieg sein Drang an, sich zu wehren, diese Dummköpfe für ihre Törrichtigkeit zu bestrafen, ihnen eine Lektion zu erteilen. Ja, sein inneres hofft, dass dieser Bandit nicht ruhe gibt, dass seine Ignoranz zu groß ist und er wirklich die Klinge gen der Brust Malachais strecken würde.
Soviel ging ihm durch den Kopf in diesem Moment....seine Gedanken schweiften zu Sienara ab, wie sie alleine auf dem Stuhl vor dem Kamin sitzt, vielleicht in Sorge....seine Gedanken schweiften zu Inara ab, wie sie vielleicht gerade mit Marick spielten...seine Gedanken schweiften zu Selina ab, wie sie sich an Arsen kuschelt, während er ihren Bauch streichelt...seine Gedanken schweiften zu Cyrion ab, wie er Leah küsste und ihr seine Liebe gestand...
soviele Menschen....zwischen Glück und Unglück...und er, eine Scheideweg zwischen allen. Vielleicht sollte der Bandit ihn abstechen, vielleicht sollte er es beenden. Doch wäre dies ein würdiges Ende für den Schattenlord? Wäre es nicht abermals die Flucht aus der Problemen? Könnte er nicht gleich von einer Klippe springen, als sich von einen unterpriviligierten Bandit erstechen zu lassen?
Der Bandit began wieder zu sprechen, das fiese lächeln auf seinen Zügen verriet, was er vor hatte. Er würde nicht weichen, zu sehr war er auf die Überzahl erpicht, würde nicht einmal im Traume daran denken, dass unter all den Bauern hier jemand ist, der ein Schwert auch nur vernünftig halten könne. Ja, er bekam zuviel selbstbestätigung, um nun keine Vorsicht walten zu lassen.
Malachai bekam nicht mit, was er sagte, doch ehe er den Satz beenden konnte, schossen seine beiden Handflächen hoch und packten das Schwert an ihrer Seite. Jener griff der Entwaffnung, welche er solange mit Cyrion übte. Er brauchte nicht stark drücken, um sie den Banditen aus den Händen zu reissen und sie einmal über den Boden schleifen zu lassen. Die Überraschung hielt ihn nur auf, unbeweglich, bis der Tisch, den Malachai mit seinen Knien hochhebte und gegen seinen Kinn warf, so dass er Rücklings zu Boden fiel.
Seine Schosshündchen stürmten auf Malachai zu, welcher nun seinen Umhang hebte und zwei der vier Schwerter zog, die nun aufblitzten. Nun begriffen Sie wohl, dass Sie keinen ebenbürtigen Gegner, nein, einen selbstsicheren Gegner vor sich hatten.
Der Kampf dauerte nicht lange, das Adrenalin liess Malachai ´s Herz höher schlagen. Der Kampf, der Siegesdrang...nein...es war nicht Furcht...es war die Erregung, Menschen leid zuzufügen, die Macht über diese jämmerlichen Geschöpfe zu spüren und so schnell es kam, so schnell war es vorbei.
Die Spelunke leerte sich sofort, als die Kampfhandlungen begannen, nur der Wirt verkrichte sich hinter seinen Tresen und zwei, drei Dumme pressten sich an die Wand.
Einer, der kleinere der Beiden lag über einen Tisch, Blut rinnt seiner Wange hinab, bewusstlos. Sein Lederwams durchschnitten, verletzt...nicht tötlich, aber schmerzvoll.
Der andere...zusammengerollt in einer Ecke, die Hand auf seine gebrochene Nase haltend, während seine Augen feucht wurden und er vor sich hinstöhnte. Seine Hose war aufgerissen und voller Blut...er würde die nächsten Wochen sich kaum bewegen können...wenn...dann nur unter schmerzen.
Der Chef lag noch am Boden neben dem ungeworfenen Tisch, sein Kinn lag locker hinab, es schien gebrochen, während Mundflüssigkeit aus diesem quillt. Seine Augen weiteten sich, kaum in der Lage zu sprechen.
In der Mitte des Raumes stand Malachai, die zwei Schwerter von sich leicht hinabgestreckt, ruhig haltend. Er scheidete sich zu den anderen beiden und drehte sich leicht um.
Er ging einige Schritte auf den Chef zu, seine Augen weiteten sich, er stöhnte, wollte sprechen, doch vermochte er nicht, seinen Kiefer bewegen zu können.
Malachai hob das Schwert des Banditen auf, es war alt, rostig und dreckig. Würde man damit niemanden durch den Stich töten, dann spätestens nach einigen Tagen an einer Vergiftung der Wunde. Er musterte die Waffe ganz genau, dann trat er vor den Chef, der etwas stammelte. Anhand der Angst, die in seiner Lunge hervorkroch, konnte Malachai erahnen, dass es geflehe war, betteln, man solle ihn doch lassen und von dannen ziehen.
Doch das Interessierte ihn nicht.
Er stand nun vor ihm, die Klinge in der Hand haltend.
"Es ist immer eine Schande, wenn Krieger ihre Klingen im Kampfgetümmel verlieren, wenn die Waffe herrenlos wird."
Nun wendet sich sein Blick ab, hinab auf den Boden zu jener jämmerlichen Kreatur.
"Ich helfe dir, mein Freund, dass du deine Klinge nicht vergisst."
Wieder weiteten die Augen des Banditenchefs sich, als Malachai die Klinge erst in die Handfläche jenes bohrten, der unter schmerzen Aufschrie und dann in das Bein rammte, hindurch, durch Haut, Fleisch und Knochen in den Holzboden herein.
Der Bandit krümmte sich, beugte sich auf, griff nach sein Bein und fiel wieder zurück. Er war wie ein Tierkadaver an der Wand festgenagelt.
Malachai´s Blick wanderte durch die Spelunke, die nun halbwegs zerstört war.
Er ging langsam hinaus zur Tür, der Wirt erhob sich leicht und blickte ihm ängstlich nach, die letzten Besucher an der Wand schienen die Luft anzuhalten.
"Sieht besser aus als vorher.", entgegnet er knapp, als er dann die Tür öffnet und heraustritt, wo Schattenhuf schon auf ihn wartete.
Ein letzter Blick auf seine Hand, sie blutete, so oft und fest schlug er auf die Gesichter ein. Dann stieg er auf Schattenhuf und reitete gen der Dunkelheit, als er in den Schatten der Wäldern gänzlichst verschwand.