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Verfasst: Montag 3. November 2008, 17:24
von Taralea Mirrosil
Sorgsam zählte sie die Tropfen ab, die sie in das kleine Schälchen über der Kerzenflamme gab. Fünf Tropfen, mehr durften es nicht sein von dem Lavendelöl, das sie sich aus dem Heim der Schwestern geborgt hatte. Die passende Menge, um in ihrem Schlafzimmer einen beruhigenden Duft verströmen zu lassen, der das Kommende erleichtern sollte. Hinter ihr schloss Nuria gerade das letzte Fenster, nachdem der Raum gut gelüftet worden war. Alleine die Anwesenheit ihrer Freundin, Mentorin und Schwester gab ihr neuen Mut. Lange hatten die beiden sich besprochen und was eigentlich als deftige Standpauke gedacht war, wurde zu einem kraftbringenden Zusammensein. Nuria hatte sich ihre Sorgen angehört, sie weinen und zittern lassen, all die Gefühle mit ihr geteilt, welche sie sich vor Janus derzeit nicht gestattete. Am Ende hatten die Worte gestanden, die zu ihren gemeinsamen Vorbereitungen führten: "Du solltest die Traumreise antreten. Ich werde über Euch wachen - und das steht nicht zur Diskussion."
Taralea war so froh um die Hilfe gewesen, dass sie gar nicht daran dachte, sich zu sträuben. Selbst Janus schien von dem Gedanken angetan, wenn auch aus anderen Gründen als sie selber. Wobei... nüchtern betrachtet hatten beide die gleichen Motive, nur spielte jeweils das Gegenüber die Hauptrolle darin. Wie dem auch sei, das Angebot wurde dankbar angenommen.

Nun also bereiteten die Frauen gemeinschaftlich den Raum vor, Janus war noch ein wenig spazieren, um wenigstens etwas müde zu werden. So hatten die beiden Gelegenheit sich ungestört auszutauschen, Taralea konnte letzte Fragen stellen, die nicht unbedingt für die Ohren eines Uneingeweihten geeignet waren, selbst oder gerade wenn er Magier war. Nuria hatte wohl rasch gemerkt, dass das immer wiederkehrende Nachhaken mehr Nervosität als Unwissen war und wiederholte mit einer Engelsgeduld die Erläuterungen bis unten die Türe ins Schloss fiel. Bereits am Schritt konnte man hören, wie sehr Janus die Gesamtsituation verunsicherte. Naja, da befand er sich allerdings in guter Gesellschaft.

Die drei nahmen noch einmal am Tisch platz, genossen ein Glas Wein, lenkten sich mit einer netten Plauderei unter Vertrauten ab. Dann wurde es Zeit. Janus wurde angewiesen, es sich so bequem wie möglich zu machen, während Taralea sich in voller Bekleidung auf das Bett legte. Sie rückte nah an ihn heran, bis die Körper sich berührten und wartete ab. Es schienen Stunden zu vergehen, ehe er schließlich zumindest oberflächlich in einen Schlaf glitt, dann schloss sie die Augen und zwang sich zur Ruhe. Jahrelange Übung in Meditationen brachten dann auch sie recht zügig an den Punkt, an dem man in einen angenehmen Dämmerzustand glitt und im letzten Moment vor dem Einschlafen suchte sie nach der vertrauten Melodie....

Verfasst: Montag 3. November 2008, 19:11
von Janus Aethra
Ruhig hob und senkte sich die Brust des dort liegenden Mannes. Reglos waren die blassen Züge Janus', dessen klare Gedanken mehr und mehr zu schwinden begannen, als er der Realität immer weiter und weiter entrissen wurde. Er wirkte beinahe friedlich ....


...bis sich seine Augen aufschlugen. Dort war sie wieder, die schier endlos wirkende Dunkelheit, die ihn einhüllte, zu ersticken drohte. Die Luft, die er bei jedem Atemzug in seine Lunge sog, war eisig kalt und stach, dass es ihm beinahe die Brust zuschnürte. Ein Gefühl von Verwirrung und Furcht drang durch seinen Körper, als er um sich durch die endlose Dunkelheit blickte – bis sich auf einmal etwas auf seine Schulter legte. Er zuckte zusammen, wirbelte herum, für den Bruchteil einer Sekunde blickte er wie panisch hinter sich...

“Hab keine Furcht, ich bin bei dir...”

Es war die warme Stimme Taraleas, die erklang, als er ob der Finsternis in ein kaum erkennbares Gesicht blickte. Doch war sie es... sie war dort, bei ihm... nur wo waren sie?
Janus griff nach ihrer Hand, und für einige Augenblicke, in denen er ihre Nähe spürte, schien die Angst in ihm tatsächlich zu schwinden, als er ihre Finger umschloss und sie an sich heran zog.

“Janus ... was ist das hier?”

Auch wenn er ihre Züge kaum sehen konnte, hörte er doch eine gewisse Furcht in ihrer Stimme mitschwingen... doch was sollte er darauf erwidern? Er wusste nicht, wo sie waren, jedoch...

“Ich weiß es nicht... aber etwas ist hier”, die Worte waren leise, nur gehaucht, und just in dem Moment fühlte er etwas, einem eisigen, verheißunsvollen Windhauch gleich, das dicht an seinem Rücken vorbei zog. Erschrocken wandte er den Blick herum, doch konnte er nichts erkennen. Nichts als Schwärze. Er spürte, wie sich der Griff um seine Hand verstärkte und sich Taralea dicht an ihn drängte.
“Wir müssen hier fort, schnell”

Es war die Angst, die wieder in Janus' Körper empor kroch, als er Anstalten machte loszurennen. Die Emotionen begannen mehr und mehr seine Gedanken zu benebeln, nicht mehr als der blanke Selbsterhaltungstrieb, der ihn zur Flucht drängte, blieb übrig. Doch Taralea hielt ihn zurück, sie klammerte sich an seinen Arm...

“Nein, Janus.. zeig' es mir. Zeig' mir, was es ist. Ich bleibe bei dir”

Es war ein innerer Kampf aus Furcht und Verstand. Furcht um sich, Furcht um seine Liebste ... und Verstand, der ihn dazu drängte, ihr zu vertrauen, bei ihr zu bleiben und das Etwas aufzudecken. Und er blieb... harrte an ihrer Seite aus, und starrte durch die Dunkelheit. Das Blut schoss nur so durch seine Glieder, als er die Arme wie behütend um seine Gefährtin schloss. Und so blieben sie beide reglos auf der Stelle stehen...

Immer deutlicher wurden die eisigen Windstöße, die dunkle Ahnung, dass sich etwas in der Finsternis um sie herum bewegte, leise, zischende Laute, die von allen Seiten widerzuhallen schienen. Ein Donnern hallte in der Ferne, Blitze zuckten zu Boden und tauchten die Umgebung für einen Herzschlag, der Minuten anzudauern schien, in grelles Licht.

Unmittelbar vor ihnen blitzen die Schemen einer Gestalt auf, das Gesicht, eine finstere, verzerrte Fratze, nur wenige Zentimeter von den Gesichtern Janus' und Taraleas entfernt. Es waren pechschwarze Augen, die in diesem kurzen Augenblick den beiden entgegen blickten, die nichts als Hass und Tod ausstrahlten und eine machtvolle, bösartige Aura breitete sich um die beiden aus.
Janus' Augen weiteten sich, der blanke Schrecken durchzuckte seine Miene, sein Atem stockte...


...Aprupt wurde sein Oberkörper in die Höhe gerissen, hektisch und panisch sog er die warme Luft des Hausinneren ein. Direkt an seiner Seite ertönte ein erschrockenes Japsen, und als er nach wenigen Momenten des Schreckens zur Linken sah, blickte er in Taraleas ängstliches Gesicht...

Verfasst: Montag 3. November 2008, 21:07
von Nuria Mondin
Voller Sorge wachte Nuria über den Schlaf der beiden. Sie wusste: die Pfade der Träume konnten durchaus gefährlich sein. Wenn es sein musste, würde sie die beiden gewaltsam aus der Traumwelt zurückreißen, auf dass ihr Geist sich dort nicht verliere. Sie saß auf einem Schemel neben dem Ehebett. Ein wenig seltsam kam es ihr schon vor, neben dem Paar zu wachen, doch ihre innere Unruhe war stark. Zu gerne hätte sie dem Drang nachgegeben, im Schlafzimmer auf und ab zu gehen, doch hatte sie Angst, damit den Schlaf der beiden zu stören, zumal es ihr wie eine Ewigkeit vorkam, bis Janus endlich der Schlummer ereilte.

Aufmerksam ruhte ihr Blick auf den Zügen der beiden – abwechselnd, ihr Blick wanderte hin und her. Sie sah, dass Janus die Augen aufriss – doch nach wie vor war er in tiefem Schlaf gefangen. Was sah er in jenen Momenten? Sie konnte nur vermuten, doch angenehm schien jenes keineswegs zu sein. Ein leichtes Zucken, dann atmete er wieder etwas ruhiger. Ihr Blick wanderte zu Taralea. Sie schien friedlich zu schlafen. Doch dann begann auch sie schneller zu atmen – zeitgleich mit Janus. Sie hatte ihn also gefunden. Sie spürte, wie sich die Unruhe der beiden auf sie übertrug. Ungewissheit war noch nie etwas, womit sie besonders gut zurecht kam. Aber ihr blieb nichts als warten – und so harrte sie weiter auf dem Schemel aus, zwischen den beiden hin- und herblickend. Janus schien unruhiger als Taralea – wohl weil er ahnte, was kommen würde. Dennoch – eindeutig begannen beide schneller zu atmen und zunehmend unruhiger zu werden. Obwohl ihr Geist so fern von ihnen war, spürte sie einen Widerhall der Angst, welche jene durchlaufen mussten. Erst wenige Minuten waren vergangen, seit die beiden sich im Traum gefunden hatten. Dann, plötzlich: sie spürte, dass etwas geschah, etwas Unschönes, und sprang vom Schemel auf, um die beiden aus dem Schlaf zu reißen. Fast im selben Moment schreckte Janus mit schreckensgeweiteten Augen auf. Aprupt aus seinem Traum gerissen, erwachte auch Taralea.
Sofort zwang sie sich zur Ruhe. Beiden ging es gut, beide waren sie wohlbehalten wieder gekehrt. Sie setzte sich an das Fußende des Bettes und schenkte beiden ein gleichermaßen ruhiges wie erleichtertes Lächeln, ihre Sorgen ein wenig zurückschiebend. „Es ist nichts geschehen. Das Unheil existiert nur im Traum.“ Sie nahm von beiden jeweils eine Hand und bettete sie aufeinander, jene mit ihren warmen Händen umschließend, um ihnen Kraft und Ruhe zu spenden. Eine ganze Weile saß sie so da, schweigend, und gab ihnen Zeit, um langsam wieder zur Ruhe zu kommen. Dann wendete sich ihr Blick zu Taralea und leise fragte sie: „Was hast du gesehen?“

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 19:56
von Janus Aethra
Sie hatte es also gesehen... das Wesen mit den finsteren Augen, das er Nacht für Nacht vor Augen sah, wenn er einmal wieder schweißgebadet aufschreckte. Und auch Taralea wirkte davon nicht gänzlich unbeeinflusst. Während sie ihm und Nuria erzählte, was sie gesehen hatte, war sie ungewöhnlich ruhig und ernst, nur ihre Sorge konnte sie recht geschickt verbergen. Doch sah man ihr Eines an, wovon auch Janus in höchstem Maße betroffen war: Ratlosigkeit. Der Traum hatte ihr nicht offenbart, was ihn auslöste, doch schien Nuria der Überzeugung, dass dieses Wesen aus seinen Träumen keine Illusion war, und letztlich war eben dies auch die beängstigende Vermutung Janus'... und seine Vermutung ging noch weiter. Während Nuria auf naïve Art und Weise ihre Schlüsse zog, erhob sich Janus aus dem Bett, seine Hand glitt dabei durch seine fahlen Gesichtszüge. Er fühlte sich schwach und elend, und all dies nur wegen diesem .. Etwas ... das zwar in ihm, aber weder zu finden noch zu bekämpfen war.
Wieso war es manchmal deutlich spürbar, wenn er die Kontrolle über sich verlor, und im nächsten Augenblick wie vom Erdboden verschluckt?

“Vielleicht läuft es hin und her...?”

Auch wenn Nuria nicht das Hintergrundwissen besaß, wie es Janus tat, so versetzte ihn dieser Ansatz ins Grübeln.
Er steuerte auf den Wandspiegel zwischen Bett und Kleiderschrank zu, wollte sehen, wie sehr ihn dieses Etwas bereits in Mitleidenschaft gezogen hat... während seine Gedanken um die Worte Nurias kreisten. Hatte sie womöglich recht? Befand sich der Ursprung des Ganzen womöglich an einem völlig anderen Ort? Womöglich ....

Ihm gelang es nicht, den Gedanken fortzusetzen, denn es war der Moment, als sein Blick sich von Nuria löste und auf die spiegelnde Fläche vor sich richtete.
Stärker und intensiver noch als die Male zuvor begann es ihn zu durchströmen, seinen Geist und seine Klänge völlig einzuhüllen... und seine Augen mit einem tiefen Schwarz zu verfinstern. Dann wandte er herum...


Der verfinsterte Blick richtete sich auf die beiden Geschöpfe nahe des Bettes, die ihm erschrocken entgegen sahen. Die beiden Hexen hatten seine drastische Veränderung schon früh wahrgenommen und waren bereits vorbereitet, als Janus zu seinem ersten Schlag ansetzte. Er streckte seinen mit Bosheit durchsäten Geist nach Taralea aus, doch gerade als er zu einem mentalen Schlag ansetzte wurde die Sicht auf sie durch einen Felsen unterbrochen, der sich zwischen ihm und Taralea in der Luft formte. Er spürte den Zorn in sich keimen, als sich die pechschwarzen Augen auf die Erschafferin des Felsens richteten ... auf die Frau, die es wagte, Gegenwehr zu leisten. Sie sollte es büßen ... doch selbst, als er sich auf den erschaffenen Felsen konzentrierte um ihn gegen sie zu schleudern war Nuria gewappnet. Kräftiger Wind kam auf, fegte dem sich bewegenden Felsen entgegen und zwang ihn mit enormer Kraft zum Stillstand. Janus zögerte nicht lange, seiner dadurch noch gesteigerten Wut Ausdruck zu verleihen. Er nutzte die Luft, die durch Nurias Kräfte durch den Raum fegte, für sich, bündelte sie und wirbelte sie auf Nuria zurück. Ein lauter Knall, ein Zischen, als auf halbem Weg zwischen Nuria und Janus zwei Luftfronten aufeinander prallten und sich dort entluden. Es klirrte und schepperte lautstark, Kerzen, Stühle und Tische wurden durch den Raum geschleudert und in allen Ecken und Winkeln verteilt.
Während all dem schien Taralea tatenlos, und nur damit beschäftigt, sich vor den umherschleudernden Kräften Nurias und Janus' zu schützen. Sie wich zurück, als Nuria an ihr vorbei in Janus' Richtung schritt. Sie war mächtig, zu mächtig, um ihr mit gewöhnlichen Mitteln habhaft zu werden, das erkannte Janus selbst in seinem Zerstörungswahn. Er war in die Ecke gedrängt, doch war Flucht auch nicht das, was er im Sinn hatte, als Nuria sich ihm mit langsamen Schritten näherte. Er tat das, was ihm schon zuvor zum Erfolg brachte: Er verschob seine Klänge im Lied in den Rücken Nurias, und als sich seine Gestalt auflöste und an dieser Stelle wieder erschien setzte er zu einem kräftigen Fausthieb an. Sie riss nur schützend ihre Hände vor das Gesicht...
Faust traf auf Haut, doch wider erwarten ertönte kein schmerzhaftes Stöhnen, kein Schrei – stattdessen fühlte es sich an, als würde Janus auf blanken Granit treffen... ohne auch nur den geringsten Effekt zu verursachen. Zorn und Hass schwangen sich in ihm gegenseitig auf, doch als Janus nun vorpreschte, die Arme um den dünnen Körper Nurias schlang und all seine Wut in eine enorme Hitze zwischen den beiden Leibern übergehen ließ wurde seine Niederlage von dem Eingreifen Taraleas besiegelt. Während Nuria sich damit beschäftigte, die von Janus verursachte Hitze in Schach zu halten, begann Taralea Eis um seinen Körper zu weben. Beginnend mit seinen Füßen wurde immer mehr und mehr von seinem Körper in ein eisiges Gefängnis gehüllt, bis Nuria zurück wich und nur noch sein Kopf heraus ragte. Ein verhasstes Schnauben ertönte, doch noch bevor Janus dazu ansetzen konnte, seine eisigen Ketten zu sprengen, holte Nuria aus und versetzte ihm einen Schlag gegen die Schläfe... und sein Kopf sackte kraftlos herab.


Nun lag er wieder dort, erschöpft und mit pochenden Kopfschmerzen, und versuchte zu schlafen. Doch nun hatte er zumindest ein wenig Klarheit. Es war der Spiegel gewesen, der dafür sorgte, dass dieses Etwas seinen Geist dominierte und die Kontrolle über seinen Körper übernahm. Und es war Taralea gewesen, als sie sich dem verzerrten Gesicht mit den pechschwarzen Augen näherte und er kraftlos in dem Käfig aus Eis hing, die dieses Etwas wieder vertrieb. Er wusste nun, was ihm womöglich helfen konnte... er brauchte Reika und Demoar...

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 22:25
von Nuria Mondin
Diese Nacht schlief sie ein wenig unruhig. Zu viel war geschehen. Was war dieses Etwas, von dem Taralea berichtete? Ein dunkles Wesen, das Hass verbreitete. Doch es war nicht stetig im Klang von Janus... nur ab und an kam es über ihn. Im Schlaf suchte es ihn heim, verfolgte ihn in seinen Träumen... und als er in den Spiegel blickte, gewann es die Kontrolle über ihn. Es war gut gewesen, dass sie Taralea nicht alleine gelassen hatte... denn das, was daraufhin kam, war wirklich ein Elefantentanz. Der Hass des Wesens stachelte Nurias Wut und Hass ebenso an. Das Mistvieh hatte in Janus drin einfach nichts zu suchen und so tat sie ihr bestes, Taralea und sich zu schützen, ohne Janus zu sehr zu verletzen. Doch ES wieder zu vertreiben, das war gar nicht so einfach. Hass stachelte den Hass von ES an. Der Spiegel störte ihn nicht. Weder magischer noch physischer Schaden beeindruckte das Wesen. Nur eine Waffe war stark genug, um ES zu vertreiben: Taraleas Liebe zu Janus.

Sie sah das Ganze pragmatisch: Wenn ES nicht immer da war, musste ES also kommen und gehen. Und da es augenscheinlich nicht irgendwo durch die Luft entfläuchte, musste es sich in eine andere Sphäre verziehen. Und wenn die Magier es hinbekamen, einen Spalt in das Gefüge zu fuschen, dann sollten sie auch sehen, wie sie ihn wieder zustopfen konnten, damit kein Pfad für ungebetene Gäste offen blieb. Es war ihr ohnehin nicht verständlich, was daran so eine kluge Idee war, von Zerstörungswut und Hass durchdrungene Wesen in eine für sie nicht geschaffene Welt zu ziehen. Aber das würde man den Magiern wohl nie begreiflich machen können...

Mit einem Seufzen drehte sie sich in den Fellen um. Sie hatte alles, was irgendwie spiegeln konnte, im Haus abgehängt, damit bloß nichts dazu führen konnte, dass das ETWAS wieder seinen Weg zu Janus fand und ihrer Freundin und Schwester ein Leid zufügen könnte. Als Eldir klingelte und sich besorgt nach Janus erkundigte, hatte sie in Windeseile wieder Ordnung in dem Zimmer hergestellt, während Janus mit Kopfschmerzen auf dem Bett lag. Sie hatte mit dem Schlag ihrer Linken nicht gerade an Wucht gespart.. und so leid er ihr auch tat, irgendwo war er selber schuld und ein bisschen Kopfschmerzen für den Unfug konnten ihm ganz gut tun. Allzu schlecht war ihr Gewissen jedenfalls nicht.

Sie war gespannt darauf, was die Unterredung mit Reika und Demoar ergeben würde. Irgendwo brannte in ihr auch Neugierde... sie wollte wissen, wie die Magier da in dem Lied herumfurwerkten. Und so dauerte es ein wenig länger, bis sie wirklich zum Einschlafen kam...

Verfasst: Mittwoch 5. November 2008, 10:13
von Reika Lypsan
Er saß schlaff, blass und verschreckt in seinem Sessel. Taralea wirkte verstört und aufgelöst.

Schon beim Eintreten und Näherkommen bemerkte sie die starken Veränderungen die in seiner Struktur diffus aber doch spürbar da waren. Sie setzte sich etwas Abstand haltend neben ihn in einen Sessel und lauschte seinen Worten.

Nachdem sie ihn ruhig hatte aussprechen lassen betrachtet sie beide. Demoar war hinzu gekommen und wirkte recht ratlos. Taralea hatte Angst, ihr schien das blanke Entsetzen im Gesicht geschrieben zu stehen. Die Sorge um Ihren Partner aber auch die Angst vor seinen Attacken hatten sie innerlich zermürbt.

Er veränderte sich also sobald er in einen Spiegel sah, er konnte Ihr aber nicht sagen, was im Spiegel zu sehen war, nahm ihm im Blick hinein doch die Veränderung die Sicht.

Das Ganze begann mit seinem Versuch einer Beschwörung. Wer besser als sie konnte wissen, wieviele Abgründe es bei fehlgeschlagenen Versuchen geben konnte.

Vielfältigste Arten waren beschriebenm jedoch keine dieser Art, dennoch war in diesem diffizilen Bereich nichts unmöglich.

Sie musste sich ein eigenes Bild von der Sache machen, versuchen DAS zu sehen was ihm unmöglich schien.

Und so sprach sie zu aller Entsetzen folgenden Satz!

Taralea, hol uns einen Spiegel![/b]

Verfasst: Mittwoch 5. November 2008, 18:50
von Taralea Mirrosil
Mittlerweile war sie am Rande ihrer Kräfte angelangt. Mehr als einmal hatte sie aufgeben wollen, sich verkriechen und erst wieder vorkommen, wenn dieser Albtraum endlich vorbei war. Doch wenn sie einen Blick auf Janus warf, seine schlechtverborgene Furcht erkannte, wurden genau diese Gedanken sofort verworfen. Er brauchte sie, da hatte Reika wohl recht und sie würde es niemals ertragen, ihn in dieser dunklen Zeit sich selber zu überlassen. Seit dem Tag ihrer Geburt hatten sie die schlimmen Phasen gemeinsam überwunden und auch wenn dies mit nichts zu vergleichen war, was sie je erlebten, war dennoch klar, dass sie auch das zusammen meistern würden. Sie mussten. Denn anderenfalls würde dies auf Dauer seinen Tod bedeuten. Auch wenn Reika sie offensichtlich für dumm hielt und Demoar sie in ihrer Panik als zickiges Kind bezeichnet hatte, sah sie die Dinge mit einer erschreckenden Klarheit. Das und nur das war auch der Grund gewesen, warum sie sich so "zickig" angestellt hatte. Sie hatte Angst. Wie sollte sie Reika auch begreiflich machen, dass sie durchaus eine Ahnung von dem hatte, was da vor sich ging? Dass sie bereits mehrfach die grausige Veränderung in der eigentlich so vertrauten Melodie ihres Gefährten ertragen musste?

Statt Verständnis für ihre Angst, ihren Kummer, musste sie sich das arrogante Gehabe, das für Magier so typisch war, gefallen lassen. Erneut war sie gezwungen gewesen, ihren Janus verschwinden zu sehen, sich der Gewalt zu stellen und den Hass dieses Etwas' in ihm drin zu ertragen und panisch darauf zu hoffen, ihn wieder heil zurückzubekommen. Am Ende musste sie auch noch hilflos miterleben, wie man Gegenmaßnahmen plante, die ihn vielleicht das Leben kosten würden. Das war einfach zuviel für sie gewesen. Ja, da war die Vernunft mal wieder dem Gefühl gewichen. Am Ende war es Janus' stille Verzweiflung, die sie erkennen ließ, dass die Entscheidung bereits getroffen war.

Nun lag Janus in unruhigem Schlaf und sie selber stand auf dem Balkon. Sie war ohne Umhang, ohne Mantel, der kalte Wind zerrte ihr an Haar und Kleidern, doch all das nahm sie nicht wahr. Ihre Gedanken zogen unaufhörlich Kreise, ein heilloses Durcheinander von Sorge, Angst und Hoffnung. Sie würden das Wesen beschwören. Sie, das waren diese unvernünftigen Magier, die Dinge in das Hier und Jetzt zerrten, die sicher verschlossen gehörten. Doch nun war sie darauf angewiesen, dass sie genau das taten, dass sie zu Ende brachten, was begonnen wurde und schließlich den vernichtenden Schlag ausführten. Die Gefahr bestand, dass Janus dabei sein Leben lassen würde. Auch ohne Demoars Hinweis war ihr das vollkommen klar. Es galt Entscheidungen zu treffen:

Wollte sie anwesend sein? Was, wenn es nicht klappte? Würde sie Nuria hinzubitten?

Wenn sie anwesend war, musste sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen, ihn vielleicht sterben zu sehen. Alleine der Gedanke reichte, um ihr die Luft abzuschnüren. Doch auch für sie selber bestand Gefahr. Das Etwas in Janus hatte es immer wieder auf sie abgesehen, als wäre ihm durchaus bewusst, dass sie den eigentlichen Besitzer des Körpers anregte, die Kontrolle wiederzugewinnen. Es könnte durchaus sein, dass sie erneut erstes Ziel würde. Nun, im Grunde war ihr dies gleich, aber sie musste zumindest einen Gedanken daran verschwenden.
Wenn Janus sterben würde, wäre auch ihr Lebenswille dahin. Das wusste sie und die Worte, die sie ihm entgegengebracht hatte, waren ihr voller Ernst gewesen.

"Wenn du, dann auch ich."

Und eben diese unumstößliche Erkenntnis ließ sie zögern, ihre engste Vertraute mitzunehmen. Nuria würde es nicht zulassen. Sie würde Taralea mit allem was sie war und hatte schützen.
Sie seufzte leise. Im Grunde kannte sie auf jede dieser Fragen bereits die Antwort:
Natürlich würde sie ihm beistehen und mit all ihrer Kraft ihn stützen und beschützen. Sollte ihm etwas zustoßen, würde etwas in ihr selber absterben, doch wenn man sich nicht der Bedrohung stellte, war das dramatische Ende nur eine Frage der Zeit. Ja, und selbstverständlich würde sie Nuria mitnehmen, würde auf ihre Anwesenheit bestehen. Falls wirklich die Katastrophe hereinbrach, brauchte sie Nuria. Als Rettunganker, als mächtige Vertraute, als Stütze in der Not.
Mit einem Mal fühlte Taralea sich ungewohnt schwach. Tränen liefen über ihre Wangen, ohne dass sie es wirklich wahrnahm und sie sehnte sich unendlich danach, in die Arme des Mannes zu sinken, dem sie ihr Herz geschenkt hatte. Sie wünschte sich die Schulter von Eldir oder den tröstenden Schoß einer ihrer Schwestern. Für eine Sekunde war sie verführt, ihre Freunde zu sich zu rufen. Möglichkeiten gab es genug. Doch diese taten schon mehr als genug, waren für sie da und nahmen ihr Last ab, wo es nur ging. Sie musste stark sein. Wie hatte Reika gesagt? Er würde ihre Kraft brauchen. Sie würde sie ihm geben, wenn nötig bis zur Selbstaufgabe.

So oder so wäre dieser Albtraum bald ausgestanden. Sie hoffe nur, dass damit kein neuer begann.

Verfasst: Mittwoch 5. November 2008, 19:30
von Larissa Feanaro
Grübelnd saß sie da, die edanken schweifen lassend. Lange hatte sie am heuigen Abend mit Nuria geredet, über die Dinge, die geschehen waren und noch imemr geschahen, beraten.

Auch die hatte ihre Vermutung bestätigt, nämlich daß Janus während des Gefusches im Lied, dieses Wesen mitgebracht hatte, welches einfach nur ein Gefäß suchte.
Sie würde nie verstehen, warumMaier so etwas tun mußten. Reichten nicht die Wesen, die Dämonen, welche alleine den Weg hier auf diese Ebene fanden? Gab es nicht schon genug Probleme, als daß man solche Wesen auch noch freiwillig hier her holen mußte?

Sachte schüttelte sie den Kopf, der Mund verzig sich mißbilligend. Wenn alles vorbei war, dann mußte Janus es ihr erklären. Sie woltle es wenigstens versuchen zu verstehen, was Magier zu solch einem wahnsinnigen Vorhaben trieb.

Doch hatte dies Zeit. Der morgigen Tag würde wohl alles entscheiden und es würde das Ritual von Magiern sein. Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus.

"Sie werden doch nicht erneut ein Loch zwischen den Shären schaffen, um das Wesen zurück drängen zu wollen? So dumm werden sie docjh nicht sein.. oder?"
Diese Worte hatte sie an Nuria gerichtet, wohl in der Hoffnung, eine beruhigende Antwort von ihr zu bekommen. Doch blieb diese aus. Auch Nuria wußte nicht, was die Magier vor hatten. Und, was das schlimmste war, sie würden nicht eingreifen können. Egal was geschehen würde.

Doch dies war ihr gleich. Sie würden sehen, was geschah, nur eines war sicher: Sie würden Taralea nicht alleine lassen. Sie hatte es ihr versprochen, als sie sie ihr von den Vorfällen erzählt hatte. Sie hatte versrochen, der Freundin beizustehen, und dies würde sie auch tun.
Am morgigen Tage würde sie mit zu dem Ritual gehen.... Seite an Seite mit den Schwestern.