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Verfasst: Mittwoch 11. Oktober 2006, 12:03
von Angelina de Arganta
Ein aufgeregter Gardist passte Angelina gerade ab, als sie dabei war, ihr Pferd durchs Tor zu führen. Sie wollte das Kloster aufsuchen und mit Hochwürden Sanjana Valeth sprechen, um dann mit der Einrichtung des Krankenzimmers beginnen zu können.
Doch stattdessen spornte sie dann ihren Aris an und galoppierte durch die Stadt.
„Der Graf schickt mich… Ihr sollt sofort kommen!“ hatte der Mann die Heilerin informiert. Sie hatte nichts nachgefragt, die Stimme des Mannes hatte so alarmiert geklungen, dass sie unverzüglich ihre Tasche an den Sattel gebunden hatte und aufgesessen war.
Was mochte geschehen sein? War Adrian verletzt? Oder wieder Rafael?
In Gedanken ging sie den Inhalt ihrer Arzneitasche durch.
Sie musste alles dabei haben.
Hoffentlich war es nicht so schlimm, wie es geklungen hatte!

Außer Atem betrat sie das Schloss und sofort wurde sie von einer der Wachen, die sie offenbar schon gut kannten, zu Adrian geführt.
Dieser ging mit auf dem Rücken zusammengelegten Händen im Besprechungssaal, von dem es zu den Ritterunterkünften abging, unruhig auf und ab. Die junge Baronin saß auf einem Stuhl und sah verweint aus.
„Ich grüße die Herrschaften“ ließ sich Angelina vernehmen.
Als der Graf sie erblickte, kam er sofort mit ernster Miene auf sie zu.
Also.. Adrian ist es nicht, der meine Hilfe benötigt, ging es ihr durch den Sinn.
„Wie gut, dass Ihr sofort kommen konntet, Frau de Arganta. Bitte hier entlang… Rafael liegt hier.“
Angelina folgte ihm in Rafael’s Unterkunft.
Sie hatte das Gefühl, dass sich ihr der Hals zuschnürte. Der Graf hatte so ernst geklungen.
Rafael! Wieder war er verletzt… oder krank!
Während Graf Adrian kurz erklärte, was geschehen war, trat Angelina an das Bett.
„Der Narr hat sein Schicksal gesucht…“
Ein Aufstöhnen entrang sich der Kehle der Heilerin. Sie wusste nur zu genau, was das bedeutete.
Felicitas hatte sich still dazu gestellt.
„Ich brauche warmes Wasser, saubere Tücher und Handtücher“ sagte Angelina leise, aber im bestimmten Ton und sah zu Felicitas. Diese wandte sich sofort zum Gehen und verschwand hinter dem Vorhang.

Rafe… war er dem Tode nahe?
Angelinas Herz schlug so laut, dass sie meinte, der Graf müsse es hören. Angst um ihren Gatten schnürte ihr die Brust zusammen, als sie seine kühle, etwas feuchte Stirn unter ihrer Hand fühlte.
Doch das durfte nicht sein. Sie wehrte sich gegen die Gefühle, die übermächtig zu werden drohten.
Bleib ruhig… du musst jetzt ganz ruhig bleiben, redete sie sich zu. Angst macht dich schwach… Du kannst ihm helfen.

Sein Gesicht war fahl, seine Atmung flach.
Bewusstlosigkeit hielt ihn gefangen… und ersparte ihm große Schmerzen.
Sie untersuchte ihren Gemahl vorsichtig und professionell. Die provisorisch angelegten Verbände schnitt sie auf, um die darunter liegenden Wunden zu inspizieren.
Das Bein sah grausig aus. Dünne Blutrinnsale sickerten immer noch aus der großen Fleischwunde.
„Hoffentlich kann ich die Muskeln wieder zusammenführen und es sind keine Sehnen durchtrennt“ wisperte sie wie zu sich selbst.
Mindestens zwei Rippen waren gebrochen, das konnte sie ertasten.

Als die junge Baronin mit der Schüssel warmen Wassers und den Tüchern zurückkehrte, bat Angelina Adrian und die junge Frau, den Raum zu verlassen.
Sie musste sich konzentrieren und das fiel ihr schwer, wenn sie die Gegenwart Felicitas’ hinnehmen musste. Das sagte sie zwar nicht, aber sie wusste es vom letzten Mal.
„Bitte lasst eine Magd vor dem Vorhang warten, damit sie mir holen kann, was ich brauche, Graf Adrian. Ich werde dann auch noch kochendes Wasser benötigen… “
Sie sah den Grafen Hilfe suchend an.
Doch er schien sofort zu verstehen und nickte ihr zu. „Das veranlasse ich. Und wenn ihr Hilfe braucht…“ Er deutete auf den still auf dem Bett liegenden Freund. „ Dann ruft einfach.. ich bleibe in der Nähe.“
Er geleitete Felicitas durch den Vorhang hinaus.

Angelina nickte nur und wandte sich der Waschschüssel zu, um sie auf dem Bett abzustellen. Dann legte sie Tücher unter das verletzte Bein. Wenn sie es abwaschen würde, sollte nicht zuviel von dem blutigen Wasser auf die Laken und die Matratze fließen.

Nachdem Angelina nun mit Rafael allein war, setzte sie ihre Untersuchung fort.
Einen fast faustgroßen Bluterguss fand sie verdeckt durch sein Haar an seinem Hinterkopf. Sie stieß hörbar die Luft aus…
Oh Himmel! Hoffentlich war sein Dickschädel heil geblieben.
Rührte seine Ohnmacht daher?
Sie sah in das bleiche Gesicht ihres Gatten und spürte einen Stich in ihrem Herzen.
Wie oft hatte sie ihn nun schon zusammengeflickt?
Wie viele Narben waren ihm nun schon von all den Kämpfen geblieben?
Und dann ging er aus freien Stücken zu dem Drachen… um sein Schicksal zu suchen!?
Wollte er denn wirklich sterben?
Hatte er nicht gesagt, er liebe Felicitas? Warum hatte er das dann getan?
Angelina seufzte tief durch und schüttelte die Gedanken ab.
Sie war hier als Heilerin, rief sie sich zur Ordnung.
Sie durfte ihre Gefühle nicht zulassen.
Sie sollte sich nicht um das Glück ihres Gatten sorgen, sondern um ihres.. so hatte die Heiligkeit zu ihr gesagt.
Und jetzt ging es nicht um sein Glück.. jetzt ging es um sein Leben.

Nachdem sie die Wunden und die blutverschmierten Körperregionen gereinigt hatte, wusch die ihre Nadeln, Scheren und Zangen in dem kochenden Wasser, das inzwischen gebracht worden war.
Einige Tropfen einer Lösung, die den Wundbrand verhindern sollten, brachte sie in die Wunden ein. Wie gut, dass Rafe nicht bei Bewusstsein war… es sollte höllisch brennen.
Dann arbeitete Angelina konzentriert an der schrecklichen Bisswunde, entfernte mit einer kleinen Schere zerfetzte Haut und brachte mit einer Tinktur die Blutung zum Stillstand. Sehnen schienen nicht durchtrennt, doch die Muskeln waren durch die starken Zähne des Drachen schon arg in Mitleidenschaft gezogen. Sie versuchte zu richten, was möglich war und nähte dann mit präzisen Stichen die lange Wunde am Bein zu.
Angelina legte sterile Verbände am Bein und Kopf an, doch für den Stützverband um den Corpus anzulegen, damit die Rippen sich möglichst wenig bewegen konnten, brauchte sie dann doch Hilfe. Der Graf hielt den schlaffen Körper Rafaels in Sitzposition und Angelina hatte sich dazu hinter Rafael gekniet. Schnell und fest wickelte sie die Bandagen um seinen Köper, nachdem sie die Blutergüsse mit einer Salbe vorsichtig dick bestrichen hatte.
Zu guter Letzt wechselte sie zusammen mit Graf Adrian noch das Laken unter dem Bewusstlosen, das doch deutliche Spuren seiner Verwundung trug. Geduldig ließ sich der Graf von Angelina Anweisungen geben, wie er Rafael rollen sollte, wo er das Laken ziehen musste, bis es faltenlos unter dem Patienten lag. Obwohl sie sehr vorsichtig mit Rafe waren, stöhnte er leise. Er hatte sicher große Schmerzen.
Ganz sacht zog Angelina eine weiche Decke über den nackten Körper ihres Gatten und strich ihm sanft das verklebte Haar aus der Stirn.

Nach all den Anstrengungen für den Patienten und die Heilerin, flößte Angelina Rafael dann eine Mixtur aus ihren Tränken ein, die sie immer in ihrer Medizintasche dabei hatte.
Heilung, Stärkung und ein starkes Schmerzmittel mussten vorerst genügen.
Angelina wollte ihren Gatten beobachten und pflegen…
Sie würde bis zum Abend bei ihm bleiben, denn dann würde sie auch schon wissen, ob er Fieber bekommt. Falls es ausbliebe, konnte Felicitas einen Teil der Nachtwache übernehmen.
Angelina setzte voraus, dass die junge Baronin das sicher übernehmen würde.



(OOC: Vorgeschichte hierzu http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=13651 )

Verfasst: Freitag 13. Oktober 2006, 15:36
von Angelina de Arganta
Antares war schon längst im Bett und schlief, als Angelina heim kam.
Erschöpft ließ sie ihre Tasche bei ihrem Schreibtisch fallen und sah
ihrem Schwiegervater entgegen, der auf sie zukam. Ihr Kleid war leicht
verschmutzt und sie ließ die Schultern hängen.
In solchem Zustand hatte er sie noch nie gesehen. Arthur de Arganta
musterte die junge Frau, trat dann an sie heran und zog sie in seine
Arme.
“Was ist geschehen?“ fragte er knapp.
Nun war es um Angelina’s Fassung geschehen.
Sie lehnte sich an den großen, kräftigen Mann und ließ all ihre
Sorgen, ihre Tränen zu.
“Es ist Rafael“ brachte sie erstickt hervor. „Er ist schwer verletzt
und ich weiß nicht, ob er eine schwere Kopfverletzung hat oder nicht.
Er könnte vielleicht daran sterben.“
Sie erzählte wie es dazu gekommen war und bemerkte, dass der Graf wie versteinert war. Dann fasste er sie bei den Schultern und sah sie mit
gerötetem Gesicht eindringlich an.
“Du tust alles, damit er lebt, ja?“
Seine Stimme klang, als müßte er aufwallenden Zorn zurück halten.
Angelina konnte nur nicken.
Ihr Schwiegervater führte sie zu einem Stuhl beim Tisch und drückte
sie sanft darauf nieder.
“Was hat der närrische Kindskopf sich dabei gedacht, allein zum
Drachen zu gehen?“
“Er wollte, so wurde mir gesagt, sein Schicksal suchen.“
Die Röte im Gesicht des Grafen stieg an und er ließ sich schwer auf
den Stuhl ihr gegenüber fallen.
Er regt sich wieder viel zu sehr auf, dachte Angelina, als sie
bemerkte, dass der alte Graf nach Luft rang, ihm das Blut zu Kopfe
stieg.
“Er wird es bestimmt schaffen“ versuchte sie ihn zu beruhigen. „Bitte,
Vater, regt Euch nicht so auf. Sonst muss ich mich um Euch auch noch
sorgen.“
Unwirsch winkte der Graf ab.
“Sobald er wach wird, möchte ich mit ihm sprechen. Er kann sich seiner
Verantwortung nicht so leichtfertig entziehen. Denkt er denn nur an
sich?“
Schwerfällig erhob sich der alte Mann.
Es schien Angelina, als wäre er in wenigen Minuten um Jahre gealtert.
Ihr war bewusst, wie sehr Rafael von seinem Vater geliebt wurde und
wie tief ihn diese Nachricht getroffen haben musste. Auch verstand
sie, dass der alte Graf einfach nicht aus seiner Haut konnte. Nie
würde er die Handlungsweise seines Sohnes billigen. Viel zu fest war
sein Denken an die Ehre gebunden, viel zu groß war die Schmach, die
Rafael über seine gesamte Familie gebracht hatte. Aber lieben würde er
seinen Sohn dennoch… immer.

Arthur de Arganta zog sich zurück.
Er brauche Ruhe, murmelte er und zog sich schwerfällig die Treppe zum
Schlafgemach hinauf.
Angelina holte sich etwas zu Essen und zu Trinken aus der Küche und
setzte sich damit vor den Kamin auf das dicke Fell. Nachdem sie sich
ein wenig gestärkt hatte, ging ihr noch einmal durch den Kopf, was sie
für ihren Gatten tun konnte.. tun könnte.
Wenn er bis morgen nicht aufgewacht ist, werde ich versuchen, seine
Wunden durch die Heilkraft meiner Hände zu heilen. Es wird die
Schmerzen verringern… und seinem Körper neue Kraft zuführen.
Sie wusste um ihre besondere Fähigkeit, doch nutzte sie diese nur im
äußersten Notfall. Immer schon beherrschte sie das Gefühl, seit sie
diese Gabe erkannt hatte, dass sie damit nicht wuchern dürfe, sondern
nur in ganz besonderen Fällen davon Gebrauch machen.

Für ein paar Stunden schlief Angelina vor dem Kamin ein. Als sie die
Augen öffnete, begann gerade der Tag zu erwachen. Die Stimmen der
Vögel klangen vom nahen Wald noch sehr zögerlich und die Sonne war
noch nicht aufgegangen.
Frisch gemacht und in ein anderes Kleid aus feiner Wolle gehüllt, machte sie sich auf den Weg ins Schloss.

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 12:45
von Angelina de Arganta
Gemächlichen Schrittes hatte sie ihren Aris den Weg nach hause finden lassen.
Für einen Moment wollte sie nur auf der Bank am Teich Platz nehmen und ihren Gedanken nachhängen, die beruhigenden Geräusche des nahen Waldes auf sich wirken lassen.
Die Heilung Rafaels hatte sie angestrengt.
Es war auch immer ein Teil ihrer Kraft, die sie gab.
Eigentlich hatte sie gehofft, dass diese schreckliche Beinwunde ganz geheilt wäre, doch sie wollte zufrieden sein. Immerhin hatte Rafael ja schon wieder aufstehen können, wenn er auch noch nicht das Bein belasten konnte… und sollte.
Vorsichtshalber hatte sie ihm gesagt, er solle es schonen und nur allmählich in den nächsten Tagen wieder belasten.
Die andere Sache war, dass sie ihm dieses Mal ruhig, ohne zu weinen oder sich besonders aufzuregen, sagen konnte, wie sie darüber dachte, dass er sich von ihr und Tari getrennt hatte.
Seine Reaktion darauf verstand sie nicht wirklich.
Warum meinte er, dass sie ihn dann doch hassen sollte?
Sie würde ihn nicht hassen.
Dennoch konnte sie ihn doch für einen Egoisten halten, der seine Ehre vergessen hatte.
Konnte man denn wegen seiner Gefühle einfach sein Wort brechen, das man vor der Heiligkeit und der Göttin Temora gegeben hatte?
Sie verstand ihn da einfach nicht.
Dieses Versprechen war heilig.
Wie konnte man das mit dem Gefühl des Verliebtseins und des Begehrens gleichsetzen?

Er hatte gesagt, dass er erkannt hätte, dass es falsch war, zum Drachen zu gehen… sein Schicksal zu suchen, weil er damit eine Entscheidung getroffen hatte, die nicht nur ihn betraf, sondern auch die Menschen, die ihm nahe standen, die ihn liebten.
Ja.. und genau das hatte er doch auch schon vorher getan.
Um nicht zu lügen, wie er behauptete, war er breit gewesen, seine Ehre dranzugeben und seine Familie ins Unglück zu stürzen… einem Kind die Ideale zu nehmen.
Außerdem wartete auf seine Geliebte ja auch nur ein Leben in Schande. Bekäme sie ein Kind von Rafael, würden sie ihr Verhältnis nicht mehr geheim halten können. Und dann?
Aber das sah ihr Gatte ja alles als Liebesbeweis an, wie er ihr vor langem erklärt hatte.
Die junge Frau musste nicht bei klarem Verstand sein.
Zunächst einmal war es ausgesprochen unanständig, sich mit einem verheirateten Mann einzulassen…
und Rafael hatte ihr heute erklärt, dass er das erste Mal das Bett mit Felicitas geteilt hätte, nachdem er sie, Angelina bei ihrer Mutter aufgesucht hatte und davon ausgehen musste, dass sie den Unfall überleben würde…
… und außerdem eignet sich ein verheirateter Mann absolut nicht dazu, eine Familie gründen zu wollen. Das wusste doch schon jedes kleine Mädchen… dafür musste man noch nicht einmal besonders intelligent sein.

Angelina seufzte schwer auf bei diesen Gedanken.
Es war richtig gewesen, ihm ihre Meinung zu sagen.
Zurückgewinnen würde sie ihn damit nicht. Das war ihr schon klar.
Doch er sollte ruhig wissen, dass sie seine Halbwahrheiten durchschaute.
Offensichtlich war er ein Meister darin geworden, sich die Wahrheit so hinzubiegen, wie er sie gern hätte.
Es tat Angelina leid… er tat ihr leid.
Was hatte er nur aus seinem Leben gemacht, das so hoffnungsvoll gewesen war?
Würde er je wieder zu einem rational denkenden Mann werden, der sich nicht von einem hübschen Körper und bezaubernder Musik betören ließ?
Angelina erhob sich mit einem leisen Aufstöhnen, hängte sich ihre Heilertasche wieder über und ging ins Haus.

Sie musste ihrem Schwiegervater mitteilen, dass es Rafael wieder besser ging, er leben würde.
Insgeheim hoffte sie darauf, dass der alte Graf sich bei dem Besuch seines Sohnes nicht wieder so aufregen würde... dass er sich freuen würde und es auch zeigen, dass Rafe seine schweren Verletzungen überlebt hatte.
Sie hatte sich vorgenommen, den Schwiegervater zu begleiten.
Vielleicht konnte sie ja verhindern, dass die beiden Männer erneut all zu heftig aneinander gerieten, denn das schien ja in der letzten Zeit unabänderlich zu sein.
Der Gesundheitszustand des Vaters machte ihr Sorgen.
Ob sein Herz noch in Ordnung war?
Er klagte ja nicht... aber der rote Kopf und die verhaltenen Emotionen, wenn er ich erregte, deuteten darauf hin, dass er nicht gesund war.

Verfasst: Samstag 21. Oktober 2006, 07:25
von Rafael de Arganta
Das Leben hatte sich verändert ...
Angelina war gegangen, und hatte ihm seinen Ring in den Postkasten geworfen.
Falkenburg ihr Ziel und Tari durfte so er wollte bei Adrian unterkommen von ihm lernen und würde unter dessen Schutz stehen.
Es tat ihm weh zu wissen das Tari das Vertrauen zu ihm verloren hatte.
Es war schwer das Haus so verweist zu sehen in denen er solch glückliche Stunden verbracht hatte.
Er hoffte nur das Angelina jetzt ohne ihn, ihr Glück finden und zur Ruhe kommen würde...
Und ihm irgendwann verzeihen konnte.

Der Weg zur Heiligkeit war für ihn nicht einfach gewesen. Zu sehr wusste er um seine Fehler die er begangen hatte um den Schwur den er gebrochen hatte.
Mit Feli an seiner Seite jedoch war es so viel einfacher. Er wusste für was er es tat.
Doch die Worte die die Heiligkeit zu ihm sprach waren für ihn mehr als verwirrend gewesen.
Hatte er seinen Glauben verloren gehabt?
Nein, er hatte ihn nur tief in sich begraben. Er musste es wieder zulassen.
Temora würde vergeben, denn Temora liebte die Menschen.
Auch wenn sie einmal ... er lächelte bei der Metapher, die Lieblingsvase zwei mal zerbrachen.
Sie war wie eine Mutter zu ihrem Kind. Sie schloss sie immer wieder in ihre Arme.
Er wollte es.
Er hatte den Mut dazu.
Denn Temora vermochte in seine Seele zu blicken.
Sie würde vergeben.
Er musste ihr nur einfach zuhören.

Rafael wusste das er das was war hinter sich lassen musste.
Den Weg mit neuer Mut beschreiten.
So packte er, als sie zurück waren seine Sachen, um trotz Felicitas Proteste doch noch in seine Heimtat zurück zu reisen.
„Ich muss mich mit Michael aussöhnen und wenigstens Mutter alles erklären.“ Er lächelte sie an, küsste sie zaghaft. „Ich komme ja wieder.“ Meinte er ihren Blick suchend. „Zurück zu dir.“
An die letzte Dummheit die er begangen hatte, würde ihn sein Bein erinnern.
Jetzt wurde es Zeit Taten den wünschen folgen zu lassen und nicht nur mit ... wie hatte es die Heiligkeit ausgedrückt, mit Kieseln zu werfen.
Viele Wege lagen vor den Menschen ...
Aber sie selber mussten sie gehen. Niemand anderer war dafür verantwortlich !

Verfasst: Sonntag 22. Oktober 2006, 10:53
von Rafael de Arganta
Seine Mutter hatte ihn liebevoll aufgenommen und es tat gut sie wieder zu sehen.
Michael war ebenso erfreut ihn zu sehen und obwohl er im Bett lag und sie hatten sich viel zu erzählen.
Rafael hatte schon gewusst das ihm dieser Besuch selber nicht viel bringen würde, aber es war für ihn wichtig wenigstens seine Mutter um Vergebung zu bitten.
Das sie nicht viel ausrichten konnte, geschweige denn Arthur beruhigen.
So verabschiedete man sich Tage darauf so, als würde man sich niemals wieder sehen.

Rafael zog es heim.
Eine Frau von der Männer sonst nur träumten wartete er auf ihn.
Ihr Blick, ihre Stimme verzauberten ihn stets aufs neue und so konnte er es kaum erwarten heim zu kehren.
So sehr es ihn auch erfreute seine Mutter nach langen Jahren wieder in die Arme schliessen zu können so sehr zog es ihn nun auch Heim zu Felicitas, seinen Freunden ... und vielleicht vermochte er einen Blick auf Tari zu werfen.
Der Junge wollte ihn zwar nicht sehen, aber das hieß ja nicht das er ihn nicht, von weitem wenigstens, sehen konnte.

Sein Pferd nicht schonend, ritte er zum Hafen, um noch am gleichen Tage über zu setzen.
Bald schon würde er wieder auf Gerimor sein.

Verfasst: Donnerstag 26. Oktober 2006, 16:11
von Rafael de Arganta
Er wollte nur einige Bücher aus seinem Haus holen, doch das Licht ließ ihn stutzen.
War Angelina zurückgekehrt, oder .. vielleicht sein Vater unten?
Er klopfte vorsichtig fast, und öffnete dabei die unverschlossene Tür um sofort zu stutzen.
Tari.
Tari saß alleine, wie verloren wirkend auf dem Boden am Kamin.
Im Arm ein Kleid Angelinas und vor ihm ein Pergament.
Tränen kullerten ihm aus den Augen und Rafael zeriss es schier das Herz bei dem Anblick.
„Mama ist weg“ meinte er leise „Warum?“
Rafael wollte ihn am liebsten in seine Arme nehmen, ihm kamen bei dem Anblick fast selbst die Tränen und in seinen Augen schimmerte es verräteisch.
„Weil sie musste, Tari. Um all das für dich zu erhalten was dein... Vater für dich aufgebaut hat. Sie ging nicht gerne und noch weniger wollte sie dich hier lassen. Aber sie hatte keine andere Wahl. Graf Adrian soll auf dich aufpassen.“ Erklärte er versucht leise, und trat auf den Jungen, der ihm so viel bedeutete zu.

Langsam setzte er sich vor ihn und streckte vorsichtig die Hand nach ihm aus. Wie als wolle er ein verschrecktes Kätzchen beruhigen.
„Ich will nichts haben nur meine Mama.“
Rafael nickte. „Du kannst sie doch besuchen Tari, bald. Und sie wird auch dich besuchen kommen, ganz bestimmt.“

Tari ignorierte seine Hand, reichte ihm stattdessen das Buch in dem er gelesen hatte. „das hat Mami geschrieben.“
Für einen Moment unschlüssig darauf schauend schlug er es doch auf, las die Worte die er auch befürchtet hatte. Seufzend, denn es waren sicherlich keine Worte die ein Kind von seiner Mama lesen sollte.
„Tari.“ Versuchte er es leise. „Nichts hat sich an meinen Gefühlen für dich verändert. Ich würde auf dich aufpassen so es noch wollen würdest, Aber deine Mutter hat mit Adrian gesprochen, weil auch sie glaubt das du das eher willst.“ Taris Tränennasses Gesicht bekam einen trotzigen Ausdruck. „Es weiß doch sowieso keiner was ich will.“
Rafael war versucht seine Hand aus zu strecken ihm die Tränen fort zu wischen, doch hielt er sich mühsam zurück. Er wollte nicht zu viel auf einmal von dem Jungen fordern. Das er hier endlich mit ihm sprechen konnte war ihm schon Wunscherfüllung genug.
„Was du willst... wissen viele.“ Versuchte er es sanft. „Eine Familie. Alles so wie es mal war? Aber manche Wünsche gehen nicht in Erfüllung.“
Tari begehrte auf. „Ihr erwachsenen denkt immer das ihr alles wisst.. aber ihr wisst gar nichts.“ Er schüttelte den Kopf „Ich weiß das nichts mehr so wird.. das hat Mama auch schon gesagt. Das du jetzt eine neue Familie hast.“

Für einen Moment wusste Rafael nichts zu antworten.
Was sollte er darauf auch erwiedern. So überging er nach einigem Zögern jene Aussage und fragte nach.
„Sagst du mir deine Wünsche?“
„Die kennt nur Max.“ entgegnete Tari
„Wer ist Max?“
„ Max ist immer bei mir abends“ entgegnete Tari fast geheimnisvoll
Rafael sah seinen ... Sohn etwas fragend, irritiert an. Den Namen Max hatte er noch nie gehört. Ob er den Grafen mal danach fragen sollte?

„Ist deine neue Frau lieber als meine Mama?“ fragte Tari weiter und riss ihn damit aus seinen Überlegungen. Wie jetzt antworten ... bloß diplomatisch bleiben, das war das wichtigste.
„Man kann sie nicht mit einander vergleichen Tari.“ Entgegnete er langsam „Das sollte man auch nicht. Deine Mama war einmalig. weißt du? So wie jeder Mensch einmalig sein sollte.
Aber deine Mama war oft fort. Temora gab ihr eine einmalige Gabe Menschen zu helfen. Menschen zu retten. Es war ihre Bestimmung, Und wir hatten wenig Zeit für einander, weil ich ja auch immer arbeiten musste.

Es ist so als wenn du deinen Aller besten Freund nur noch kurz sehen würdest, nur um Hallo oder einen schönen Tag zu wünschen. Und dann kommt jemand der dein Freund sein will... und immer mit dir zusammen sein möchte... egal was du machst.
Du warst vorher immer alleine, weil du auf deinen Freund gewartet hast, und jetzt ist da wer der immer bei dir sein möchte, jede freie Minute etwas mit dir unternehmen.
Deswegen aber hast du deinen alten Freund immer noch gern, aber es ist anders geworden.“
Rafael hörte sich selber reden und verdammte sich für diesen aberbösen Vergleich. Aber was Besseres fiel ihm im Moment nicht ein. Doch er sah das Antares ihm zuhörte, sah auch die Neugierde in seinem Blick als er dann fragte „Kann sie denn auch so leckere Sachen kochen?
Oder musst du dunkle Brötchen machen?“
Rafael hätte fast bitter geschmunzelt bei Taris Frage. Die Erinnerung war noch da, als er die Brötchen gebacken hatte.
„Ich muss dunkle Brötchen machen.“ Erklärte er dann. „Keiner kocht so gut wie deine Mama, das weisst du doch.“ Meinte er fast belehrend mit einem Augenzwinkern und wagte kaum mehr zu atmen als Tari auf ihn zuging und ihm einen Schokoladendrops hinhielt.
Mit einem Lächeln und einem Danke nahm er ihn entgegen und erzählte dann weiter.
„Wir haben einen Puma im Garten der muss das verkohlte dann immer fressen.“ Erklärte er dann in sicherer Absicht damit Taris Neugier zu wecken.
Rafael wusste wie sehr der kleine Tiere mochte und er hatte Erfolg. Noch ehe Tari antwortete sah er wie dessen Augen größer wurden. Und als er mit bangen Worten fragte ob Tari ihn sehen wollte, und dieser nun einstimmte, atmete er innerlich erleichtert auf.

Vielleicht war es ein Anfang. Ein Anfang wieder einen Schritt auf Tari zugehen zu können.
Gemeinsam gingen sie zur Kutsche und als Tari weiter mit ihm sprach, nannte er ihn... Papa.
Nur mit Mühe war Rafael weiter gegangen.
Nur mit Mühe hatte er die Tränen zurück halten können die ihn zu versengen drohten wie das überirdische Gefühl das ihm den Hals zu zu drücken schien und ihn am Atmen hinderte.
Ein einfaches Wort...
So viel bedeutend so bewegend es war.
Rafael überspielte es.
Er zeigte Tari Berchgard und stellte ihm Florence vor die mit Hudgar ihnen entgegen kam.
Lächelnd und fast mit Stolz sah er wie Tari sofort seinen Kindercharme auspackte und wohl beide in seinen Bann zog.
So wie er es damals schon bei seinem Vater vermocht hatte.
Als dann Felicitas hinzukam stockte Rafael für einen Moment der Atem.
Jetzt blos nichts falsch machen.
Nur... wie machte man es richtig? Kannte Tari Feli überhaupt? Wusste er wer sie war?
Keine Intimitäten zeigen, zwang er sich. Nicht vor Tari... vor dem Hauptmann... und vor der Öffentlichkeit so und so nicht. Beruhigte er sich.
Und so stellte er Tari Feli als die Baronin vor die sie ja auch war, um sofort eine der seiner Fragen als beantwortet zu wissen.
Tari drängte sich an ihn.

Er wusste wer sie war. Schoss es ihm durch den Kopf
Und natürlich wusste Feli wer Tari war.
Wie sollte sie sich auch verhalten. Hätte er es an ihrer Stelle gewusst?
Feli ritt sehr bald weiter, und Rafael zeigte dem Jungen Yumi.
Die Pumadame fand natürlich des Jungen Interesse, und als es dann später wurde, brachte Rafael den Jungen zurück zum Schloss.
Adrian sollte sich keine Sorgen machen.
Er war einen Schritt weiter gekommen und fühlte sich erleichtert.
Vielleicht konnte er Tari doch wieder öfter sehen und der Junge konnte ihm vielleicht vergeben.