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Verfasst: Mittwoch 2. Mai 2007, 20:05
von Iljana Rhogan
Wolfenfels ...

Sie hatten es geschafft... schneller als erwartet erreichten sie die Grenzen Wolfenfels, waren jetzt auf dem direkten Weg zu Feste.

Weit aus dem Fenster der Kutsche gelehnt liess Iljana den Blick freudig strahlend umher wandern. Sie konnte sich gar nicht sattsehen ... an den weiten Feldern, dem dichten Wald. Die Kunde, dass Yarin von Wolfenfels nach einem Jahr Abwesenheit auf dem Weg nach Hause war, hatte die Runde gemacht, kaum dass sie die Grenzen des Lehens passiert hatten. Männer und Frauen, ja selbst Kinder säumten hin und wieder den Wegrand und winkten ihnen freudig zu.

Iljana nahm die Bilder, die sich ihr boten mit weit geöffneten, staunenden Augen, fast einem Kind gleich, in sich auf, immer weiter beugte sie sich aus dem Festern ... als die Kutsche dann über einen größeren Stein rumpelte wäre es fast um sie geschehen und sie wäre beinahe Kopfüber aus der Kutsche gepurzelt. Glücklicherweise reagierte Una geistesgegenwärtig, packte sie beherzt am Arm und zog sie mit erstaunlicher Kraft zurück in die Kutsche. Vor Schreck nach Luft schnappend plumste Jana zurück in ihren Sitz, verlegen und sichtlich beschämt blickte sie zu Una, ein noch immer recht erschreckt wirkendes

'Danke!' hauchend. Una aber lächelte nur milde, konnte sie doch die Aufregung der jungen Frau nur zu gut verstehen.

Näher und Näher kamen sie der Feste Wolfenfels. Mit jedem Wegstück, dass sie zurück legten, nahm Jana's Nervosität zu, mit jedem Wegstück, das sie hinter sich brachten, wurde das flaue Gefühl im Magen ein wenig mehr, die junge Frau ein wenig blasser, selbst ihr Lächeln wirkte zunehmend gezwungener.

Wolfenfels .... Yarin's Eltern, Geschwister, Lehrer .... es würde nicht mehr lange dauern und sie ... Iljana ... würde vor ihnen stehen, würde von ihnen gemustert werden, sicher abschätzen, vielleicht auch ablehnend. Nur mit Mühe gelang es der jungen Frau ein tiefes Seufzen zu unterdrücken. Noch niemals in ihrem ganzen Leben war sie so aufgeregt und nervös gewesen.
Was, wenn sich der Rest der Familie als ebenso ablehnend ihr gegenüber herausstellte, wie es bei Yovita schon der Fall gewesen war? War sie wirklich gut genug, um als Frau ... als Gemahlin ... an Yarins Seite zu stehen?
Mit jedem Wegstück, dass sie hinter sich brachten, machte sich mehr und mehr Panik in ihr breit und nur mit Mühe gelang es ihr, einigermaßen ruhig zu bleiben, nicht aus der Kutsche zu springen und in die entgegen gesetzte Richtung zu laufen.

Als Yarin dann schließlich, völlig überraschend, aus der Kutsche sprang und dank seiner Gabe das letzte Wegstück in erstaunlicher Geschwindigkeit hinter sich brachte, wäre Jana am liebsten hinterher gesprungen, doch wäre ihr Weg in diesem Moment ein andere gewesen.

Doch dann waren sie auch schon am Tor zur Feste Wolfenfels angekommen. Yarin eilte, nachdem er seine Eltern begrüsst hatte, auch schon zur Kutsche, halt den beiden Frauen auszusteigend und stellte erst Una, dann Iljana seinen Eltern vor.

Sichtlich eingeschüchtert, doch dank der jahrelangen und guten Erziehung ihrer Eltern und Geschwister brachte Jana ein hoffendlich freundliches Lächeln zustanden, knickste geübt vor Yarins Vater und seiner Mutter, den übrigen Anwesenden neigte sie respektvoll das Haupt zu, dann kam ein doch recht leise, schüchternes

"Temora's Segen mit Euch, euer Hochgeboren"

über die Lippen. Sichtlich angespannt brachte sie dann die nächsten Momente hinter sich, lachte eher ein wenig gezwungen über Yarin's Worte und begab sich dann mit all den anderen ins Innere der Feste.

Es würden einige anstrengende Tage werden ...

Verfasst: Freitag 4. Mai 2007, 11:08
von Una Llastobhar
Im Grunde fühlte sie sich nun doch wieder etwas wie ein kleines, unreifes Bauerngör... nicht aber wie eine Vertreterin des höheren Mittelstandes. Sicherlich, auf Tiaresh gab es keinen thronenden Herrscher, wer interessierte sich schon für die kleine Insel, die nur eine einzige, richtige Stadt, mehrere Dörfchen, einen Hafen und einige Berge aufweisen konnte- weshalb der Name des inselbekannten Haus' Llastobhar fast schon wie der eines Fürsten klingen konnte... aber DAS hier war anders!

Erhaben thronte ihnen die Feste schon von Ferne entgegen und skizzierte einen Hauch malerische Idylle mitten in die Berglandschaft. Sie ertappte sich selbst, wie sie mit offenem Mund und etwas geweitetem Blick der Festung Wolfenfels entgegenstarrte. Erst als ein Zostrich, welcher sich mächtig ins Zeug legte um gemeinsam mit seinen Kumpanen die Gäste in ihrer Kutsche den Berg hinauf zog, den Eindruck seiner kleinen Herrin spürte, innehielt und hell zu schnattern begann, da schüttelte sie die verzauberte Paralyse erst einmal ab und schmiegte sich wieder in ihren Platz. Trotz des nahenden Sommer war es hier noch etwas frisch und kühl. Sicherlich nicht unangenehm, doch auch nicht vertraut für ein Sommerkind, welches den Schnee das erste Mal auf Gerimor entdeckte...

Yarins Schmunzeln zeigte ihr, dass er die Gesichtsentgleisung seiner Lehrerin nicht nur gesehen, sondern vielleicht sogar erwartet hatte. Der Stolz der ehemaligen Priora tat sein Übliches und Una beschränkte sich auf kleinere, verstohlenere Blicke aus dem Kutschfenster, je näher sie der Burg kamen. Allerdings sollte ihr Staunen nicht allzu rasch versiegen.

Der Burghof war ein Traum!
Das Klappern der Pferdehufe, das Scharren der Zostrichklauen, das Schnurren der Räder- alles wurde von den Trutzmauern zurückgeworfen und fast erschien es ihr, als könne sie den Schnee innerhalb der Mauern noch fühlen, welcher vor wenigen Monaten einen Eispalast aus der Burg gemacht haben musste. Die Stallungen erinnerten sie an die eigenen in der Festung der Llastobhars in Berchgard. Sauber, nicht gerade klein und voller Rösser- doch auch diese sahen im Angesicht Wolfenfels' kräftiger und stattlicher aus. Vermutlich, weil das Klima rauher, die Arbeit schwieriger und härter war. Nicht nur für das Getier auch für die Menschen.

Die Menschen... langsam verspürte sie eine neue Anspannung, wenn sie daran dachte, dass sie, als Yarins ehemalige Lehrerin, sich nicht nur dem Hausherren vorstellen, sondern vielleicht sogar erklären müsse. Die Befürchtungen jedoch erwiesen sich rasch als unbegründet, denn Yarins kleiner Ansturm auf die Familie ließ alle Worte der fröstelnden Höflichkeitsform schmelzen, zauberte ein leichtes Lächeln auf die Lippen seines Vaters und sorgte dafür, dass man ins Herrenhaus, den Palas, geführt wurde. Sie hatten noch genug Zeit zu reden, vorerst wartete Wildbrett, deftige Kartoffelgerichte, Honigspeisen und Küchlein auf sie.
Ja, reden konnte man später... doch sie ahnte, dass Yarin eine genauere Erklärung zum Thema Gattin nicht erspart bleiben würde. Diesmal lag das freche Schmunzeln auf den bleichen Lippen der Priora und es leuchtete immer ein wenig auf, wenn sie bedachte mit welch rührseligen Schwiegermutteraugen die hohe Baronin von Wolfenfels Iljana nach Yarins Ansprache betrachtet hatte...

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Verfasst: Samstag 5. Mai 2007, 00:46
von Yarin von Wolfenfels
Daheim ... auch wenn inzwischen Varuna ein Zuhause geworden war, so würde Wolfenfels immer sein Heim bleiben. Erwartet herzlich empfingen seine Familie Yarin und seine Begleiter. Una machte den Eindruck als könnte sie es nicht erwarten, und Iljana als würden ihre Knie umso weicher, je näher sie Wolfenfels kamen.

Der herzliche Empfang seiner Eltern aber schienen ihr zumindest wieder etwas Standfestigkeit zu verleihen. „Hochwürden Kyron, ich würde gern die Kapelle aufsuchen um Temora für den Schutz während der Reise danken. Und dafür das meine Familie so sicher wie eh und je lebt.“ Der alte Priester schmunzelte und nickte. „Dann gehen wir und danken für Eure sichre Heimreise. Und für Eure exzellente Wahl. Sowohl Eurer Lehrerin als auch Eurer Zukünftigen.“ Typisch Kyron, locker wie eh und je. Und so hatte der Priester bereits seine Entscheidung festgemacht.

„Hochwürden, ich konnte mir zwar meine Zukünftige aussuchen, aber zu meiner Lehrerin haben mir Temora, Eluive und Phanodain gebracht. Und auch Vater muss einer Heirat erst zustimmen.“ Dieser hielt mitten im Schritt inne, schnellte herum und griff nach dem Kragen der Robe. „Yarin. Ich habe Dir wir oft gesagt, dass ich mich nicht in die Heiratspläne meiner Kinder einmische? Wenn Du Fräulein van Ra’an heiraten willst, dann hast Du meinen Segen. Oder hat Dich Varuna zu einem dieser Adligen gemacht, die sich über die Etikette etablieren wollen. Denk daran – unsere Taten, unser Handel macht uns zu Vorbildern. Und das ist es, was unseren Stand ausmachen sollte.“ „Ja, und nun lasst mich bitte wieder los, Baron. Ich würde gern in die Kapelle gehen.“ Die Antwort entlockte seinem Vater ein Schmunzeln und ein Kopfschütteln. „Na Deine Frechheit hast Du nicht verloren, hm?“ „Ist es nicht eines der Dinge, die Du an mit mochtest, Vater?“ Mit einem Schmunzeln auf den Lippen ließ der Baron von seinem Sohn ab und die gesamte Familie betrat die kleine Kapelle des Schlosses.

[img]http://www.schlosshaldenwang.de/abb/pic_kapelle.jpg[/img]

Gerade noch scherzend wurden die Minen nun ernst und bedächtig. Vor dem Symbol Temoras sank die Familie beinahe gleichzeitig auf die Knie, die Häupter wurden gesenkt. In der Mitte der Familie der Priester Kyron, der nun das Wort ergriff. „Herrin Temora. Wir danken Dir für Deine Stärke, für unseren Glauben, für den Schutz unserer Familien. Wir danken für Deine Wacht über die Heimreise unseres Sohnes Yarin von Wolfenfels, seiner Zukünftigen, der edlen Iljana van Ra’an. Und ebenso danken wir Dir für die sichere Reise unseres Gastes Una aus dem Haus Llastobhar. Möge Ihre Anwesenheit hier unter einem guten Stern stehen. Halte Deine Hand über unser Haus, über unsere Bauern, Handwerker und Händler. Halte Deine Hand über einen Jeden, der rechtschaffen das Lehen Wolfenfels betritt. Und hilf und jene zu erkennen, die den dunklen Göttern dienen. Möge Deine Gerechtigkeit und helfen jene zu richten. Deine Stärke leite unsere Schritte, unser Glauben sei unser Schild.“ Gemeinsam erhoben sich die Besucher der Kapelle und mit einem Schmunzeln beendete der Priester seine Ansprache. „Es gibt Wildbraten und guten Wolfenfels’schen Wein. Also ab in den Audienzsaal.“

Verfasst: Samstag 5. Mai 2007, 12:10
von Iljana Rhogan
Sichtlich angespannt hatte sie der Unterhaltung Yarin's erst mit seinem Lehrer, dann mit dem Vater gelauscht.
Die Blicke ihrer zukünftigen Schwiegermutter waren ihr gänzlich entgangen, hatte Yarin ihr doch immer wieder gesagt, es hinge allein von seinem Vater ab, ob sie heiraten dürften und so richtete sich ihre gesamten Aufmerksamkeit in diesem Moment nur auf den Baron von Wolfenfels.

„Yarin. Ich habe Dir wie oft gesagt, dass ich mich nicht in die Heiratspläne meiner Kinder einmische? Wenn Du Fräulein van Ra’an heiraten willst, dann hast Du meinen Segen. Oder hat Dich Varuna ...." der Rest der Worte des Barons nahm sie nicht mehr bewusst wahr, denn schon der erste Teil der Worte brachte die junge Frau dazu, überrascht nach Luft zu schnappen und Yarin einen undefinierbaren Blick zuzuwerfen.
Jana konnte kaum glauben, das sie da nun hörte und das direkt aus dem Mundes des Baron's. Ein leises Schnauben war von ihr zu hören, unverständlich gemurmelte Worte, dann ein leises

"Na warte mein Lieber, allein deine Entscheidung also...!" ein strafender Blick erging noch zu Yarin und von da an war es ihr deutlich anzusehen, dass sie sich mehr und mehr entspannte.

Gemeinsam mit der Familie, Una und den anderen Anwesenden machte Iljana sich auf den Weg zur Kapelle, andächtig betrat sie den kleinen Bau, zusammen mit den anderen sank sie auf die Knie, das Haupt gesenkt und lauschte andächtig den Worten des alten Priesters. Im Stillen für sich bat die junge Frau noch für den Schutz ihrer Familie und dass es ihnen ebenfalls gut gehen möge.

Dann erhoben sich alle wieder und verliesen die kleine Kapelle. Als draussen dann verkündet wurde, dass das Essen fertig sei .. Wildbraten und guten Wein, merkte die junge Frau, wie hungrig sie war, ihr Appetit hatte mit der abnehmenden Entfernung zu Wolfenfels ebenfalls bedenklich abgenommen ... doch nun, wo man sie so herzlich und offensichtlich ohne Vorbehalte als Yarins zukünftige Gemahlin empfangen hatte, fiel alle Anspannung von ihr ab und auch ihr gesunder Appetit war zurück gekehrt.

Und so machte sich die kleine Gesellschaft auf den Weg in den Audienzsaal, wo ein hervorragendes Essen auf sie wartete.

Verfasst: Montag 7. Mai 2007, 21:13
von Iljana Rhogan
Die Tage in Wolfenfels schienen geradezu dahin zufliegen.
Nach anfänglicher Befangenheit machte es die Familie Iljana sehr leicht, sich willkommen zu fühlen, lediglich Yovita war weiterhin so reserviert wie in Varuna, doch das störte die junge Frau schon längst nicht mehr, war ihr doch spätestens jetzt in Wolfenfels klar geworden, welch herzliche und ganz und gar nicht versnobte Familie die von Wolfenfels waren. Yovita war unter ihnen wohl eher die Ausnahme.

Alle schienen sich für Yarin zu freuen und manch einer zog ihn sogar auf, dass er nun ja schon bald Ehemann sei und sicherlich auch bald Vater werden würde.
Yarins entgeisteter Gesichtsausdrück würde Jana immer im Gedächnis bleiben, doch konnte sie ihren zukünftigen Gemahl dann am späteren Abend, als sie für sich waren, dahingehen beruhigen, dass auch sie es mit dem Kinderkriegen überhaupt nicht eilig hätte. Sie waren beide noch so jung und ausserdem wäre sie überhaupt noch nicht bereit, Yarin mit jemanden zu teilen und ein Kind würde viel ausmerksamkeit brauchen. Yarin war offensichtlich recht erleichtert über ihre Worte und liess von da an die neckenden Worte der anderen mit einem Grinsen über sich ergehen.

Viel zu schnell vergingen die Tage nun und schon bald würden sie sich auf den Rückweg nach Varuna machen, dieses Mal würde die Reise dank Una nur wenige Augenblicke dauern.

Morgen also sollte es soweit sein. Morgen würden sie wieder in Varuna sein und dann konnten die Hochzeitsvorbereitungen beginnen, die Hochzeit sollte nach Möglichkeit noch in diesem Mondlauf sein, darüber waren sich Braut und Bräutigam einig.

"Braut und Bräutigam!" diese wenigen Worte vermochten immer wieder ein strahlendes Lächeln auf das Gesicht der jungen Frau zu zaubern.

Nur wenige Tage noch, wenn alles so voranging wie die Beiden es sich vorgestellt und erhofft hatten und aus Iljana van Ra'an würde Iljana von Wolfenfels.


Verfasst: Dienstag 8. Mai 2007, 20:34
von Yarin von Wolfenfels
Heimreise

Die Wochen in Wolfenfels vergingen wie im Flug. Und so wohl Yarin sich in seiner Heimat fühlte – irgendwie trieb es ihn in den letzten Tagen immer wieder in Gedanken nach Varuna. Hin zum Konvent des Phoenix, das Magierstudium beenden. Und dann – zurück nach Wolfenfels, weiter studieren bis er den Rang eines Erzmagiers erreichen konnte.

Aber die nahe Zukunft sah erst einmal anders aus. Eine Hochzeit wartete in Varuna. Mit einem Lächeln warf er einen Blick auf Iljana, die mit dem Kopf auf seinem Schoss eingeschlafen war. Er strich ihr leicht durch das blonde Haar, genoss ihre Nähe. Una hatte ihm erklärt das sie eine Rune in Wolfenfels anfertigen würde – eine Möglichkeit schnell nach Hause zu reisen.

Morgen also würden sie wieder in Varuna sein. Vorbei die Ruhe in Wolfenfels, hin zum Trouble in Varuna.

Verfasst: Mittwoch 9. Mai 2007, 12:43
von Iljana Rhogan
Varuna ... Zuhause

Auch wenn die Hinreise nach Wolfenfels schneller und weniger anstrengend war als ursprünglich gedacht, so gestaltete sich die Rückreise nach Varuna dank Una's Wissen einem Katzensprung gleich.

Der Abschied in Wolfenfels fiel so rührseelig aus, wie Jana es nun nach dem Wochenlangen Auffenthalt erwartet hatte. Yarins Mutter umarmte ihren Sohn und die zukünftige Schwiegertochter, fast schien es so, als wolle sie die Beiden gar nicht gehen lassen, auch der Baron liess es sich nicht nehmen, sich nicht nur seinen Sohn, sondern auch von Jana mit einer herzlichen Umarmung zu verabschieden. Auch floss die eine oder andere Träne, obwohl alle wussten, dass sie sich schon in wenigen Tagen, wenn alles so eintraf, wie es sich das Brautpaar erhoffte, wiedersehen würde ... zur Hochzeit von Iljana und Yarin in Varuna.

Nach einem letzten herzlichen Lächeln und Winken in die Runde, verschwanden die drei Reisenden dann durch das magische Portal und fanden sich nur einen Lidschlag später vor den Toren Varunas wieder.

Dort verabschiedeten sich Yarin und Iljana zunächst einmal von Una, jene wollte natürlich schnell nach Hause, wurde sie dort doch sicherlich schon erwartet. Yarin und Jana aber machten sich erst einmal auf den Weg zur Waldhütte, nachschauen ob dort noch alles in Ordnung war. Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass die Hütte noch stand und auch keinen Schaden ausmachen konnten, wanderten sie langsam durch den Wald Richtung Varuna.

Am Nordtor der Stadt angekommen, bemerkten sie mit sichtlichem Erstaunen, dass das Tor verschlossen war, die Wachen weigerten sich beharrlich, die beiden passieren zu lassen, teilten ihnen lediglich mit, das der Einlass in die Stadt am Südtor wäre und so machten sie sich auf den Weg zu Kutsche. Südlich der Stadt angekommen, fielen den Beiden natürlich sofort die vermehrten Wachen auf, welchen ihnen höflich zunickten auf ihrem Weg zum Stadttor. Dort angekommen, betrachteten Yarin und Jana sichtlich erstaunt die vielen Menschen, die sich dort versammelt hatten, sich angeregt, teils auch aufgeregt miteinander unterhielten und die beiden Neuankömmlinge zunächst einmal gar nicht beachteten.
Erst als Yarin die Stimme erhob und zu wissen verlangte, was hier los sei, trat eine jungen Frau an sie heran, Selissa die Knappin von Lady Darna. Gemeinsam mit Selissa, Thelor Dravan machten sich Yarin und Jana auf den Weg zum Anwesen der beiden, dort angekommen nahmen alle Platz und Selissa und Thelor berichteten, was in den letzten Tagen und Wochen geschehen war, das es eine Schlacht gegeben hatte auf Lameriast, dass der Truchsess gefangen genommen worden war, das ein Herzog angereist wäre und die Verantwortlichen für dieses Disaster zur Rechenschaft gezogen werden sollten ... Lady Darna und Sir Rapael. All diesen Erklärungen nahmen Yarin und Iljana mit zunehmenden Erstaunen und Sorge auf.

Eine ganze Weile unterhielten die vier sich noch, dann machten sich Selissa und Thelor auf den Weg zurück zum Schloss. Yarin und Jana brachten ihre Gäste noch hinaus, kaum waren sie dann wieder im Haus und die Tür war hinter ihnen verschlossen, blickte Yarin seine Verlobte eine ganze Weile schweigend, nachdenklich, mit sichtlicher Besorgniss an und bat sie schließlich mit ruhiger Stimme, dass sie in der nächsten Zeit doch auch in Varuna nur gerüstet herumlaufen solle, das würde seine Sorge um sie wenigstens ein klein wenig mildern. Da auch Jana eigendlich in ständiger Sorge um Yarin war, versicherte sie ihm nur zu gerne, dass sie dies tun würden, auch wenn die Sorge um den geliebten Menschen damit natürlich nie verschwinden würde. Als Jana dann zu bedenken gab, ob es nicht besser wäre, die Hochzeit unter den gegebenen Umständen zu verschieben, gab Yarin ein Unwilliges Brummen von sich und sprach bestimmt, dass er sich die Hochzeit nicht verderben lassen würde und wenn sie darauf warten würden, dass Ruhe herrscht, würden sie niemals heiraten. Dem konnte Jana dann nur noch zustimmend und so beschlossen sie dann doch, dass die Hochzeit so bald wie möglich abgehalten werden solle.

Bald darauf begaben sich Yarin und Iljana dann nach oben, vorbei an Annya, die trotz den ganzen Trubels seelenruhig schlief .. erschöpft wirkte das Mädchen, daher hatten weder Yarin noch Iljana sie wecken wollen, Zeit zum Reden würden sie noch genügend haben. Die Schlafzimmertüre hinter sich schließend, machten sie es sich vor dem Kamin gemütlich .. wiedereinmal fiel es Jana auf, dass sie doch dringend mal Ausschau nach einem Schreiner halten musste wegen des Bettes, eine Weile noch sprachen sie miteinander, genossen die Nähe des anderen, bis sie schließlich, dicht aneinander geschmiegt, sich in den Armen haltend, einschliefen ... der Tag war lang und anstrengend gewesen und die nächsten Tagen würden sicher nicht viel erholsamer werden.


Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2007, 16:36
von Iljana Rhogan
Der Tag der Hochzeit rückte näher ... vielleicht schneller als Iljana gedacht hatte. Erst wenige Tagen waren sie wieder Zuhause und diese Tage waren mit viel Planung, Aufregung und Terminen erfüllt gewesen.

Sie hatten mit ihrer Gnaden Rika von Gryffenhorst gesprochen, die Priesterin würde die Trauung im Namen Eluive's vollziehen, war sie doch während ihrer Abwesenheit zur Priesterin geweiht worden, wie Iljana und Yarin in einem Schreiben bei ihrer Heimkehr erfuhren.

Iljana war sehr aufgeregt gewesen, als sie sich zum Anwesen derer von Gryffenhorst aufmachten. Der Priesterin aber gelang es, der jungen Frau schnell die Aufregung zu nehmen, machte sie doch deutlich, wie sehr sie sich für Iljana und Yarin freute. Das eine oder andere wurde bei diesem Gespräch dann geklärt und besprochen. Das die Trauung in Varuna stattfinden solle, das natürlich noch ein Priester Temora's anwesend sein müsse, Ihre Gnaden von Gryffenhorst würde sich darum kümmern, Schmuckstücke würden sie austauschen ... Iljana sollte einen Ring bekommen, Yarin einen Armreif. Sicher, er hatte den Siegelring und hin und wieder trug er auch jenen der Garde, für sich beschloss Iljana dann aber, dass Yarin nicht nur den Armreif, sondern auch einen passenden Ring bekommen würde, zur Not konnte er ihn ja immer noch an einer Kette um den Hals tragen. Ein Ring sympolisierte nur für die junge Frau eben das Band zwischen Mann und Frau.

Nach dem Gespräch mit der Priesterin dann setzten sich die Brautleute zusammen, überlegten, wer alles eingeladen werden sollte zur Trauung und zum anschliessenden Empfang ... auf eine größere Feier wollten beide in diesen Zeiten verzichten, zum richtigen Feiern würde wohl niemandem zumute sein. Und so wurde beschlossen, dass es nach der Trauung nur einen Umtrunk im Anwesen Wolfenfels geben würden. Einladungen wurden geschrieben und Boten ausgesandt, diese dann zu überbringen.

Passende Weine und dergleichen würde Iljana sicher am Hofe Fanras bestellen können, einen Bote mit einer Nachricht wurde dann auch von der jungen Frau entsandt.

Xantero, ihren Schneider, würde sie in den nächsten Tagen aufsuchen, ganz aufgeregt dachte sie an das Kleid, welches er ihr schon vor einer Zeit einmal gezeigt hatte.

Dann würde sie noch das Handelshaus in Berchgard aufsuchen und hoffte sehr, das ihr dort jemand wegen des Armbandes und des Ringes weiter helfen konnte. Die Inschrift allerdings bereitete ihr noch ein wenig Kopfzerbrechen, aber ihr würde sicherlich noch die perfekten Worte einfallen.

Das ganz besondere Geschenk für Yarin bewahrte sie sicher in der Bank auf ... sie hatte sich soviel Mühe damit gegeben und hoffte sehr, dass es Yarin gefallen würde.

Das Haus würde sie mit Annya's Hilfe kurz vor dem großen Tag auf Hochglanz bringen, Sitztgelegenheiten musste noch aufgestellt werden, aber auch das würden sie erst kurz vorher erledigen.

Und mit jedem Tag, der verging, nahm ihre Aufregung zu, vermehrten sich die Schmetterlinge in ihrem Bauch, manchmal hatte sie fast das Gefühl, alles wäre nur ein Traum.

Wenn Yarin dann seine junge Braut liebevoll in den Arm nahm, sie sanft an sich gedrückt hielt und ihr leise ins Ohr flüsterte, wie sehr er sie liebte, dann hoffte Iljana, dass sie aus diesem Traum niemals aufwachen würde ...


Verfasst: Mittwoch 23. Mai 2007, 00:30
von Lamiro Dandreon
*vollkommen abgehetzt kommt ein bote an, sich nach langer suche erleichtert an die heckelehnt und zum schild schaut. Direkt klingelt er. Sobald im Jana entgegen tritt fragt er erschöpft ob sie die Braut sei. Er habeTagelang gesucht, wurde von einer Riesenschlange gebissen, ein Orphidiankrieger enthauptete ihn fast doch endlich konnte er die nachricht übermitteln*

Sei gegrüßt Jana,
ich habe im Moment nicht viel Zeit nach Varuna zu reisen, doch sei gewiss, ich werde an deiner Hochzeit erscheinen und selbstverständlich an deiner Seite stehen um die Ehre die du mir erwiesen hast, euer Trautzeuge zu sein, zu erfüllen. Bis dahin, gib auf dich acht in den schweren Zeiten des Krieges.

Lamiro

Verfasst: Donnerstag 24. Mai 2007, 09:47
von Iljana Rhogan
*Ganz still lag sie da. Es sah aus, als würde sie noch schlafen und und träumen und irgendwie war es wohl wirklich so .. auch wenn sie hoffte, dieser Traum würde niemals enden.

Heute war ihr Hochzeitstag und schon die Sonnenstrahlen, die sich langsam am Horizont empor arbeiteten, versprachen, dass es der perfekte Tag werden würde.

Mit der linken Hand tastete sie instinktiv neben sich, bis ihr dann einfiel, dass Yarin ja gar nicht neben ihr lag. Während sie in ihrem Anwesen in Varuna übernachtet hatte, hatte Yarin "die letzte Nacht in Freiheit", wie er gestern mit einem Grinsen verkündete, in der Waldhütte verbracht.

Blinzelnd öffnete sie nun die Augen, setze sich auf und erst einmal streckte sie sich ausgiebig. Gemächlich erhob sie sich dann, verbrachte die nächsten Momente im Waschraum um dann kurz darauf beschwingten Schrittes die Treppe hinunter zu laufen.

Auch wenn das meiste nun fertig war, gab es immer noch einiges vorzubereiten. Und so machte sich die junge Frau gut gelaunt, voller Elan und Tatendrang, doch auch sichtbar nervös mit Hilfe von Annya, der jungen Magd aus Wolfenfels, an die Arbeit.

Tische wurden noch zurecht gerückt, hier und da Unkraut im Garten gerupft, die Blumen wurden auf den Tischen verteilt. Geschirr und Besteck musste nochmals auf Hochglanz poliert werden. Auch wurde das Brautkleid nochmals kontrolliert und hier und dort eine kleine Falte geplättet.

Viel zu schnell verging der Tag mit geschäftigem Treiben, viel zu lange dauerte es noch, bis der Abend dann da war...

Und von bald würden sie vor dem Altar stehen und sich im Angesicht vieler Zeugen das 'Ja-Wort' geben ...

Hachja .. es war ein perfekter Tag, der Tag ihrer Hochzeit ...


Das perfekte Hochzeitsgeschenk

Verfasst: Donnerstag 24. Mai 2007, 22:32
von Iljana Rhogan
Rückblick:

Etwas ganz besonderes wollte es werden. Schon seit Wochen und Monden grübelte sie darüber nach, zeichnete und schnitzte sie immer wieder in verschiedenen Formen und Größen das Abbild eines Wolfes.


Viele Stunden hatte sie im Wald verbracht und Wölfe beobachtet, Wolfmütter mit ihren Jungen, Familien die faul in der Frühlingssonne lagen, Wolfsrudel auf der Jagd, Wölfe lauernd, bereit zum Sprung ... herrje, was gab so unendlich viele Möglichkeiten, doch bisher hatte Iljana keine der geschnitzend Statuen für gut empfunden.


Auf dem Tisch in der Waldhütte stapelten sich mittlerweile viele Kohnlezeichnungen, die ersten waren noch recht grob und wenige detaillegetreu, doch kommte man mit jeder neuen Zeichung erkennen, dass die Malerin deutlich mehr Übung bekam.


Schon vor vielen Monden hatten Iljana darüber nachgedacht, welches Geschenk sie Yarin zur Hochzeit machen würden. Etwas ganz besonderes musste es sein, einzigartig .. so wie ihre Liebe zu diesem Mann war. Auch auf der Reise nach Wolfenfels, dann in Wolfenfels selber hatte sie unzählige Zeichungen angefertigt, die Wölfe unterwegs beobachtet, mit Staunen festgestellt, dass die Wölfe in Wolfenfels größer waren, doch das sie allesamt keinerlei Aggressionen den Menschen gegenüber zeigten. Sicher, sie waren immer noch Fleischfresser, lebten und jagten immer noch im Rudel, doch hatte Iljana in den Wochen in Wolfenfels nicht einen tollwütigen oder aggressiven Wolf gesehen ... es schien fast so, als würden die göttliche Mutter und die Tochter ein Auge auf diese Wölfe haben, auf dass Mensch und Tier in Wolfenfels immer im Einklang miteinander leben konnten.


Und hier in Wolfenfels fand Iljana dann auch jenen ganz besonderen Wolf, der als Abbild für das Hochzeitsgeschenk dienen sollte. Größer als alle anderen Wölfe die sie bisher gesehen hatte war er, imposant seine Erscheinung, wie es sich für einen wahren Anführer gehörte. Zum ersten Mal hatte sie diesen Wolf erblickt, als sie am zweiten Tage ihre Auffenthaltes in Wolfenfels die Festung verliessen und Yarin ihr den Wald in der näheren Umgebung zeigte. Lautlos war der Wolf irgendwann vor ihnen aufgetaucht, völlig ruhig verharrte er und schien die beiden Menschen abschätzend zu mustern. Yarin und Iljana waren ruhig stehen geblieben, hatten fasziniert dieses prachtvolle Tier gemustert, nach wenigen Momenten flüsterte Yarin leise, mit ruhiger Stimme zu Iljana, dass er diesen Wolf schon lange kennen würden und das jener den jungen Mann oftmals auf Streifzügen durch den Wald begleitet hatte. Sichtlich erstaunt hatte Iljana den Worten ihres Verlobten gelauscht, den Blick fasziniert auf den Wolf gerichtet, sich jede Einzelheit des praktvollen Tieres einprägend. Zu gerne hätte sie Kohlestück und Pergament aus dem Rucksack gekramt und den Wolf gezeichnet, doch hätte sie sich in ihrem Eifer wohl verraten und dann wäre das Geschenk keine Überraschung mehr gewesen. Und so musterte sie den großen Wolf nur sehr genau, in der Hoffnung, sich jede Einzelheit merken und später zu Pergament bringen zu können.


Später dann in der Festung Wolfenfels zurück, entschuldigte sie sich bei Yarin, sie wollte so schnell wie möglich das Bild zu Pergament bringen, ehe es in ihrer Erinnerung wohlmöglich verblasste und der Wolf dann später nicht mehr so aussah, wie jenes Tier welches sie zuvor gesehen hatte. Ein wenig verwundert wirkte Yarin, wollte er seine Verlobte doch auf dieser Reise keinen Moment aus den Augen lassen, doch ihr bittender Blick und die leise geflüsterte Zusage, später wäre sie wieder für ihn da, veranlasten den jungen Baron von Wolfenfels, sie gehen zu lassen. Iljana wollte zunächst den Weg in ihr Zimmer einschlagen, entscheid sich dann aber, die Festung wieder zu verlassen, sie wollte an die Waldlichtung zurück, an welcher sie den Wolf gesehen hatten, vielleicht würde dies ja ihrer Erinnerung helfen.


Nach einer Weile kam sie dort auch wieder an, liess sich im Gras nieder, Kohlestück und Pergament kramt sie aus dem Rucksack hervor und sie begann zu zeichnen. Langsam und zögerlich zunächst setzte sie Strich um Strich, Linie um Linie auf das Pergament, doch schon nach kurzer Zeit schien es, als hätte die junge Frau alles um sich herum vergessen und das Kohlestück flog nur so über das Pergament. Bald schon waren die Umrisse eines Wolfes zu erkennen, erhaben, offensichtlich wachend saß der Wolf da. Immer mehr nahmen die Konturen des Wolfes Gestalt an, immer detaillierte wurde die Zeichnung. Völlig vertieft in ihr Tun hatte Iljana die Welt um sie herum vergessen, nur die Zeichung des Wolfes war noch wichtig.


Daher hatte sie auch nicht bemerkt, wie sich etwas .... oder eigendlich jemand leise und langsam genähert hatte .... der große Leitwolf von vorhin! Er blieb wenige Schritte von ihr entfernt stehen, nahm genau jene erhabene, wachende Position ein, die Iljana versuchte aufs Pergament zu bringen und blickt die junge Frau still und reglos für einige Momente an. Dann plötzlich gab er ein leises, doch keineswegs bedrohlich klingendes Knurren von sich. Iljana schreckte aus ihrer Versunkenheit hoch und brauchte erst einmal einige Augenblick um sich zu orientieren und zu erkenn, wo sie sich befand. Als ihr Blick dann auf den großen Wolf fiel weiteten sich ihre Augen vor Überraschung und ein freudiges Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Ganz still saß der große Wolf vor ihr, den Blick hatte das prachtvolle Tier zu Iljana gerichtet und fast kam es ihr vor, als würde der Wolf sie nur mit diesem Blick auffordern, weiterzuzeichnen. Dieser „Aufforderung“ kam Iljana nur zu gerne nach und schon bald glich die Zeichung auf dem Pergament dem wachenden Wolf nur wenige Schritte von ihr entfernt bis ins kleinste Detail. Immer wieder wanderte ihr Blick zwischen dem Tier und der Zeichung hin und her, hier und dort korrigierte sie noch ein wenig die Linienführung oder fügte eine Schattierung hinzu, solange bis sie schließlich restlos zufrieden war, das Kohlestück sinken liess und den Blick sichtlich zufrieden auf die Zeichnung richtete. Einige Momente später hob sie den Kopf dann wieder an und blickte rüber zum Wolf, dieser schien die ganze Zeit geduldig gewartet zu haben, nun erhob er sich und machte zwei, drei Schritte auf sie zu, gab wieder ein leises Knurren von sich, dann drehte der große Wolf sich herum und verschwand so leise wie er herangekommen war wieder von der Lichtung im dichten Gestrüpp des Waldes. Diese Zeichung entsprach genau dem, was Iljana sich als Vorlage für die Statue gewünscht hatte. Nun galt es nur noch, ein passendes Stück Holz zu finden, aber auch hierbei standen ihr die Lichten Götter wohl bei und nach einigem Suchen im Wald nahe der Festung Wolfenfels hatte sie auch schon das perfekte Holzstück gefunden. Schnell schaffte sie dieses Holzstück zurück zur Festung Wolfenfels, dort verstaute sie das Holzstück in einer Ecke des großen Stalls und gab dem Stallburschen dann Anweisung, darauf aufzupassen, doch niemanden etwas zu verraten.


Die Wochen ihres Auffenthaltes in Wolfenfels schienen nur so dahin zu fliegen, wann immer es Iljana möglich war, verbrachte sie Zeit im Stall, an dem Holzstück schnitzend und schon bald nahm das Holz mehr und mehr die gewünschte Form an. Iljana konnte wirklich stolz auf ihr Werk sein, vieles hatte sie ja schon geschnitzt, doch dieser Wolf würde wirklich ein wahres Meisterwerk werden, dieser Meinung war auch der Stallbursche, der wohl als einziger davon wusste, ihre aber Stillschweigen geschworen hatte.


Als sich die kleine Reisegesellschaft schließlich nach einigen Wochen auf den Weg zurück nach Varuna machten, trug Iljana die fertige Wolfstatue sicher in Tüchern gehüllt bei sich.Sie hatte mit viel Liebe und Hingabe das perfekte Hochzeitsgeschenk erschaffen.


Yarin würde sich sicherlich sehr darüber freuen.