Geisterblick - Geistertanz

Geschichten eurer Charaktere
Trystjarn Bunjam

Beitrag von Trystjarn Bunjam »

Die Geburt ... ein Wunder der Natur. Mysteriös, geheimnisumworben und ganz sicher ein Wechselspiel der Gefühle. Das alles wusste er. Darüber hatte er sich aufklären lassen ... was ihm aber, bei der heiligen Scheisse der Ahnen, niemand gesagt hatte, war das es Geburten und !GEBURTEN! gab. Schon als das erste Donnergrollen über Wulfgard zu vernehmen war, zog es den gestandenen Thyren den Magen derart zusammen, dass er das Gefühl hatte, eine ganze Gallone von Systras Abführtee getrunken zu haben.

Der Mann der sonst eher, wenngleich nicht ruhig, zumindest aber ein besonnenes Wesen hatte, tigerte Minutenlang durch die Clanshalle auf und ab und erst als Systra ihn mit einem halben Donnerwetter hinauskomplementiert hatte, nachdem er zum 7ten oder 8ten Male innerhalb von 15 Minuten nachgefragt hatte ob es denn schon soweit sei, tat er dass, was das vernünftigste in solch einer Situation war ... MET!.
Mit griesgrämigen Gesicht, dass den sich stärker zuziehenden Unwetter über Wulfgard Rechnung trug und sein Methorn in der Hand sass er mehr als eine Stunde, wie apathisch auf den Thron und nippte nur alle paar Minuten einmal an sein Horn, während er sein geliebtes Weib oben immer wieder nur Schreien hörte.
Mit einem male, verstand er die Geschichten die ihm sein Vater immer gern über den Tag erzählt hatte, als Trystjarn selbst dass Licht der Welt erblickte. Auch dort hatte es gestürmt und gedonnert und obwohl er sich einredete, dass dies kein schlechtes Zeichen sein konnte, immerhin war es ja bei ihm genauso gewesen und er ist doch ganz gut geraten wie er fand, waren diese verdammten nagenden Zweifel einfach nicht aus dem Kopf zu bekommen, genährt von jedem weiteren Schmerzensschrei seines Weibes. Diese Schreie, waren wirklich das Schlimmste nunja mit Ausnahme der Hilfslosigkeit die er verspührte.
Was kann es für ein Kerl der sein Weib wirklich liebt für eine schlimmere Folter geben, als diese Qual die sie empfindet mit anzuhöhren und genau zu wissen, dass man nichts tun kann.
Erneut tauchte ein heller Blitz die Feuererhellte Halle in ein gespenstisches Licht. Der Blick des 'erstarten Riesen' richtete sich nach Stunden endlich wieder auf und blickte zu den ganzen Weibern, die hecktisch herumrannten und soviele Dinge in das gemeinsame Zimmer trugen, dass er schon Angst hatte, dass ihn eine Lawine erschlagen würde, wenn er nochmal nach oben ginge um nachzusehen. Aber was war das? ... War es etwa Sorge in ihrem Blick? .. Wichen sie seinen Blicken aus? WAS WAR MIT SEINEM WEIB!?
Wie der noch eben heruntergezuckte Blitz, erhob er sich von seinem Thron und stampfte unaufhaltsam nach oben, dabei fast Widogard über den Haufen rennend, die erneut eine Schüssel mit heissem Wasser trug.
Die Tür wurde trotz der vermeintlichen 'Lawinengefahr' einfach aufgezogen, als ihm schon erneut ein gepeinigter Schrei entgegenschlug, der dem gestandenen Mann, das Herz in die Hose rutschen liess.
"Mach die Tür zu!" herschte Runa ihn an "und lass mich vor allem durch" kam es keifend von Widogard hinter ihm. Doch diesmal liess er sich nicht vertreiben. Er kniete sich an die Seite seiner Frau, während die Blutbeschmierten Tücher, seine Sorge nur noch weiter schürten. Er hatte ihre Hand gegriffen, was sich als fataler Fehler herausstellte. Denn obwohl Systra noch nie sehr viel Kraft in den Armen besass, drückte sie bei jeder Wehe mit einer Stärke zu, dass ein gefährliches Knacken der unter dieser Last aufstöhnenden Knochen ertönte, während sich ihre Fingernägel immer wieder in das Fleisch des Hühnen bohrten. Zusammen mit den insbrünstig und flammend vorgetragenen Flüchen, die sie ihm entgegenschleuderte und deren Kreativität und Wortgegewandtheit so manchen erfahrenen Skalden in Ehrfurcht hätten erstarren lassen, verstand er nun sehr gut, weshalb selbst gestandene Krieger ehrfürchtig, schwangere Weiber mit wilden Dämonen gleichsetzten.

Aber plötzlich war es soweit, ein kleiner Klaps und ein kräftiges und quängelndes Schreien erfüllte sein Zimmer, während sein geliebtes Weib erschöpft zurücksank. Sofort wurde das Würmchen in saubere weiche Felle gewickelt. Aber was zum Geier war das für ein widerlicher Tentakel der noch irgendwie mit Systra verbunden schien und aus dem Bauch seiner Tochter ragte? Etwas perplex blickte der frischgebackene Vater auf die Narbelschnur und noch ehe er klare Gedanken fassen konnte, hatte Runa ihn schon animiert, mit einer heissen Schere das Ding einfach durchzuschneiden. Ungläubig beschaute er sich die kleine Gestalt, welche aus Leibeskräften brüllte, als verlange sie, wieder dorthin zurückzukehren wo sie hergekommen war und sich offenkundig auch wohl gefühlt hatte, die nichteinmal sein Oberarm ausfüllte.
"Schaut Freunde ... das ist unser Kind ... unsere Tochter ...!" überwältigt von dem Anblick, des kleinen Krümelchens, dass sich noch immer schreiend in seinen Armen windete, bemerkte er die Tränen des Glücks und der Erleichterung nichtmal, als sie seine Wangen hinabperlten.
Endlich beugte er sich behutsam zu Systra und überreichte ihr dass, wofür sie Stunden, nein ... Monatelang gelitten, ertragen und erduldet hatte ... überreichte ihr dass, wonach sie sich in all der Zeit so sehr gesehnt hatte, ihre kleine Sonya.
"Schau, Weib...das ist sie...ich sagte doch sie is stark." sprach er mit erbebender Stimme, welche dem Wechselbad der Gefühle, dem nichteinmal er sich entziehen konnte Rechnung trug.
Und als das Kind in den Armen seiner Mutter endlich zur Ruh fand, und er die beiden so vereint sah, glaubte er nie etwas wundervolleres gesehen zu haben. Noch während sich die Weiber, daran machten, sich selbst von den Strapazen zu erhohlen, etwas aufzuräumen und sich selbst auszuruhen, polterte der Hüne wieder hinaus und brüllte gut vernehmlich durch die ganze Clanshalle "Es ist ein Mädchen! Unsere kleine Sonya ist da!" und mit überschwenglicher Freude, wurde das getan, was die Thyren am besten konnten, ausgelassen die Ankunft der kleinen Sonya schonmal 'vorgefeiert'!
Zuletzt geändert von Trystjarn Bunjam am Dienstag 15. September 2009, 19:41, insgesamt 3-mal geändert.
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