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Verfasst: Donnerstag 27. März 2008, 15:05
von Demoar Llastobhar
Die Hoffnung des Menschen neigt dazu, ihn dann zu erschlagen, wenn er der Verzweiflung am nähsten ist.

Es war in der Burg Llastobhar...
Eine steingewordene Festung trohnte nunmehr in dem Talkessel, von einem breiten Burggraben umzogen. Meterhohe Mauern verbargen das Innere vollends, nur an den Zinnen flatterten die Familienbanner und -wappen unruhig im lauen Wind. Das Werk der Baumeisterkunst der Zwerge war diese Burg gewesen und nun war sie errichtet.

Es war Alleen, die im Burghof auf ihn wartete...
Völlig verunsichert, sprachlos, verwirrt stammelte sie auf ihn ein. Schließlich ergab sie sich der Übermacht ihrer Sprachlosigkeit und griff in ihre Manteltasche. Sie zog das Stück Stoff mit der ihm allzubekannten Sigille heraus. Und dann... zog sie eine Weste hervor, auf der das selbe Wappen prangerte.

Es war Alleens Vater gewesen, dem diese Weste gehörte...
Und die Gedanken erschlugen ihn.


...

Wenn man lange im Dunkel der Unwissenheit wandert, schmerzt das Licht der Erleuchtung später um so mehr.

Die folgenden Stunden würde immer unvergessen bleiben. Hand in Hand kamen Alleen und Demoar in den leeren Rittersaal der Llastobharburg und Una staunte nicht schlecht, als sie die beiden sah. Natürlich verstand sie nicht, aber das sollte im ersten Moment nicht weiter von Belang sein. Es würde genug Zeit geben, ihr und den anderen alles zu erklären, doch vorher musste er sich über das, was er in den letzten Stunden, im Klaren werden... es schmerzte noch zu sehr


...

Soll Zukunft warten, bis es Zeit für sie ist

Unruhig wanderte ein widerhallender Klang schneller Schritte durch die Hallen der Llastobharburg. Wo konnte sie nur stecken?
"Alleen?"
Wieder keine andere Antwort als das feixende Echo, das widerwärtig laut und oft durch die Hallen drang.
"Wo steckst du?"
"Wo steckst du?"
"Wo steckst du?"
"Wo steckst du?"
"Du.. du.. du?"

"Cathal? Una? Shanna?"
"Cathal"
"Una?"
"Cath..Una..Sha"
"Cathunsha?"

Wenn Alleen es ihnen noch nicht gesagt hatte, würde er es nun tun, Zeit war genug vergangen... vielleicht zuviel, als dass die Wahrheit ihren Anspruch auf Absolutheit noch gelten machen könnte.. oder wollte.

Verfasst: Montag 25. Juni 2012, 00:42
von Demoar Llastobhar
Im Spiegel alter Erinnerungen

Eigentlich waren es seinerzeit doch immer die anderen, die sich der Wankelmütigkeit schuldig gemacht hatten. Es waren Frauen gewesen, die unbeständig das Für und Wider warmer Zweisamkeit gegen unbändige Einsamkeit abgewogen hatten und sich in Folge dessen dann doch für das Wider entschieden hatten. Wider ihn..

Eigentlich waren es doch die anderen Weisshäupter gewesen, die einer nach dem anderen in ihre Heimat aufgebrochen waren, um dort ihrerseits erfolgreiche Magierschulden zu leiten oder gar die Schicksale ganzer Landstriche zu bestimmen.

Um im Zweifel waren es die unbeständigen Schüler, derer er zahllose hatte kommen und gehen sehen und über deren ungenügenden Biss, deren geringen Willen zum Fortschritt er immer aufs neue den Kopf schüttelte.
Und nun? Nun musste er sich eingestehen, als er nach all dieser Zeit die Tore Adorans durchschritt und er wie zur Begrüßung mit dem Stiefel eine Handbreit in einer Pfütze stand - nun musst er sich eingestehen, als er den Blick auf das zuerst aufgewirbelte, von Matsch und Schlamm durchzogene Wasserrinnsal wandte - nun musste er sich eingestehen, als das Wasser seine beständige Ruhe wiederfand, ihm ein gegerbtes Gesicht entgegenblickte und ihm die Wirklichkeit wie einen Spiegel vorhielt - nun musste er sich eingestehen, dass er es gewesen war, der ihn so enttäuscht hatte. Dass er es gewesen war, gegangen und gekommen war. Und gegangen und gekommen war. Wie ein Fähnchen im Winde.

Der nächste Schritt sollte den Fuss also aus der Pfütze heben, die trügerische Ruhe des Wassers aufs neue Brechen, den Spiegel zerschlagen und den Weg in Richtung eines neuen alten Lebens ebnen.