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Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 11:25
von Nuria Mondin
Unruhig hatte sie geschlafen. Über die Nacht waren einige dicke Wolken aufgezogen, die ihr den ungehinderten Blick in die Sterne verwehrten. Zum Glück gab es in den Morgenstunden Besserung... doch sie spürte, dass die Bilder nicht mehr allzu lange nur Prophezeihung sein würden.

Zunächst begann sie, einen ganz alltäglichen Morgen zu bestreiten. Doch gegen Mittag hielt sie inne in ihren Tätigkeiten, um staunend an den Himmel zu blicken. Gerade war sie über einige Kräuter gebückt, als sie aus den Augenwinkeln sah, wie ein Schatten über die Insel zu ziehen begann. Der Mond...

Die Scheibe schob sich mehr und mehr vor die Sonne. Weiter und weiter wanderte der Schatten über die Insel, bis er schließlich auch sie erreicht hatte und sie ebenso verhüllte. Weiter und weiter, bis er die Sonne vollkommen verdeckte. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete sie das seltene Schauspiel: eine totale Sonnenfinsternis. Doch dann geschah das wirklich ungewöhnliche: sie wartete und wartete und wartete. Aber der Mond schien wie festgeklebt: er gab die Sonne einfach nicht mehr frei. Sie spürte, wie es ein wenig kühler wurde. Kopfschüttelnd machte sie sich eine halbe Stunde später schließlich wieder an die Arbeit. Sie hatte nunmal nicht den ganzen Tag Zeit, in die Luft zu gucken. Sie setzte ihren Rundgang fort, Efeu und Seerosen zu schneiden, bis vorne zur Heilerstube. Einige Minuten waren vergangen, bis sie auch jenes Werk vollendet hatte, doch nach wie vor hatte sie der Mond nicht einen Fingerbreit von seinem Fleck gerührt. Es schien, als würde dunkles Dämmerlicht auf die Welt einen Schleier legen.
Aber... da war noch etwas. Etwas ungewöhnliches... etwas, was sie noch nie gesehen hatte. Gebannt starrte sie auf die kleine Pflanze, die sich dort nur wenige Schritt von ihr entfernt entfaltete. Unnatürlich schnell. Von einer Art, wie sie sie noch nie zuvor erblickt hatte... und das sollte bei Nurias Kräuterkunde schon etwas heißen. Aber nach einiger Zeit des ungläubigen Beobachtens drängte sich ihr eine Erinnerung auf an ein altes Buch... und sie eilte in den Raum des alten Wissens, um ihre Vermutung zu überprüfen.

Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 18:00
von Taralea Mirrosil
Sie saß hoch oben in einer Felsspalte, die normalerweise für einen Menschen unerreichbar war. Momente wie diese waren es, in denen sie ihre Begabung besonders zu schätzen wusste. Hier oben nahm ihr kein Baumwipfel die Sicht, störte kein Spaziergänger ihre Ruhe. Doch vermutlich hatte heute sowieso kein Mensch Interesse an einer kleinen Wanderung. Die Reaktion, die sie auf dem Weg hier hin beobachten konnte, war überall gleich gewesen: Verwunderung, Verunsicherung bis hin zu offen gezeigter Angst. Nur wenige taten es mit einem Schulterzucken ab, denn so dunkel war es noch bei keiner Sonnenfinsternis gewesen.

Stunden schon saß sie hier, beobachtete die strahlend helle Scheibe am Himmel. Man hätte meinen können, es sei tiefste Nacht. In Wahrheit jedoch würde in wenigen Momenten das Mittagsläuten einsetzen. Taralea hatte sich in den frühen Morgenstunden bereits hierhin zurückgezogen, etwa zu dem Zeitpunkt, als Nuria sich in die Bücher vergraben hatte. Arbeitsteilung im klassischen Sinne. Nachher würden sie einander informieren und sie hoffte inständig, dass ihre Freundin mehr sagen könnte als "Nichts. Es hat sich nichts getan."
Denn so würde ihre Antwort lauten. Der Mond bewegte sich keine Haaresbreite. Es wirkte, als sei um Mitternacht die Zeit stehen geblieben.
Bei den Göttern, was war nur hier los? Sie würde noch eine Weile hier ausharren, den Himmel beobachten und versuchen, den Mond einfach mit ihrem starren Blick zum Weiterzug zu bewegen.

Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 18:41
von Helmine Corrado
Sie befand sich mit Sanya in der Kapelle und sprachen einige Worte miteinander. Worte des Glaubens und der Vollendung ihres ersten Weges. Ein Mitglied des Klerus ist sie geworden, durch den Willen der Mutter und ihren. Als sie aus der Kabelle traten, fiel Helmine schon auf das es arg Dunkel geworden ist für diese Tageszeit. Vor dem Kloster sprach sie auch die Frage aus, die sie bewegte.

Eine Antwort bekam sie...ein nicken und ein kleines seufzen, welches Helmine hörte. Es war eine recht seltsame Reaktion von Sanya...hat dies was zu bedeuten? Fragen über Fragen sind schon in dem Kopf von Helmine und eine weitere kam am heutigem Tage dazu

Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 19:16
von Caya Sternsang
Unter den blonden und widerspenstig fallenden Locken hindurch spähend saß die junge Frau, Caya, auf der bewachsenen Terasse des abgelegenen Wohnhauses in dem ihre neue Schwestern sie aufgenommen hatten. Die Knie hatte das noch halbe Mädchen fest an ihren Körper gezogen, wobei ihre Arme sich darum schlangen und ebenso ihr Kinn hier seinen Platz fand.

Verunsicherung und Furcht war es, was sich im glänzenden Blau ihrer Augen widerspiegeln sollte während sie dem Schauspiel am Himmel folgte. Nuria war unten irgendwo – aber Caya hatte beschlossen ihr und den anderen Schwestern etwas Ruhe zu lassen, nachdem diese besonders in den letzten Tagen nahezu ununterbrochen beschäftigt waren die Rätsel, die sie so sehr beunruhigten, zu entschlüsseln – und nicht zuletzt hatte sie ja selbst auch noch eine Aufgabe, der sie bis zu diesem Augenblick noch nicht erfolgreich nachkommen konnte.

Eine Spur Frustration nutzte nun die so günstige Gelegenheit um sich ebenso der Gefühle zu bemächtigten, deren Spielball Caya geworden war. Nun aber hört sie Schritte auf der Treppe, was sie dazu veranlasste, den Kopf zu heben - „Wer kann das sein?“, formten ihre Gedanken, Worten gleich, die Frage in Cayas Inneren. Doch dann erkannte sie, zunächst nur die Konturen, dann aber ganz klar, dass es Nuria war, die rasch an ihr vorbeihuschte. Zumindest in der Verunsicherung war Caya nicht allein und auf eine absurde Weise huschte nun ein kurzes Lächeln über die Lippen des Blondschopfes. Aber als es wieder ruhig wurde fand sie sich erneut ihren eigenen Gedanken und Gefühlen gegenüber wieder, und nun hatte sie auch jenen kleinen Zweig zwischen Zeigefinger und Daumen, der ihr in der letzten Woche fast schon ein Vertrauter geworden war, wo sie ihn nachdenklich betrachtete ...

Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 19:23
von Vinleif MacGjallar
Von wegen Wasser. Himmel, verdammt. Himmel!

Vinleif stierte nun bereits ein gutes Weilchen in den Himmel, als würde allein sein penetranter Blick den Mond dazu bewegen, die Sonne wieder freizugeben. Doch das war wohl kaum seine Intention. Viel eher sammelte sich bei ihm, wie auch bei den anderen Anguren ein gesundes Maß an Besorgnis. Die Unruhe, die durch das Lager zog, war fast greifbar, denn insbesondere die Alten, zudem die Mimir, konnten mit dem Zeichen der nicht wiederkehrenden Sonne einiges anfangen. Über kurze Zeit und mit jedem Moment, der verging, sammelten sich weitere Thesen, Geschichten, Theorien und Erklärungsversuche, die allesamt eine finstere Wahrheit in sich bargen. Dunkelheit, die lange Nacht. Ein paar Angurenstämme kannten es von Wintern, in denen die Sonne niemals aufging, doch niemand vermochte zu sagen, warum ein Schatten nicht mehr als die Corona des Himmelskörpers, der doch aufgegangen war, zeigte.

„Angurs link’s Auge ist g’blendet! Er sieht uns nich‘! Sieht uns nich‘ hier unt’n!“

Nach Stunden war aus brodelnder Ungewissheit endgültig spürbare Anspannung geworden. Keiner wollte Angst zeigen, sodass sich man sich einem fremden Clan gegenüber gleichmütig und großmäulig zeigte. Es wunderte Vinleif nicht, dass die Clans sich zurückzogen, denn erst in der Familie, im Kreis der Vertrauten zeigte sich in den Gesichtern waghalsigster Krieger Sorge und Unsicherheit.

„Is‘ Angurs Auge geblendet, od’r hat er’s geschlossen?“

Die Monde, die vergangen waren, hatten das Volk aus der alten Heimat vertrieben, es zu drastischen Mitteln greifen lassen. Jeder Clan lebte anders, sodass für die einen der ein oder andere Überfall keineswegs schändlich war, wohingegen andere es als größte Schmach sahen. Auch, wenn es ein Volk war, hatte die Abgeschiedenheit der Stämme doch zu mannigfaltigen Ausformungen eines Glaubens, einer Überzeugung geführt und all diese Anguren, die nun wieder zusammengepfercht wurden, schienen eine ungesunde Mischung zu bilden.

„Die MacAgronas haben das üb’r uns gebracht! Faule Hunde, konnten nich‘ selber bauen! Musst’n sich Südlinge fangen!“

„Das hab’n wir nun davon, d’ss der MacDraig Chieftain sich mit‘ner MacFarlainn davongemacht hat!“


Vinleif stiefelte langsam durch das Lager, eine Ruine, die im Licht der vielen Feuer gespenstisch anmutete, brüchig und alt. Ihn begleitete Skalbjarn, sein Mimir. Beide ahnten wohl, dass das Zeichen etwas Großes ankündigte, doch nur einer davon ahnte ansatzweise, was es denn sein konnte. Der Weltuntergang machte mittlerweile schon seine Runde im Lager und mit unheilverkündender Stimme sammelten sich die Jungen um die Alten, die ihre Geschichten zum letzten Gefecht erzählten. In den Wirren der letzten Zeit fiel es den Barbaren schwer, wieder neuen, festen Grund zu finden. Zu zahlreich schienen die Rückschläge, die Gegner, die nun sogar das Licht nahmen.

„Skalbjarn… frag‘ die Ahnen. Frag‘ die Ahnen und sag nur mir ihre Antwort.“ Die Schatten rückten näher, unter dem Blätterdach war der Wald wie ein Meer aus Schwärze. In dieser Dunkelheit konnte alles warten. Alles und jeder. „Und sorg‘ dafür, d‘ss Argail mehrere Wachschicht‘n einteilt. Mehr als sonst. Fiona soll s’ch ans Brauen mach’n. Sie wird wiss’n, was.“

Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 22:11
von Malachai Schwarzmourne
Eine schwarzvermummte Gestalt, gehetzt wie eine Katze von einen reudigen Hund, springt von einen Dach zur anderen. Der Umhang, getragen vom Winde, flatternd hinter ihm herziehend.
Er läuft, als wäre der Teufel selber hinter ihm, setzt seinen Fuß genau an die Kante und hechtet, in der Dunkelheit, wohl schwer von jemanden dabei gesehen zu werden, auf die nächste Dachhälfte.
Ein paar Wachen an den Zinnen, die dunkle Gestalt drückt sich an die Wand vom Kirchturm, seine Augen erspähen jene, mit ihren Fackeln, die sie in alle Richtungen halten, nur um in der ewigen Dunkelheit soetwas wie einen Schatten erkennen zu können.
Dann, als Sie sich von ihm abwenden, nimmt er abermals anlauf und hechtet zum nächsten Dach, immer weiter.
Was keiner sieht, jener Mann ist glücklich, wie in Extase, läuft und läuft er weiter, nimmt jedes Hindernis mit, sei es eine Mauer, die er mit einen großen Sprung und dem Ergreifen der Ränder erklimmte oder sei es ein gekonnter Wandsprung zur anderen Wand, um das Dach dann zu erreichen.
Viele Stunden wetzt er so durch die Dunkelheit, geniessend, dass man ihn nur schwer und kaum erblicken kann, als wäre es ein strahlend sonniger Tag für die Kinder, ein regnerischer Tag für die Bauern oder ein trüber, milder und nebeliger Tag für die Minenarbeiter...ja...so war diese Finsternis, die überall ihn umgab, seine schöner Tag und er lief weiter, immer weiter...leise...wie auf Federn getragen, nur die Luft, die sein Körper durchschnitt, wenn er abermals einen Satz nach vorne machte....immer weiter, und ab und an, während er so durch die Luft gleitete, vernahm man ein Jubelschrei.

Lange Zeit später, Malachai drehte sich und fiel vom großen Aste der dicken Buche, auf die er lag.
Er schrack auf, seine Augen, es war immer noch dunkel...zu dunkel für diese Uhrzeit.
Er griff in seine Tasche, nahm einiges an Hölzern und Geäst von den Seiten und entzündete ein Feuer. Als jenes langsam Licht spendete, Licht, dass Malachais Augen zusammenkneifen liess, erkannte er, was er trug.
Eine schwarze Robe, einen schwarzen Umhang, eine schwarze Maske.
Er erschrack...er schrie auf, zog sich die Kleider vom Leib und schmiss Sie auf den Boden.
Er erhob sich, doch sein Körper sackte nach, er war erschöpft, gar, als wäre er seit Tagen nur gerannt.
"Was zur Hölle geschieht hier?"

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 00:49
von Tithus Hemmel
Viel zu lange hatte er die Zeichen übersehen, hielt sie für den kommenden Krieg gegen die Diener des Raben - doch als an jenem Tage Sonne und Mond gemeinsam ihre Bahnen zogen und der strahlende Kranz der Korona die einzige Lichtquelle war war alles anders.
Es begann wie gewohnt an diesem Tage. Die Sternenjünger wussten natürlich, was eine Sonnenfinsternis war, und dass nur zu Neumond ein solches Ereignis stattfinden konnte. Sonne und Mond in Liebe vereint, wie es an manchen Orten heißt. Doch Titus wusste davon nichts. Der Mondzyklus interessierte ihn nie so, dass er astronomische Ereignisse hätte voraussagen können.
Erst tauchte der Mond nur subtil auf. Mit bloßem Auge erkannte man die Veränderung nicht. Vielleicht eine markante Zunahme der schattenhaften Konturen, die maßgeblich war für das eben geschehene, hätte ihn schon misstrauisch gemacht. Aber erst als Zwielicht eintraf und die Luft so drückend wurde wie vor einem Gewitter am fast wolkenlosen Himmel wurde er misstrauisch. Ein seltsames Grün benetzte die Himmlischen Wiesen und die kleinen Wölkchen waren in ein seltsam rosiges Gelb gehüllt - doch dann ging es schnell.
Wie der Fingerstreich eines Gottes, gewaltig aber in tosend lauter Stille glitt der Kernschatten des Mondes über die Wolkenbänke hinweg - und ehe der Diamantring am Himmel verblasste war es tiefe Nacht - das geschah binnen weniger Augenblicke - und eine drückende Dunkelheit lag über dem land. Seltsam war nur, dass dies die ganze Nacht der Fall war - ja die ganze Nacht traf es wohl deutlich.
Rings um das Land war Dämmerhungslicht hereingebrochen. orangrotes Unheil zog sich von horizont zu Horizont und der tiefschwarze Himmel offenbarte die Dunkelheit und die Sterne die am hellichten Tage schienen. Gerimor und die restlichen Lande versanken in Finsternis und die bittere Kälte der Winternacht nahm stetig zu. Eiszapfen hingen von den Geästen und die undurchdringliche Eiseskälte nahm das land in seinen Klammergriff und gab es nicht mehr frei.
"Horteras, dein zeichen sagt nichts Gutes aus, und ich weiß nun, dass ich falsch lag. Der Zeitenwandel ist eingetroffen, und er ist gewiss alles Andere als verheißungsvoll im Glück. Unheil verkündest du uns."
Nachdenklich starrte er hoch und ihm war nicht gewahr, was da nun auf ihn zukommen würde. Doch Janus' Wurte waren bereits vielsagend. Horteras musste direkt befragt werden - und am morgigen Tage würde es soweit sein.
Man würde sich einfinden - die Jünger des Horteras, janus und seine Freunde - um mehr über diese Gegebenheiten herauszufinden. Es musste etwas getan werden, und das überwiegte alles, was an Streit mit der Bruderschaft dagewesen war.
Erst wenn Titus Antworten hätte würde er den Klerus informieren. Es bedurfte antworten. Und alleine diese unheilsverkündende Aussage, dass das Element Wasser das Übel sein sollte würde nicht reichen. Antworten mussten gefunden werden.

"Sternvater Horteras, dessen Licht die Dunkelheit durchbricht und ihm standhält - du allein weist am Firmamente noch den Weg - sprich zu uns - und deine Voraussicht mag uns geleiten."

Es mag sein dass einige Sterne besonders hell am Firmament erleuchten, nachdem Titus die halbe Nacht im Gras kniete und gen Himmel betete - vielleicht als wäre es ein verzweifeltes Aufbäumen gegen die Dunkelheit - oder aber eine Erleuchtung, dass Fragene rhört würden.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 11:47
von Leandro Montego
Der Auserwählte saß in der ruhigen Nacht weit oben auf den Leuchtturm. Einige Blicke huschten zum Hafen und weit aufs Meer. Langeweile trug er mit sich, bis einer der Erben zu ihm trat und ihn auf die Sterne aufmerksam machte. Sein Blick schweifte nach oben gen des Himmels und eine Verwunderung war in seinen Augen zu erkennen. Er hatte sich dabei nichts gedacht nur sprach er zu seinem Erben, dass es ein Zeichen des erleuchteten Hohepriesters Aradiel war, ihr Prophet. Das Zeichen für die Auferstehung der Erben. Er bat seinen Erben um einen Auftrag, woraufhin er auch sich entfernte. Der Auserwählte ging dann in sein Schlafgemach, als er jedeoch am nächsten Morgen sich erhob und aus dem Fenster blickte, so hebten sich seine Augenbrauen. Er dachte er hätte nur wenige Stunden geschlafen. Er blickte auf die Uhr und konnte es nicht fassen, dass es schon am Morgen war. Er machte sich fertig und verließ sein Haus. Er wollte mehr Informationen über diese Dunkelheit in Erfahrung bringen. Viele Fragen stauten sich in seinem Kopf. Jetzt heißt es eine Frage nach der anderen beantwortet zu bekommen, aber bei wem? Wer würde mehr Wissen? Er versuchte es bei Emimenz Tithus, sollte er ihn antreffen.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 13:04
von Qyl´zaox
Lange hatte der baldige Lethrixor Leth'Axorn nicht mehr verlassen und wenn doch, war es tiefe Nacht. Seine Augen waren in dieser Zeit nichteinmal andeutungsweise in Richtung der Sterne gewandert, wahrscheinlich aus Gewohnheit, denn was hatte er schon von der Höhlendecke zu erwarten?
Nun jedoch war die Stunde gekommen, in welcher ihn sein Tatendrag schon früher aus der Höhle trieb. Wie gewohnt verengte er die Augen bereits bevor er den Unterschlupf verließ und war um so verwunderter, dass die gewöhnliche Blendung ausblieb.
Er blinzelte kurz und langsam wanderte das violette Augenpaar umher. Er suchte die Sonne und fand nur einen kleinen Ring am Himmel. Etwas stimmte offenbar nicht mit der Oberfläche, doch das Lächeln auf seinen Lippen offenbarte, dass ihn dies alles andere als missfiel.

Die Karten waren für diese Tage neu gemischt, irgendetwas wollte, dass die Letharen einen ungetrübten Blick hatten, auch an der Oberfläche.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 13:21
von Nevyn Silberhand
Die auf den Mauern postierten Wachen spähten misstrauisch in die Dunkelheit hinein, während sich immer wieder bewaffnete Brüder und Schwestern zu Ritten rund um die Burg Schwertwacht im Osten des Landes aufmachten.
Kein Stern war am Himmel zu sehen, kein Licht, welches den Wald und das weite Land zumindest in diffuses Licht getaucht hätte.
Man konnte die Anspannung spüren, als der nächste Trupp zurückkehrte, ohne auch nur die Spur einer direkten Bedrohung gefunden zu haben.

Konnte es sein, dass Horteras seinen sturen Priestern endlich zu verstehen geben wollte, wie falsch es war, Ketzer zu beschützen?
überlegte der Ritter, hoch auf den Zinnen der Burg stehend.
Oder steckte dahinter ein perfider Plan der dunklen Gegenspieler?

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 14:28
von Selina Talmar
Sie wusste nicht woher die Dunkelheit kam, doch noch beunruhigte jene die junge Frau nicht.
Lautlos huschte sie durch die dunkle Nacht, über Lameriast nach Bajard und dort durch die Straßen. Sie drückte sich in den Schatten und beobachtete die Leute. Sie blickten Sorgenvoll gen Himmel, wussten sie mehr? Oder waren sie nur beunruhigt?
Hier und da presste sie ein Ohr an Fenster um zu lauschen, doch hörte sie nichts von Bedeutung. So verließ sie das Dörfchen und bahnte sich ihren Weg durch den Wald.
Sie hatte leichtes Spiel ungesehen voran zu kommen. Ihre Gabe brauchte sie nicht einmal. Die Dunkelheit war so vollkommen, da musste man sich nicht einmal viel Mühe geben leise zu sein. Doch sie tat es. Sie ging in dieser Nacht ihrem Erbe nach und schlich Stundenlang durch die Wälder Gerimors und um die Häuser vor Varuna, aber an keinem Fenster ließ sich etwas belauschen, nichts ließ sich herausbekommen, über diese Dunkelheit.
Und so kehrte sie ebenso ungesehen, wie sie gekommen war zurück nach Lameriast. In Bajard war ihr so, als höre sie einen Jubelschrei hoch über den Dächern, der ihr merkwürdig bekannt vorkam, doch ob es wahr war oder nicht vermochte sie nicht zusagen, so schnell wie der Jubel gekommen war, so schnell verschluckte ihn die Dunkelheit wieder und ihre Augen vermochten nicht zu sehen, was sich auf den Dächern tat.
Sie würde es am Nächsten Tag wieder versuchen etwas zu erfahren.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 14:59
von Tithus Hemmel
Wie man Horteras bittet.

Zunächst brauchst du der Jünger drei
im Mindesten tun's auch noch zwei.
Zuvor den Boden unter dir weih'
und stets gefasst auf Unerwartetes sei.
Danach, so sagt die alter Weis'
bilden die Jünger einen Kreis.
Verschließ die Augen und gebe Preis,
deien Geist auf Vater Sterns Geheiß.
Befreie dich und deinen Geist,
so wie es in der Weise heißt,
denn erst mit freiem Kopf du weißt,
was der Sternenher verheißt.
Magst du in Dunkelheit verweilen,
wird Ruhe deinen Geist erst heilen,
erst dann erkennst du wohl bisweilen,
Horteras' Zeichen, nun musst' dich eilen.
Eine Stimme spricht zu dir,
sie ist nicht da, sie ist nicht hier,
doch wird sie stillen Wissbegier,
gegeb'ne Worte nie verlier'.

Jener Reim wurde Titus dereinst mitgegeben, und noch bevor titus die notwendigen Vorkehrungen traf - wobei er sich einen Tag Ruhe gönnte und seinen Geist frei hielt, eine anweisung die jeder Beteiligte an diesem Ritual mit erhielt im Beisein eines Schreibens, gerichtet an Janus, würde man an diesem Abend hoffentlich mehr erfahren über offene Fragen.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 15:58
von Sardok Telkontar
Es war einfach schrecklich in dieser Dunkelheit, und so nam Sardok sich seine Robe und seinen stab, und zog raus auf die Wiesen. Er setzte sich dort mitten ins Wiesenfeld, wo weit und breit nichts zu sehen war.

Es war fast wie ein Traum, als er die Mitte des Feldes erreicht hatte. Dort ließ er sich nieder, und legte seinen stab neben sich. Der schneidersitz wurde genutzt, um eine gemuetlichere Position einzunehmen.
Dann schloss er die Augen und fing an seine eigene Ruhe zu finden. Es war immer wieder ein schoener moment, als die Totale ruhe ihn durch stroemte. Dann begann er zu Meditieren. Er sah einiges, doch nichts was wirklich auskunft ueber die Dunkelheit geben konnte. Es war auch fast schon so, als wuerde einer der Sternenjuenger kaum ausreichen. Die Sterne blieben an jenem Tag bedeckt, und gaben keine antwort auf die Fragen des Alten Horteras Priester. Es verunsicherte ihn jedoch auf keinen fall, denn er wusste, dass es im Notfall immer eine antwort des Sternvaters geben wuerde.

So begann Sardok sich auf den Weg nach Varuna zu machen, um einige Buecher zu durchstoebern, so wie er es damals auf Dalaran immer getan hatte. Doch diesmal wollte er sich nicht nur mehr wissen aneignen sondern wollte etwas ueber diese Dunkelheit erfahren. Doch auch dort war es wie leergepustet. Er fand nicht ein einziges Buch, wo es nur annaehrend diese Dunkelheit gab. Auch die vorherigen Priester und Magier wussten nichts damit anzufangen.

Aber dann plagte ihn auch ein weiterer Gedanke. Vielleicht hatte er einfach schon viel zu spaet angefangen, sich sorgen wegen dieser Dunkelheit zu machen. Viele Menschen wurden an solch duesteren Tagen von Janus gewarnt.. Doch noch klarer wuerden die Zeichen fuer eine bevorstehende Katastrophe wohl kaum erscheinen.

Langsam fing er einen weiteren Gedanken, und ihm kam die Idee, die Tiere im Wald zu beobachten. Wie wuerden sie mit der Situation umgehen ? Vielleicht wuerde er dort eine Antwort finden, denn Tiere sind immer Informant nummer eins, wenn es um Leid und verderben geht.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 17:17
von Risina Vergol
Sina saß zitternd in der Ecke ihrer Schneiderei. Diese Dunkelheit draußen war unheimlich und macht ihr Angst. Alle Lampen und Laternen, die sie besaß, versuchten mit ihrem Licht diese Schreckliche Dunkelheit zu verbannen – vergebens. Es schien ihr fast, als ob es ein lebendiges Wesen wäre, dass durch die Vorhänge versuchte zu gelangen und sie zu kriegen. Natürlich war das Quatsch - oder?

Schon als Kind hatte sie Angst vor der Dunkelheit gehabt, seitdem ihr Vater sie immer in das Loch gesteckt hatte, diesem Raum unter dem Fußboden mit dem schweren Deckel drauf, der keinen Ton durch ließ. Nur wenige hatte den gekannt, sie und Maishka zu genüge. Wenn doch nur Maishka hier wäre, sie wie damals in den Arm nähme und festhielte.

Ihr Blick fiel auf die kleine Katze, die sonst um ihr Haus strich und der sie ab und an etwas Fisch gab. Selten verirrte sie sich ins Haus, immer etwas misstrauisch. Jetzt saß sie mit gesträubten Fell und die Augen weit aufgerissen, mit peitschendem Schwanz geduckt in der Ecke unter dem Schreibtisch. Sofort als sie die Türe geöffnet hatte war das Kätzchen herein gehuscht und hatte sich in die hinterste Ecke der Stube verkrochen und sich seitdem nicht mehr gerührt. Auch sie hatte Angst, genau wie die blökenden Schafe draußen oder die Pferde, die sie drüben im Mietstall wiehern hörte. Dafür waren sämtliche Vögel verstummt, unheilvoll und drückend war die Stille. Sie wusste nicht ob sie die Kraft hätte, die Stube zu öffnen. Einerseits wäre jede menschliche Stimme wie eine Erlösung, anderseits konnte sie sich nicht rühren. So saß auch sie zusammen gekauert weiterhin in ihrer Ecke, ein Spiegelbild der Angst der kleinen Katze.

Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 19:21
von Cajivak
Mochten manche noch davon sprechen dass Angurs Auge lediglich geschlossen war - für Craigh konnte kein Zweifel bestehen dass es soweit war:

Der Himmelswolf hatte Angurs linkes Auge verschlungen und bald würde sich Iurhilla, die dämonische Riesenschlange, erheben und das Land überfluten, dann würde der letzte Kampf stattfinden und die alte Welt mochte enden.
Eine gute Zeit um zu kämpfen, eine gute Zeit um zu sterben.

Sollten die anderen noch die Zeit mit Reden und Nachdenken verschwenden, Craigh wusste seine Zeit besser zu investieren: Schnapps, Wein, Bier und natürlich die gute alte Hilde.
Die Äxte waren geschärft und in den seltenen Phasen der partiellen Nüchternheit nutzte Craigh die Zeit um kleine, niederträchtige Gemeinheiten zu basteln die er bald rund um das neue Lager verstecken würde - kleine Geschenke des Schmerzes, die jeden ahnenverdammten Eindringling zuteil werden würden, ehe er diese flüchtige Bekanntschaft mithilfe seiner Axt intensivieren würde.

Mochte es auch das Ende sein - es würde ein verdammt lustiges Gemetzel werden.