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Verfasst: Samstag 6. September 2008, 01:18
von Dalana D´Ron
Wenn der Mond ins Zimmer blickt,
helles Licht herunter schickt,
macht ein Vogel sich bereit
für die Süße-Träume-Zeit.
Hüpft aus seinem Himmelsnest,
hält sich an dem Mondstrahl fest,
breitet aus die goldnen Schwingen,
um ein Träumlein dir zu bringen.
Goldner Vogel, komm herein,
lass mich bitte bei dir sein,
flieg mit mir durch Traum und Nacht
bis der neue Tag erwacht.
Strahlt sein goldenes Gefieder,
klingen seine sanften Lieder
leise dir in deinen Ohren,
wird ein kleiner Traum geboren.
Goldner Vogel, komm herein,
lass mich bitte bei dir sein,
flieg mit mir durch Traum und Nacht
bis der neue Tag erwacht.



Leise singend drangen die Strophen über ihre Lippen. Nachdem Samira für Jasso, sein Schiff, für Mama und Papa, für alle in der Allianz und für Papa Rafael gebetet hatte, war sie auch augenblicklich eingeschlafen. Dalana selbst setzte sich auf die Bettkante und strich der kleinen über die dunklen Locken, ab und an ließ das Kaminfeuer eine einzelne blonde Strähne im Haar aufleuchten. Warum ihr plötzlich dieses Lied in den Sinn gekommen war, wusste sie selbst nicht so genau und doch fand es seinen Weg auf ihre Lippen. Samira, drehte sich plötzlich her rum und wohl im Schlafe, kuschelte sie sich an die sitzende Dalana. Jene lehnte ihren Kopf gegen die Wand, hatte sogar Angst sich zu bewegen, sie wollte diesen Moment für nichts in der Welt zerstören.

Samira war eine kleine Diebin, sie hatte ihr das Herz gestohlen und alles weigern und dagegen sträuben hatten nicht geholfen. Dieses lebensfrohe, vor Energie sprühende Kind musste man einfach gerne haben. Jeder in der Allianz hatte sie ins Herz geschlossen, doch besonders um Dalana war es geschehen. Das leise Mauzen von „Blümchen“ riss die Schützin aus ihren Gedanke. Die grossen Katzenaugen blickten zu ihr hin. Leicht klopfte sie auf die freie Stelle neben Samira: „Na komm Blümchen, du magst auch nicht so alleine da liegen.“ Und schon sprang das Kätzchen auf das Bett und schmiegte sich schnurrend an Samira an.

Sie schloss die Augen und genoss einfach nur die Situation, genoss die weichen Locken, über welche sie immer noch sanft strich, genoss den leisen Atem der kleinen, genoss sogar das schnurren des Kätzchens. Einfach nur die Harmonie und den Frieden genießen. Sie spürte selbst, wie ruhig sie wurde, wie innerlich die gesamte Abgespanntheit des Tages von ihr abfiel.

Dann horchte sie auf als plötzlich vor der Tür Geräusche zu vernehmen waren. Cyprian schien wohl gekommen zu sein und schon wollte sie aufstehen, als sie merkte, dass irgendetwas sie daran hinderte. Die braunen Augen huschten zu Samira, jene hatte einen Arm um ihren Bauch geschlungen und dieser verhinderte es, dass sie aufstehen konnte. Dann öffnete sich, nach einem zaghaften Klopfen, auch schon die Tür und Cyp blickte in das Zimmer. Sein Gesicht zeigte eine Mischung aus Verblüfftheit und, war das wirklich?, ja es war Zufriedenheit! „Ich geh hoch schlafen, es war anstrengend. Ich warte heute einmal nicht auf dich mein Rehchen.“ Noch ehe Dalana etwas sagen konnte, hatte er auch schon wieder die Tür geschlossen. Nun war sie wieder alleine, alleine mit einem schlafenden Kind und einer Katze im Arm.

Verfasst: Dienstag 9. September 2008, 20:16
von Cyprian Laeneos
Grauer Schleier. diese ganzen endlos langen Tage wollte sich dieser graue Schleier einfach nicht lichten. Es war geradezu verhext. Seit Tagen nun ritten sie auf Patrouillen die Straßen des Reiches ab.

Ohne Ergebnis.

Es hatte vor einigen Stunden wieder zu regnen angefangen und Cyprian hielt sich nur noch halbherzig im Sattel. "Oh Dalana", dachte er bei sich und zog die Kapuze noch etwas tiefer ins Gesicht, geradezu als wolle er sich selbst vor der Welt die ihn umgab verstecken.

Stille.

Nichteinmal die Vögel sangen ihr endloses Lied. Dieses scheußliche Wetter, das den Herbst in diesem Jahr schon sehr früh einläutete, schien selbst diese zu verstören. Doch da war etwas, etwas, dass Cyprians Aufmerksamkeit erweckte. Sogleich schob der Krieger die Kapuze zurück und blickte sich um - eindeutig - die Patrouille näherte sich dem Ende. Nun würde ohnehin nichts mehr geschehen und so gab er seinen Kameraden ein kurzes Zeichen zum Abschied und preschte voraus. Heute würde Darcey ihn nicht von Dalana fernhalten und schon wenige Augenblicke durchritt er das Tor der Festung und noch ein paar Augenblicke und er warf schwungvoll die Türen zur Festung auf. All die finsteren Gedanken an diesen Gecken verflogen, all die Patrouillen der letzten Tage davongewischt. Nun würde nichts mehr zwischen sie kommen. Endlich hatte das Schweigen ein Ende.




“Dalana?” Cyprian trat durch den Hauptsaal hindurch. Niemand. Er suchte ihr Zimmer auf und klopfte. Niemand. Das Herz wollte ihm in die Hose rutschen. Wo war sie nur? Schwermütig suchte er sich seinen Weg hoch ins Turmzimmer, ging zielstrebig zum Regal in dem seit kurzer Zeit ein blaues verziertes Buch stand. Nur kurz strich er mit dem Zeigefinger über dessen Rücken da ergriff er es auch schon und zog es an sich. Mit dem Buch vor der Brust tappste es gerade noch die Treppe herunter, durchquerte den Raum im Obergeschoss und steuerte nun zielstrebig auf den Balkon zu.

Leise zog er die Tür hinter sich ins Schloss, dann sackte er in den Sessel, stellte die Füße gegen die Balustrade und klappte das Buch auf. Die Worte, Dalanas Worte, spendeten ihm Trost als die Müdigkeit wie ein bleiernes Gewicht an seinem Bewusstsein zu zerren begann - all die Aufregungen und Anstrengungen der letzten Tage forderten nun ihren Tribut und so sank er in einen unruhigen Schlaf.

Verfasst: Donnerstag 11. September 2008, 14:29
von Dalana D´Ron
Gedämpfte Stimmen, hektisches Treiben, Türen die auf und wieder zu schlugen, all diese Geräusche fanden sich in ihren Träumen wieder. Erschrocken fuhr die Schützin aus ihrem Schlaf empor, etwas Weiches drückte sich sanft an ihren Körper und schon stieg ihr der Duft nach Blumen in die Nase, weiche dunkle Locken kitzelten ihre Wangen. Eng das Kind umschlungen lag sie mit ihr auf dem Bett. In der ersten hälfte der Nacht war sie in Cyprians Bett aufgewacht, nicht einmal wissend wie sie dort hingekommen war, doch dort fühlte sie eine unsagbare Einsamkeit, alleine in dem Zimmer. Umgeben von der schemenhaften Anwesenheit des Mannes den sie Liebte, ohne das er Körperlich Anwesend war. Im Dunkeln ging sie die Treppen hinunter, in ihr eigenes Zimmer. All die Nächte hatte sie bei Samira gewacht, wollte sie beschützen. Selbst die dunklen Schatten der Nacht, hätte sie vertrieben wenn sie der Kleinen zu nahe gekommen wären.

Vorsichtig bewegte sie sich etwas, um eine bessere Sitzposition zu haben und ihr Blick schweifte zum Fenster. Unermüdlich presste sich die strahlende Sonne gegen das Fenster, als wollte sie sagen „Steht auf kommt her raus, es ist ein schöner Tag“. Nur kurz überlegte sie dieser Verlockung nach zu gehen, doch wurde ihre Aufmerksamkeit wieder von Samira gefangen genommen. Mit einer seltenen Zärtlichkeit schaute sie auf das Mädchen hinunter. Was hatte sie nur mit ihr gemacht? Dalana erkannte sich kaum wieder. Als wäre Sam aus Glas, strich sie mit den Fingerspitzen, über die kleine Hand. So klein war sie noch und doch bewirkte sie schon grosses. Ein Lächeln stahl sich auf die Lippen der Schützin.

Sie legte verträumt ihre Wange auf das Haupt Samiras. Sie wusste selbst das es ein riesen grosser Fehler war, die kleine so tief in ihr Herz zu lassen, sie so stark an ihr innerstes her ran lassend und doch es gab kein zurück mehr. In der Nähe des Kindes vergaß sie oftmals ihre anderen Probleme, doch auch jene ließen sich nicht für lange zurück halten. Irgendetwas war in ihrem Leben im Moment überhaupt nicht in Ordnung. Sie wurde das Gefühl nicht los, als begann etwas durch ihre Finger zu rieseln und sie konnte es nicht aufhalten.

Darceys Worte hatten Dalana verwirrt, sie kam nicht wirklich dahinter was mit ihm los war. Oder verschloss sie nur die Augen vor einer bereits bestehenden Tatsache? Doch sie verstand es wirklich nicht, sie spürte nur, dass da wohl irgendwas war, doch zu ordnen ließ es sich nicht. Dann Cyprian, sie hatte Angst das sie sich entfremden könnten. Kaum mehr Zeit verbrachten sie miteinander, immer wieder war die Allianz an erster Stelle. In ihr selbst herrschte einfach nur ein riesen Gefühlschaos und auch wenn sie sich noch so sehr anstrengte, es ließ sich einfach nicht zur Ordnung bringen.

Sie schaute wieder hinunter zu Samira und leise flüsterte sie :“ Manche Menschen machen die Welt besonders, in dem sie einfach da sind.“ Dabei drückte sie „Ihr Sonnenschein“ noch enger an sich. „Was soll ich nur tun Samira“. Hauchte sie, obwohl sie wusste das Sam sie weder hören konnte, noch eine Antwort geben.

Verfasst: Samstag 13. September 2008, 17:37
von Cyprian Laeneos
Nur ganz langsam und geradezu schüchtern tastete an diesem Morgen ein kleiner Tropfen aus Tau über ein Blättchen, tänzelte weiter und löste sich schließlich davon. Kein Ton entstand, als es auf das darunterliegende Blatt tropfte und dort weiteren Morgentau in sich aufnahm und allmählich, von Blatt zu Blatt, wuchs.
Nur etwas tiefer und nichts davon ahnend hockte ein zusammengekauerter Mann unweit eines kleinen Teichs. Um ihn war alles still. Langsam zogen alles umwogende Nebelschwaden ihre Bahnen, stiegen auf aus dem Gras, den Sträuchern und den Bäumen und verwandelten die im morgentlichen Licht getauchte Welt in einen Traum aus dunkelblau, violett und schließlich auch orange und purpur. Es konnte nur noch Minuten oder vielleicht Sekunden dauern, bis die Sonne ihre ersten Strahlen ausschickte.
Müde tasteten diese über den Horizont und tauchten die Welt in neues, kräftiges Licht. Der Tag klopfte an und in wenigen Stunden würde auch der Frühnebel verschwunden sein. Cyprian jedoch bemerkte all das gar nicht, denn sein Blick ruhte gedankenumwölkt auf dem Teich und statt seines Spiegelbildes war er gefangen in Träumen und Erinnerungen.

Laut kündigten die Fanfahren den jungen Sohn des Barons an, als der kaum zwölfjährige Blondschopf die Treppe am Kopf des Ballsaals betrat. Seine Schritte wohl bemessen ging er dennoch zielstrebig geradeaus und teilte das Meer aus Tanzpaaren auf seinem Weg. Es dauerte nur wenige Wimpernschläge bis er vor dem Thron Drachenbanns angelangt war und sich ausführlich verbeugte. "Vater hier bin ich - Ihr habt mich gerufen" sagte er leise und mit der dünnen Stimme eines Jungens vor dem Stimmbruch und der Angesprochene winkte ihn sich seitlich seines Throns aufzustellen. "Fahrt fort!", sagte der ältliche Baron und sogleich erhellten süße Töne, wie schon zuvor den Saal. Der Stillstand der Tanzpaare fand ein jähes Ende und nur einen Augenblick später ging der Ball weiter, als wär nie etwas passiert. Frauen mit wallenden Kleidern umgarnten ihre Tanzpartner in weit kreisenden Bewegungen. Hier und da ließen sie die Masken, mit stäben hielten sie diese vor ihre Gesichte, kurz sinken um dem Jungen Blicke zuzuwerfen. Er wusste um seinen "Wert" und er verabscheute es - er wollte kein Stück Fleisch in diesen Hallen aus weißem Marmor und Säulen sein. Doch dann traf es ihn wie ein Schlag, denn da war Dalana. "Dalana?" - das konnte doch gar nicht sein!? - Wie gebannt folgte der Blick des Jungen den kreisenden Bewegungen jener Frau. Doch nun war wieder die Maske dort und verhüllte ihr Gesicht. Keine Sekunde später war sie im Gewirr der Tanzenden untergetaucht. Da schon wieder! Das war doch gar nicht möglich, niemand konnte sich so schnell bewegen aber der blonde Junge war sich ganz sicher. "Das war Dalana - ganz eindeutig!"

In diesem Augenblick zuckte Cyprian zusammen, denn etwas nasses, kaltes hatte soeben einen Weg in seinen ungeschützten Nacken gefunden. Vor seinem inneren Auge versuchte er noch einen Augenblick lang die Erinnerung an den Ball zurückzurufen - klammerte sich daran, denn er wollte doch wissen, was es da mit Dalana auf sich hatte.

Vergebens. Je mehr er sich anstrengte, desto schwerer wurde es die Bilder, die Düfte und die Musik wieder einzufangen und schließlich seufzte er ergeben und hob den Blick. Die morgentliche Sonne in seinem Rücken färbte die Blumenwiese in hellem, starkem Orange und ließ kaum eine andere Farbe zu.

"Vielleicht traf sich hier ja einmal heimlich ein Paar und der Stiefvater der jungen Frau war ihnen gefolgt ...." es hallte nur leise in seinem Kopf wieder, als er nun die Donnereiche in einigen Schritten entfernung betrachtete. Auf seinen Lippen kräuselte sich ein kurzes, wehmütiges Lächeln. "Oh Dalana ich liebe Dich", flüsterte er dann und stand langsam auf. Cyprian umrundete den kleinen Teich und strich mit den Fingerspitzen über die rauhe Borke des seltsamen, fantasieanregenden Baumes. Dann aber machte er sich rasch daran heimzukehren. Heim zu Dalana. Zurück zur Besitzerin seines Herzens und der Hüterin seiner Träume und im Nachhinein fiel es ihm schwer zu glauben, dass er so lange fort war...

Verfasst: Sonntag 5. Oktober 2008, 16:27
von Dalana D´Ron
_Ringlein, Ringlein du musst wandern_




Langsam war der Morgen über das Land gezogen. Nebelschwaden hatten sich schleierhaft gleich auf die Wiesen und Felder gelegt und hielten auch die Schützin tief umschlungen. Kurz rieb sie sich fröstelnd über die Oberarme. Die Feuchte die mit dem Nebel mit kroch suchte sich jedes noch so kleine Loch um sich darin ein zu nisten. Seit einigen Wochen war es schon fast zu einer Gewohnheit geworden, dass Dalana zur frühen Morgenstunde ausritt um einfach nur die jungfräuliche und friedliche Ruhe zu genießen. Sie spürte das sie älter wurde, war es doch früher überhaupt nichts für sie gewesen, hatte sie doch immer die Unruhe gesucht, strebte sie nun einfach nur nach einige Minuten des allein seins und des Nachdenkens. Mit geübten Fingern begann sie ihre Pfeife zu stopfen und den Tabak als bald darauf zu entzünden. Mit tiefen Zügen zog sie den Qualm in ihre Lungen ein und ließ jenen wieder durch ihre Lippen zu kleinen Wölkchen an der Luft zerstauben.

Langsam ließ sie sich an dem mächtigen Stamm der Eiche hinunter gleiten und kurz sah sie die kleinen glitzernden Perlen des Taus in ihren weizenblonden Haaren aufleuchten. Jene waren ebenso schön, wie die Landschaft die sich vor ihr offenbarte. Die braunen Augen verfolgten alles, den Lauf des Nebels, den lauf der Sonnenstrahlen und das langsame erwachen der Tiere. Doch was sie nicht verfolgte war der Weg ihrer Bindung zu Cyprian, den jener schien unaufhaltsam in einer Sackgasse zu enden. Was war nur in den letzten Tagen passiert? Stellte sie einfach zu hohe Ansprüche? Doch war es so verkehrt eben jene zu stellen? Sie hatte bisher soviel durch gemacht, wurde so oft enttäuscht, hatte sie da nicht auch einfach mal das recht Ansprüche zu stellen?! Sie sahen sich, blickten sich an und doch war da eine Distanz, eine Kälte die ihr Herz gefrieren ließ. Noch nie hatte sie in einer Beziehung so fest mit den Gedanken gespielt zu Heiraten und eine Familie zu gründen und nun begann sich auch diese Vorstellung in Rauch auf zu lösen, wie die Tabakwölkchen.

Es viel ihr schwer auf ihn zu zugehen. Es viel ihr schwer ein zu sehen das auch sie Fehler machte. Es viel ihr einfach verdammt noch mal schwer überhaupt eine Beziehung zu führen. Vorsichtig führte sie ihre Hand in die Manteltasche und zog daraus ein kleines Tuch hervor. Die Pfeife zwischen den Zähnen geklemmt faltete sie jenes aus einander und schon blitze der kleine goldene Ring auf. Die Lippen Dalanas formten sich zu einem wehmütigen Lächeln. Jenen hatte sie vor einiger Zeit anfertigen lassen. Sicherlich war es seltsam das eine Frau einen Mann einen Antrag machte, doch war sie nicht einfach nur eine Frau, sie nahm vieles selbst in die Hand. Leicht hob sie das Schmuckstück gegen die Sonne und drehte ihn hin und her. Dann verblasste das Lächeln und die Ernsthaftigkeit eroberte sich ihren Platz auf den Zügen der Frau zurück. Mit einem Schwung erhob sie sich von ihrem Platz und ging zum kleinen See. Die Hand streckte sich aus und als wären es Stunden sah sie wie der Goldenring durch die Luft wirbelte und ohne Geräusche in den tiefen des Sees verschwand. Dort wurde er verschlungen von der schwärze der Unendlichkeit, dort würde er für immer bleiben und nie an der Hand des Mannes sein für welchen er bestimmt war.

Nein, sie würde es nicht tun. Sie würde solch einen wichtigen Schritt nicht entgegen gehen. Es war an der Zeit das sie sich einmal zurück hielt. Er war der Mann, nicht sie. Schon zuviel hatte sie in die Hand genommen und nun war das Dilemma da. Wieso war er nur so zurück haltend? Wieso nur ließ er sich nicht einfach nur von seinen Gefühlen leiten? Die Aussagen bezüglich seines bisherigen Lebens zählten nicht. Das was war, war, und das hier und jetzt zählte. Nur wenn er nicht bald einmal aufwachte, dann gab es wohl nur noch eine Lösung. Doch auch nur daran zu denken ließen Tränen in ihren Augen steigen. Lange starrte sie auf den Punkt an dem der Ring verschwunden war. Lange weilte sie starr an einer Stelle, mit ihren Gedanken nur an Cyprian und die Zukunft.


„Liebe mich dann,wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.“

Verfasst: Sonntag 5. Oktober 2008, 22:45
von Hudgarr Stolzenfels
Eigendlich wollte Hudgarr nur noch eine kleine Runde jagen gehen, bevor er sich zu Fleur legte, und nun saß er bei Dalana am bett und strich ihr sanft durchs Haar.
Die ganze Nacht wird er bei ihr wachen, überlegend warum Cyprian sie nur in den wassertrog werfen musste um ihr zu zeigen wie wichtig sie ihm ist.
Dalana wirkte recht apartisch, wie sie so dalag und die Wand anstarrte und Hudi begann ihr ein Schlaflied zusingen, wie er es immer bei Fleur machte.
Er hatte sich vorgenommen nicht zuschlafen diese Nacht, zu groß war seine Sorge um jene starke und zugleich verletzliche junge Frau.

Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 09:32
von Cyprian Laeneos
*unter Dalanas Tür wird früh am Morgen ein Brief geschoben. Der Brief ist krakelig geschrieben, so als habe sich der Schreiber ohne viel u überlegen einfach alles runter geschrieben, was ihn beschäftigt. Teilweise ist das Papier fleckig von Tinte und vielleicht auch Tränen. Das Papier ist nicht zusammengefaltet , sondern so unter der Tür durchgeschoben*

Geliebte Dalana,

Ich kann dir nicht sagen, wie leid es mir tut. Denn ich bin mir sicher ein Tut mir leid, ist zuwenig.
Ich weiß nicht was in mich gefahren ist. Denn demütigen wollte ich dich sicherlich nicht. Aber ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Du gehst mir aus dem Weg und wenn wir uns sehen, bist du abweisend und kalt. Ich weiß nicht woran ich bin, ich wollte lediglich eine Reaktion haben. Ich kann doch nicht so neben dir stehen und warten, dass du bereit bist mir ein Gefühl zu zeigen.
Ich liebe dich Dalana, aber ich kann es nicht ertragen, wenn du mich einfach an die Seite stellst und keine Emotionen in dein Gesicht treten.
Ich kann nicht ohne dich Leben, aber so kann ich es auch nicht.
Du bist alles für mich, ich meine es wirklich ernst, dass ich dich als Frau an meiner Seite haben will. Aber ich weiß nicht wie es so funktionieren soll.
Sag mir was ich tun soll, damit du mir zeigst, woran ich bin. Ich will dich nicht wegen dieser dummen Reaktion von mir verlieren. Ich weiß wirklich nicht, was in mich gefahren ist.
Und ich kann dir nicht sagen, wie leid es mir tut. Und ich hoffe es ist nicht zu spät.
Ich hoffe du nimmst die Entschuldigung soweit an, dass wir reden können.
Nicht hier in der Festung. Ich werde am Strand von Lameriast auf dich warten und hoffen, dass du dir deine Worte noch einmal überlegst und mich anhörst.
Ich bitte dich erfülle einem Verzweifelten diese eine Bitte und gebe ihm eine Möglichkeit sein Unrecht wieder gut zu machen.



Cyprian

*Dabei liegen zwei kleine Muscheln ,welche durch einen rostigen Ring verbunden sind, man sieht deutlich das der Ring wohl lange im Wasser lag und die Muscheln im laufe der Zeit an diesen Ring gekommen sind. In die Muscheln ist mit viel Arbeit und Mühe etwas reingeritzt. So man sich die Muscheln genauer ansieht, wird da drin stehen Cyprian liebt Dalana unendlich. An den Muscheln hängt ein weiterer Zettel auf dem Steht*

Diese Muscheln sind einen weiten weg gegangen um letztendlich an den Strand gespült zu werden. Wahrscheinlich hat ihr Weg eine Ewigkeit gedauert. Ich hoffe und bete, dass unser Weg wieder zueinander führt und dann auch für die Ewigkeit ein einziger ist. Ich hätte es gerne alles in die Muscheln gekratzt, aber ich fand leider keine Muschel, die groß genug ist um all das darein zu schreiben. Ich fand die Muscheln so zusammen wie sie hier liegen, verbunden durch einen Ring.

Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 14:45
von Dalana D´Ron
Die Nacht, sie hatte schon begonnen,
bevor der Tag noch einen Schatten werfen konnte.

Beseeltes Tageslicht in Finsternis zerronnen,
nur kurze Zeit das Glück sich zaghaft sonnte.

Gebilde, schemenhaft, bestimmen nun die Wege.
Kein Funke zündend eine Richtung weist.

Taste blind durch unbekanntes zukunftsgehege.
Die Nacht ist kalt. Mein Herz, es ist vereist.



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Die Knie eng an den Körper gezogen und wie ein verletztes Tier zusammen gerollt lag sie tief eingewickelt in ihre Decke. Unaufhörlich starrten die braunen Augen an die kalte Steinwand. Nur unbewusst drang die sanfte Stimme Hudgarrs in ihr innerstes vor. Sie wollte einfach nur die Augen schliessen, sie zu machen und alles vergessen. Doch sobald sie jene schloss sah sie wieder die Bilder vor sich, dass Ereignis welches sich erst Stunden zuvor abgespielt hatte, So schnell konnte Glück also vergehen? So schnell konnte Liebe, Zorn und Wut weichen? So schnell waren Träume vergänglich? Sie hätte es wissen müssen! Sie hatte doch eigentlich aus ihren Erfahrungen gelernt? Hatte sie zumindest gedacht. Doch traf es sie mit solch unglaublicher Wucht, dass es ihr schier den Boden unter den Füssen weg riss. Alles war von einer Sekunde auf der anderen Schwarz, wo vorher die Farben nur so leuchteten, tat sich nun die abgründige Dunkelheit auf.

Enger rutschte sie an Hudgarr her ran. Seiner Hand entgegen kommend, die unablässig über ihr Haar strich. Still dankte sie dem starken Krieger, dass er über sie wachte, sie nicht allein ließ. Kurz zog ein tiefes seufzen durch ihren kraftlosen Körper. Sie konnte nicht mehr Weinen, sie hatte keine Tränen mehr. Ihre Augen waren so leblos wie ihr Herz. Sie krampfte die eiskalten Hände gegen ihre Brust. Das plötzliche Gefühl von maßlosem Hass kaum zurück halten könnend, versuchte sie ruhiger zu Atmen.

Dann keimten die Fragen in ihr auf. Wieso ließ sie sich so gehen? Sie war stark, sie war kühl wie ein Eisblock! Er war nur ein Mann, einem Mann weinte man keine Träne hinter her. Er war es doch gar nicht wert, dass sie sich fühlte wie ein häufchen Elend. Schon regte sich in ihr der Stolz, suchte sich seinen Weg aus ihrem zerbrochenen Herzen. Doch kaum das er sie einnehmen konnte, fiel er auch schon wieder in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Er sollte gehen. Sollte sein Glück und sein Frieden finden. Sollte seine Worte an eine andere Frau richten, die jene mehr zu schätzen weiss als sie. Diese und noch andere Dinge begann Dalana sich selbst ein zu reden in der Hoffnung das der Schmerz irgendwann einmal gehen würde. Sie hatte an einem einzigen Tag ihre Träume, ihre Hoffnungen und ihre wahre Liebe verloren.





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Und doch fanden am Morgen der Brief und ebenso die Muschelkette von Cyprian einen Platz unter ihrem Kopfkissen.
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_ Die Liebe ist das einzige Märchen, das mit keinem "es war einmal" beginnt - aber endet.


(Hans Lohberge)_

Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2008, 17:17
von Dalana D´Ron
Dein Herz schlägt
am Abgrund
Die Nacht verhüllt
dein letztes Wort
So grausam
So achtlos
reißt dich das Schicksal
von mir fort
Ich lass dich los
Muss mich befreien
denn meine Sehnsucht holt mich ein
auf ewig dein
Verzeih mir - bleib bei mir
und ich sagte noch vergissmeinnicht
Ich schenk dir zum Abschied
ein letztes Licht
vergissmeinnicht!



(Eisbrecher - Vergissmeinnicht)



Er war so nahe und doch so fern von ihr. Nur Millimeter trennten beide von einander und dann plötzlich seine Hand auf ihren Oberarm. Dalana hatte das Gefühl als würde diese, doch kaum spürbare Berührung, jene Stelle in Flammen setzen. Alles in der Schützin schrie da nach _Nimm mich in die Arme halte mich. Küss mich!_ und doch blieben ihre Lippen verschlossen. Doch war ihr Stolz der jenige der über ihre Gefühle stand. Sie wollte, sie musste hart bleiben. Zu sehr hatte er sie verletzt, zur sehr hatten sich seine Worte in sie gebohrt. Dalana konnte nicht einfach vergessen und verzeihen, nicht nach alle dem. Sie verschloss sich mehr und mehr, vor der Tatsache, dass sie Cyprian immer noch Überhalles liebte, vor der Tatsache das auch er unter der Trennung litt. Zu gross war ihre Angst, dass alles wieder von vorne losgehen würde. Sie glaubte das er sie nicht verstünde, nicht einmal im Ansatz ahnte was sie eigentlich wollte, was sie sich wünschte, obwohl sie sooft darüber geredet hatten.
Einsamkeit war das Gefühl was sich in ihr ausbreitete. Dal versuchte ihren seelischen Zustand zu überspielen, indem sie noch kühler und abwesender zu allen war als sonst. Hudgarr war wohl der einzige der sie in dieser Maskerade durchschaute, doch nicht einmal ihm wollte sie ihr wahres inneres preisgeben. Auch ihr gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich mit jedem Tag, es war keine normale Krankheit die sie befallen hatte, es war viel mehr. Es war der Kummer und der Schmerz über den Verlust von Cyprian, der sie immer kränker werden ließ.
Es wäre doch nur ein Schritt, nur ein Wort, eine Gestik oder ein Kuss um ihn wieder zu haben. Doch war es viel mehr, es war eine innerliche Überwindung, sie müsste erst ihren Stolz besiegen, jener war leider schon immer zu stark ausgeprägt. Mit jedem Tag der ins Land zog verringerte sich die Aussicht auf eine erneute Chance. Sowohl sie, als auch Cyprian selbst, brachten es beide nicht zustande auf einander zu zugehen. So entfernte sie sich immer mehr von ihm und das obwohl er immer noch ihr Herz besaß.

Verfasst: Mittwoch 15. Oktober 2008, 09:08
von Cyprian Laeneos
Manchmal in der Nacht
lieg ich in Dunklen und warte
doch worauf ich warte ist mir nicht klar

Sei bereit

Manchmal in der Nacht
spür ich die unwiderstehliche Versuchung
einer dunklen Gefahr

Sei bereit Sternkind...

Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind...

Ich kann eine Stimme hörn...

Sei bereit

Manchmal in der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers der mich
unsichtbar berührt

Sei bereit

Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm jemand
der mich führt und beschützt

Sei bereit

Manchmal in der Nacht
kann ich es nicht mehr erwarten
ich will endlich bei dir sein und frei

Sei bereit

Manchmal in der Nacht
möcht ich Verbot'nes erleben
und die Folgen sind mir ganz einerlei

Sei bereit Sternkind...

Ich hör eine Stimme die mich ruft

Sei bereit Sternkind...

Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht...



(Tanz der Vampire - Totale Finsternis - Auszug verändert)


Müde leckten die nur noch blass schimmernden Flammen im Kamin an den letzten verbliebenen Resten eines einstigen Holzscheits. Der Vorraum war bereits in ein wildes Schauspiel aus den rot scheinenden Nuancen und Schatten getaucht. Doch Cyprian stand noch immer bewegungslos vor dieser einen, dieser bestimmten Holztür. Die rechte Hand war noch immer ausgestreckt und seine Finger tasteten über ihre rauhe Oberfläche. Sie hatte vor einigen Stunden ins schwarze getroffen, dass wusste er. Er wusste es doch im Grunde schon seit diese verteufelten Worte sich über seine Lippen gestohlen hatten und bereuhte es zutiefst. Irgendwo tief in seinem Inneren hatte er gehofft, dass es nur ein böser Traum war - wie töricht.

Erst jetzt ließ er die Hand herabsinken und trottete langsam durch den Raum hindurch zu jenem Balkon, auf dem doch alles seinen Anfang genommen hatte. Dort angekommen verharrte er vor der Brüstung der Mauer und zog den Umhang fester um die Schultern- denn es war kalt geworden. Sein Blick wanderte über den im trüben Licht es vollen Mondes liegenden Hof. Er merkte es zunächst gar nicht, aber sein Blick huschte immer wieder zu jenen Fenstern, die da gespenstisch und dunkel zu seiner Linken lagen - Die Fenster zu Dalanas Zimmer.

Der Mond hatteb ereits den großteil seiner Bahn gezogen und würde sich bald zur Ruhe begeben. Aber zunächst wollte er noch einen Blick auf die Welt tief unter sich werfen. Es war Herbst und aus den Wäldern erhoben sich dicke und wabdernde Nebelschwaden - sie kündeten bereits vom nahenden Morgen - dass wusste er, doch er suchte weiter und löste sich nun von den paar Wolkenfetzen, die ihm bis eben noch den Blick trübten. Dort unten war jemand. Jemand, der sein Interesse geweckt hatte. Er erkannte ihn wieder, geschah es doch gerade in diesen Nächten oft, dass er ihn aufsuchte und ihm auf seiner Bahn gesellschaft leistete.

Cyprians Blick war nun zum Himmel hin gewandert - auch er war sich seines nächtlichen Begleiters bewusst und so zuckten seine Mundwinkel. Auf diese Weise zeichnete sich ein kurzes mattes Lächeln auf Cyprians Zügen.

"Bitte sag mir - Freund - Warum ist Liebe so unkontrollierbar, manchmal so unvorhersehbar - unerwartet?
Warum ist sie so unerträglich - und Warum ist sie so leicht mit Hass zu verwechseln?"

Eine Antwort auf die Worte, die so klar die kühle Morgenluft durchschnitten hatten blieb aus und Cyprian ließ sich in dem nahen Sessel niedersinken. Er zog den Umhang noch etwas fester und stützte die Füße auf der nahen Brüstung ab. Sein Blick verharrte noch lange am Himmel und erst als die Morgenröte am östlichen Horizont die Sterne nach und nach vertrieb schloss er die Augen und suchte irgendwo in seiner Erschöpfung schlaf.

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 16:36
von Dalana D´Ron
Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.


„Du bist nichts weiter als eine Dirne. Die mit den Männern ins Bett steigt um sich etwas zu ergattern und so was wie dich liebe ich, wollte dich Heiraten. Schau dich an du bist nicht einmal in der Lage zu verhindern, dass dein sündiges leben Früchte trägt.“ Mit Zornes funkelnden Augen blickte Sardus auf sie hinab. Dalana wollte sich erklären, versuchte ihm zu sagen, dass sie das nicht wollte. Doch er hörte nicht auf sie, sah sie nur mit diesen abschätzenden Blick an, als wäre sie ein Gewürm das man zertreten sollte. Hilflos schlang Dalana ihre Arme um ihren schwangeren Leib. „Dich will sowieso keiner mehr du kannst froh sein wenn die Männer überhaupt noch ihr Lager mit dir teilen wollen.“ Darauf hin machte er kehrt und ließ eine völlig zerrüttete Frau zurück.



Nach Luft ringend fuhr sie empor. Spürte bereits die Übelkeit die sich in ihren Magen ausbreitete, schnell war sie aus dem Bett gesprungen und öffnete das Fenster um die kalte, salzige Meeresluft tief in sich auf zu nehmen. Warum kamen diese Träume ihrer Vergangenheit jedes Mal aufs Neue wieder? Hatte sie nicht schon längst damit abgeschlossen? Sie hatte ein neues Leben angefangen, weit ab von dem Ort an dem sie gebrochen wurde. Ihre langen, schlanken Fingern glitten schon fast Reflexartig zu der filigran gearbeiteten Goldkette um ihren Hals und fuhren zärtlich gleich über den tief roten Rubin. In diesem Moment drehte sie ihren Oberkörper halb her rum und mit einem sanften Lächeln, auf den sonst so eisig wirkenden Gesichtszügen, blickte sie zu den schlafenden Cyprian.

Wie schnell doch alles gegangen war, vor einigen Tagen erst hatten sie sich beide wieder versöhnt und jetzt war sie seine Verlobte. Sie, Dalana D`Ron würde also wirklich, allen ernstes und wahrhaftig den Bund der Ehe eingehen, mit dem Mann den sie Überhalles liebte. Wie verrückt war die Welt doch? Oder ehr wie verrückt waren sie beide? Als die Schützin sich die Worte des Kriegers noch einmal ins Gedächtnis rief, wurde das Lächeln noch um eine Spur tiefer. Cyprian war sich so unsicher und doch so sicher, auch sie selbst überspielte ihre Ergriffenheit mit ihrer frechen, vorlauten Art und Weise. Anstatt sie einfach _JA_ sagte, musste sie natürlich erst einmal irgendwelche sinnlosen Kommentare loswerden. Doch eigentlich war sie sich schon sicher, als sie ahnte, dass er sie fragen würde. Aber Dalana wäre nicht Dalana hätte sie es ihm so leicht gemacht.

Leise schlenderte Dal zurück zum Bett und schlüpfte wieder unter die warme Decke. Ein tiefes brummen von Cyprian und schon schlang er fast besitz ergreifend seinen Arm um den Leib der Schützin. Mit dem linken Arm stütze sie ihren Kopf ab um ihn so in Ruhe betrachten zu können. Viel lag nun vor ihnen. Der Bau des gemeinsamen Hauses, die Planung der Hochzeit, wobei sie beim letzteren wohl ein wenig Zeit verstreichen lassen würde. Erst einmal musste das Haus her. In der Festung war es mittlerweile eine Zumutung für sie beide, nicht eine Minute lang hatten sie dort ihre Ruhe. Solange würde wohl die kleine Taverne hier am Strand von Lameriast ihr kleines Liebesnest sein.

Vorsichtig beugte sich Dalana zu ihrem Geliebten und hauchte ihm einen sanften Kuss, auf die halb geöffneten Lippen. Er war der Mann in ihrem Leben. Er war der einzige dem sie ihre Gefühle offenbarte. Er war der dem sie ewige Treue schwörte. Er war der Mann der mit solch einer Macht ihr Herz erobert hatte. Bei ihm konnte sie sein wie sie war, sie musste ihm nichts vormachen. Immer wieder schaffte er es bis in ihre Seele zu blicken. „Cyprian ich Liebe dich, mehr als mein Leben.“ Dann ruhte sie ihren Kopf sanft an seine Schulter, die Augen schließend. Seine Wärme und sein Geruch in sich ziehend.

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 04:14
von Cyprian Laeneos
I could stay awake just to hear you breathing,
Watch you smile while you are sleeping,
While you're far away and dreaming,
I could spend my life in this sweet surrender,
I could stay lost in this moment forever,
When every moment spent with you is a moment I treasure,

'I Don't Want To Miss A Thing' by AEROSMITH


„Da komme ich jetzt nicht mehr raus oder?“

„Nein – ich glaube nicht.“

„Na dann – Ja!“

Der Augenblick, er war wie eingefroren. Für immer würde er ihn im Herzen tragen. Sie hatten sich vom Fest nur kurz fortgestohlen und nun kniete Cyprian vor Dalana. Unsicher tasteten seine Hände über die der Schützin während er wie Worte sprach, die ihm das Herz für einen Augenblick stillstehen ließen. So viele Details hatten sich nun in sein Gedächtnis gebrannt. Der eben aufgehende Mond, der so eben seinen Blick über die Festungsmauer in deren Hof wagte. Der Wind, der stillzustehen schien. Dalanas geflochtene und hochgesteckte Haare, die ihre Gesicht auf so schmeichelnde Weise umspielten und ganz besonders das funkelnde Verlangen, welches tief in ihren rehbraunen Augen schimmerte.

Glück. Alles was er spürte war so endlos, so vollkommen, so glücklich. Sie waren noch am gleichen Abend nach Lameriast aufgebrochen, in jene schicksalsträchtige Taverne am Südstrand eingekehrt und ein Zimmer gemietet.

Der abnehmende Mond war bereits weit auf seinem nächtlichen Weg durch die Gestirne fortgeschritten, aber Cyprian lag noch immer wach auf dem weichen Bett. In seinen Armen betrachtete er schon seit Stunden - ? - die schlafende, seine, Dalana.

Auf so liebevolle Weise huschten Seine Blicke aus grüngrau schimmerten Augen über ihre nun weichen Züge, die Fingerspitzen seiner Hand hatten sich schon vor geraumer Zeit in ihren weizenblonden weichen Haaren verloren und ein warmes, verträumtes Lächeln spielte noch immer auf den Lippen des Kriegers. Ein tiefer und auf so wunderbare Weise wohliger Schauer erfasste ihn als er sich erneut die Bilder des letzten Abends vor Augen rief.

War alles nur ein Traum? - Der Gedanke konnte gar nicht bestehen, denn es war viel besser als das. Die Wärme, die sein Herz umhüllte – Die Wärme, die von der Frau in seinen Armen ausging, das Rauschen des Blutes, dass noch immer durch seine Adern schoss und der Schlag seines Herzens, welches sich so sehr bemühte aus Bruskorb zu springen, als könne es nur auf diese Weise noch näher an Dalana gelangen.

Für einen Augenblick nur schaffte es der Gedanke an die nahe und Stress versprechende Zukunft sich in Cyprians Bewusstsein zu schieben. So vieles würde nun auf das Paar einstürzen. Die kleine Samira, die ihnen so viel bedeutete, das Haus, dass demnächst gebaut werden sollte, die Hochzeit, die zwar noch Zeit hatte, aber wie schnell waren schon die letzten Monate verronnen?

Wie zur Antwort drehte die zierliche Frau in seinen Armen sich noch etwas weiter in die Umarmung des Kriegers ein, der dies durch einen liebevollen und sanften Druck guthieß. Ein neuerliches Lächeln war auf seinen Lippen geboren und noch während er ohne auch nur eine Spur von Müdigkeit zu spüren über Dalanas Schlaf wachte, färbte sich der östliche Horizont bereits purpurn.

Verfasst: Samstag 1. November 2008, 22:26
von Cyprian Laeneos
„Daran zweifelst du?“

„Ja“

Cyprian stand noch immer wie vom Donner gerührt am Gatter und blickte den schnell verfliegenden Staubwolken hinterher, die Dalanas Pferd im Galopp aufgewirbelt hatte. Ein Augenaufschlag, die Art wie sie sich auf die Unterlippe biss – Cyprian zerschmolz jedes Mal innerlich wenn er sie bei diesen Sachen betrachten durfte, kam sich vor wie ein kleiner Junge der zum ersten mal länger auf bleiben durfte und nun nicht wusste was er anfangen sollte. Er kam sich so dumm vor, so tollpatschig und im Grunde war er das auch.

Minuten vergingen und die letzten Spuren Dalanas waren davon geweht als der Krieger es endlich schaffte sich überhaupt wieder zu bewegen.

Wut schnürte dem Mann die Kehle zu. Worauf? - Das wollte er sich wohl selbst nicht eingestehen, doch am ende war es die Wut über die eigene Dummheit. Wo waren sie hin die Worte die er Dalana hatte sagen wollen? Warum bei allen guten Göttern musste er ausgerechnet in diesem Augenblick an Zeron denken? Hatte sich sein ganzes Selbst gegen ihn verschworen? Warum konnte er nicht einfach er selbst sein.

Einige weitere Minuten verstrichen und nun machte sich ein sichtlich verunsicherter Mann auf den Weg durch das leere Haus. Überall war sie wie allgegenwärtig und zur gleichen Zeit so erdrückend. Langsam durchschritt er noch das Zimmer gleich oberhalb der Treppe, als er sich auch schon auf dem Balkon wiederfand von dem aus sein Blick nach Süden schweifen konnte – Irgendwo dorthin wo Dalana nun wohl weilte - aber er hielt nicht lang durch und schon bald sackten erst die Schultern und dann auch die Augenlieder nieder.



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Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verliern jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis
ein Meer von Gefühl und kein Land
Einmal dachte ich bricht Liebe den Bann
jetzt zerbricht sie gleich meine Welt
Totale Finsternis
ich falle und nichts was mich hält

Sei bereit

Machmal in der Nacht
denk ich ich sollte lieber fliehn vor dir
solang ich es noch kann

Sei bereit

Doch rufst du dann nach mir
bin ich bereit dir blind zu folgen
selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir

Sei bereit

Manchmal in der Nacht
gäb ich mein Leben her für einen Augenblick
in dem ich ganz dir gehör

Sei bereit

Manchmal in der Nacht
möcht ich so sein wie du mich haben willst
und wenn ich mich selber zerstör

Totale Finsternis
ich glaub ich verlier den Verstand

Totale Finsternis - Tanz der Vampire (Auszug)