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Verfasst: Freitag 1. August 2025, 04:43
von Serina Marcel
Sie überflog die Zeilen des Schreibens in Anwesenheit des Boten und nickte sodann, während sie einmal mehr ein angemessenes Trinkgeld überreichte. Sie trug ihm zudem auf, Feldwebel van Falkenglanz mitzuteilen, dass sie zu genanntem Zeitpunkt in der Garnison erscheinen werde.

Verfasst: Sonntag 3. August 2025, 15:15
von Djurgeirr Mandre
* Einige Schreiben fielen ihm auf als er nach einigen Tagen in der Wildnis zurück in seine Kammer kam. Nachdem er sein Reisegepäck und seine Waffen verstaut hatte schenkte er sich einen Krug Met ein. Der erste Schluck war kaum im Feuer verdampft machte er es sich auf einem Fell gemütlich und begann zu lesen. Durch seine regelmäßigen Übungen seit er zur Stimme des Nordens gewählt wurde konnte er die Gemeinsprache mittlerweile recht gut lesen und sogar schreiben, wenngleich er es immer noch geradezu lächerlich fand mit Feder und Tinte auf ein Blatt Papier zu schreiben. Das letzte Schreiben das er zur Hand nahm kam aus Adoran vom Regiment. Es lag schon fast eine Woche hier war wohl am selben Tag angekommen an dem er Wulfgard verlassen hatte. Er überflog das Schreiben, das von Elisabeth kam und ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Ein Schiff wollen dey bauen. Er machte sich dann daran eine Antwort zu verfassen. *


Haigh Elisabeth,

Verzeih dass dey so lange auf Antwort warten musstest, aver mey war eynige Tage unterwegs und sey erst heute wieder nach Wulfgard zurück gekehrt. Soso ein Schiff sollt ihr also bauen ? Holz von uns ausm Norden sollt keyn Problem seyn. Mey wird mit unsere Hände palavern wegen dem Preis davon hat mey keyne Ahnung. Und ouch wegen nem Schiffsbauer werde ich mich mal umhören. Denk es sollt sey schon eyner finden lassen, der euch eyn weney unter de Arme greifen kann.
Wegen dem Diplomatie-Zeugs mach dir mal keine Sorgen. Solang de nuad an unserer Stärke , Ehre und Mut zweifelst biste bey uns eigentley ymmer auf der sicheren Seite. Mey meldet sey dann wenn mey was weiß.



Stolz und Ehre !



Djurgeirr Mandre

Verfasst: Sonntag 3. August 2025, 16:34
von Florence Lascari
*Eine Nachricht vom Berg ergeht an Elisabeth, dass Florence versucht pünktlich vor Anker zu gehen, vielleicht werden es wenige Augenblicke später sein.*

Verfasst: Sonntag 3. August 2025, 22:09
von Elisabeth van Falkenglanz
*Boten werden den entsprechenden Personen ausrichten, dass der Termin wegen Terminüberschneidungen um zweite Tage verschoben wird!* [MI. 20:00]

Verfasst: Dienstag 5. August 2025, 06:57
von Elisabeth van Falkenglanz
Inzwischen war die erste Holzlieferung in Adoran angekommen, stetig wurden Balken vom Regiment in die Werft verlegt. Die Geschwindigkeit hätte schneller sein können, ginge es nach der Feldwebel. Zu allem Ärger stockte der Bau kurz darauf, mal wieder. So begab sie sich mit einem Soldaten wieder zur Werft. Wo der Wurstsemmelliebhaber und Vorarbeiter Horst, eine Pause machte...

"Dit liegt nesch an mir, Mä..mäyn Feldwebel! Dit Geselle Hans, der Stramme Hans, hat dit Hammer zerdeppert! Jetzt muss er neue hol'n.. und dit Balken sen zu schweer, weeste? Dit kann ich net uff die Säge wuchten..!"

"Die Balken...?" Brummte die Feldwebel und deutete auf schwere Balken im Eck. Sie legte Teile ihrer Rüste ab.

"Jenau, aber dit ees viel zu schwer für eyne Frau... Dit soll der Ha..aaaahhns??!" der Vorarbeiter unterbrach sich selbst, als die Feldwebel die Balken herumwuchtete, mit weniger Mühe als es der stramme Hans sonst tat.

"Weiterarbeiten - Los!" Knurrte die Feldwebel, sich umblickend. " Warum steckt der Schiffsnagel nur halb im Holz?"

"Dit Hammer is doch hin..." Wand sich der Vorarbeiter, der nun eilig zur Säge trat "Der Hans...."

"Kopf...?!" Murrte die Feldwebel, sodass Soldat und Vorarbeiter ihre eigenen einzogen," Aha! Da!"

Sie griff den Hammerkopf und schlug brachial damit den Nagel ein
" Künftig schlagen zwei Männer die Nägel ein, einer steht links, einer Rechts - sie schlagen im Wechsel. Erhöht die Effektivität!"

Dann dampfte die Feldwebel ab, der Vorarbeiter atmete erleichtert auf, die junge Frau machte ihm eine Heidenangst.

... tatsächlich erhöhte die Zwei-Mann-Variante die Geschwindigkeit des Vernageln und vernietens um gut 12% und schonte die Muskeln. Langsam war ein Schiffsskelett erkennbar..
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    Verfasst: Mittwoch 6. August 2025, 23:59
    von Vincent Stahl
    Im warmen Licht einer Öllampe saß er da, an dem in die Jahre gekommenen Eichentisch. Um ihn herum lagen Skizzen der Brigg, deren Gerippe bereits stolz in der Werft stand. Er kannte den Bauprozess, doch heute war seine Aufgabe eine verständliche Liste der kommenden Arbeitsschritte anzufertigen - für die Helfer, die teilweise wenig Erfahrung mit Schiffsbau hatten.

    Mit ruhiger Hand schrieb Vincent sauber und klar verständliche Anweisungen, denen auch Laien problemlos folgen könnten. Er erläuterte jeden Schritt so, dass keine Unsicherheit blieben, die nicht durch ein Gespräch mit dem Vorarbeiter ausgeräumt werden konnte. Von der Auswahl der richtigen Planken bis zum Befestigen der Takelage.
    Diese Liste brachte er dann noch im Zuge eines nächtlichen Spaziergangs zur Werft und legte sie zu den Plänen der Brigg.

    Betrachtet man die Liste, wird man folgendes zu lesen bekommen.

    Verkleiden des Rumpfes mit Planken
    Die Außenhülle des Schiffes wird mit langen, gebogenen Eichenplanken bedeckt. Diese werden sorgfältig aneinandergefügt nachdem sie durch Dämpfen in Form gebogen wurden und mit Eisen sowie Holznägeln befestigt, damit kein Wasser eindringen kann.
    Die Eisennägel werden später von innen vernietet.

    Fugen abdichten mit Holz/Baumwollfasern und Pech
    Zwischen den Planken entstehen kleine Lücken. Diese werden mit den Fasern und heißem Pech gefüllt, damit das Schiff wasserdicht wird und nicht leckt.
    Hierzu Dichtmaterial mit dünnen Eisen in die Fugen drücken.

    Anbringen der Decksplanken
    Das Deck wird mit flachen Eichenplanken ausgelegt. Auch diese werden mit Nägeln befestigt und abgedichtet.


    Einsetzen der Masten
    Die großen, mehrteiligen Masten aus Fichte werden in den Rumpf eingesetzt und mit Seilen und Eisenbeschlägen gesichert.

    Montage der Takelage
    Die Takelage besteht aus einer Vielzahl von Seilen. Diese werden zwischen Mast, Rumpf und Rahen gespannt und festgebunden.

    Hier wird eine Zeichnung mit genauen Beschriftungen der Takelage beigefügt.

    Einbau der Ruderanlage
    Das Ruder (Eiche) des Schiffes wird mit den Rudergelenken am Heck befestigt und mittels Seilzug mit dem Steuerrat verbunden.
    Auf straffen aber beweglichen Sitz der Taue achten.

    Aufbringen des Schutzanstrichs (Öl oder Teer)
    Um das Holz vor Wasser und Verfall zu schützen, wird es mit speziellen Ölen oder Teer gestrichen.
    Auf gleichmäßige Verarbeitung achten


    Verfasst: Donnerstag 7. August 2025, 15:56
    von Arjen Elsinga
    Viel Schlaf hatten die Rekruten Ontanu und Elsinga nicht bekommen, nachdem der gestrige Abend ganz im Zeichen des Schiffsbaus gestanden und im Anschluss noch eine Unterweisung in Sachen Formaldienst auf die beiden gewartet hatte. Gardist Vincent Stahl hatte die Anwesenden, Kal Dar Lascari, Fräulein Serina Marcel, Innes Ontanu, sowie die Frau Feldwebel und die Rekruten Arjen Elsinga und Greya Ontanu durch den Abend geführt und wichtige Absprachen für das weitere Fortkommen des Schiffsbaus waren getätigt. Neben den vielen anderen Aufgaben, die das Regiment dieser Tage zu schultern hatte, bewegte sich etwas in Bezug auf die Marine Lichtenthals und das Ziel, ein eigenes, wehrfähiges Schiff bald schon im Hafen von Adoran vor Anker zu haben, schien in greifbarer Nähe.

    Doch auch wenn die Nacht kurz war - Greya Ontanu und Arjen Elsinga standen bereits zu Sonnenaufgang wieder in ihren Uniformen im Hafen. Wie sich am Vorabend herausgestellt hatte, waren der Vorsteven und der Achtersteven weder gefertigt, noch mit dem Kiel verbunden. Und so war das Gerippe des entstehenden Schiffes zwar schon sichtbar, doch ohne die Steven würde man bei der anschließenden Beplankung Gefahr laufen unpassig zu werden. Ob nun dem Unwillen des Vorarbeiters geschuldet oder nicht: Ontanu und Elsinga hatten den Auftrag, dem Adoraner klar zu machen, dass diese Arbeit zügig zu erledigen war. Die vorherigen Besuche der Frau Feldwebel erwiesen sich insoweit als hilfreich, als dass der Vorarbeiter bereits einen gehetzten Blick bekam, als die beiden Rekruten die Werft betraten. Und irgendwie konnte man den Mann auch verstehen: Seine Werft war für Bauten dieser Art eigentlich nicht ausgelegt und er hatte vermutlich bereits eine Menge Zeit alleine darin investieren müssen, um den Bau zu ermöglichen - ein kluger Geschäftsmann hätte hier vielleicht eine Investition gewittert, doch auch wenn er sein Handwerk bereits lange ausgeübt haben dürfte, Expansionsfantasien gehörten nicht zu den Träumen des Vorarbeiters.

    Somit sahen sich Ontanu und Elsinga erneut mit Ausflüchten konfrontiert. Eigentlich sei anderes Holz vorgesehen gewesen … so schnell könnte man doch nicht … man bräuchte mehr Arbeiter … doch letztlich zerschellten alle Ausflüchte an den beiden Rekruten, die mit einem klaren Auftrag gekommen waren und nicht über die Kompetenzen verfügten, irgendwelche Abweichungen zu bestimmen.

    “Das ist doch kein Problem guter Mann. Wir nehmen nun die Kronwalder Eiche für die Steven, die habt ihr hier ja schon.” erklärte Rekrut Elsinga in einem Tonfall, der zwar freundlich gewählt war, die Mimik des Seemannes jedoch relativ deutlich werden ließ, dass die Freundlichkeit keine Einladung zur Diskussion war. “Und was die Geschwindigkeit und die Hände angeht: Wir können helfen. Es sei denn, das reicht euch nicht, dann können wir auch die Frau Feldwebel noch dazuholen.” ergänzte Ontanu in gleicher, bestimmter Weise. Sie konnte zwar eine freundliche und sehr angenehme Person sein - doch auch Greya hatte kein Interesse daran, dieses Feld mit einer Niederlage zu verlassen.

    Der Blick des Vorarbeiters zeigte deutlich, dass ihm diese zusätzliche Arbeit ordentlich den Tag verhagelte. Vermutlich hatte er sich auf etwas Leerlauf gefreut, doch daraus wurde nun nichts. Die Feldwebel, an der er sich schon einmal die Zähne ausgebissen hatte, wollte er für den Rest seiner Bootsbauer-Karriere zumindest nicht wiedersehen.

    Also machte der Vorarbeiter sich mit seinen Leuten an die Arbeit und begann, einen Teil der Kronwalder Eiche umzuarbeiten. Die beiden Rekruten hatten derweil auf arbeitsfähige Kleidung umgesattelt und packten schließlich mit an. Der Vormittag zog sich dahin und tatsächlich leisteten die Werftarbeiter ordentliche Arbeit. Zunächst wurden mehrere Zuschnitte, sowohl für den Vor- wie auch Achtersteven gefertigt und mit Schäftungen versehen, die passig auf die anderen Einzelteile gearbeitet wurden. Vom Kiel aufwärts, begannen die Werftarbeiter mit Hilfe der beiden Rekruten nunmehr den Vorsteven aufzusetzen und die zweischalige Holzverbindung, die bereits durch die Schäftungen sehr robust war, am Ende lang zu vernageln.

    Der etwas gradliniger gezogene Achtersteven wurde schließlich heckseitig am Kiel aufgesetzt und in gleicher Weise miteinander verbunden. Wenngleich der Vorarbeiter es sich nicht nehmen ließ, regelmässig mal mehr, mal weniger hilfreiche Anmerkungen von sich zu geben, so hatte er seine Arbeiter - mit der richtigen Motivation in Anwesenheit der zwei Rekruten - gut im Griff. Ohne größere Pausen war die Arbeit am Nachmittag schließlich erledigt und die beiden Rekruten entschieden sich, auf den Rat von Gardist Stahl zu hören und gute Arbeit auch zu belohnen: Am Ende erhielt die Werftmannschaft eine Lage Wurstsemmeln, welche die Rekruten aus eigener Tasche spendeten. Eine Investition, mit der Ontanu und Elsinga hofften, dass der Vorarbeiter sich dieses einfache Prinzip zu eigen machte und künftig etwas weniger stur in seiner Art sein würde. Ob es etwas helfen würde, das würde sich zeigen.

    Zumindest war das Schiff nun, auf Basis der Besprechungen des Vortages, für die Beplankung bereit.
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    Verfasst: Sonntag 10. August 2025, 16:19
    von Vincent Stahl
    Am Morgen herrschte bereits geschäftiges Treiben in der Werft von Adoran. Zwischen dem Geruch von Pech, feuchtem Holz und dem Rauschen der Wellen war das rhythmische Klopfen von Hämmern zu hören. Der Vorarbeiter stand wie ein Feldherr vor seinem Werk, die Hände auf den Rücken gelegt, während er Anweisungen erteilte. Neben den zivilen Werftarbeitern waren auch mehrere Soldaten des Regiments anwesend, um dort mit anzupacken, wo kräftige Arme oder zusätzliche Hände gebraucht wurden.

    Vincent bewegte sich zwischen den Männern, nicht um Befehle zu erteilen, sondern um Hinweise zu geben, die er aus seiner Zeit bei der Marine kannte. Er hatte keine neuen Schiffe entworfen, aber er wusste, wie wichtig es war, dass jede Planke sauber anlag und welche Schäden selbst kleine Spalten auf offener See verursachen konnten. „Zu viel Spiel hier, bei schwerer See drückt uns das Wasser rein“, bemerkte er gelegentlich, oder er deutete an, eine Planke noch ein Stück zu drehen, bevor sie endgültig fixiert wurde.

    Die Beplankung begann, wie es üblich war, am Kiel. Lange, leicht gebogene Eichenplanken lagen auf Böcken bereit, wo sie in einem abgedeckten Bottich von heißem Dampf durchzogen wurden. Das machte das Holz biegsam genug, um es an die geschwungene Form der Spanten zu schmiegen. Sobald der Vorarbeiter ein Zeichen gab, hievten drei Männer die dampfende Planke an ihren Platz, während andere mit Keilen und Spannzwingen dafür sorgten, dass sie sich exakt an die Rundung des Rumpfes fügte.

    Die Fixierung erfolgte mit Holznägeln, die in vorgebohrte Löcher geschlagen wurden, an besonders beanspruchten Stellen auch mit Eisenbolzen, die von innen vernietet wurden. Die Arbeit verlief in einem klaren Ablauf:

    Dämpfen

    Anpassen

    Fixieren

    Dübeln

    Planke um Planke wuchs der Rumpf in die Höhe, und mit jeder Reihe schloss sich der Blick durch das Spantengerüst ein Stück weiter. Die Soldaten halfen beim Tragen, Halten und Sichern, und auch wenn sie keine Schiffbauer waren, folgten sie den Anweisungen des Vorarbeiters ohne Diskussion.

    Am Nachmittag war die erste Schiffsseite weitgehend geschlossen, später folgte die zweite. Erst als die letzte Planke eingepasst und festgeschlagen war, begann die eigentliche Abdichtung: Mit speziellen Eisen, Kalfateisen genannt, wurde ein Hanfgemisch, in Teer oder Pech getränkt, tief in die Fugen zwischen den Planken geschlagen. So presste man die Dichtmasse, Faser für Faser, in jede Ritze. Anschließend wurden die Fugen mit heißem Pech oder Teer versiegelt, bis die Außenhaut des Schiffes wie eine schwarze, glänzende Linie im Sonnenlicht schimmerte.

    Als die Sonne hinter den Masten der im Hafen liegenden Schiffe sank, war der Rumpf beider Seiten vollständig geschlossen und abgedichtet. Vincent trat zurück, wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn und nickte zufrieden. „Morgen“, sagte er knapp, „kommt das Deck dran.“

    Verfasst: Montag 11. August 2025, 05:37
    von Serina Marcel
    Sie war bei der Besprechung zugegen. Die Sorgen wegen der Berichte zurückdrängend, die ihre Familie betraf, lauschte sie allen Anweisungen. Schiffbau gehörte nun wirklich nicht zu ihrem Können. Mit dem Hinweis des Dämpfens und Formens, wie beim Fassbau, damit konnte sie einiges anfgangen. Ein großes Fass, das eben schwimmt.. und wackelt.. wieder konnte sie sich beruhigen. Sie musste nur helfen es zu bauen, nicht darauf fahren.

    Eifrig machte sie sich daran, Ausmessungen zu machen. Die Biegung des Holzes einberechnen. Notizen machen.. schon begann sie mit den vorbereitenden Arbeiten. Das Holz zu bearbeiten würde Zeit brauchen. Dämpfen und Formen.. trocknen lassen und schliesslich das vorbereitete Holz anbringen. Sie konnte nicht umhin sich einzugestehen, dass die Arbeit sie zu interessieren begann. Neues zu lernen und auf bestehendem Wissen aufzubauen, wen könnte das auch je stören. Die fachmännischen Augen jener, die sich im Schiffbau bereits auskannten, taten ihr übriges. In Gedanken pflegte sie den Satz für sich, dass dieses schwimmende "Fass für Menschen" sicher das schönste werden würde, woran sie je mitgebaut hatte.

    Nichtsdestotrotz, sie würde nie ein Freund der Seereise werden.

    Verfasst: Freitag 15. August 2025, 17:11
    von Florence Lascari
    *Es war ein Abend voller Ideen und handwerklichen Austauschs. Ganz im Sinne des Bergvaters und des obersten Herren des Handwerks. Einige Bhir und viele Vorschläge und Diskussionen um Verträge und natürlich um Gold später einigte man sich. Eine Steintafel ließ Florence anfertigen und diese zur Reederei nach Adoran bringen an die Feldwebel Falkenglanz:*

    Cirmias Mahal dar Feldwebel,

    nach langen Überlegungen haben sich die Handwerker des Berges zu folgendem Angebot geeinigt, dass hiermit verkündet sei:

    Der Nilzadan wird vier Kanonen Rohre für das Schiff herstellen. Zur besseren Haltbarkeit soll dies aus einer Legierung von Diamantstahl und Pyrian gegossen werden. Damit soll auch eine Langlebigkeit gewährleistet werden, die bei einfachem Eisen nicht in der Form gesehen wird.

    Die Länge angepasst auf die Schiffsgröße der in Bau befindlichen Brigg um die zwei Langbeyn Schritt, gemessen an der Kal Dar. Das Kaliber für die Kugeln wird enstprechend dessen sein und es können Kugeln aus Stein oder anderem Material ebenfalls für einen Aufpreis geliefert werden.

    Der Preis für die Kanonen aus kalurischer Meisterhand wird demnach als Verhandlungsgrundlage auf 3.258 Kisten voller Kronen pro Geschütz angeboten, bezogen auf die Arbeit und den enstprechenden Materialeinsatz sowie die Nutzung der großen Gießerei des Cirmias im Nilzadan.

    Weiterhin wird empfohlen, diese Geschütze in regelmäßigen Abständen überprüfen zu lassen. Dies wird die Kal Dar Florence Lascari unentgeltlich anbieten. In Form eines kostengünstigen Wartungsvertrages können die Kanonen entsprechend nach Einsätzen und Fahrten ausgebessert werden und somit hohe Folgekosten durch im schlimmsten Fall Neubau vermeiden lassen.

    Teilt uns daher mit, wann wir uns darüber zu einem Verhandlungsgespräch zusammen setzen können und Ihr seid von Herzen in den Nilzadan dazu eingeladen bei einem guten Bhir!

    Schutz dem Berg und Wind im Segel

    Florence Lascari

    Kal Dar

    Verfasst: Samstag 16. August 2025, 00:19
    von Vincent Stahl
    Am nächsten Arbeitstag herrschte erneut reges Treiben in der Werft. Die Sonne spiegelte sich auf den noch glänzenden, pechversiegelten Planken des Rumpfes, und der Geruch von Holz, Teer und frischer Eichenfaser lag schwer in der Luft. Der Vorarbeiter inspizierte den Rumpf noch einmal, nickte zufrieden und gab das Startsignal für die Arbeiten am Deck.

    Vorher jedoch, fiel Vincents Blick auf die Steintafel der Kaluren.
    Nachdem er die Worte gelesen und ersteinmal schwer geschluckt hatte, übergab er sie einem Gardisten mit dem Auftrag, sie auf Grund der Abwesenheit der Feldwebel, an die beiden Korporale zu übergeben.

    Dann ging es los.
    Vincent bewegte sich zwischen den Männern, sah den Soldaten beim Tragen und Halten der schweren Planken über die Schulter und gab Hinweise, wie sie die Bretter korrekt ausrichten sollten. Er hatte zwar keine Erfahrung mit dem Bau eines vollständigen Decks, aber er wusste aus Reparaturen von Booten: Die Decksplanken mussten sauber aneinander stoßen, leicht vorgespannt sein, damit sie sich bei Nässe nicht verziehen, und an allen tragenden Balken exakt aufliegen.

    Die Decksarbeit begann mit den Balken, den sogenannten Spantenauflagen, die quer über den Schiffsrumpf gespannt wurden. Diese Balken bildeten das Gerüst, auf dem die Decksplanken befestigt wurden. Jeder Balken wurde sorgfältig ausgemessen, zugeschnitten und mit Holznägeln am Rumpf fixiert. Die Soldaten des Regiments halfen beim Heben der schweren Balken, während die Werftarbeiter die exakte Position überprüften.

    Sobald die Auflagen standen, begann das Verlegen der Decksplanken. Lange, gerade Eichenbretter wurden über die Balken gelegt, dabei jeweils leicht gegen die Bordwand geneigt, um Wasser von den Fugen abfließen zu lassen. Jede Planke musste in die Nut der vorherigen greifen, damit keine größeren Lücken blieben. Mit Handhämmern wurden die Bretter an den Auflagen fixiert, anschließend wurden Holznägel gesetzt, die das Holz dauerhaft an Ort und Stelle hielten.

    Zwischen den Planken blieb ein minimaler Spalt, der später mit Hanf und Pech abgedichtet werden würde. Vincent wies die Soldaten darauf hin, die Planken gleichmäßig auszurichten und beim Einschlagen der Nägel darauf zu achten, dass keine scharfen Kanten oder Risse entstanden. „Ein Deck, das auf See arbeitet, darf sich nicht wölben oder springen. Alles andere endet im Wasser.“

    Die Arbeiten gingen erneut schichtweise voran:

    Balken setzen

    Planken anpassen

    Nägel einschlagen

    Zwischenräume kontrollieren


    Gegen Nachmittag war das Hauptdeck weitgehend geschlossen. Der Vorarbeiter kontrollierte jede Reihe, prüfte die Fugen und die Stabilität der Auflagen. Erst als das Deck vollständig auf allen Balken auflag, begann er, kleine Anpassungen vorzunehmen, um Unebenheiten auszugleichen. Vince wies die Soldaten an, weiterhin auf jeden Schlag zu achten und das Material sorgfältig zu behandeln – ein Deck musste nicht nur stabil, sondern auch glatt sein, um sowohl Marschbewegungen als auch Kanonenmontagen zu ermöglichen.

    Die Sonne sand bereits tief über dem Hafen als das Deck fertig verlegt, die Planken sorgfältig ausgerichtet und allen tragenden Blaken befestigt war.
    „Gut! Als nächstes geht es an die Reling und die ersten Aufbauten.“

    Verfasst: Freitag 22. August 2025, 22:28
    von Arjen Elsinga
    Das Treiben in der Adoraner Werft dauerte an. Nach anfänglichen Unwuchten mit dem Vorarbeiter gingen die Arbeiten in stetem Tempo voran. Wann immer die aufgehende Sonne die Nacht aus den Gliedern des schlafenden Adorans trieb, fanden sich auch die ersten Arbeiter in der Werft ein. Die Seemänner des Regiments begleiteten die Arbeiten, wann immer es die Pflicht erlaubte - Arjen Elsinga hatte die letzten Tage vornehmlich mit Nachtschichten zugebracht und oft entschieden, vor dem Heimweg noch einmal in der Werft nach dem Rechten zu sehen. Der Seefahrer liebte die Frisches des neuen Tages, die sich jeden neuen Morgen über den Hafen Adorans legte - ungeachtet dessen welche Witterung am Tage herrschen würde, der Hafen lag stets in einer kühlen Frische, einer Form eines ganz eigenen Friedens dar - ein Frieden der nur vereinzelt durch frühe Arbeiter durchbrochen wurde.

    Und so wie auf dem Land der krähende Hahn den neuen Tag ankündigte, so war dieser Tage die Geräuschkulisse aus der Werft, vor allem dominiert durch Hammerschläge und Sägearbeiten, der Weckruf des Hafens. Der Rumpf war mittlerweile vervollständigt und abgedichtet. Gardist Stahl hatte den Bau des Schiffes in mehrere Abschnitte aufgeteilt und man war nun schon seit mehreren Tagen dabei, das Oberdeck mit Aufbauten zu bestücken. Es war keine grundlegend schwere Arbeit, erforderte aber viel kleinteiligeres Arbeiten und sehr viel Abstimmung, da jeder kleine Fehler später zu Problemen führen konnte - wenn man beispielsweise die Aufhängungen für die Takelage falsch oder zu versetzt anbrachte, würde man später ganze Teile der Reling und der Seitenaufbauten herausnehmen müssen.

    Die Einlässe für die Masten waren insgesamt vorbereitet und Arjen Elsinga half auch an jenen Tagen den Frühaufstehern unter den Arbeitern dabei, die Reling auf dem Hauptdeck zu vervollständigen. Auch wenn die Konturen des Rumpfes zunächst problemlos etwas über Deck mit weiteren Eichenbohlen fortgesetzt wurden, mussten regelmässig Durchlässe geschaffen werden, durch die Wasser wieder abfließen konnte, wenn sie durch stürmische See segeln würden oder wenn sie durch einen Sturm viel Wasser aufnahmen. Die meisten, dieser kleinen Durchlässe fanden sich mittschiffs, auf dem Hauptdeck - denn sowohl am Bug als auch am Heck würden Aufbauten ihren Platz finden, die höher als das Hauptdeck lagen und sich leicht zur Mitte neigten - so konnte letztlich alles ins Mittschiff und von dort wieder in die See abfließen - und damit war nicht nur Wasser gemeint, sondern auch Abfälle oder sonstige Flüssigkeiten, bis hin zu Blut - mögen die Götter bewahren, dass man es eimerweise wegspülen musste.

    Die Arbeit in den frühen Morgenstunden, selbst nach einer arbeitsreichen Nacht, half ihm dieser Tage oft, um seine Gedanken zu ordnen. Es hatte - ähnlich wie das Steine schlagen im Bruch, das er eine Zeit betrieben hatte, etwas meditatives. Er sprach in diesen Stunden wenig mit den anderen Arbeitern, sondern verrichtete still seine Aufgaben - ob nun beim Einschlagen von neuen Pfosten für den Aufbau der Reling, beim Legen der Brüstung oder beim Einziehen der Durchlässe. Zuletzt hatte er sich dabei ertappt, ein Lied alter Tage dabei zu summen, eine tiefbassige Melodie, mit der er seine Hammerschläge begleitete und die ihn in alte Zeiten - einfachere Zeiten - führte, in denen es nur die Silberspeer, ihre Mannschaft und ihn gab. Man hätte darin eine Form von Melancholie vermuten können, doch der Rekrut hatte es verstanden, seine Vergangenheit als das Kapitel abzuschließen, das seinen Anteil am Jetzt hatte - einer Gegenwart, die von Zuversicht getragen wurde.

    Eine besondere Herausforderung war der Ausbau am Heck, der mitunter die meiste Zeit in Anspruch nahm - denn nicht nur dass der Heckausleger eine kleine, begehbare Plattform nach Achtern haben sollte, auch die Kabine musste im Wissen aufgebaut werden, dass die Ruderanlage vom Unterdeck bis hinauf zur Achterplattform durchgearbeitet werden musste - ein Arbeitsschritt der später kommen würde.

    Es kostete die Arbeiter mehrere Tage die Vorbereitungen hierfür umzusetzen. Letztlich die Achterkabine zu vervollständigen und eine Treppenführung auf deren Dach umzusetzen - den Ort wo der Steuermann später stehen würde, war ein Akt der ebenfalls sehr kleinteilig vonstatten ging - aber das Ergebnis konnte sich schließlich sehen lassen.

    Am Ende der vergangenen Nacht war Arjen Elsinga früher als sonst in der Werft erschienen - die Sonne war gerade einmal ein erahnbares Phänomen am Horizont hinter den Mauern Adorans und eine matte Helligkeit war in grotesken Schattierungen über das werdende Schiff gekrochen. Er war an diesem Tag der erste Besucher der holden Maid aus Holz und Tugend, die bald schon im Hafen liegen würde. Der Geruch von Holz und Hoffnung lag auf den stummen, ungetauften Planken und der Seemann schritt über das Deck, lauschte seinen eigenen Schritten auf den hölzernen Planken und blickte über die fertige Reling hinweg in das Meer aus Werkzeugen und hölzernen Werkstücken einer Halle, welche derzeit noch die ganze Welt für das im Bau befindliche Schiff war. Die Treppen zum Achterdeck nehmend, blickte der Rekrut von hinten über den hölzernen Korpus und fuhr mit seinen Händen über das Holz der Brüstung. Zwei Zeigefinger zogen die Maserung nach, Lebenslinien eines treuen Ungetüms, das ihre Mannschaft durch die See tragen sollte und ein unwillkürliches Lächeln zeigte sich auf den Zügen des Seefahrers. Heute würde er den Morgen nicht nur mit Hammerschlägen und schwerer Arbeit begrüßen, sondern vor allem mit der Gewissheit, dass er auf dem richtigen Kurs war.
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    Verfasst: Samstag 23. August 2025, 20:59
    von Vincent Stahl
    Der Rumpf der Brigg war nun beplankt, das Deck verlegt, die Reling hochgezogen und das Achterdeck ausgebaut. Damit hatte das Schiff endlich die Silhouette eines seegängigen Fahrzeugs und doch fehlte noch das, was jede Brigg zur eigentlichen Seemacht machte: die Masten.

    Der Vorarbeiter hatte schon am Vortag die ersten Fichtenstämme auf den Platz am Kai bringen lassen. Es handelte sich um sorgfältig ausgewählte, mehrteilige Maststücke, denn kein einzelner Stamm war lang genug, um die Höhe zu erreichen, die für eine Brigg erforderlich war. Aus jeweils drei Segmenten sollten die beiden Masten gefügt und aufgerichtet werden: der hohe Großmast mittschiffs und der etwas kürzere Fockmast weiter vorn am Bug.

    Die Arbeiten begannen in den frühen Stunden, als die Männer noch kühl vom Morgendunst waren. Die schweren Mastteile lagen auf Böcken, und Zimmerleute arbeiteten mit langen Eisenhaken, um die Stirnflächen exakt zuzuschneiden. Jedes Segment erhielt eine Zapfung, die in die nächste Hälfte passte. Mit eisernen Bändern, den sogenannten Mastreifen, wurden die Teile zusätzlich verstärkt, damit sich das Holz später unter Winddruck nicht löste.

    Arjen stand neben Vincent, während die Männer an den Zapfungen arbeiteten. Elsinga hatte von Schiffsbautechnik ebenfalls ein wenig Erfahrung, so konnte er mit kräftigen Armen die Segmente routiniert bewegen, wenn es darauf ankam. Vincent wiederum beobachtete die Arbeit mit kritischem Blick. Er erinnerte sich an Masten, die er während stürmischer Überfahrten hatte richten oder gar austauschen müssen. „Wenn die Segmente nicht sauber schließen, kriecht euch das Wasser rein, und der Mast fault von innen,“ murmelte er, während er half, einen der eisernen Mastreifen an Ort und Stelle zu halten.

    Sobald der erste Mast zusammengesetzt war, kam der schwierigste Teil: das Aufrichten. Ein Gerüst aus Flaschenzügen und schweren Tauen war am Deck befestigt worden. Mit Querbalken, die auf Böcken lagen, wurde der Mast zunächst schräg an das Schiff herangeführt. Soldaten und Werftarbeiter zogen an den Taljen, während andere die Seile am Schanzkleid umlenkten. Zentimeter für Zentimeter richtete sich der Fichtenmast auf, begleitet vom Knarren der Seile und dem kurzen, knappen Kommando des Vorarbeiters.

    Bevor der Mastfuß endgültig in seine Spur gesetzt wurde, traten die Soldaten des Regiments nacheinander vor. Jeder von ihnen legte eine Münze in die Vertiefung, manche ein glänzendes Stück, andere nur ein abgegriffenes, fast wertloses Geldstück. Doch allen war die Bedeutung bewusst: ein uralter Brauch, der dem Schiff und seiner Besatzung Glück auf See bringen sollte. Das leise Klingen der Münzen, wenn sie aufeinanderfielen, mischte sich mit dem Knarren der Taue, ein stilles Versprechen, das Schiff nicht nur mit Holz und Eisen, sondern auch mit Hoffnung zu füllen. Als dieses Ritual abgeschlossen war, ging is mit neuem Tatendrang weiter.

    Stahl und Elsinga standen direkt an der Führung, hielten mit Stangen den Fuß des Mastes in Position, bis er genau in die vorgesehene Mastspur im Kiel gelangte. Eine massive, eingelassene Vertiefung, die eigens dafür vorbereitet war. Als der Mastfuß endlich darin saß, ließen die Männer mit einem erleichterten Rufen die Zugseile nach. Sofort griffen weitere Arbeiter zu, verkeilten den Fuß und befestigten die ersten Stagen, die den Mast gegen seitliches Schwanken sicherten.

    Nach einer kurzen Pause, in der die Männer Schweiß und Staub von ihren Händen wischten, begann dasselbe Spiel mit dem Fockmast am Bug. Wieder mussten Segmente gefügt, mit Eisenreifen verstärkt und anschließend mit vereinter Kraft aufgerichtet werden. Diesmal achtete Vincent besonders auf die Spannung der Stagen, die den Mast hielten. „Er darf nicht arbeiten, solange er noch nicht ausgerichtet ist.“ wies er die Soldaten an, die die Taue auf Spannung hielten. Arjen half dabei, die schweren Blöcke der Taljen umzusetzen, sodass das Ziehen leichter fiel.

    Als die letzten Seile gelöst und die Werkzeuge beiseitegelegt wurden, kehrte für einen kurzen Moment Ruhe auf der Werft ein. Nur das Knarren der frisch gespannten Stagen und das ferne Rufen der Möwen waren zu hören. Die beiden Fichtenmasten ragten hoch in den Himmel, scharf gegen das abendliche Licht gezeichnet.

    Vincent lehnte sich mit dem Rücken an das Schanzkleid und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Neben ihm stand Arjen, die Hände noch voller Holzstaub, das Hemd an den Schultern dunkel vor Nässe. Einen Augenblick schwiegen sie, dann brach Vincent das Schweigen.

    „Sieh dir das an“, sagte er und nickte nach oben zu den Masten. „Wenn man die Segmente auf dem Boden sieht, denkt man kaum daran, dass daraus so etwas werden kann. Und jetzt…“ Er ließ den Satz offen, das Bild sprach für sich.

    Arjen folgte seinem Blick, die Augen hell vor Stolz. „Es ist seltsam“, erwiderte er, „wir sind keine Bootsbauer. Und doch haben wir heute etwas aufgerichtet, das in den kommenden Jahren vielleicht Schicksale tragen wird. Mit unseren eigenen Händen.“

    Vincent schnaubte leise, fast wie ein Lachen. „Du hast recht. Wir sichern die Grenzen, lassen uns von den offizieren schleifen oder marschieren im Gleichschritt. Aber das hier… das ist mehr. Jeder Schlag, jeder Zug am Tau... das steckt jetzt in diesen Masten. Und wenn die Brigg einmal ausläuft, sind wir ein Teil von ihr.“

    Arjen nickte langsam, als wolle er die Worte in sich aufnehmen. „Ein Schritt in die richtige Richtung für die Marine“, sagte er nach einer Weile.
    „Es ist noch ein langer Weg bis sie ausläuft, aber jeder Mast, jede Planke, jede Naht bringt uns näher. Und wenn die Brigg eines Tages mit Kanonen bestückt in den Hafen zurückkehrt, dann werden wir sagen können: Wir waren dabei, von Anfang an.“

    Für einen Moment standen beide schweigend nebeneinander, während der Wind durch die Takelprovisorien strich und die Masten leise ächzten. Es war ein Klang, der mehr versprach als bloßes Holz und Tauwerk – es war das Versprechen einer Marine, die erst im Entstehen war.

    Verfasst: Sonntag 24. August 2025, 16:12
    von Viktoria Hamberg
    Arjen und Vincent. Für einen Moment standen beide schweigend nebeneinander, während der Wind durch die Takelprovisorien strich und die Masten leise ächzten...

    Es war einer jener Morgen, die still begannen, als Viktoria in voller Montur die Werft betrat. Ihre Schritte hallten dumpf über den Steinboden. Die beiden Männer standen mit dem Rücken zu ihr, den Blick erhoben, als hätten sie gerade etwas vollendet, das größer war als sie selbst.

    Dann glitt ihr Blick unweigerlich zu der hölzernen Schönheit selbst und ihr Herz schlug schneller. Der Rumpf der Brigg war nun beplankt, das Deck verlegt, die Reling hochgezogen, das Achterdeck ausgebaut. Doch das, was sie den Atem anhalten ließ, waren die beiden Masten, die in stolzer Höhe aus dem Schiffsrumpf ragten. Das Gerippe einer Werftarbeit war über Nacht zu einem Schiff geworden, einem seegängigen Fahrzeug, das bereits seine Silhouette gegen den Himmel warf.

    Für einen Moment wagte sie kaum, näherzutreten. Es war, als hätte sie ein lebendiges Wesen vor sich, das seinen ersten Atemzug getan hatte. Der Duft von Harz und frischem Pech hing noch in der Luft, und doch spürte sie - dies war kein Bauwerk mehr. Dies war ein Schiff, bereit, Schicksale zu tragen.

    Und genau in diesem Augenblick traf es sie mit voller Wucht - wie einschlagendes Kanonenfeuer. Die Wärme, die ihr Herz erfüllte, war mehr als bloße Bewunderung. Es war das brennende Feuer, das sie schon lange gespürt hatte - eine Leidenschaft, die ihr nun unausweichlich bewusst wurde. Sie erinnerte sich an die Gespräche mit Arjen und Vincent, an die Worte, die sie ihnen bereits anvertraut hatte: Dass sie, sobald das Schiff den Hafen verlassen würde, nicht am Ufer zurückbleiben konnte. Dass sie als Schiffsheilerin mit ihnen hinaus in die Weiten der See ziehen wollte. Seite an Seite mit den Marinesoldaten.

    Nun aber spürte sie: es war keine bloße Absichtserklärung, es war ein Versprechen.

    Ihre Finger legten sich sanft über die Schließe ihres Mantels, als wolle sie das pochende Herz darunter bändigen. Doch es ließ sich nicht bändigen. Es gehörte nicht mehr allein ihr - es gehörte dem Meer, der Marine, und dem Schiff, das hier langsam zum Leben erwachte.

    Sie ging langsam weiter, bis sie neben Arjen und Vincent stand. Erst da bemerkten sie sie und wandten sich ihr zu. In ihren Gesichtern lag noch der Glanz der Anstrengung und der Stolz auf das Geschaffene. Viktoria erwiderte ihren Blick mit einem Lächeln, das mehr sagte als viele Worte: dass sie von nun an ein Teil davon war. Und dass es die See sein würde, die über ihr Schicksal entschied.

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    Verfasst: Montag 1. September 2025, 11:13
    von Arjen Elsinga
    Der noch namenlose Stolz der Lichtenthaler Marine hatte einmal mehr massive Fortschritte gemacht. Aus einem hilflosen Gerippe, das improvisiert in einer traurigen Werfthalle gegen den Willen des Vorarbeiters mit Mühe zusammengesetzt wurde, war mittlerweile der Korpus eines stolzen Zweimasters geworden. Der Rumpf war vollständig geplankt und abgedichtet, die Decks eingezogen, die Aufbauten an Deck vollendet und zuletzt hatte man auch die Masten für die Brigg einsetzen lassen. Auch wenn sie noch voll eingerüstet in der Werft lag, erfüllte der Anblick des Schiffs die Soldaten des Regiments - und insbesondere die Männer und Frauen der Marine - mit Stolz. Und die Arbeiten hatten dabei nicht nur handwerkliche Früchte getragen: Auch die Mannschaft kristallisierte sich mit jedem weiteren Schritt heraus.

    Vincent führte führte kompetent durch jeden weiteren Arbeitsschritt und hatte bereits seit geraumer Zeit souverän dafür gesorgt, dass der Schiffsbau nicht stagnierte. Leon, Greya und Arjen unterstützten den erfahrenen Seemann dabei nach Kräften und ließen sich - wann immer der Dienst es erlaubte - auf der Werft blicken und unterstützten, wo immer man sie brauchte. Und zuletzt hatte es eine fünfte Person vermocht, immer wieder in die Werft einzukehren und den Schiffsbau mit ihrem Einsatz voranzutreiben: Viktoria Hamberg hatte auf sich auf sehr natürliche Art und Weise in das kleine Kader an Seeleuten eingefügt. Sie war schon länger der Leim gewesen, der die drei jüngsten Rekruten des Regiments zusammengeführt hatte und als sie ihren Kameraden ihren Entschluss mitgeteilt hatte, dass sie die Bemühungen auf See als Schiffsheilerin unterstützen wollte, war das im Grunde nur die Ausformulierung dessen, was unausgesprochen bereits für jeden klar war - sie war längst Teil der Mannschaft, Teil des Schiffs.

    Am 26. Ashatar war es aber nicht nur diese Neuigkeit, die einen weiteren Baustein auf dem Weg zu einer wehrfähigen Marine markierte: An diesem Abend traf sich das versammelte Regiment zudem, um zusammen mit den Hafenarbeitern eine Extraschicht einzulegen und die stehende Takelage einzuziehen, die den Masten die Stabilität geben würde, die sie brauchten, um auch bei rauer See mit vollen Segeln nicht zu brechen. Leon und Arjen fiel es dabei zu, bis in die Spitzen der eingerüsteten Mastanlagen zu klettern und dort die Führungsseile der Takelagen durchzuschleifen, während Vincent von unten die Arbeiten anleitete und Marlan, Viktoria und Cecilia am Ende die Takelage, durch die Halterollen unterstützt, hinaufzogen, wo Leon und Arjen schlussendlich dafür sorgten, dass die Takelage ihren festen Gegenpol fand.

    Die gesamte Werftmannschaft und die Soldaten des Regiments unterstützten sich dabei gegenseitig in ihren Arbeiten und schlussendlich war die stehende Takelage allseitig auf Spannung, so dass man die Einrüstung der Masten hätte entfernen können - wenn sie nicht noch für weitere Arbeiten gebraucht werden würde.

    Sogar die Hochedle von Winterwacht war an diesem Abend in die Werft gekommen um sich ein persönliches Bild von den Arbeiten am Schiff zu machen und dem Regiment zu den Fortschritten zu gratulieren. Lichtenthal nahm die Marine wahr - und die Soldaten und Seeleute nahmen es mit Stolz zur Kenntnis.
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    Einen knappen Wochenlauf später waren die Arbeiten an verschiedenen Stellen des Schiffes parallel aufgenommen worden. Wo es zuvor nur an einzelnen Stellen ein Hämmern, Segen und - stellenweise - auch Gebrüll gab, glichen die sich über den Schiffskörper verteilten Arbeiter nunmehr einer Ameisenkolonie, auf der Suche nach neuer Nahrung. Und es war mittlerweile zu einem festen Ritual geworden, dass die Mannschaft der Brigg sich auch in den Morgenstunden traf, um bei den Arbeiten zu assistieren - so also auch am heutigen Tag.

    “Wir werden heute den Einbau der Ruderanlage beaufsichtigen.” begann Vincent die allmorgendliche Besprechung, an der neben Arjen, Viktoria, Greya und Leon auch einige Verantwortliche der Werft teilnahmen. Dabei entrollte der erfahrene Seemann einen weiteren Plan, der den Weg von dem Punkt, an dem das Steuerrad sitzen würde, in den Schiffsrumpf und über Seilzüge und Stegverbindungen weitergeführt, bis zum Ruder am Heck des Schiffes vorgab. Es war eine der komplizierteren Konstruktionen am Schiff - aber auch eine der wichtigsten: Verlor die Brigg ihre Manövrierfähigkeit auf See, gab es wenig, was die Mannschaft tun konnte, um den Weg in die Heimat zu finden, insbesondere wenn es niemanden gab, der sie auf See reparieren konnte.

    Vincent erklärte den versammelten Seeleuten ihre Aufgaben und traf letzte Absprachen mit der Werftmannschaft. Die Einzelteile waren im Vorfeld gefertigt worden und am heutigen Tag kam es nur noch darauf an, die Anlage zusammen zu setzen.

    Dass sie an diesem Morgen so viele Seeleute aus den Reihen des Regiments waren, erleichterte einiges: Während Vincent von Station zu Station wechselte und den Einbau im Gesamten beaufsichtigte und zwischen den einzelnen Punkten koordinierte, übernahm Leon im Rumpf zusammen mit einigen Werftarbeitern den Anschluss des frisch montierten Ruders auf die Pinne, die direkt mit dem Ruderschaft verbunden wurde. Von dort aus übernahmen er und Greya zusammen mit weiteren Arbeitern Stückweise die Verbindung aus diversen Seilen und Ketten, die schließlich durch die Oberdeckskabine führte, wo Viktoria mit weiteren Arbeitern das Zusammenspiel aus Seilen und Ketten aufnahm und um eine Trommel führte, die bei Drehung den Seilzug auf einer Seite aufspannte und auf der anderen Seite freigab. Die Trommel wiederum saß auf einer Welle, die horizontal zum Steuerrad anlag: Während Arjen das Rad in Position hielt und Leon und Greya von unten sicherstellten, dass das Ruder in Grundausrichtung war, verbanden Vincent und Viktoria schlussendlich die Welle mit dem Steuerrad.
    Es war eine Arbeit, die sehr viel Präzision erforderte und - wenig überraschend - auch sehr viel Kraft. Auch wenn die verschiedenen Züge das spätere Lenken des Ruders deutlich leichter machten, als es beispielsweise mit einer einfachen Ruderstange gewesen wäre - bei einem Schiff dieser Größe undenkbar - so bewegten die Teile doch ein Ruder, das um ein vielfaches schwerer und größer als eine einzelner Soldat war. Am Ende aber, saßen alle Teile an Ort und Stelle und eine erste Beweglichkeitsprüfung zeigte, dass das Ruder in Einheit mit dem Steuerrad lief und die Bewegungen gut umgesetzt wurden.

    Die Komponenten waren auch hier hochwertig genug und genug Umlenkrollen verbaut, um auch bei normaler Fahrt einem Steuermann das Anlegen eines Kurses zu ermöglichen. Am Ende des Tages standen die Seeleute gemeinsam am Ruderstand - und auch wenn nicht viele Worte gewechselt wurden, so konnte man der werdenden Mannschaft doch ansehen, dass sie alle in Gedanken bereits längst ausgelaufen waren - um die Werte des alumenischen Reiches auf See zu verteidigen und einzufordern.
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