Aus dem Tagebuch einer 7-jährigen
*ein kleines zerknülltes Stück Papier auf dem Waldboden – ein Brief? Die Schrift ist kindlich.. Einige Buchstaben größer als andere oder aber etwas verwackelt. An einigen Stellen jedoch kann man den Text nicht mehr erkennen, da der Kohlestift, mit dem der Text verfasst wurde, verwischt oder aber das Papier zerrissen ist. Es muss sich um ein Blatt aus einem Buch handeln – wohl eine Art Tagebuch*
Liebes Tagebuch,
Zwei Tage müssen vergangen sein, seitdem ich das Haus von Anna und Neil verlassen habe.
Sie waren sehr nett zu mir und haben sich gut um mich gekümmert, aber ich will nach Hause. Als ich vorgestern Morgen aufgewacht bin, habe ich aus dem Fenster meines Kämmerchens gesehen. Unten auf die Straße.. aber keiner der Leute, die vorbeigingen, schien mich bemerkt zu haben? Wahrscheinlich hat es keinen interessiert, und wenn schon, ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster sieht, was mag daran auch falsch sein?
Ich will nach Hause. Mein Magen knurrt! Ich habe heute noch nicht viel gegessen. Einen kleinen Laib Brot und ein Stückchen Ziegenkäse habe ich mir mitgenommen.. Der Käse ist leer.. und ein paar Brotkrumen habe ich schon, bevor ich ging an die Enten im Teich verfüttert. Woher sollte ich auch wissen, dass ich einen so großen Hunger habe. Ob ich mir ein paar Kekse hätte mitnehmen sollen? So oder so ist es egal, ich habe nicht mehr viel Essen..
Ich will nach Hause. Mama und Papa sind wahrscheinlich böse auf mich. Und Tante Juli macht sich große Sorgen, dass ich sooo.. lange fortgeblieben bin. Wie lange?! Ich glaube es waren schon ein paar Monde.. Und es war die letzte Nacht ziemlich kalt. Sowie jetzt auch. Durch die Blätterkronen der Bäume fällt eben nur an manchen Stellen Licht bis zum Boden. Und selbst der ist nicht gerade so warm, als würde ich vor dem Kamin daheim sitzen!
Nein, ich muss auf dem kalten Boden sitzen.. da Blätter, dort Blätter und mal ein kleinerer oder größerer Stein.. Mein Arm tut weh! Ich habe mir vorhin als ich durch ein paar Büsche geschlüpft bin den Ellenbogen aufgeschürft.. geblutet hat es nicht. Aber wehgetan!
Ich will nach Hause.. Ich hab Heimweh! Zumindest.. glaub ich das?
Alleine war ich noch nie so lange fort und auch so weit weg von daheim. Niemand ist da.. nur mein Teddy, den mir Marie gegeben hat, als ich zu Tante Juli gereist bin, und der mich beschützt, wenn ich schlafen gehe. Und Angst! Ja, Angst habe ich, wenn es dunkel wird. Ich wünsche mir bald wieder daheim zu sein und wieder mit Marie zu spielen, von Tante Juli in die Arme genommen zu werden, und Mama und Papa...
*der Rest des Zettels ist zu einem Teil unleserlich oder gänzlich zerrissen. Der Wind wird das Papierknäuel wohl schon fortgetragen haben, sodass man nicht mehr genau sagen kann, wann oder wo ihm das Kind aus der Tasche gefallen war. Einige Menschen waren sicherlich schon an diesem Zettel vorbeigekommen. Unachtsam oder in ihrer Eile haben sie das Knäuel übersehen oder ignoriert. Bis ein aufmerksamer Bürger es finden und aufheben wird*
Familientreffen
-
Emilie de Fouquet
Endlich daheim..
Mehrere Sonnenläufe waren vergangen und Emilie hatte scheinbar gänzlich die Orientierung verloren. Sie besaß das ungute Gefühl, der steinige Weg unter ihren Füßen führe sie im Kreis oder sie würde schon bald vor Hunger zusammenbrechen. Das letzte Stück Brot, hatte sie am Abend zuvor gegessen und sie wagte es nicht die Beeren der Sträucher auch nur anzurühren, da die Angst bestand sie wären giftig oder dergleichen.
Fest drückte das Mädchen ihren Teddybären an die Brust, als sie an einer Weggabelung angekommen war. Die Schilder waren verwittert und nur noch einzelne Buchstaben waren zu erkennen..
„Va...r...n...”
Mehr konnte sie den hölzernen Pfeilen nicht mehr entlocken. Sie vermutete und hoffte sogleich, dass die Lettern auf dem Schild ursprünglich den Namen der Stadt Varuna bildeten. Kurz nickte sie und sah ihren Bären erwartungsvoll an..
„Warum sagst du mir nicht in welche Richtung wir gehen sollen?“
Und in diesem Moment drängte sich dem Kind ein amüsiertes Schmunzeln auf. Noch einige Zeit lang stand sie vor den Pfeilen, der eine zeigte gen Westen, der andere in den Osten, und doch beschloss sie der verwitterten Inschrift zu folgen. Der Weg, auf dem sie lief, wurde nach einiger Zeit immer breiter und ihre Augen füllten sich mit Tränen der Freude. Bald würde sie wieder zu Hause sein! Endlich, wieder daheim! Freudig begann Emilie förmlich durch den Wald zu hüpfen und sie malte sich in ihrem Kopf aus, wie die Eltern wohl reagieren würden?
Ob sie allzu böse auf das Kind wären? Oder ob sie diese ebenfalls mit Tränen in den Augen empfangen würden? Wahrscheinlich machten sie sich so oder so große Sorgen – oder etwa nicht? Viele Fragen kamen in ihr auf – Viel zu viele – sodass sie versuchte diese sogleich wieder durch ein kurzes Kopfschütteln zu verdrängen.
Das Licht, welches durch das Blätterdach des Waldes fiel, schien nach jedem Schritt, den das Mädchen tat, heller zu werden, und bald schon führte sie der Weg raus.. raus aus den dunklen Wäldern, in denen sie die letzten Tage umhergeirrt war.
Emilie atmete tief durch und Erleichterung machte sich in ihr breit. Vor ihr erkannte sie die Mauern Varunas und wieder drückte sie ihren Teddy fest an sich – vor Freude!
Das Grinsen in ihrem Gesicht wurde breiter und sie tänzelte fast schon den Rest des Weges entlang, die Sonnenstrahlen genießend.
Sie machte sich also auf den Weg, an Varuna vorbei, in Richtung Rahal, wo das Haus ihrer Eltern stand und sie diese hoffentlich schon sehnsüchtig erwarteten..
„Endlich wieder daheim..“
Mehrere Sonnenläufe waren vergangen und Emilie hatte scheinbar gänzlich die Orientierung verloren. Sie besaß das ungute Gefühl, der steinige Weg unter ihren Füßen führe sie im Kreis oder sie würde schon bald vor Hunger zusammenbrechen. Das letzte Stück Brot, hatte sie am Abend zuvor gegessen und sie wagte es nicht die Beeren der Sträucher auch nur anzurühren, da die Angst bestand sie wären giftig oder dergleichen.
Fest drückte das Mädchen ihren Teddybären an die Brust, als sie an einer Weggabelung angekommen war. Die Schilder waren verwittert und nur noch einzelne Buchstaben waren zu erkennen..
„Va...r...n...”
Mehr konnte sie den hölzernen Pfeilen nicht mehr entlocken. Sie vermutete und hoffte sogleich, dass die Lettern auf dem Schild ursprünglich den Namen der Stadt Varuna bildeten. Kurz nickte sie und sah ihren Bären erwartungsvoll an..
„Warum sagst du mir nicht in welche Richtung wir gehen sollen?“
Und in diesem Moment drängte sich dem Kind ein amüsiertes Schmunzeln auf. Noch einige Zeit lang stand sie vor den Pfeilen, der eine zeigte gen Westen, der andere in den Osten, und doch beschloss sie der verwitterten Inschrift zu folgen. Der Weg, auf dem sie lief, wurde nach einiger Zeit immer breiter und ihre Augen füllten sich mit Tränen der Freude. Bald würde sie wieder zu Hause sein! Endlich, wieder daheim! Freudig begann Emilie förmlich durch den Wald zu hüpfen und sie malte sich in ihrem Kopf aus, wie die Eltern wohl reagieren würden?
Ob sie allzu böse auf das Kind wären? Oder ob sie diese ebenfalls mit Tränen in den Augen empfangen würden? Wahrscheinlich machten sie sich so oder so große Sorgen – oder etwa nicht? Viele Fragen kamen in ihr auf – Viel zu viele – sodass sie versuchte diese sogleich wieder durch ein kurzes Kopfschütteln zu verdrängen.
Das Licht, welches durch das Blätterdach des Waldes fiel, schien nach jedem Schritt, den das Mädchen tat, heller zu werden, und bald schon führte sie der Weg raus.. raus aus den dunklen Wäldern, in denen sie die letzten Tage umhergeirrt war.
Emilie atmete tief durch und Erleichterung machte sich in ihr breit. Vor ihr erkannte sie die Mauern Varunas und wieder drückte sie ihren Teddy fest an sich – vor Freude!
Das Grinsen in ihrem Gesicht wurde breiter und sie tänzelte fast schon den Rest des Weges entlang, die Sonnenstrahlen genießend.
Sie machte sich also auf den Weg, an Varuna vorbei, in Richtung Rahal, wo das Haus ihrer Eltern stand und sie diese hoffentlich schon sehnsüchtig erwarteten..
„Endlich wieder daheim..“
-
Gerard de Fouquet
Einmal mehr ging Gerard die Gassen und Straßen Rahals entlang um nach dem Rechten zu sehen und die Gardisten zu kontrollieren und Berichte anzuhören.
Erst dachte er hätte es mit einem schmächtigen Zwerg zu tun als er die kleine Gestalt aus den Augenwinkeln um eine Ecke huschen sah. Naturlich wollte er diesen Sohn Cirmias sogleich der Stadt verweisen oder zumindest herausfinden was diesen hierher treibe.
Doch als er um die Ecke bog, staunte er nicht schlecht, als er in dem kleinen Wesen, dass sich wohl etwas ratlos auf der Kreuzung stand und sich unschlüssig umsah, ein kleines, zerzaustes Mädchen erkannte, welches ihm auch noch sehr vertraut vorkam.
Als sich das Mädchen dann umdrehte bekam er vor freudiger Überraschung nöch größere Augen. Auch sie hatte ihn erkannt und lief ihm mit einem lauten "Papi" auf den Lippen in die Arme. Emilie hatte wieder zurück gefunden. Endlich konnte er nach so langer Zeit seine Tochter wieder in die Arme nehmen.
Später, nach der Übung der Garde, Emilie und Madeleine schliefen schon lange, lag er noch lange wach und dachte nach. Wie sollte es nun weiter gehen? Wie sollte er seinen Dienst am Herrn und für die heilige Stadt nun weiter führen ohne seine Tochter noch mehr in Gefahr zu bringen? Und was noch wichtiger war, wie könnte er verhindern, dass seine Feinde versuchen würden, ihn mit Emilie unter Druck zu setzen?
Erst dachte er hätte es mit einem schmächtigen Zwerg zu tun als er die kleine Gestalt aus den Augenwinkeln um eine Ecke huschen sah. Naturlich wollte er diesen Sohn Cirmias sogleich der Stadt verweisen oder zumindest herausfinden was diesen hierher treibe.
Doch als er um die Ecke bog, staunte er nicht schlecht, als er in dem kleinen Wesen, dass sich wohl etwas ratlos auf der Kreuzung stand und sich unschlüssig umsah, ein kleines, zerzaustes Mädchen erkannte, welches ihm auch noch sehr vertraut vorkam.
Als sich das Mädchen dann umdrehte bekam er vor freudiger Überraschung nöch größere Augen. Auch sie hatte ihn erkannt und lief ihm mit einem lauten "Papi" auf den Lippen in die Arme. Emilie hatte wieder zurück gefunden. Endlich konnte er nach so langer Zeit seine Tochter wieder in die Arme nehmen.
Später, nach der Übung der Garde, Emilie und Madeleine schliefen schon lange, lag er noch lange wach und dachte nach. Wie sollte es nun weiter gehen? Wie sollte er seinen Dienst am Herrn und für die heilige Stadt nun weiter führen ohne seine Tochter noch mehr in Gefahr zu bringen? Und was noch wichtiger war, wie könnte er verhindern, dass seine Feinde versuchen würden, ihn mit Emilie unter Druck zu setzen?
Zuletzt geändert von Gerard de Fouquet am Dienstag 15. April 2008, 18:06, insgesamt 1-mal geändert.