Verfasst: Dienstag 7. November 2006, 14:19
von Inara Schwarzmourne
Lange Zeit hatte sie an seinem Bett gesessen, seine Stirn mit einem feuchten Tuch betupft um ihm die Hitze des Fiebers zu nehmen, ihm etwas Suppe versucht einzuflösen - vergeblich, doch nun stand sie auf und straffte ihre Kleider.
Tief schnaufte sie durch und ihr Gesicht zeigte deutlich die Entschlossenheit, welche ihr eben gefällter Entschluss mit sich zog.
Nein, sie würde nicht länger hier sitzen und ihn pflegen. Sie wollte nicht so untätig sein. Sie wollte sich nicht noch einmal so hilflos fühlen. Sie wollte nicht noch einmal Angst haben müssen, dass jemand, den sie liebt stirbt in ihrem Beisein.
Mikhail war nicht mehr in der Burg und mit ihm auch kein Heiler und kein Alchemist. Doch hatte sie nicht den täglichen Umgang mit den Zutaten, die er sonst brauchte? Schon lange fühlte sie sich nutzlos und ohne Sinn in der Gemeinschaft der Burg. Es wurde wirklich Zeit dies zu ändern. Viel zu lange war sie die einfältige Bäuerin gewesen. Schluss damit!
In harschem Ton, der so gar nicht ihrer sonst freundlichen Art entsprach, befahl sie der Wache, auf Malachai aufzupassen und sollte ihm etwas geschehen, bis sie von ihrer Reise zurück kam, so versprach sie der Wache, er würde sich wünschen, nie geboren worden zu sein!
Ihr eisiger Blick lies die Wache erahnen, dass sie es durchaus ernst meinte und nickte nur etwas verdattert, während sie mit festem Schritt die Burg verlies.
So viele Goldkronen hatte sie, es musste doch damit etwas anzufangen sein. Sie wollte gen Gerimor reiten, auf dass sie dort jemand finden würde, der ihr etwas bei bringt. Und so geschah es.
Sie setzte über und durchstreifte Bajard, Varuna und selbst Rahal auf der Suche nach Lehrmeistern in Belangen des Kampfes, des Wunden heilens und .... ja auch das.... in der Kunst des Tränke mischens.
Sicherlich würde sie nie so gut kämpfen können wie ein Krieger, nie Wunden so gut nähen können wie ein Heiler, oder Tränke so mischen können wie ein Alchemist. Aber sie würde tun, was immer nur möglich wäre um sich nicht mehr sinnlos und hilflos zu fühlen.
Sie hatte sich entschieden und so erklang ein ums andere mal das Geräusch eines klingenden Beutels, wenn sie wieder eine Lektion gelernt hatte. Erst danach, einige Tage später, trat sie wieder die Heimreise an.
Verfasst: Samstag 11. November 2006, 15:28
von Malachai Schwarzmourne
Ruhig liegt Malachai in seinem Bette. Nunja, nicht ganz seinem Bett. Eher das Gästebett, das er bekam, weil er in der Burg seine Wunde auskurieren muss.
Doch er fühlte sich nach langem wieder richtig heimisch, als er zur Seite schaut und jene wunderschöne Frau begutachtet, die in seinem Arm liegt.
Er hatte diese Nähe zu Inara sehr vermisst und es tat ihm gut, sie bei sich zu haben.
Sehnsüchtig hatte er auf ihre Rückkehr gewartet.
Sie erzählte ihm, dass sie sich in einigen Bereichen schulen liess, vorallem der Alchemie und der Heilkunst.
Sie selbst fühlte sich nach ihrer Aussage als nutzlos für die Gemeinschaft der Burg.
Welch Schwachsinn dachte Malachai.
Sie führte alleine einen großen Hof, stand morgens vor allen anderen auf um eine schwerstarbeit durchzuführen, wenn sie in morgendlicher Kälte die Felder leer pflückte, dann all jenes in den Kisten sortierte, dann Essen aufbereitet, dieTiere fütterte und Essen zur Burg zu bringen, nur um dann Abends eventuell erschöpft ins Bett zu fallen, damit sie am nächsten Tage wieder die Kraft besitzt, um von vorne zu beginnen.
Malachai selbst bemerkte einen kleinen Fleck einer verheilten Wunde an ihrer Stirn. Er fragte sie und sie wich seiner Frage aus.
Sie versuchte ihm weis zu machen, dass es durch das üben mit Pfeil und Bogen kam, doch sie war keine gute Lügnerin.
Nach und nach konnte Malachai erfahren, was passiert seie.
Ein Mann, der sich als Offizier Eisenwart ausgäbe, wollte am Hafen eine Frau in spärlicher, alter Kleidung wegzehren.
Inara ging wohl dazwischen, stellte jenen zur Rede und er meinte nur, jene Frau sei die Mörderin von Theradil Morian.
Da hat sich also der vermeintliche Offizier verraten.
Dann hätte er Inara wohl einen Pfeil an die Stirn gehalten, woher die Wunde kam.
Malachai war klar, dass der Offizier nur Regado oder Theradil selbst sein könnte, da beide die Kleidung der Burg noch besässen, seit sie wegen ihres Verrates flüchteten und die Aussage, dass die Frau die Mörderin von jenem seie, liess Malachai zum Schluß kommen, dass es Theradil war.
Dieser Bastard, schwor sich Malachai, als er die schlafende Schönheit neben sich sacht über ihren nackten Rücken streichelt, er würde ihn fassen und ihm eine Art der Folter zubereiten, die nie zuvor jemand in solcher länge und qual erfahren hatte.
Ja er war entschlossen, sich an seinem erbetteln nach dem Tode zu ergötzen und es zu geniessen, ehe er am Ende seine Leiche als Warnmal öffentlich hinprangern würde.
Doch sie wechselten das Thema und jene Gedanken bleiben in des Schattens Kopf als Aufgabe, wenn er wieder genesen ist.
Sie gingen dann hinab ein wenig in den Wald nahe der Burg zum Grabe Manus, Inaras Sohn.
Malachai entsinnte sich an jenen Tag und jenen Ort.
Er versprach Inara, ihren damaligen Peiniger, Kelos Amarth, zu finden und ihn für seine Taten büsen zu lassen. Zudem würde er auch herausfinden, was mit ihrem Säugling damals geschehen war und ihn zurück bringen, zu seiner Mutter.
Es war entsetzlich anzusehen, wie Inara in sich zusammen brach, als er ihr den kleinen Sarg geben musste, doch nur so konnte sie mit diesem Kapitel ihres Lebens abschliessen und in der Gewissheit leben, dass jener, der ihr die Gräueltaten antat, ein schreckliches,langes und leidvolles Ende fand.
Da standen sie nun. Inara pflückte ein wenig das Unkraut vom Grab und gedachte ihres Verstorbenen.
Sie waren sich einig. Wo auch immer sie waren, sie würden über uns wachen und selbst auch über die anderen, die wir verloren haben.
Inara fragte, ob Stephanie sich wohl um Manus kümmern würde und Malachai war sich sicher, dass sie es tat. Auch erwähnte er, dass Valion, sein Bruder, ebenfalls bei ihnen wäre und Manus einiges an Flusen beibringen würde, während er in jenem Reiche wächst und gedeiht.
Sie lachten über den Gedanken, doch es war ein schöner Gedanke.
Dann kam die Frage, ob wir sie, wenn unsere Zeit sich dem Ende neigen würden, wohl sehen würden.
Malachai bejahte jenes, doch es kam ihm eines in den Kopf. Sie waren alles wunderbare Menschen.
Würde sich das Jenseits in Gut und Böse teilen, er wüsste, dass jene alle einen anderen Weg in ein anderes Reich gehen würden als er gehen müsste.
Doch dies war nur ein Gedanke, für ihn zählte das jetzt.
Die Tatsache, ein Leben zu führen mit einer so wunderschönen Frau, die er über alles liebte.
Es war ein gar sarkastischer Gedanke, dass der Tot von Menschen, die ihnen lieb waren, die beiden Liebenden zueinander brachte.
Gepeinigt vom selben Leid, fanden sie zueinander und halfen sich, aus jenen schrecklichen Ereignissen heraus.
Inara erhebte sich und umarmte Malachai. Er umarmte sie.
Jener Ort war es, der ihnen den ersten, gemeinsamen Kuss brachte und somit das Geständnis der Zuneigung und Liebe.
Es wäre ein heiliger Ort für beide, welcher ihnen immer zeigen wird, das trotz Leid und Nöte, sie füreinander da wären und ihre Liebe jedes Hindernis übersteht.
Während Inara in seinen Armen lag, kam ihre Frage, ob sie wohl auch irgendwann Kinder haben wollten.
Malachai stockte der Atem.
Würde er mit seinem Zwielichten Leben, ständig eingeholt von Pein und Folter und dem Morden an anderen Menschen, ein Vater sein können?
Könnte er ein Vorbild sein und seine Kinder einen anderen Weg zeigen, als jenen, den er gezwungen ist zu gehen?
Er fragte sie, ob sie welche wolle. Sie bestätigte jenes mit dem Anhang, irgendwann in der Zukunft sicher und so sagte Malachai ihr, dass es dann auch gemeinsame Kinder geben wird, in einer Zeit, inder beide in Frieden leben würden und könnten. Weg vom Krieg. Weg vom Hass und weg von jenen, die den Kindern eine falsche Zucht aufdrängen würden.
Weg von jene, die die Frucht deren Liebe missbrauchen würden für ihre falschen Götter.
Nach jenen Ereignissen gingen sie hinein, Inara wollte erst hinfort, noch etwas am Hofe erledigen, doch Malachai wollte sie nicht gehen lassen.
Er wollte Sie bei ihm haben, in Sicherheit und ihre Nähe wie Liebe spüren.
Er musste zulange darauf verzichten und das kann er nicht.
Sie legte sich ins Bett, er folgte.
Malachai streichelte ihr weiter den Rücken, während sie schlief.
Er hat ihr soviel zu verdanken. Wenn sie nicht hier wäre, wer weiss, wo Malachai sonst jetzt wäre.
Er küsste sanft ihre Stirn, während sie leise vor sich hin atmete und sich mehr an seinen Körper schmiegte, ruhig, schlafend und hoffentlich schön träumend nach einem langen Tag des Wiedersehens, der Zuneigung und eine lange Nacht der reinen Liebe.