Verfasst: Sonntag 24. Februar 2008, 17:23
Der Abend hatte anfangs so schön begonnen. Sie kam nach Hause, auch wenn sie nicht viel gesagt hatte war sie froh gewesen, wieder in den trauten vier Wänden zu ruhen. Eine Schützin musste ihr das Leben vor einem Höllenhund retten, der sie sonst womöglich zerfleischt hätte. Schnelle, unberechenbare Tiere - wie ihr nun selber bewusst geworden war. Tarja wusste nicht, ob sie sich bedanken sollte, aber ein anerkennendes Nicken wurde jener Schützin zuteil.
Zuhause hatte sie die Türe zum Schlafzimmer mit den Füßen aufgestoßen, welche krachend gegen die Wand saußte, von dort wieder abprallte und hinter ihr krachend ins Schloß saußte. Der Abend verlief auch weiterhin recht nett und entspannend, ein wohltuendes Bad, traute Zweisamkeit und sehr viel Ruhe. Entspannung, das war etwas, was sie benötigte. Aber irgendwie ging der Abend anders zuende als sie erwartete. Sie lagen nebeneinander im Bett, sie war längst in ihre Schlafkleidung gehüllt, wobei ihn nichts weiter umgab als Luft und ein leichter Film des Wassers, der seine Haut in einem sanften Licht schimmern ließ. Die nassen Haare hingen ihm in Strähnen ins Gesicht. Nachdem er ihr eine Gute Nacht gewünscht hatte, drehte sie sich murrend um und zog die Decke bis zum Kinn. Es war so klar, sie waren eben doch alle gleich. Erst ihren Spaß haben und dann schlafen. Im Halbschlaf murrte sie ihm jenes entgegen.
"Du bist mehr als das... du wirst schon sehen." Ja, natürlich. Sie würde sehen. Sehen, dass sie auch noch seine Putzfrau und Gespielin für seine Launen war? Ach, sie hatte sich doch längst damit abgefunden, nur sein Betthäschen zu sein. Nicht, dass sie es als negativ empfand, aber ernüchternd war es schon, dass sie nichts weiteres sein sollte. Sie drückte sich im Halbschlaf aus dem Bett und schlurfte zur Türe. "Ich hol mir was zu trinken." - Mit den Worten verließ sie die Räumlichkeiten und ging ins Erdgeschoss hinauf.
Das Wasser, welches sie sich in das Glas eingegossen hatte, rann ihren Rachen hinunter und kühlte ihre brennenden Gedanken. Leise vernahm sie hinter sich ihren Namen, was sie unmittelbar dazu verleiten ließ, über die Schulter zurückzublicken und das Glas abzusetzen. "Was sagte ich noch, wer kriegt einen Schlüssel für dieses Haus? - Sicherlich kein Betthäschen" - "Ein Betthäschen, dem du vertraust?" Ihre Worte waren kühl und trocken, ganz anders als sie es von sich selbst kannte, wenn sie mit ihm sprach. Ein erneuter Schluck Wasser fand den Weg ihrer Kehle. "Ich vertraue nicht vielen Menschen... nur Dir, um genau zu sein." Sie nickte zu seinen Worten, während ein weiterer Schluck Wasser ihre Lippen benetzte. Er sprach noch weiter und bei seinen weiteren Worten seufzte sie innerlich und verdrehte ebenso die Augen. Ruckartig drehte sie sich zu ihm, das Glas ging dabei klirrend auf den Boden. "Ohh, ich bitte dich...!" Sie schürzte ihre Lippen kurz. Innerlich war sie wieder an dem Punkt, an dem alles drohte aufzubrechen. "Ich höre?" Aber nein, sie hatte keine Lust wieder in langen Diskussionen zu versinken. "Nichts, ist schon gut. Geh schlafen." Sie stellte das Glas auf die Ablage zurück und sah ihn an, als er näher zu ihr trat. Er wollte es geklärt haben, aber sie fragte ihn nur, ob er jemals zuvor einem Menschen so vertraut hatte und er verneinte. Nicht so, nicht in der Form hatte er vorher jemandem vertraut. "Dann solltest du überlegen, was du zuvor getan hast - und was du gerade tust." Mit den Worten verließ sie die Küche und eilte die Treppen hinauf zu der Kommode. Was er denn gerade tun würde fragte er sie, aber sie gab ihm keine Antwort darauf. Er sollte selbst draufkommen. Er sollte selbst bemerken, was für ein Rindvieh er war. Er sollte selbst bemerken dass es so nicht weitergehen würde. Nicht so. "Ich wollte nie, dass du das Gefühl bekommst für mich nur ein Betthäschen zu sein." Sie legte die Türen des Schrankes zurück ins Schloss, nachdem sie sich die silberne Kette um den Hals gelegt hatte und ihr Kleid übergezogen hatte. Dann erst ging sie zu ihm, der Stab ruhte längst in ihrer Hand. Sie war quasi bereit zu gehen. "Ach, ich kann ganz gut damit leben - weisst du." Er sah sie an, schüttelte den Kopf. "Nein, kannst du nicht. Lüg mich nicht an..." Tja, wie recht er doch damit hatte. Sie wollte weitaus mehr sein als nur sein 'Betthäschen', das hatte sie ihm schon lange vorher gesagt. Aber warum sollte sie das wiederholen, worauf sie damals nicht eine Reaktion erhalten hatte? Und sie? Sie sollte ihn nicht belügen? "Oh ich bitte dich, ich war zu dir ehrlicher als je zu einem anderen Menschen zuvor." Sie wusste, es würden endlose Diskussionen werden. Aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass sich die Lage so zuspitzen würde. Sie wollte nur raus, sie wollte nur eine Nacht in der Burg verbringen. "Geh nicht.. ich bitte dich."
Was erwartete er denn bitte? Dass sie alles mit sich machen ließ und weiter diejenige war, die sich quälte? Sie schüttelte nur den Kopf, ein Seufzen folgte diesem umgehend. Sie versuchte an ihm vorbei zu kommen, doch legte er seine Hand an die Wand um ihr den Weg zu versperren. "Geh nicht..." flüsterte er. Er sollte einfach drüber nachdenken. Er ließ resignierend den Arm sinken und sie zog sich die Kapuze ins Gesicht. "Zeig mir deine Hand." Was wollte er nun? Sie reckte ihm die Hand entgegen, wenngleich er ihr die beiden Schlüssel in die Hand legte. Gut, dass er sie daran erinnert hatte. Sie friemelte die Schlüssel auseinander, den Schlüssel zum Zimmer in ihrer Burg nahm sie an sich, den Schlüssel für das Haus legte sie auf den Schreibtisch. "Du hast etwas vergessen..." Seine Worte erreichten sie zwar, doch zog sie sich nur noch die Handschuhe über und deutete durch den Türrahmen. "Nimm den Schlüssel mit - du wirst in brauchen." Sie würde ihn dann mit sich nehmen, wenn es an der Zeit dafür war - und das war es gerade nicht. Sie wusste, wenn sie nun gehen würde, würden sich ihre Wege vorerst trennen. Sie ging die Stufen hinab, im Hinabgehen überlegte sie, ob sie ihm noch etwas sagen wollte, aber sie ließ es bleiben. Vielleicht würde er irgendwann zur Vernunft kommen und sehen, was sie sah. Fühlen, was sie fühlte. Spüren, was sie spürte. In der Küche angekommen nahm sie noch ein wenig zu Essen und eine Flasche Wein mit. Aber er folgte ihr. Wieder verstrickten sie sich in ein Gespräch. "Ich hab das Leben verflucht... allein zu Leben versucht. Und jetzt geht es nicht mehr ohne dich. Und das Einzige, was du konntest - war schweigen. Ein Schweigen, dass ihn mir alles brechen lies." Sie setzte ihren Weg fort, er jedoch entgegnete ihr, dass er nicht mehr ohne sie sein wollte. Sie wollte nicht mehr, sie hatte keine Lust mehr sich hier weiter aufzuhalten und sinnlose Diskussionen über sich ergehen zu lassen. Sie hatte ihm alles gesagt, auf jede Frage hin die sich ihm stellte, sagte sie ihm das. Sie hatte ihm längst alles gesagt gehabt. "Verzeih mir..." Sie sah ihn nur noch kurz an, ehe sie ihm sagte, dass sie die restlichen Sachen die nächsten Tage abholen würde. Er kramte in seiner Tasche und hielt ihr eine kleine Schatulle entgegen. "Die war für dich."
Eine Schatulle? Für sie? Was hatte er darin? Gift um sie umzubringen? Einen Dolch, um ihr das Leben zu nehmen? Sie ging von etwas Lebensbedrohlichem aus - soviel war sicher. Warum wusste sie auch nicht. "Was ist das?"
- "Ein Geschenk - für dich. Ich wollte nur den richtigen Zeitpunkt abwarten."
Sie öffnete die Schatulle vorsichtig und wagte einen Blick hineinzuwerfen. Sie klappte jene ganz auf, als sie dort einen Ring aus hochkarätigem Gold vorfand, auf jenem ein kleiner Stein angebracht war. "Ja, es ist das, wonach es aussieht." So ganz schien sie aber noch immer nicht verstehen zu wollen. Erst war er versucht zu gehen, als sie jedoch ihr Wort unsicher erhob trat er wieder zu ihr mit einem Schmunzeln auf den Lippen. "Tarja..." Er streckte ihr eine Hand entgegen, die Innenfläche nach oben gestreckt wartete er auf ihre Hand, die sie nach einer Weile in seine legte. "Reich mir den Ring, bitte." Sie legte ihm jenen in seine freie Hand, worauf er sie wieder ansah und seine leisen Worte an sie richtete. "Tarja... schon als du dem Orden beigetreten bist, ist mir an Dir etwas aufgefallen, was meine Aufmerksamkeit ungemein auf dich zog. Ich habe dich lieben gelernt, obwohl ich dachte, dass ich dazu nicht mehr fähig sei... also..." er pausierte kurz, seine Pausen ließen darauf schließen, dass es ihm nicht gerade leicht gefallen war, sein Wort so in dieser Form an sie zu richten. "Willst du mich heiraten, Tarja? Mit mir hier wohnen... meinen Namen tragen?" Sie sah ihn an, tausend Gedanken huschten durch ihren Kopf und sie verstand erst gar nicht, was er da gesagt hatte. Stammelnd wiederholte sie ansatzweise seine Worte, ein langsames Nicken ging von ihm zu ihren Worten aus. Eine Weile blickte sie ihn weiter an, dann zog sie sich zu ihm und legte die Arme um seinen Nacken, um ihm einen sanften Kuss zu geben. Und sie gab ihm ihr Wort, nachdem sie sich von ihm gelöst hatte und sah ihn an. Ein warmes Lächeln zeichnete ihre Augen und sie schmiegte ihre warmen Hände an seine Wangen, wobei sie mit ihrem Daumen seine Augenwinkel entlang streichelte, um zu verhindern, dass sich ein salziger Weg über seine Wange bahnen würde. Er hob ihre Hand an und versiegelte seine Worte mit dem Ring, den er ihr an den Finger steckte. "Fortan gehör ich wohl dir." Ihre Mundwinkel zuckten etwas, während sie ihre Arme erneut um ihn legte. "So und nicht anders habe ich es mir gewünscht." Und er zog sie mit sich die Treppen hinauf, um sie zu Bett zu bringen. Sie schmiegte sich an seine Schulter, die Hand mit dem goldenen Ring am Finger legte sie auf seiner Brust ab.
"Tarja Linari - klingt ungewohnt."
- "Ja, aber - er klingt gut."
Zuhause hatte sie die Türe zum Schlafzimmer mit den Füßen aufgestoßen, welche krachend gegen die Wand saußte, von dort wieder abprallte und hinter ihr krachend ins Schloß saußte. Der Abend verlief auch weiterhin recht nett und entspannend, ein wohltuendes Bad, traute Zweisamkeit und sehr viel Ruhe. Entspannung, das war etwas, was sie benötigte. Aber irgendwie ging der Abend anders zuende als sie erwartete. Sie lagen nebeneinander im Bett, sie war längst in ihre Schlafkleidung gehüllt, wobei ihn nichts weiter umgab als Luft und ein leichter Film des Wassers, der seine Haut in einem sanften Licht schimmern ließ. Die nassen Haare hingen ihm in Strähnen ins Gesicht. Nachdem er ihr eine Gute Nacht gewünscht hatte, drehte sie sich murrend um und zog die Decke bis zum Kinn. Es war so klar, sie waren eben doch alle gleich. Erst ihren Spaß haben und dann schlafen. Im Halbschlaf murrte sie ihm jenes entgegen.
"Du bist mehr als das... du wirst schon sehen." Ja, natürlich. Sie würde sehen. Sehen, dass sie auch noch seine Putzfrau und Gespielin für seine Launen war? Ach, sie hatte sich doch längst damit abgefunden, nur sein Betthäschen zu sein. Nicht, dass sie es als negativ empfand, aber ernüchternd war es schon, dass sie nichts weiteres sein sollte. Sie drückte sich im Halbschlaf aus dem Bett und schlurfte zur Türe. "Ich hol mir was zu trinken." - Mit den Worten verließ sie die Räumlichkeiten und ging ins Erdgeschoss hinauf.
Das Wasser, welches sie sich in das Glas eingegossen hatte, rann ihren Rachen hinunter und kühlte ihre brennenden Gedanken. Leise vernahm sie hinter sich ihren Namen, was sie unmittelbar dazu verleiten ließ, über die Schulter zurückzublicken und das Glas abzusetzen. "Was sagte ich noch, wer kriegt einen Schlüssel für dieses Haus? - Sicherlich kein Betthäschen" - "Ein Betthäschen, dem du vertraust?" Ihre Worte waren kühl und trocken, ganz anders als sie es von sich selbst kannte, wenn sie mit ihm sprach. Ein erneuter Schluck Wasser fand den Weg ihrer Kehle. "Ich vertraue nicht vielen Menschen... nur Dir, um genau zu sein." Sie nickte zu seinen Worten, während ein weiterer Schluck Wasser ihre Lippen benetzte. Er sprach noch weiter und bei seinen weiteren Worten seufzte sie innerlich und verdrehte ebenso die Augen. Ruckartig drehte sie sich zu ihm, das Glas ging dabei klirrend auf den Boden. "Ohh, ich bitte dich...!" Sie schürzte ihre Lippen kurz. Innerlich war sie wieder an dem Punkt, an dem alles drohte aufzubrechen. "Ich höre?" Aber nein, sie hatte keine Lust wieder in langen Diskussionen zu versinken. "Nichts, ist schon gut. Geh schlafen." Sie stellte das Glas auf die Ablage zurück und sah ihn an, als er näher zu ihr trat. Er wollte es geklärt haben, aber sie fragte ihn nur, ob er jemals zuvor einem Menschen so vertraut hatte und er verneinte. Nicht so, nicht in der Form hatte er vorher jemandem vertraut. "Dann solltest du überlegen, was du zuvor getan hast - und was du gerade tust." Mit den Worten verließ sie die Küche und eilte die Treppen hinauf zu der Kommode. Was er denn gerade tun würde fragte er sie, aber sie gab ihm keine Antwort darauf. Er sollte selbst draufkommen. Er sollte selbst bemerken, was für ein Rindvieh er war. Er sollte selbst bemerken dass es so nicht weitergehen würde. Nicht so. "Ich wollte nie, dass du das Gefühl bekommst für mich nur ein Betthäschen zu sein." Sie legte die Türen des Schrankes zurück ins Schloss, nachdem sie sich die silberne Kette um den Hals gelegt hatte und ihr Kleid übergezogen hatte. Dann erst ging sie zu ihm, der Stab ruhte längst in ihrer Hand. Sie war quasi bereit zu gehen. "Ach, ich kann ganz gut damit leben - weisst du." Er sah sie an, schüttelte den Kopf. "Nein, kannst du nicht. Lüg mich nicht an..." Tja, wie recht er doch damit hatte. Sie wollte weitaus mehr sein als nur sein 'Betthäschen', das hatte sie ihm schon lange vorher gesagt. Aber warum sollte sie das wiederholen, worauf sie damals nicht eine Reaktion erhalten hatte? Und sie? Sie sollte ihn nicht belügen? "Oh ich bitte dich, ich war zu dir ehrlicher als je zu einem anderen Menschen zuvor." Sie wusste, es würden endlose Diskussionen werden. Aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass sich die Lage so zuspitzen würde. Sie wollte nur raus, sie wollte nur eine Nacht in der Burg verbringen. "Geh nicht.. ich bitte dich."
Was erwartete er denn bitte? Dass sie alles mit sich machen ließ und weiter diejenige war, die sich quälte? Sie schüttelte nur den Kopf, ein Seufzen folgte diesem umgehend. Sie versuchte an ihm vorbei zu kommen, doch legte er seine Hand an die Wand um ihr den Weg zu versperren. "Geh nicht..." flüsterte er. Er sollte einfach drüber nachdenken. Er ließ resignierend den Arm sinken und sie zog sich die Kapuze ins Gesicht. "Zeig mir deine Hand." Was wollte er nun? Sie reckte ihm die Hand entgegen, wenngleich er ihr die beiden Schlüssel in die Hand legte. Gut, dass er sie daran erinnert hatte. Sie friemelte die Schlüssel auseinander, den Schlüssel zum Zimmer in ihrer Burg nahm sie an sich, den Schlüssel für das Haus legte sie auf den Schreibtisch. "Du hast etwas vergessen..." Seine Worte erreichten sie zwar, doch zog sie sich nur noch die Handschuhe über und deutete durch den Türrahmen. "Nimm den Schlüssel mit - du wirst in brauchen." Sie würde ihn dann mit sich nehmen, wenn es an der Zeit dafür war - und das war es gerade nicht. Sie wusste, wenn sie nun gehen würde, würden sich ihre Wege vorerst trennen. Sie ging die Stufen hinab, im Hinabgehen überlegte sie, ob sie ihm noch etwas sagen wollte, aber sie ließ es bleiben. Vielleicht würde er irgendwann zur Vernunft kommen und sehen, was sie sah. Fühlen, was sie fühlte. Spüren, was sie spürte. In der Küche angekommen nahm sie noch ein wenig zu Essen und eine Flasche Wein mit. Aber er folgte ihr. Wieder verstrickten sie sich in ein Gespräch. "Ich hab das Leben verflucht... allein zu Leben versucht. Und jetzt geht es nicht mehr ohne dich. Und das Einzige, was du konntest - war schweigen. Ein Schweigen, dass ihn mir alles brechen lies." Sie setzte ihren Weg fort, er jedoch entgegnete ihr, dass er nicht mehr ohne sie sein wollte. Sie wollte nicht mehr, sie hatte keine Lust mehr sich hier weiter aufzuhalten und sinnlose Diskussionen über sich ergehen zu lassen. Sie hatte ihm alles gesagt, auf jede Frage hin die sich ihm stellte, sagte sie ihm das. Sie hatte ihm längst alles gesagt gehabt. "Verzeih mir..." Sie sah ihn nur noch kurz an, ehe sie ihm sagte, dass sie die restlichen Sachen die nächsten Tage abholen würde. Er kramte in seiner Tasche und hielt ihr eine kleine Schatulle entgegen. "Die war für dich."
Eine Schatulle? Für sie? Was hatte er darin? Gift um sie umzubringen? Einen Dolch, um ihr das Leben zu nehmen? Sie ging von etwas Lebensbedrohlichem aus - soviel war sicher. Warum wusste sie auch nicht. "Was ist das?"
- "Ein Geschenk - für dich. Ich wollte nur den richtigen Zeitpunkt abwarten."
Sie öffnete die Schatulle vorsichtig und wagte einen Blick hineinzuwerfen. Sie klappte jene ganz auf, als sie dort einen Ring aus hochkarätigem Gold vorfand, auf jenem ein kleiner Stein angebracht war. "Ja, es ist das, wonach es aussieht." So ganz schien sie aber noch immer nicht verstehen zu wollen. Erst war er versucht zu gehen, als sie jedoch ihr Wort unsicher erhob trat er wieder zu ihr mit einem Schmunzeln auf den Lippen. "Tarja..." Er streckte ihr eine Hand entgegen, die Innenfläche nach oben gestreckt wartete er auf ihre Hand, die sie nach einer Weile in seine legte. "Reich mir den Ring, bitte." Sie legte ihm jenen in seine freie Hand, worauf er sie wieder ansah und seine leisen Worte an sie richtete. "Tarja... schon als du dem Orden beigetreten bist, ist mir an Dir etwas aufgefallen, was meine Aufmerksamkeit ungemein auf dich zog. Ich habe dich lieben gelernt, obwohl ich dachte, dass ich dazu nicht mehr fähig sei... also..." er pausierte kurz, seine Pausen ließen darauf schließen, dass es ihm nicht gerade leicht gefallen war, sein Wort so in dieser Form an sie zu richten. "Willst du mich heiraten, Tarja? Mit mir hier wohnen... meinen Namen tragen?" Sie sah ihn an, tausend Gedanken huschten durch ihren Kopf und sie verstand erst gar nicht, was er da gesagt hatte. Stammelnd wiederholte sie ansatzweise seine Worte, ein langsames Nicken ging von ihm zu ihren Worten aus. Eine Weile blickte sie ihn weiter an, dann zog sie sich zu ihm und legte die Arme um seinen Nacken, um ihm einen sanften Kuss zu geben. Und sie gab ihm ihr Wort, nachdem sie sich von ihm gelöst hatte und sah ihn an. Ein warmes Lächeln zeichnete ihre Augen und sie schmiegte ihre warmen Hände an seine Wangen, wobei sie mit ihrem Daumen seine Augenwinkel entlang streichelte, um zu verhindern, dass sich ein salziger Weg über seine Wange bahnen würde. Er hob ihre Hand an und versiegelte seine Worte mit dem Ring, den er ihr an den Finger steckte. "Fortan gehör ich wohl dir." Ihre Mundwinkel zuckten etwas, während sie ihre Arme erneut um ihn legte. "So und nicht anders habe ich es mir gewünscht." Und er zog sie mit sich die Treppen hinauf, um sie zu Bett zu bringen. Sie schmiegte sich an seine Schulter, die Hand mit dem goldenen Ring am Finger legte sie auf seiner Brust ab.
"Tarja Linari - klingt ungewohnt."
- "Ja, aber - er klingt gut."