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Verfasst: Freitag 5. März 2010, 07:53
von Rafael von Arganta
Wie ein Herz zerbrach

Er schaute blicklos auf die leichten Wellen die an den Strand spülten immer und immer wieder.
Das Meer fror nie zu, und auch jetzt leckte das Wasser am Schnee der das ganze Land hier zugedeckt hatte.
Ihm war schlecht und seit Jahren war es das erste mal das er wohl geweint hatte.
Kein Blutkobold, kein Lethar oder sonst ein Feind hatte ihm je soviel Schmerz zugefügt wie er jetzt in sich trug.
Ihm war als war ihm das Herz herausgerissen worden, und doch fühlte er es in seiner Brust mehr denn je.
Wie ein Klotz, schwer dunkel und schmerzend.

„Gut ich reise ab. Für Immer.“ Waren die Worte die ihn fast erschlugen.
Die Worte, die jetzt immer und immer wieder in seinem Kopf rasten und ihn keine Ruhe finden ließ. Ihm gar glauben ließ nie wieder ruhe zu finden.
Rehya... sie war sein sein ein und alles gewesen.
Sprach er von ihr, hatten stets seine Augen geleuchtet und man hatte ihm ansehen können sie stolz er auf sie war, wie sehr er sie liebte.
Sein Juweil wie es teurer nicht hätte sein können, und jetzt?
Jetzt hatte er sie verloren, durch seine eigene Dummheit.
Zwei Jahre war sie auf Arganta gewesen, weil er für sei die Beste Lehren haben wollte, und die größtmögliche Sicherheit.
Was hatte er geglaubt? Das er seine Kleine wiederbekam wie sie gewesen war als sie abreiste?
Natürlich hatte er sie oft besucht dennoch war ihm nie aufgefallen wie sehr man sie verändert hatte.

Ihr Selbstbewusstsein war geblieben, und natürlich war sei Älter geworden und dennoch war es schwer zu akzeptieren das sie den Teddy in der Ecke lassen, und lieber auf Bärenjagd gehen würde.
Weiterhin benahm sie sich wie es dem Adel gefallen würde und mäkelte an ihm herum das er nicht so war. „Ich bin das wozu ich geboren wurde.“
Sie war nicht geboren weil sie Komtess sein sollte, sondern war entstanden weil ihre Eltern sich geliebt hatten.
Sie benahm sich so vornehm so sittsam, als hätte man ihr all das was sie früher verabscheute eingeprügelt.
Damals konnte sie umschalten, das Kind das Spaß an all dem hatte was es machte und dann wieder wusste sie wann sie sich zu benehmen hatte.
Rafael hatte sie nicht in der Mark lassen können.
Wäre eine Mutter da gewesen....
Aber so?
Er war zu eingespannt gewesen. Zu sehr stand das Reich immer im Vordergrund das er zu viel Furcht um sie hatte. Zumal sie auch ihren Leibwächtern immer zu entkommen schien.
So hatte er sie zu seinen Eltern und Michael gegeben.
Er wusste das sie dort Liebe, Aufmerksamkeit und auch eine gute Erziehung erhalten würde. Und jene hatte sie weiss Temora auch bekommen.
Doch was hatte er erwartet?
Ihre Wandlung hatte ihn schockiert, so das er sicherlich nicht gerade richtig gehandelt hatte, aber das sie nun so enttäuscht von ihm war, das sie heim zu ihrem Opa wollte.
Bären jagen ...
Dort würde sie es immer dürfen.
Er betrachtete die abgegriffene Feder in seiner Hand.
Er hatte soviel Falsch gemacht und jetzt ?
Das Kind lag im Brunnen.
Und er?
Er hatte das Gefühl hinterher zu stürzen und das fallen hörte und hörte einfach nicht auf.

Verfasst: Montag 12. April 2010, 11:56
von Rafael von Arganta
Einfach nur Rafael

Hohenfels ...
Es gab kein Hohenfels mehr ... oder doch? War nicht das was übrig war ein Teil von Hohenfels?
Zwei Grafschaften ... ein Herzogtum. Geleitet vom Herzog vom Greifenhein.... doch blieb der Name ? Hohenfels
Ein Name der in den Herzen so vieler Leute schlug.
Ein Name für den man Schweiss und Blut gelassen hatte.
Varuna einst die Perle Hohenfels war geschlagen, zerstört durch die Hand des Feindes.
Die Mark dessen Graf er gewesen war, zerschlagen ... aufgegeben durch den Prinzregenten, und es hatte nicht nur Adrian fast das Herz gebrochen.
Was war geblieben von Hohenfels ...
Zwei Städte ... Berchgard und Adoran.
Berchgard, ein Minerdorf, für das sein Herz lange schon schlug, war es doch ein Teil seiner Heimat, immer schon ein Teil Hohenfels gewesen, von dem aus sich das Leben ins Land geschoben hatte.
Von dort waren damals die Menschen nach Varuna geströmt.
Dort war Königin Anara oft an Land gegangen.

Adoran .. die neue Stadt, die neue Perle Hohenfels, weiter im Hinterland gelegen, hatte ihn nie so fesseln können wie Varuna. Vielleicht weil es für das alte Varuna stand für das er so oft gekämpft hatte.
Und jetzt ?
Meersbach und Tiefenberg.
Das Herzogtum Hohenfels, war in zwei Grafschaften geteilt worden.
Mariella von Dornwald war zur Gräfin erhoben worden und leitete nun die Grafschaft Meersbach und er, Rafael war nun für die Grafschaft Tiefenburg mit Berchgard in der Mitte zuständig.
Eine große Aufgabe, vor der er sich insgeheim fürchtete aber auf die er sich auch freute.
Berchgard.
Die Miener, Handwerkerstadt, in der er bereits fast jeden Bewohner kannte.
Das was von Hohenfels übrig geblieben war und das es galt zu schützen.
Aber er wusste das er dieses nicht alleine schaffen würde, aber auch das er Freunde hatte, auf die er sich verlassen konnte, die ihm helfen würden.
Aber erst musste er sich einarbeiten.
Wie sehr wünschte er sich Alliestra nun her, wusste er doch nicht wie sie es bisher gehandhabt hatte.
Er würde sie erneut suchen lassen.

Eine große Aufgabe stand vor ihm und er wusste das er sie gemeinsam mit Freunden, Vertrauten meistern würde.
Doch davor stand noch eine andere Aufgabe.
Adrian von Hohenfels. Der von der Nachricht gestern schier erschlagen schien.
Ihn wieder auf zu richten würde dauern. Vielleicht nur mit dem Kampfeswillen kompensierbar eines Tages zurück zu fordern was einst Land seiner Familie war.
Rafael würde alles tun um seinem Freund und Bruder im Geiste zu helfen.
Und er wusste das dies Alles was in der Zukunft lag Kraft kosten würde.
Kraft und ein Teil seiner Selbst.
Und wieder wusste er, das auch hier seine Freunde da sein würde, wie er für sie, sie für ihn und ... eben jene Frau, die er nicht lieben durfte, und doch tat, was er sich, sowie ihr .. und niemanden sonst eingestehen würde.
Er musste alles sein, Ritter, Graf, Freund. Aber ab und an auch einfach nur Rafael.

Verfasst: Sonntag 15. August 2010, 14:22
von Rafael von Arganta
Rafael schlief an diesem Tage lange.
Erst gegen Mittag stand er auf und war irgendwie froh das die Nacht nicht doch durch etwaige Ereignisse gestört worden war.
Was konnte auch schon passieren? Dachte er sarkastisch und schüttelte den Kopf.
Die Lungenpest die in Bajard herrschte könnte hinüberschwappen auf Berchgard.
Die Söldner oder die Rabendiener konnten vor den Toren stehen.
Die Rabendiener wie sie es vor zwei Tagen vor Adoran getan hatten.
Eine Heerschar Untoter mit sich führend.
Oder die Söldner die Düstersee überrannt hatten, von denen einer sich später bei Einweihung des Berchgarder Tores noch mit Rafael hatte angelegt.
So vieles lag noch im Dunkeln seines Schicksales .... Berchgarders Schicksal.
So das er im Moment auch die meiste Zeit hier im Dorfe verbrachte.

Berchgard.
Überbleibsel der Vergangenheit Hohenfels, das sie einst so geliebt hatten.
Nichts sonst mehr war geblieben.
Ein Herzogtum mit zwei Grafschaften, dessen Graf er nun war.
Dessen Hauptstadt Berchgard war für das sein Herz schlug, das er
mit aller Macht zu schützen suchte.

Selbst Schlaf fand er in diesen Zeiten hier, über dem Rathaus um ja früh genug da sein zu können so es etwas gab.
Berchgard sollte ... nein durfte nicht fallen wie Varuna einst.
Einmal bereits hatte der Panther jetzt erneut die Krallen nach dem Dorf ausgestreckt gehabt, Rafael war sich sicher das sie eines Tages wiederkommen würden.
Aber nicht jetzt. Die Söldner forderten wohl ihre gesamte Aufmerksamkeit, und das war auch gut so.

Langsam stand er auf.
Wusch sich ausgiebig bevor er sich anzog und das Schwertgehänge um seine Taille schlang und verknotete.
Dann warf er noch einen Blick in den Spiegel, lange nachdenklich die Augenklappe über seinem linken Auge betrachtend.
Würde er sie je entfernen können? Würde er je dort wieder vollends sehen können?
Geduld!!!
Predigten Liliana und Rahel immer wieder, wissend das genau das eine „Tugend“ war die nicht gerade zu seinen Stärken gehörte.
Auch wissend das sie recht hatten.
Nach dem Kampf mit Aliyahna, war er anfangs vollkommen Blind gewesen.
Die dunkle Templerin hatte eine Phiole mit einer Tinktur gegen den Sehschlitz seines Helmes zerschlagen gehabt, und so dafür gesorgt das er gar nichts mehr sah, sich vor Schmerzen am Boden rollte.
Rahel war es damals wohl gewesen die ihm mit ihrem schnellem Eingreifen das Augenlicht rettete, indem sie jene unermüdlich mit Litern an Wasser auswusch, bis sie zu Liliana aufbrechen konnten.
Liliana war schon immer die Heilerin seines Vertrauens gewesen und ihre Worte wussten immer zu ermutigen.
Bislang.
Doch auch hier hatte sie ihm nicht vollkommen Hoffnung machen können.
Wo wäre er nur ohne seine Freunde heute.
Liliana die immer für seine Gesundheit da war, sicherlich jede einzelne Narbe fast ebenso gut kannte wie eine Geliebte.
Rahel, die ihn stärkte, seine Seele sein Herz in den Händen hielt.
Adrian ... seinem Bruder für den Rafael ohne zu zögern sein eigenes Leben geben würde.
So viele mehr die es noch auf zu zählen gab.
Doch sicher hätte er im Moment der Blindheit alle Hoffnung aufgegeben gehabt, sich nicht mal ermutigen lassen, wäre da nicht Darna gewesen.

Darna, die ihn zum Kloster geführt hatte, die ihm dort einfach nur beistand.
Sei es mit Worten oder einfach nur mit Schweigen als sie beim Baum standen.
Sie, Adrian und er, kannten sich schon so lange das es für Rafael vorkam als wäre es schon ihr gesamtes Leben.
Darna die still den Part von Gabriel den Dritten im Bunde damals übernommen hatte, als Frau an Adrians Seite.
Fast beneidete er Adrian.
Nicht um Darna als Frau, sie würde für ihn immer wie eine Schwester sein, der er immer beistehen würde, sondern das Adrian eine Frau besaß mit der an seiner Seite er sich zeigen, die er zu irgendwelchen Ereignissen einfach mitnehmen konnte.
Mit Rahel war es da schon problematischer.
Als Edle konnte sie sich bei Ereignissen zeigen, doch niemals offen an seiner Seite.
Selbst wenn man vermutete, oder es sogar für einige ein offenes Geheimnis war das sie und er zusammen waren.
Der Anstand gebietete es einfach nicht.

Wie sehr hatte er die Ausflüge mit Cedric, Linett und Rahel genossen gehabt.
Auch hier verhielten sie sich gebührend, aber es war einfacher gewesen.
Wie gerne würde er jenes Verhältnis auch zu Darna und Adrian haben.
Aber ...
Er schüttelte den Kopf.
„Da musst du durch alter Junge.“ Es war alles so egal geworden.
Mit Rehya hatte er eine Erbin die die Ländereien in der Familie halten konnte, und Rhys ...
die Kirche wusste um sein schweres Erbe, sollet ihm etwas geschehen.
Rafael musste also nicht mehr zwingend heiraten nur um des Erben wegen.
Diese Last war von ihm genommen.
Und nach der Ehe mit Angelina und Felicitas, die so tragisch endeten wollte er es auch gar nicht mehr.
Er hatte eh genug zu tun als das er noch Zeit für eine Familie finden würde.
So war er ach froh in Cedric einen Mann gefunden zu haben, der nicht nur Ritter und Freund sondern dessen Herz genauso für die Allianz schlug wie das Seine.
Rafael war sich sicher das mit ihm an der Seite es möglich sein konnte die Allianz vielleicht
doch noch zu reaktivieren.
Mit ihm und all der Hilfe der eigentlichen Allianzler. Sie konnten es Schaffen, denn das Reich brauchte die Allianz.
Berchgard brauchte die Allianz.

Das Reich stand bei Rafael immer an erster Stelle.
Nein .. an Zweiter, berichtigte er sich nachdenklich.
„Von Bruder zu Bruder der Deine bis in den Tod!“ murmelte er leise vor sich hin, und blickte in den Spiegel.

Noch einmal rückte er die Augenklappe zurecht.
Geduld!
Das Augen würde sich erholen, so versprach Liliana.
Und die Heilerin hielt immer was sie versprach.
Geduld.
Wenn es nur nicht so schwer war Geduld zu haben.
Er seufzte auf.
Temora würde es schon richten.