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Verfasst: Sonntag 17. Dezember 2006, 01:29
von Aradan Krenor
... hier standen sie nun, dem Feinde gegenüber. Der Plan durch die Minen in die Stadt einzudringen scheiterte. Sie schafften es zwar in die Mine einzudringen doch war, das Tor zur Stadt versiegelt und zu schwer bewacht, also haben sie sich den Haupttruppen angeschlossen und sind mit der Streitmacht in die Stadt eingefallen. Blut fliess in Strömen und besudelte sein Schwert, wie schon unzählige male zuvor. Kein Mitleid in der Schlacht, keine Trauer beim Stechen, keine Angst beim Morden, kein Grübeln beim Kämpfen. Er kämpfte wie es ihm die Kreuzzüge gelehrt hatten und so viel Mann um Mann seiner Klinge zum Opfer. Instinkt und Erfahrung leiteten ihn und seine Klinge die durch die Deckung von so manchen Rahaler Gardisten und mit Wucht in dessen Leib drang bis er sein Leben aushauchte oder schwer verletzt und schreiend gen Boden sank...
Doch die wahre Schlacht begann vor dem Ziel seines Truppes .. der schwarze Tempel. Hier her zogen sich die Truppen Rahals zurück und stemmten sich geballt den anrückenden Varunesen entgegen.
Klingen trafen aufeinander, Bolzen und Pfeile surrten durch die Luft und magische Geschosse färbten die Luft in bunten farben und Rüstung und Fleisch auf das sie trafen rußig schwarz. Es war ein erbitterter Kampf mit hohen Verlusten auf beiden Seiten aber mit den dazu stoßenden Verstärkungen des Einsatztruppes gewann man die Oberhand.
Er kämpfte mitten drin. Schreie von verwundeten und sterbenden erfüllten die Luft ... er hörte sie nicht ...
Schläge trafen auf Schild und Schwert, suchten Lücken in den geschmiedeten Panzern ... er spürte es nicht...
Verzerrte Gesichter, einige zeugten von Hass, andere von Schmerzen, wiederum andere von Verzweiflung ... er sah sie nicht ...
Für ihn gab es nur die Klinge und den nächsten Gegner, eins mit sich und der Fähigkeit des Kampfes duckte er sich gerade mit erhobenen Schild unter einigen Hieben hinweg die auf ihn einschlugen ... Sofort führte sein kräftiger Arm die Antwort aus .. die Blicke der ihm entgegenstehenden Männern hasserfüllt und furchtlos .. fanatisch wie der seine. Es waren gute Schwertkämpfer, in gut geschmiedeten Rüstungen und so wurde das Kampfspiel zu einer Frage der Konzentration und der Ausdauer. Mit lautem Krachen fuhr seine Klinge auf das Schild seines Gegners, welcher sein Schwert prompt auf sein Schild schlug. Ein Tritt zwang Aradan auf Abstand als ein Krieger in den Farben der Hinrah herantrat und den Gegner von der Seite bedrängte. Aradan, welcher noch immer auf den Stufen des dunklen Tempels kämpfte wollte dem Hinrahkrieger zur Hilfe eilen als seine Lunge plötzlich zu brennen anfing. Ein harter Schmerz tief in ihm, liess ihn husten und er fühlte wie sich warme Flüssigkeit seinen Mundwinkel herabkämpfte. Kurz verschwamm ihm die Sicht, alles schien undeutlich bis er mit einem Kopfschütteln die Benommenheit abwarf und den Krieger zur Hilfe eilte. Präzise waren seine Schläge sie drangen durch die Deckung, trafen den Krieger sogar, prallten jedoch an dem Panzer ab.
Er spürte wie der Schmerz im innern stärker wurde und ihm die Luft zum atmen abschnitt, die Schlacht um ihn herum jedoch tobte noch weiter. Es gab keine Zeit zum ruhen denn das Kampfgeschick stand auf dem Spiel, der Widerstand der Rahaler wurde langsam zermürbt, er durfte nun nicht nachlassen. Und so drang er zusammen mit seinen Kampfgefährten weiter vor, doch die Benommenheit kehrte zurück, liess die Geräusche dumpf und verzerrt klingen. Seine Lunge schien sich in ein Meer aus Feuer verwandelt zu haben und jeder Atemzug brannte bis tief in den Mundraum wie ein Drachenodem. Verschwommen nur sah er wie die letzten Rahaler den Klingen der Angreifer zum Opfer fiehlen. Undeutlich wie hinter schlechtem Glas sah er zum Tempel und seine Haut fröstelte. Die Wolken verzerrten sich seltsam und hüllten das Tal in dem er stand in Finsterniss. Dunkle Rotschwarze Schlieren waberten um das Gebäude, welches sie als Tempel des einen dunklen Gottes identifiziert hatten. Das Gift in seinen Adern trieb ihm die Halluzination der hässlichen Pantherfratze vor seine Augen welcher ihn und die Angreifer anfauchte. Wut in den Augen, brüllte er die Angreifer an die sein heiligstes schändeten. Der Ritter spürte nicht wie seine Mundhöhle keinen Speichel sondern nur noch fauligen Schaum beherbergte, der ihn keinen Atemzug mehr vollführen liess. Ein letztes mal wandte er sich um und sah zu Darna, welche auf ihr stolzes Ross sass bevor er auf den Treppen des Tempels zusammen sank ...

Ich höre deine Stimme in dem Wind
Ich schließe die Augen,
denn ich war blind
Ich falte die Hände, die Reise
beginnt


Die Welt, welche bis ebend noch nur aus Schreien, Schmerz und Leid bestand entrückte seinem Bewusstsein. Nur leise noch hörte er sie, wie ein unwirkliches Wispern. Der Schmerz in der Brust war noch da aber nur noch undeutlich ... der Stein der kalten Treppen des Alatartempels verzerrten sich seltsam begannen sich zu drehen und wichen schliesslich grünen Wiesen, üppigen Wäldern und einem frischen Wind der seinem Gesicht entgegenbliess.

Ich höre deine Stimme in dem Wind
Ich höre mich rufen, ich lache dabei
Ich sehe die Wolken, ich ziehe vorbei
Ich lache und weine in einem Zug
Das Fallen endet mit dem Flug


Stolze Zinnen eilten auf ihn hinzu. Seltsam vertraut schien ihm das fliegen, so natürlich wie das gehen. Leise nur drang das Flattern von Schwingen an seinem Ohr, doch es störte ihn nicht ... als währe es ebenso natürlich. Langsam drehte er einen großen Kreis über die schöne Stadt unter seinen Füssen die er mittlerweile erreicht hatte. Blickte mit Sanftmut und Liebe auf die Menschen hinab die so unendlich klein wirkten aus seiner Perspektive. Der Schrei eines stolzen Adlers erfüllte die Luft, schien auch ihn einzunehmen und den Kopf gen Süden wenden nur um kurz darauf in genau jene Richtung zu fliegen.

Ich höre deine Stimme in dem Wind
Ich schließe die Augen, denn ich war blind
Ich falte die Hände, die Reise beginnt
Ich höre deine Stimme in dem Wind
Ich gehe zu den Steinen, verlasse die Zeit
Ich sterbe im Winter, ich stehe dir bei


Erneut erklang der majestätische Schrei des Adlers als wollte er etwas ankündigen. Schliesslich schoss die Erde in schnellem Sturzfluge auf ihn zu bis er auf einen Mauersims halt machte und auf einen spielenden Jungen sah. Ein Kinderlachen schallte durch die Luft, als jener einigen Vögeln hinterher jagte und vergnügt versunken war. Beobachtet wurde er von einer wunderschönen Frau mit langen blonden Haaren die sich im Wind wiegten. Sein Blick traf kurz den ihren als würde sie seine Anwesenheit spüren und plötzlich fühlte er eine tiefe schwere in seiner freien Seele. Auch Trauer und Sehnsucht machte sich in jener breit als wollten sie etwas sagen doch schon erhob er sich wieder in die Lüfte, stetig begleitet von dem sanften Klang federner Schwingen...

Ich wachse im Regen, ich spüre den Wind
Ich spüre die Erde, ich halte dein Kind
Ich höre deine Stimme in der Nacht
Ich schließe die Augen, ich bin aufgewacht
Ich falte die Hände, die Reise beginnt
Ich höre deine Stimme in dem
Wind


Und wie er sich in die Luft erhob und dem Horizont entgegen eilte, verflog seine Trauer und liess ein befriedendes Gefühl von Freiheit und Geborgenheit zurück. Instinktiv spürte er das etwas endete und etwas neues begann und alles was er ebend noch zu verlieren glaubte, wieder sehen würde, er müsste nur warten ... dann würde man sich wieder sehen ... und mit einem Lächeln auf den Lippen flog er immer weiter in das helle warme Licht das ihn umhüllte und die Welt unter und hinter ihm verschwimmen liess, bis er ohne Schmerz heimgekehrt war ...

Verfasst: Sonntag 17. Dezember 2006, 03:35
von Darna von Hohenfels
Stille.

Verstummt alle Worte... es war völlig still in der Kirche des Klosters. Sie hatte ihren Körper zur Ruhe gemahnt, ihm alles Verlangen nach Bewegung, Nahrung, Trinken, selbst Schmerzen versagt - seit Stunden kniete sie nun neben dem Leichnam des aufgebahrten Ritters.
Sie verharrte neben ihm, ihr Schwert mit der Spitze auf dem Boden abgestützt. 'Lichte Schwester'... erneut gewann es eine eigensinnige doppelte Bedeutung, war Teil der Trägerin - Aradan war ihr stets wie ein Bruder gewesen.

Ihr Geist schwieg nicht.
Er zeigte ihr alles, alles nochmal. Die teils verblüfften Gesichter, als sie der Garde mitteilte:
"Der kommende Gefechtseinsatz wird keine Übung.
...
Wer also heute nicht kämpft, weil er nicht sah, wie sie uns eine ermordete Königin brachten, der kämpfe heute, weil er dem Reich dient, das von dieser Schreckenstat und vielen weiteren weiß und sagt, daß es genug ist!"

Se hatten gekämpft. Der Durchbruch durch die Mine gelang nicht, dafür erwies sich am Haupttor die Macht des Konventes, der Beschuß durch die Katapulte, wie geplant verstärkt durch ein eroberstes Katapult in Rahal, fast als erfolgreicher, als erwartet.
Sie hatte in ihrer Nervosität Schlimmeres befürchtet, war alle möglichen Schwierigkeiten durchgegangen, hatte sich auf einiges blind verlassen müssen... die Truppführer reagierten nahezu gänzlich, wie gewollt, oder sinnvoll eigenständig handelnd. Eine Prise Glück war dabei. Sie durchbrachen die Haupttore.

Erst vor dem Tempel des Brudermörders dann wurde sie selber in Kämpfe verstrickt, und Sandsturm gewann seine erste Schlachterfahrung. Der unerbittlich stets vom Pferd verlangte Gehorsam, über den Nyell in Bezug auf seine Reiterin schon leichte Scherze gemacht hatte, machte sich bezahlt, und vom Rücken des Tieres aus drang ihre Klinge auf die Gegner ein.
"Siebenfach ist dein Weg, Herrin", so hatte sie leise heute gebetet, bevor sie in Berchgard die letzten Übungen der Garde an den Katapulten beobachtete, "Ich bete, heute nicht fehl zu gehen und ihn weiter zu beschreiten, so wie ich mich jeden Tag redlich mühe.
An Leid werde ich heute Anteil tragen, und ich bete, daß es seinen rechten Platz auf der Waage finden möge und weniger schwer wiegen wird als das Leid, was ansonsten über Menschen hereinbräche.
Frevel, daß der Bruder nichts als Gewalt anerkennt, um seinem Tun Einhalt zu gebieten...
Herrin Temora, ich bitte dich: sei du mein Schild... und lasse mich dein Schwert sein."

Das Schwarz und Rot der rahaler Garde... sie kannte es gut. Heute kehrte die Ritterin zurück, ohne Luzcilla an der Seite, ohne unsichtbare Fesseln, die sie hielten. Die Salven der Kriegsschiffe schlugen in der Stadt ein, es regnete Felsen mit dem Durchmesser einer halben Mannslänge.
Sie sah seinen grünen Umhang, und gemeinsam bekamen ein paar der Alataranhänger ihre Klingen zu spüren. Vergessen die Panik aus Berchgard. Heute war sie keine kleine Knappin mehr, deren größte Sorge es war, ihren Ritter ja nicht aus den Augen zu verlieren... hatte Aradan damals genauso wenig auf sie achten können, genauso blind auf ihr Überleben vertrauen müssen wie sie nun auf Selissas?

Kleine Hand in meiner Hand,
die einander zärtlich fassen:
ich und du, nichts hat Bestand.
Einmal, ach! muß ich dich lassen,
kleine Hand aus meiner Hand.


Vor den Stufen des Tempels dann... kein roter Umhang. Kein Gardist. Nur schwarz.
"Selbst unser Heiligtum ist nun unter eurer Kontrolle. Genug Schmach habt ihr uns zugeführt! Was wollt Ihr noch?"
Gewonnen. "Die Verteidigung Rahals ist niedergerungen, Euer Hoheit. Wie geplant liegen wichtige strategische Ziele in Schutt und Asche, das mächtige Haupttor gefallen. Wir haben gesiegt, Hoheit." Sie sah den Kämpfer an. Er war mehr als ein Gardist. Etwas Unbeugsames in ihm traf in ihr auf Widerhall. Gegner, lautete eine innere Gewißheit, der Griff versicherte sich des Schwertes in ihrer Hand.
Dann... zwang ein Licht sich in ihre Aufmerksamkeit. Sie kannte dieses Leuchten. Aber was...?

Auf den von Trümmerstücken übersähten Treppenresten des dunklen Tempels lag... eine Hülle in goldener Rüstung und grünem Umhang. Eine leere Hülle. Es war so betäubende Gewißheit, daß einen Moment die Welt um sie herum versank.
"Ich sah... Trauer, dort in Rahal, Milady. Ich sah Euch trauern."
Quarius' Worte.
Aradans Tod.

Sie hatte es nicht wahr haben wollen, nicht wahr? Ihr gequältes "NEEEEEEIIIIIIIN" hallte weit - doch nicht gequält genug, in unermeßlichem Erbarmen einem Toten seine Seele wiederzugeben. Tod... wieviele Tote würde der heutige Tag in die Bücher der Geschichte schreiben? Hier lag einer zwischen vielen.
"Nein..."
"Mylady....Befehle?" - es sickerte irgendwie zu ihr durch. Cathals Stimme.
Da war... dieser Pantherdiener...
Ihre Augen verengten sich, sahen zu den Flammen des Tempels, der in Trümmer fiel. Sahen zu der einzelnen schwarzen Gestalt, deren Leben in ihren Händen lag. Streckte sie ihn jetzt eigenhändig nieder, wer würde es ihr je verdenken?
"Werft diesen götterverfluchten Sohn eines räudigen Katzenraubtiers mit ins Feuer, auf daß er die Hitze dieser Wut verspüre, die sie ja immer wieder ach so schön heraufbeschwören.... Wobei, nein - lasst MICH ihn werfen! Eigenhändig! SPÜRST DU DIE HITZE MEINES ZORNES, SPEICHELLECKER DES BRUDERMÖRDERS?! SPÜRST DU IHN?!"
Worte... Gedanken... Erinnerung...
"Ihr werdet dort eine Entscheidung treffen müssen, Milady. Eine wichtige."
Quarius' Worte.
Rayrraks Leben.
Sie trat vor ihn, suchte seinen Blick. Knapp, floskelhaft, tauschten sie die Namen. Er schimpfte sich Ritter. Vielleicht hatte er etwas davon. Er sah der Niederlage gefasst ins Auge, machte keine dummen Diskussionsspielchen, ließ sich nicht auf das Niveau sinnloser Verhöhnungen hinab. Ein Ritter wusste, wann er verloren hatte.

Und sie hatte ihren nächsten Kampf gerade zu bestehen. Sie hob leicht ihr Kinn, straffte ihre Haltung.
"Ihr nennt Euch Ritter des Brudermörders... es gibt keine Ritter auf seiner Seite. Doch wenn Ihr etwas von dem seid, was ich selbst in Euch erwarte, dann seid Ihr auf Euer Wort auf alles, was Euch heilig ist, unter folgender Bedingung freigelassen...
Verkündet jenen, die nicht einsehen wollen, daß der Dienst an Alatar nichts als Knechtung und Blut für ihre eigene Seite durch ihren eigenen Gott bringt, daß...
Daß dies die Quittung für Leid und Not im Reich, für das Massaker an den Mannen Berchgards und für den Mord an unserer Königin war. Übermittelt ihnen: Varuna ist NICHT wehrlos. NICHT dumm, NICHT blind... denn wir beobachten euch auch morgen noch." Grollend beendete sie ihre Worte:
"Ihr habt Erlaubnis, Euch zu entfernen und nach Verletzten Eurer Leute zu sehen."

Sie hörte, wie Quarius im Heilerzelt dem gleichen Unglauben Ausdruck verlieh wie sie. Reglos saß sie im Sattel und starrte das Zelt an, bis der Paladin herauskam.
"Ihr habt es gewusst, nicht wahr?" Im gleichen Moment, wie sie es an ihm vorbeigehend leise zu ihm flüsterte, wusste sie, daß es dieser immernoch - und wohl ewig - lauernde Zorn war, der sie zu vergiften trachtete. Von Lüge durchsetzt... Quarius hatte es nicht gewusst. Er hatte es gesehen, aber nicht gewusst - so wie sie ein Schwert immer wieder sah, ohne um seine genaue Gestalt zu wissen.
Doch es war egal jetzt.
Sie legte ihre Hand auf Aradans Rechte - die immernoch sein Schwert umklammert hielt. Er sah aus, als schliefe er nur friedlich. Als täte er das tatsächlich, sprach sie nur leise zu ihm:
"Ihr habt es gehofft, nicht wahr, Sir?" Sie entsann sich in erschrockener Ruhe an die Gespräche über all die Toten, die sein Weg begleitet hatte, und die zu oft gestellte Frage, warum diese und nicht er.
"Ihr habt es gehofft, und sie hat es gewusst, hat es Quarius wissen lassen..." Endlich siegten die Tränen und sie ließ ihren Kopf nach vorn auf ihre warme Hand auf seiner kalten sinken. "Heute hab ich alles gebraucht...", wisperte sie, "Alles, was Ihr mich gelehrt habt... Jeden Handschlag, jeden Befehl... Heute...", sie brach stockend ab.
"Wieviel... Wieviel ist ein Menschenleben wert?"


Wie sie im Kloster die Worte über die Lippen brachte, wusste sie hinterher nicht mehr. Es war auch so egal wie alles andere. Es war Teil von ihr, Teil ihres Kummers, Teil ihrer Hoffnung, Teil von Licht und Dunkel.
"Wir verabschieden einen Ritter des Reiches und einen Hauptmann der Garde. Wir verabschieden einen Vater, einen aufrechten Ehegatten, einen Bruder, einen... Freund, einen Lehrer..."
Fast widerwillig rannen erneut Tränen die Wangen hinab. "Wir ... verabschieden ein Leben, das... nicht ersetzt werden kann. Unendlich kostbar... wie alles Leben.
Er... hat mir nach den Jahren des Kreuzzuges, auf dem er war, erzählt, wieviel Leid er gesehen, wieviele liebgewonnene Menschen er zu Grabe getragen hat. Es lastete auf ihm..."
Leicht hob sie ihr Kinn.
"Und so hoffe ich, daß... selbst der Tod eines so kostbaren Menschen einen Sinn haben darf. Aufzeigen will... wo in Leid immernoch... Recht ruhen kann. Selbst, wenn es dunkel ist. Sei er Mahnung... im heutigen Sieg liegt Trauer. Und in der Trauer.... Hoffnung."
Sie sah zur Bahre, in das friedliche Gesicht ihres gestorbenen Bruders, ihre Worte schließend:
"Daß du in Frieden ruhen mögest, Sir."

Eine zeitlang war sie allein - Adrian hatte nichts anderes erwartet, als daß sie die Totenwache halten würde. Leises, zögerliches Summen hatte einzig die Stille gestört... warum erst Violas Nähe ihr die Kraft gab, Aradan behutsam leise wie an ein schlafendes Kind die Rabenballade mit auf den Weg zu geben, das Drängen des Liedes damit ebenso endlich zum Schweigen zu bringen, wusste sie ebenso nicht zu sagen.
Doch danach war endlich Stille - auch in ihren Gedanken.

Ihr Lehrer war tot.

Kleine Hand in meiner Hand,
kleiner Schritt bei meinem Schritt,
kleiner Fuß im weiten Land;
einmal geh ich nicht mehr mit.
Einmal gehst du ohne mich,
wie ein Traum mein Bild verblich.



(#Gedichtstrophen aus "Vater und Kind" von Friedrich Schnack)

Verfasst: Sonntag 17. Dezember 2006, 13:18
von Rafael de Arganta
Sein Pferd schien seine Unruhe zu bemerken. Tänzelnd war es kaum dazu zu bringen stehen zu bleiben.
Seine Leute stellten sich auf. Ihnen war kaum etwas an zu merken, doch glaubte Rafael das es ihnen genauso ging wie ihm.
Richard und Delarus wählte er aus sich um die Sprengfässer zu kümmern, dann ritten sie los sich mit den anderen zu treffen.
Der Garde, den Hinrahs, den Menekanern.
Alles in Allem eine große Heerschar.
Rafael hoffte nur das der Plan aufging. Falk mit seinen Leuten mit den Schiffen ran kam.
Er selber trennte sich kurz vor Rahal von der Ritterin Darna die mit den Gardisten und den Menekanern das Haupttor belagern sollte, und schlich im großen Bogen am Fluss entlang gen Miene.

Hinter dem Haus sammelte man sich, und die vorbereiteten Tränke wurden ausgeteilt.
Serando wurde gebeten sich um den Gardisten oben auf den Mauern zu kümmern, dann nahm man auf Kommando die Tränke zu sich, der sie für andere Augen nicht sichtbar machte und schlich vor.
Um sich direkt davor zu erkennen zu geben, wo Serando sofort damit begann den Mann oben auf den Zinnen ein zu Schläfern.
Auf seine Vorderung hin die Rahaler mögen ihre Waffen weglegen, reagierten diese nicht, so das es dann doch sehr bald zu dem Kampf kam den Rafael hatte verhindern wollen.

Das Tor zur Miene selber war fest verschlossen und nur mit Hilfe der Menekansichen Magiern, und Serando, die ihre Elemente auf die festen Gitterstäbe losließen und der einem Menekander der mit seiner Magie die Stäbe zum Glühen brachte, vermochte man jenes Hindernis aus dem Wege zu schaffen.

Schnell nahm man die Miene selber in Besitz, in der ebenso noch Gardisten warteten die versuchten sie auf zu halten.
Die Stützbalken wurden präpariert um sie zum Einsturz zu bringen, die Explosionsfässer angebracht und die Lunten gelegt.
Dann wollten sie weiter. Hinaus gen Rahal um Darna wie besprochen von der anderen Seite her beistehen zu können. Doch die Miene glich an dieser Seite eine Mausefalle.
Nur einer würde immer wieder die Miene verlassen können und davür warteten die Rahaler.
Eine Falle!
Kein Durckommen.
Planänderung!

„Alle zurück! Raus hier!“ befahl er. „Wir sprengen die Miene jetzt und stoßen dann zur Ritterin und werden sie am Tor unterstützen.“
Nein hier war wirklich keine Chance hindurch zu gelangen ohne die Männer damit in den Tod zu schicken.
Rafael wartete bis alle aus der Miene waren dann zündete er mit Zeron zusammen die Lunten, die die Miene zum Einsturz bringen sollten und hastete gemeinsam mit ihm hinaus.
Er drehte sich erst um als er seine Leute erreicht hatte und mehrere Explosionen erklangen, als die Sprengfässer ihren Dienst taten.

Die Miene stürzte ein. Eine riesige Staubwolke hüllte sie ein und der Krach war ohrenbetäubend gewesen.
Rafael befahl Delarus noch ein Fass am Eingang zur Explosion zu bringen, dann eilten sie schon gen Haupttor um der Ritterin zur Hilfe zu kommen.

Die Menekaner schienen schon in die Stadt gerückt zu sein, so setzte er Darna nur in Kenntnis das er mit seinen Leuten folgen würde.
Schnell waren sie an dem Dämon im Eingangsbereich vorbei, der dort wohl fest gekettet war, denn er folgte nicht und schon stieß man ins Herz Rahals vor.

Immer wieder stieß man auf kleine Gruppen von Angreifern, die aber keine große Gefahr darstellten. Erst als man an der Kirche ankam ließ er anhalten.
Hier hatten sich einige der Rahaler verschanzt und Rafael überdachte nur kurz seine Chancen.
Sollte er auf Verstärkung warten?
Es wäre wohl besser gewesen.
Seinen Aufforderungen kam man nicht nach.
Immer wieder forderte er sie auf ihre Waffen fallen zu lassen, sich zu ergeben. Er wollte kein weiteres Blutvergießen doch ihre Worte reizten ihn immer mehr und dazu kam die Entäuschung nicht durch die Miene gekommen zu sein...
Er befahl den Angriff.
Es war falsch... das wurde ihm in dem Moment klar als man aufeinander prallte, und die Bogenschützen aus dem Hintergrund ihre Pfeile auf sie niederregnen ließen.
Warum nicht auf Verstärkung warten.... zu Stolz
Warum angreifen lassen Fehlentscheidung, verletzter Stolz

Aber es war zu spät!
Er wusste nicht wie viele Klingen er kreuzte nur das er umringt war.
Kein Entkommen eine Übermacht der er nicht standhalten konnte. Im Geiste dankte er dem Schmied der seine Rüstung hergestellt hatte, aber auch jene vermochte ihn nicht gegen alles zu schützen.
Er spürte den bittersüßen Schmerz als eine Klinge ihm von der Brust her in die linke Schulter fuhr, so das er den Schild fallen lassen musste, dann erhielt er einen Schlag gegen den Kopf der Helm rollte und er sank zu Boden nicht mehr mitbekommend wie man über ihn hinwegstieg, der Kampf weiterging und irgendwann irgendwer ihn wie die anderen Verletzten in ein Zelt brachte wo man ihn notdürftig verband.

Wieviel Zeit verging bis er wieder zu sich kam, vermochte er nicht zu sagen, nur das man einen toten Aradan hineinbrachte.
Aradan... Tot...
Das konnte, das durfte nicht sein!
Fassungslos trat er an die Bahre des Freundes, des Bruders im Geiste und vermochte nicht wirklich zu glauben was er dort sah.
Sichtlich bewegt hockte er sich zu ihm, kaum fähig Worte zu finden.
Erst als ein Heiler und Quarius herantraten trat er zurück, den Blick nicht abwendend.
„Irgendwann sieht man sich wieder.“ wisperte er leise. „Machs Gut mein Freund.“
Dann verließ er das Zelt wo gerade Darna ankam.
Er wusste wieviel der e hemalige Lehrmeister der Ritterin bedeutet hatte, und legte ihr die Hand auf die Schulter.
Doch sie reagierte nicht darauf.
Als sie ins Zelt trat, befahl Rafael alle andren hinaus.
Sie sollte sich alleine und in Ruhe von ihm verabschieden können.

Dem Hauptmann befahl
er sofort einige Reiter vor das Kloster ab zu stellen, die Nachrichten brachten, falls Rahal sich zur Rache aufmachen würden.
Er selber befahl seine eigenen Leute nach Berchgard, um dort nach dem Rechten zu sehen.


Dann wartete er.
Wartete bis man Aradan hinaustrug.
Zum Kloster wollten sie ihn bringen und so geleitete er den Zug gemeinsam mit Zeron bis zum Kloster.
Auf dem Wege trafen sie noch auf einige Eisenwartler doch wollte Rafael es nicht auf einen Kampf ankommen lassen. Diese waren nur zu dritt und sein Trupp ihnen so haushoch überlegen. Doch die Ehre und das Andenken Aradans sollte nicht auf dem Weg auch noch in den Dreck gezogen werden.
Er drückte die Frau vor ihm einfach mit seinem P ferd zur Seite und der Hauptmann einen anderen mit seinem Schild.
Die Gespräche die folgten führte er eher unbewusst. Sein Arm schmerzte und das Gefühl des Verlustes eines Freundes saß tief in ihm.

Das Leben musste weitergehen...
Und es würde weitere Kämpfe geben. Irgendwann... irgendwo.. und sicher bald.
Doch dieses mal würde Aradan nicht mehr an seiner Seite stehen.
Ein leerer Platz den kaum wer aus zu füllen vermochte.

Verfasst: Sonntag 17. Dezember 2006, 17:23
von Cyrion Sha´Ar
Brennender Schmerz in seinen Lungen. Wieder hustete er schwer, geschüttelt von einem Krampf, der ihm die Luft raubte und ihn japsen liess. Doch schliesslich liess auch diese erneute Attacke nach und er liess sich schwer keuchend zurück in die Felle fallen, die Arme um den Brustkorb gepresst. Was ein einfacher Husten gewesen war, hatte rapide seine Lungen angegriffen. Und nicht nur seine Lunge schmerzte. Um seine Rippen war ein Verband – eine Wunde, die er erst gespürt hatte, als er das Blut sah, sah, was jene Falle, die Rahal gewesen war, ihm angetan hatte. Warum schmerzten manche Wunden erst, wenn man sie sah? Wenn man das Blut sah? Die schwarzen Prellungen sah, hervor gerufen durch versprengte Steine.

Rahal... Immer wieder kreisten seine Gedanken um Rahal und mit diesen Gedanken eine Frage, die ihm immer wieder durch den Kopf ging. Warum? Warum hatten sie ihn in diese Falle laufen lassen? Wissend, das er täglich in der Stadt war, wertvolles Wissen zu sammeln für sie? Warum nicht ein Wort? Nicht mal eine Notiz... nichts...
In Leid gefangen zog er die Beine an, langsam vorsichtig. Jeder Knochen schmerzte ihn. War es die Krankheit? Waren es die Prellungen? Er wusste nicht, wie häufig er zu Boden gestürzt war, von den Füssen gerissen durch markerschütternde Explosionen. Wie häufig er nach Schutz suchend hinter Wälle und in Gassen getaucht war. Wie häufig er von umherfliegenden Geschossen gestriffen worden war. Abschürfungen dort, wo die zerfledderte Verkleidung eines Bettlers ihn nicht schützen konnte. Prellungen wo er getroffen worden war. Ein tiefer Kratzer, so ihn das giftige Geschoss einer Falle gestriffen hatte, als er auf diese trat.
Er konnte sich nur verschwommen erinnern. Als wäre sein Gedächtnis bemüht, das Entsetzen zu mildern, die Erinnerung daran nicht so lebendig erscheinen zu lassen.
Er war in Rahal mit dem Schiff angekommen. Der Captain hatte ihn vom Schiff gewiesen, glücklich dass er ging, weil er so krank war. Krank durch die Seekrankheit, doch ging diese diesmal mit einem Husten einher. Husten der die Seeleute vermuten liess, es wäre keine Seekrankheit, die er mit sich trug. Vielleicht hatte die Erschöpfung der letzten Tage doch noch ihren Tribut gefordert und er hatte sich etwas eingefangen. Erschöpfung weil er Tag für Tag Stunden in dieser Stadt verbrachte, für Rafael. Für Adrian. Für jene, an denen ihm lag.

Er war von Gardisten empfangen worden, die ihn direkt umkehren lassen wollten. Hielten ihn für einen Spion. Während er noch den kranken Bettler mimmte, der einen Heiler suchte, amüsierte ihn diese Annahme, denn er war ja einer. Der Humor erstarb, als sie eine Armbrust auf ihn richteten und meinten, er könnte ein Wilder in Verkleidung sein. Ein Wilder? Ein Tiefländer? Angure? Offenbar hatten sie Wind davon bekommen, das ein Angriff bevorstand. Was hatte er noch gedacht, auf die Armbrust blickend, wissend, das er heute wohl nicht in die Stadt kam? Nein... nicht heute... Sie würden ihn nicht ahnungslos lassen.

Sie hatten ihn nicht ahnungslos gelassen... Falk hatte ihm erzählt, was sie mit der Stadt vorhatten – was er und die Menekaner mit der Stadt vorhatten. Sie hatten ihn genug wissen lassen, um ihm alles Blut aus den Wangen zu treiben, als er die Nebelbank sah. Genug um zu wissen, dass ein paar Wurfdolche, ein Stab, eine Garotte und die Bettlerkleidung ihm hier nicht helfen würden. Das er hier sterben würde, wenn er aus der Stadt nicht heraus kam. Man forderte von ihm, wieder aufs Schiff zurück zu kehren. Der Captain liess ihn nicht an Bord, stiess ihn schliesslich von der Planke auf den Steg. Gefangen auf den Stegen, bedroht von einer Armbrust hatte er nur warten können im Nebel, warten und Stossgebete zum Himmel senden, von dem bald darauf eine Antwort kam.
Geschosse regneten herab, brachen in Gebäude, zerschmetterten Stege. Splitter flogen umher und rissen an seinem Umhang, während er zum Festland hetzte. Der eine oder andere Stein striff ihn, während ein Gebäude in seiner Nähe zerplatzte. Panik brannte heiß in seinem Leib und er hustete erneut, doch nun vom Staub, der sich mit dem Nebel vermischte und auf seine Atemwege legte. Ein Gardist – jener mit der Armbrust, sah ihn auf der Strasse, wie er versuchte, sich im Nebel zurecht zu finden. Ein fester Punkt in all dem Wahnsinn, ein Anker, auf den der Gardist sich konzentrierte. Ein kranker Bettler, den jener Gardist, obwohl die Welt um sie zur Hölle wurde, obwohl Steine in Gebäude krachten und Staub die Luft schwängerte, obwohl man das leise Heulen von einer weiteren Salve fliegender Geschosse hören konnte, zurück auf die Stege zwang. Ein Gardist, der des Wahnsinns fette Beute geworden war und einen Mann bewachte, obwohl dieser brüllte, das er raus aus der Stadt wollte...

Wie war er diesem Mann entkommen? Den Geschossen? Cyrion erinnerte sich nur noch, das er die Hinrah ankommen sah und wegrannte. Wegrannte in diesem Nebel. Wegrannte vor jenen, die einen jeden niedermetzeln würden, den sie sahen. Würden sie im Nebel, trunken von Kampfeslust, darauf achten, dass er sie anrief? Erkennen, wer er war, der er als Bettler verkleidet war, nicht als der Krieger, den sie kannten? Er war nicht lange genug geblieben, um es heraus zu finden. Die Hauptstrasse entlang, vorbei an Wällen, vorbei an eingestürzten Häusern. Stolperte über Geröll und fiel nieder, raffte sich wieder auf und rannte weiter. Das Tor – endlich am Tor... Doch grüne Flammen frassen an ihm. Gardisten mit gezogenen Schwertern bewachten es und er konnte deutlich hören, wie auch das Aussentor unter Beschuss stand. Flüche erklangen, Befehle wurden erteilt... „Haltet das Tor!“ rief jemand und Cyrions Entsetzen stieg ins Unermessliche, als erneut Steine auf eben dies genannte Tor regneten. Eine Falle... die ganze Stadt war eine Falle und er war mitten darin gefangen! Gefangen in einer Stadt voller Feinde. Belagert von Freunden, die ihn wohl mit Pfeilen niederstrecken würden, bevor er nah genug heran war, sie erkennen zu lassen, wer er war. Er konnte nicht raus!
Das innere Tor wurde beschossen! Wuchtig brachen Steine heraus und fielen auf die Strasse nieder, schwängerten auch hier die Luft mit schweren Staub. Wieder flogen kleinere Brocken durch die Luft und Cyrion spürte, wie etwas schweres ihn striff. So rasch er konnte, tauchte er in die Gassen, versteckte er sich. Sein Atem keuchte schwer, gedämpft von der Maske die er trug, während er sich seinen Weg suchte. Schreie erklangen in der Ferne, Schlachtenlärm drang herüber. Er versteckte sich und betete, das niemand in diesen Teil der Stadt nach Feinden suchen würde.

Das Krachen um die Tore versiegte und er schlich sich an der Stadtmauer entlang, versuchte etwas zu verstehen, doch er konnte nichts hören. Taubheit nach dem Höllenlärm. Wieder schlich er näher, linste um die Ecke. Gestalten zeigten sich dort, kamen durch das Tor. Una... Una Llastobhar in ihrer Magierrobe! Der Konvent war auch hier?! Was sie beredeten verstand er immer noch nicht. Ein Pfeifton klang in seinen Ohren nach. Auch hörte er das leise Klicken nicht, als er auf die Falle trat, die dort an der Ecke platziert war. Ein Reissen an seiner Kleidung, ein scharfer Schmerz, als etwas an seinen Rippen entlangkratzte. Den Schmerzenschrei, der ihm aus der Kehle drang, während er zurück stolperte, konnte er nicht verhindern – zu plötzlich war er überrascht worden. Brennende Hitze breitete sich von seinen Rippen aus. Brennendes pochendes Feuer und er krümmte sich zusammen, wimmerte ungewollt und presste die Augen zusammen, während Gift sich in seinem Körper ausbreitete. Schmerz... Sengender Schmerz und doch hörte er eine Stimme vor ihm... Was sagte sie? Er wusste es nicht. Leise, gepresst klang seine Stimme, als er „Una... Una...“ von sich gab, sooft ihm sein Atem es erlaubte. Seine Maske wurde ihm vom Gesicht gezogen und er zwang seine Augen auf, blickte zu der Gestalt hoch. Una Llastobhar... Entsetzen auf ihren Zügen, wie wohl auch auf seinen. Leise nur vernahm er ihre Stimme, als käme sie von weit her. Ungläubigkeit... er auf der Seite der Rahaler? Das hatte er befürchtet. Das wenn jemand aus Varuna, der ihn kannte, ihn hier sah, ihn für einen Überläufer hielt... Er schüttelte mühsam den Kopf. Er bekam nur wenige Worte aus sich heraus, immer noch brannte das Gift in ihm, raubte ihm den nötigen Atem. „Rafe... Er hat nichts gesagt.“ Hektische Bewegungen zwischen den Frauen, ebensolche Worte. Götter, er konnte kaum denken bei dem Schmerz. „Spioniere... für Rafe.“ Verstanden sie ihn? Er wusste es nicht. Sie wollten ihm helfen, reichten ihm einen Trank. Immer noch keuchte er, wenn sein Atem es ihm durch den Brand seiner Rippen erlaubte. Doch als er die Ampulle an die Lippen hob und herunterwürgte, was sie beinhaltete, dämpfte sich der Schmerz, konnte er freier atmen. „Ich muss hier raus... Keine Rüstung...“ Auch sein Gehör kam langsam wieder zurück. „...prompt in eine Giftfalle der Rahaler gelaufen.“ Die andere Frau sprach davon, das sie gehen sollten. „Die lichten Truppen haben das Tor passiert.“ Ein Blick streifte den jungen Mann. „Könnt ihr gehen?“ Er nickte und ergriff erschöpft seinen Stab. „Ich kann gehen... wenn ich muss.“ Es war mühsam, sich hoch zu stemmen, aber es wurde leichter. Der Trank half. Doch selbst ohne Trank hätte er es wohl versucht. Er würde diese verfluchte Stadt verlassen... und wenn er kriechen musste.

Mit nichtsehenden Augen schaute er zu auf die Kerzen auf seinem Tisch. Er hörte die Schritte, bevor er etwas sah. Blinzelte dann und erkannte, wo er war. So tief in Erinnerungen verstrickt, das er kaum mehr als diese sah? Schwer seufzte er und liess den schattenverhangenen Blick zu Enghwyn hochschweifen. Sie trug ein Tablett mit Suppe und Wasser. Wie sorgsam sie war. Kümmerte sich um seine Leiden. Pflegte ihn und hörte zu, wenn im danach war, von dem zu berichten, was er erlebt hatte. Sie war schockiert gewesen, ihn in seinem Zustand zu sehen. Schockiert gewesen zu erkennen, das er nahezu gänzlich neben sich stand und auf den Fellen vor dem Feuer zusammenbrach. Der Trank, welcher ihm verabreicht worden war von Una, hatte wohl nur eine begrenzte Zeit gewirkt. Wie hatte er den Weg nach Hause gefunden? Er wusste es nicht. Er erinnerte sich noch, zwei Ritter gesehen zu haben. Darna und Cathal. Er erinnerte sich daran, ihnen eine Nachricht für Rafe mitgegeben zu haben... Aber mehr auch nicht. Serendo noch... er war wohl ein paar Minuten lang auch Blind gewesen... doch wie lange? Auch erinnerte er sich an Malachai, der ihn fand. Khazkal... Die Leute von Burg Eisenwart. Was wurde da beredet? Er wusste es nicht mehr.

Warme Finger zogen ihn erneut aus seinen nunmehr verschwommenen Erinnerungen, holten ihn ins hier und jetzt zurück. Erinnerten ihn daran, dass es nicht nur Krieg und Tote gab. Leicht strich sie ihm das verschwitzte Haar aus dem Gesicht. Einen Augenblick betrachtete sie ihn, dann half sie ihm mit einem kleinen Lächeln, sich aufzusetzen, ermunterte ihn zu essen. Ermunterte ihn, zu trinken. Half ihm, Gesund zu werden. Tat ihr Bestes, ihm das Leid zu nehmen. Doch ein Leid konnte sie ihm schwerlich nehmen. Eines, dass ihn immer wieder beschäftigte, wenn er bei vollem Bewusstsein war. Warum?

Verfasst: Montag 18. Dezember 2006, 19:36
von Quarius Lore
Der Krieg war vorüber, innerhalb einer Nacht kam es zu einem Kampf zwischen Rahal und Varuna.
Quarius öffnete langsam die Augen und suchte ein schimmerndes Licht, in den abflauenden benebelten Gedanken. Eine Träne stieg ihm immer noch in die Augen, aufgrund des Opfers, dass er miterleben musste.
Er wälzte sich wieder herum und blickte nun in jene Kerze, welche den Lichtschein im Zimmer des Tempels erhellte, begleitet mit einem kurzen blinzeln um die Müdigkeit und auch die weiter aufsteigenden Tränen aus den Augen zu unterdrücken. Draußen war es immer noch dunkel und der Halbmond spendete ein gewisses Maß an Licht über das Tal des Tempels. Er selbst blickte nunmehr etwas verschlafener hinaus durch das Fenster seines Zimmers und konnte jenen nun die Umrisse genauer erkennen.
Sein leerer Blick fixierte dieses Weiße Schimmern des Mondes und Quarius schien sich wieder nach einem Traum zu sehnen… „Der Tod gehört zum Leben dazu Quarius…“ hatte sein Vater am Vorabend des Krieges in seiner Vision gesagt. Doch er verstand nicht alles zu deuten. Jetzt wusste er jedoch bescheid.
Der einstige Mentor Darna’s war gefallen, die Worte hämmerten ihm, noch immer im Gedächtnis
„Ihr hattet es gewusst...“ hatte sie ihm gesagt als er Wutentbrannt und Zornig aus dem Heilerzelt herauskam, ohne dass sie ihm nur einen Blick zu zollen vermochte.
Zorn stieg wieder in ihm auf, denn er hatte es selbst nicht gewusst, wer derjenige sein würde den er in seiner Vision gesehen hatte.
„Immerzu auf der Hut solltest du sein, ist die Zukunft doch steht’s im Wandel, so weißt du selbst nicht wie weit entfernt diese Vision vor der Wirklichkeit ist“, sprach einst selbst der Templer Loras Werion zu ihm. Er schlief einige Herzschläge später wieder ein, als der Mond nun von einigen Wolken umzogen war.

Als der nächste Tag wieder einkam, ließ schon wieder die Blutige Rote Sonne den Horizont zum Teil aufhellen. Quarius wälzte die Erinnerung wieder von sich ab. Das Zeichen der roten Sonne, dass Blut in der vorigen Nacht vergossen wurde.
Ja es war vorbei.
Doch jeder Krieg wird Schmerz, Leid und Kummer mit sich tragen. Das hatte er selbst einst zu spüren bekommen.
Der Preis des Krieges, ist nur allein der Tod…

Am morgen stand er allein vor Aradan’s Grab und blickte auf jenen nieder, den er einst „Bruder“ nannte. Die Rose in seiner rechten Hand, schien ganz und gar zu verwelken aufgrund des Wetters und vielleicht des Zustandes des Paladins. Doch mit einer leichten Handbewegung ließ er sie auf das Grab fallen.
„Bald werden wir wieder vereint sein, mein Bruder…!“ sprach er im milden Tonfall, ballte dabei die rechte Hand zur Faust. Der Umhang wehte hinter ihm, mit der Richtung des Windes und er begab sich wieder auf den Weg zurück in den Tempel um dort für seine Sünde zu büßen, die er sich selbst nicht aufgeladen hatte, aber er auf sich tragen musste.
Seit dem ersten Tag nach diesem Krieg,
aß er nichts,
redete nichts,
sah nichts,
hörte nichts
fühlte nichts…
Er hatte sich vor den Baum des Lichtes gekniet, mit verschlossenen Augen, heilig gefalteten Händen und sich der wärme des Baumes versprochen.
Seine Buße hatte begonnen. Wie lang sie ging, wusste nicht einmal er selbst.
So jemand Kunde von dem Paladin ersuchen würde sollte jene Antwort durch aller Munde weiter getragen werden:
„Bruder Quarius kniet seit dem ersten Morgen vor dem Baum des Lichts, er spricht nichts, isst nichts, scheint seine Umgebung nicht einmal wahrzunehmen…“

Ein gesiegelter Brief sollte jedoch durch die Reihen der anderen Tempelangehörigen weiter gereicht werden. Einen Brief der versiegelt im Zimmer, von jemandem Gefunden werden und an Ahmalie Lanur weiterreichen…

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Verfasst: Montag 18. Dezember 2006, 23:42
von Rayrrak Rasakar
Ungeahnt der bevorstehenden Strafe, die Alatar für seine Diener bereitet hatte, war Rayrrak auch an
diesem Abend, wie gewohnt, auf Patroullie gegangen. Ungewohnt nur die Vielzahl der Verteidiger,
die sich vor dem Tor versammelten. "Vielleicht eine Übung?", ging es ihm im ersten Augenblick durch den Kopf.
Doch just in diesem Moment sollte der Ausspruch einer der Gardisten: "Ein Überfall der Wilden.", seine gelassene Vermutung widerlegen. "Dann lasst uns die Blutklingen ihrer Namen gerecht werden.",
sprach der Ritter in Richtung seines unmittelbar nebem ihm stehenden Schwertbruders, Daat.
Beide hatten bereits das Schild der Ritter Alatars in Händen und den Schwertknauf ihrer Blutklinge im Griff,
darauf gefasst, dem Angreifer entgegen zu treten.
Die Vorbereitungen waren rasch getroffen: der Hauptmann, als vom Alka befugter Organisator der Verteidigung,
entsandte Streiter zu jeder für einen Durchbruch gefährdeten Position in Rahal.
Mit zwei Gardisten und dem Statthalter Rukus war Rayrrak dafür eingeteilt, am Tor zu wachen.
Geräusche in der Ferne kündigten den Angriff auf Rahal an anderer Front an und
auch am vorderen Stadttor schien sich etwas zu regen.
Doch sollte er den Fall von selbigem nicht mehr miterleben,
denn verkündeten Verteidiger vom Hafen, welche sich zurückgezogen hatten, davon,
dass dieser bereits überrannt sei. Rayrrak musste eine Entscheidung treffen, denn war der Hauptmann,
der stets versuchte an allen Fronten gleichzeitig zu sein, gerade nicht zugegen.
Nicht mehr lange und die Invasoren am Hafen würden bis zum Stadttor vorgedrungen sein und ihn umzingelt haben.
"Rukus, haltet das Tor solange ihr könnt, wir schlagen uns gen Hafen durch.",
hallte es dann unter dem Helm des Ritters hervor - Befehlsverweigerung.
Mit den beiden ihm untergebenen Gardisten in seinem Schatten, schritt er also gen Hafen.
Hinter ihm setzte ihn weiterer Lärm vom Fall des Haupttores in Kenntnis,
nun war der Statthalter und seine Armbrust gefragt, so dachte er.

Am Hafen angelangt, stürzten er und seine Streiter sich sofort ins Schlachtengetümmel.
Klirrende Schwerter und Rüstungen überall, mächtige Flammensäulen in der Luft,
ganz zu schweigen von surrenden Pfeilen und Bolzen.
Mit erhobener Blutklinge, seinem Schild und dem Segen Alatars schritt er durch die Reihen der Angreifer.
Um sich schlagende Flammen, beschworen von den mächtigen Magiern Menek'urs,
ließen die Temperaturen unter der Rüstung enorm ansteigen und
die immer zu auf ihn niedergehenden Schwerter und Kolben machten es ihm schwer, auf den Beinen zu bleiben.
Dennoch gelang es ihm vereinzelt, feindliche Streiter auf den Boden Boden zu ringen.
Aber trotz kleiner Erfolge erkannte er rasch, dass ihm keine Wahl blieb, es waren einfach zu viele:
strategischer Rückzug.
Vom Getümmel ablassend, machte er sich auf zu dem noch einzig sicheren Ort, dem Tempel seines Herrn.
Dort angelangt, erschloss sich ihm ein Anblick auf die letzten Verteidiger der Stadt,
vermutlich der kümmerliche Rest der an allen Fronten er Stadt überlebt hatte.
Sie würden bald da sein, weshalb sich der Ritter ohne lange Rede in die Reihe einordnete.
Es dauerte nicht lange, da waren sie angetreten, Streiter Temoras.
Ihre Versuche, die Verteidiger des Tempels zur Aufgabe zu zwingen,
scheiterten kläglich, hätten jene ihren Tempel nie und nimmer kampflos aufgegeben.

So kam es dann auch zur ersten Schlacht vor dem Tempel.
Nach ersten, schweren Verlusten musste man auf Seiten Varunas einsehen,
dass der Gegner wohl unterschätzt wurde,
lagen am Ende doch vorrangig ihre Streiter am Boden, abgesehen von einigen Geflohenen.
Ein Teilsieg kurz vor endgültiger Niederlage.
Nun traf die geballte Kraft der Varunesischen Truppen auf die letzten Verteidiger
und zwang sie gegen Ende bis in ihr Heiligtum, das mittlerweile schon unter Katapultbeschuss stand.
Blut der Streiter beider Seiten vermischte sich auf dem Boden des Tempels,
Symbol für anatomische Gleichheit untereinander.
Als dann auch noch die hünenhaften Krieger der Hinrah durch die Pforten des Tempels schritten,
musste sich auch Rayrrak die Niederlage eingestehen.
Letzte Kraft, gewonnen aus Schmerz und seinem nicht enden wollenden Zorn auf jene,
die ihm diesen zugefügt haben, mobilisierend, gelang es ihm, aus dem Tempel zu gelangen.
Doch hielt er gleich, als letzter Verfolger abgeschüttelt war, inne.
Mit gesenktem Schwert kehrte er zurück, um als vielleicht letzter noch stehender Verteidiger,
die Niederlage offiziell, einzugestehen, die Ehre verlangte es so.

Die noch mit dem Trauern um Gefallene beschäftigte Ritterin, nahm sich Zeit,
ehe sie dem Schwarzgerüsteten gegenüber trat.
Eine Schmach, wie sie Rayrrak bis anhin noch nicht erlebt hatte,
zusätzlich gepeinigt durch die Worte von Elbenaus:
"Verkündet jenen, die nicht einsehen wollen, dass der Dienst an Alatar nichts als Knechtung und
Blut für ihre eigene Seite durch ihren eigenen Gott bringt,
dass dies die Quittung für Leid und Not im Reich,
für das Massaker an den Mannen Berchgards und für den Mord an unserer Königin war.
Übermittelt ihnen: Varuna ist NICHT wehrlos, NICHT dumm, NICHT blind,
denn wir beobachten euch auch morgen noch."

"Varuna.", hallte es in seinen Gedanken wieder. "Was wäre Varuna ohne die zahlreichen Verbündeten?",
stellte er sich gedanklich die Frage. "Nichts! Es bedarf einem Bund mit Wilden und Dunkelhäuten,
einer Überzahl an Streitern, um die Kräfte der Diener Alatars zu zerschlagen.",
gab er sich selbst als Antwort. Vermutlich unbeabsichtigt,
legte die Ritterin neuen Nährboden für den unendlichen Hass und den Stärke spendenen Zorn des Ritters.
Doch so sehr dieser auch in ihm aufbrodelte, hielt er an seinen Tugenden fest.
Selbstbeherrschung verhinderte einen Griff zur Klinge.
Ohnehin wäre es garantierter Selbstmord gewesen, sich alleine gegen diese Überzahl zu stellen.
Der Weg nach Nileth Azur wäre ihm verwehrt geblieben, hätte er dieses sinnlose Opfer gebracht.
Wäre die Zeit zum Sterben und der Einkehr nach Nileth Azur gekommen,
hätte der Herr ihn in der Schlacht fallen lassen. Als die Ritterin ihn dann auch noch ziehen ließ,
wusste er, Alatar würde in dieser Sphäre weiterhin nach seinen Diensten verlangen.

Verfasst: Dienstag 19. Dezember 2006, 02:56
von Sefa Hinrah
*sorry falscher char*

Verfasst: Dienstag 19. Dezember 2006, 03:00
von Ahmalie Lanur
Aufgewühlt war sie, total nervös lief sie auf und ab.
Sie war zu Haus geblieben, weil sie im Kampf noch nicht so geübt war, zudem wollte Quarius es nicht. Doch zu Hause war es fast noch schlimmer.
Sie fand einfach keine Ruhe. Lief auf und ab und malte sich die schlimmsten Szenarien aus. Diese Ungewissheit raubte ihre Kräfte. Sie hatte ein ungutes Gefühl, doch wusste sie es nicht einzuschätzen. Inständig hoffte sie Ihr Gefühl würde sie täuschen ihr einen üblen Scherz spielen.
Sie wartete, nahm sich ein Buch, warf es wieder weg und nahm es gleich darauf wieder in die Hand.
Immer wieder ging sie zum Fenster schaute hinaus, hoffte auf irgendwelche Zeichen, dass sie nun nicht mehr lange warten brauchte.
Spät am Abend sah sie die Gardisten zurückkehren. Ihr Herz klopfte, nun müsste auch ihr Verlobter heim kehren. Stunde um Stunde verbrachte sie am Fenster doch er kam nicht. Die Angst nahm mehr und mehr Besitz von ihr. Was war Geschehen? War er verletzt? Oder gar gefallen?
Sie mahnte sich zur Ruhe. Sie musste nur abwarten. Sicherlich hatte er noch Besprechungen oder der Gleichen. Er würde sicherlich auch bald zu Hause sein, um sie in seine Arme zu schließen.
Irgendwann tief in der Nacht, schlief sie am Fenstersims ein.
Wüste Träume schlichen sich in ihren Schlaf, und sie schreckte immer wieder auf. Schlaftrunken wachte sie am Fenster, wartete und schlief wieder ein, nur um aus ihren Alpträumen wieder aufzuschrecken. So zog es sich durch die ganze Nacht.
Als sie am Morgen aufwachte, fühlte sie sich wie gerädert. Der Schlaf hatte ihr nichts gebracht, außer neuer schlimmer Phantasien Sie ging durchs Haus, in der Hoffnung er habe sich hinein geschlichen, doch er war nirgends. Wieder ging sie auf und ab, versuchte nachzudenken, doch es wollte ihr nicht so recht gelingen. Immer wieder sah sie schreckliche Bilder. Sie sah ihre Liebe blutüberströmt zwischen gesichtslosen Leichen liegen. Nein! Das durfte nicht sein, das konnte nicht. Doch die Bilder wollten nicht weichen. Völlig konfus rannte sie aus dem Haus, irrte durch die Gassen. In ihrer Angst gefangen, wusste sie nicht was sie tun sollte, oder wo sie ihn suchen sollte. Irgendwann befand sie sich wieder in ihrem Haus. Sie wusste nicht wie lange sie herum geirrt war. Auch nicht wo sie überall gewesen war. Abermals suchte sie das Haus nach ihm ab und wieder wurde ihre Hoffnung zerstört. Völlig aufgelöst lies sie sich auf einen Stuhl fallen und weinte. All ihre Verzweiflung all der Schmerz suchte sich seinen Weg über die Tränen ins Freie.
Eine ganze Weile weinte sie, schluchzte sie und lies ihren Kummer heraus. Da klopfte es plötzlich an der Tür. Sie strafte sich, wischte sich die Tränen weg und machte sich auf den Weg zur Tür. Sie wollte nicht das man sah wie sie litt. Einmal noch atmete sie tief durch, dann öffnete sie. Ein Bote stand vor ihr, reichte ihr einen Brief. Sie schluckte schwer als sie das Siegel sah. Es war das Siegel ihres Verlobten. Sie stieß ein Stoßgebet empor, es möge nicht der Abschiedsgruß sein. Sie gab dem Boten zwei Goldstücke und setzte sich dann mit dem Brief an den Tisch. Immer wieder wendete sie ihn, legte ihn ab und nahm ihn wieder ihn die Hände. Minuten vergingen bis sie endlich das Siegel brach und den Brief herausholte um ihn zu lesen. Wieder rannen ihr die Tränen über das Gesicht. Doch waren es nun Tränen der Erleichterung. Er lebte, ihr Quarius war am leben.

Sie machte sich auf, ihn zu suchen. Noch völlig durcheinander ging sie zum Ordenshaus. Dabei hätte sie gleich zum Kloster gehen können. Denn er hatte ihr geschrieben, dass er dort verweilte. Sie hatte es in ihrem Gefühlschaos jedoch völlig überlesen. Am Ordenshaus traf sie auf Farion, welcher sie dann zum Kloster geleitete.
Endlich sah sie ihn, ihr Herz hätte ihr vor Glück zerspringen können. Sie ging auf ihn zu, sprach ihn an, doch er reagierte nicht. Wieder kroch die Furcht in ihr hoch, schnürte ihr die Kehle zu. „Quarius? Quarius schau mich an. Bitte!“ flehte sie und packte ihn an der Schulter.
Es dauerte eine Weile bis er reagierte und zu ihr blickte. Sie war verwirrt, so zerbrechlich hatte sie ihn nie gesehen. Sie musste nun stark sein. Sie hielt ihn fest, stütze ihn. Diese Nacht würde auch sie im Kloster verbringen, beschloss sie. Sie wollte nicht ohne ihn sein, nicht nachdem sie solch Furcht um ihn hatte.