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Verfasst: Sonntag 24. Februar 2008, 17:23
von Tarja Lycron
Der Abend hatte anfangs so schön begonnen. Sie kam nach Hause, auch wenn sie nicht viel gesagt hatte war sie froh gewesen, wieder in den trauten vier Wänden zu ruhen. Eine Schützin musste ihr das Leben vor einem Höllenhund retten, der sie sonst womöglich zerfleischt hätte. Schnelle, unberechenbare Tiere - wie ihr nun selber bewusst geworden war. Tarja wusste nicht, ob sie sich bedanken sollte, aber ein anerkennendes Nicken wurde jener Schützin zuteil.
Zuhause hatte sie die Türe zum Schlafzimmer mit den Füßen aufgestoßen, welche krachend gegen die Wand saußte, von dort wieder abprallte und hinter ihr krachend ins Schloß saußte. Der Abend verlief auch weiterhin recht nett und entspannend, ein wohltuendes Bad, traute Zweisamkeit und sehr viel Ruhe. Entspannung, das war etwas, was sie benötigte. Aber irgendwie ging der Abend anders zuende als sie erwartete. Sie lagen nebeneinander im Bett, sie war längst in ihre Schlafkleidung gehüllt, wobei ihn nichts weiter umgab als Luft und ein leichter Film des Wassers, der seine Haut in einem sanften Licht schimmern ließ. Die nassen Haare hingen ihm in Strähnen ins Gesicht. Nachdem er ihr eine Gute Nacht gewünscht hatte, drehte sie sich murrend um und zog die Decke bis zum Kinn. Es war so klar, sie waren eben doch alle gleich. Erst ihren Spaß haben und dann schlafen. Im Halbschlaf murrte sie ihm jenes entgegen.

"Du bist mehr als das... du wirst schon sehen." Ja, natürlich. Sie würde sehen. Sehen, dass sie auch noch seine Putzfrau und Gespielin für seine Launen war? Ach, sie hatte sich doch längst damit abgefunden, nur sein Betthäschen zu sein. Nicht, dass sie es als negativ empfand, aber ernüchternd war es schon, dass sie nichts weiteres sein sollte. Sie drückte sich im Halbschlaf aus dem Bett und schlurfte zur Türe. "Ich hol mir was zu trinken." - Mit den Worten verließ sie die Räumlichkeiten und ging ins Erdgeschoss hinauf.

Das Wasser, welches sie sich in das Glas eingegossen hatte, rann ihren Rachen hinunter und kühlte ihre brennenden Gedanken. Leise vernahm sie hinter sich ihren Namen, was sie unmittelbar dazu verleiten ließ, über die Schulter zurückzublicken und das Glas abzusetzen.
"Was sagte ich noch, wer kriegt einen Schlüssel für dieses Haus? - Sicherlich kein Betthäschen" - "Ein Betthäschen, dem du vertraust?" Ihre Worte waren kühl und trocken, ganz anders als sie es von sich selbst kannte, wenn sie mit ihm sprach. Ein erneuter Schluck Wasser fand den Weg ihrer Kehle. "Ich vertraue nicht vielen Menschen... nur Dir, um genau zu sein." Sie nickte zu seinen Worten, während ein weiterer Schluck Wasser ihre Lippen benetzte. Er sprach noch weiter und bei seinen weiteren Worten seufzte sie innerlich und verdrehte ebenso die Augen. Ruckartig drehte sie sich zu ihm, das Glas ging dabei klirrend auf den Boden. "Ohh, ich bitte dich...!" Sie schürzte ihre Lippen kurz. Innerlich war sie wieder an dem Punkt, an dem alles drohte aufzubrechen. "Ich höre?" Aber nein, sie hatte keine Lust wieder in langen Diskussionen zu versinken. "Nichts, ist schon gut. Geh schlafen." Sie stellte das Glas auf die Ablage zurück und sah ihn an, als er näher zu ihr trat. Er wollte es geklärt haben, aber sie fragte ihn nur, ob er jemals zuvor einem Menschen so vertraut hatte und er verneinte. Nicht so, nicht in der Form hatte er vorher jemandem vertraut. "Dann solltest du überlegen, was du zuvor getan hast - und was du gerade tust." Mit den Worten verließ sie die Küche und eilte die Treppen hinauf zu der Kommode. Was er denn gerade tun würde fragte er sie, aber sie gab ihm keine Antwort darauf. Er sollte selbst draufkommen. Er sollte selbst bemerken, was für ein Rindvieh er war. Er sollte selbst bemerken dass es so nicht weitergehen würde. Nicht so. "Ich wollte nie, dass du das Gefühl bekommst für mich nur ein Betthäschen zu sein." Sie legte die Türen des Schrankes zurück ins Schloss, nachdem sie sich die silberne Kette um den Hals gelegt hatte und ihr Kleid übergezogen hatte. Dann erst ging sie zu ihm, der Stab ruhte längst in ihrer Hand. Sie war quasi bereit zu gehen. "Ach, ich kann ganz gut damit leben - weisst du." Er sah sie an, schüttelte den Kopf. "Nein, kannst du nicht. Lüg mich nicht an..." Tja, wie recht er doch damit hatte. Sie wollte weitaus mehr sein als nur sein 'Betthäschen', das hatte sie ihm schon lange vorher gesagt. Aber warum sollte sie das wiederholen, worauf sie damals nicht eine Reaktion erhalten hatte? Und sie? Sie sollte ihn nicht belügen? "Oh ich bitte dich, ich war zu dir ehrlicher als je zu einem anderen Menschen zuvor." Sie wusste, es würden endlose Diskussionen werden. Aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass sich die Lage so zuspitzen würde. Sie wollte nur raus, sie wollte nur eine Nacht in der Burg verbringen. "Geh nicht.. ich bitte dich."
Was erwartete er denn bitte? Dass sie alles mit sich machen ließ und weiter diejenige war, die sich quälte? Sie schüttelte nur den Kopf, ein Seufzen folgte diesem umgehend. Sie versuchte an ihm vorbei zu kommen, doch legte er seine Hand an die Wand um ihr den Weg zu versperren. "Geh nicht..." flüsterte er. Er sollte einfach drüber nachdenken. Er ließ resignierend den Arm sinken und sie zog sich die Kapuze ins Gesicht. "Zeig mir deine Hand." Was wollte er nun? Sie reckte ihm die Hand entgegen, wenngleich er ihr die beiden Schlüssel in die Hand legte. Gut, dass er sie daran erinnert hatte. Sie friemelte die Schlüssel auseinander, den Schlüssel zum Zimmer in ihrer Burg nahm sie an sich, den Schlüssel für das Haus legte sie auf den Schreibtisch. "Du hast etwas vergessen..." Seine Worte erreichten sie zwar, doch zog sie sich nur noch die Handschuhe über und deutete durch den Türrahmen. "Nimm den Schlüssel mit - du wirst in brauchen." Sie würde ihn dann mit sich nehmen, wenn es an der Zeit dafür war - und das war es gerade nicht. Sie wusste, wenn sie nun gehen würde, würden sich ihre Wege vorerst trennen. Sie ging die Stufen hinab, im Hinabgehen überlegte sie, ob sie ihm noch etwas sagen wollte, aber sie ließ es bleiben. Vielleicht würde er irgendwann zur Vernunft kommen und sehen, was sie sah. Fühlen, was sie fühlte. Spüren, was sie spürte. In der Küche angekommen nahm sie noch ein wenig zu Essen und eine Flasche Wein mit. Aber er folgte ihr. Wieder verstrickten sie sich in ein Gespräch. "Ich hab das Leben verflucht... allein zu Leben versucht. Und jetzt geht es nicht mehr ohne dich. Und das Einzige, was du konntest - war schweigen. Ein Schweigen, dass ihn mir alles brechen lies." Sie setzte ihren Weg fort, er jedoch entgegnete ihr, dass er nicht mehr ohne sie sein wollte. Sie wollte nicht mehr, sie hatte keine Lust mehr sich hier weiter aufzuhalten und sinnlose Diskussionen über sich ergehen zu lassen. Sie hatte ihm alles gesagt, auf jede Frage hin die sich ihm stellte, sagte sie ihm das. Sie hatte ihm längst alles gesagt gehabt. "Verzeih mir..." Sie sah ihn nur noch kurz an, ehe sie ihm sagte, dass sie die restlichen Sachen die nächsten Tage abholen würde. Er kramte in seiner Tasche und hielt ihr eine kleine Schatulle entgegen. "Die war für dich."
Eine Schatulle? Für sie? Was hatte er darin? Gift um sie umzubringen? Einen Dolch, um ihr das Leben zu nehmen? Sie ging von etwas Lebensbedrohlichem aus - soviel war sicher. Warum wusste sie auch nicht. "Was ist das?"
- "Ein Geschenk - für dich. Ich wollte nur den richtigen Zeitpunkt abwarten."

Sie öffnete die Schatulle vorsichtig und wagte einen Blick hineinzuwerfen. Sie klappte jene ganz auf, als sie dort einen Ring aus hochkarätigem Gold vorfand, auf jenem ein kleiner Stein angebracht war. "Ja, es ist das, wonach es aussieht." So ganz schien sie aber noch immer nicht verstehen zu wollen. Erst war er versucht zu gehen, als sie jedoch ihr Wort unsicher erhob trat er wieder zu ihr mit einem Schmunzeln auf den Lippen. "Tarja..." Er streckte ihr eine Hand entgegen, die Innenfläche nach oben gestreckt wartete er auf ihre Hand, die sie nach einer Weile in seine legte. "Reich mir den Ring, bitte." Sie legte ihm jenen in seine freie Hand, worauf er sie wieder ansah und seine leisen Worte an sie richtete. "Tarja... schon als du dem Orden beigetreten bist, ist mir an Dir etwas aufgefallen, was meine Aufmerksamkeit ungemein auf dich zog. Ich habe dich lieben gelernt, obwohl ich dachte, dass ich dazu nicht mehr fähig sei... also..." er pausierte kurz, seine Pausen ließen darauf schließen, dass es ihm nicht gerade leicht gefallen war, sein Wort so in dieser Form an sie zu richten. "Willst du mich heiraten, Tarja? Mit mir hier wohnen... meinen Namen tragen?" Sie sah ihn an, tausend Gedanken huschten durch ihren Kopf und sie verstand erst gar nicht, was er da gesagt hatte. Stammelnd wiederholte sie ansatzweise seine Worte, ein langsames Nicken ging von ihm zu ihren Worten aus. Eine Weile blickte sie ihn weiter an, dann zog sie sich zu ihm und legte die Arme um seinen Nacken, um ihm einen sanften Kuss zu geben. Und sie gab ihm ihr Wort, nachdem sie sich von ihm gelöst hatte und sah ihn an. Ein warmes Lächeln zeichnete ihre Augen und sie schmiegte ihre warmen Hände an seine Wangen, wobei sie mit ihrem Daumen seine Augenwinkel entlang streichelte, um zu verhindern, dass sich ein salziger Weg über seine Wange bahnen würde. Er hob ihre Hand an und versiegelte seine Worte mit dem Ring, den er ihr an den Finger steckte. "Fortan gehör ich wohl dir." Ihre Mundwinkel zuckten etwas, während sie ihre Arme erneut um ihn legte. "So und nicht anders habe ich es mir gewünscht." Und er zog sie mit sich die Treppen hinauf, um sie zu Bett zu bringen. Sie schmiegte sich an seine Schulter, die Hand mit dem goldenen Ring am Finger legte sie auf seiner Brust ab.

"Tarja Linari - klingt ungewohnt."
- "Ja, aber - er klingt gut."

Verfasst: Freitag 29. Februar 2008, 01:00
von Tarja Lycron
...

Verfasst: Freitag 29. Februar 2008, 01:02
von Tarja Lycron
Tja - Erinnerungen saßen tief. Viel zu tief, als das man je über sie hinwegsehen konnte. Waren Erinnerungen nicht das, was in einem so etwas wie Zufriedenheit und Ruhe auslösen sollte? Und was fühlte sie? Was durchbohrte sie, wenn sie sich erinnerte? Sie hatte keine Kindheit. Kindheit - was war das? Liebe, Zuneigung, freie Entfaltung - all das hatte sie nie zu spüren bekommen. Stattdessen lebte sie unter dem Zwang, dem Drang, alles richtig zu machen, nicht aufzufallen. Sie wollte nicht, dass ihr das Gleiche blühte wie ihrer Schwester.

Und dann, auf einmal, gab es Erinnerungen. Erinnerungen an den Abend in der Burg. An den Abend, an welchem sie die erste Grenze überschritten und ihren Lehrer geküsst hatte. Ein Moment, der nie im Leben so geplant war. Natürlich fand sie ihn anziehend seit ihrem ersten Tag beim Orden. Natürlich hatte er etwas Faszinierendes an sich, etwas, was kein Mensch zuvor verborgen hielt. Vielleicht war es auch sein kühles, abschreckendes und abweisendes Wesen, welches er ihr entgegenbrachte. Vorsichtig berührte sie ihre Lippen und wiederholte gedanklich den Moment immer und immer wieder. Sie benetzte ihre eigenen Lippen mit Speichel, als würde sie schmecken wollen, was sie damals schmeckte. Angst, Herausforderung, Verwirrung, Neugierde, Begierde. Und nun? Nun legte sie ihr Leben in seine Hände. Zum Teil hatte sie sich dem Orden verschrieben, den anderen Teil bettete sie in seinen Händen.


[img]http://img149.imageshack.us/img149/4785/pupperingha4.jpg[/img]

Der Antrag.
Manchmal schlug sie ihre Augen auf und konnte nicht glauben, was geschehen war.
In wenigen Mondläufen würde sie seine Frau werden. Immer hatte sie ihren Namen getragen. Immer war sie Tarja Thyrmon gewesen. Tarja Cecilia Thyrmon. Und recht bald würde sie ihren Namen ablegen, um seinen anzunehmen. Adepta Linari. Ein komisches Gefühl umgab sie. Längst war sie im Tempel gewesen, hatte ein Gespräch mit Vicarius Devertare hinter sich gebracht, um zu erfahren, was von Nöten war. Und umso mehr sie nachdachte, desto mehr fiel ihr ein. Den Termin hatte sie - aber es fehlten noch so viele Dinge, die erledigt werden mussten. Und nebenbei hatte sie sich noch um die ganzen Bücher zu kümmern. Einige hatte sie schon fertig, die Anderen würden noch eine Weile auf sich warten lassen. Ihre Gedanken schweiften wieder zu wichtigerem. Ein Schreiben an den Bund des Handwerks zu Rahal hatte sie längst geschrieben, eine Antwort darauf ließ auf sich warten. Und dabei sollte man meinen, wenigstens ein "Ja" oder "Nein" auf eine Anfrage zu bekommen. Scheinbar doch... also musste sie weiter überlegen. Das Handwerkshaus zu Gerimor, auch dorthin entrichtete sie ein Schreiben. Vielleicht hatte sie dort mehr Glück, sie wusste es nicht. Man würde sehen. Ihre Mundwinkel rückten ein Stück nach oben. Es musste in Alatars Sinn sein, zwei Magier, davon einen Magus und eine Adepta, miteinander zu verbinden um ihre Macht noch mehr zu steigern. Sie konnte durch ihn an ihrer Seite wachsen.


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Ringe. Dafür sollte also gesorgt sein. Auch, wenn es irgendwie in ihren Augen ein komisches Gefühl war - sie gehörten dazu. Aber was sollte in ihnen eingraviert werden? Ihre Namen keinesfalls. Ihre Initialien? Verschlungen in Feuer? Eine Möglichkeit. Sie würde sich darüber noch viele Gedanken machen müssen, aber allzu viel Zeit blieb ihr nicht mehr. Sie nahm ein Blatt Papier zu sich und zeichnete einige Entwürfe auf Papier, zerknüllte das Papier, nahm ein neues, zeichnete erneut. Aber irgendwie war nichts dabei, was ihr wirklich zusagen wollte. Niemals hatte sie geglaubt, dass selbst mit einer stillen Hochzeit in trauter Zweisamkeit soviel Arbeit verbunden war. Sie schloss die Augen. Sie hatte an die Ringe gedacht, sie hatte den Termin. Aber irgendwas fehlte noch. Irgendwas schweifte durch ihren Kopf und dennoch war es ihr kaum möglich, die Gedanken zu sortieren. Dann weitete sie ihre Augen. Ein Kleid. Es war zwar nur ein Tag, aber sie wollte ein schönes Kleid haben. Es war zwar eigentlich nicht von Nöten, aber dennoch wollte sie Lucan nicht in einem normalen Kleid gegenüber treten. Ein Entwurf musste her, den sie dann umgehend an eine Schneiderin schicken musste. Jenes Kleid musste schnell angefertigt werden. Erneut schnappte sie sich ein Blatt Papier und begann zu zeichnen. Anfangs konnte man sehr wenig erkennen von dem Kleid, sah es eher aus wie ein Stück Stoff, das leblos an einem Körper hing. Aber umso mehr sie daran arbeitete und herumfeilte, umso schöner und extravaganter wurde jenes. Den endgültigen Entwurf sah sie sich mit einem Lächeln auf den Lippen an. Es war schlicht, ihre Schultern waren dabei komplett frei, würden ihre blasse, schöne Haut in einem sanften Antlitz erstrahlen lassen. Geschnürt war es wie ein Korsett und ab der Taillie sollte es sich wunderschön ausbreiten. Die lange Schleppe würde vermutlich ein wenig beschmutzt werden, aber bei den dunklen Farben sollte jenes nicht auffallen. Die Schleife, die über ihren Po den weiten Rock hinabfallen würde, würde eine dunkelrote Stickerei zieren. Sie nickte zufrieden, sehr zufrieden. So hatte sie zumindest schon einmal dieses Problem gelöst.

[img]http://img101.imageshack.us/img101/8316/kleidyo6.jpg[/img]

Sie legte ihren Kopf zurück. Der Tag war ruhig. Lucan hatte sie bisher noch nicht gesehen. Sie hatte ihn die letzten Tage nicht verstanden, wie er sagen konnte, dass sie ihm gefehlt hatte, auch wenn sie nur ein paar Stunden oder Minuten weg war. Mittlerweile verstand sie ihn. Manchmal konnte man meinen, sie führten ein ganz normales Leben. Aber was sollten sie auch sonst führen? Sie waren keine leblosen Hüllen. Sie hatten ihre Seelen dem Orden gegeben, nicht ihr Herz. Sie waren nicht herzlos, also war es auch nicht verboten, ein Leben zu haben. Kurz schmunzelte sie, gefolgt von einem Seufzen, als sie erneut das Platschen des Wassers hörte und Elijah, eine der beiden Katzen, wieder in das Wasser gehüpft war. Das Miauen durchzog das Haus. Reudiges Katzenvieh. Ein wenig würde sie sich jetzt noch über die Bücher setzen, Darius hatte sie auf der Burg noch einiges über Eisschlangen erzählt - zumindest das, was für sie logisch war. Und irgendwann würde sie sicher zu Bett gehen. Den Gefangenen in der Burg hatte sie längst aus ihren Gedanken verbannt ...

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Verfasst: Freitag 7. März 2008, 16:48
von Tarja Lycron
[img]http://img510.imageshack.us/img510/6779/57668333ig7.jpg[/img]

Demütigung.
- Ein Gefühl, welches die junge Adepta nicht leiden konnte.
Etwas hatte ihr für heute den Rest gegeben - irgendwas war es, was sie für den heutigen Tag nicht loslassen konnte. Sie verließ das Haus, ihr Blick - kalt und leer. So kalt und so leer war er lange nicht mehr gewesen, aber von einer Sekunde auf die andere war alles dahin gegangen. Von der einen Sekunde auf die andere fühlte sie sich nicht mehr als das, was sie war, was sie sein sollte. Von der einen Sekunde zur nächsten war alles weg. Sie wusste genau, sie war eine fleißige Schülerin. Sie erledigte ihre Arbeiten mit Sorgfalt und auch rasch. Anerkennende Blicke? Einen am Ende ihres Vortrages. Lag es daran, dass sie Fußvolk war und nicht zum gehobenen Rang gehörte? Vermutlich. Sie wusste, sie hatte eine gute Leistung erbracht. Stattdessen musste sie sich die Launen der Maestra und Elegida antun. Am liebsten wäre sie aufgestanden und hätte den Raum verlassen. Sie stellte Fragen – berechtigte Fragen – und bekam bissige Antworten. Was war es, was sie falsch machte? Vermutlich war es ihnen nicht Recht, dass sie eine fleißige Schülerin war? Sie machte sich Gedanken über Dinge, die Anderen vielleicht nicht durch den Kopf gingen. Und dennoch fand niemand Antworten auf ihre Fragen. Sie war selbst unzufrieden mit dem, was sie in dem Vortrag gehört hatte. Fragen taten sich auf, für sie wichtige Fragen. Sie wollte mehr über einen Gargoyle wissen, nicht nur, dass er im Dunkeln besser sehen konnte und den Menschen ähnlich war. Erklärte das schon all seine Verhaltensweisen? Wie tötete ein Gargoyle, was macht ein solches Wesen aus? Darian sprach von Vor- und Nachteilen – aber wo waren diese Vor- und Nachteile in seinem Beitrag? Und dann durfte sie sich auch noch anhören, sie seien alle nicht fähig zusammen zu arbeiten. Es wäre ganz gleich gewesen, was sie gemacht hätten – die jungen Adepten. Hätten sie solange gewartet, bis ihre Zeit für die Aufgabe längst verstrichen wäre hätten sie zwar ihre Aufgabe gelöst und zusammen gearbeitet, aber nicht im zeitlichen Rahmen. Tarja war innerlich aufgewühlt und wütend, dennoch zeigte sie ihre Wut nicht vor Darius und Lucan zugleich. Es war egal, was sie auch tat – es schien grundsätzlich der falsche Weg zu sein. Keine Frage, informativ war der Vortrag allemal. Und dennoch, hatte sie vielleicht mehr oder gar zu viel erwartet? Sie kannte Darian länger, sie wusste, was er konnte. Es war sinnlos sich den Kopf darüber zu zerbrechen – vermutlich würde sie die Launen der Ordensleitung nie verstehen, schließlich hatten die Schüler richtig gehandelt und alles drum gegeben, sich zusammenzusetzen um ihre Vorträge auszuarbeiten.


Die Nacht war kalt und frisch.
Der kalte Windhauch schnürte einem beim Laufen fast die Kehle zu. Ihrer Kehle konnte momentan eh kein Ton entkommen - zu enttäuscht war sie über sich selbst, zu wütend war sie auf den Rest. Ziellos irrte sie umher. Sie konnte in diesem Zustand nicht länger zuhause bleiben. Zur Burg wollte sie auch nicht zurück, was sollte sie dort auch? Der Wind fegte durch ihre Kleidung, Gänsehaut bildete sich auf ihrem ganzen Körper. Den Kragen zog sie enger zu, die Kette um ihren Hals baumelte wild mit ihren Bewegungen mit. Der Stab klopfte neben ihren Schritten immer wieder auf den Asphalt.
Die Stadttore hatte sie hinter sich gelassen. Schon oft saß sie an jenem Ort, an dem sie jetzt auch saß. Geknickt, wütend, enttäuscht - am liebsten würde sie alles um sich herum abbrennen lassen. Aber welchen Sinn sollte das haben? Sie beobachtete das Rauschen des Wasserfalls. Sie sah sich um. In der Nähe das Abbild des Herrn, sanfte schwarze Pfoten, die sich durch das hohe Gras bewegten - auf leisen Sohlen. Sie bewunderte diese Tiere. So wunderschön waren sie anzusehen, wie sie in einiger Entfernung von ihr im Gras ruhten, als wäre dort, wo sie war, ein gesegneter Ort.
Der Baumstamm lag noch immer dort wo er auch das letzte Mal schon lag, auf jenem kam sie zur Ruhe. Ihre Gedanken gingen zu Lucan. Sie wusste nicht wieso, aber auf einmal wurde ihr warm. Kurz schlich sich ein gequältes Lächeln über ihre Lippen. Er sollte sie nicht so gebrochen sehen, nicht in diesem fragwürdigen Zustand. Sie rutschte von dem Baumstamm hinab, legte ihren Kopf darauf um ihren Blick in die Sterne schweifen zu lassen. Sie würde bald seine Frau werden. Nur noch wenige Tage, dann war es soweit. Sie spürte den Ring an ihrem Finger, den sie trug und seit dem Tag ihrer Verlobung nicht mehr abgenommen hatte.
Sie hatte nicht bemerkt, wie die Zeit vergangen war. Müdigkeit durchzog ihren Leib und sie begann ihre Lider zu senken. Die Nacht war längst über das Land gezogen und hatte den dunklen Schleier über die Ländereien gelegt. Hier und da war ein Krächzen eines Raben zu hören, bis sie letztendlich ihre Augen schloss. Eigentlich wollte sie wieder zurück, aber viel zu müde wurde sie. Die nervliche Anspannung hatte sie müde gemacht.

Die Sonne kitzelte und tanzte auf ihrer schwarzen Kleidung. Sie musste keine Angst haben, dass sie hier jemand allzu schnell finden musste. Hier konnte sie Kraft sammeln, wenngleich sie stattdessen nur an Kraft verlor. Es war noch kein Sommer, die Nächte draußen konnten unter Umständen tödlich sein. Es fühlte sich an, als wäre sie in einer anderen Sphäre. Ihre Finger spürte sie kaum noch, die Kälte umschloss ihren Körper. Und doch – es stellte sich immer wieder heraus: Zwei Menschen, die zueinander gefunden hatten und sich zu etwas mächtigerem zusammengeschlossen hatten fanden immer wieder zueinander. Als sie ein weiteres Mal ihre Augen öffnete sah sie seine Umrisse. Die schwarze Robe, seine Gesichtszüge. Hörte seine Stimme, hörte, wie er auf sie einsprach und vernahm den Schrei des Zostrichs, auf welchem sie nach Hause reiten sollte, als jener durch einen Riss in diese Sphäre übertrat. Zuhause angekommen befreite sie sich von der kalten, nassen Kleidung und legte sich vor den Kamin. Es war an der Zeit neue Kraft zu schöpfen und sich aufzurappeln. Die heiße Milch nutzte sie, um sich zu wärmen. Es würde nicht lange dauern, vielleicht ein, zwei Stunden, dann würde sie ihre Augen aufschlagen und alles wäre so, wie man es von ihr erwarten würde.

Und dann war da immer noch der kommende Wochenanfang. Welch Überraschung, welch Überraschung.

Verfasst: Mittwoch 12. März 2008, 22:37
von Tarja Lycron
Sie musste all ihre Kraft zusammennehmen um nicht doch davonzulaufen. Wie schnell konnte sich alles bitte wenden? 20 Jahre hatte sie alleine gelebt. 20 Jahre hatte sie in eisiger Kälte verbracht. Nie hatte sie jemanden an ihrer Seite benötigt. Wozu denn auch? Sie hatte sich so alles selbst beigebracht. Und das hatte nie und nimmer geschadet.

Sie erinnerte sich noch an den Tag ihrer Aufnahme. Nein, vielmehr fing es schon vorher an. Das Aufnahmegespräch, aber jenes war nicht groß von Bedeutung. Damals hatte sie ja noch gar keine Ahnung, was alles auf sie zukommen würde. Alles war ihr so fremd gewesen und doch hatte sie sich zuhause gefühlt. So, als wäre sie dort angekommen, wo sie hingehörte. Mit all ihrer Leidenschaft. Bis heute hatte sie keinen Schritt bereut, keinen einzigen. Auch wenn sich die eine oder andere Aufgabe als schwer erwies.


Die letzten Tage hatte sie sich oftmals mit der neuesten Aufgabe auseinandergesetzt. Bücher gelesen, aber sie fand nichts. Keinen einzigen Hinweis. Vermutlich konnten ihnen wirklich nur die Templer weiterhelfen. Mit den Fingerspitzen glitt sie über die Seiten des Buches, aber es war nichts darauf zu finden, nichts. Sie legte ihren Blick wieder auf die Wand und ihre Gedanken schweiften erneut ab.


"Aber ich habe dich beobachtet!" Beobachtet also, auf sie abgesehen?
"Ich erinnere mich an unser erstes Gespräch welches wir führten!" Sie hatte die Augen geschlossen, aufgrund ihrer Erinnerungen zuckten ihre Mundwinkel hinauf.
"Grenzen überschreiten... ich erinnere mich!" Richtig. Jenes Thema war es, über welches sie sich unterhielten. Grenzen überschreiten. Damals dachte sie, es würde bei diesen einen Kuss bleiben und dennoch fragte sie sich, was in seinem Kopf vorging. "Ich war sehr gespannt auf jene junge Dame... wie weit sie gehen würde..." - Ja, sie war weiter gegangen als sie gehen wollte. Dabei war es anfangs ein dummes Spiel gewesen, welches sie spielen wollte. Ohne tieferen Hintergrund, ohne weiteres Verlangen. "An jenem Abend...hast du mein Interesse geweckt, woraus sich dann immer mehr entwickelte von Zeit zu Zeit." Mehr entwickelte, da konnte er durchaus Recht haben. Manchmal gab es Dinge, die konnte man so nicht vorhersehen. Aber vielleicht war gerade jenes Unberechenbare das, was sie ausmachen würde?
Sie dachte an den Abend zurück, an die Atmosphäre, an die Situation, als sie sich das Handgelenk mit dem Dolch aufschnitt um ihn von ihrem Blut trinken zu lassen. Dinge, die sie vermutlich unter anderen Umständen nie getan hätte. Und dann der Kuss, der ihre Lippen in Sünde getränkt hatten.


Sie wurde aus den Gedanken gerissen, als eine der Katzen auf die Ablage des Schreibtisches gesprungen war. "Hast du mich erschreckt, meine Güte." Kurz streichelte sie der grau getigerten Katze über den Rücken, die sich sogleich an ihre Hand schmiegte und nach mehr Streicheleinheiten bettelte. Sie setzte jene jedoch auf dem Boden ab. Die Kerzen flackerten um sie herum. Der nächtliche Streit hatte ihr doch mehr zugesetzt als sie zugeben wollte. Sie hatte vorhin keine Lust gehabt, mit irgend etwas über Lucan zu reden. Ihre Laune war miserabel und das hatte er seiner Ordensschwester zu verdanken. Sie hasste es also zu warten. Bis vor ein paar Tagen wusste nicht einmal irgendwer von ihrer Existenz und dann fühlte sie sich genervt darin zu warten? Manche Menschen konnte sie nicht verstehen und sie wollte es auch nicht.

"Eigentlich hätte ich dich noch gerne auf ein Glas Wein eingeladen in mein Heim!" Ihre Mundwinkel rückten bei den Gedanken hinauf. Ein Glas Wein also. Sie wusste noch ganz genau, wie zurückhaltend sie anfangs war. Immerhin hatte sie einen sehr starken Konflikt mit sich auszutragen - er war ihr Lehrer, sie seine Schülerin. Und es gab Dinge, die für sie einfach nie von Wichtigkeit waren - beispielsweise einen Menschen als stetigen Begleiter an ihrer Seite. Sie hatte damals gesehen, was jenes aus ihrer Mutter gemacht hatte und das konnte sie nicht zulassen. Aber war es dafür nicht längst zu spät? Längst hatte sie seine Fährte aufgenommen und folgte jener.


Sie sah auf den Ring an ihrem Finger. Ja. Mittlerweile war es geschehen. Sie hatten ihren Bund vor und von Alatar segnen lassen. Sie waren nun eine Einheit, die durch ihre Zusammenarbeit unter anderem Alatar von Nutzen war. Tarja Linari. Sie musste sich dran gewöhnen ihre Briefe fortan mit jenem Nachnamen zu unterzeichnen. Tarja Linari, Adepta Linari. Sie musste selbst ihr Gehör schulen, um auf jene Worte zu reagieren. So schnell konnte es gehen und so schnell wurde man eins. Nun war es an ihnen, die Leitsätze auszutragen und ihren weiteren Weg gemeinsam einzuschlagen. Sie blickte auf die Wunde an ihrer Hand. Jene war verschlossen und dennoch zeichnete sie sich in einem wunderschönen dunkelrot in ihrer Handfläche ab. Sie hatte ihr Blut mit Lucans Blut vereint und so wurden auch sie zu einem Stück. So musste es sein und so würden sie ihr Leben nun weiterleben.
Mit einem Seufzen schlug sie das Buch zu und begab sich zu Bett. Das erste Mal, dass sie nach langer Zeit nicht mehr in gemeinsamen Betten schlafen sollten. Sie war einer üblen Laune ausgesetzt und wollte einfach nichts weiter hören. Er wusste genau, dass er sie bloßgestellt hatte und das vor den anderen Adepten und dazu noch vor jener, der sie eh schon einiges an Skepsis gegenüberbrachte. Tarja legte sich in das Bett, die Decke bis zum Kinn gezogen. Es hatte ein neues Zeitalter begonnen, auch, wenn es sich noch furchtbar neu anfühlte. Aber eines stand fest:

Das Böse schlief nie. Und das Böse wurde gerade neu definiert.

Verfasst: Freitag 14. März 2008, 02:37
von Lucan Linari
Nochmals wurde das Jacket zurechtgezupft, der Schwertgurt überprüft, in dem ein ganz besonderer Rapier steckt. Eine kleine Schatulle wanderte in seine Tasche - dann war er bereit.
Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen und hüllte die ganze Stadt in ein rötlich schimmerndes Licht, während er aus der Tür hinaus trat und den kleinen Gang entlang lief. Seine Gedanken liefen immer wieder Kreise – Hatte er auch an alles gedacht? Würde er alles richtig machen, während der Zeremonie? – die Ringe ruhten in seiner Tasche, die Kleidung saß… nur fehlte noch jemand. Seine Braut.
Kaum sind jene Gedanken in seinem Kopf verklungen, kam sie um die Ecke.
Völlig in Gedanken jedoch liefen sie ineinander, doch zauberte jene plötzliche Kollision lediglich ein Lächeln auf deren Lippen, welche jedoch hinter pechschwarzen Ledermasken verborgen waren. Wenige Worte wurden gewechselt, lange Blicke ausgetauscht ehe sie sich aufmachten und dem Tempel entgegen gingen, welcher, immer größer werden, vor ihren Augen erstrahlte.
Sie stiegen die lange Treppe hinauf – oben hielten sie für ein paar Augenblicke inne, dann jedoch stiegen sie Treppen, getrennt voneinander, hinab, welche sie in die große Halle führten, wo sie sich wieder trafen.
Wie die Disziplin es verlangte, standen sie aufrecht da bis der Templer vor sie trat.
Nach einigen Worten geleitete er sie in die Tiefen des Tempels bis hin zu einem Ort, der wohl einer alten Kirche gleich kam, doch fehlten einzelne Teile des Daches, durch welches die rot glühende Sonne den Raum erleuchtete. Vor den Stufen traten Lucan und Tarja nebeneinander – vor ihnen der ehrenwerte Templer.
Immer wieder ballte Lucan seine Hand zur Faust und entspannte jene wieder – vielleicht ein Zeichen der Nervosität, die nur jemand erhaschen konnte, welcher sich näher mit ihm beschäftigt hatte. Erschien er den meisten doch immer so distanziert und arm an Emotionen.
Seine Augen wanderten wichen von ihr, als der Templer begann zu sprechen – seine Worte bannten seine Aufmerksamkeit, doch blieben immer noch einzelne Gedanken in seinem Kopf.
Konnte er seiner Freude doch keinen Ausdruck verleihen vor den Augen des Templers – ein Schmunzeln war schon das höchste der Emotionen, welches er sich vor ihm wagte zu zeigen, obwohl er so viel mehr empfand…
Zwei persönliche Dinge, nahm der Templer an sich, um sie kurz darauf jene in einem kochenden Blutbad zu verbrennen, damit jene Vergangenheit, welche sie damit verbanden, abgeschlossen sei.

Hass! - Rachsucht! - Zorn! - Ehrfurcht! - Macht! - Stärke!

Worte die Lucan nur zu gut kannte und schätzte, auch wenn ihm in jenem Moment andere Gefühle ihn beherrschten. War es doch die Frau, die er liebte neben sich – seine Frau.
Manch einer kann sicherlich nicht verstehen, dass es selbst für einen Arkorither möglich ist zu lieben, ohne dass er weich wird oder dass plötzlich ‚netter’ wird. Aber doch… er war sich sicher, dass er mit ihr und dem Orden noch einiges vollführen könnte, was jeden Zweifel ersticken würde.
Nun war es soweit – sie sollten nun für immer vereinigt werden, ebenso wie ihr Blut. Der Templer fügte jedem von ihnen einen leichten Schnitt inmitten ihrer Handflächen zu, wonach sie ihre Hände ineinander geschoben haben, damit sich ihr Blut vermischen würde.
Kurz darauf zog er eine kleine Schatulle hervor, in der zwei Ringe ruhten. Jeder nahm einen an sich, um sie sich gegenseitig anzustecken. Daraufhin hielten beide inne und sahen sich gegenseitig in die Augen. Wie gerne hätte er sie geküsst, doch schickte es sich nicht vor den Augen Alatars.
Sie wurden kurz darauf hinaus geführt aus den heiligen Gemäuern und nochmals vom Templer verabschiedet, ehe er sie , wie neu geboren, in die Freiheit entließ. Genehmigten sie sich doch noch ein kleines Mahl in der Taverne der heiligen Stadt, ehe sie sich letztlich zurückzogen.

Verfasst: Freitag 6. Juni 2008, 13:44
von Tarja Lycron
Eine Weile war nun schon vergangen, als sie den Bund der Ehe eintraten. Immer fester hatten sie sich zu einer Einheit zusammengeschlossen, immer gleicher wurde ihr Denken und ihr Tun. Jenes kristallisierte sich immer und immer wieder heraus, wenn sie mit ihm sprach. Ihr Leben entwickelte sich gleicher als gleich.

Sie hatte längst eine weitere Stufe der Macht erreicht und stand nun mit ihrem Liebsten auf gleicher Stufe. Und doch erinnerte sie sich so oft daran, wie es war, als sie noch neu war. Und bald? Bald würden die neuen Schüler des Ordens ankommen. Sie würden genauso ruhig und verschüchtert sein wie sie am Anfang. Und recht bald würde sich herauskristallisieren, wer für jenen Weg wirklich geeignet war und wer nicht. Ein Spiel mit dem Feuer.

Recht bald würde Tarja ihre Krallen ausfahren und das testen, was sie als Aufgabe bekam. Noch immer hatte sie Lucan nichts von alledem erzählt, immerhin hatte sie Lanaya dieses Versprechen gegeben. Bald würde es soweit sein. Sie suchte förmlich nach Opfern ... Bis dahin hatte sie sich um das zu kümmern, was sie zuhause vorfand ... einen Teil ihres Lebens.




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