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Verfasst: Montag 4. August 2008, 03:34
von Tarja Lycron
Ende? - Von einem Ende konnte nicht zu sprechen sein!
Es war vielmehr der Hass, der sie weiter umhertrieb. Nicht eine Nacht tat sie wirklich ein Auge zu. Nur wenige Momente blieben ihr, meist unter Tags, an denen sie schlief oder sich tausend Fragen widmete. Was hatten sie falsch gemacht und was konnten sie dagegen tun?
Der Weg auf die Burg war mühevoll, das helle Licht des Tages brannte in ihren Augen, war sie es momentan eher gewohnt, die Nacht zum Tage zu machen. Der wenige Schlaf trug nicht dazu bei, dass das Tageslicht erträglicher wurde.
Und doch, umso näher sie dem Gebäude, der Ordensburg kam, desto schlimmer und elender fühlte sie sich. Eine gute Übung, um den Qualen zu wiederstehen und sich ihnen zu stellen?
- Vielleicht.
In der Bibliothek angekommen drangen die leisen und lauteren Stimmen immer wieder in ihr Ohr, bis sie wieder verstummten. Hunderte an Buchtiteln las sie durch, aber keines konnte ansatzweise Aufschluss darüber gehen, was sie falsch gemacht hatten und wie sie dagegen wirken konnten.
Vielleicht war es verfluchte Erde, die sie sich in Bajard genommen hatten? Selbst wenn, es hätte niemals solche Ausmaße genommen. Der Efeu vom Kloster? Auch diesbezüglich ließ sie die Schultern sinken. Irgendetwas mussten sie vergessen haben - irgendetwas war passiert, womit sie so nicht gerechnet hatten.
Die stechenden Kopfschmerzen unterbrachen ihre Forschungen. Es würde sie wieder weg treiben, sie würde den Rest suchen. Eines ihrer Geschwister würde sie wohl finden bevor die Nacht zurückkehrte.
Verfasst: Freitag 8. August 2008, 01:30
von Tarja Lycron
Irgendwo musste doch etwas zu finden sein ...
Sie hatte kein Auge zugetan. Nicht ein einziges. Die Worte Lanayas hallten in ihren Ohren und sie hatte sich noch die selbige Nacht nachdem sie mit Lucan nach Hause gegangen war auf den Weg zurück zur Burg gemacht. In der Nacht war sie - dieses Schattenwesen - kaum zu sehen. Manchmal war das gar nicht so übel - immerhin konnte man einiges an Gesprächen belauschen ohne wirklich aufzufallen.
Nichts desto trotz, es musste etwas geschehen. Sie musste etwas finden.
In Büchern stehts geschrieben...
Die Burg war ruhig und leer. Das Knacksen des Feuers im Kamin durchzog die große Halle bis hin zur Bibliothek. Tarja machte sich recht zügig auf den Weg dorthin, Isabella nur einen knappen Gruß zukommen lassend. Sie musste sich durch die Bücherreihen wühlen. Egal, wie lange sie hier sitzen würde und wenn es Tage dauerte, es war ihr egal. Irgendwann musste sie in den Büchern etwas finden.
Den ersten Stapel Bücher hatte sie durchforstet. Bei jedem kleinsten Hinweis rückte die Gestalt etwas zusammen und straffte sich, aber nach einer Weile sank das Schlierengewirr wieder mutwillig in sich zusammen. Sie dachte an alles, an die Elemente, an die Wirkungsweise - knüpfte Verbindungen zu den Schattenelementaren. Ging jeden einzelnen Ablauf des Rituals in ihrem Kopf nochmals durch. Das nächste Buch landete auf dem mittlerweile schon deutlich angehäuften Stapel. Seufzend und murrend widmete sie sich dem nächsten Buch. Auch die Zeilen dort verschlang sie aufmerksam, hier und da schlichen sich die eisig blauen Augen zu Isabella, die längst dabei war, die nächsten Bücher auf den Tisch zu stapeln. Würde es denn gar kein Ende nehmen?
Woher sollte sie die Kraft noch nehmen, jedes einzelne der verbleibenden Bücher durchzuforsten? Wo auch immer sie ihre Kraft hernahm, sie biss sich durch und knüpfte sich jedes einzelne Buch vor. In der Hoffnung, noch mitten in der Nacht auf etwas zu stoßen, was ihr weiterhelfen konnte.
Verfasst: Dienstag 12. August 2008, 13:20
von Der Erzähler
Aus dem Tod entströmt das Leben
Aus dem Moder kommt das Licht
Was du gesehen hast soeben....
... ...
Waren es nicht diese Worte die ER euch an den Kopf geworfen hat? Woran glaubst du Arkorither, wenn alles zerfällt was du gekannt hattest. Worauf baust du auf wenn es nichts gibt was was deinen Ansprüchen genügt? Verträge und Versprechen von einer Art die nicht bindend ist? Freunde?
Irres Kichern unterbricht die mutmachenden Phrasen, lenkt vom Wesentlichen ab und dennoch es scheint als sei einer der Arkorither auf dem richtigen Pfade. Gelenkt durch jenen der zur Ewigkeit führt und sich von jenen nährt die IHM dienen.Arkorither haben keine Freunde, du bist alleine – ALLEIN! Erkennst du es nicht? Glaubst du sie würde euch jene Zweisamkeit gönnen, scheuen euch zu benutzen wie es ihrer Macht dient? Sieh nur hin Arkorither, sieh genau hin und lerne... erfahre die Wahrheit Arkorither und gewinne an Macht... Macht... Macht..
Einem verblassenden Echo gleich entschwinden die Einflüsterungen zu einem unheilverkündendem Schweigen. Endlich, endlich kann sie sich dem Text widmen und wird folgende Zeilen vorfinden...
~ Des Wächters Strafe ~
Gehalten im Jahr des Bundes, nach dem Niedergang, war es die letzte Wahrheit jene sich offenbart die Menschlichkeit zu besiegen. Ein Wächter und sein Meister, wie es war wird es sein so, wie es immer gewesen ist und sich auch in der Zukunft findet. Doch Traditionen ändern sich, Menschen ändern sich, die Welt ändert sich. Zwei Richtungen finden sich im Liede und eine davon scheint so unbeständig wie die Veränderung selbst. Manche sehen im Ausgleich eine Notwendigkeit doch für die Kriegsmagier scheint dieser Aspekt so unwichtig wie der Frosch in diesem Glas vor meinen Augen. So hatten sie also ein Ende gefunden doch wir, wir haben überlebt um ihre Rückkehr zu ebnen. In ferner Zukunft wird der dunkle Sohn seinem Volk eine Vision senden, der aufgestiegene Dämon über sein Gebot hinfortsehen und einer sich erheben der das Wissen birgt. Einst wird zusammen finden was zusammen gehört, sie werden wachsen, mehren was IHM so wichtig war und die Strafe tragen für all das was er mir angetan hat. Doch ich bin gnädig Arkorither, ihr werdet die Macht bekommen nach der ihr giert. Am Ende jedoch wird sie euch verschlingen und nie wieder werdet ihr sein wie ihr es gewohnt war.
Nur weiter Arkorither! Suche schneller, suche rasch. Mit jeder Sandfüllung die in der Uhr die Zeit bestimmt näherst du dich ein Stückchen mehr. Aber vielleicht gefällt es dir ja? Vielleicht bist du bereit dich gänzlich aufzugeben? Ist es Macht Arkorither – wir geben sie dir! Schwöre uns die Treue, ebne uns den Weg und verrate deinen Meister! Ah ein weiteres Schreiben. Sieh nur, sieh hin...
Mein alter Freund, Mentor, Mann und Vertrauter
ich habe einen schrecklichen Fehler begangen. Warum nur hat es sich nicht früher offenbart? Wie konntest du leben, durch sie? Verzeih mir. Ich bitte dich inständig mich in Erinnerung zu behalten wie es vor dem vernichtenden Schlage um uns bestellt war. Meine Visionen haben mich verlassen, seine Pranke leitet mich nicht länger. Strafe für meine Zweifel, Strafe für etwas das ich selbst dem geduldigsten Papier nicht anvertrauen kann. Wie sehr ich dich an meiner Seite misse, deine Stärke, deine Kraft. Niemals werden wir vereint sein denn ich bin nicht länger dem Verbunden wofür du gelebt hast. Gewiss könnte ich vernichten was den Deinen schadet, dein Erbe schmälert doch, oh Geliebter sie werden daran wachsen! Das letzte was ich sah war das sie ausmerzten was schwach und hindernd war. Es wird NICHT ihr Untergang sein. Glaubst du mir nicht? Oh mein Leben, mein Herz, wir waren einander so nützlich so stark und unvergänglich. Vielleicht hätten sie die Antwort alleine gefunden, vielleicht hätte die Zeit ihnen ein gnädiges Gesicht gezeigt doch kennst du meine Macht, meine Art zu handeln. Zeit ist etwas das sie nicht haben. Jeden Tag werden sie mehr und mehr Menschlichkeit verlieren wenn sie nicht beim Ritus selbst schon alles Fesseln niederlegten die sie binden. Lauschen werden sie der vergifteten Klänge der alten Paktler. Seine Zunge wird sie nach Monaten unkontrollierbar machen. Wäre es nicht ein wundervolles Experiment, Geliebter? Zu sehen wie sie trotz all ihrer Macht nicht tiefer sehen. Oh es würde dir gefallen! Doch gleichsam soll man seine Kinder schützen. Ihnen ihr Erbe erhalten und sie lenken. So will ich dir ein letztes Geschenk darbieten. Ein Geschenk mit dem die Deinen wieder als Mensch im Schatten wandeln.
Wie schade Arkorither, so kurz vor einer Lösung. Es gibt einen Weg, aber du wirst ihn nicht finden, ihn nicht erkennen denn DU stehst alleine.
Kichernd peitschen die Stimmen durch den ansehnlichen Schädel und machen ihre Anwesenheit wieder einmal deutlich. Alle Arkorither werden die Tage genüsslich verhöhnt und verspottet womit es schwer sein dürfte in jene Richtung weiter zu forschen. Vielleicht jedoch würde der Orden eine Möglichkeit finden diesem 'Feind' zu überwinden
Verfasst: Dienstag 12. August 2008, 14:00
von Tarja Lycron
Sie rieb sich die Schläfen, kniff die Augen zusammen und versuchte all jene Stimmen zu vertreiben, all die Zweifel auszuräumen, die in ihr wieder und wieder wuchsen. Sie wischte sich mit den Händen über die Augen, erneut wanderten die Fingerspitzen zu den Schläfen.
Macht... Macht... Macht... Allein... Allein... Allein...
Worte, die immer wieder in ihren verwirrten Gedanken herumirrten. Worte, Stimmen, Flüstern, Wispern, dem sie kaum Einhalt gewehren konnte. Woran glaubst du Arkorither, wenn alles zerfällt was du gekannt hast.
Sie schüttelte, befreite ihren Kopf, ihre Gedanken, ihr Tun, ihr Handeln erneut von dem, was sie innerlich quälte und in einen Zustand gebracht hatte, in welchem sie sich kaum konzentrieren konnte.
Der Stapel der Bücher wurde größer und größer, drohte zu wanken und zu kippen. Immer wieder deutete sie Isabella an, ihr ein weiteres Buch zu reichen. Teilweise verschwammen die Worte schon vor ihrem Auge und sie raffte sich auf, schöpfte neue Energie, so gut sie konnte. War es so hoffnungslos? Hatten sie einen so schwerwiegenden Fehler begangen, dass sie keinerlei Möglichkeit mehr hatten, für jenen Fehler zu büßen, um ihn dann aus der Welt zu schaffen? Oder mussten sie ihr Leben lassen um für den Fehler zu bezahlen? Hatten sie es selbst geschafft sich auszurotten? Einen Orden, der so viel an Macht haben konnte, wenn man richtig mit ihr umging?
Wieder fuhr sie sich mit den Handflächen über das vermeindliche Gesicht. Schlieren, die sich verbogen und um sich selbst drehten. Sie schlug das nächste Buch auf und verschlang auch jene Seiten in sich. Der Einband war vergilbt und vermutlich hatte sehr lange niemand mehr einen Blick hinein geworfen, ähnlich wie bei vielen anderen Büchern zuvor. Der modrige Geruch zog durch die komplette Bibliothek und die Staubkörner vollzogen einen Tanz, der ihre Aufmerksamkeit für einen Moment auf sie legen vermochte. Mit einer wegwischenden Handbewegung zersprang der Tanz und ihm wurde Einhalt geboten. So widmete sie sich vollständig den Zeilen, die sie dort fand.
Ihre Augenbrauen zogen sich als erstes etwas hinauf. Dann, sie konnte ihre Verblüffung über das, was sie dort sah, nicht verbergen, benetzte sie ihre Lippen mit ihrer Zunge. Sie musste suchen, sie hatte gefunden - war das, was sie da fand, hilfreich? Die Zeilen, die sich ihr offenbarten stammten aus einer Zeit, in der der Orden einiges zu meistern hatte. Vielleicht lag hier etwas verborgen, vielleicht würde man hier etwas finden? Sie merkte die Seiten ein, auf denen die Worte zu finden waren und sie musste eiligst, eiligst zu Lanaya. Sie hatte vielleicht etwas gefunden, aber was es bedeutete? Vielleicht, sie hoffte, vielleicht würde es sie in irgendeiner Weise weiterbringen. Sie klappte das Buch zu, nahm es und eilte, in der Hoffnung, Lanaya aufzufinden, um ihr die Bücher und die dort markierten Seiten zu zeigen. Alleine würde sie nicht weiterkommen. Und schon, als sie sich auf den Weg machte, dröhnten die Stimmen wieder in ihrem Ohr und zwangen sie fast in die Knie. Nichts desto trotz zwang sie sich dazu, Lanaya zu suchen.
Verfasst: Dienstag 12. August 2008, 21:50
von Lythiana Cronor
Der Tag war also gekommen. Sie hatte es nie in Frage gestellt, hatte sich nie der trügerischen Hoffnung hingegeben dass es bei ihr anders kommen würde als bei den bisherigen Meistern. Nein – Die Macht eines Meisters war eine zu große Verlockung und selbst die Position als seine rechte Hand konnte nicht dauerhaft zufriedenstellend sein. Eine gewisse Zeitspanne nach der Machtergreifung – in manchen Fällen lange, in machen weniger lang – musste es unweigerlich zur Herausforderung kommen.
So hatte sie Lanayas Attacke auch kaum überrascht, im Grunde sogar noch nicht einmal beunruhigt. Tatsächlich... begrüßte sie die Auseinandersetzung sogar. So lange schon hatte sie nicht mehr mit dem Feuer gespielt – zumindest mit keinem, das über eine Kerzenflamme hinaus ging. Die Elegida allerdings war sicher nicht mit einem Flämmchen zu vergleichen...
Wie erwartet wurde der Kampf von Lanaya mit äußerster Härte geführt. Der Situation zum Trotz hätte Lythiana fast zufrieden gelächelt. Der interessanteste Abend seit langem... Zu schade nur, dass sie in Zukunft auf eine so talentierte Arcomaga würde verzichten müssen. Dass sie, die Maestra, unterliegen könnte, war undenkbar...
... bis sie irgendwann tatsächlich vor Lanaya auf dem Boden kniete, vor Erschöpfung keuchend. Was war nur los? Sie wusste, dass ihr magisches Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft war, dass sie im Normalfall zu weitaus mehr fähig gewesen wäre, doch aus irgendeinem Grund... fehlte ihr der Wille dazu. Wozu auch noch weiter kämpfen, wozu an zwei oder drei weiteren Jahren festklammern? Wenig gab es, was sie noch reizte, und noch weniger, dass diesen Reiz länger als einen Mondlauf lang behielt. Sie hatte genug.
Und so wehrte sie sich nicht gegen den mentalen Vorstoß der Elegida, hieß ihn sogar beinah willkommen. Mochte sie die notwendigen Schritte einleiten, es war ihr egal. Vage verspürte sie noch, wie etwas in ihr sich zu regen begann, und die Krallen wetzte. Mochte er entscheiden...
Dann wurde es dunkel um sie. Regungslos sackte die ehemalige Maestra auf dem Dach der Festung zusammen.
Verfasst: Mittwoch 13. August 2008, 12:22
von Lanaya Shevanor
Jegliche Erinnerung war inzwischen aus den Räumlichkeiten verbannt. Die Tage wollte sie sich nicht erinnern, nicht an sie, nicht an das was sie verloren hatte nicht an eine Vergangenheit die sie ablenken würde. Nacht für Nacht, Buch für Buch im stetigen Kampf mit den Stimmen sich selbst und ihm. Mit erschreckender Geschwindigkeit hatten sie sich einander angenähert waren zu einer Einheit verwachsen ohne das die ehemalige Baronin mit einem Atemzug daran dachte seine Anwesenheit zu bannen oder gar ihn zu zügeln. Im Gegenteil, sie war wie ein neugieriges Kind, hatte viel zu lernen und nahm begierig auf was er ihr einpflanzte. Was keinesfalls etwas an dem Zustand änderte das sie oftmals einen inneren Kampf austrugen so die Meinungen voneinander abwichen. Er war der Meister, sie seine Maske. Würde man im Grunde nicht erwarten sie würde sich fügen wie die brave Marionette die sie niemals hatte sein wollen? Ganz so einfach war es nicht. Nein. Ein Geheimnis das sie sicherlich nicht in Worte kleiden würde.
Solltest du nicht daran verzweifeln Arkorither? Alles wofür du gelebt hast, hast du mit Füßen getreten, dich losgesagt ohne wirklich losgelassen zu haben! Glaubst du du kannst es vor uns verbergen? Geh nur Arkorither, geh und versuche dich zu wehren... winde dich Lanaya.. solange du noch kannst
Schlimmer als die Stimmen waren seine Antworten. Peitschend, freundliche Höflichkeiten dunkler Dämonen. Im Grunde würde es sie nicht stören... so man sich nicht gerade ihren Schädel als Plattform dafür ausgesucht hätte. Reagierte sie sahen das die Stimmen als Erfolg und trieben ihr Spiel weiter. Schwieg sie konnte sie den verbalen 'Kampf' nach einer Weile kaum mehr ertragen. Es viel der Hirtin schwer sich auf ihre schwarzen Schäfchen zu konzentrieren womit ihr vermutlich mehr entging als ihr lieb war. Bislang war sie es gewesen die eine Stütze bot, Aufgaben erfüllte und Kämpfe jeglicher Art ausfocht. Nun jedoch war sie in einer Position in der sie eben jene Stütze misste. Doch wen sollten sie erwählen? Wen an ihre Seite rufen wenn niemand sich erhob? Ruckartig hob die Arkoritherin den Kopf.
....nein, er glaubt ich sei ihm nicht länger verbunden...
....weil andere Möglichkeiten so gering sind das es töricht wäre sich auf sie zu verlassen. Warum also nicht mit dem Schlimmsten rechnen?...
Wütend wurde eines der teuren Weingläser gegen die nächstbeste Wand gepfeffert. Gefolgt von einem Krachen der Türen, die entsprechende Antwort hätte man selbst in den unteren Stockwerken vernommen. Dummerweise konnte man kaum etwas entkommen das man in sich trug womit sich der Wortwechsel nun wieder rein auf mentaler Basis auf dem Dach der schwarzen Festung fortsetzte. Stumm stand sie im Wind der Blick stur nach Süden gerichtet wobei sie nicht das Gebirge zu betrachten schien, sondern vielmehr das was direkt dahinter lag. Wie konnte sie diesen ungeheuren Vorschlag überhaupt in Betracht ziehen? Wie an derlei denken wenn es diesen 'Fluch' zu beseitigen gab? Langsam wandte Lanaya sich ab und schritt wesentlich gemessener wieder in ihre neuen Räumlichkeiten. Abermals wandte sie sich den bislang verschlossenen 'Schätzen' zu und vergrub sich in einem Berg voller Nachforschungen. Minute um Minute verstrich ehe irgendetwas ihr Bewusstsein streifte und sie aufsehen ließ. Tarja würde Momente später drei unmissverständliche Worte vernehmen die sich in ihre Gedanken drängen sollten.
Ich erwarte dich
Im nächsten Moment wurde der Kopf schon wieder abgesenkt. Offenbar hatte sie nicht vor die eigenen Nachforschungen zu unterbrechen bis sich die Arkoritherin einfinden würde. Seite für Seite blätterte sich wie von selbst um während die Augen jede Zeile abtasteten und nach einem Hinweis suchten.
Verfasst: Mittwoch 20. August 2008, 17:40
von Der Erzähler
Ruhig zogen die Wolken über den nächtlichen Himmel, der Mond verbarg sich hinter einem dunklen Schleier. Sterne suchte man in dieser Nacht vergebens. Schleichend zog sich Nebel durch Gassen und Wälder, die Luft war feucht, angenehm kühl und roch nach den Bäumen und Pflanzen der wilden Natur. Ein wenig salzig hier und da, wenn das Meer seinen Anteil beitrug und die Gischt sich mit dem Nebel vermischte. Selbst der Schattenwald jener die schwarze Burg umrandete blieb davon nicht verschont. Anklagend erhoben sich die dürren Äste der abgestorbenen Bäume mitten aus den Nebelschlieren. Man sah die Hand vor Augen nicht und kaum ein Licht erhellte die Pfade. Geheimnisvoll wirkten bestenfalls die Ruinen im nordöstlichen Teil der Insel die Burg selbst jedoch erschien in dieser Nacht wie ein dunkler Abgrund der von einem fremden Schleier verdrängt und verborgen wurde. Schweigen, Stille etwas das an diesem Ort die letzten Wochen eine Seltenheit geworden war. Nun jedoch eroberte eine unheilverkündende Ruhe die Insel. Kaum eine der Wachen hielt ihren Posten, alle zogen sie sich zurück, schliefen und ruhten. Ein friedliches Bild. Männer und Frauen die ohne ihre schwarzen Kutten 'harmlos' wirkten hatten sich in ihre Decken gewickelt. Ab und an konnte man eine Bewegung erkennen dann schien die Zeit still zu stehen.
Etwas hatte sich erhoben, griff mit gebogenen Klauen nach einem Band das sie einst alle verbunden hatte. Unweigerlich würde man sie an ihre ersten Tage und die damit einhergehenden Bündnisse erinnern dann jedoch trieb ER zurück was die Seinen beschworen hatten. Der dunkle Dämon war es leid, es gab wichtigeres als das er seine Schützlinge noch ein wenig mit dem Feuer spielen lassen wollte. All jene die sich nicht in ihrer menschlichen Form befanden würde es hart treffen. Hitze schien aus ihrem Inneren zu strömen, Licht und eine Art von Magie die man im Lied unmöglich einordnen konnte. Nur langsam würden die Schatten freigeben was sie in Besitz genommen hatten. Nur langsam würden sie alle wieder zu 'gewöhnlichen' Menschen werden. Denn ER fand das es Zeit war seine Macht zu demonstrieren. Jenen vor den Kopf zu stoßen die glaubten alles zu wissen und die Seinen einst geschlagen hatten. Vielleicht sollte ER sich erheben und die Kontrolle übernehmen wie ER es einst schon einmal getan hatte. Vielleicht. Derweil jedoch lockerte sich der Griff um die einzelnen Arkorither. Wie Spielbälle wurden sie wieder sich selbst und einem trügerischen Frieden überlassen.
Morgenrot vertrieb die Nebelschwaden aus den Wäldern und bald schon erhob sich Eluive's Auge am Horizont. Seine wärmenden Strahlen vermochten es nicht die Kälte aus dem schwarzen Gestein zu vertreiben. Fast schien es als würde es jegliches Licht gierig absorbieren und nie wieder freigeben. Im Inneren der Mauern regten sich die ersten Menschen. Später als gewöhnlich, matter und ausgelaugter als man es erwarten würde. Hastig sah man die Wachen auf ihre Posten eilen und einige würden sofort bemerken das die trügerische Stille anhielt. Keine Stimme quälte die Arkorither mehr, kein Schatten schien ihre Körper zu verzehren und so sie auch am Anfang skeptisch sein würden sollte die nächste Zeit überraschend friedlich vergehen. War es die Ruhe vor dem Sturm oder hatte der Alltag auf die schwarze Burg zurückgefunden? Vielleicht war es auch der Fluch der an Kraft verloren hatte oder gar eine trügerische Wendung dessen? ER zumindest schwieg sich aus und sammelte seine Kräfte, von ihm würden die Arkorither keine Antwort erhalten denn dies war nicht in seinem Sinne. Sollte sie forschen, sollten sie graben und sich eines Tages dem Stellen was vorerst vertrieben war.
Verfasst: Donnerstag 21. August 2008, 15:18
von Tarja Lycron
Dieser Schmerz, der sich in ihr breitmachte - was würde er diesmal verkünden? Zu was würde sie diesmal werden? Sie fühlte sich, als würde sie verbrennen. Kaum auszuhalten war das, was mit ihr passierte. Die Lider ihrer Augen flackerten, wie sie - ein Schattenwesen - sich um ihrerselbst wand. Sie lag, wälzte sich in ihrem Laken, wenn man in ihrem Zustand überhaupt von liegen oder wälzen sprechen konnte und versuchte das zu unterdrücken, was ihren Körper erneut durchzog. Wie lange genau sie sich dem Kampf hingab, war ihr im Nachhinein nicht einmal mehr im Traume bewusst.
Erst als sie die Augen aufschlug und alles überstanden war, die Ruhe um sie so erdrückend war, dass selbst jene schmerzte, zuckte eine Augenbraue unweigerlich hinauf. Sie sah an sich herab. Fleisch, menschliches Fleisch. Keine Schatten mehr, die sie umgaben, aus denen sie bestand. Wie konnte das möglich sein? Sie hatte doch nur in Büchern geblättert. Eindeutiges hatte sie jedoch nicht gefunden. Es konnte unmöglich alles vorüber sein - oder etwa doch?