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Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 16:59
von Malachai Schwarzmourne
"Interessant, welch Wege des Schicksals man oft unbewusst geht."
Der Schattenlord saß auf seinen Thron, starrend auf jenes Buch.
Es war reiner Zufall, dass er es erworben hatte, war es doch einst ein Deckmittel, um seine Tarnung nicht zu verlieren.
Doch unverhofft bekam er es in die Hände.
Es war sehr zerflettert und alt und der Schreiberling war gewiss kein Meister der Sprachen, denn seine Schriftführung und seine Wortlaute glichen einem kleinen Kind.
Und dennoch bestand soviel Interesse an jenes Buch...wofür?
Khazkal war genesen, klar, auch für den Schattenlord war es eine merkwürdig schnelle Genesung.
Doch was wollte dann der Alchemist noch mit jenem Buchwerke verrichten?
War vielleicht die Genesung ein Teil des Giftes, der zu Schrecklicherem führen sollte?
Vikko erzählte ihm von merkwürdigem Verhalten des Burgherren, erst jetzt fiel dem Schattenlord auf, dass er Khaz in der Tat lange nicht mehr sah.
Weiter fielen seine Blicke auf dieses alte Buch.
Er hat es gelesen, abermal und abermal. Es war voll mit unbekannten Rezepten, doch er konnte sich keinen Reim darauf machen, welches nun nützlich sein könnte.
Man konnte wohl nur abwarten. Abwarten und sehen, was der Spion in der Gestalt von Vikko herausfinden würde.
Zudem ist es eine gelungene Prüfung für ihn, um zu erkennen, ob auch in jener Person etwas von einem Schatten stecken mag.
Mal sehen, ob er Malachai das Buch abnehmen kann.
Ein lächeln huscht über das Gesicht des Schattenlords. Er war soweit zufrieden, wie sich alles entwickelte, besser als geplant, würde er meinen.
Er erhob sich, es war schon etwas dunkel.
Zulang saß er auf diesen Stuhl, sein Rücken schmerzte und sein Hintern war in der Tat schon taub.
Er musste wieder nach Varuna, einiges erledigen, dann nach Bajard um Vikko zu empfangen.
Er ging durch die Tür, hinaus auf die Zinnen.
Ein leichtes nicken der Wachmänner, welche sich dann wieder ihrem Kartenspiel zuwandten.
Weitere Schritte, gen des Nordwaldes.
Es war so friedlich, so ruhig...zu still vielleicht sogar.
Dann bemerkte er Sie, die dunkle Gestalt, in zerschlissenen, schwarzen Kleidungen, die in den Wald verschwand.
Der Attentäter?
Schnell sprang Malachai gen der Treppen, er stolperte Sie eher hinab, rief dem Torwächter zu, es zu öffnen und rutschte halb hindurch.
Er verzichtete aufs Pferd, diese Person lief gen des Hafens, man wüsste, wo man sie vielleicht abfangen könnte.
Ab in den Wald hinein, leise war kaum möglich, angesichts des Tempos, das er hinlegte, seine Hand dennoch auf seinem Schwertknauf liegend.
Wo war dieser Bastard bloss?
Die Augen suchten alles ab, er würde den ganzen Wald umdrehen um herauszufinden, wer die Burg verlassen hatte.
Verfasst: Samstag 5. Mai 2007, 21:33
von Saldor Falkenau
*Ein Pergament liegt auf dem Schreibtisch des Schattenlords in der Burg Eisenwart.*
Wachbericht von der Ergreifung des Burgherren in Bajard:
Der Mauer Schutze Schattenlord,
Als nach unserem Treffen in der Burg der Heiler Stranamorius schnell ausfindig gemacht werden konnte, übergab ich ihm die Abschrift jenes Giftbuches, wobei er sich sogleich in der Burgküche daran machte, das darin befindliche Rezept genauestens zu studieren. Auch warf er einen Blick auf das angeschlagene Burgfräulein.
Ich liess dann eine Wachkohorte von zwei Mann, bestehend aus dem Zenturio Mares und dem Prätorianer Alando, zusammenstellen, die mich gen Gerimor begleiteten, um dort den Burgherren ausfindig zu machen. Wir waren alle in zivil ohne Rangabzeichen gekleidet, da es zu befürchten war, dass die Grafschaft nach dem verschwundenen Khazkal abgesucht werden musste.
Zuerst führte uns der Weg in die Schenke nach Bajard. Angeblich war Khazkal durch das Gift ja der Trunksucht verfallen, weshalb es nahe lag, erst einmal alle Tavernen nach ihm zu durchkämmen. Während meine beiden Männer ausserhalb warteten, sah ich mich im dortigen Schankraum um. Ausser einem Betrunkenen an der Theke war aber niemand in jenem.
Als ich gerade den Mann aushorchen wollte, kam der Burgherr nach Wein gierend in die Taverne. Ich wies den Zenturio an, Khazkal auf die offene Strasse zu locken, während der Prätorianer sich ausserhalb bereit machte, den gänzlich nicht bei Sinnen wirkenden Burgherren mit einem Knüppel niederzuschlagen. Der Lord war offensichtlich derart verwirrt von dem Gift, dass er keinen von uns erkannte und nur Augen für den Wein hatte. Nach längerem hin und her konnte der Zenturio ihn allerdings dazu überreden, die Taverne zu verlassen, indem er ihm versprach, ihm draussen besseren Wein kredenzen zu können. Hierbei war es nötig so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen, weshalb ich dem Betrunkenen an der Theke zahlreiche Weine ausgab, mit denen er sich in raschen Trinkzügen die Sinne vernebelte.
Mir war klar, dass der Burgherr in seinem Trunkwahn niemals freiwillig uns nach Lameriast zur Burg folgen würde. Aus diesem Grund schlugen wir ihn ausserhalb der Taverne mit einigen Knüppelschlägen zu Boden und banden ihm die Hände auf den Rücken. Ein grüngewandeter Mann in Robe kam bedauerlicher Weise des Weges, als wir den Burgherren gerade gen Hafen trugen, der sich aber davon überzeugen liess, dass wir lediglich einen Trunkenbold nach Hause schleppen würden. In gewisser Weise entsprach dies ja auch der Wahrheit. Trotzdem war der Grüngewandete recht misstrauisch, darauf bestehend, uns zu folgen. Auch Herr Sha`ar stiess zu uns, sodass wir zu sechst mit dem Schiff Bajard verliessen. Im Bauch des Handelskahnes auf der Überfahrt rüsteten meine Männer wieder auf und machten dem misstrauischen Mann in Robe deutlich, dass er auf Lameriast uns nicht weiter begleiten könnte. Er sah dies dann unter Angstschweiss ein, sodass keine Gewalt angewendet werden musste.
Schliesslich verbrachten wir Khazkal gefesselt und aufgrund seiner Gegenwehr hinter uns herschleifend zur Burg. Auf Widerstand unserer Feinde stiessen wir hierbei nicht. Lediglich eine knapp bekleidete Reisende musste davon überzeugt werden, sich um ihrer Gesundheit Willen nicht einzumischen.
Der Heiler Stranamorius hatte unterdessen die Zutaten für den Trank besorgt und Khazkal wurde in ein Bett im Schlafraum der Burg mit Handfesseln gelegt. Es war leider nötig ihn zu knebeln, da er in seiner Rage irres Gelächter und wüste Beschimpfungen ausstiess. Auch dem Burgfräulein schien es wieder besser zu gehen.
Sie und der Burgherr kurieren sich nun auf der Burg aus. Der Heiler will den sehr aufwendigen Trank heute Nacht brauen, sodass er morgen dem Burgherren verabreicht werden kann. An jeder Tür des Schlafraumes habe ich Wachen aufstellen lassen, die dafür sorgen werden, dass Khazkal bis morgen früh nicht entkommen kann. Dann sollte der Trank seinen Wahn mit Alatars Hilfe aufheben.
Abschliessend lässt sich sagen, dass es eine Fügung des Gottkönigs gewesen sein muss, dass unsere Feinde nichts von dem über Tage saufenden Burgherren in der Bajarder Taverne erfahren haben. Er wäre sehr leichte Beute gewesen und ein ausgezeichnetes Druckmittel im Hinblick auf die gefangenen Anführer der Waldweiber und der Barbaren. Das Gift hatte also schlimmere Auswirkungen, als wir zunächst annahmen. Jedoch zeige sich dadurch, dass unsere Feinde sehr desorganisiert zu sein scheinen, sowie ferner über keinerlei Spione in unseren Reihen verfügen.
Möge die Stärke Alatars uns in unserem Streben ein Leitbild sein.
Saldor Falkenau,
Tribun der dunklen Legion
Verfasst: Samstag 5. Mai 2007, 21:55
von Malachai Schwarzmourne
Es schien sich alles zum Guten zu wenden.
Das Buch, welches man unwissend als Tarnung in der Bibliothek in Varuna erworben hatte, war jenes Gegenmittel für den Wahn des Burgherren.
Trunksucht nannte sich das Gift, welches einem die Abhängigkeit zum Alkohol gab und so den Verstand vernebelte.
Es war doch alles eher eine Reihenfolge glücklicher zufällte, als das Können eines Einzelnen.
Lauschend, an der Tür zum Rekrutenschlafsaal, hörte man das hysterische Gekeife der Burgfrau Leonore. Ihre Sorge war groß um ihres Geliebten Willens und man gesellte sich zu ihr und Armoran.
Der Schattenlord lauschte ihren Worten, versuchend, die Panik daraus zu filtern und alles an Informationen zu bekommen, die man bekommen konnte.
Dem Alkohol wäre er verfallen schrie Sie. Er wäre nicht bei Sinnen, zieht dem Wein vor ihr vor, beschimpfte Sie gar und stiess Sie zu Boden.
Alkohlsucht...Alkoholsucht....der Schattenlord liess sich jenes Wort stetig durch den Kopf gehen.
Woher nur vernahm er dieses Wort.
Dann schoss es ihm durch den Kopf.
Ein Buch, welches er erworben hat, welches der Heiler Stranamorius so begehrt und auf welches er Vikko für seine Prüfung hetzte. Es stand dort ein Rezept gegen die Trunkenheit drin.
Klein, kritzelig geschrieben und eher als Notiz warzunehmen auf den letzten Seiten.
Man erklärte Leonore, dass das Buch gesucht wird und von jemanden gekauft wurde.
Sie wollte Namen, sie wollte es wissen. Armoran selbst liess seine Hand zur Klinge gleiten und began zu sprechen, dass, egal wer es ist, er ihn....
er unterbrach, als er das grinsen des Schattenlords vernahm, der das Buch in der Hand hielt.
Ja, er kaufte das Buch, er besass es. Doch er wusste nicht, welchen Wert es hatte.
Leonore wollte es sofort haben, Sie sah darin alle Lösungen ihrer Probleme. Doch ihr es zu geben, in ihrer jetzigen Verfassung, wäre Unklug.
Der Heiler brauchte das Rezept, also musste man sicher gehen, dass er es auch bekommen würde.
Man redete auf ihr ein, sagte ihr in ruhigem Tone, dass der Schattenlord sich darum kümmern würde, dass man Khazkal finden würde und ihm das Gegengift geben würde.
Sie war verzweifelt, legte den Kopf auf die Brust des Schattenlords, er nahm Sie zum Trost in den Arm.
Es klingelte, man erhob den Kopf und wollte nachschauen gehen.
Der Schattenlord befahl, zu sehen, selbst würde er eine Abschrift des Rezeptes für den Heiler machen, wäre es doch eine zu große Gefahr, das einzige Rezept aus den Händen zu geben.
Er traute dem Heiler nicht, es war nichts seltenes, denn Fremden traute der Schattenlord nie.
So verstand man seine Vorgehensweise und man trennte sich.
Die Abschrift wurde gemacht, mit einer Notiz vom Schattenlord für Stranamorius, indem er erfahren würde, was das für ein Rezept sei und woher es kommen würde.
Es dauerte ein Weilchen, dann kam man hinunter.
Zur rechten Zeit.
Leonore, des Burgherrens Weib, ist auf den Stufen Ohnmächtig geworden.
Die Gedanken, dass vielleicht endlich einmal Ruhe herrschen würde, verflogen und man ging ihr nach.
Man entkleidete Sie ihrer Rüstung, ein Prätorianer stand wenige Meter von ihr und Lamprecht, der half sie hineinzutragen, entfernt.
"Wollt ihr für das Angaffern des Burgherren Weibes nackten Körper angeklagt werden Prätorianer?"
Der Schattnelord mochte keine Zuschauer, der Prätorianer zuckte zusammen und entschuldigte sich damit, dass er in Gedanken war, ehe er dann auf Befehl hin den Raum verliess.
Die Bände zwischen den Rüstungen wurden gelöst, man legte eine Decke über sie und der Schattenlord griff unter die Decke und zog das Brustoberteil der Rüstung hinaus.
Er entsann sich, wie sie sich vorhin an der Schulter stetig gekratzt hatte. Er dachte, es wäre eine nervöse Reaktion gewesen, doch dem war nicht so.
Eine kleine Bisswunde, Blau verfärbt und kaum zu erkennen, war dort.
Sie war heiß, Fieber machte sich in ihr Breit und dann verfiel sie jenem Wahn.
Sie sprach merkwürdige Sachen, sie schrie nach Khazkal, dann war Sie auf den Zinnen der Burg und musste einen Angriff abwehren.
Die Träume schienen eine Qual für Sie zu sein und der Schattenlord versuchte, ihre Träume zum guten zu lenken, als er in ihr Ohr leise flüsterte.
Die Wunde war gereinigt, doch leider fehlte das Wissen, was für ein Tier es war.
Er besass ein Antiserum, es ist womöglich zu schwach, um Sie zu heilen, doch es würde es zumindest ein wenig stoppen.
Er sagte ihr in ihrem Fieberwahn, dass Sie diesen Trank trinken sollte, es wäre Wutblut und mache sie für die Schlacht unbesiegbar. Sie vernahm es und trank alles in einem Zuge aus.
Lamprecht hingegen verliess die Räumlichkeiten um andere zu suchen, Leonore selbst sagte dann, als ihr Körper abkühlte, dass sie den Schatten spüren, aber nicht sehen konnte.
Man redete behutsam auf ihr ein, sie solle Ruhen und sich keine Sorgen machen. Deckte sie dann ordentlich zu und verliess die Schlafgemächer.
Armoran bekam den Befehl, auf Leonore aufzupassen, welch Glück dass Saldor auch gerade zugegen war.
Die Zeit war knapp, der Schattenlord erzählte ihm kurz, was geschehen war und gab ihm den Auftrag, einige Mannen zum Heiler nach Rahal zu schicken, um ihm das Rezept zu geben, einige andere Mannen loszuschicken, um den Burgherren aufzusuchen.
Dabei anmerkend, dass dies in Zivil geschehen solle, da die Suche auch bis nach Varuna führen könnte.
Saldor nickte und machte sich sofort an die Sache, die Befehle schnellstmöglich auszuführen.
Der Schattenlord selbst ging hinaus.
Er würde abermals wieder nach Varuna reisen, um dort nach Khazkal, seinen alten Freund, zu suchen. Stetig in der Hoffnung, dass nichts zu spät sei.
Verfasst: Sonntag 6. Mai 2007, 01:16
von Cyrion Sha´Ar
Götter... Das Weib war hysterisch...
Keinerlei Selbstachtung, keinerlei Stolz. Eine Kriegerin, die so in Abhängigkeit des Burgherren war, dass er sich fragte, ob Khazkal ihre Droge war. Er ritt in die Dämmerung hinein, auf den Weg zu Inaras Bauernhof. Er versuchte, Leonore aus seinen Gedanken zu verscheuchen, doch war es nicht einfach. Bisher nurmehr starke Frauen kennengelernt, konnte er nicht glauben, das eine Kriegerin sich so gab. Und doch... Die Liebe hatte sie zu seinem Sklaven gemacht. Ob das noch gesund war? Er bezweifelte es. Helfen konnte er ihr nicht. Er konnte nur hoffen, das seine Worte sie aufrüttelten, ihr klar machten, dass sie nie erreichen würde, was sie wollte - Respekt von den Mannen, Respekt von Khazkal, wenn sie sich weigerte, die Stärke zu zeigen, von der er sich sicher war, dass sie irgendwo in ihr schlummern musste. Ein bleibender Eindruck von der Frau - ein Eindruck von Schwäche. Von gewollter Schwäche. Nun er konnte ihr nicht helfen. Und Khazkal... Er war nun in der Obhut seiner Leute, geschützt in seiner Burg. Er hoffte, dass der Trank ihm helfen würde. Hoffte, dass er morgen einen normalen Khazkal sehen würde. Wenigstens hatte er ihn - Cyrion erkannt. "Du bist der Rabe..." Er schmunzelte leicht. Er hatte sich selbst nie so bezeichnet, aber es traf ziemlich genau, was er war - ein Rabenkrieger - wenn auch ohne Herren. Er war sich sicher, dass Khazkal wieder gesund werden würde. War nur noch eine Person übrig, die es in diesen wirren Kriegszeiten auf Lameriast zu schützen galt. Inara, Malachais Frau. Wusste sie von dem ausgebrochenen Krieg?
Bei ihr zuhause angekommen, stellte er fest, dass dem nicht so war. Sie wusste nichts von den Kämpfen, von Khazkals Krankheit oder davon, dass Falk und Ronya in Rahal schmorten. Falk und Ronya... Ronya war eine gute Frau. Und auch Falk tat ihm leid, wusste er doch von seiner Abscheu vor Mauern und engen Räumen.
Und Inara? Diese war im achten Monat schwanger, der Bauch Kugelrund. Malachais Kind... Für Cyrion war klar, dass er sie nicht alleine lassen konnte, wusste er doch nicht, ob irgendeinem Feind der Burg ihre Beziehung zu eben dieser bekannt war. Sie sagte nein, aber... aber...
Auf seine Bitte, mit dem Vieh nach Gerimor zu gehen, ging sie nicht ein. Auch verstand er, dass dies die Art von Aufregung war, die sie im augenblick so gar nicht gebrauchen konnte. Malachai würde ihm nie verzeihen, wenn er sie zu etwas drängte, was ihr und dem Kind schaden würde. Was blieb ihm also übrig, als ihr anzubieten, bei ihr zu übernachten. So half er ihr mit der Feldarbeit, ungewohnt für ihn, aber lieber er, als sie in ihrem Zustand. Sicher, sie musste es auch sonst machen, so dachte er, während er die Sense schwang, aber einen Tag ohne diese arbeit würde ihr gewiss gut tun. Ein junge Mann, ein Bursche noch, tauchte bei ihnen auf und sorgte für unterhaltsame Kurzweil, ein Junge aus diesem Waldmenschendorf. Er tauschte mit vielem hin und her eine Saphirkette seines Stammes gegen einige Erdbeeren und Tabak ein. Ob er Cyrion für ihren Ehemann hielt? Wahrscheinlich. Cyrion würde die kette auf jedenfall in Ehren halten, mit blütenblättern geschmückt und der Stein selbst graviert mit strichen und einem kreis. Ein schönes Stück.
Später am Abend bezog er dann seinen Platz beim Herd, Wache haltend. Der Strohsack war einigermassen bequem, auch wenn er zuweilen pickste und sein Umhang reichte als Decke allemal, so nah am Feuer. Sich entspannend schloss er die Augen und lauschte in die belebte Stille des Hauses. Feuerknacken vom Ofen, das leise Schnurren einer Katze, die es sich neben ihm bequem machte. Holz im Gebälk des Hauses, das laut knackte, arbeitete. Und von draussen mal ein schläfriges Gluckern von den Hühnern, ein Schnauben eines Pferdes. Ein Ruhevoller Abend. Etwas anderes als das Krächzen der Raben, mit denen er einschlief und aufwachte. Die Füsse streckend, verschränkte er die Arme hinter dem Kopf. Wieder pickte ihn ein Strohhalm und er zog ihn aus dem groben material heraus. Ein Bett wäre um einiges angenehmer. Inara hatte ihm eins angeboten. Malachais Bettseite, war ihr wohl klar, dass er Malachai nie hintergehen würde - genauso klar, wie Cyrion dies war. Zudem... Eine Hochschwangere Frau. Er sah Inara mehr und mehr wie eine kleine Schwester. Und dennoch... Malachai, der ahnungslos zu seiner Frau wollte und im Dunkel der Nacht einen Mann neben seiner Frau sah? Vielleicht ihn gar nicht sofort erkannte? Cyrion wollte nicht wissen, ob er, schlaftrunken, Malachais Schwerter abwehren konnte. Nein das wollte er ganz bestimmt nicht wissen. Aufwachen mit dem Schwert seines Besten Freundes im Bauch. Seine Zehen krümmten sich in anspannung bei diesem Gedanken und er liess ihn so schnell fallen wie eine heisse Kartoffel. Nein er war hier oben beim Ofen gut aufgehoben, seine Waffe neben ihm, falls doch jemand in das Haus einbrechen wollte um Inara zu entführen. Ein leises Krächzen ertönte, ein schläfriger Ton von Murelay, welcher im Baum neben dem Haus hochte. Ein kleines Lächeln zierte seine Lippen, als er die Augen schloss und sich gestattete, in einen leichten Schlaf zu fallen. Murelay würde ihn wie immer warnen. Doch solang die Rabentöne so ausfielen, gab es nichts zu befürchten. Wieder lächelte er und fühlte sich wohl. Fast wie zuhause....
Verfasst: Sonntag 6. Mai 2007, 12:10
von Stranamorius
Der Burgwald erwies sich als ganz passable Quelle für alchemistische Zutaten. Hier und dort fand er eine Nachtschattenpflanze oder zog eine Ginsengwurzel aus dem Boden; auf der Burgmauer hatten sich dichte Efeuranken ausgebreitet und auch der ein oder andere Brocken toten Holzes ließ sich bei einer Wanderung durch den Forst auflesen. Zurück am Burgtor wurde dem rahaler Apotheker, derzeit in den Diensten Eisenwarts, ein herzlicher Empfang bereitet. Geschmeichelt betrat er das Schloß und wurde sogleich davon in Kenntnis gesetzt, daß das Buch, welches er gesucht hatte, aufgefunden worden war.
Die Aufregung, die er immer im Zusammenhang mit diesem Werk empfunden hatte, war auch jetzt wieder sehr groß. Sollte er es denn endlich in Händen halten? Doch auch diesmal gab es einen Wermutstropfen. Der Tribun erklärte, daß man ihm nur eine Abschrift jenes Rezepts, von welchem man sich eine Heilung des Burgherrn erhoffte, übergeben wollte. Wieder ging ihm also das gesamte Schriftstück durch die Lappen. Dabei wollte er es diesmal am Ende nicht bewenden lassen, aber vorerst galt es, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Das Rezept war da. Es mußte studiert und sämtliche Vorbereitungen getroffen werden. Da war auch noch die Angelegenheit mit dem Burgfräulein. Man bat ihn, nach ihr zu sehen, da sie angeblich siech darnieder lag.
So sagte Stranamorius also zu, sich all dieser Neuigkeiten anzunehmen und verschwand mit der Abschrift des Rezeptes, dem noch eine Notiz des Schattenlords beigefügt war, in seinem behelfsmäßig eingerichteten Labor, der Burgküche. Beinah gierig verschlang er die Zeilen, hastig flog er über die Anmerkungen des Schattens, denn die Neugier, was hinter der Sache stecken mochte trieb ihn ganz außer sich. Da war sie nun die Passage - und sie sprach in umständlicher und altertümlicher Weise von einem mutmaßlichen Rezept gegen Trunksucht. Seltsam, ohne Zweifel. Doch bis hier her vorgedrungen gab es nun kein Zurück mehr. Es mußte gewagt, ohne langes Nachsinnen ausprobiert werden, wenn diese Schlacht noch gewonnen werden sollte. Das Rezept verlangte nach dreierlei Zutaten: Drachenblut, Molchaugen und Wildkraut. Im Grunde nichts, was dem Alchemisten besondere Rätsel aufgab, schließlich besaß er von all dem bereits etwas. Trotzdem war er ein wenig überrascht. Zum einen kannte er bisher kein Rezept, welches sich der Wirkung von jenem berauschenden Wildkraut bediente, doch andererseits war er auch stolz auf seine Intuition, denn es war ihm während der Behandlung des Burgherren schon einmal in den Sinn gekommen, Wildkraut einzusetzen, was er allerdings dann wieder verworfen hatte.
Nun trat der Tribun wieder in die Küche ein. Um das Burgfräulein stehe es schlecht und man sollte sich sogleich um sie kümmern. Das weitere Studium der Abschrift wurde aufgeschoben, eine Tasche eilig gepackt und die Halle hinüber zum Schlafsaal durchquert. Während der Behandlung, wobei es sich offensichtlich um eine infizierte Bißwunde handelte, war Stranamorius mit der Kranken alleine. Arznei wurde verabreicht, die Bißstelle aufgeschnitten und etwas vergälltes Blut entnommen, danach mit heilenden Tinkturen versehen und verbunden. Nun mußte ausreichende Ruhe für die endgültige Gesundung sorgen, doch scheinbar fuhr der Drang, sich an der Suche des abhanden gekommenen Burgherrn zu beteiligen in die Genesende. Um diesen zu bremsen, verabreichte ihr der Apotheker unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ein wirksames aber harmloses Schlafmittel und kehrte somit an seine Arbeit ins Labor zurück.
Was an den genannten Zutaten bei der Hand war, stellte der Alchemist bereit. Für das Wildkraut mußte er die Burg verlassen und machte sich auf zur Bank im Hafendorf.
Bei seiner Rückkehr traf ein Trupp von Soldaten Eisenwarts gerade auf der Burgwiese ein, unter ihnen ein Gebundener, der, wie man dem Apotheker sagte, der Burgherr und ganz von Sinnen wäre. Diese Nachrichten waren zwar gut, aber geboten auch Eile. Man schaffte auf Geheiß des Alchemisten die fehlenden Mengen an Reagenzien heran, welche der Herstellung des Gegenmittels dienen sollten und diskutierte in kleinem Kreise dann noch über eine Unklarheit betreffend der Zubereitungsweise, welche sich aus der gar altertümlichen Formulierung des Rezeptes ergeben hatte.
Es war nämlich ebendort von "kalter Flamme" die Rede. Schließlich wurde beschlossen das Gemeng aus Drachenblut, den beiden Augen eines Molches und dem Wildkräutlein bei geringer Hitze ziehen zu lassen.
Zurück in der Küche setzte Stranamorius also einen sauberen Kessel auf und schürte ein Feuer so lange, bis die Flamme erstorben und nur Glut zurückgeblieben war. Dies schien ihm als Interpretation der kalten Flamme hinreichend und die Drachenblutsuppe begann sanft zu brodeln.
Wiedereinmal brachte der Apotheker also eine Nacht bei der Arbeit in der kleinen Burgküche zu. Doch zeichnete sich nun langsam ein Ende seines Aufenthalts auf Eisenwart ab - wenn das Mittel diesmal wirkte...
Verfasst: Sonntag 6. Mai 2007, 12:30
von Der Erzähler
Sprießende Blumen
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Ein Klicken kündete von einem Schloss weniger, das zwischen ihm und der entgültigen Erfüllung des Auftrags lag. Er hatte sich fast ein Stück der Zunge abgebissen, als der Meister ihn anbrüllte, warum denn ein Rezept gegen das teuerste Gift, das er jemals hatte einsetzen dürfen, existierte. Er selbst hatte nichts davon gewusst, wie auch, man erzählte ihm ja nichts – Wissen war ein Privileg der Vermögenden. Hier sollte es sein, in Varuna, in der Bibliothek Ducat. Langsam setzte er Schritt um Schritt über die Holzbohlen, die nur leise knarrzten. Vorsichtig, mit dünnen Stoffhandschuhen, wurde der Index aufgeschlagen und überflogen. „Arcane Eynheyt... Arcane Gifteley.“ - das war es. Fast hastig, erwartungsvoll näherte der Mann sich dem Bücherregal und sah.. eine Lücke. Es war fort! Nicht hier! Das hieß... nein.... nein! Er zitterte am ganzen Körper, als er das Haus verließ. Erst das Haus, dann die Stadt – und er fing an zu rennen. Der Fährmann bekam einen vollen Beutel zugeworfen und legte ab, ohne auf die üblichen drei, vier Fahrgäste zu warten.
In der Kabine raufte sich der „Schatten“ die Haare. Sein Herr würde toben, wenn die Burg mit der Heilung den Ruf von Unbesiegbarkeit aufbaute. Er würde seine Lebensgrundlage verlieren, nicht mehr diese luktrativen Aufträge ohne jede Mühe erhalten.
Er würde es zu Ende bringen, ein für alle Mal!
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Verfasst: Sonntag 6. Mai 2007, 13:40
von Malachai Schwarzmourne
Viel geschieht um und in den Mauern der Burg. Zuviel, wenn man die Meinung des Schattenlords befragen würde.
Der Krieg war nun definitiv unabwendbar.
Die Schlacht am Hafen war zwar für die Feinde geschlagen, doch es war das Zeichen für das einmischen Rahals in die Angelegenheiten Lameriast.
Duch die Gefangennahme von Falk Hinrah und Ronya Sotan, stand Varuna nun sicherlich nichts mehr im Wege, ihr Zeichen für ihr Einmischen zu setzen.
Doch vorher gab es andere Sorgen.
Der Burgherr wurde gefunden, der Trank war am Brauen. Nun nahm das Schicksal ihren Lauf und man konnte nur Hoffen, dass nichts umsonst war.
Der Schattenlord ritt gen des Hafens, er musste noch einmal übersetzen und einige Dinge klären, ja vielleicht sogar doch schon sein Haus in Bajard vorbereiten, um Inara dorthin zu bringen.
Eine zu große Gefahr war er für Sie, angesichts seines Ranges als Stellvertreter des Burgherren. Würde man Sie entführen, in ihrem hohen Schwangerschaftsmonats, wäre Sie ein zu großes Druckmittel für die Burg.
Doch glücklicherweise, so denkt er, weiss kaum jemand, dass Inara Tiefenbach die Verlobte von Malachai Schwarzmourne und somit auch vom Schattenlord der Burg Eisenwart ist.
Es war schon tief in der Nacht, doch der Fährmann des Schiffes war es gewohnt, noch Nachts überzusegeln, schliesslich wurde er dafür auch bestens entlohnt.
Er weckte ihn, der Kapitän benickte, dass Sie rübersegeln könnten, aber er bräuchte einige Zeit, um das Schiff klar zu machen. Zeit, die Malachai nutzen könnte, um Inara noch einmal kurz zu sehen.
Er ritt am Hofe, als er schon aus der Ferne ein Rabenkrähen hörte.
Er wartet kurz, im Schatten der Dunkelheit, als sich jenes Geräusch wiederholte, immer im selben Moment, im selben Takt, wie eine Alarmanlage, die im richtigen Moment los krächzt und jemanden ein Signal geben würde.
Er ritt am Hofe vorbei, tat so, als würde er sich nicht dafür interessieren, um dann dahinter abzusteigen.
Er ging fast lautlos um das Haus und linste um die Ecke, den Raben begutachtend, konnte er sich wohl nur eine Person vorstellen, die hier wäre: Cyrion.
Ja, es musste Murelay sein, der Rabe von Cyrion, welchen er bei seiner ersten Begegnung mit Cyrion kennen lernte.
Doch es wäre schon demütigend, wenn der Schattenlord von einem Raben entdeckt wird.
Ein grinsen machte sich breit, ein nettes Spielchen gäbe das.
Er schlich über den Zaun, Muriels Augen drehten sich zur Bank, als dort jemand anderes sein Pferd zügelte.
Leise, an den schlafenden Hühnern vorbei, in Deckung.
Murelay schaute sich um, er schien die Augen zu verengen, um besser zu sehen, doch er sah nur den Schwarzen Schatten an der Hausecke, der vom Mondlicht projetziert wird.
Dann wandte er wieder den Blick ab, schnell zur Treppe und dort in die Ecke.
Die Tür war vorsorglich verschlossen, doch kein Problem, wenn man einen Schlüssel besass.
Der Blick des Rabens wandte sich der Ecke zu, doch sehen würde er nichts. Malachai war schon leise durch die Tür entschwunden.
Er glitt über den Boden, es sah aus wie ein Zickzackspiel. Er wusste, welche Dielen knarren würden und welche nicht. Er hatte es sich bemerkt, unwissend, wieso.
Die Tür zur Küche, er drückte Sie am Knauf leicht hoch, damit auch Sie kein Geräusch von sich geben würde und hörte schon ein lauteres Atmen einer schlafenden Person.
Er wartete, ging jedesmal nur einen Schritt, wenn diese Person laut einatmete. So vermied er, dass Geräusche entstehen, wenn es gerade lautlos war.
3-4 Schritte, mehr waren es nicht, dann stand er vor dem schlafenden Cyrion.
Er erkannte ihn, sein Glück. Klar würde er nicht denken, dass ein Einbrecher sich erstmal zum schlafen in die Küche legen würde. Doch weiss man nie, ob es nicht eine Wachperson von einer Gruppe waren, Banditen vielleicht, die sich hier eingenistet hätten und Inara Gefangen hielten.
Es wäre schon lustig zu sehen, wie sie dann nach und nach Sterben würden, in der Nacht unerwartet, weil Sie nicht damit gerechnet hätten, in wessen Haus Sie eindringen würden.
Doch dem war nicht, ein Glück, denn Cyrion lag dort ruhig und friedlich schlafend.
Es brauchte keiner Erklärungen, Cyrion wusste, was derzeit geschieht auf Lameriast. Der Krieg, der Attentäter und die Vergiftung.
Er war ein guter Freund, dass er hier lag und auf Inara aufpassen würde. Er war der beste Freund, den man sich vorstellen könnte.
Malachai kniete sich hin, betrachtete die schlafende Person und kam etwas näher.
Ein leises, kaum hörbares Danke flüsterte er ihn ins Ohr, ehe er sich dann erhob und Geräuschlos den Raum verliess, die Treppen hinab zu Inara ging.
Sie schlief auch sehr fest. Er kam näher, zog die Decke richtig über Sie zu, auf dass Sie nicht frieren würde. Streichelte ihr durchs Haar und gab ihr einen sanften Kuss.
"Ich Liebe dich Inara", hauchte er ihr leise ins Ohr.
Dann verschwand er. Er machte diesesmal keine Anstalten, als er durch die Tür nach draussen ging, aus dem Blickfeld des Rabens zu stehen.
Der Rabe, wohl erschrocken oder verwundert über die Person, die hinaustrat, began laut zu krähen.
Doch wohl zu spät würden die Personen geweckt werden, denn der Schattenlord verschwand hinter das Haus, auf sein Pferd und ritt wieder zum Hafen.
Ein letzter, weiter Blick auf den Hof, ehe er vom Kapitän höfflich empfangen wurde und nach Gerimor reiste.
Verfasst: Sonntag 6. Mai 2007, 14:08
von Cyrion Sha´Ar
Der Rabe krächzte laut und riss Cyrion aus dem Schlaf. Im ersten Moment nicht wissend, wo er war, rutschte er unwürdevoll von dem Strohsack und mit einem Bein auf den Griff seiner Axt. Der Griff zur Axt reiner Reflex, während er versuchte, durch die zerrissenen Träume zu erkennen, wo er war. Blinzelnd nahm er die verglühende Wärme des Ofens wahr, Stühle, Tische, Kisten... Gluckernde Hühner, schläfrig und gestört von den Rufen Murelays. Es roch nach Backwaren, es roch nach... Inaras Hof. Achja... Sich aufrichtend, begab er sich still zu den Fenstern, hellwach nun. Doch der Blick durch die Schlitze der Vorhänge am Rande der Fenster gab nichts ungewöhnliches Preis. Auch verstummten die dumpfen kollernden Rufe des Raben und er meinte, kurz vor dem Aufwachen die Hufe eines Pferdes vernommen zu haben. Wieder bewegte er sich durch das Haus, still, ein Schatten unter Schatten. Einzig seine nackte Brust mochte bleicher wirken, so man ihn sah. Nichts rührte sich. War da jemand gewesen? Aber nein, kein Zweifel, der Rabe hatte gerufen! Leise begab er sich nach unten, in den Keller, ein Blick in das Bad, ein Blick durch die Vorhänge zu Inara, nachdem er sich überzeugt hatte, das er niemanden ausser ihr atmen hörte. Und ihr Atem war ruhig, gleichmässig, der Atem einer Schlafenden. Wieder nach oben gehend setzte er sich auf seinen Strohsack und lauschte hinaus in die Dunkelheit. Nein... da war niemand... Aber vielleicht...? Er hatte von Malachai geträumt. Unwissend, warum sein Traum so plötzlich umgeschwungen war. Oder... doch, er meinte... ja. Der wachende Mann nickte leicht zu sich selbst. Er musste hier gewesen sein. Der einzige von denen, die er kannte, der sich unbemerkt an ihn anschleichen konnte. "Danke..." Hatte er es wirklich gehört? Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich wieder niederlegte und die Axt neben seine Bettstatt senkte. Aye... er wachte über Inara und Malachai wachte über sie alle. Immer noch umspielte das Lächeln seine Lippen, als er friedlich wieder einschlief.
Verfasst: Sonntag 13. Mai 2007, 21:18
von Lamprecht
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Verfasst: Sonntag 13. Mai 2007, 21:20
von Stranamorius
Da war er nun also in der kleinen Bajarder Bibliothek. Ihm gegenüber saß Vyra in ihrem schwarzen Kleid mit den goldenen Stickereien und den Spitzenbordüren. Er fand Gefallen daran, das Geschehene mit jemandem zu teilen. Und zu Vyra hatte der Apotheker Vertrauen. Ganz davon abgesehen hatte sie ein Recht darauf, vom Ausgang der Geschichte zu hören. Schließlich war sie ja schon zuvor eingeweiht worden, und auch wenn ihre Hilfe schlußendlich nicht mehr von Nöten gewesen war, so hatte sie diese doch angeboten.
"Ah, ja.. endlich habe ich es. Und lange hat es gedauert. Aber der Geduldige wird am Ende belohnt."
Stranamorius klopfte sanft mit der flachen Hand auf den vom Alter gezeichneten Ledereinband des Buches 'Dunkle Gifte'.
Die Bibliothekarin antwortete mit einem Schmunzeln auf die begeisterte Zufriedenheit ihres Gastes.
"Erst wurde mir ja nur eine Abschrift des Rezeptes, das Herrn Deslon helfen sollte ausgehändigt", setzte er seine Erzählung fort.
"Natürlich machte ich mich sofort an die Arbeit den Trank zuzubereiten, und es kostete mich eine weitere Nacht, bis er fertig war. Denkt Euch nur, Vyra, ich verwendete Wildkraut als Zutat!
Und dann am nächsten Tag konnte ich den Sud dann verabreichen. Er entfaltete recht schnell eine sichtbare Wirkung, und der Geist des Herrn Burgherr war gleich viel klarer.
Aber dann schickte er alle hinaus, wollte seine Ruhe haben."
Dabei machte Stranamorius ein paar ausschweifende Gesten mit den Händen.
"Als wir dann vor dem Schlafsaal versammelt standen, hob plötzlich drinnen ein Geschrei an. Die Wachen eilten freilich sofort hinzu und sahen nach ihrem Herrn. Und da war - Ihr werdet es nicht glauben, meine Beste - ein Attentäter bei Herrn Deslon, welcher versuchte, ihn mit einer Armbrust zu erschießen. Doch, Alatar sei Dank, er hat ihn wohl verfehlt, denn, als ich dann auch hinein folgte, da lag jener schon von den Wachleuten erschlagen danieder."
Dies schilderte der Apotheker mit gewisser Aufregung und hochgezogenen Augenbrauen.
"Bestimmt stand dieser Anschlag im Zusammenhang mit der Intoxikation von Herrn Deslon selbst", fuhr er fort. "Aber ansonsten erfolgte seine restlose Genesung rasch und erfolgreich, denn am nächsten Tag schon führte er seine Legion in einer Schlacht, die, soweit ich es erfuhr, auf Lameriast stattfand und aus der sie auch siegreich hervor gingen.
Nichts desto trotz hatte ich bei der Rückkehr der Armee in die Burg etliche Wunden zu versorgen. Vor allem durch Pfeile und Bolzen. Selbst zwei Letharen waren darunter.
Nun, dies hielt mich noch länger auf Eisenwart, als geplant."
Der Apotheker legte eine kurze Pause ein und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Vyra folgte schweigsam seinen Ausführungen.
"Dann war endlich der Tag gekommen, an dem ich zum Schattenlord, wie sich jener Stellvertreter des Burgherrn nennt, vorgelassen wurde. Denn er war im Besitz dieses Werkes hier, und mir gelang es, es ihm im Tausch gegen einige meiner delikaten Mixturen abzuhandeln.
Das ist die ganze Geschichte, und ich muß sagen, sie ist zu meiner großen Zufriedenheit verlaufen", schloß er.
Und so saßen sie noch ein paar gemütliche Stunden beisammen, plauderten und stellten die unterschiedlichsten Vermutungen um diesen mysteriösen Fall an.
Wer weiß, ob je noch weiteres Licht in ihn fallen würde.