Seite 2 von 2
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 16:47
von Sarah Mendor
Traurig saß sie im Garten des Ordens und strich mit der Handfläche über das grüne, saftige Gras, welches sanft die zarte haut kitzelte. Dennoch konnte selbst dies nicht, der jungen Magierschülerin ein Lächeln abringen, sondern verstärkte die Trauer nur noch.
Im Kerker würde er es nicht spühren, nicht den blumigen Duft schnuppern, welcher in der Luft lag. Die Sonne sehen welche immer fröhlich zu einem herablächelte.
Hätte sie gekonnt, hätte sie es regnen lassen, doch sie wusste das solch große Zauber für Schülerinnen gefährlich waren, lebensgefährlich.
Doch würde es zur derzeitigen Stimmung wunderbar passen.
Alle Mitglieder des Ordens hingen ihrer Trauer alleine nach oder in trauter Zweisamkeit.
Alle hatten dieselbe Angst, doch vermochte es keiner jene auch nur annähernd auszusprechen. Wurde er verletzt, wenn ja wie schwer? Wenn nein, was würden sie mit ihm machen?
Es beengte das Herz, jemanden zu missen der einem die Kraft gab zu glauben und Sarah war sich sicher das Farion wusste, das sie bei ihm waren, jedes einzelne Mitglied des Ordens.
Ihr blick wandte sich gen himmel.."Wenn der Wind nur meine Worte zu ihm tragen könnte..", mit Tränen in den Augen verfolgte sie noch eine Weile dem Zug der Wolken.
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 17:55
von Galen de Vaskar
„Steh auf Galen...!“ hörte er es in seinem Hinterkopf sprechen. „Steh auf…“ der zweite Satz hallte nur ganz sanft in seinen Gedanken. Als er die Augen öffnete, war er immer noch im Ordenshaus der Gemeinschaft und vor dem Ankh kniend. Kurz blinzelte er seinen Tranceartigen Nebelschleier im Kopf weg, ehe er sich an der Dunkelheit wieder gewöhnen konnte. Wie lange war er schon hier? Wer hatte zu ihm gesprochen? Wo sind die anderen?
Mit leichter Mühe erhob er sich nun am Ankh empor, betrachtete jenen noch für einen Moment, bis er schließlich aus dem Raum ging um nach den anderen zu suchen; gefunden jedoch, hatte er niemanden.
In Bajard angekommen, jene Route die er fast tägliche machte, traf er auf die Magiebegabte Alindra Feruin. Beide unterhielten sich für eine Weile, bis die Dame etwas ansprach, was Galen´s Interesse mehr und mehr weckte. „Ein Paladin? Entführt?“
Ein Kloß bildete sich in Galens Hals, und in seinem Bauch begann etwas schwerer zu liegen als erwünscht, es war nicht das Essen, was er kurz davor zu sich genommen hatte, dafür war es zu wenig gewesen. Eindeutig ein Gefühl…Beide liefen sie im Dorf entlang und beide blieben Momente später, an der Kapelle der Kirche vorbei, doch Galen blieb stehen und wurde von Alindra beobachtet. Er blickte auf die Gräber neben der Kirche und verweilte still und betrübt. „Wie ist es passiert…?“ die Frage, klang mehr nach rhetorischer art und weise. „Ich habe nur Bruchstückhaft etwas mitbekommen.“ Erwiderte Alindra.
In der Stille seines Blickes hörte er nur einige Nebengeräusche, ein knacken, so als würde eine Tür aufgehen und dann, Schritte. Eine Dame hatte sich ihnen genähert und fragte in schwerem Akzent ob sie helfen könne. Die Stimme und die Erscheinung der Frau, war dem jungen Gläubigen mehr als bekannt. Mütterchen Vesta…Sie hatte ihn nicht auf dem ersten Blick erkannt, nachdem er die Kapuze zurücklegte und er sich ihr offenbarte lächelte sie.
Sie unterhielten sich ebenfalls…nichts jedoch, was man auf der Straße bereden sollte. So lud sie beide in die Kapelle ein.
Sie schien selbst dabei gewesen zu sein, doch anfänglich, schien Mütterchen Vesta von sich abzulenken, und ihn zu den Mitgliedern der Allianz zu schicken, sie wussten bereits alles, aber das interessierte Galen nicht. Er wollte es von erster Quelle erfahren, eine Frau die dabei war und ihm alles genau schildern konnte. Sie erzählte ihm auch alles, so gut es ging…und mit Bedrücktheit merkte er nun, wieso er aus der Trance im Kloster des Ordens erwacht ist. Er stand am Fenster der kleinen Bajarder Kapelle. Alindra Feruin und Vesta unterhielten sich noch, die kleine Dolli war ebenso dabei und hüpfte in der Kapelle freudig umher und dann Plötzlich ein Schlag. Ein Schlag der Wut, der Verzweiflung des Zorns…
„Do hat´sch jestern jewischt!“ meinte Vesta nur zum Gläubigen. Galen blickte auf Seine gebildete Faust, welche nun auf dem Fensterrahmen ruhte.
„Galen, zornig zu sein ist normal, doch lasse ihn nicht überhand über dich nehmen…“ hatte einst ein Paladin zu ihm gemeint. „Du musst lernen ihn zu kontrollieren, jeder muss das, wenn er an Temora glaubt!“ die ruhige Stimme hallte in seinem Kopf. Das Antlitz des Mannes hatte sich in seinem Kopf manifestiert. Jener war Anfang 30 gewesen, der Paladin, der mit ihm außerhalb Gerimors reiste.
Es war der zweite Abend vergangen, bis er es erst erfahren hatte, dass der Paladin und Hüter des Ordens verschleppt wurde. So wandte er sich rasch wieder ab von Bajard mit schnellen Schritten gen des Ordenshauses. Alindra hatte schon wieder ihren Weg gen Varuna gemacht, doch was er sah war nun mehr oder weniger ein Anblick das sich in seinem Kopf manifestierte.
Minuial ein Mitglied des Ordens, der ebenfalls lange abwesend war und auch gefangen genommen wurde schien innerhalb fast ohnmächtig hinter den Mauern zu liegen, genauso wie ein anderer Mitgefangener. Das erste was er tun musste, was Man tun musste, war beide hinein zu bringen…
Unter Tränen berichtete Minuial die Gefangennahme von Farion. Ein zweifach gebrochener Kiefer. Wahrlich fiel es ihm schwer davon zu berichten, so ließ Galen ihn nicht weiter darüber erzählen, und genesen. Ian versuchte noch etwas aus ihm herauszuquetschen, doch es war sinnlos…man kann von jemandem nicht mehr verlangen. Der Begleiter Minuials schien ebenso unter Folter zum sprechen gebracht zu sein…und dann viel das Wort Kerkermeister.
Galen erinnerte sich, der Kerkermeister, Sarel…ein Tunichtgut, möchte gern Ritter Alatars…ihm vielen viele Namen für diesen Mann ein. Er hatte ihn nicht mehr als einen Mond vorher im Gespräch über Temora angefahren und ihm seinen Glauben entgegengesetzt. Sarel, der Name wich ihm für einige Herzschläge nicht aus dem Kopf, welches man an seinem Gesichtsausdruck erkannte. Ian war der erste der dies bemerkte „Kennst du diesen Mann Bruder Galen?“ fragte er in die Stille. Galen nickte nur und seufzte daraufhin. „Ja ich kenne ihn, wir sind uns unwollend einmal über den Weg gelaufen.“ Erwiderte er ruhig und blickte nur flüchtig zu Ian.
Ian und Galen unterhielten sich einige Momente später. Sie waren sich auf einem spirituellen Weg sicherlich näher gekommen, doch für den Moment gab es wichtigeres zu tun…
Am gestrigen Abend, als Galen zurückkam, noch immer mit den Gedanken bei Farion und den Ordensmitgliedern. Alle schienen in Trauer zu schwelgen und er ebenso. Er blickte auf die Gräber des Ordens und dachte unwillkürlich an das schlimmste, an das, dass noch ein weiteres Grab bald hinzukommen würde…nein, an so etwas dürfte er nicht denken. Diese Sorcha hatte ihn dazu gebracht seine Gedanken in zwiespalt zu lassen. Was hatte sie sich nur eingebildet? Schuldzuweisungen!? Scheinbar hatte sie nichts besseres zu tun…!? Wollte sie seine Tugendhaftigkeit unter beweis stellen? Leute aus Varuna schien es nur an weltlichen belangen…Eine Stimme hallte wieder in seinem Kopf, die seines alten Begleiters „Du kannst dir noch so viele Gedanken über weltliche Dinge machen, wenn du dabei nicht den einzelnen Menschen vergisst!“ waren die Worte und er nickte unterbewusst auf die Worte die in seinem Geist hallten und dann plötzlich hörte er innerhalb der Wiese, wie Stein auf Gras viel, ziemlich in seiner Nähe.
Sein Blick wanderte mit seltsamen Blicken auf jenen Stein und dem gebundenen Papier. Dann rannte er los um über die Mauer zu spähen, aber da war niemand. Keiner…und so nahm er es und brachte es ins innere des Ordens und wollte alle darüber informieren…
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 23:25
von Rayrrak Rasakar
"Sany.", huschte der Name ihm durch den Kopf. Noch immer hatte er ihr Flehen im Ohr,
das sie ihm entgegenbrachte, nachdem sie mitansehen musste, wie sich Rahal ihren Herrn
aneignete. So jung und doch schon derart verschandelt durch die Lehren der falschen Göttin.
Trauer durchwob ihren Geist; ließ die Worte, die er ihr entgegen brachte, wirkungslos verbleiben.
Sie würde solange "ertaubt" bleiben, wie ihr Herr am Leben ist,
denn war er es, der ihre Gefühlslage zu bestimmen schien.
Verblassende Gedanken eines sinnierenden Ritters...
Spätestens die Ankündigung des Duells zwischen seiner Heiligkeit und dem Paladin Lefar
ließen sie jedoch von neuem entfachen. "...auf Leben und Tod...",
bedachte er die Zeilen wieder und wieder. Das Ableben Farions stand also kurz bevor,
schloss er aus diesen. Würde dem Orden diese Botschaft gefallen?
Würde die Benachrichtigung ihn in endlose Trauer hüllen?
Würde es sie gar erzürnen? "Erzürnen", hallte es in seinen Gedanken wieder,
als er sich die letzte Frage gestellt hatte. Was würde dies' Gefühl wohl im Geiste jener
anrichten, die angeben, ihm abgeschworen zu haben?
Jemanden der nicht weiß, mit dem Zorn umzugehen oder ihn gar zu nutzen,
wie der Ritter selbst es pflegte, würde er zu unüberlegten Handlungen antreiben,
ihn blind machen. "Ja, ein kühner Gedanke.", sprach er zu sich selbst,
Schneisen in den Boden seines Hauses schlagend. Wenn alles so, wie durchdacht,
funktionieren würde, könnte es ihm gelingen, die Diener des Ordens vor die Tore
Rahals zu treiben, wo sie der unerbittlichen Verteidigungskraft der Stadt erliegen und sich
somit selbst auslöschen würden.
Einen Versuch war es allemal wert, weshalb er sich am Tag des Duells,
kurz vor Beginn von selbigem, auf den Weg zum Ordensgelände machte.
Die Insignien seines Standes abgelegt, umhüllte augenscheinlich nur eine Robe seinen Leib.
Um sein Gesicht vor Blicken zu schützen - immerhin war er in der Graftschaft unterwegs -
ließ er die Kapuze einen tiefen Schatten in sein Gesicht werfen,
das zudem noch von einer Maske bedeckt war.
Als einfacher Bote, gezwungen worden, die Nachricht zu überbringen,
würden sie ihn nicht in Gewahrsam nehmen, ihrer falschen Tugenden wegen.
Ohne weitere Vorkommnisse erreichte er schließlich die Pforten des Ordens,
an welche er auch sofort zu klopfen begann.
Die Hände in die gegenüberliegenden Ärmel geschoben, konzentrierte er sich nun
auf seine Rolle - die des Boten, während er darauf wartete, dass man ihm öffnet.
"Sany.", huschte es über seine Lippen, als die Pforten geöffnet wurden
und er die junge Frau dahinter sah. Aus seiner Rolle gefallen,
war zuvor gefasster Plan verworfen und durch einen neuen ersetzt.
"Sie soll es mit eigenen Augen sehen.", dachte er sich,
während er mit falschem Vorwand ihr Vertrauen zu erlangen suchte.
Das Ende ihrer letzten Bezugsperson mit ansehen zu müssen,
würde ihr gänzlich den Verstand rauben und sie schlussendlich gefügig machen.
Vielleicht würde es ihm dann sogar gelingen, den Orden zu infiltrieren und
seine Mitglieder zu bekehren, so sein zweifelsohne waghalsiger Plan.
Kaum war er zu Ende gedacht, lag die Kleine auch schon bewusstlos in seinen Armen.
Nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand sein Tun beobachtet hat,
warf er ihren grazilen Leib über seine Schultern, um sich daraufhin gen Varuna zu begeben.
Ganz gewiss würde der dort wartende Kutscher Verdacht schöpfen,
wenn er den Auftrag bekäme, Rayrrak und die Bewusstlose nach Rahal zu schaffen.
Also nutzte der Ritter einige Momente der Unaufmerksamkeit aus
und schaffte zunächst Sanyarin in die Fahrgastkabine, ehe er sich an den Kutscher wandte.
Dieser, überaus glücklich wegen der unverhältnismäßig hohen Bezahlung,
erklärte sich sofort bereit, ihn rumzukutschieren.
Der Aufenthalt in der Fahrgastkabine gab Rayrrak Zeit,
Sanyarin jeglicher Insignien ihres Ordens zu entledigen,
diese in einem ihrer am Hüftgürtel gefestigten Beutel verschwinden zu lassen und
sie letztendlich in eine Robe zu hüllen. Noch gerade pünktlich erreichten sie schließlich Rahal,
vor dessen Toren ihnen bereits der tosende Lärm aus der Arena entgegen kam.
Die Wachen, den Ritter sehrwohl kennend, beachteten sein Tun nicht weiter,
als er die Tore mit der Bewusstlosen über der Schulter passierte.
Erst einmal in Rahal würde ihr eine Flucht unmöglich sein,
weshalb er den Entschluss fasste, ihr neues Bewusstsein einzuflößen,
wobei ihm etwas Wasser hilfreiche Dienste leistete...
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 23:27
von Sanyarin Ar´states
[Fortsetzung von Rayrrak Rasakars Post]
Langsam, als sie erwachte und sich umsah... eine fremde Stätte und Menschenmassen... Benommen... der Kopf schmerzend ob des Schlages und des Fiebers... Zweimal versuchte sie sich aus dem harten Griffe zu befreien, doch auf die Drohung von einem Dutzend Pfeilen ausgelöscht zu werden, so sie nur einen Schritt tat, hielt sie inne... Erneut ward der Griff am Arm erhärtet, der sie in ein Bildnis zerrte, welches wohl eine Arena zu sein schien... Das Gebilde ging es dann durch weitere Menschen, ehe sie brutal auf einen Sitz nieder gepresst ward... und dort unten, im Staube...
der geliebte Vater...
sofort sprang sie auf. Sie wollte rufen, die erste Silbe seinens, einzig ihr vergönnten, Titels für ihn verlies ihre Lippen, ehe sie ruckartig zurück gen der Bank gespresst ward. Unsanft fiel sie auf diese und eine brutale Hand verschloss ihren Mund und hinderte sie... zugleich drohte sie zu ersticken... doch dann ließ man sie wieder atmen. Die Hand jedoch weilte noch immer auf dem Munde und sie musste den grausigen Kampf dort unten ansehen...
Wie ihr Vater um sein Leben rang... langsam schlossen sich ihre Hände zur Geste des Gebetes und sie wollte leise beginnen, doch brutal riss man ihr die Hände auseinander und warnte sie, jenes nicht noch einst zu versuchen...
In Gedanken jedoch betete sie stumm weiter...
„Ich vertraue Dir.“
... trotz der vielen Flüche und böser Worte mochte es ihr nicht schwer fallen... Denn er lehrte sie es...
Der Kampf endete und es ward wohl verkündet, dass der besiegte Paladius ins Freie entlassen werden sollte. Sollte er mit jener Schmach leben, doch ehe die junge Lefar gen ihres Vaters eilen konnte, hielt man sie erneut kräftigen Griffes zurück. Schmerzen durchzuckten sie dieser Geste, ward es wohl im Sinne des Entführers, dass sie ihrem Vater nicht bei stehen und er sich zudem noch an ihrem Leiden ob eben diesem ergötzen könne...
Gewaltsam, trotz Tränen und Winden, wurde sie zurück gen des Ordenshauses geschliffen und dort achtlos gen der Mauer geworfen. Ihr Körper und Geist warden geschwächt ob der Tortur, so mochte es wahrlich gelingen. Doch die Nähe zum Heim und zum stolzen Ankhe des Ordens schienen ihr noch einst Kraft zu geben... So erhob sich sich und versuchte gen Rahal zurück, doch ein Ruck riss sie zurück, auf das ihr die Luft von der zerrenden Robe am Halse wegblieb.
Doch in jenem Momente näherten sich zwei Ordensbrüder...
Galen und Minuial...
Als der Entführer dieses erblickte wuchtete er den Körper der jungen Heilerin noch einst gen der Ordensmauern und zischte ihr unverständliches in ihr Ohr, ehe er dahin zog...
Ob dieses wohl willentlich geschehen... doch sie ward sich sicher, dass dieses nicht das rechte Ende seines Planes gewesen sein mochte...
Sie musste ihn finden! Ihren Vater. Sie musste...