Verfasst: Mittwoch 9. April 2008, 17:56
Aus dem Tagebuch einer 7-jährigen
*ein kleines zerknülltes Stück Papier auf dem Waldboden – ein Brief? Die Schrift ist kindlich.. Einige Buchstaben größer als andere oder aber etwas verwackelt. An einigen Stellen jedoch kann man den Text nicht mehr erkennen, da der Kohlestift, mit dem der Text verfasst wurde, verwischt oder aber das Papier zerrissen ist. Es muss sich um ein Blatt aus einem Buch handeln – wohl eine Art Tagebuch*
Liebes Tagebuch,
Zwei Tage müssen vergangen sein, seitdem ich das Haus von Anna und Neil verlassen habe.
Sie waren sehr nett zu mir und haben sich gut um mich gekümmert, aber ich will nach Hause. Als ich vorgestern Morgen aufgewacht bin, habe ich aus dem Fenster meines Kämmerchens gesehen. Unten auf die Straße.. aber keiner der Leute, die vorbeigingen, schien mich bemerkt zu haben? Wahrscheinlich hat es keinen interessiert, und wenn schon, ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster sieht, was mag daran auch falsch sein?
Ich will nach Hause. Mein Magen knurrt! Ich habe heute noch nicht viel gegessen. Einen kleinen Laib Brot und ein Stückchen Ziegenkäse habe ich mir mitgenommen.. Der Käse ist leer.. und ein paar Brotkrumen habe ich schon, bevor ich ging an die Enten im Teich verfüttert. Woher sollte ich auch wissen, dass ich einen so großen Hunger habe. Ob ich mir ein paar Kekse hätte mitnehmen sollen? So oder so ist es egal, ich habe nicht mehr viel Essen..
Ich will nach Hause. Mama und Papa sind wahrscheinlich böse auf mich. Und Tante Juli macht sich große Sorgen, dass ich sooo.. lange fortgeblieben bin. Wie lange?! Ich glaube es waren schon ein paar Monde.. Und es war die letzte Nacht ziemlich kalt. Sowie jetzt auch. Durch die Blätterkronen der Bäume fällt eben nur an manchen Stellen Licht bis zum Boden. Und selbst der ist nicht gerade so warm, als würde ich vor dem Kamin daheim sitzen!
Nein, ich muss auf dem kalten Boden sitzen.. da Blätter, dort Blätter und mal ein kleinerer oder größerer Stein.. Mein Arm tut weh! Ich habe mir vorhin als ich durch ein paar Büsche geschlüpft bin den Ellenbogen aufgeschürft.. geblutet hat es nicht. Aber wehgetan!
Ich will nach Hause.. Ich hab Heimweh! Zumindest.. glaub ich das?
Alleine war ich noch nie so lange fort und auch so weit weg von daheim. Niemand ist da.. nur mein Teddy, den mir Marie gegeben hat, als ich zu Tante Juli gereist bin, und der mich beschützt, wenn ich schlafen gehe. Und Angst! Ja, Angst habe ich, wenn es dunkel wird. Ich wünsche mir bald wieder daheim zu sein und wieder mit Marie zu spielen, von Tante Juli in die Arme genommen zu werden, und Mama und Papa...
*der Rest des Zettels ist zu einem Teil unleserlich oder gänzlich zerrissen. Der Wind wird das Papierknäuel wohl schon fortgetragen haben, sodass man nicht mehr genau sagen kann, wann oder wo ihm das Kind aus der Tasche gefallen war. Einige Menschen waren sicherlich schon an diesem Zettel vorbeigekommen. Unachtsam oder in ihrer Eile haben sie das Knäuel übersehen oder ignoriert. Bis ein aufmerksamer Bürger es finden und aufheben wird*
*ein kleines zerknülltes Stück Papier auf dem Waldboden – ein Brief? Die Schrift ist kindlich.. Einige Buchstaben größer als andere oder aber etwas verwackelt. An einigen Stellen jedoch kann man den Text nicht mehr erkennen, da der Kohlestift, mit dem der Text verfasst wurde, verwischt oder aber das Papier zerrissen ist. Es muss sich um ein Blatt aus einem Buch handeln – wohl eine Art Tagebuch*
Liebes Tagebuch,
Zwei Tage müssen vergangen sein, seitdem ich das Haus von Anna und Neil verlassen habe.
Sie waren sehr nett zu mir und haben sich gut um mich gekümmert, aber ich will nach Hause. Als ich vorgestern Morgen aufgewacht bin, habe ich aus dem Fenster meines Kämmerchens gesehen. Unten auf die Straße.. aber keiner der Leute, die vorbeigingen, schien mich bemerkt zu haben? Wahrscheinlich hat es keinen interessiert, und wenn schon, ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster sieht, was mag daran auch falsch sein?
Ich will nach Hause. Mein Magen knurrt! Ich habe heute noch nicht viel gegessen. Einen kleinen Laib Brot und ein Stückchen Ziegenkäse habe ich mir mitgenommen.. Der Käse ist leer.. und ein paar Brotkrumen habe ich schon, bevor ich ging an die Enten im Teich verfüttert. Woher sollte ich auch wissen, dass ich einen so großen Hunger habe. Ob ich mir ein paar Kekse hätte mitnehmen sollen? So oder so ist es egal, ich habe nicht mehr viel Essen..
Ich will nach Hause. Mama und Papa sind wahrscheinlich böse auf mich. Und Tante Juli macht sich große Sorgen, dass ich sooo.. lange fortgeblieben bin. Wie lange?! Ich glaube es waren schon ein paar Monde.. Und es war die letzte Nacht ziemlich kalt. Sowie jetzt auch. Durch die Blätterkronen der Bäume fällt eben nur an manchen Stellen Licht bis zum Boden. Und selbst der ist nicht gerade so warm, als würde ich vor dem Kamin daheim sitzen!
Nein, ich muss auf dem kalten Boden sitzen.. da Blätter, dort Blätter und mal ein kleinerer oder größerer Stein.. Mein Arm tut weh! Ich habe mir vorhin als ich durch ein paar Büsche geschlüpft bin den Ellenbogen aufgeschürft.. geblutet hat es nicht. Aber wehgetan!
Ich will nach Hause.. Ich hab Heimweh! Zumindest.. glaub ich das?
Alleine war ich noch nie so lange fort und auch so weit weg von daheim. Niemand ist da.. nur mein Teddy, den mir Marie gegeben hat, als ich zu Tante Juli gereist bin, und der mich beschützt, wenn ich schlafen gehe. Und Angst! Ja, Angst habe ich, wenn es dunkel wird. Ich wünsche mir bald wieder daheim zu sein und wieder mit Marie zu spielen, von Tante Juli in die Arme genommen zu werden, und Mama und Papa...
*der Rest des Zettels ist zu einem Teil unleserlich oder gänzlich zerrissen. Der Wind wird das Papierknäuel wohl schon fortgetragen haben, sodass man nicht mehr genau sagen kann, wann oder wo ihm das Kind aus der Tasche gefallen war. Einige Menschen waren sicherlich schon an diesem Zettel vorbeigekommen. Unachtsam oder in ihrer Eile haben sie das Knäuel übersehen oder ignoriert. Bis ein aufmerksamer Bürger es finden und aufheben wird*