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Verfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 19:40
von Falk Hinrah
Müde blinzelte er in die Vor-Morgen-Dunkelheit des neuen Tages und wandte den Kopf zu der Frau die neben ihm in den Fellen lag. Ihr nackter und warmer Körper zog ihn magisch an, er schloss sie in seine Arme und barg ihren Kopf an seinem Hals als sie sich im Schlaf an ihn kuschelte. Zärtlich berührten seine Lippen ihren Kopf. Wie wunderschön sie aussah, das Haar zerwühlt, einige Strähnen hingen ihr ins Gesicht und ihr weiches Haar kitzelte seine nackte Brust.
Tief sog er die warme Luft seines Schlafzimmers ein, noch immer roch es nach Schweiss und körperlicher Liebe. Der gestrige Abend war berauschend gewesen und beide waren körperlich an ihre Grenzen gegangen. Die Erinnerung zauberte ein dreckiges Grinsen auf sein Gesicht. Was diese Frau mit ihren Lippen anstellen konnte... er schauderte und schüttelte sich. Aber es war mehr als die körperliche Hitze die sie verband, soviel mehr.
Seine Gedanken schweiften zurück, zu dem Abend als er sie kennen lernte, es erschien ihm unendlich lange her, wie ein ferner Traum. Die Wärme war in sein Herz zurück gekehrt und hatte sich dort zu einem Feuer gesteigert, einer tiefen Liebe die sein Herz hüpfen ließ.
Wieviel war inzwischen geschehen, wieviel hatten sie durchgemacht und genossen. Es schein ein ganz eigenes Leben zu sein dass er nun führte, abgeschlossen mit der Vergangenheit hatte sie ihm neues Lebensglück geschenkt und seine Liebe und Dankbarkeit für sie kannten keine Grenzen.
Schnell war aus der anfänglichen Verliebtheit mehr geworden, immer deutlicher wurde er sich dessen bewusst, dass sie die Frau war, mit der er den Rest seines Lebens verbringen wollte. Entschlossen hatte er bereits ausgesprochen dass er sie zu der Mutter seiner Welpen machen wollte, doch die volle Tragweite dieser Entschlossenheit dämmerte ihm nur langsam. Sie würden handfasten, schon bald. Ein unglaublicher Schritt den sie schon nach kurzer Zeit bereit waren zu wagen. Wieder hüpfte sein Herz und Tränen der Freude trübten die durchdringend blauen Augen.
Langsam erhob er sich aus den Fellen, draussen krähte der Hahn und die ersten Strahlen der Sonne fielen durch die Fenster. Liebevoll deckte er Jolinn wieder zu und summte leicht um sie wieder in tiefen Schlaf zu wiegen. Dann erhob er sich und machte sich auf den Weg nach draussen. Noch immer konnte er die langen Kratzspuren auf seinem Rücken und den Stich der körperlichen Erschöpfung in seinem Nacken und seinen Beinen spüren. Dass dieses Weib einen Einherjer des Wolfstotems schaffen konnte war echt die Höhe, aber nunja, gab es bessere Übungen für seine Ausdauer? Doch Jolinn hielt ihn nicht nur körperlich jung, in ihrer Anwesenheit kam er sich zehn Jahre jünger vor, als sei sie ein achtzehnjähriges Früchtchen und er wieder Einundzwanzig.
Er kam am Brunnen an und goss sich erstmal einen Eimer eiskalten Wassers über den dampfenden Oberkörper. Die Kälte tilgte die Erschöpfung und den letzten Rest Müdigkeit aus dem von Narben überwähten Körper, er schüttelte den Kopf dass die goldenen Locken nur so flogen und machte sich auf den Weg in den Dammwald, dort hatte er noch etwas zu erledigen.
Handfasten... Kerl und Weib sein... ein Kind bekommen... das würden grosse Schritte werden, sehr grosse Schritte. Es machte ihm ein wenig Angst, gingen sie zu schnell an die Sache heran? Würden sie auseinanderbrechen weil sie es übertrieben?
Nein. Und dessen war Falk sich ganz sicher. Jolinn war seine Zukunft und die würde er nicht mehr entkommen lassen. Das nahm er sich vor. Sie würden gemeinsam mit Leif und Kadlin handfasten, in einem wunderschönen Doppelhandfasting und dann wären sie Kerl und Weib. Und obwohl es alles sehr schnell ging war er sich absolut sicher dass sie genau die Richtige war, kein anderes Weib konnte solche Gefühle in ihm auslösen und seinen Bauch mit Schmetterlingen füllen.
Auf der Suche nach dem, was er brauchte um sie heute zu überraschen streifte er durch den Wald. Was hatte sie bloß letzte Nacht mit ihm angestellt? Es war als hätte sie einen Zauber über ihn geworfen der ihn immer wieder daran zurückdenken und allein schon die Erinnerung tief genießen ließ. Sie hatte ihn verzaubert, in ihren Bann gezogen. Er konnte sie dominieren und genoss es ebenso von ihr dominiert zu werden. Ihre Hingabe war unglaublich und sowohl ihre Art wie sie langsam in die Rolle der Frau des Jarls hinein wuchs als auch ihre Vorlieben in den Fellen fanden mehr als seine volle Zustimmung. Fast hätte er in den Gedanken daran den Busch übersehen den er gesucht hatte. Schnell machte er sich daran alles zu holen was er brauchte.
Mit Leif und Kadlin handfasten, was für eine hübsche Idee. Jolinn und Kadlin standen sich sehr nahe, ebenso wie Leif und Falk. Beide Kerle waren der Jarl ihres jeweiligen Clans und beide Weiber würden die Mütter der Clans werden. Es war ein weiteres Symbol der Zusammengehörigkeit beider Clans, ein Symbol der tiefsten Verbindung beider Clans zu einem einzigen, grossen Rudel. Thrail selbst wäre entzückt über diese Idee. Und Falk war es auf jeden Fall.
Nach kurzer Zeit stand er wieder in seinem Schlafzimmer und verstreute die Blütenblätter eines ganzen Strauches wilder Rosen auf und um Jolinn, bevor er langsam eine Spur nach oben legte. Durch die Anstrengungen der letzten Nacht würde sie noch eine Weile schlafen, also hatte er genug Zeit ihr Frühstück vor zu bereiten.
In Honig gebackene Birnen würden sie erwarten, der Duft von Bratäpfeln sickerte aus dem Ofen und füllte Grimwould, während Falk einige Scheiben süßen Weißbrotes in einer Pfanne anbriet. Aus den Scheiben hatte er kreisrunde Stücke ausgeschnitten und die entstandenen Löcher mit Ei gefüllt. Neben den Brotscheiben zitternden dünne Stücke Speck in der Pfanne und auch die grade einmal Handtellergrossen Pfannkuchen würden bald fertig sein.
Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2007, 20:55
von Jolinn Hinrah
Als sie wach wurde, realisierte sie zuerst nicht, dass um sie herum lauter Rosenblätter lagen. Sie schob ihren Arm aus den Fellen, bettete jenen schläfrig auf den Fellen und runzelte die Stirn, als sie die erst so fremdartigen Blüten erfühlte. Was war das denn? Müde und kaputt wie sie vom vergangenen Tag noch war, sie hatte diese Nacht nicht wirklich von Erholung sprechen können, blinzelte sie umher. Rosenblüten? Überall? Hatte sie den Tag ihrer Geburt vergessen oder irgend etwas anderes? Sie blinzelte nochmals.
Der Duft von gebackenen Birnen und Bratäpfeln durchzog langsam auch ihre Nase. Vor lauter Gier und dem zusammenlaufenden Speichel in ihrem Mund hätte sie fast vergessen sich vollständig anzuziehen, wäre sie nicht über sämtliche Kleidungsstücke gestolpert. Freudig strahlend blickte sie auf jenes Frühstück, welches sie erwartet hatte. Womit sie das verdient hatte?
- Sie hatte keine Ahnung.
Der Tag verlief ruhig, sehr ruhig. Mit ihrer Liebe zu Falk hatte sie so viel gewonnen, aber auch einiges verloren. Wenn Männer in das Leben von Frauen traten wurden sie den Frauen so wichtig, dass alles andere außenrum auf einmal so unwichtig wirkte. Die kleinste Biene, selbst der größte Löwe interessierte nicht mehr. Alles war auf einmal so schwach, vor allem wenn man an den Menschen dachte den man so sehr liebte. Und doch zermarterte Jolinn ihr hübsches Köpfchen wieder. Sie saß inmitten der vielen blühenden Blumen. War sie nicht auch eine der blühenden Blumen momentan? So rein und doch so wild? Würden ihre Blätter irgendwann den Glanz verlieren? Warum fühlte sie sich nicht mehr wohl, auf einmal nicht mehr so zuhause, wie sie es noch vor ein paar Wochen tat? Es war nicht die Liebe zu Falk. Diese Liebe stärkte sie mehr den je, es schien der Dünger für den Boden zu sein, aus welchem die reine Blüte hervorging. Vielleicht würde sie ein wenig Zeit für sich benötigen? Vielleicht würde der Abstand ganz gut tun? Vermissen würde sie in der Zeit vermutlich kaum jemand, sah man sie in letzter Zeit eh kaum noch und wenn, dann war sie auf der Jagd um ihre Fähigkeiten zu verbessern. Da war sie noch nicht einmal verhandfastet und alles sah man als selbstverständlich an.
- Selbstverständlich verstand sie.
- Selbstverständlich nahm sie Rücksicht.
- Selbstverständlich war sie da - oder nicht da - je nachdem, wie man es gerade benötigte.
- Selbstverständlich kochte sie.
- Selbstverständlich wusch sie.
- Selbstverständlich war all das, was sie tat.
Und selbstverständlich machte es ihr nichts aus. Was sah man in ihr? Was war sie? Die Frau an Falks Seite und doch wurde sie nicht immer als jene gesehen. Stark war sie, aye. Stolz war sie auch. Kräftig und zuverlässig wie eh und je, aye. Aber es fehlte irgendwas. Respekt? Wurde sie nicht als jene respektiert, die sie zwar noch nicht war, aber bald werden würde?
-
Jarlsweib. Mutter des Clans.
Als Mutter des Clans sollte man doch eigentlich anders sein, als Jolinn es war. Immer wieder bekam sie das Gefühl, dass sie nicht unbedingt diejenige war, der die anderen Weiber vertrauen schenkten. Nicht zuletzt bestätigte es sich in gewisser Weise, als Hrefna sie aus dem Raum schickte. Sie entschuldigte sich zwar am darauffolgenden Tag, wo Jolinn doch bald die Mutter des Clans werden sollte, aber es gab Jolinn trotzdem zu denken. Was sollte sie tun, um nicht mehr fortgeschickt zu werden? Fürwahr, es war nicht immer einfach sich mit dieser Rolle auseinander zu setzen. Sie wusste ja nicht einmal, wer ihr Handfasting bezeugen sollte. Kadlin, aber mit Kadlin würde sie vermutlich sogar zeitgleich handfasten. Und ansonsten? Runa, aber die hatte Kadlin schon für sich vorgesehen. Und mit Systra schien das anfangs so starke Band langsam zu reißen.
Sie war alleine. Ernüchternd jenes festzustellen, aber sie war alleine.
Vielleicht verstand sie gerade in diesem Moment Evja, die sie lange schon nicht mehr gesehen hatte und die sich wohl immer wieder Momente nahm, in denen sie sich vom Rudel fernhielt. Es veränderte sich alles. Wie weit würde jene Veränderung noch gehen? Und was bei den Ahnen musste geschehen, damit sie wirklich akzeptiert wurde und akzeptieren konnte?
Sie drehte die getrocknete Blume in ihrer Hand. Systra und Runa fehlten ihr und sie würde ihnen morgen eine kleine Notiz zukommen lassen.
Sie dachte an Falk und ein sachtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, wenngleich es auch nicht so freudig und erfüllt war, wie vor ein paar Tagen noch. Vielleicht brauchte sie wirklich Zeit sich über einiges klar zu werden. Nicht ihre Liebe zweifelte sie an und auch nicht seine. Sie wusste selbst nicht, woran sie zweifelte. Und das musste sie herausfinden.
Verfasst: Freitag 26. Oktober 2007, 17:41
von Jolinn Hinrah
Doch wer glaubt schon das Wunder geschehn.
Und sie steht wieder allein vor dem Spiegel,
und sie weint hilflos in sich hinein.
[aus "Allein vor dem Spiegel" von Pur]
[img]http://tn3-1.deviantart.com/fs12/300W/i/2006/296/c/e/Awakening_Forest_by_lianneamanda20.jpg[/img]
Den ganzen Tag hatte sie sich schon in den Wäldern herumgetrieben. Hier und da war sie zurück nach Grimwould, als ihr jene Bolzen ausgegangen waren, die sie mit sich herumtrug. Sie schleuderte die Bolzen dank ihrer Armbrust mit gewaltigem Nachdruck in die Gegner und ein hämisches Grinsen setzte sich auf ihren Lippen durch, als sie jene auf den Boden streckte und die Bolzen recht achtlos aus dem Fleisch trennte. Sie wurde immer besser und das war auch gut so. Es war beachtlich, wie schnell man präziser und besser wurde, wenn man es im Blut hatte, jene Pfeile und Bolzen durch die Luft saußen zu lassen. Irgendwann würde sie bestimmt die jüngeren Schützen ausbilden können, würden jene wieder zurück ins Rudel finden.
Zufrieden nahm sie die letzten Bolzen zu sich, die auf dem Weg lagen und drehte sich herum, als sie donnernde Hufe auf dem Boden hörte. "Hooooh!" Sie sah zu Falk auf, als er vor ihr zum Stehen gekommen war. War er gekommen um sie zu holen? Sie wollte nicht nach Hause, sie wollte ihre Freiheit genießen, solange sie jene Freiheit noch hatte. Bald würde sie verhandfastet sein und dann würde es ganz andere Pflichten für sie geben, wo sie dann doch die Mutter des Clans war, das Weib des Jarls. Sie wusste nicht einmal, ob sie diese Nacht zurückkommen würde. Es schien Falk traurig zu machen, dass sie abblockte.
"Ich warte zuhause auf dich!"
Er wandte sich ab, so daß Jolinn seine Tränen nicht sehen konnte. Sie hatte es längst bemerkt. Eine Wölfin merkte, wenn es einem aus dem Rudel nicht wirklich gut ging. Aber sie wollte noch nicht. Vielleicht tat es Falk auch gut, ein wenig Ruhe zu haben und sich zu sammeln. Nicht, dass die Situation wieder eskalieren würde.
Etwa eine halbe Stunde später kehrte auch Jolinn zurück. Kurz unterhielt sie sich noch mit Hrefna, scheinbar waren die Kerle heute alle ein wenig komisch. Dann ging sie in Falks Zimmer. Aye, Falks Zimmer. Es war nicht ihrs, sie war hier Gast. Zumindest noch.
Sie trat durch den Vorhang und sah ihn. Er sah sie an. Man sah deutlich, wie zermürbt er war von seinen Gedanken. Wie sollte sie Falk nur sagen, dass sie hier zwar alles hatte, ihn so sehr liebte, aber irgendwie trotzdem allein und sich nicht fühlte, als wäre sie hier zuhause? Langsam zog sie die Rüstung aus und schlüpfte in ein bequemeres Kleid. "Willst du noch fortgehen?"
Nein, jenes hatte sie nicht vor. Sie verschwand in der Küche und suchte sich Essen und Trinken, ehe sie wieder zu Falk zurückkehrte. Er stand vor dem Kamin, blickte hinein. Jolinn war nur noch müde, sie musste schlafen. Sie hatte ihren Körper wieder bis zum letzten getrieben und sie benötigte die Ruhe wirklich. Aber er fragte und fragte, was er machen solle. Was er tun solle, damit er das glückliche Mädchen wieder an seiner Seite hatte, welches einst auf seinem Schoß geruht hatte - nicht die zukünftige, strenge Jarlsfrau.
"Ich fühl mich nicht, als wär ich hier zuhause... Ich hab hier alles, was ich liebe, Dah, meine Syster." Sie machte eine kurze Pause, als alles aus ihr heraussprudelte. "Und durch dich hab ich erst gelernt, was es heisst wirklich zu lieben. Ich würde mich vor dich werfen, wenn ein Feind dich mit dem Schwert bedroht, und mein Leben für deines geben!" Es schockierte sie selbst, dass sie ihr Leben für Falks Leben geben würde, aber so war es nunmal, wenn man lieben würde. Eine Weile sprachen sie noch miteinander. Über ihre Ängste, dass sie vom Rudel weiter mehr ignoriert als gesehen wurde, dass sie von wenigen niemals als Vertrauensperson gesehen werden würde. Was sollte sie machen? Falk wusste selbst keinen Rat. "Du machst das schon, da bin ich mir sicher!" - Wenigstens einer, der sich sicher war. Aber Jolinn würde sich etwas einfallen lassen. Und sie schlief ein.
Nach einer Weile wurde sie wieder wach. Falk schlief tief und fest und hatte die Arme um sie gelegt. Vorsichtig befreite sie sich aus jenen und setzte sich an einen Schreibtisch. Dort fing sie an, das auf Papier zu bringen, was sie Falk am Tag des Handfastings schwören wollte.
[img]http://tn3-1.deviantart.com/fs6/300W/i/2005/068/2/7/The_Letter_by_Aquarina_chan.jpg[/img]
Mit meiner Liebe verspreche ich dir, dass ich mich nicht... - Sie setzte den Stift kurz ab und sponn den Satz in Gedanken weiter, ehe sie ihn auf Papier brachte. - ... in guten wie in schlechten Tagen. Ich verspreche dir, als... - wieder setzte sie die Feder ab, blickte über ihren Rücken zu Falk, wie er seelenruhig da schlief. Ich verspreche mit meiner Liebe dich zu wärmen und dich zu halten, wenn du frierst. Dich zum... - sie seufzte langgezogen, als sie ihre Worte nochmals las. Sie hatte ihm so viel zu sagen, zu schwören, zu versprechen. - ... Ich schwöre dir bei meiner Liebe, du musst ... - wieder sah sie zurück, ehe die Feder weiter über das Pergament kratzte. - ...Die Liebe ist die Freude, ein liebenswertes und liebendes Wesen ... Ein sachtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie schrieb und schrieb und schrieb. - ... Mit meinen Worten, mit meinem Schwur nehme ich dich als meinen Mann, den ich lieben werde, in guten wie in schlechten, in sonnigen wie in verregneten, in warmen wie in kalten Tagen. Zufrieden legte sie den Kohlestift zur Seite und sah sich ihr Geschriebenes noch einmal durch. Lange sah sie es an, ehe die erste Träne auf das Papier tropfte und die Kohle verlaufen lies. Viele weitere Tränen folgten und sie schluchzte leise, die Tränen nahmen ihren Lauf. Es war nicht so, dass es Tränen der Trauer waren, aber nein. Sie war glücklich, und das so sehr. Sie war glücklich...
Verfasst: Samstag 27. Oktober 2007, 03:51
von Jolinn Hinrah
Der Tag war anstrengend gewesen. Zwar zeigte Jolinn sich von ihrer fürsorglichen Seite, sprach mit Arnor und hatte das Gefühl, dass sie wirklich etwas in ihm bewegen konnte, sie fühlte sich gut dabei, ihm, wie auch sich selbst, Hoffnung zu geben. Sie verstand ihn - vielleicht sogar als Einzige. Sie hatte ihn nicht aufgegeben wie der Rest der Thyren und sie hieß ihn in den Hallen willkommen. Das Gespräch, welches sie mit ihm vor den Türen zur großen Halle geführt hatte, dauerte seine Weile, aber diese Weile war es wert. Sie hoffte und sie glaubte, dass er auf dem besten Weg war. Und Arnor bewies gleich nach dem Gespräch, dass er sich jenes wirklich zu Herzen genommen hatte. Er nahm an jeglichen Gesprächen teil, fühlte sich in ihren Augen nicht mehr ganz so fremd, ja, sogar das Essen schlug er nun nicht aus, ohne sich dafür schuldig zu fühlen. Es erfüllte Jolinns Herz mit Stolz, dass sie ihn schon ein klein wenig in die richtige Richtung schubsen konnte. So unnütz konnte das im Herzen so kleine Tiefländermädchen dann doch gar nicht sein.
Gemeinsam mit Falk, Argos, Hudgarr und Arnor zog sie los in die dunklen Höhlen, um dort ihr Unwesen zu treiben. Lange waren sie dort, suchten sie letztendlich nach einem Weg ins Freie, was sich nicht als sonderlich einfach herausstellte. Aber letztendlich schafften sie es.
Es war vielmehr Zufall, dass ihnen ausgerechnet in diesem Moment jener Ureinwohner in die Finger lief, der vor ein paar Wochen noch einige Wölfinnen des Rudels angegriffen hatte. Er wirkte blässer als bei jener ersten Begegnung, nichts desto trotz war es derselbe. Jolinn fixierte ihn mit ihrem Blick, sie konnte ihn nicht aus den Augen lassen. Die Wut und der Zorn in ihr brannten, sie richtete die Armbrust auf ihn, jedoch löste sich noch kein Schuss.
Argos und Falk gaben mit ihr ein perfektes Dreieck ab, so umzingelten sie ihn. Der Skräling schien noch immer aufgebracht, wenn er auch nicht so sehr in die Offensive ging wie das letzte Mal. Sie würden ihn fesseln und mitnehmen. Das war sicher, und darauf schien es auch hinauszulaufen. Jolinn musste sich zusammenreissen, als jener Skräling Falk Schmerzen zufügte.
In Grimwould angekommen packten sie den gefesselten Skräling in den Kerker. Falk ging sehr schnell wieder weg, lies Jolinn mit ihm alleine. Sie sah durch die Gitterstäbe. Es tat ihr weh, ein Lebewesen eingekerkert zu sehen. Scheinbar waren ihre Absichten nie böse gewesen. Läge nun ein Lethar dort, wäre es ihr egal gewesen, ob er vor ihren Augen elendig verrecken würde. Aber sie glaubte nicht daran, dass jener Skräling in der Zelle wirklich durchaus böswillige Gedanken hatte. Windend gab er sich seinen Schmerzen hin, die seinen Körper wohl durchzogen. Er übergab sich und verteilte das Blut, welches aus seinem Mund kam, auf dem Boden. Jolinn sah für einen Moment weg. Sollte sie ihn laufen lassen? Damit wäre keinem geholfen gewesen.
Falk kam wieder mit Leif, auch Hedwig folgte und versetzte sich nach einer Weile in die Anderswelt und nahm Verbindung auf. Irgendwas schien mit dem Skräling nicht zu stimmen. Ein Fluch, ein Stein, irgendetwas deresgleichen. Sie würden sehen, ob sie jenes wieder hinbekommen würden.
Jolinn stand noch eine Weile stumm an der Zelle. Sie legte dem Gefangenen ein Fell wie auch eine Robe auf den Boden der Zelle und schloss die Tür wieder hinter sich. "Ich schenk ihn dir!" Falks Worte trieben in ihren Gedanken Unfug. Das würde er nicht wollen, denn wenn Jolinn machen dürfte, was sie wollte, hätte sie die Türe geöffnet und ihn gehen lassen. Selbst wenn sie wusste, dass sie ihm helfen würden, sie konnte dieses Geschöpf nicht hier eingesperrt sehen. Egal, was passiert war, sie hoffte, dass er dort nicht zugrunde gehen würde, so jämmerlich wie der Skräling nun in dem Kerker saß. Musste ihm ein solches Gemäuer doch eigentlich absolut fremd sein.
[img]http://tn3-1.deviantart.com/fs13/300W/f/2007/076/0/d/Prison_of_Desires_by_Kleyos.jpg[/img]
Verfasst: Mittwoch 31. Oktober 2007, 02:11
von Jolinn Hinrah
Langsam wurde ihr von Tag zu Tag mulmiger.
Es war schwer daran zu denken, bald unter der Haube
und an Falk gekettet zu sein. Im warsten Sinne des Wortes.
Warum war sie so zwiegespalten? Wovorhatte sie Angst?
Sie war sich selbst manchmal wirklich äußerst suspekt.
Tausend Fragen, abertausende Antworten.
Tausend Momente, abertausende Zweifel.
Nein, nein. Sie würde ihre Liebe über alles stellen, war es
doch das, was sie immer gelernt hatte. Keine Zweifel, oh
nein. Nein, nein, nein.
Und doch, sie erwischte sich immer wieder dabei, wie ihre
Gedanken im Feuer in der Halle abschweiften. Merkwürdig
oder normal? Absurd oder völlig nachvollziehbar?
"Mah, wenn ich dich nur um Rat fragen könnte!"
Das erste Mal, dass sie ihre Mutter wirklich vermisste. Sie
hätte ihrer kleinen Tochter mit Sicherheit helfen können.
Klein. Nunja, klein war sie nun wirklich nicht mehr. Bald
würde sie womöglich selbst noch mit einem dicken Bauch
herumlaufen und nur noch sehnsüchtig darauf warten, das
der Tag endlich herbei eilte, an dem sie ihr Welpe werfen
konnte. Wah, sie hatte es ganz vergessen.
Natürlich war sie stolz und natürlich freute sie sich auch,
aber war es nicht normal, dass man Angst vor dem hatte,
das sich wirklich drastisch verändern würde? Was, wenn
sie beim Handfasting kalte Füße bekam?
Würde sie schon nicht bekommen. Schließlich liebte sie
ihren Falk abgöttisch und wollte für immer an seiner Seite
sein. Für immer, ja.
Manchmal nahmen die Dinge ihren Lauf und es war nicht
immer verständlich. Manchmal zerrte alles an den Kräften,
manchmal machte es absolut nichts aus. Manchmal war
es so, dass man einfach versagen musste, manchmal aber
lernte man genau aus diesem Versagen. Fehler waren
dazu da, um daraus zu lernen. Und doch, sie war dazu
gezwungen, kaum einen Fehler zu machen, ansonsten
würde ein komplettes Rudel an ihr zweifeln. Taten sie das
nicht jetzt schon?
Handfasten. Wenn sie daran dachte, bekam sie wirklich
dermaßen Gänsehaut, dass jene schon fast schmerzte.
Es würde nicht mehr lange dauern, absolut nicht mehr
lange und sie war das Weib von Falk.
Welpen, dreckige Teller, schmutzige Wäsche. Gut, bis
auf das Erste würde sich nicht viel ändern. Es war ihre
gute Tat, die sie zu leisten hatte. Sie freute sich, aye.
Das tat sie wirklich. Aber mit ihrer Freude kamen so
viele Ängste.
Sie schloss die Augen.
[img]http://tn3-1.deviantart.com/fs5/300W/i/2004/345/e/7/___candle____by_synergia.jpg[/img]
Erst war es nur eine kleine Flamme...
... und nun brennt ihr ganzes Herz.
...Und dann plötzlich schneit es mitten unterm Jahr...
Aus "Mitten unterm Jahr" von Christina Stürmer
Verfasst: Sonntag 4. November 2007, 23:41
von Jolinn Hinrah
Der Tag danach.
Jolinn blinzelte. Es war der nächste Tag des Handfastings. Sie war verheiratet mit dem Besten aller Männer. Sie konnte sich wirklich glücklich schätzen, all ihre Zweifel schienen auf einmal völlig beiseite gekehrt. War es Schicksal gewesen? Damals? In den Hallen der Bunjam?
Jolinn glaubte nicht an so etwas wie das Schicksal. War es Vorbestimmung? Eigentlich glaubte sie auch nicht an so etwas wie Vorbestimmung. Das sie beide füreinander bestimmt waren hatte sich letztendlich herausgestellt. Und auch, wenn sie ein paar Startschwierigkeiten hatten, es klappte mittlerweile umso besser. Das Band, welches die beiden umgeben hatte, lag nun neben den Fellen. Es hatte sie vereint und für immer zusammen gebunden. Mit einem Schmunzeln betrachtete sie das Band und hielt es in ihren Händen. Sie fühlte sich anders, neu geboren. Glücklich. Es war ein Gefühl, welches sie nicht beschreiben konnte. Ein Gefühl, welches sie noch nie zuvor hatte. Fühlte man sich so, wenn man an den Mann endgültig gebunden war, den man so sehr liebte? Fühlte man sich so, weil man wusste, dass nichts und niemand einen wieder voneinander trennen konnte? Fühlte man sich so, weil einfach alles so endgültig war und es kein Zurück mehr gab? Sie wusste nicht, warum es so war. Sie wusste nur, dass es schön war.
Der Tag zuvor.
Wie ein aufgescheuchtes Huhn rannte sie durch Grimwould. Hrefna bürstete ihre Haare, danach sahen sich Hrefna, Calla und Jora Jolinns’ Kleid an. Sie fühlte sich unwohl. Irgendwas fehlte für das passende Auftreten für den Abend, für das Handfasting. Überall eilte sie herum, suchte. Sie musste etwas für ihren Kopf finden. Um Blumen zu einem Kranz zu flechten, dafür war es deutlich zu spät. Vielmehr war es ein Hut, eine Mütze, die ihr ins Gedächtnis kam. Aber würde das passen? Ein so schönes Kleid und dann eine plumpe Mütze?
Firnya half Jolinn. Sie suchten aus, sie färbten, sie raubte allen letztendlich die Nerven. Aber es war ihr großer Tag, gemeinsam mit Kadlins großem Tag.
Der Tag danach.
Den ganzen Tag über fühlte sie sich anders. Glücklich, erfüllt. Voller Freude und Lebensenergie. Woher kam das? Was Glücksgefühle nicht alles anstellen konnten. Es war schon wunderlich, aber genauso war es schön. Sie wünschte jedem Weib ein solches Gefühl. Dieses Gefühl von Zuversicht, von absolutem Vertrauen, von Glückseeligkeit und von tiefer, grenzenloser Liebe zu dem Mann an seiner Seite. Das Glück war perfekt, oder nicht?
Gerüche nahm sie besser wahr, sie wurde aufmerksamer, sie war sanftmütiger. Es war, als habe sie endlich ihren Ruhepol gefunden. Schon komisch, wenn die kleine Wildkatze auf einmal gebändigt wurde. Wie ein frommes Lamm schlief sie, wie ein Adler beobachtete sie und wie eine Mutter saß sie auf dem Thron, schenkte einem jeden ein Lächeln und ein lautes, freundliches „Hossa“ sobald er die große Halle betrat. Es war ein Wunder, oder nicht?
Schade, dass Svenja und Nethard nicht da sein konnten. Sehr schade. Aber sie wusste, ihr Vater würde sich für sie freuen. Erst recht, wenn sie ihm irgendwann in zwölf oder vierundzwanzig Mondläufen einen Welpen schenken würde. Das hatte noch Zeit, jetzt musste sie sich erst einmal daran gewöhnen, die Frau des Jarls zu sein. Ob es schwer war? Den Titel zu tragen war nicht schwer, aber dem Titel getreu zu werden schon viel mehr. Aber sie wäre nicht Jolinn, Tochter des Nethards, wenn sie sich nicht auch durch jene Prüfung beißen würde. Immerhin liebte sie diesen Mann, so wollte sie ihn auch um jeden Preis glücklich machen. Denn dort wo er war, war auch sie. Dort wo er hinging, ging auch sie hin. So war ihr Leben fortan bestimmt und sie liebte es, dass es so bestimmt wurde. Und das Feuer lodert weiter in ihrem Herzen, wild und stürmisch und doch so ruhig und klar.
Verfasst: Donnerstag 8. November 2007, 16:00
von Jolinn Hinrah
Seit Tagen trieb sie sich fast nur noch in den Höhlen rum. Sie wollte lernen, lernen meisterhaft mit ihrer Armbrust umzugehen. Und sie schaffte es. Präzise und genau schoss sie letztendlich auf die Oger und Trolle und war mehr als Stolz auf sich. Dieses Ziel hatte sie erreicht. Jetzt war es an der Zeit sich ein wenig auszuruhen, ging es ihr doch von Tag zu Tag schlechter.
Angefangen hatte alles damit, dass ihr nur schwindlig war und sie ein komisches Gefühl hatte. Manchmal fiel es ihr schwer, zu stehen. Hatte sie sich wieder überarbeitet? Nein, das war ein anderes Gefühl. Es war ein Gefühl, dass sie vorher noch nie verspürt hatte.
Irgendwann begann sie zu husten, ihre Stirn war heiss und jeder Husten schmerzte sehr in ihrer Lunge. Hing das alles miteinander zusammen? Vermutlich hatte sie schon weit vorher was ausgebrütet. Von Elina bekam sie Tee gemacht, den sie irgendwann mit heißem Met vermischte. Auch wenn es eklig geschmeckt hatte, es hatte geholfen. Der Schmerz in der Lunge und das Fieber war am nächsten Tag verschwunden.
Und was war mit gestern? Gestern hätte sie sich am liebsten an Ort und Stelle übergeben. Kein Wunder bei der stickigen Luft in diesen verfluchten Höhlen. Ein paar Tage würde sie die jetzt wohl meiden, danach würde es weitergehen. Sie verzog sich in die Felle, Falk schlief wohl längst, sie hatte ihn eine ganze Weile nicht mehr zu Gesicht bekommen. Er arbeitete und arbeitete, wenn er wach war, sie ging früh ausser Haus, kam spät in der Nacht wieder.
So sollte es wohl sein, wenn man verhandfastet war. Da wurde alles zur Selbstverständlichkeit. Mit der Übelkeit in der Magengegend schlief sie ein und hoffte, dass jene bis zum nächsten Morgen weg war.
Verfasst: Donnerstag 8. November 2007, 23:03
von Jolinn Hinrah
Wieder kam sie von der Jagd nach Hause. Und wieder war sie müde. Wieder stieg ihr alles viel zu sehr in den Kopf. Sie ging in ihr Zimmer, dort schnappte sie sich ein kleines Wolfswelpenstofftier von Ulfarr und hielt es in ihrer Hand. Sie nahm es fest in ihren Arm, fühlte sie sich eher wie ein kleines, verlassenes Kind. Kurz sah sie in das flackernde Feuer. Was war nur mit ihr los? Wegen jeder Kleinigkeit konnte sie fast heulen...
Kalt war ihr, aber das war ihr egal. Sie zitterte am ganzen Körper, aber auch das war ihr egal, die warme Fellkleidung würde sie schützen, egal wie das Wetter werden würde. Sie ging nach draußen, schnappte nach Luft. Ihr war übel, richtig übel. Das Stofftier hielt sie noch immer in ihrer Hand. Sie sah sich im Hof um. Aus dem Stall wieherten die Pferde, die Nacht war hereingebrochen. Die Luft roch nach Gras, nach Kälte und nach Schnee. Bald würden die Felder keine Ernte mehr tragen, bald würde das Weiß des Schnees das Grün des Grases überdecken.
Den Köcher hatte sie umgebunden, den Fellumhang um ihre Schultern gebunden. Gefüllt war ihr Köcher bis oben hin. Wieder atmete sie die kühle Luft ein, in der Hoffnung, ihr wäre nicht mehr übel. Aber es half alles nichts, sie übergab sich. Sämtlichen Mageninhalt verteilte sie knapp neben den Stallungen, an den Toren stützte sie sich noch ab. Was hatte sie nur?
Sie sattelte ihre Stute. Irgendwo würden sie ihre Wege hintreiben, damit sie rausfinden würde, was mit ihr los war. Aber jetzt musste sie hier erstmal raus. Ein Kerl, der sich um nichts weiter als seine Arbeit scherte, hatte womöglich nicht einmal bemerkt, wie sie nach Hause kam, in das Zimmer ging und in voller Montur das Zimmer wieder verließ.
Die letzte Spur verlief sich am Hafen. Kurz sah sie Savea noch, ebenso wie Selissa, aber sie wollte so schnell weiter, dass sie jene nicht einmal grüsste. Das Stofftier hielt sie noch immer in ihrer Hand. Sie ließ sich am Gewässer nieder und beobachtete jenes. Das Mondlicht spiegelte sich darauf. Leise Tränen, ohne jegliches Schluchzen, liefen über ihre Wangen. Was, bei den Ahnen, war nur los mit ihr? Sie zog das Stofftier enger an sich. Könnte sie doch nur wieder ein kleines Mädchen sein. Ohne Sorgen, ohne Ängste. Leise schaukelte sie hin und her, als wolle sie sich selbst beruhigen, leise flüsterte sie Worte, die sich bei genauem hinhören sogar anhörten, wie ein Lied.
"Ich will mit dir ein letztes Mal auf die Gipfel überm Tal. Ich will dort stehen und nur die Lichter sehen. Dort will ich sein die ganze Nacht, mit dir warten auf den Tag, lass uns wachend in die Ferne sehen. Sei ganz leise, sieh in die Nacht hinaus. Irgendwo steigen Sterne auf. Irgendwann kommt ein Morgengrauen. Irgendwann gehen die Lichter aus. Sag mir wie lange wird die Welt sich noch drehen, wenn die Sterne wieder ziehen? Es sind die Blicke einer Zeit, eingebranntes Schuldgeleit, traumlose Bilder der Vergangenheit. Ist es die Angst die mich erdrückt, auf ein neues stolzes Glück? Eingepackt in Sinn und Tat - ohne Überblick.Sei ganz leise. Sieh in die Nacht hinaus. Irgendwo steigen Sterne auf..."
Irgendwann schlief sie unter einem der Bäume ein, ihr war kalt, aber dennoch schlief sie. Hier musste sie doch endlich herausfinden, was mit ihr los war.
Verfasst: Freitag 9. November 2007, 13:55
von Jolinn Hinrah
Sie blinzelte, sie wachte auf. Sie fühlte sich gut, doch lies das Gefühl gleich wieder nach, drehte sich ihr wieder der Magen um. Verdammt nochmal, sie hatte doch nichts Falsches gegessen oder doch? Gestern war sie eingeschlafen mit so vielen Gedanken, aber nichts kam dabei raus. Kalt war ihr gewesen, kein Wunder, wenn sie jetzt wirklich krank werden würde. Aber dann hätte sie wenigstens eine Erklärung dafür, warum sie ständig schläfrig war und warum ihr immer übel war. Sobald sie wach wurde fing es an, nach einer Weile lies es wieder nach. Es verwirrte sie und es machte ihr zu schaffen, dass sie nicht wusste, was mit ihrem Körper los war. Warum veränderte sich alles so?
Sie lehnte sich an den Baum, kurz sah sie zu Sarah, ihrer Stute, die sie immer treu begleitete. Fast, als würde sie spüren, dass es Jolinn schlecht ging, ging die Stute zu ihr und stubste sie mit den Nüstern an. Jolinn streichelte ihr über jene, doch sah sie die Stute nicht an. "Was ist nur los mit mir, Sarah..." Langsam bekam sie Angst. Was, wenn sie krank war? Was, wenn es für das, was sie hatte, keine Heilung gab? Sarah schnaubte wieder, riss Jolinn aus ihren Gedanken. Sie sah ihre Stute an und lächelte. "Wenigstens du bist da..." Die tiefe Verbundenheit zu ihrer Stute war unglaublich. Wieder sah sie zum Ufer, zum Meer. Sie musste sich für die Menekanische Hochzeit noch etwas einfallen lassen. Wobei ihr Kopf fast platzte und sie keine einzige ruhige Minute für einen Gedanken hatte. Sie zog den Fellumhang enger. Sie brauchte Zeit für sich, vermutlich würden sich die Ersten im Clan schon Sorgen machen, warum sie nicht auftauchte. Aber Jolinn musste Zeit für sich haben, sie musste herausfinden, was mit ihr los war. Und wenn es ihr halbes Leben dauern würde..
Verfasst: Samstag 10. November 2007, 17:45
von Jolinn Hinrah
Ein bisschen schwanger vielleicht..
Ein langes Gespräch hatte sie nun mit Svenja hinter sich, die sie an jenem Ort gefunden hatte, an dem sie zusammengekauert unter einem Baum saß. Was Svenja aussprach, fühlte Jolinn schon lange.
"Mey, den Weybern daheym war auch immer schlecht nachm Handfasting - und du weysst auch warum!"
Klar wusste Jolinn warum, aber sie wollte es noch nicht wahr haben. Sie war jung, sie war frisch verhandfastet und sie hatte doch alle Zeit der Welt. Aber die Ahnen schienen sie zu mögen, schienen in ihr eine Frau zu sehen, die durchaus bereit für so einen Schritt war. Sie freute sich und sie hatte Angst, ein Gefühl, dass sich in den letzten beiden Tagen immer wieder herauskristallisiert hatte. Aber wovor hatte sie Angst? Vor der Veränderung, die ihr Körper davon tragen würde? Sie hatte gesehen, wie schlecht es den Frauen in den ersten Monaten einer Schwangerschaft gegangne war. Andauernd mussten sie sich übergeben, einige wenige waren sogar viel zu schwach um überhaupt aus den Fellen zu kommen. War es das, wovor sie Angst hatte?
Die größte Hürde hatte sie eh noch vor sich. Sie musste Falk ihr Wissen preisgeben. Als Frau spürte man, wenn sich etwas veränderte. Und sie veränderte sich deutlich. Alles sah sie aus ganz anderen Augen und sie war so verdammt empfindlich geworden. Gar nicht mehr so taff, wie sie sonst war. Sie hörte sich selbst noch antworten auf Svenjas Ausspruch, sie sei schwanger.
- "Ich bin ney schwanger, nur... ein bisschen vielleycht!"
Ein bisschen schwanger, aye. So fühlte sie sich und das sagte ihr auch ihr Urinstinkt. Jetzt musste sie sich selbst noch damit auseinandersetzen, dass sie in einigen Mondläufen wohl eynen Welpen zur Welt bringen würde. Ob sie wollte oder nicht. Und da Svenja ihre Klappe eh selten halten konnte, war es sicher, dass auch bald das Rudel davon Bescheid wusste. Sie hoffte nur, dass sie es Falk selbst sagen konnte, sie wollte nicht, dass er es von anderen erfuhr und so hoffte sie, dass er sich von seinen Pergamenten loslösen konnte und sie wieder einmal als das wahrnahm, was sie war:
Als sein Weib, dass in sich die Frucht ihrer beider Liebe trug.
Und wohl wurde ihr flehen und bitten, ihr hoffen erhört und Falk trat im selben Moment aus der Türe, als sie jenen Gedanken hegte. So blieb es nur noch ihr überlassen, ihm die freudige Nachricht zu überbringen.
Verfasst: Sonntag 11. November 2007, 02:05
von Jolinn Hinrah
Falk freute sich wie nochwas. Er überfiel sie mit Küssen, rollte halb über sie drüber, schob ihr Hemdchen hoch und verteilte auch Küsse auf ihrem Bauch. Sie war so froh darüber, dass er sich so sehr freute. "Danke, danke, danke, danke!" Er war so süss, so liebevoll. Schmunzelnd und verträumt sah sie auf ihn herab. Ja, dass war der Mann, den sie so sehr liebte. Wie konnte man einen solchen Mann auch nicht lieben?
Er war charmant.
Er laß ihr jeden Wunsch von den Lippen ab.
Er war zuvorkommend.
Er sah unglaublich gut aus.
Und er hatte etwas so wundervolles an sich, was die meisten im Rudel gar nicht zu spüren bekamen.
Und das Fellerutschen erst?! Oah, Jolinn, reiss dich zusammen. Du wolltest darauf nie reduzieren. Aber warum nicht? Wenns doch gut war? Sie musste schmunzeln.
Aye, wie konnte man einen solchen Mann nicht lieben? Er war ihr ein und alles, ohne ihn wollte sie nicht mehr sein und sie liebte es so sehr, wenn er einfach ihre Hand nahm und sie zu seinen Lippen führte, um ihr einen sanften Kuss auf die Hand zu hauchen. Sie liebte es so abgöttisch.
Aber ihnen blieb nicht mehr allzu viel Zeit. Bald mussten sie los nach Menek'Ur. Die Hochzeit von Ibraheem und Munaya sollte alsbald stattfinden. Jolinn hatte das Geschenk eingepackt und machte sich gemeinsam mit Kadlin, Falk und Spjall auf den Weg nach Menek'Ur. Es war ein lustiger Abend. Jolinn, Kadlin und Spjall musterten die Menekaner, wobei Spjall einen der Menekaner deutlich im Auge hatte. Jenen beschuldigte er einen Skorpion angelockt zu haben, aber Jolinn reagierte gar nicht wirklich darauf. Vielmehr war sie damit beschäftigt, ihre Übelkeit in Zaum zu halten. Gerade wollte sie einen Schluck vom Schnaps nehmen, als Falk ihr die Schnapsflasche aus der Hand nahm und ihr Met in die Hand drückte. "Nix hochprozentiges für schwangere Weyber!" Jolinn knurrte und gab sich mit dem Met zufrieden. Da würde ja einiges auf sie zukommen.
Nach einer Weile begannen sie ein, was sich im Nachhinein herausstellte, durchaus lustiges Spiel zu spielen. Es gab Säckchen zur Auswahl mit Zahlen drauf und jeder konnte sich Säckchen auswählen indem er eine Nummer sagte. Jolinn bekam einiges an Essen durch ihre glücklich gewählten Lose und auch Falk bekam einiges, wobei ihm vieles gar nicht zusagte und er den süssen Kram sofort an Jolinn weitergab, vor allem, wenn er aus Kokosnüssen, Datteln oder Bananen war. Ohja, sie war wirklich ein bisschen schwanger. Falk wiederum war recht gierig nach der Erdbeermarmelade, die Jolinn aus einem ihrer Beutel zog und nahm sie ihr weg. "Ich wollt dey Marmelade später noch zum Eynsatz bringen!" So schnell konnte Jolinn gar nicht schauen, wie Falk ihr die Marmelade wieder in die Hand drückte. Aber der krönende Abschluss des Abends war wohl, als Falk seiner Aufgabe als Bauchtänzer nachging. Er zögerte nicht, zog Rock und Kopftuch auf und bewegte seine Hüften kreisend. Jolinn und Kadlin gröhlten vor Lachen, als sie Falk in dem Aufzug sahen. Er ärgerte Jolinn natürlich, indem er ihr zuzwinkerte und stoßende Beckenbewegungen machte, was sie nur noch mehr dazu trieb deutlich und viel lauter weiterzulachen, so sehr, dass ihr die Tränen über die Wangen liefen. Aber irgendwann war es auch dort an der Zeit aufzubrechen. Falk wollte nach Hause, schließlich wollte er mit Ulfarr heute Nacht den ersten Hirsch erlegen. Ein traditionelles Ereignis für Vater und Sohn, welches nicht genommen werden sollte und Ulfarr freute sich seit Tagen auf dieses Schauspiel.
Zuhause angekommen sprach Jolinn noch einige Zeit mit Spjall, eher dieser fluchtartig die Hallen verlies und sich verkroch. Typisch Kerl. Jolinn ging nach draußen und suchte Spjall, der sich auf einen der Aussichtstürme verzogen hatte. Da er nicht reden wollte, ging sie hinaus und stockte, als sie dort jenen bewaffneten und vermummten Reiter sah. Sie fragte ihn, was er hier wollte, aber immer und immer wieder behauptete er wehement, dass er hier nur sei um sich umzusehen. Ausspionieren würde es wohl eher treffen. Jolinn sah sich ihn genau an. So genau, wie sie es als Späherin eben konnte. Man konnte nicht leugnen, dass sie sehr gute Augen hatte, selbst nachts, aber manchmal blieben auch ihr einige Dinge verborgen. Er war schätzungsweise ein wenig kleiner als sie, hatte schwarzes Haar und äußerst blasse Haut und dazu noch sehr dunkle Augen. Braun oder schwarz, es könnte auch grau sein, in der Dunkelheit konnte sie da nichts weiter erkennen. Auf einem braunen Mustang ritt er, in der Hand einen Mahagonistab, den sie meist nur von den Fuchtlern kannte. Seine Schuhe waren gräulich, vermutlich aus dem Leder eines Trolles. Sicher war sie sich aber nicht, war ihr Auge darin nicht ganz so geschult. Das Einzige, was sie wusste, war, dass der Kerl auf dem Pferd ihr Angst machte. Angst um das Leben ihres Welpens. Knurrend und jaulend umkreiste sie ihn, sie versuchte alles Erdenkliche, um ihm Angst zu machen. Spjall stand an ihrer Seite, nachdem sie ihn hineingeschickt hatte, damit er sich rüsten konnte. Sie traute dem Kerl keineswegs über den Weg. Sie glaubte ihm kein Wort, so bewaffnet wie er vor Grimwould stand, dass er sich hier nur umschauen wollte. Und so ging sie irgendwann wieder innerhalb der sicheren Mauern. Sie konnte nicht mehr, sie hatte keine Kraft mehr sich gegen ihre Angst zu wehren. Sie ging an Spjall vorbei zu einem der großen Pfeiler, lehnte sich mit den Händen daran und übergab sich. Spjall brachte ihr Apfelsaft und legte den Arm um sie, um sie so in die große Halle zu geleiten. Dann ging sie allein in ihre Felle, übel war ihr, sie zitterte am ganzen Körper und sie hoffte darauf, dass Falk bald mit Ulfarr heimkehren würde, damit sie sich an Falk kuscheln und Ulfarr in ihre Arme ziehen konnte. Vielleicht würde jenes sie beruhigen und ihr eine ruhige Nacht schenken.
Verfasst: Sonntag 11. November 2007, 11:33
von Zhertos Xedinon
Das Pferd des Reiters ging im Schritt durch den Wald, immerwieder erklärte es seinen Unmut und die Langeweile druch ein ungeduldiges Schnauben. Vermummt und dick angezogen ließ er sich einfach vom Pferd tragen irgendwo mitten durch den Wald. Sein Blick fiel auf die großen Palisaden und jene wurden auch ungeniert ob der fahlen Umrisse der Gebilde in der Nacht gemustert. Nicht lange hatte es gedauert bis auch wohl der "Wachmann" auf ihn aufmerksam wurde und sogleich hörte er fremde Stimmen die wohl recht misstrauisch ruften.
Was hatten sie sich gedacht? Würde er ihnen etwas antun wollen wäre er sicher nicht allein gekommen. Aufgeregt schwenkte das Pferd im Kreis hin und her als ihm die beiden recht großgewachsenen entgegenstapften. Sogleich war er ihnen fremd, immerwieder wurde er gefragt was er hier suche und was er von ihnen wolle. Wie immer war Zhertos wohl nicht in der Laune sich zu rechtfertigen und so kam wieder die kühle und abshottende Art zum vorschein welche den beiden wohl nur noch mehr unbehagen bereitete. Sie umkreisten ihn mehrmals und sein Augenmerk folgte ihnen... wie Tiere und dann noch das Heulen? Auf wen war er nur gestoßen.. für ihn war es besser sie in dem Glauben zu lassen als wäre ein Spion so würden sie sich wenigstens nicht an seine Haut machen. Sicher trug er die Rüste bei sich woher sollte er auch wissen auf was er dort trifft? So verschwand die ruhige dunkle Gestalt wieder unter dem festen Schritt des Pferdes im Wald
Verfasst: Montag 12. November 2007, 22:04
von Jolinn Hinrah
Immer wieder musste sie ihre Jagden abbrechen und sich einen ruhigen Ort zur Rast suchen. Alles drehte sich, alles sah sie nur noch benommen und die Übelkeit in ihrer Magengegend ließ sie fast durchdrehen. Sie war eine Wölfin und sie würde kämpfen. Aber irgendwann war auch sie zu schwach und es ging ihr zu schlecht. Sie trat den Rückweg an und ritt vom Strand zurück nach Grimwould.
Sie band ihre Stute an und schleppte sich die Treppen nach oben, stützte sich an den Pfeilern in der großen Halle ab. Dann ging sie die Stufen ins Schlafzimmer hinab und lies sich in die Felle sinken und schlief. Eine Weile schlief sie, bis sie vor lauter Übelkeit wach wurde. Immer wieder musste sie sich übergeben, sie hatte sich schon einen Eimer mit ins Zimmer genommen. Nachdem sie sich übergeben hatte, legte sie sich wieder zurück in die Felle. Bettete ihren Kopf dort, zog das weitere Fell bis unter ihr Kinn. Vom Rest der Welt wollte sie jetzt erstmal nichts mitbekommen. Hoffentlich ließ diese Übelkeit bald nach und ihr Hormonhaushalt hatte sich eingestellt.
Verfasst: Sonntag 18. November 2007, 12:00
von Jolinn Hinrah
Die Tage waren schwer, sehr schwer. Sie dachte, es würde sich bessern, aber dann kam wieder ein Schwung Übelkeit. Sachte streichelte sie sich über ihren Bauch um sich selbst damit zu beruhigen. Warum hatte ihr niemand sagen können, dass eine Schwangerschaft so schlimm werden konnte? Aber mehr Zeit blieb ihr auch nicht für weitere Gedankengänge, längst wurde ihr schon wieder übel. Lies das irgendwann nach?
Es gab Tage, an denen sie sich in der Halle kurz zeigte, um sich etwas zu essen zu holen. Leichte Kost, meist Obst. Gerne wäre sie bei den Wölfen des Rudels geblieben, hätte mit ihnen getrunken und gelacht, aber alsbald musste sie sich erneut übergeben und verschwand im Zimmer. Aber sie trug es mit Stolz und mit all ihrer Kraft. Schließlich hatte sie ein Geschenk des Mannes in sich, den sie so sehr liebe, den sie über alles liebte, mehr als ihr eigen Leben. Jolinn wusste nicht, was sie noch miterleben würde, was noch mit ihr und ihrem Körper passieren würde. Aber sie freute sich auf das, was ihr bevorstehen würde. Noch fühlte sie nur das, was eine Frau fühlte, wenn sie in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft war - endloses Glück und Liebe zu ihrem Mann, Falk, zu sich selbst und zu dem, was in ihr wachsen würde. Und den negativen Beigeschmack der Übelkeit.
Verfasst: Sonntag 18. November 2007, 19:32
von Jolinn Hinrah
Aye, Bewegung tat gut. Schließlich wollte sie auch nicht auseinandergehen wie ein Hefekuchen. Wenngleich ihr das auch egal war, so es für ihr Welpen gut war.
Das Gespräch mit Spjall zu welchem Elina noch hinzu gestoßen war tat wirklich gut. Jolinn merkte wieder, wie froh sie war, dass sie sich mit Elina ausgesprochen hatte. Sie sprachen über so viel. Spjall erkundigte sich nach Jolinns Befinden, nach Svenja. Essen und Trinken stellte er ihr zurecht, sogar nur Apfelsaft. Jolinn musste schmunzeln, womöglich musste sie sich dran gewöhnen. Falk hatte ihr schon auf der menekanischen Hochzeit das Hochprozentige weggenommen. Damit musste sie sich nun wohl anfreunden. Met war hui, alles andere pfui!
Spjall und Elina waren süss. Sie sahen glücklich aus gemeinsam. Jolinn erinnerte sich an die erste Verliebtheit zwischen Falk und ihr. Und ihr wurde warm ums Herz. Denn irgendwo war sie immer noch genauso verliebt in Falk wie sie es auch anfangs war. Sie liebte jeden Zentimeter an ihm, jedes Haar, seinen Geruch, seine Haare, die ihm ins Gesicht fielen. All seine Bewegungen, an denen sie sich nicht satt sehen konnte. Seine Berührungen, sein Lächeln, seine strahlenden Augen. Augen, in denen sie immer und immer wieder versinken konnte. Sie hatte ihr Stück gefunden, das zweite Stück für ihre Seele, damit sie komplett war. Sie hatte in ihm das gefunden, was sie sich lange ersehnt hatte, was sie lange gesucht hatte. Sie hatte aufgehört zu zweifeln, sie hatte sich ihrer Liebe, ihrer anfänglich zweifelnden Liebe hingegeben. Sie hatte ihre Ängste zur Seite gelegt und sie ist sich über Dinge klargeworden, die sie so nie gesehen hatte. Sie liebte diesen Kerl abgöttisch. Und sie war so froh, ihn an ihrer Seite zu haben. An ihrer Seite als Teil ihres Lebens, als Teil ihrer Seele. Und nach einer Weile verließ sie das schnuckelig eingerichtete Zimmerchen von Spjall und Elina. Sie brauchte Ruhe, sie merkte, wie das Würmchen ihren Magen wieder dazu animierte Karusell zu fahren. Und so ging sie zurück in die Felle, in denen sie in den letzten Tagen sehr oft war.