Verfasst: Mittwoch 11. Oktober 2006, 12:03
Ein aufgeregter Gardist passte Angelina gerade ab, als sie dabei war, ihr Pferd durchs Tor zu führen. Sie wollte das Kloster aufsuchen und mit Hochwürden Sanjana Valeth sprechen, um dann mit der Einrichtung des Krankenzimmers beginnen zu können.
Doch stattdessen spornte sie dann ihren Aris an und galoppierte durch die Stadt.
„Der Graf schickt mich… Ihr sollt sofort kommen!“ hatte der Mann die Heilerin informiert. Sie hatte nichts nachgefragt, die Stimme des Mannes hatte so alarmiert geklungen, dass sie unverzüglich ihre Tasche an den Sattel gebunden hatte und aufgesessen war.
Was mochte geschehen sein? War Adrian verletzt? Oder wieder Rafael?
In Gedanken ging sie den Inhalt ihrer Arzneitasche durch.
Sie musste alles dabei haben.
Hoffentlich war es nicht so schlimm, wie es geklungen hatte!
Außer Atem betrat sie das Schloss und sofort wurde sie von einer der Wachen, die sie offenbar schon gut kannten, zu Adrian geführt.
Dieser ging mit auf dem Rücken zusammengelegten Händen im Besprechungssaal, von dem es zu den Ritterunterkünften abging, unruhig auf und ab. Die junge Baronin saß auf einem Stuhl und sah verweint aus.
„Ich grüße die Herrschaften“ ließ sich Angelina vernehmen.
Als der Graf sie erblickte, kam er sofort mit ernster Miene auf sie zu.
Also.. Adrian ist es nicht, der meine Hilfe benötigt, ging es ihr durch den Sinn.
„Wie gut, dass Ihr sofort kommen konntet, Frau de Arganta. Bitte hier entlang… Rafael liegt hier.“
Angelina folgte ihm in Rafael’s Unterkunft.
Sie hatte das Gefühl, dass sich ihr der Hals zuschnürte. Der Graf hatte so ernst geklungen.
Rafael! Wieder war er verletzt… oder krank!
Während Graf Adrian kurz erklärte, was geschehen war, trat Angelina an das Bett.
„Der Narr hat sein Schicksal gesucht…“
Ein Aufstöhnen entrang sich der Kehle der Heilerin. Sie wusste nur zu genau, was das bedeutete.
Felicitas hatte sich still dazu gestellt.
„Ich brauche warmes Wasser, saubere Tücher und Handtücher“ sagte Angelina leise, aber im bestimmten Ton und sah zu Felicitas. Diese wandte sich sofort zum Gehen und verschwand hinter dem Vorhang.
Rafe… war er dem Tode nahe?
Angelinas Herz schlug so laut, dass sie meinte, der Graf müsse es hören. Angst um ihren Gatten schnürte ihr die Brust zusammen, als sie seine kühle, etwas feuchte Stirn unter ihrer Hand fühlte.
Doch das durfte nicht sein. Sie wehrte sich gegen die Gefühle, die übermächtig zu werden drohten.
Bleib ruhig… du musst jetzt ganz ruhig bleiben, redete sie sich zu. Angst macht dich schwach… Du kannst ihm helfen.
Sein Gesicht war fahl, seine Atmung flach.
Bewusstlosigkeit hielt ihn gefangen… und ersparte ihm große Schmerzen.
Sie untersuchte ihren Gemahl vorsichtig und professionell. Die provisorisch angelegten Verbände schnitt sie auf, um die darunter liegenden Wunden zu inspizieren.
Das Bein sah grausig aus. Dünne Blutrinnsale sickerten immer noch aus der großen Fleischwunde.
„Hoffentlich kann ich die Muskeln wieder zusammenführen und es sind keine Sehnen durchtrennt“ wisperte sie wie zu sich selbst.
Mindestens zwei Rippen waren gebrochen, das konnte sie ertasten.
Als die junge Baronin mit der Schüssel warmen Wassers und den Tüchern zurückkehrte, bat Angelina Adrian und die junge Frau, den Raum zu verlassen.
Sie musste sich konzentrieren und das fiel ihr schwer, wenn sie die Gegenwart Felicitas’ hinnehmen musste. Das sagte sie zwar nicht, aber sie wusste es vom letzten Mal.
„Bitte lasst eine Magd vor dem Vorhang warten, damit sie mir holen kann, was ich brauche, Graf Adrian. Ich werde dann auch noch kochendes Wasser benötigen… “
Sie sah den Grafen Hilfe suchend an.
Doch er schien sofort zu verstehen und nickte ihr zu. „Das veranlasse ich. Und wenn ihr Hilfe braucht…“ Er deutete auf den still auf dem Bett liegenden Freund. „ Dann ruft einfach.. ich bleibe in der Nähe.“
Er geleitete Felicitas durch den Vorhang hinaus.
Angelina nickte nur und wandte sich der Waschschüssel zu, um sie auf dem Bett abzustellen. Dann legte sie Tücher unter das verletzte Bein. Wenn sie es abwaschen würde, sollte nicht zuviel von dem blutigen Wasser auf die Laken und die Matratze fließen.
Nachdem Angelina nun mit Rafael allein war, setzte sie ihre Untersuchung fort.
Einen fast faustgroßen Bluterguss fand sie verdeckt durch sein Haar an seinem Hinterkopf. Sie stieß hörbar die Luft aus…
Oh Himmel! Hoffentlich war sein Dickschädel heil geblieben.
Rührte seine Ohnmacht daher?
Sie sah in das bleiche Gesicht ihres Gatten und spürte einen Stich in ihrem Herzen.
Wie oft hatte sie ihn nun schon zusammengeflickt?
Wie viele Narben waren ihm nun schon von all den Kämpfen geblieben?
Und dann ging er aus freien Stücken zu dem Drachen… um sein Schicksal zu suchen!?
Wollte er denn wirklich sterben?
Hatte er nicht gesagt, er liebe Felicitas? Warum hatte er das dann getan?
Angelina seufzte tief durch und schüttelte die Gedanken ab.
Sie war hier als Heilerin, rief sie sich zur Ordnung.
Sie durfte ihre Gefühle nicht zulassen.
Sie sollte sich nicht um das Glück ihres Gatten sorgen, sondern um ihres.. so hatte die Heiligkeit zu ihr gesagt.
Und jetzt ging es nicht um sein Glück.. jetzt ging es um sein Leben.
Nachdem sie die Wunden und die blutverschmierten Körperregionen gereinigt hatte, wusch die ihre Nadeln, Scheren und Zangen in dem kochenden Wasser, das inzwischen gebracht worden war.
Einige Tropfen einer Lösung, die den Wundbrand verhindern sollten, brachte sie in die Wunden ein. Wie gut, dass Rafe nicht bei Bewusstsein war… es sollte höllisch brennen.
Dann arbeitete Angelina konzentriert an der schrecklichen Bisswunde, entfernte mit einer kleinen Schere zerfetzte Haut und brachte mit einer Tinktur die Blutung zum Stillstand. Sehnen schienen nicht durchtrennt, doch die Muskeln waren durch die starken Zähne des Drachen schon arg in Mitleidenschaft gezogen. Sie versuchte zu richten, was möglich war und nähte dann mit präzisen Stichen die lange Wunde am Bein zu.
Angelina legte sterile Verbände am Bein und Kopf an, doch für den Stützverband um den Corpus anzulegen, damit die Rippen sich möglichst wenig bewegen konnten, brauchte sie dann doch Hilfe. Der Graf hielt den schlaffen Körper Rafaels in Sitzposition und Angelina hatte sich dazu hinter Rafael gekniet. Schnell und fest wickelte sie die Bandagen um seinen Köper, nachdem sie die Blutergüsse mit einer Salbe vorsichtig dick bestrichen hatte.
Zu guter Letzt wechselte sie zusammen mit Graf Adrian noch das Laken unter dem Bewusstlosen, das doch deutliche Spuren seiner Verwundung trug. Geduldig ließ sich der Graf von Angelina Anweisungen geben, wie er Rafael rollen sollte, wo er das Laken ziehen musste, bis es faltenlos unter dem Patienten lag. Obwohl sie sehr vorsichtig mit Rafe waren, stöhnte er leise. Er hatte sicher große Schmerzen.
Ganz sacht zog Angelina eine weiche Decke über den nackten Körper ihres Gatten und strich ihm sanft das verklebte Haar aus der Stirn.
Nach all den Anstrengungen für den Patienten und die Heilerin, flößte Angelina Rafael dann eine Mixtur aus ihren Tränken ein, die sie immer in ihrer Medizintasche dabei hatte.
Heilung, Stärkung und ein starkes Schmerzmittel mussten vorerst genügen.
Angelina wollte ihren Gatten beobachten und pflegen…
Sie würde bis zum Abend bei ihm bleiben, denn dann würde sie auch schon wissen, ob er Fieber bekommt. Falls es ausbliebe, konnte Felicitas einen Teil der Nachtwache übernehmen.
Angelina setzte voraus, dass die junge Baronin das sicher übernehmen würde.
(OOC: Vorgeschichte hierzu http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=13651 )
Doch stattdessen spornte sie dann ihren Aris an und galoppierte durch die Stadt.
„Der Graf schickt mich… Ihr sollt sofort kommen!“ hatte der Mann die Heilerin informiert. Sie hatte nichts nachgefragt, die Stimme des Mannes hatte so alarmiert geklungen, dass sie unverzüglich ihre Tasche an den Sattel gebunden hatte und aufgesessen war.
Was mochte geschehen sein? War Adrian verletzt? Oder wieder Rafael?
In Gedanken ging sie den Inhalt ihrer Arzneitasche durch.
Sie musste alles dabei haben.
Hoffentlich war es nicht so schlimm, wie es geklungen hatte!
Außer Atem betrat sie das Schloss und sofort wurde sie von einer der Wachen, die sie offenbar schon gut kannten, zu Adrian geführt.
Dieser ging mit auf dem Rücken zusammengelegten Händen im Besprechungssaal, von dem es zu den Ritterunterkünften abging, unruhig auf und ab. Die junge Baronin saß auf einem Stuhl und sah verweint aus.
„Ich grüße die Herrschaften“ ließ sich Angelina vernehmen.
Als der Graf sie erblickte, kam er sofort mit ernster Miene auf sie zu.
Also.. Adrian ist es nicht, der meine Hilfe benötigt, ging es ihr durch den Sinn.
„Wie gut, dass Ihr sofort kommen konntet, Frau de Arganta. Bitte hier entlang… Rafael liegt hier.“
Angelina folgte ihm in Rafael’s Unterkunft.
Sie hatte das Gefühl, dass sich ihr der Hals zuschnürte. Der Graf hatte so ernst geklungen.
Rafael! Wieder war er verletzt… oder krank!
Während Graf Adrian kurz erklärte, was geschehen war, trat Angelina an das Bett.
„Der Narr hat sein Schicksal gesucht…“
Ein Aufstöhnen entrang sich der Kehle der Heilerin. Sie wusste nur zu genau, was das bedeutete.
Felicitas hatte sich still dazu gestellt.
„Ich brauche warmes Wasser, saubere Tücher und Handtücher“ sagte Angelina leise, aber im bestimmten Ton und sah zu Felicitas. Diese wandte sich sofort zum Gehen und verschwand hinter dem Vorhang.
Rafe… war er dem Tode nahe?
Angelinas Herz schlug so laut, dass sie meinte, der Graf müsse es hören. Angst um ihren Gatten schnürte ihr die Brust zusammen, als sie seine kühle, etwas feuchte Stirn unter ihrer Hand fühlte.
Doch das durfte nicht sein. Sie wehrte sich gegen die Gefühle, die übermächtig zu werden drohten.
Bleib ruhig… du musst jetzt ganz ruhig bleiben, redete sie sich zu. Angst macht dich schwach… Du kannst ihm helfen.
Sein Gesicht war fahl, seine Atmung flach.
Bewusstlosigkeit hielt ihn gefangen… und ersparte ihm große Schmerzen.
Sie untersuchte ihren Gemahl vorsichtig und professionell. Die provisorisch angelegten Verbände schnitt sie auf, um die darunter liegenden Wunden zu inspizieren.
Das Bein sah grausig aus. Dünne Blutrinnsale sickerten immer noch aus der großen Fleischwunde.
„Hoffentlich kann ich die Muskeln wieder zusammenführen und es sind keine Sehnen durchtrennt“ wisperte sie wie zu sich selbst.
Mindestens zwei Rippen waren gebrochen, das konnte sie ertasten.
Als die junge Baronin mit der Schüssel warmen Wassers und den Tüchern zurückkehrte, bat Angelina Adrian und die junge Frau, den Raum zu verlassen.
Sie musste sich konzentrieren und das fiel ihr schwer, wenn sie die Gegenwart Felicitas’ hinnehmen musste. Das sagte sie zwar nicht, aber sie wusste es vom letzten Mal.
„Bitte lasst eine Magd vor dem Vorhang warten, damit sie mir holen kann, was ich brauche, Graf Adrian. Ich werde dann auch noch kochendes Wasser benötigen… “
Sie sah den Grafen Hilfe suchend an.
Doch er schien sofort zu verstehen und nickte ihr zu. „Das veranlasse ich. Und wenn ihr Hilfe braucht…“ Er deutete auf den still auf dem Bett liegenden Freund. „ Dann ruft einfach.. ich bleibe in der Nähe.“
Er geleitete Felicitas durch den Vorhang hinaus.
Angelina nickte nur und wandte sich der Waschschüssel zu, um sie auf dem Bett abzustellen. Dann legte sie Tücher unter das verletzte Bein. Wenn sie es abwaschen würde, sollte nicht zuviel von dem blutigen Wasser auf die Laken und die Matratze fließen.
Nachdem Angelina nun mit Rafael allein war, setzte sie ihre Untersuchung fort.
Einen fast faustgroßen Bluterguss fand sie verdeckt durch sein Haar an seinem Hinterkopf. Sie stieß hörbar die Luft aus…
Oh Himmel! Hoffentlich war sein Dickschädel heil geblieben.
Rührte seine Ohnmacht daher?
Sie sah in das bleiche Gesicht ihres Gatten und spürte einen Stich in ihrem Herzen.
Wie oft hatte sie ihn nun schon zusammengeflickt?
Wie viele Narben waren ihm nun schon von all den Kämpfen geblieben?
Und dann ging er aus freien Stücken zu dem Drachen… um sein Schicksal zu suchen!?
Wollte er denn wirklich sterben?
Hatte er nicht gesagt, er liebe Felicitas? Warum hatte er das dann getan?
Angelina seufzte tief durch und schüttelte die Gedanken ab.
Sie war hier als Heilerin, rief sie sich zur Ordnung.
Sie durfte ihre Gefühle nicht zulassen.
Sie sollte sich nicht um das Glück ihres Gatten sorgen, sondern um ihres.. so hatte die Heiligkeit zu ihr gesagt.
Und jetzt ging es nicht um sein Glück.. jetzt ging es um sein Leben.
Nachdem sie die Wunden und die blutverschmierten Körperregionen gereinigt hatte, wusch die ihre Nadeln, Scheren und Zangen in dem kochenden Wasser, das inzwischen gebracht worden war.
Einige Tropfen einer Lösung, die den Wundbrand verhindern sollten, brachte sie in die Wunden ein. Wie gut, dass Rafe nicht bei Bewusstsein war… es sollte höllisch brennen.
Dann arbeitete Angelina konzentriert an der schrecklichen Bisswunde, entfernte mit einer kleinen Schere zerfetzte Haut und brachte mit einer Tinktur die Blutung zum Stillstand. Sehnen schienen nicht durchtrennt, doch die Muskeln waren durch die starken Zähne des Drachen schon arg in Mitleidenschaft gezogen. Sie versuchte zu richten, was möglich war und nähte dann mit präzisen Stichen die lange Wunde am Bein zu.
Angelina legte sterile Verbände am Bein und Kopf an, doch für den Stützverband um den Corpus anzulegen, damit die Rippen sich möglichst wenig bewegen konnten, brauchte sie dann doch Hilfe. Der Graf hielt den schlaffen Körper Rafaels in Sitzposition und Angelina hatte sich dazu hinter Rafael gekniet. Schnell und fest wickelte sie die Bandagen um seinen Köper, nachdem sie die Blutergüsse mit einer Salbe vorsichtig dick bestrichen hatte.
Zu guter Letzt wechselte sie zusammen mit Graf Adrian noch das Laken unter dem Bewusstlosen, das doch deutliche Spuren seiner Verwundung trug. Geduldig ließ sich der Graf von Angelina Anweisungen geben, wie er Rafael rollen sollte, wo er das Laken ziehen musste, bis es faltenlos unter dem Patienten lag. Obwohl sie sehr vorsichtig mit Rafe waren, stöhnte er leise. Er hatte sicher große Schmerzen.
Ganz sacht zog Angelina eine weiche Decke über den nackten Körper ihres Gatten und strich ihm sanft das verklebte Haar aus der Stirn.
Nach all den Anstrengungen für den Patienten und die Heilerin, flößte Angelina Rafael dann eine Mixtur aus ihren Tränken ein, die sie immer in ihrer Medizintasche dabei hatte.
Heilung, Stärkung und ein starkes Schmerzmittel mussten vorerst genügen.
Angelina wollte ihren Gatten beobachten und pflegen…
Sie würde bis zum Abend bei ihm bleiben, denn dann würde sie auch schon wissen, ob er Fieber bekommt. Falls es ausbliebe, konnte Felicitas einen Teil der Nachtwache übernehmen.
Angelina setzte voraus, dass die junge Baronin das sicher übernehmen würde.
(OOC: Vorgeschichte hierzu http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=13651 )