Seite 2 von 4
Verfasst: Montag 12. Februar 2007, 05:57
von Lanaya Shevanor
Schauspielern konnte sie, in der Tat. Die Freude in ihren Augen jedoch war echt. Sie mochte es mit den Brüdern umzugehen. Genüsslich hatte sie sich alles neue und wunderliche berichten lassen das sich zugetragen hatte. Sarog wurde wesentlich mehr Zeit geschenkt als sie es jemals in Betracht gezogen hatte. Doch war sie auf der Hut. Ihre Instinkte warnten sie vor ihm. Er war auf gewisse Art und Weise gefährlich. Nicht für sie doch für den Schein den sei gegenüber dem Orden wahrte. Auch hier spielte sie eine Rolle. Hatte eine Aufgabe. Beides sagte ihr zu. Dienen würde sie im Herzen jedoch stets nur einem Herren. Solange das Mittel dem Zweck diente und der Schein es wahren konnte würde sie ihren Nutzen daraus ziehen.
War dem nicht so?
Niemand hatte sie geführt als sie biegsam war. Niemand hatte sich intensiv ihrer angenommen als eine Richtung anzugeben war. Nun hatte sie den Weg für sich selbst gefunden. Verstrickt in Lügen und Intrigen spielte sie mit denen die sie umgaben. Doch spielte auch die Welt mit ihr. Stetig ging es weiter. Lernen, spielen, zurückschlagen und sich vorsehen. Längst war sie nicht mehr im Bilde was die Etikette ihres Namens erforderte. Zu lange hatte sie den verhassten Adel der Göttin vermieden und den Vorgängen keine Achtung geschenkt. Andere Dinge waren wichtiger, interessanter und brachten sie voran. Doch auch sie machte Fehler. Vertrauen sollte sie schenken. Denen die ihr selbst nicht vertrauten. Mit ihrem Namen hatte sie ihr Leben preis gegeben. Es auf die Spitze eines Schwertes gelegt und gewartet ob daran zerbrechen würde. Wut erklomm in den eisigen Augen auf. Dieses Mal war das letzte Mal. Nie wieder würde sie so töricht sein. Sie war eine jener die täuschten und betrogen. Warum ehrlich sein so sie keinen triftigen Grund dazu hatte. Es musste reichen eine Dienerin des Ordens vor sich zu haben warum Namen verlangen so diese ohnehin ohne Bedeutung sind.
Rasch führte sie einige Striche mit dem Federkiel aus ehe dieser wieder in die Tinte getunkt wurde.
Die Zeilen vor ihr schienen ordentlich und durchdacht. Erst geraume Zeit später wurde das Schreiben gesiegelt mit dem Zeichen derer von Shevanor in die Hände eines Getreuen übergeben.
Haare von der Farbe des Mondes...
Rasch verwarf sie die verräterischen Gedanken. Niemals würde sie sich solch Gesülze hingeben. Amüsant war es gewesen sich mit Komplimenten überhäufen zu lassen. Doch Zuvorkommenheit und Charme hatten sie noch nie angezogen. Macht und Stärke war es was ihr einen genauen Blick abrang. Ob diese Blicke nun interessiert oder abschätzend waren vermögen wohl nur wenige zu deuten. Die blassen Haare zurückwerfend die wie eh und je kaum im Kontrast zu ihrer Haut standen zog sie sich um. Es war kalt und die warme Kleidung würde sie brauchen. Obgleich sie tief in den Schnee ein sank achtete sie auf die Umgebung. Nichts hasste sie mehr als wenn man sie überraschte. Noch immer befasste sie sich mit diversen Übungen die jedes ungeübte Auge sofort täuschten. Sie liebte es ihre Grenzen zu testen und oft kam die junge Magierin die um so vieles älter wirkte als sie es tatsächlich war völlig erschöpft nach Hause. Doch selbst hier herrschte ein ständiges lernen. Iloiss hatte gar meisterhafte Bücher deren Zeilen sie nur zu gerne aufnahm.
Komm vorbei, auf diese Flasche Wein!
Abgelenkt viel ihr Blick auf den teuren Tropfen. Die Einladung war eine Weile her doch war sie unmissverständlich und bestand sicherlich noch. Doch war es nicht gefährlich den Worten zu folgen? Würde sich daraus etwas ergeben das sie verletzlich machte? Gerunzelt wirkte die blasse Stirn wie ein Teil einer wächsernen Puppe. Vielleicht sollte sie diese Einladung annehmen. Es war mehr als ein Friedensangebot gewesen. Zudem wurde es Zeit ihre Fähigkeiten diesbezüglich solcher Hinsichten auszutesten.
Zeit zu spielen.
Verfasst: Samstag 17. Februar 2007, 00:44
von Lanaya Shevanor
Ein weiteres [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=17382]Schreiben[/url] hatte sein Ziel gefunden.
Die ersten Schritte hatte sie eingeleitet doch was würde sich ergeben? Seit sie diese Zeilen verfasst hatte war sie angenehm aufgeregt. Sie wusste in dem Bruder einen würdigen Gegner zu haben der eine einfache Intrige sofort erkannte. Warum also nicht ein wenig von sich Preisgeben um ihn in Sicherheit zu wiegen? Dünne Lippen hoben sich zu einem Lächeln das ihr Gesicht seltsam weich erschienen ließ. Zu lange war es her seit sie sich einfach den stupiden Gedanken einer Frau hingegeben hatte. Längst hatte sie vergessen wann sie sich darüber fragte was anzuziehen sei. Andere Dinge waren wichtiger doch für dieses Spiel würde ein genaues Abstimmen von Erscheinungsbild und Wortwahl vorteilhaft sein. Erschrocken hielt sie Inne als sie feststellte das sie schon wieder kühl verglich. Die Kleider vor sich hatten sie unweigerlich an Reika und Lythiana erinnert. Beide Damen waren mit ihm zu Gange gewesen. Doch waren sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Dennoch nun da sie einmal angefangen hatte zu vergleichen begann sie erneut Sachen passend aufeinander abzustimmen. An keine der Beiden wollte sie ihn an diesem Abend erinnern. Er sollte etwas anderes sehen. Etwas das ihm zu denken geben würde. Neben ihrer Ordenskleidung und den wertvollen Kleidern die verschiedene Intrigen innerhalb Varuna erfordert hatten besaß sie einiges das es Wert war zu tragen. Nach Stunden wie es schien hatte sie etwas passendes herausgesucht. Keinesfalls würde man dahinter einen gewissen Sinn erkennen doch schienen die Sachen ebenso unpassend wie ein Lächeln auf ihren Zügen.
Er selbst war ein Spieler dessen wahre Gedanken selten ins Spiel einflossen. Dennoch hatte sie erlebt wie er um Dinge kämpfte die ihm wichtig waren. Gewisse Achtung ob der Worte und Taten musste sie ihm also auch in dieser Hinsicht zuschreiben. Allerdings war sie niemand der auf einfache Worte etwas gab. Sie analysierte und Verglich stetig in den unmöglichsten Situationen. Anders konnte sie gar nicht. So wechselhaft wie das Wetter ging sie auf gewisse Dinge ein und gab ihnen die Wendung die ihr gefiel. Als der Abend nahte war sie bereit. Die hellen Haare gewaschen dufteten diese nach verschiedenen Kräutern. Schnee hatte sie gesammelt und über dem großen Kamin geschmolzen und die ungewohnte Arbeit hatte sie wunderbar erfrischt. Keinesfalls müde machte sie sich auf den Weg. Das feine Kleid lag vorteilhaft auf ihrem Körper und dank des dicken Mantels fror sie nicht. Pünktlich fand sie sich im Gasthaus zu Tirell ein und stand kurz darauf vor Sarog´s Zimmer. Wohlvertraut klang seine Stimme durch die Türe als er fragte wer da sei und verwundert stellte sie fest das sie sich auf den Abend freute. Zuvorkommend nahm er ihr Mantel und Umhang ab ehe sie ein Glas überreicht bekam und sie sich setzten. Vieles besprachen sie fast schien es als hätten sie beide von der Wendung des Gespräches geahnt.
Er vermutete das ihr hiersein nicht einfach einem 'einfachen' Abend zu zweit gewidmet war doch ihre wahren Gründe eröffneten sich ihm nicht. Spielte er doch nicht minder mit den Worten wie sie. Er wäre wirklich ein vortrefflicher Illusionist geworden so er sich diesem Zweig gewidmet hätte. So jedoch erkannte und lenkte sie die Worte so wie er sie vorgab. Einiges erfuhr sie an jenem Abend. Vieles hatte sie gewusst doch so manches Wort ergänzte ihr Bild von dem Magier. Sie konnte nicht umhin zuzugeben das sie ihn nicht nur achtete sondern inzwischen auch mochte. Womöglich würden sie sich gegenseitig nutzen. Zumindest war sie sich nun über seine wohl größte Schwäche sicher. Großkotzig wie eh und je hatte er behauptet er habe keine Schwächen. Doch wusste sie ebenso gut das gewisse Stärken auch Schwächen hervorbrachten. Dem Herrn sei dank hatte seine Schwäche jedoch nicht lange genug gelebt um wirklich eine Gefahr für ihn zu sein. Ermordet ehe es das Licht der Welt erblickte mochte die Erinnerung in ihm Zorn hervorrufen doch wollte sie nicht wissen wie angreifbar ihn dieses Ungeborene gemacht hätte so es am Leben geblieben wäre. Im Großen und Ganzen hatte alles seine Wendung genommen wie sie es erwartet hatte.
Zu später Stunde sah man die jungen Magier in die dicken Mäntel des Ordens eingehüllt durch den Schnee stapfen. Fast eine Stunde quälten sie sich durch die feuchte Landschaft ehe sie endlich am Ziel waren. Der Friedhof. Hier war für sie das was für ein Beschwörer als Ort der Macht bezeichnen würde. Auf diesem Platz der Toten übte sie seit Wochen was sie sich zuvor erarbeitet hatte. Längst war sie nicht perfekt doch die Zeit würde Zeigen was die Mühe ihr eröffnete. Heute jedoch wollte Sarog sehen mit was sie sich beschäftigte. Was sie erreicht hatte. Ruhig wurde die schwarze Kapuze des Umhang´s zurückgeschoben und das Mondlicht ließ ihre Haare noch heller erscheinen. Ohne Mühe atmete sie ruhig und bedacht als ob sie sich in Meditation versenken wolle. Die Ärmel des Mantels und des Kleides darunter zurückschiebend entblößte sie die zarten, blassen Unterarme ehe sie diese leicht von sich gespreizt anhob.
Mit intensivem Blick begegnete sie Sarog´s dunkelbraunen Augen doch bald schon schien sie durch ihn hindurch zu sehen. Der Kopf legte sich kaum merklich zurück und so der junge Magier die Veränderung des Liedes bemerkte ließ er sich nichts anmerken. Sie selbst achtete kaum mehr auf den Magier sondern griff nach den Melodien des Liedes. Suchte was sie war und begann unerschrocken die Stränge zu formen und zu ändern. Was um sie herum geschah nahm sie längst nicht mehr wahr. Einzig die Melodien zählten. So süß und mächtig lockten sie die Stränge noch mehr zu ändern, zu formen was ihr einst als weltliches Trugbild beigebracht worden war. Die Gefahr sich dem hinzugeben war verlocken doch noch immer fehlte die Übung. Bei einem früheren Versuch den Körper zu formen war sie nur dank einer Ordensschwester nicht erstickt. Heute jedoch waren es nur die Arme die sich veränderten. Für Sarog dürfte es so wirken als haben sich Knochenplatten durch die Haut hindurch über die Arme gelegt ehe diese das Fleisch verdrängten und sich so formten wie sie es sollten. Kurze Zeit stand die Maga mit den knochigen Armen eines Toten vor ihm dann jedoch zerriss sie die Illusion. Von einem Moment zum Anderen war es stechend kalt und die Hitze der Verwandlung verschwunden. Ihre Arme wirkten als habe sich nie etwas ereignet. Die Erschöpfung auf ihrem Gesicht jedoch zeugte von der Anstrengung.
Langsam senkte sie die Hände und trat auf ihn zu. Gänzlich nahm sie die Worte nicht auf doch dem Klang seiner Stimme folgend erkannte sie das Lob als solches und neigte dankend den Kopf. Abwesend wischte sie sich über die blasse Stirn und erholte sich langsam von dieser kleinen 'Vorführung'.
Verfasst: Samstag 17. Februar 2007, 11:14
von Sarog Pilyan
Gänsehaut fuhr ihm über den Rücken und die Arme und wollte sich sogar an seinem ganzen Körper ausbreiten, doch vermochte sie es nicht, als er sich dann letztendlich zusammenriss und sie freundlich in seiner kleines Zimmer hineinbat. Sein erster Versuch, sie in ein einfaches Gespräch zu verwickeln war schwer genug, wo er doch ständig einer Prüfung von ihrer Seite unterzogen war. Immerzu hatte er das Gefühl, dass ihre Augen direkt durch ihn hindurchsehen wollten, um seine Gedanken zu greifen und zu formen, wie sie es für sich haben wollte. Es gelang ihr nicht, denn auch er, kannte dieses Spiel und konnte ihr einen effektiven Gegner darstellen. Ofjedoch kam es dazu, dass sie seine Antworten im Voraus erkennnen konnte und sie tat sie auch gut daran, nicht lange an seine vergangenen Geliebten zu erinnern, denn gerade, wenn sie auf das Thema "Kind" zu sprechen kam, wurde ihm deutlich schlechter in der Magengegend. Er war auch nur ein Mann, der sich wünschte, eigene Kinder in die Welt zu setzen, so dass er sie nach seinem Wohlwollen erziehen konnte. Er wollte kluge, hübsche und von der Gabe beschenkte Kinder haben, auf die er stolz sein konnte - die sein Erbe weitertrugen, sollte er zu Alatar herübergehen.
Er verwarf den Gedanken für den heutigen Abend. Dann fuhr sein Blick über die junge Lanaya, die er intensiv von oben bis unten musterte. Heute war sie reichlich weiblicher angezogen und ihre Rundungen traten klar am Kleide hervor. Er musste sich bei näherer Betrachtung auf die Unterlippe beißen, als würde er damit einen animalischen Instinkt unterdrücken. Seine Triebe mussten vorher zurücktreten und der Kopf musste die Kontrolle behalten, denn genau so hätte sie ihn sehen wollen und in ihre Falle locken können. Mussten ihm denn ständig Fallen gestellt werden? Bei Lanaya glaubte er dies wirklich, doch machte es ihm fast nichts aus, denn diese Herausforderungen waren einfach wichtig für Sarog. Der Magier war kein Mensch, der schnell aufgab, wenn er irgendetwas besitzen wollte, er führte sich auch nicht wie ein Kind auf, das bettelte - Machte Sarog doch immer einen Plan, den er mit Ehrgeiz verfolgte, sollte er dabei beinahe Mitleid erwecken wollen, so gehörte es mir dazu - Das Spiel hatte er oft getrieben. So ging er diesmal doch sehr bedacht vor, bei ihr hatte er wirklich das Gefühl, dass sie auf jedes seiner Worte achtete, wie es vorher niemand zuvor tat, ähnliches Schauern kam ihm höchstens beim Meister oder Jago, bei denen er ganz genau wusste, dass sie ihm horchten und ihn genaustens einschätzten, in ihre eigene Werke einschmiedeten, um ihn im richtigen Moment als Spielball werfen zu können. Sarog wusste genau, wo er aufzupassen hatte.
Viele Male ging es hin und her, einmal kam die Frage von ihr, das andere Mal fragte er sie und geduldig erhielten sie ihre Informationen voneinander, so kam es auch, dass Lanaya richtig direkt wurde und trotzdem ihre Antworten erhielt, genaustens wusste sie aber auch, wo ihre Grenzen lagen, die sie einfach nicht, oder 'noch' nicht, überschreiten durfte. Gekonnt bewegte sie sich mit ihren Worten an dieser feinen Linie entlang, ohne ihn reizen zu wollen, doch trotzdem hatte Sarog dieser Tage kein ruhiges Gemüt und versuchte sie mehrmals zu stellen, wenn er denn meinte, dass sie ihn zu Antworten locken wollte, die ihm nicht gefallen würden.
Sie hatten beide ihre Gläser Rotwein gelehrt und den Abend genoßen. Sarog hatte lange nicht mehr ein solch intensives Gespräch geführt und mehr und mehr mochte er sie, konnte sie vielleicht sogar bald eine Art Freundin nennen, so sie sich ihm denn auch öffnen konnte. Erste Schritte hatte sie ja dadurch gemacht, dass sie sich für ihn schonmal hübsch gemacht hatte, soetwas hatte er vorher noch nie bei ihr gesehen. Sonst erinnerte sie ihn eher an ein kränkliches Kind, das um Mitleid bot. Er hatte aber auch die andere Seite der Medaille gesehen, wo sie mit Rafael umging, als sei er ein sabberndes, hirnloses Stück Fleisch ohne klare Gedankengänge. Sie war mächtig, hübsche und intelligent, unweigerlich musste er daran denken, was für eine prächtige Brut sie für die Arkorither hervorbringen würden. Schmunzelnd musste er sich den Gedanken aus dem Kopf schütteln, ehe sie dahinter kommen könnte, was er dort eigentlich dachte, um frühzeitig den angenehmen Abend zu beenden.
Sie meinte noch zu ihm, dass sie ihm im Laufe des Abends noch zeigen würde, welche Fähigkeiten, sie denn besäße. Er war tatsächlich davon überzeugt, dass sie recht bald eine angesehene Maga werden würde, mit unglaublichen Kenntnissen, die ihm selbst noch die Gedanken herumreißen würden. Er verspürte eine unbekannte Angst vor ihr, wenn er daran dachte, dass sie ihm bald an Macht gleichkommen würde, oder ihn übertrumpfen konnte, aber dieses Gefühl war wohl immer da, wenn es daran galt Konkurrenz zu bekommen. Hoffentlich durfte er wenigstens bei ihr bald erkennen, dass sie keine solche darstellen wollte oder durfte. Sie hatten einen Kodex im Orden, doch was er bei ihrer Vorführung sah, wie sich das Fleisch und Knochen verformten. Alle anderen wären davon zurückgeschreckt, aber Sarog war einfach nur fasziniert und ebenso traten die Worte über seine Lippen, als er ihr ein Lob aussprach. Dabei sah er intensiv in ihre eisblauen Augen und für einen kurzen Augenblick hatte er das Gefühl eine Art Vertrauen zu ihm in diesen deuten zu können. Er wagte es nicht, das zu interpretieren.
Verfasst: Freitag 23. Februar 2007, 19:00
von Ky´rias Leydron
Er trat in die Taverne. Sein Blick wanderte umher, jeden Besucher der Taverne musternd. Aus irgendeinem Grund blieb sein Blick einwenig länger an der Frau hängen. Seltsam helles Haar und helle Haut besass sie.
Er zuckte kurz mit der Schulter und wendet sich dem Wirten zu, bestellte sich was zutrinken und nahm Platz.
Dabei lauschte er möglichst jeder Gruppe in der Taverne sogut wie möglich, man wüsste ja nie wann man neue Informationen erhälten würde.
Was für ein seltsamer Zufall, am Tisch der Frau mit der seltsamen hellen Haut wurde über Alatar geredet. Dort saß noch eine andere merkwürdige wirkende Frau und ein Mann.
Ky'rias konnte es nicht lassen sich zwischenzeitlich dort einzumischen. Ja, er drohte sogar indirekt dem Mann. Allein beim Gedanken musste Ky'rias schmunzeln.
Als der Mann die Taverne verließ fingen die zwei Frauen an zutuscheln. Ky'rias konzentierte sich und versuchte an hand der Mundbewegungen Bruchstücke mitzukriegen. Irgendetwas musste doch da vor sich gehen, dachte sich Ky'rias und im nächsten Augenblick wurde ein Plan geschmiedet. Er verließ die Taverne und versteckte sich neben diese beim Gerümpel. Vorsichtig zog er sich die Maske an und die Kapuze wurde übergezogen.
Er wartete dort bis schließlich die Frau mit den hellen Haaren hinauskam. Möglichst unauffällig folgte er ihr und vor Rahal traf diese auf eine andere Frau. Die Robe der anderen Frau kam ihm seltsam vor. Irgendwoher kannte er diese doch. Ihm wollte nur nicht einfallen woher. Nachdem die Frauen sich verabschiedeten folgte er der Frau mit den hellen Haaren weiter. Wie unvorsichtig von ihr. Es war ein leichtes Spiel ihr zufolgen und was ihm nächsten Augenblick geschah, war einfach wunderbar für Ky'rias.
Die Frau manifestierte einen Stab in ihrer Hand. Einen schwarzen Stab. Sie war also in der Lage, in das Lied von Eluive Veränderungen zutätigen. Daraufhin musste Ky'rias wieder grinsen.
“Volltreffer!”, dachte sich Ky'rias. Und er folgte ihr bis zu einem Haus. Es ähnelte schon fast einer sehr kleinen Burg. Als sie hineinverschwand klopfte Ky'rias an die Tür.
Er gab sich als Geschichtskundiger aus und gab auch einen falschen Namen an. Sie hatte eine schwarze Robe an und übergezogene Kapuze.
Ky'rias durfte hineintreten, war sich aber nicht sicher, ob das die Frau war von vorher. Aufeinmal wollte diese nur mit ihm reden wenn er sein Gesicht zeigt. Dasselbe verlange er von ihr aber niemand wollte es und so wollte die Frau ihn nach draußen geleiten. Innerlich grinste Ky'rias und sein Plan schien aufzugehen. Ruckzuck war ihre Kapuze von hinten runtergezogen. Auch mit den nachfolgenden Schmerzen die sie ihm bereitet hat, hat er gerechnet. Er wusste sie würde irgendwann überheblich werden und auf nichts mehr achten. Nach einiger Zeit des Schmerzens kam auch dieser Moment, und bevor sie auch nur schreien konnte, war ein Dolch an ihrer Kehle.
Er wusste direkt das er ihr nichts tun würde, aber äusserlich ließ er sich nichts anmerken. Nach einigen hin und her ließ er sie los. Ky'rias wollte fragen beantwortet haben und diese hat sie ihm auch beantwortet. Die Fragen wurden versteckt gestellt um nicht zudirekt zusein, ob sie das bemerkt hatte? Das wusste Ky'rias nicht. Sie war geheimnisvoll, merkwürdig, unberechenbar und Ky'rias wollte von sich nichts preisgeben. Sie stellte sich als Amelia ihm vor. Amelia, sie würde er ein weiteres mal aufsuchen, denn ihre Art war es wohl was sie für Ky'rias interessant machte. Nach einigen Tagen, machte sich Ky'rias abermals auf den Weg zu ihr und abermals klopfte es an der selben Tür....
Verfasst: Samstag 24. Februar 2007, 19:25
von Lanaya Shevanor
Sie hatte den Augenblick durchaus genossen als er auf die Knie sank und seine Augen den Schmerz widerspiegelten. Doch etwas hielt sie davon ab ihn umzubringen. Was es war hätte sie nicht sagen können doch einer Eingebung folgend senkte sie ihre Hand und er konnte wieder Atmen. Überheblichkeit, tat noch nie jemandem gut. So auch ihr nicht. "Ihr hättet mich töten sollen" Die Worte klangen wie purer Hohn in ihren Ohren und das Messer an ihrem Hals jagte ihr Schauer über den Rücken. Dann jedoch schlug ihre Ausbildung durch. Dem Schein nach Völlig ruhig sprach sie mit ihm und so unangenehm dieser enge Körperkontakt für sie auch war drängte sie rückwärts und somit gegen ihn. Die Angst war längst verflogen, hätte er sie töten wollen hätte er es bereits getan. Dennoch versuchte sie so dem Messer um wenige Zentimeter zu entkommen als er sie endlich losließ.
An diesem Abend sprachen sie nur kurz miteinander. Sein Name klang so falsch in ihren Ohren wie der Ihre es mit Sicherheit war. Die Geschichte die sie spann hatte allerdings Hand und Fuß. Niemand würde sie widerlegen können denn längst hatten sich die Würmer der Leiche des Freiherren angenommen. So bist du selbst im Tode noch nützlich Kihdar. Kurz schossen ihr Worte durch den Kopf und sie drohte sich verwirren zu lassen. Jede Wirklichkeit forderte ihren Preis. Erinnerungen überschatteten sich und manchmal wusste sie selbst nicht was Schein und was Realität war. Sich wieder auf den Fremden konzentrierend der sich als Xian vorgestellt hatte ließ sie sich reizen. Mehr Emotionen klangen durch ihre Worte durch als das es für sie üblich gewesen wäre. Sie wusste genau was er hören wollte. Doch warum sollte sich jemand wie er als würdig erweisen? Alsbald schon wurde sie ihn los und schloss auf gewisse Art und Weise erleichtert die Türe. Eine Weile kreisten ihre Gedanken noch um den seltsamen Jüngling. Sie, die sich nie mit Männern beschäftigt hatte setzte sich gewissenhaft mit diesem auseinander. Jede Geste und jedes Wort das am Abend gefallen war wurde analysiert und erschrocken stellte sie fest das er ihr gar nicht so unähnlich war.
Tage später jedoch hatte sie ihn bereits vergessen. Vermutlich würde sie diesen Unhold nie wieder sehen. Gänzlich auf die lilane Flüssigkeit vor sich konzentriert sah sie zu wie kleine Bläschen aufstiegen. Rezepte in einem wahrlich alten Buch der Alchemie belegten wie diverse Tränke bereitet werden mussten damit das Glas bei Erschütterungen nicht sprang. Man würde dieses zähflüssige Zeug das einem die Haut bis auf die Knochen abbrannte also tatsächlich werfen können. Gerade eine Probe abfüllend zuckte sie zusammen als es plötzlich klopfte.
Iloiss?
Keine Antwort erklang und so stand sie einen Fluch unterdrückend auf. Mit schwebendem Gang wurden die Treppen genommen ehe sie die nötigen Nieten betätigte jene die Türe öffneten. Verblüfft starrte sie dem Verhüllten entgegen der sich einfach an ihr vorbeidrängte als würde er hier wohnen. Gut das sie die Türe zur Stube verschlossen hatte. Noch immer etwas entgeistert sah sie ihn an während er in aller Ruhe Maske, Umhang und diverse andere Kleidungsstücke ablegte. Tatsächlich, der Herr Xian wagte sich nochmals hier her. Drängte es ihn nach weiteren Informationen oder war er einfach...? Tausende Möglichkeiten schossen ihr durch den Kopf doch was an Dreistigkeit folgte hatte selbst sich selbst ihr nicht eröffnet. Letztendlich neugierig hatte sie ihn hereingebeten und jegliche Regung unterdrückt als er wie der Herr des Hauses platz nahm und sich ausbreitete. Sich bewusst langsam setzend saß sie ihm alsbald gegenüber und sah ihn an. Die junge Magierin hatte alle Mühe und Not so gleichgültig wie eh und je zu wirken. Selbst Sarog schaffte es nicht sie so in rage zu bringen. An diesem Herren würde sie einiges zu üben haben. Fast schon schmunzelnd bemerkte sie das sie schon wieder analysierte und berechnete wie er ihr nutzte. Als ihr jedoch bewusst wurde das ihre Lippen zu einem dünnen Lächeln verzogen wurden richtete sie sich auf das Gesicht wieder aus Stein.
Also, warum seid ihr hier Xian?
Damit ihr mir meine Wäsche wascht.
Fassungslos starrte sie ihn an die Worte herunterschluckend die ihr auf der Zunge lagen. Im Gegenteil, in aller Ruhe sah sie zu wie er weitere Kleidungsstücke ablegte und diese in ihrer Nähe zu Boden glitten. Mit soviel würde wie man in solch einem Moment aufzubringen vermag erhob sie sich die Kleider mit spitzen Fingern packend. Mit einem letzten Blick zu ihm marschierte sie damit nach draußen vor eines der Fenster und warf seine Klamotten zu Boden. Etwas breitbeinig dastehend ließ sie nun endlich ihrer Wut freien Lauf und griff beherzt in das Lied ein. Ohne lange zu überlegen was sie tun musste veränderte sie Note um Note bis die Klänge und die damit vorgehende Veränderung in der realen Wirklichkeit für ihn zu erkennen waren. Flammen umzuckten ihre Fingerspitzen, tanzten um die Fingerkuppen ehe sie diese gen des Stoffes schleuderte. Einige Male musste sie den Vorgang wiederholen ehe der Stoff endlich verging. Mit sich selbst überaus zufrieden und wesentlich ruhiger ging sie wieder ins Haus. Kein Wort kam von seinen Lippen obgleich er sie vom Fenster aus beobachtet hatte. Erneut wallte etwas in ihr auf das sie nicht gebrauchen konnte und sie zwang sich zur Ruhe. Wahrlich... Gelassenheit würde sie an diesem unverschämten Kerl üben. Als er nicht reagierte als sie ihn ansprach ließ sie ihn schulterzuckend sitzen. Sollte er doch seine Spielchen spielen. Sie war ebenfalls jemand der dieses Spiel überaus beherrschte und würde diese Prüfung bestehen.
"Geduld Lanaya" ... flüsterte sie sich innerlich mehr als einmal zu.
Oben angekommen setzte sie sich abermals im Labor auf den Steinstuhl. Äußerst konzentriert nahm sie die Versuche wieder auf und war bald so in den Studien vertieft das sie kaum darauf achtete was im Haus passierte. Endlich kam sie zum entscheidenden Schritt. Die Luft wurde angehalten und sie wartete das die Flüssigkeit endlich ihre Farbe wechseln würde. Dann jedoch wurde die Türe aufgerissen und fast schon erschrocken fuhr sie auf...
Verfasst: Sonntag 25. Februar 2007, 23:49
von Lanaya Shevanor
Hastig eilte sie durch die Türe ihn einfach mit sich schiebend damit diese wieder geschlossen werden konnte. Er konnte ja nicht wissen was sich in diesem Haus hinter welcher Türe befand. Dennoch, sie herrschte ihn an doch das Unverständnis in seinem Blick ließ sie wieder ruhiger werden. Tief Luft holend hielt sie diese abermals an als sie wieder in den Raum hastete den Trank mit einer Zange von den Flammen nehmend. Von Trank zu Mann und wieder zurückblickend hatte sie sich schnell für die letzten Schritte entschlossen. Tatsächlich folgte er ihr nach draußen den Worten lauschend. Sie sprach ohne sich später genau daran zu erinnern was sie eigentlich gesagt hatte. Doch eines wusste sie noch genau.
Das Elixier in seine Richtung schleudernd sah sie zu wie es (ob der Hitze?) durch seine Finger glitt und vor ihm zerbarst. Bläulicher Rauch wallte auf und hüllte ihn ein. Die Kälte die seine Glieder durchfuhr war an seinen Zuckungen unwiderlegbar zu erkennen. Sichtlich zufrieden sprach sie erneut mit ihm doch stand er reglos da wie eine Säule. Dieser Effekt war .. unerwartet und sofort machte sie kehrt. Doch nicht der Trank hatte ihn gelähmt sondern die Fassungslosigkeit das sie ihn ohne jegliche Vorwarnung für einen solchen Test 'missbrauchte'. Schmunzelnd schüttelte sie den Kopf als sie wieder ins Haus gingen. Dieser Herr war wahrlich ein Rätsel und überrascht stellte sie fest das sie ihn mochte. Womöglich würde man ihm sogar trauen können. Für heute jedoch war es genug und sie komplimentierte ihn hinaus. Momente später war sie umgezogen und bereit.
Sich auf den Rücken des stämmigen Hengstes schwingend genügte ein Zungenschnalzen und er trabte los. Doch auch heute war Sarog nicht anzutreffen. Seit Tagen nun schon fehlte von ihm jedes Lebenszeichen. Vermutlich hatte er sich irgendeiner Studie hingegeben und war nun von dieser gefesselt. Sie machte sich keine Sorgen. Der Magus konnte durchaus auf sich aufpassen und so seine spitze Zunge ihm nicht aus der Patsche half würden es seine Fähigkeiten.
Am übernächsten Tag traf sie ihn endlich an. Gefangenschaft?! Varuna?! Das hatte sie nicht erwartet. Vieles, aber gewiss nicht das. Er wirkte als habe man ihm wirklich zugesetzt und war nicht fähig klar zu denken. Sie selbst jedoch war abgelenkt und hörte ihm nicht recht zu. Ihre Gedanken kreisten um den Fremden und ihre eigenen kleinen Intrigen. Dem Bruder zwar Hilfe anbietend war sie es Leid einem Sarog zu lauschen der nicht wirklich Sarog war. Er musste hier weg. Dies zumindest war sicher. Überführung war nur eine Sache die den Aufenthaltsort der Menschen preisgeben konnte. Sie sprach es an und lenkte ihn in diese Richtung ehe er endlich selbst feststellte das er auf der Burg wesentlich sicherer wäre. Zufrieden nickte sie und stand auf den Raum mit ihm verlassend. Die Treppen herunter eilend hielt sie in der zum Gasthaus gehörenden Taverne mitten im Schritt inne. Dort saß doch tatsächlich dieser Fremde, hatte er sie verfolgt? Spionierte er ihr gar nach? Fast schon wieder wütend herrschte sie ihn daraufhin an. Ihr Vorsatz sich in Ruhe zu üben war bei diesem da wahrlich nicht einfach und kurz darauf sah man sie aus der Taverne rauschen einen Ausdruck im Gesicht als nahe ein Blitzgewitter.
Sarog folgte erst Momente später. Schweigend geleitet sie ihn zur Burg und verabschiedete sich. Er wollte sie später aufsuchen. Zu Hause kleidete sie sich um und ließ den Blick durch die Räumlichkeiten schweifen. Nichts hatte sich verändert und seltsam beruhigt ging sie nach Oben ins Labor. Amelia hatte schließlich noch einen Auftrag. Sie hätte ihn nicht angenommen so sie sich nicht selbst daran verbessern könnte doch so war er nützlich. Wie im Fluge verging die Zeit und fast schon überrascht sah sie auf als es klopfte. Noch immer in ein Kleid gewandet ging sie um zu öffnen. Natürlich stand Sarog vor der Türe und ein Blick zum Himmel verriet ihr das sie bestimmt einige Stunden im Labor gewerkelt hatte. Er trat ein und sie bot ihm einen Platz an. Komplimente aus seinem Mund ließen sie nicht einmal verlegen werden. Schön war sie sicherlich nicht und sie wusste darum. Doch wollte sie schön sein würde sie eines Tages die Kraft dazu haben dies durch eine einfache Illusion zu bewerkstelligen. Letztendlich lagen Schönheit, Anmut und Zierde im Auge des Betrachters und dieses konnte man täuschen.
Das Gespräch nahm eine Wendung die ihr nicht gefiel. Was war nur los mit ihm? Hatten die paar Tage im Kerker gewisse Dinge so anschwellen lassen das er nicht mehr klar denken konnte? Gerade noch hatten sie über Tod und Intrigen gesprochen und nun wollte er wissen ob sie sich mit ihm auf den Fellen..? Nein, den Gedanken wollte sie nicht einmal zu Ende führen. Dreimal musste sie ihm eine Abfuhr erteilen ehe er es endlich annahm. Sie war keines seiner Mädchen mit denen er spielen konnte. So das zarte Band der Freundschaft jenes sich zwischen ihnen entwickelt hatte nur dazu dienlich sein sollte zu erreichen was er hier und jetzt von ihr wollte konnte sie getrost auf ihn verzichten. Lüstling, dachte sie bei sich. Auf sich selbst und seine Zukunft bezogen. Nicht mehr und nicht weniger. Sie bedeutete ihm mit versteinertem Gesichtsausdruck zu gehen. Die Zeit würde zeigen was ihnen dieses Gespräch einbrachte.
Verfasst: Mittwoch 28. Februar 2007, 23:20
von Lanaya Shevanor
Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem herzlichen Lächeln als sie das Haus der Schwester verließ. Bester Laune stapfte die junge Magierin durch den Schnee bis zum eigenen Anwesen. Fast 3 Stunden hatten sie sich ausgetauscht und wie die Waschweiber sagen würden 'getratscht'. Über Sarog, Ky'rias, den Orden und einiges anderes. Lythiana hatte sich an ihrem Wein verschluckt als sie ihr von Sarogs Vorschlag berichtet hatte. Sie selbst konnte es noch immer kaum fassen und rasch waren die Damen übereingekommen das der Herr eine Lektion verdient hatte. Er wollte also spielen, ihretwegen konnte er es haben. Sich auf Fellen tummeln konnte er mit seinen Gespielinnen aber eine Ordensschwester sollte selbst ihm eine gewisse Achtung abringen.
Zu Hause angekommen wurden Umhang und Schuhe vor dem Kamin positioniert. Manchmal vermisste sie eine Zofe um sich die sich um alles kümmerte. Wie bequem es gewesen war sich in Shevanor in die Kleider helfen zu lassen, die Füße gewaschen bekommen und sich die Haare nicht selbst für die Nacht zu flechten. Hier jedoch könnte sie niemanden um sich haben. Sie hasste die einfachen Menschen deren langweiliges Gebrabbel nichts interessantes enthielt. Wahrlich waren ihr samtene und seidene Stoffe weit ab der hohen Gesellschaft nicht mehr Wert als ein Hahn auf dem Mist. Sich alleine wissend reckte sie sich ungeniert bis einige Knochen knackten und sie sich zufrieden auf den Stuhl sinken ließ. Die nackten Füße spielten selbstvergessen mit dem Fell unter dem Tisch während die Hand bereits nach Tinte und Feder griff.
Das Lächeln auf ihrem Gesicht nahm zu als sie ohne Mühe einige [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=17901]Zeilen[/url] verfasste. Er würde sich noch wundern sie so getäuscht zu haben. Sauber und ordentlich waren die Zeilen vor ihr bald getrocknet und sie gab sie einem Boten mit in die Stadt. Von dort aus würde sie jemand anderes an den Ort ihrer Bestimmung bringen. Müde hielt sie die Hand vor den Mund als ihr ein Gähnen entwich. Alleine sah man sie später vor dem Kamin sitzen. Die Beine eingeschlagen eine Bürste in den Fingern die immer und immer wieder durch die seidigen Haare fuhr. Alleine wirkte sie so natürlich wie jede 'normale' Frau auch. Als sie jedoch aus dem Augenwinkel eine Bewegung am Fenster ausmachte versteifte sich ihre Haltung sofort. War dort etwas gewesen? Nur der Wind der mit einem Ast spielte? Ganz gleich was es war sie stand akut auf ihre gewohnte und jahrelang trainierte Haltung annehmend ehe sie in ihrem Gemach verschwand. Die Vorhänge dort zuziehend zog sie sich um und hüllte sich in die Warmen Daunen.
Gerade als sie drohte einzuschlafen kamen ihr einige Worte in den Sinn.
„zudem gibt es genug Damen die mir nachstellen und einem netten Abend zu zweit nicht abgeneigt sind“
Schlagartig war sie wieder wach. War sie denn wirklich so anders? Für derlei hatte sie wahrlich nichts übrig. Jago hatte vermutlich nicht genug Finger um die Damen zu zählen jene er haben könnte. Lythiana war derlei Zärtlichkeiten auch keinesfalls abgeneigt. Selbst Sarog hatte eine Zeit gehabt in der er treu und offen zu seiner Partnerin stand. Nun jedoch spielte er mit den Damen. All jene die sie umgaben gaben sich diesen, wie nannte er es doch gleich... 'Ebenen', hin. Einzig Iloiss schien sich nicht dafür herzugeben worüber sie ausgesprochen froh war. Vielleicht war er aber auch einfach nur zu alt...
Ihre Gedanken greisten eine Weile um diese Thematik. Es nagte an ihr das sie in derlei Dingen so unerfahren war. So konnte man keinesfalls effektiv zurückschlagen. Sollte sie Ly einmal fragen wie es ist, was daran so sehr reizt dafür eine gewisse Macht aufzugeben? Vermutlich könnte sie das. Allerdings gab es einen der wohl viel besser über dieses 'Spiel' und seine folgen berichten konnte. Jago, sie würde Jago fragen. Beruhigt eine Lösung gefunden zu haben sank sie langsam in die verschiedenen Ebenen des Schlafes.
Verfasst: Donnerstag 1. März 2007, 19:28
von Lythiana Cronor
Als die Tür hinter der Schwester zugefallen war, füllte Lythiana ihr Glas mit dem letzten Rest Wein aus der Flasche und stieg erneut die Kellertreppe hinunter. Kurze Zeit später saß sie in jenem Wasserbecken, für das der Begriff "Badewanne" eigentlich wirklich nicht mehr zutreffend war. Beide Arme lagen auf dem Beckenrand auf, der Kopf wurde in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen.
Rasch kehrten ihre Gedanken zu der Unterhaltung mit Lanaya zurück. Es war schön gewesen, sich nach langer Zeit wieder einmal mit der Schwester austauschen zu können. Wieso überhaupt hatten sie so lange nicht miteinander gesprochen? Einen triftigen Grund gab es dafür eigentlich nicht. Lanaya hatte lediglich angedeutet, sie habe nicht "stören" wollen.... und Lythiana musste sich insgeheim eingestehen, dass diese Angst nicht ganz unbegründet war. Doch in Zukunft würde man sich hoffentlich wieder öfter treffen...
Geistesabwesend tastete die junge Magierin mit der rechten Hand nach ihrem auf dem Beckenrand abgestellten Weinglas, ergriff es und führte es an den Mund, um einen großzügigen Schluck daraus zu trinken. Das, was die Schwester über Sarog erzählt hatte, erstaunte sie immer noch. Er schien sich wahrlich verändert zu haben. Der Sarog, den sie kannte, hätte Lanaya niemals so getäuscht - und niemals einen solchen "Vorschlag" in den Raum geworfen. Es war wirklich an der Zeit, ihn von seinem hohen Ross herunter zu holen. Man würde einen Weg finden...Man würde...
Ab diesem Punkt verwirrten sich Lythianas Gedanken zusehends, schlugen unbekannte Wege ein. Das fast noch zu heiße Badewasser und einige Gläser Wein machten sie schläfrig... und sorgen letztlich sogar dafür, dass sie fest einschlief. Die leisen Schritte auf der Kellertreppe vernahm sie nicht mehr.
Verfasst: Donnerstag 8. März 2007, 03:01
von Lanaya Shevanor
Tage später hatte sie es wirklich getan.
Die schwarze Robe die selbst das wenige Licht der Sterne noch zu verschlucken schien hüllte den Acromagus wie ein Schatten ein. Imposant wie eh und je stand er an den Zinnen den Rücken zu ihr gewandt. Sie war sich sicher das er ihre Anwesenheit eher bemerkt hatte als sie die seine. Ein Lächeln lag auf ihren Zügen als sie die Hand senkte und ihr Stab sich dematerialisierte. Dieses Kunststück beherrschte sie inzwischen nahtlos und es war eine Selbstverständlichkeit die vor Monaten gar nicht möglich gewesen wäre. Erst dann trat sie mit ausgreifendem Schritt neben Jago.
Sie freute sich das er wieder in der Burg verweilte. Gleichsam schien er sich anderst zu geben. Seine Bewegungen wirkten langsamer, bedachter als würden ihn die Glieder schmerzen. Doch sein weltliches Alter war noch gar nicht so weit fortgeschritten... Kurzerhand verwarf sie den Gedanken und konzentrierte sich wieder auf ihn. Es passierte ihr in letzter Zeit oft das sie abschweifte und den verschiedenen Möglichkeiten mehr Beachtung schenkte als mit dem was wirklich geschah.
Sie redeten eine Weile miteinander ehe sie ihn kurzerhand einlud sie zu begleiten. Jago stimmte nach einem kurzen Zögern zu. Geraume Zeit später fanden die Beiden Arkorither sich in einer warmen Stube am Tisch sitzend wieder. Er schien heute wahrlich fremd. Hastig hatte sie diverse Tränke bei Seite geräumt die heute wohl mehr schaden als nützen würden. In diesem Haus war es ratsam genau abzuwägen was man trank oder aß. Nicht wenig war doch für gewisse Zwecke präpariert worden. Sie wollte keinesfalls das der Kriegsherr falsches dachte so er zufällig eine dieser Flaschen in die Finger bekam. Als er jedoch nach einem Krug Wasser verlangte stutzte sie. Aber auch hier hakte sie nicht nach. Sie war niemand der den Menschen Fragen stellte so es sich vermeiden ließ. War es allerdings nötig setzte sie Mittel ein an denen schon so manch Bauernjunge elendig zu Grunde ging. Schon wieder schweifte sie ab! Kopfschüttelnd füllte sie zwei Krüge und stellte sie auf dem Tisch zwischen sich. Eine Weile sprachen sie über Belanglosigkeiten und tauschten Höflichkeiten aus. Dennoch störte sie etwas. Noch hatte sie nicht erfasst was es war doch irgendetwas verbarg er.
Sie ließ sich nicht länger ablenken und stellte ihm irgendwann die wohl unsinnigste Frage die eine Schülerin ihrem Meister stellen konnte. Heute jedoch sah sie ihn ihm nicht den strengen Lehrer und auf einen seltsamen Blick von ihm viel ihr keine bessere Möglichkeit ein als ihn in Sicherheit zu wiegen. Kurzerhand legte sie ihm nahe das er einem Vater wohl am Nächsten käme und es somit nur gerechtfertigt sei eine solche Frage an ihn zu richten. Im Stillen jedoch war ihr klar das er die meiste Erfahrung besaß. Zudem war er ein Mann. Sie wollte den männlichen Aspekt wissen und wurde die nächsten Stunden überaus zufriedenstellend belehrt. Nicht weniges davon würde nützlich sein und alles andere half ihr sich auch in dieser Hinsicht in einen gewissen Herren hinein zu versetzen. Kurz zog ein dünnes Lächeln über ihr Gesicht. Ja wahrlich, es war Zeit das man ihn auf den Boden zurück holte. Gleichsam musste man vorsichtig sein. Dies war in der Tat ein Spiel das sie reizte.
Verfasst: Freitag 9. März 2007, 15:28
von Lanaya Shevanor
(zart betuchte Gemüter bitte ich den folgenden Beitrag auszulassen)
Mögen die Spiele beginnen.
Der Gedanke stahl sich in ihren Kopf kaum das der junge Mann durch die Türe trat. Die Stube war warm und es war durchaus angenehm zu verweilen. Kurzerhand bat sie ihn abzulegen was er nach einem Moment des Zögerns auch tat. Rüstteil um Rüstteil wurde zur Seite gelegt bis er in einfachen Stoffsachen neben ihr saß. Diesmal fanden sie sich nicht am Tisch sondern am Kamin. Obgleich sein Misstrauen groß war zeigte ihre Aufmachung eine gewisse Wirkung. Mit Bedacht hatte sie eines der Kleider gewählt das gewisse weibliche Vorzüge ins richtige Licht rückte. Der feine, dunkle Stoff schmiegte sich bei jeder Bewegung wie eine zweit Haut an sie. Im Kontrast dazu stand ihre helle Haut die sich kaum merklich von ihrem Haar abhob. Ruhig hob sich ihr Brustkorb und senkte sich mit den Atemzügen während sie ihm lauschte.
Der Abend schritt fort und vorsichtig begann sie ihren Zauber zu wirken. Hier eine flüchtige Berührung, ein flüchtig abgewandter Blick, errötende Wangen und ein zartes stocken der Stimme waren durchaus überzeugend. Wie eine Katze mit ihrem Fressen spielte sie mit ihm. Er kannte sie, wusste darum und ging ihr dennoch überraschend schnell in die Falle. Was sah er nur in ihr das sie in dieser Hinsicht solch Vertrauen genoss? Kurz überschattete das dünne Lächeln ihre Züge. Sie hatte ihn da wo sie ihn haben wollte. Wie so oft strichen ihre dünnen, blassen Finger wie lange Spinnen über seinen Oberkörper. Einen Augenblick verweilte ihr Blick auf den blauen Flammen die seine Brust wie ein unschönes Mal zierten dann griff sie zur Weinflasche. Sich selbst ein Glas einschenkend füllte sie ein zweites und reichte es ihm. Kurz erfüllten sie Zweifel. Würde er so handeln wie bereits bei ihren vorigen treffen? Er zögerte. Bislang hatte er nur etwas zu sich genommen das er sich „stahl“ nachdem sie selbst davon gekostet hatte. Auch heute schien er nicht daran zu denken seinen Wein anzurühren. Wie berechnend er doch war. Ein liebevoller Blick, an dem sie ganze zwei Wochen üben musste, traf ihn während sie sich vorbeugte. Die Arme kreuzend sah sie ihm in die Augen während jeder aus seinem eigenen Glas einen Schluck zu sich nahm. Der Wein war wahrlich gut. Ein Gewürztraminer aus den Reben Shevanors. Ihm jedoch blieb der Schluck im Halse stecken. Hustend sprang er auf die Beine ein verlezter Ausdruck im Gesicht. Diesen kannte sie. Zuletzt hatte er sie so angesehen als sie den Trank nach ihm warf.
Vertrauen das enttäuscht wurde.
Hier enttäuschte sie jemanden der unter anderen Umständen durchaus ein Vertrauter sein könnte. Doch würde es nicht nur bei einem einfachen 'enttäuschen' bleiben. Kaum das der Zusatz in dem Wein, der sich im Übrigen nur in ihrem Glas befunden hatte, zu wirken begann erhob sie sich. Ein durchaus bedauernder Blick gen des Mannes ehe sich ihre Schultern schafften und ein herrisches Klatschen folgte. Sofort war 1 Mann an ihrer Seite dessen Ausmaß jedem Schrank gewaltige Konkurrenz gemacht hätte.
Schaff ihn fort Boldowin!
Die Stimme so weich und ruhig wie eh und je ging sie in ihre Kammer. Auf ihren Getreuen konnte sie sich verlassen und war sicher in geraumer Zeit alles so vorzufinden wie sie es angeordnet hatte. In aller Ruhe zog sie die feinen Handschuhe aus, die Schnürungen des Kleides lösend ehe sie sich auch diesem entledigte. An ihrer linken Hand fand sich eine linienförmige Wunde deren Heilungsstadium nicht sonderlich fortgeschritten war. Kurz musterte sie diese ehe sie einzig die Ordensrobe überzog und einen beachtliches, rotes Athame an ihrem Gurt befestigte. Die Klinge scheint auf den ersten Blick unrein und dunkel. So man sie jedoch näher betrachtet wird man erkennen das daran getrocknetes Blut haftet. Bereits am vorigen Abend hatte sie die Klinge mit dem nötigen Ritual vorbereitet. Wie nur hatte sie so sicher sein können das alles geschah wie sie es erwartete? Sich einen Moment gönnend in dem sie zur Ruhe fand nahm sie schließlich die Verfolgung auf. Zielstrebig ging es ein Stück durch den Wald ehe sie geradezu auf die Berge zuzugehen schien. Im Schutz der Dunkelheit folgte sie der Bergkette in deren Schatten. Dann wandte sie sich wieder den Wäldern zu und trat wenige Zeit später auf eine von dichten Bäumen umringte Lichtung. Boldowin wachte wie eine Statue seiner selbst neben dem immer noch reglosen Ky'rias. Ky'rias selbst lag wie sie es angeordnet hatte auf dem steinernen Altar. Lange schien es her das diesen jemand benutzt hatte. Geschweige denn, für derlei Zwecke. Mit einem zufriedenem Wink bedeutete sie Dem Getreuen sich zu entfernen was er nur all zu gerne tat.
Alleine gelassen musterte sie Ky. Seine offenen Augen starrten sie entsetzt an doch hielt das Gift seinen Körper regungslos. Viel zu ruhig ruhte ihr Blick auf seinen Augen und ebenso ruhig erhob sie die Stimme. Obgleich sie leise Sprach wusste sie das er jedes Wort überdeutlich vernahm. Schon einmal hatte sie sich dieser Technik bedient. Nur das damals ein anderer vor ihr lag – Rafael. Kurz schweiften ihre Gedanken ab dann jedoch festigten sie sich wieder auf das was die nächsten Stunden bevorstand.
Du wolltest mich also kennen lernen. Erfahren wen du vor dir hast ohne dir dessen bewusst zu sein das man deinen Wunsch erhören könnte. So sei es denn, erfahre am eigenen Leib 'was' ich bin. Denn nicht das 'wer' ist wichtig sondern was sich dahinter verbirgt. Eine Verneigung in seine Richtung folgte die ob der Situation geradezu grotesk wirkte. Dann hob die Maga die Arme an. Einen Kreis hatte sie schon Tage zuvor um den Stein gezogen und entsprechend vorbereitet. Heute blieb ihr nur noch sich diesem zu bedienen. Für einen uneingeweihten sah es so aus als würde sich eine Flammenwand aus dem Nichts erschließen. Sie jedoch wusste das ein kleiner Funke genügt hatte das Pulver des Kreises zu entzünden. Es würde die Flammen über einige Stunden nähren. Heute ging es nicht darum einen Bann oder Schutzkreis zu ziehen wie ihn die Beschwörer nutzten. Heute wollte sie Eindruck erwecken und sich selbst ganz in der Atmosphäre verlieren. Die Arme noch immer leicht angehoben legte sich der Kopf etwas zurück. Lautlos viel die Kapuze nach Hinten und der Mond erhellte ihr Gesicht auf gespenstische Weise. Diese Haltung beibehaltend schien sie lautlos Zwischensprache zu Halten denn ab und an folgten gewisse Gesten.
Langsam griff sie nach dem Athame dieses mit beiden Händen haltend während ihre Lippen lautlos Worte formten die man wohl nur aus nächster Nähe erahnen konnte. Jedes Gefühl war aus ihrem Gesicht gewichen. Selbst die Augen ließen nicht länger zu das er in ihnen lesen konnte. Gleichsam ließ sie ihn nicht leiden. Ein sauberer stoß gen seines Herzens ehe sie das dunkelrote Blut in einer bereitstehenden Schale auffing. Ihre Haare wehten im Einklang des Windes als sie vornübergbeugt da stand. Den Kopf etwas gewendet sah sie zu wie seine Augen sich trübten und der Lebensfunke erlosch. Mitleid empfand sie keines. Doch durchzog wenige Momente aufrichtiges Bedauern das Gesicht. In einer Geste des Vertrauens beugte sie sich vor dem Toten die Lippen auf die Stirn setzend und mit der freien Hand seine Augen schließend. Kurz nur weilte die Berührung ehe sie sich aufrichtete die Schale nun mit beiden Händen über ihn haltend. Etwas von dem Pulver jenes das Feuer nährte war dem Blut beigefügt worden und vorsichtig verteilte sie jenes auf seinem Körper. Mögest du in einem weiteren Dasein ein besserer Diener des Herrn sein Ky'rias. Leise erklang die Stimme ehe sie die Schale auf seinem Rumpf abstellte und etwas zurück trat.
Die Flammen züngelten noch immer um sie herum und auf einen Wink der jungen Maga erhoben sich links und rechts des Steines 2 Flammensäulen die sich kurze Zeit später über den Toten senkten. Einen Augenblick schien es das Feuer würde ihn unversehrt lassen dann jedoch begann es gierig sein Werk. Eisblaue Augen sahen ungerührt zu wie zunächst das Haar und die Kleidung verkohlten ehe bei unmenschlichem Gestank Haut und letztendlich auch die Knochen zu einem schwarzen Staub verbrannten. Die Hitze war immens doch wich sie nicht zurück. Obgleich ihr Blick auf der Haut zu liegen schien die sich unter der Hitze beugte und wand ehe sie sich letztendlich mit einem zischenden Geräusch zusammen zog schweiften ihre Gedanken weit ab.
Er hätte sich nicht in Spiele einmischen sollen denen er nicht gewachsen war. Als von ihm schon längst nicht mehr übrig war als ein Häuflein Asche hob sie erneut die Arme und wie zufällig erfasste ein Wind diese und trug sie davon. Die Kapuze über die Ohren ziehend folgte eine weitere Bewegung gen des Flammenringes der sich daraufhin teilte und sich hinter ihr wieder schloss. Eine Weile würde er wohl noch brennen doch kehrte sie dem Ort bereits den Rücken.
Verfasst: Freitag 9. März 2007, 15:57
von Sarog Pilyan
Der treue Flügelaffe hatte von Sarog den Auftrag erhalten, über seinen Assistenten und Schreiberling zu hüten. So sahen auch die schwarzen Knopfaugen des Wesens, was dort vor sich ging. Erst, als die kleine Fliege, in das Netz der Spinne gelockt wurde, dann als es durch das Gift gelähmt auf dem Opferplatz dahinging. Als das Leben aus dem Körper des jungen Mannes gehaucht war, flog das tapfere Wesen zurück zu seinem Meister und schlug mit dem linken Flügel gegen das Fenster der Ordensbibliothek. Sarog sah von seinem Buch auf und erhob sich, ein ruhiger Griff mit der Hand nach dem Kopf des Flattermanns und es wurde ruhig gestimmt. Voller Aufregung war es doch, als es ihm die frischen Informationen zukommen lassen wollte. Der Magus fand dennoch keinen Zettel bei dem Tierchen, aber er wusste, dass es auch nicht weiter seiner Aufgabe folgen wollte, ganz so, als würde es die Person nicht mehr geben, der es zugeteilt war. Sarog bedauerte es natürlich in gewisser Weise einen solchen Diener verloren zu haben, aber es gab sicherlich einige hundert andere dort draußen, die es zu finden galt, die sich einem Mann mit Macht und gewagten Versprechungen anschließen würden. Varuna hatte viele Feinde, Rafael ebenso und auch Felicitas wurde seine gierigen und narbendurchzogenen Arme zu spüren bekommen...
Verfasst: Freitag 9. März 2007, 17:03
von Jago di Trequona
Kopfschüttelnd sah Jago vom Fenster seines Turmes aus dem Flügeläffchen hinterher und unterdrückte im letzten Moment den Impuls, das Tierchen mit einer gezielten Feuerschlange vom Himmel zu holen. Die Affinität mancher Magier zu solchen Tierchen als Briefboten, Blumenübersender oder wer weiß was noch würde er vermutlich nie nachvollziehen können. Ihm war schon in den Jahren als Student ihr Gekecker auf die Nerven gefallen und so hatte er sich auf andere Methoden verlegt. In letzter Zeit ging es hier zu wie in einem Taubenschlag - nun gut, er war froh, daß seine Schützlinge sich offenbar zu beschäftigen wußten.
Als das Vieh schließlich durch das Fenster der Ordensbibliothek ins Innere verschwand, wandte auch er sich vom Fenster ab. Es war beeindruckend, wie der Orden in letzter Zeit an Macht durch seine Mitglieder gewonnen hatte. Der Erzmagier spürte die magische Konzentration um sich herum so deutlich, als flösse ihm Eluives dunkles Lied prickelnd wie Schaumwein durch die Adern. Es war an der Zeit, die Weichen erneut zu stellen, das Netz weiter auszuwerfen - und nicht zu Letzt ganz eigene, private Ziele weiter voran zu treiben.
Verfasst: Dienstag 13. März 2007, 12:56
von Lanaya Shevanor
Nur wenige Schritt kam sie weit ehe sie auf die Knie sank. Den Flügelaffen hatte sie keinesfalls vergessen. Hatte der junge Mann ihr doch Tage zuvor noch damit gedroht. Wie lachhaft, ein junger Mann mit dem Spielzeug eines Magiers. Die widersprüchlichsten Gefühle durchzogen ihr Inneres, wallten auf und ab wie das Leben selbst. Brachten die junge Frau durcheinander und ließen sie den Kopf heben. Die Flammen hinter ihr waren gesunken kaum das ihre Knie auf der Erde lagen. Den Kopf in den Nacken legend viel ihr Blick auf die Sterne. Wie funkelnde Diamanten lagen sie am samtenen Nachthimmel und schienen sie zu verspotten. Spott, waren das nicht Stimmen im Wind?
Bewegungen in der Dunkelheit?
Eine Gänsehaut fuhr ihr über den Rücken doch bewegte sie sich nicht. Etwas in ihr regte sich. Erwachte, wollte gestillt werden. Was ihm im Leben nicht gelungen war schaffte er im Tod. Die Leidenschaft in ihr entbrannte. Doch anders als jeder Mann es sich wohl gewünscht hätte. Sie gierte geradezu. Gierte nach mehr, mehr Möglichkeiten, mehr Macht. Der Puls in ihren Adern raste und die Wunde ihrer Hand schien im Einklang mit diesem zu pochen. Hatte sie zu viel gewagt? Dies war keinesfalls eines der alten Rituale gewesen. Nichts das der Orden pflegte. Nicht mehr als eine Spielerei entsprungen aus ihrem Innersten. Wie konnte es sein das es eine solche Wirkung auf sie ausübte. Zollte ihr Wirken gerade Respekt vor der Wirkung selbst? Noch immer schien der Blick zu den 'Diamanten' gehoben. Wie schön sie waren. Zauberhaft, ruhig und dennoch scharf genug jedem Metall zu trotzen.... Ihre Gedanken überschlugen sich. Die kühle Erde vermochte nicht das Feuer in ihrem Innern zu bändigen. Es war geradezu als müsse sie sich entladen. Alles kribbelte, die kleinste Haarspitze schien energiegeladen und durchaus bereit sich zu entladen. Funkelnde Kreise zogen die Diamanten über ihr oder war gar sie es die schwankte?
Mit einem Ruck stand die Maga auf. Die Arme anhebend erhoben sich die Flammen hinter ihr doch sah sie es nicht. Sie brauchte es nicht zu sehen um zu wissen. Die Klänge im Lied verzerrten sich so plötzlich das ihr die Töne unangenehm vorkamen. Dies war kein 'vorsichtiges' Eingreifen und formen. Dies war es wovor man sie gewarnt hatte. Impulsives Wirken ohne die eigenen Emotionen zu unterdrücken. Konnte dies gut gehen? War die strenge Schulung zunichte und verlor sie gerade den Verstand? Auch dies wäre eine Möglichkeit gewesen die sich lauernd, wie ein leises Flüstern, in ihre Gedanken schob. Dann jedoch bog sie den Kopf zurück und lachte. Ein letztes Mal hob sie die Arme noch etwas an die Flammen folgten der Bewegung ehe sie verlöschten. Nun endlich schien sie wieder zu sich gefunden zu haben. Wann würde die Gier erneut erwachen? Wann würde sie sich ihr hingeben. Lange war es her seit dem Orden ein Mord zugeschrieben werden konnte. Dies hier war mit Sicherheit der erste seit langer Zeit. War es nicht schon eine Ewigkeit seit der Freiherr in den Wellen trieb? Das Lächeln auf den Zügen war eisig. Wie eine Fratze wirkte das Gesicht in diesem Moment.
Sie ging den ganzen Weg nach Hause in einer höchst gemächlichen Geschwindigkeit. Dunkelheit schien sie einzuhüllen und doch war es nur das Ordensgewand das selbst Sternenlicht in sich aufnahm wie ein hungriges Kind das gefüttert sein wollte. Zärtlich strichen die langen Finger über den Stoff. Erregend umschmeichelte dieser die Haut der Frau. Liebkoste was er bedeckte und heute ging sie ganz in diesem Gefühl auf. Jeden Schritt kostete sie aus und jeder Schritt eröffnete ihr eine andere Möglichkeit. Mit den Gedanken weit fort entrückte sie dem weltlichen Genuss diverser Kräfte und Mächte. Wie nur war es möglich das der Tod einen in solch Rausch katapultierte? War es das was die Diener des Raben in ihrem Bann hielt? Welch mächtige Woge musste sich in ihnen freisetzen. War derlei für jene doch noch mehr als es für sie jemals sein würde. Stunden musste sie ihren Gedanken nachgegangen sein. Als sie das Haus erreichte war es Zeit sich bereit zu machen. Zeit Jago unter die Augen zu treten und ihre Lektionen zu erhalten. Obgleich sie müde war ließ sie sich nichts anmerken. Die Wunde an ihrer Hand glich einem dünnen, roten Strich der bereits die ersten Heilungserscheinungen zeigte. Dünner Schorf begann eine Kruste zu bilden auf das diese sich festigte. Natürlich hätte sie die Wunde schließen können doch würde ihr Heilen sie noch einige Tage an das erinnern was passiert war.
Ruhig und aufmerksam wie immer nahm sie die Worte auf jene er ihr eröffnete. Diese Stunde war wahrhaft interessant. Gefesselt ließ sie sich in seinen Bann ziehen und als sie letztendlich seinen Erzmagierstab in den Händen hielt durch fuhr sie erneut dieses Gefühl als würde etwas in ihrem Inneren auf die greifbare Macht reagieren. Die Rechte an seine Wange gelegt griff die Linke dennoch zu den Stab festhaltend. Sie standen so nahe beieinander das sie seinen warmen Atem auf ihrer Haut fühlte. Was er zuvor vorgemacht hatte galt es nun selbst zu bewerkstelligen. Er war ihr nicht unangenehm. Schätzte sie doch die Unterstützung die er bot. Es war nicht sonderlich schwierig mit ihm an der Seite die Veränderung zu vollziehen. Wie jedoch würde es aussehen so sie auf sich gestellt war? Sie nahm sich zusammen um sich nicht ablenken zu lassen. Ton um Ton arbeitete sie sich vor ehe sie sich selbst fand. Die eigenen Klänge verworren in einem Netz aus Melodien. Ein falscher Faden und das Netz würde vibrierend zusammenbrechen. Kurz nur vergewisserte sie sich seiner Anwesenheit und zog ihre Kraft aus der Seinen. Runen auf Holz geschnitzt pulsierten als wären sie lebendig geworden in ihrer Linken. Dann endlich war sie sich sicher welchen Strang es zu ziehen galt. Ohne zu zögern gab sie dem Netz eine neue Struktur. Misstöne klangen auf und verzerrten das Lied ebenso wie sich die Veränderung in der Wirklichkeit vollzog. Die Ruhe die danach folgte war prickelnd. Es dauerte einen Augenblick ehe sich ihr Blick klärte und sie in die Wirklichkeit zurück fand. Jago war zurückgetreten. Sie selbst hielt noch immer seinen Stab in den Händen der ihr ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit gab.
Wie sehe ich aus?
Noch immer hielt sie seinen Stab fest mit der freien Hand über ein Allerweltsgesicht streifend. Die Wettergegerbte Haut fühlte sich rau unter ihren Fingern an und zufrieden betastete sie eine bäuerliche Knollennase. Den Zauber aufzulösen war wesentlich einfacher. Hieran hatten sie sich schon vor geraumer Zeit geübt. Mit einer flüssigen Handbewegung die an sich schon einem kleinen Ritual glich verschwammen die Züge ehe die Eigenen wieder durchklangen. Erst danach reichte sie dem Arcomagus den Stab zurück. Widerwillig, langsam und nur mit Mühe ein gewisses Verlangen danach unterdrückend. Taxierende Blicke trafen sie. Wusste er was sie dachte? Rasch verschloss sie sie ihre Gedanken. Wusste sie doch um diverser Fertigkeiten denen sie nicht zum Opfer fallen mochte. Doch war da etwas das ihn ablenkte und störte. Was war es, warum nahm sie nichts wahr?
Aufmerksam geworden beobachtete sie ihn während weitere Lektionen folgten. Sicherlich noch eine Stunde lang nahm sie Erklärungen in sich auf und löste endlich was bislang nicht zu lösen gewesen war. Was dann allerdings folgte ist eine andere Geschichte. (siehe SQ - der ewige Streit)
Verfasst: Dienstag 13. März 2007, 12:58
von Lanaya Shevanor
Machtspiele
Tage waren vergangen seit der Vision.
Man ahnt als Medium was ist und scheint. Mensch und Mysterium in ihm vereint.
Kurz nur blitzten die Worte in ihren Gedanken auf ehe ihr Blick auf den Kriegsherr viel. Unruhig ging er auf dem Dach nahe der Zinnen auf und ab. Die Haltung angespannt wie ein gefangenes Tier erinnerte er sie an längst vergangenes. Sie kannte diese Art. Höchste Vorsicht war geboten solange dieser Zustand währte. Danach jedoch würde er sich vielleicht, ja vielleicht, zu einem Überschwang hinreisen lassen. Das letzte Mal war es ein Walzer. Wie würde er es diesmal ausleben. Obgleich sie schon wieder einige Möglichkeiten abwog wollte sie es wohl besser gar nicht so genau wissen. Vermutlich würde er dem Überschwang in einer Art und Weise nachgehen die ihn angenehm ermüdete. Unter dem wachsamen, gar prüfendem Blick deutete sie auf die soliden Steinstühle und nahm Platz nachdem er sich gesetzt hatte. Noch hatte sie nicht mit seiner Heiligkeit gesprochen doch gab es anderes zu berichten. Sie erzählte ihm von Loreen, dem Buch das sich in ihren Händen befand und dem Grund sie mit ein zu beziehen. Ruhig hörte er alles mit an. Fragte wie weit sie informiert war und zeigte ihr wenig später etwas wahrlich interessantes.
Eine Schrift, uralt, verborgen in einem ihr unbekannten Versteck der Bibliothek. Wie oft war sie hier gewesen? Warum war ihr derlei nicht aufgefallen. Mit einem anklagenden Blick wurden die Regale gestraft ehe sie Jago beobachtete wie er das Pergament auf einem der Pulte ausbreitete. Erst auf seinen Wink trat sie hinzu und beugte sich etwas vor. Aufmerksam studierte sie die Schriften. Das Zeichen kam ihr vertraut vor. Ein Orden von Magiern? Niemals zuvor hatte sie von ihm gehört und Jago`s Worte bestätigten ihre Gedanken. Er hatte nichts über den Orden finden können. Rätsel, so viele Rätsel und Geheimnisse die sich die Tage offenbarten. Gar nicht zu sprechen von den Möglichkeiten die sie alle boten. Ihr Herz schlug schneller und fast befürchtete sie das dieses alte Stück Pergament schon alleine unter ihrem Blick zerfallen könnte. Erst die Stimme des Lehrers holte sie wieder zurück und zum dritten Mal heute entschwebte sie aus der Ordensburg um sich umzukleiden. Irgendwann musste sie sich einmal verschiedene Kleider in die Burg bringen.
Unzählige Atemzüge später stand sie aufbruchbereit vor dem Schutzwall Rahals. Sie war schneller gewesen als Jago was sie kurz verwunderte. Als dieser jedoch fast an ihr vorbei gelaufen wäre musste sie innerlich gewaltig grinsen. Viel hatte sie nicht verändert. Die Haare strähnig und durch eine Tinktur dunkler waren in das Gesicht gezupft. Einige kleinere Zöpfe und ein hässlicher Schlapphut rundeten das Bild ab. Ein gar zauberhaftes Lächeln auf den plötzlich weich wirkenden Zügen ließ wahre Zweifel aufkommen ob das auch wirklich sie selbst wäre. Die Haltung locker und etwas gebeugt wirkte sie einige Zentimeter kleiner. Helle Kleidung und der etwas zu große Mantel verbargen die Figur. Gemeinsam wurde die Kutsche bestiegen und während der Fahrt dem Aussehen der letzte Schliff gegeben. Kaum einer der Gardisten hob den Kopf als die zwei Fremden in die Stadt spazierten. Zielstrebig brachte sie ihn zur Bibliothek. Wenige Momente später befanden sie sich in deren geheimen Kellergewölben. Gebeugt stand der Magier über dem Buch und nahm die Zeilen nicht weniger aufmerksam auf als sie einige Stunden zuvor. Als er geendet hatte stellte sich die Frage der Zusammenhänge. Hatten die Schriften etwas miteinander zu tun? Ihr rauchte bereits der Kopf. Was erwartete er von ihr. Sollte sie die Schlüsse ziehen die ihm selbst verborgen waren. Nein, Zu viele Pfade konnten beschritten werden. Dies war unmöglich und kurzerhand ließ man die Stadt hinter sich.
Gemeinsam saß man geraume Zeit danach in einem Teil der Ordensfeste den sie selten betrat. Nichts desto trotz schätzte sie die Einrichtung. Guten Geschmack wusste sie zu würdigen und kurz ließ sie den Blick schweifen. Bis auf einen zusätzlichen Stuhl und eine neue Flasche Wein hatte sich hier nicht viel geändert. In diesen Räumen könnte man sich durchaus wohlfühlen. Allerdings kam es wie es kommen musste und bereits nach kurzer Zeit waren sie in einer regen Diskussion vertieft. Ob sie sich seiner auch entledigen würde? Was für eine Frage. Innerlich verdrehte sie die Augen und dachte bei sich das man darauf nur eine Antwort geben sollte. Dennoch, so sehr sie diese Machtkämpfe auch hasste um so mehr liebte sie es seine Reaktionen zu studieren. Im Grunde hasste sie nicht, im Grunde liebte sie es um so mehr, je komplizierter es wurde. Der Reiz war das es durchaus gefährlich war. Für sie und für ihn. Ihre Hand fest in seinem Griff strich er sich selbst mit ihren Fingern über Wange und Gesicht. Die Blicke ineinander verkeilt ließ niemand eine Blöße zu. Fragen – Antworten, sich nicht ablenken lassen. Die Finger wurden tiefer geführt. Über Schlüsselbein und Burstkorb hinab bis zum Bauch. Seine Fragen wurden zielgerichteter. Kurz nur schwankte die Stimme und schon hatte sie sich verraten. Dann jedoch ging sie zum Gegenangriff über. Nein, diesmal würde er sie nicht wie eine Puppe tanzen lassen. Die Finger beugend strich sie ihm über den Bauch. Die Antwort fest und sicherlich ein Schlag in die Magengegend blieb der Blick auf ihn geheftet. Der Puls schlug heftig in ihren Adern als sie triumphierend feststellte das er sie losließ ohne sie zuvor aus der Reserve locken zu können. Diesmal hatte sie bestanden.
Zufrieden nahm sie Worte und Reaktion wahr. Er traute ihr nicht. Sah jemanden der nach seinem Platz trachtete wie es Tradition war. Doch noch war die Zeit nicht gekommen. Niemand würde es wagen derzeit gegen in vorzugehen. Noch war er seines Platzes würdig und ehe er sie in die Enge drängen konnte stand sie auf. Dicht vor ihm den Blick angst frei gehoben ging es in die zweite Runde. Nur wenige Worte wurden gewechselt an deren Sinn nicht zu zweifeln war. Die Schülerin hatte wahrhaftig mehr von dem Meister gelernt als das Lied zu formen. Sie griff zu als er den Rückzug antreten wollte. Hielt ihn fest, wenn auch weniger mit dem Griff, als mit ihren Worten. Dann jedoch prüfte er sie. Schwarz war der Dolch den er ihr reichte und sicher lag er in ihrer Hand. Als sich jedoch der Stoff seines Hemdes und schließlich auch die Haut über seinem Herzen gegen die Spitze presste trat sie zurück. In ihrem Kopf rauschte es und die Bilder jene aufblitzten waren wahrlich verlockend. Schritt für Schritt rückwärts. Die Gier in ihr erwachte. Nur zustoßen, so einfach und alles wäre vorbei. Ihre Hand zitterte und sie nahm nicht wahr was er sprach dann jedoch riss sie sich zusammen. Die Hand mit dem Dolch sank herab und wütend zischte sie ihn an.
Was soll das Jago? So dies eine Prüfung war findet sie zum falschen Zeitpunkt statt. Niemand würde es derzeit wagen sich deiner zu entledigen. Nein, so kannst du nicht sicher sein.
Heftig atmete sie durch ehe sie den Dolch drehte und ihm das stumpfe Ende entgegenstreckte. Sie hatte der Versuchung widerstanden - diesmal. Was hätte Sarog für eine solche Gelegenheit gegeben? Ehe sie den Gedanken weiter spinnen konnte wurde ihre Aufmerksamkeit zurück auf Jago gelenkt. Wie ein sprungbereites Tier stand er an der Leiter zu den oberen Gemächern. Gleichsam schien das Tier eher darauf bedacht den Rückzug anzutreten und die eben noch brodelnde Unruhe in ihre wurde angenehmer gedämpft als sie erwartet hätte. Es war nicht an ihr in zu formen oder gar ihm etwas zu beweisen. Aber hatte sie nicht genau das gerade getan? Gelassen und mit einer trainierten Ruhe wies sie ihn darauf hin das er mit dem Dolch wesentlich sinnvolleres hätte anstellen können als sie in Versuchung zu führen. Auf ihr Verlangen hin wurde sie kurz darauf hinaus gelassen und Magister di Trequona sprach tatsächlich eine Entschuldigung aus. War es für sein Verhalten oder hatte er es tatsächlich Verstanden? Hatte er ihren Gedankengängen folgen können? Sie war sich nicht sicher. Doch nun galt es die nächste Prüfung zu bestehen. Wenn auch gänzlich anderer Art würde es nicht einfach sein. Seine Heiligkeit wartete.
Verfasst: Dienstag 20. März 2007, 01:13
von Lanaya Shevanor
Der kühle Abendwind konnte die Wärme ihres Körpers nicht mildern. Lautlos glitt sie in einem schwebenden doch zügigem Gang durch die Gassen Rahals. Hier und da war der Weg uneben doch ließ es sie kalt. Erst vor dem ehemaligen Palast des Alkas, der nun mehr einer Bruchbude glich, machte sie halt. Seine Heiligkeit stand vor dem Gemäuer und schien darin versunken den Schnee zu betrachten. Schnee .... - aus dem Konzept gebracht musterte sie ihn eine ganze Weile ehe sie ihn angemessen grüßte. Herzschläge dauerte es bis er zu reagieren schien und sich aufrichtete. Eisblaue Augen fixierten die silberne Maske deren gegensätzliche Gesichter durchaus eine gewisse Faszination inne hatten. Im ersten Moment glaubte sie sich verhört zu haben. Womöglich bekam sie es die Tage wirklich mit den Ohren...Seine Heiligkeit fragte sie tatsächlich nach der Faszination des Schnee's. Flocken – in schönsten Formen kamen ihr in den Sinn ehe sie das Belanglose mit einem plumpen Satz verwischte. Sie war sich dessen durchaus bewusst doch konnte sie den Alka keinesfalls einschätzen. Der Meister hatte gar keine solch schlechte Wahl getroffen wie sie sich selbst zugestehen musste. Sie hatte ein Ohr für Politik und konnte durchaus diplomatisch entscheiden so es von Nöten war. Solange sie hier von Nutzen sein konnte würde sie das Beste daraus machen. Ganz in ihrer Art prüfte sie somit unbewusst den ihr noch Fremden.
Wie es die Order verlangte legte sie ihm offen dar was sich im Heiligtum des Herrn offenbart hatte. Auch die Art der Verbündeten die der Orden an seine Seite rief wurden genannt. Ebenfalls die Art und Weise zweier Diener des Herren drangen an sein Ohr. Je weiter das Gespräch fortschritt desto mehr musste sie sich zugestehen das sie seine Art schätzte. Die Gedanken mochten noch so verworren sein. Die Möglichkeit die sie boten sah sie ähnlich und ruhig nahm sie die Bitte auf die sie bald schon dem Orden überbringen sollte. Allerdings oblag es ihr nicht diese direkt an den Meister zu richten. Zudem den Kriegsherren die Vision ereilte. Somit beschloss sie kurzerhand dieses schlichtweg an diesen weiter zu geben. Vermutlich würde er sich einen Ast freuen aber nichts desto trotz sah sie hinter dieser Bitte einige Möglichkeiten. Langsam waren sie dem Ende des Gesprächs nahe gekommen. Recht zufrieden mit diesem ersten gegenseitigen beschnuppern verhüllte sie sich ehe sie erneut aufbrach. Inzwischen war es merklich kühler. Der Abend wich der Nacht und ehe sie zu Hause war standen die Sterne hoch am Himmel.
Am nächsten Tag zermaterte sie sich den Kopf über gewisse Chroniken in Varuna. Verschiedene Wendungen und Eventualitäten wurden augezeichnet und verworfen als alles zu verwirrend schien. Womöglich hatte Jago recht und dieses Buch stand wirklich in Verbindung mit dem alten Pergament das sich in ihrer Bibliothek gefunden hatte. Doch alles was sie bisher hatten waren Vermutungen. Auf Vermutungen baute man nicht. Man forschte um diese zu unterstreichen doch irgendwann stieß man selbst hier auf Grenzen die dies unmöglich machten. Warum fanden sich keinerlei Hinweise auf die Personen jene verzeichnet waren. Waren die Worte des Hüters wörtlich zu nehmen oder galt diese Bezeichnung wahrlich einem Orden oder Gilde wie es der Herr Tiefenbach vermutete? Soviele Fragen und kein Buch gab die Antwort. Wieviele Werke sie die Tage in den Fingern hatte wusste sie gar nicht mehr. Eigentlich hätte sie schon von vergilbten Seiten und Buchstaben träumen müssen. Auch Loreen schien nichts zu Wissen. Wie nur sollte man weiter kommen? Gar dem letzten Hinweis folgen und sich in die Elbenwälder wagen? Doch was würde es ihnen nutzen. Wollten sie doch nicht den Spuren eines Hüters folgen sondern denen des Drachen.
Bei Alatars Pranke! Es musste sich doch etwas darüber finden. Ein solcher Drache war nun wirklich nicht klein. Geschweige denn das Ereignis unbedeutend. Sie drehten sich im Kreis. Weder Lythiana noch Jago noch ihr hatten sich Zusammenhänge eröffnet. Sarog hatte man seit der Vision nicht mehr gesehen. Wusste er etwas? Es machte sie wahnsinnig. Sie hasste es wenn eine Sache begonnen war und man nicht voran kam. Erneut machte sie sich daran das Haus zu verlassen. Düster lag die Ordensburg vor ihr als sie sich mit der geheimen Machtrune der Arkorither Zugang verschaffte. Noch nicht lange hatte sie sich über verschiedene Schriften gebeugt als die Vorhänge zur Seite glitten. Jago war eingetreten und musterte sie. Ruhig wurde der Blick entgegnet ehe sie seine Versuche sie in ein belangloses Gespräch zu verwickeln kurzerhand abwürgte. Im Gegenteil dazu bat sie ihn sich zu setzen und teilte ihm die Bitte seiner Heiligkeit mit. Ebenfalls legte sie ihm unbeirrt ihre Meinung darüber da und den Nutzen den man daraus ziehen konnte so man sie weiterreichte. Ob sie angenommen oder abgelehnt würde wäre hierbei gleich. Obgleich sein Gesicht einem Donnergrollen glich war sie sich nachdem das Gespräch eine Weile fortgeschritten war sicher das er dies ernsthaft in Erwägung zog. Somit hatte sie ihren Teil erfüllt. Wie die Entscheidung ausfallen würde musste man abwarten.