Seite 2 von 2

Verfasst: Mittwoch 11. März 2009, 14:45
von Myra Myrtol
Lerne mit deinen Stimmungsschwankungen umzugehen..Diesen Satz sprach sie des öfteren leise vor sich her und hoffte das irgendwann dieser Hormonelle Veränderungsprozess in ihrem Körper inne hielt.

Die kleine Murmel die sie nun schon hatte verriet ihnen das es wohl entweder zwei Kinder werden oder ein ziemlich großes.
Sie hoffte auf die zweite Variante denn mit zwei Kindern würde das sehr viel Streitereien bedeuten.

Ihre Mutter hatte ihr früher erzählt wie schwer sie es hatten, sie und ihr unbekannter Vater und das sie aber als sie alleine mit Myra fortging es um vieles einfacher hatte, da kein anderer seine besserwisserischen Argumente einbrachte was das Kind gerade hatte oder wollte.

Doch nicht nur den Namen des Vaters hatte sie nie erfahren, auch wann sie Geburtstag hatte. Der Tag, dieser wirklich wichtige Tag an dem sie das Licht der Welt erblickt hatte. Niemals in ihren..sie wusste nichtmal wie alt sie war.. feierte sie auch nur einmal ihren Geburtstag.

Erst als sie nach Gerimor kam hörte sie zum ersten Mal diesen Begriff und fragte sich nachdenklich warum ihre Mutter ihr nie dies gesagt und gezeigt hatte.
Wahrscheinlich war sie deswegen am gestrigen Abend erbost als Andreas ihr verriet das er kurz vor ihrer Hochzeit Geburtstag hatte.

Sie hatte sich etwas überlegt was sie ihm schenken wollte, doch nicht zu einem Anlass den es nicht gab sondern für einen wirklich wichtigen Tag.
Da schien der Geburtstag gerade recht zu kommen. Doch diese harte Wahrheit ließ die beiden wieder zusammen und doch getrennt einschlafen.

Was würde als nächstes an den Tag kommen?Würden sie auch lernen ohne Streitereien miteinander zu leben oder war es ihr vorbestimmtes Schicksal..?

Verfasst: Montag 13. April 2009, 21:58
von Myra Myrtol
Der Bauch war gewachsen und auch sie musste wachsen, innerlich. Wenn er nachts nicht heimkam durfte sie sich nicht sorgen, durfte sie nicht das Kind mit ihrer Angst verletzen.
Es spührte was die Mutter spührte und eben diese endlose Sehnsucht nach dem Mann den sie liebte.

Ihre Füße konnte sie nicht mehr sehen und viele Dinge die einst leicht erschienen waren nun schwerer geworden. Sie konnte nur noch kleine Strecken zurücklegen, denn ansonsten musste sie sich ersteinmal schnaufend irgendwo ins Gras setzen.
Auch das Aufstehen erinnerte eher an einen Käfer auf dem Rücken, der nicht mehr hochkam.

Zwischenzeitlich merkte sie die Tritte und Bewegungen des Kindes sehr deutlich, doch nun in dem letzten Abschnitt der Schwangerschaft waren die Bewegungen des Kindes eingeschränkt und sie spührte die ersten leichten Vorwehen ab und an.

Sie sehnte sich nach der Zeit wo sie eng umschlungen einschliefen und seine Hand über ihren Bauch strich.

Sie vermisste ihn jede Minute wo er nicht bei ihr war. Er war ihr Beulchen, ihr Ritter des Herzens.
Es war egal was er war, selbst als Bettler hätte sie ihn geliebt und sie würde ihn stützen und nicht hindern an seinem Gang in die Zukunft.

"Ich liebe dich", flüsterte sie in das Fell was immernoch seinen Abdruck und seinen Geruch innehat und sie wünschte sich das ihre Liebe für immer hielt, nicht so wie bei anderen Ehepaaren.

Verfasst: Samstag 16. Mai 2009, 20:28
von Myra Myrtol
Am Abgrund


Es war einer dieser Momente wo man sich so sehr danach sehnte endlich erlöst zu sein vom Leben.
Man existierte zwar irgendwo und besonders irgendwie noch, doch in einem herrschte diese verdammte Leere, die einem zu einem nicht-wirklichen Lebewesen verwandeln ließ.

Man stand so nahe an den Klippen, dass es fast schon aussieht als würde man fallen, wenn man hinunterschaut und doch..man ist noch da.

Genau dieser Zustand traf haargenau auf Myra zu. Während sie mit leeren Augen die Zimmerdecke anstarrte, aber weder diese noch sonst etwas in dem Zimmer sah und fühlte.

Alles was sie erhoffte, alles was sie wollte schien sich in wenigen Momenten in Rauch aufzulösen und es blieb gar nichts. Nicht mal der Rauch.

Er würde gehen und sie würde über den letzten Schritt gehen, es klang so einfach und es war einfach.
Denn es gab keinen anderen Weg dieses klaffende Loch auf der Höhe des Herzens irgendwie zu füllen, irgendwie zu flicken und es zu schaffen das sie wieder so etwas war wie ein Wesen.

Engel wurde sie bezeichnet von "ihm", früher auch nahe dran mit den goldblonden Strähnen, dem sanften Gesicht und den blauen Augen die so funkelten als wäre Saphire direkt aus dem Wasser geschnitten und in die Augenhöhlen gesetzt wurden.

Doch war all dies nicht mehr wichtig..der Engel nicht und auch sein Aussehen, seine liebreizende Art, die Fehler und Stärken, die kleinen Makel die eine Person so liebreizend und so individuell und unverwechselbar machen.

Alles war weg, sie stand vor dem letzten Schritt und jeder der das Schlafzimmer betrat, spührte diese alles umfassende Aura. Die Umarmung Krathors, der wohl mit dieser Beute leichtes Spiel zu haben schien.

Nun half nicht einmal mehr die Hoffnung..so nahe am Abgrund..

Verfasst: Samstag 16. Mai 2009, 22:18
von Vivien Myrtol
So klein war sie, so zerbrechlich. Ein Mädchen, wie jedes andere. Und sie wünschte sich nur eines: Geliebt zu werden und ihren kindlichen Leichtsinn genießen zu können.

Seitdem sie geboren war hatten sich die Ereignisse überschlagen. Vivien konnte, würde sie schon verstehen, was das bedeutete, durchaus sagen, dass sie ihre knappen 2 Lebensjahre liebevoll behandelt wurde und eine schöne Kindheit hatte. Aber auch das kleine Mädchen spürte, dass etwas nicht stimmte.

Die traurigen Augen ihrer Mama stimmten auch das kleine Mädchen traurig. Sie wurde ruhiger und man sah sie weniger. Immer nur dann, wenn sie Hunger hatte. Denn Essen konnte sie alleine nicht zubereiten. Aber dann? Dann war sie ruhig. Krabbelte wieder in ihr Zimmer und widmete sich ihrem Spielzeug. Eine Holztruhe, in der sich vielerlei Kram befand.

Manchmal sah sie nach ihrer Mama und sah sie dann in ihrem Zimmer, wie sie an die Decke starrte. Und dann verschwand das kleine Mädchen wieder, als würde sie verstehen, dass ihre Mama gerade nicht den Elan hatte, sich stören zu lassen.

Und dann hörte man doch hier und da etwas aus dem Zimmer des kleinen Mädchens. Ein leises Schluchzen, welches erst dann verstummte, wenn sie eingeschlafen war.

Und dabei hatte sie sich nichts mehr gesehnt als eine glückliche Kindheit, aufzuwachsen ohne die kleinsten Probleme.

Verfasst: Sonntag 17. Mai 2009, 04:21
von Andreas Myrtol
Befremdlich Liebe und das Meer.

Ich vergaß die Zeit, indes unser Aderwerk der Liebe die Bewegungen erstürben ließ, die Träume mich zu sich riefen und sanft ihre ausdauernden Hoffnungsarme um mich legten. Welch Verdruss uns Mensch ereilt, ist unsere Entscheidung: betroffen mit Reu; es aber besser beschrieben ist, dass wir uns hold sein müssen. Bestünde die Wahl das Leben zu erhalten oder zu lieben, würde nur ein Thor versuchen weise zu wählen. Verwerf mich aus den Gedanken mein Engel, so ich deshalb an dich herantret‘, wär meine Seele verdammt- denn ich könnte nicht damit Leben, das Leben eines Geschöpfes wie deines zu vernichten. Ich werde nicht aus dem Selbstzweck dich lieben können, und aus dem ergebenden Muss. Ich werde dich nicht auf ein Podest stellen, sondern mich dir hingeben, um dir den Beweis zu schenken und so meine Liebe zu bekennen.

Ich wähle nichts davon!

Unsere Füße fassten Boden, doch dem wir selbst nicht gewahr wurden. Wir ruhten über dem Meer, während der Windzug uns mit seinem Duft des Meeres in seinen Bann zog. Doch welches Band zweier Seelenverwandte? zusammen führte, schien uns in eine befremdliche Kälte zu verstricken und jene zu kühlen. Es war somit ein fremdes Gefühl, ein Einerlei- welches die Ruhe aber unharmonisch wiederspiegelte. Ich leg es auf die Wage, die eindeutig auf den Boden schlägt, dass ihre Trauer das Meer weinen ließ. Wiedermal peitschten die wilden Wellen, wessen Wirklichkeit wir nur dann Gewahr werden, bei einsamer Traurigkeit. Und zweier auch, denn wir formten ein Bild aus unsere Unzufriedenheit, welche bei mir länger bestand hatte und bei ihr erst seit „dem“. Mein Ton war mir selbst ein wenig fremd und sie hat es auch nicht fehlverstanden; mein Gehen als Konsequenz, die unbändige Fassungslosigkeit die ich ein Ende setzen will, bei stetiger Fortsetzung dieser Misere. Die Welt erzitterte und ich mit ihr, als der Himmel zu regnen begann. Welche Natürlichkeit wage ich zu hintergehen, keine. Ich fand kein Wort auf ihre Andeutung des Spieles mit der Liebe, sie selbst müsste gewiss sein, wie ernst es mir doch ist. Sie müsste sich nur auf ihr Gedächtnis, das Armband und meinem Herz berufen- um zu wissen. Aber das Engelslied ertönte bitter, sie wäre bereit ein Leben zu opfern, wäre mein Versprechen eine ungültige. Auch wenn mein Denken mir sagte, ich würde durch das gehen ihre Freiheit sprechen, wäre ich niemals frei und wäre an ihre Seite gebunden- für die Zeiten der Dunkelheit und Fürsorge. Und nicht nur an ihre Seite, denn mein Herz gehört doch mein Fleisch- mein Engelchen, wie ich sie stets nenn‘. Und wenn ich in ihre Augen schau, dann sehe ich sie. Ich sehe ihre Unschuld und Gelassenheit- worauf mich ein wohles Gefühl übermannt, weckt es die Erinnerungen wie ich sie liebkoste und fürsorgte. Es bleibt ein Verbot- sie dürfte niemals erleben, wie ihre Mutter fort ginge! Es wäre naiv zu denken, ich würde Euch verlassen, während ich selbst ein Tor bleib‘. Als sie ihren Weg an mir vorbei wählte, war das Schweigen meine Antwort, welches ich mir doch verbot! Ich habe doch dieses Laster abgelegt und fiel dennoch zurück? Es war grausam, und für mich selbst eine Qual.

Ich betrachtete sodann das Meer, worauf ich mich einsam befand. Es war tief blau und unergründlich. Ich fühlte mich so, als ertrinke ich und es gäbe kein Halt und keine Insel auf der ich mich zu retten weiß. Und zugleich musste ich mit aller Kraft schwimmen, denn obwohl jeder Schlag meterhohe Wellen verursachte, bedrohten diese Naturgewalten das Bild meiner Familie zu verschlingen. Ich sollte mich treiben lassen, als hektisch zu fordern…

Bei Eluive.. morgen wäre auch noch ein Tag.. in der Worte zu fallen wissen.



Andreas wählte vom Steg den Weg ins Haus. Die Stufen erklimmend machte er halt vor den beiden Türen, jene das verbergen, was sein Schicksal ihm gutes Tat. Es brauchte ein Moment Zeit, bis er wie gewohnt das Zimmer Viviens überprüfte- und anschließend sich zur doppeltür zwang. Er versprach sich...............

Verfasst: Sonntag 2. August 2009, 18:39
von Myra Myrtol
Das Ende

Es schien einer dieser quälenden Tage zu werden: Die Sonne stand hoch am Himmel und war unbedeckt von jeglicher Wolke. 9
Nicht einmal am Horizont war eine der Hirtens Schäfchen zu sehen und trotz des heiteren Tages spührte sie die Qual in diesem.

Sie hatte Andreas lange nicht gesehen, sah ihn sowieso wenn nur kurz und das lähmende Gefühl ließ langsam nach, als hätte das Gift schon längst sein übliches getan.

Die letzte Nacht mit ihm war die ungleich schönste und sie spührte als sie danach halb in seinen Armen lag, das es der Abschied war.
Sie konnten beide nicht mehr viel füreinander tun. Selbst wenn es die wahre Liebe gewesen sei, so hat die Wahrhaftigkeit und die Liebe am Ende nicht mehr ausgereicht um ihn bei sich zu behalten.

Ein rastloser Wanderer der vielleicht in einem neuen Liebesglück wieder aufgehen könnte.
Sie konnte es ihm einfach nicht mehr schwer machen, nur einmal noch, eine letzte schwere Hürde würde sie ihm in den Weg legen.
Sie würde ihre Tochter mit sich nehmen in ein Leben fern von Unglück und Schmerz.
So wie ihre Mutter es getan hatte und zum ersten Mal verstand sie die Bedeutung ihrer Tat damals.

Je mehr man liebte und je mehr man gab umso weniger hatte man am Schluss. Es war Zeit ihm sein Leben zurückzugeben.

Die Tränen brannten sich ihren Weg ihre Wangen herunter und die Leere erfüllte den zierlichen Leib.
Doch Schmerzen würden irgendwann aufhören und Tränen irgendwann versiegen, doch das leere, einsame Loch an der Stelle ihres Herzens wurde nur durch eins gefüllt und nur eins würde ihm wieder ein Herz geben.
Ein Herz welches rein, schön und stark war um es mit allem aufzunehmen was um sie rum geschah.

Ihre Tochter-Vivien.

Die Sachen wurden dann in den kommenden Tagen nach dem Entschluss gepackt und zum Heilerhaus in Adoran transportiert.

Wiedereinmal war eine Liebe zerbrochen, wiedermal gab es kein glückliches Ende, was sollte dies nur für die Märchen und Geschichten bedeuten.

ooc: Ich danke Andreas Myrtol für das lange und tolle Zusammenspiel, leider soll es wohl nicht sein das es länger anhält.

Verfasst: Sonntag 2. August 2009, 22:52
von Myra Myrtol
"Ich kann nicht mehr lieben, nie mehr."

Der Gedanke ließ ihr Herz einige Schläge aussetzen als sie auf den Treppenstufen des gemeinsamen Heims sich niederließ, den Kopf in den Haenden vergraben.

Wie konnte ich leben in dem Wissen ihn nie wieder zu sehen, in dem Wissen nie wieder ihn zu berühren oder ihn zu hören.
Alle meine Sinne verlangen nach ihm und es schmerzt ihnen zu zeigen das es nicht geht.

Warum? Immer wieder die gleiche Frage und nie eine eindeutige Antwort und doch. Sie musste, sie musste.
Schon einige Male standen sie vor dem schweren Schritt und vermutlich hätte sie es ihm nie ins Gesicht sagen können, denn die Worte die würden sich weigern ihren Lippen zu entspringen.

Alle Gedanken waren bei ihm, jede Stund und jede Sekunde, Tag und Nacht und das Versprechen ward gehalten.
Ewiglich würde sie ihn lieben, ewiglich nur ihn und ohne die Tochter, welche soviele Merkmale ihres Vaters hatte würde sie ertrinken, verbrennen und ersticken zur gleichen Zeit.

Ein letzter Brief legte sie ihm hin, natürlich hoffte sie das er vielleicht doch wieder zu ihr fand, doch würde er das noch wollen?Vermutlich nicht. Sie war hässlich.

Lieber Andreas,

der Worte sind schon zuviel gefallen und ich merke dir an das du alles andere als glücklich bist mit mir, mit uns.
Du bekommst dein altes Leben zurück und ich hoffe es sagt dir mehr zu, denn ich werde ab dieser Sekunde lediglich leben für unsere Tochter.

Sie soll nicht das Leid und das Unglück der Liebe kennenlernen deswegen nahm ich sie mit mir.
Ich werde dich immer lieben, denn du bist derjenige den Eluive mir geschickt hat, als meinen Seelenfreund und meinen Geliebten.

Doch ist es vielleicht mehr der Liebe wenn man denjenigen den man mehr braucht als sein Leben, gehen lässt und ihm den Rücken zuwendet, obwohl er im Geiste immer bei einem ist.

Ich kann dich nicht wiedersehen, dann würde die leere Stelle an der mein Herz einmal war vermutlich stärker brennen und weh tuen als vorher.
Mein Herz ist bei dir, jederzeit.

Myra



Es war kein neuer Anfang, es war ein grausamer alter Anfang, wie früher nur tausendmal schlimmer.

Verfasst: Montag 3. August 2009, 19:37
von Vivien Myrtol
Es war schwer für das kleine Mädchen, ihre Mama so gebrochen zu sehen. Oftmals, wenn Myra dachte, dass das kleine Mädchen schlief lag dieses jedoch noch wach und sah sich die leuchtenden Sterne durch das Fenster an. Wirklich verstehen konnte das kleine Mädchen noch nicht. Aber eines begriff Vivien sehr schnell: Mama war traurig und Papa war weg.

Für ein kleines Mädchen bedeutete es mitunter das Schlimmste, wenn es am nächsten Morgen wach wurde und ein Elternteil nicht mehr vorzufinden war. Es war schlimm für Vivien mit anzusehen, wie ihre Mama Tag für Tag litt und ihrem Leben nachging. Auch, wenn die Erziehung und die Liebe für Vivien nicht nachließ und sie nach wie vor alles bekam, was eine glückliche Kindheit ausmachte fehlte ihr "Dada" der Kleinen doch wohl merklich.

Auf die Frage hin, wo ihr Vater sei versuchte sich Myra in Erklärungen, die anfangs auch halfen. Irgendwann kam die Phase, in der Vivien kaum noch etwas aß und sprach und immer wieder aus dem Fenster sah. Fremde Menschen wollte sie gar nicht mehr ansehen und weinen gehörte tagtäglich zu dieser Phase, in der die Kleine wohl lernte zu akzeptieren, dass Papa nicht mehr wiederkommen würde.

Und dann - von heute auf morgen - schien diese Phase nachzulassen. Hier und da tauchte wieder das strahlende Lächeln des Mädchens auf, welches aus tiefsten Herzen kam. Die Augen begannen wieder zu leuchten und es war der kleinen Vivien ein leichtes, das Herz ihrer Mama Myra damit ebenfalls wieder zum strahlen zu bringen.

Mutter und Tochter waren vereint. Und Mutter und Tochter würde so schnell auch nichts trennen. Die Fragen nach ihrem Vater ließen mit der Zeit immer mehr nach. Und irgendwann? Irgendwann hatte Vivien akzeptiert und verstanden, dass manche Wege sich auch trennen mussten - und das es meistens besser war.

Verfasst: Freitag 7. August 2009, 00:52
von Myra Myrtol
Es war nicht einfacher jeden Tag aufzustehen und zu spühren wie das Loch in ihrer Brust immernoch schmerzte, sogar schlimmer als vorher.
Aber es war einfacher diesen Schmerz vor jedem Menschen zu verbergen und eine Fassade aufzubauen die jeden glauben ließ das sie damit zurechtkäme.

Sie war zu dem übergegangen was für sie wichtig war. Ihre Tochter doppelt so sehr zu lieben und den Menschen zu helfen die ihre Hilfe benötigten.
Es schien wie früher zu sein, doch hatte sich einiges verändert.

Durch eine Falle war sie an die Rahaler Statthalterin geraten die sie mit einspann etwas gegen die Rahaler Seuche zu tun. Natürlich durfte von dieser Geschichte weder ein kleines noch ein größeres Lüftchen je ihre Lieben erreichen.
So überlegte sie fieberhaft wann sie das Pfand-den Ehering- wiederbekommen konnte, was das für eine grässliche Krankheit war.

Scheinbar nutzte Eliza auch gleich den Anlass sie von der Boshaftigkeit von Andreas zu überzeugen, leider nicht mit dem Erfolg wie sie erhoffte.
Ein Trank der empfindungen stärker werden lässt, durfte sie trinken um dann den vierfachen qualen des fehlenden Herzens zu widerstehen, was wie ein schwerer Krieg gegen sich selbst in ihrem Innern aufbrodelte.

Sie war sich so sicher das er sie verlassen hatte, denn sie spührte noch die Liebe die in der zierlichen, zeitlosen Heilerin verweilte. Wie sehr sie sich an etwas klammerte was vielleicht nur Schall und Rauch war.

"Und wenn ich dich nur einen Tag lieben könnte, körperlich natürlich-so würde ich den Rest meines Lebens davon speisen können, denn Eluive gab mir das größte Geschenk das sie einem Menschen geben kann- Wahre Liebe"

Dieser Gedanke machte das Leben um einiges erträglicher und sie konnte ungehindert an ihr Tagwerk gehen, wenngleich dennoch der Schmerz nicht nachließ, aber sie würde sich daran gewöhnen, denn dieses Leid musste sie akzeptieren, als tausch für sein Leben.

Verfasst: Dienstag 11. August 2009, 12:23
von Myra Myrtol
Mit einem kleinen Lächeln blickte sie durch das offene Familienhaus und seufzte leise auf.
Sie war gern hier, wenn sie wusste das er weg war und fühlte sich wie ein kleines Mädchen das zum ersten Mal verliebt war und nicht wollte das der Gegenüber das erfährt, denn er konnte ja anders denken als sie.

Das erste Mal hatte sie ihm etwas gekocht und auf den Tisch gestellt. Sie war aufgeregt und nur zu gern hätte sie sein Gesicht gesehen. Ein kleiner Kobold war wohl im Haus gewesen.

Beim zweiten Mal hatte sie das Haus mit verschiedenen Süßigkeiten dekoriert und freute sich dabei wie ein Honigkuchenpferd.
Es schien gar nicht mehr so zu sein das sie getrennt waren, auch wenn das unwiderruflich der Fall war, momentan.

Doch sie wollte ihm dennoch zeigen das sie ihn weiterhin liebte und lieben würde bis zum ende aller tage.

Schon bald wenn er wieder weg war würde sie nochmal zum Haus gehen und wer weiß was sie dann für ihn hinterlassen würde.
Doch hoffte sie das sie sich nicht treffen würden, auch wenn sie noch immer verheiratet waren.

Liebster Andreas, die Sterne zeigen mir jedes Mal deutlicher wie sehr ich dein bin.

Verfasst: Donnerstag 20. August 2009, 12:56
von Myra Myrtol
Der Fluch der einzigen Liebe

Früher wurde die Geschichte öfter erzählt und reihrum saß man an großen Lagerfeuern und hörte den Alten und Weisen zu wie sie jene erzählten.
Es geht um Kriege, um Heldentaten aber auch um Liebe.
So erzählte einer das die Götter zu ihren Glanzzeiten zwei Menschen schufen, einen Mann und eine Frau. Beide waren so aufeinander geprägt das sie erst wenn sie sich begegneten zu ihrem wahren Glück fanden.

Sie wurden zerstreut in die Landen und die Götter machten sich einen Spaß und prägten jeden Menschen auf einen anderen, nur um zu sehen ob sie sich fanden, ihr Leben lang auf der Suche sein würden oder sich der einfachen Liebe hingaben, die nicht so grenzenlos und stark war.

Wenige fanden sich liebten sich und starben gemeinsam, viele suchten ihr Leben lang nach ihrem Pendant und andere gaben sich nicht die Mühe zu suchen, denn sie wussten gar nicht wonach sie hätten suchen sollen.

So wie es ein Spiel für die Götter war, so war es doch Leid und Verzweiflung für die Menschen die wussten was sie suchten und was sie nicht fanden.

Doch würde man eine so starke und grenzenlose Liebe verlieren können?
Könnte sie einfach fortgehen und die Hülle der Lebenden verlassen?
Sie war ein Siegel auf der Seele, genau wie bei den Magiebegabten und kein Zauber könnte dies verschwinden lassen.

Man würde jedes Hindernis überwinden müssen und jeden Schmerz auf sich nehmen um dann am Ende wieder bei dem zu sein, dem das eigene Herz gehörte. Jede Gefahr und jedes Übel war zu wenig wert um es nicht für den Anderen zu überwinden oder daran zu sterben.

Einfache Menschen würden lachen und Witze reissen über eine solche Leidenschaft, sie würden es nicht verstehen bis sie es kennenlernten und bis sie selbst ihr verfallen waren.

Eine Geschichte fing immer mit zwei Seelen an, aber wie sie endete, das war im jeden Falle ungewiss.

Verfasst: Montag 14. Dezember 2009, 22:47
von Myra Myrtol
Lang war es her das sie nun zu später Stunde alleine war, sie wusste ihren Manne allein im Hause doch selbst saß sie eingemurmelt in die dicke Wolldecke draussen am Wasser, sah sich die Sterne und den Mond an und dachte nach über sich und die Welt.

Sie war sicher eine gute Frau, eine gute Mutter aber sie ließ sich nicht mehr alles gefallen was um sie herum geschieht, den Fuß hatte sie etwas fester in den Boden gerammt um sich und auch ihrer Familie halt zu geben, wenn es schwer wurde für sie und ja es wurde schwer, denn in jeder normalen Beziehung musste man sich mit Problemen und Gewichten beschäftigen die auf jedem Lasten.

Sie hielt langsam ihr Gewicht aus, wenngleich es manchmal doch zuviel wurd, das sie ungeachtet der ganzen Adeligen einen bald Adeligen Mann zum Gemahl hatte. Wenngleich er sicher der beste Ritter werden würde den das lichte Reich je gesehen hat, das stand ausser Frage.

Aber auch merkte sie das es nicht alles einfach war, die Schatten unter seinen Augen waren ab und an doch tiefer und die falten doch ein wenig markanter auf seiner Stirn.

Und wenn sie sich stritten wie an diesem Abend dann ging sie besser einfach eine weile weg, ließ sich irgendwo nieder und wartete bis sich das Gemüt ihres Liebsten wieder beruhigt hat und auch das ihre und dann würde sie in das vertraute Haus gehen und sich in das warme Bett legen, neben ihm einschlafen und versprechen das der morgige Tag besser werden würde.

So war das eben in einer Familie, man musste sich gegenseitig helfen aber eben auch mal in Ruhe lassen.