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Verfasst: Sonntag 6. Juli 2025, 20:47
von Cebrail Deen Yazir
*Alle Ifrey, Yazir, der Erhabene und die Haris Khasun werden davon erfahren, dass der Tempel der All-Mara am 10. Cirmiasum zur halben neunten Stunde einen Fluch auf die Lösegeld-Ware für den Entführer der jungen Abla's Durrah legen wolle. Sollen die Gier und Gewaltbereitschaft des Suktars zu seinem Verhängnis werden. Und möge kein Kind der Wüste je wieder durch seine Hand Leid erfahren. Jeder, der dem seltenen Ereignis einer Fluchaussprechung beiwohnen will, solle sich kurz vor der halben Neunten am Fuße des Cantar einfinden, auf dass man gemeinsam an die Westküste in die Durrah ziehen kann, um dem Geschehen einen würdigen Schauplatz zu bieten und der Weisen der Wüste besonders nah zu sein. Auf Nachfrage wird bestätigt, dass genau für diesen Abend die Symboliken der Yazir und Ifrey sowie die bei Fai bestellte Feuerschale benötigt werden.*



[ooc: 10.07., 20:30 Uhr - Ansprechpartner Aliza, Asahi und Cebrail]

Verfasst: Dienstag 8. Juli 2025, 23:45
von Nepha Liura Ifrey
Nachdem sie nun eine Weile alle Optionen durchdacht hatten, entschlossen sie sich
schließlich die Falle aufzubauen.

Hadija schmierte die Stufen großzügig mit Heilsalbe ein, so dass es eigentlich kaum
möglich sein sollte nicht über diese hinab zu schlittern.
Nepha nahm sich den Webrahmen und diesen legten sie dann noch als Stolper- und Verhedderfalle
in den Weg. Am Balken über dem Eingang wurde eine Reuse lose befestigt, in der Erwartung er
stolpert da rein und verheddert sich glatt noch ein wenig mehr.

Damit sie selber schnell die Stufen ohne wieder runter zu rutschen hoch kommen können, spannten
sie ein Seil wie ein Geländer an dem sie sich festhalten und hochziehen könnten.

Sie löschten noch die Fackeln in der Nähe des Eingangs, sodass es stockdunkel für den Grünländer
sein sollte, wenn er aus dem hellen hinab schaut.
Der Plan war nun ihm aufzulauern, sofort zu erbsen und ihn damit so überraschen, dass er ohne den
Stein vorgeschoben zu haben stürzt und sie Zeit haben raus zu rennen.

Danach würden sie einfach mal losrennen und sich bei einer passenden Stelle verstecken.

Verfasst: Donnerstag 10. Juli 2025, 12:19
von Tarin Voss
Die Stufen der Schande

Tarin schob das Buschwerk beiseite, das den schmalen Eingang zur Höhle verbarg, und duckte sich darunter hindurch. Der schwere Duft von feuchter Erde und Laub stieg ihm in die Nase, während die letzten Strahlen der Abendsonne zwischen den knorrigen Ästen über ihm verschwanden. In der Hand trug er ein kleines Beutelsäckchen, aus grober Lama-Wolle gewebt. Datteln - prall, dunkel, klebrig. Noch warm von der Sonne.

Er hatte sie nicht gekauft. Ein Händler, jung noch, mit wachem Blick, aber ohne Begleitung, war auf dem Pfad, der die Wüste mit den grünen Landen verband. Tarin war aus dem Schatten getreten, hatte ihm die Wahl gelassen. Wortlos. Der Dolch hatte gereicht. Der Mann hatte die Datteln fallen lassen und war gerannt, mit einer zitternden Hand an der Brust, als hätt er dort drin noch Hoffnung auf Anstand gespürt.

"Datteln für die Bälger. Werd'n sich sicher freu'n" murmelte Tarin nun mit einem halben Grinsen, während er sich durch den schmalen Gang zwängte, der tiefer in die Erde führte. Seine Höhle. Sein Nest. Tief im Wurzelwerk des alten Waldes, wo kaum ein Lichtstrahl hinfand und das Moos an den Wänden flüsterte, wenn man nachts zu lange lauschte.

Die Stufen hinab kannte er auswendig - oder dachte er.

*Flutsch.*

"Was zum..."

Bevor er sich versah, rutschte er ab. Der zweite Fuß fand keinen Halt, die Datteln flogen ihm aus der Hand, und mit einem dumpfen "Uff!" glitt er rücklings die feuchten Steinstufen hinunter, schlidderte über die glitschige Salbe, stieß sich das Knie, und krachte in etwas - Holz?

*Knack. Ratsch. Flapp.*

Ein zerbrochener Webrahmen. Irgendwas schnürte sich ihm um den Knöchel. Und dann noch-

*Wusch.*
Eine Reuse fiel von oben herab und verfing sich wie ein müder Vorhang in seinem Gesicht.

Er fuchtelte, fluchte, versuchte das Ding loszuwerden. Und dann, als wäre das alles nicht schon genug, prasselte es auf ihn nieder:

*Tock. Tock. Tock.*
*Tack. Tack. Tack.*

Etwas traf ihn im Gesicht. Er spuckte. Dann roch er’s. Erbsen.

"Ihr schmeißt mit-... Seid ihr noch ganz sauber?!"

Keuchendes Kichern. Leises Rennen.

Er riss sich das Netz vom Kopf, blinzelte - stockdunkel. Die Fackeln gelöscht. Natürlich.

"Hadija! Nepha! Wenn ihr-!"

Er hörte das Rutschen nackter Füße über Stein. Ein Rascheln. Dann war es still.

Zu still.

Tarin rappelte sich hoch, tappte die glitschigen Stufen empor, stolperte fast wieder, fluchte ein letztes Mal - und sah gerade noch zwei Schatten durch die Astlücke am Höhleneingang verschwinden. Weg. In den Wald.

Der Stein. Nicht vorgeschoben. Natürlich nicht.

Er stand einen Moment reglos da. Die Dunkelheit hinter ihm. Der waldige Dämmer vor ihm. Und mittendrin er, klatschnass vom Bauch abwärts, mit Dattelkernen im Haar und einem Netzfaden quer über der Stirn.

Dann lachte er. Leise. Erst nur ein Schnauben. Dann ein kehliges Glucksen. Schließlich ein ehrliches, müdes, dreckiges Lachen.

"Schlaue kleine Mistkröten..."

Er bückte sich, sammelte eine zerquetschte Dattel vom Boden auf, stopfte sie sich in den Mund, kaute.

"Aber ihr kommt wieder. Der Wald da draußen ist groß. Und ich hab noch ein paar Netze übrig."

Langsam wandte er sich ab und verschwand zurück in die feuchte Dunkelheit der Höhle.

Verfasst: Donnerstag 10. Juli 2025, 21:20
von Nepha Liura Ifrey
Als er so die Stufen runterstolperte und es unter Flüchen mehrmals dumpf polterte, nutzen sie die Gelegenheit und deckten ihn mit Erbsen ein, dass es sicher für einen Eintopf reichen würde.
Er hatte sich offenbar verheddert und so sprangen sie beide nahezu gleichzeitig auf und rannten zum Geländerseil.
Sie zogen sich daran hoch und spurteten draussen einfach mal drauf los.

Das sie in die falsche Richtung rannten merkten sie aber recht schnell, da ein Wachposten Rahals auftauchte und sie sich schnell verstecken mussten.
Sie schlichen also in eine Richtung die nicht zur Höhle aber weg vom Wachposten führte.
Hadija wusste scheinbar aus irgendweinem Grund, wo sie lang laufen sollten. Also folgte sie ihr mal.

Die Erleichterung war gross, als sie tatsächlich den Rand der Durrah erreichten, jetzt hiess es verstecken und warten.

Verfasst: Donnerstag 10. Juli 2025, 21:44
von Hadija Yazir
Beim Anblick der Durrah wären sie schon fast in Tränen ausgebrochen, endlich wieder zu Hause. Sie erklommen Stufen zu einem Denkmal, dass ihnen unbekannt war, aber es war von Sand umgeben und sie hörten die Harpyien schreien. Sie liessen sich auf die Stufen fallen und warteten. Nicht mehr lange und ihre Familie würde kommen und sie holen.

Verfasst: Samstag 12. Juli 2025, 14:42
von Cebrail Deen Yazir
*Unwissend, dass Farid die Kinder gefunden hatte - sie sich selbst hatten befreien können - hallten die Stimmen der Khaliq Eluives im Dreiklang unter der brennenden Abendsonne des Sommers durch die Weiten der Durrah.*



„Zwischen Sommersonne und Wüstensand auf dem Boden des heiligen menekanischen Reichs sei folgender Fluch auf diese Ware gesprochen: Der Fluch gehe über auf den ersten Grünländer, der die Ware vom menekanischen Volk entgegennimmt. Auf den Grünländer, welcher es gewagt hat, Hadija Yazir und Nepha Ifrey aus dem liebenden Schoß ihrer Familien zu entreißen …
Die Sonne soll ihn jagen mit sengenden Strahlen, brennen auf seiner Haut – gleich, wie sehr er sich auch schützt. Kein Schatten soll ihm je wieder Obhut schenken. Er soll kein Wasser mehr finden, das ihn labt. So er welches mit sich führt, möge es nach dem schmecken, wonach er giert: den Tränen des Verlusts. Jeder Schluck daraus spüle die Sorgen der Familien Yazir und Ifrey seine Kehle hinab.
Peitschende Winde sollen seinen Namen raunen, wann immer er es wagt, das heilige menekansiche Reich zu betreten. Mögen seine Schritte irren, seine Karten lügen. Skorpion und Skarabäus sollen Alarm schlagen, ihn in die Flucht drängen, auf dass er merkt: Du bist hier nicht willkommen. Die Wüste duldet keinen Feind.
Sei er schlau, so möge es ihm eine Warnung derer sein, die seinen Tod bedeuten könnten. Töricht, diesen Warnschuss zu ignorieren – selbstzerstörerisch, sich der Wüste zu stellen. Denn sie ist die Kehrseite von Güte, Liebe und Geburt. Sie vernichtet, wer den Kindern der Wüste schadet.
Dieser Fluch sei gesprochen im Namen des Tempels, im Namen der Weisen der Wüste und im Namen der Schöpferin höchstselbst. Abeer Eluv‘!“
Und der Chor der Anwesenden antwortete: „Abeer Eluv‘!“

Die Ware würde ihren Weg zu Voss finden. Auf die ein oder andere Weise. Sein Handeln würde nicht ungestraft bleiben. Da waren sich Emir, Wesire, Tempel und Bürgerschaft einig.

Verfasst: Sonntag 13. Juli 2025, 16:10
von Tarin Voss
sorry fuer den Doppelpost
Salz ist Salz – Tarins letzter Tausch

Der Wind stand still, als Tarin das Ende des Tals erreichte.
Hier, wo die letzten Dünen wie Wellen gegen das erste Grün der Täler brandeten, hatte er sich postiert – hinter einem Felsen, Dolch im Gürtel, die zwei Säcke neben sich.
Flachs. Stopfweich, nichts als Pflanze. Kein Körper, kein Leben.

Er wartete.

Ein einzelner Menekaner kam.
Mit einem Lama, voll bepackt.
Salz. Kokosnüsse. Kaffeebohnen.
Bedächtig, gerüstet... gefährlich – Sand im Bart, Dolch im Gürtel, Wut im Blick.

„Ich tu dir nichts, wie versprochen.“ sagte der Sandfuchs.

Tarin trat aus dem Schatten.

Sie sprachen.

„Ging es den Mädchen gut?“ erkundigte sich Tarin.

Der Sandmann erwiderte, er hätte Mitleid mit ihm.
Als würde er es brauchen.
Er war nun reich.
Der Kerl warf die Säcke auf den Boden, packte die Flachsbeutel ein – und ging.

Ein Geschäft war ein Geschäft.

Tarin packt es. Führt es hinter den Felsen, wo sein treuer Dorn wartet.
Zwei Säcke. Einer voll mit Kokosnüssen und Kaffeebohnen, der andere mit feinem, schneeweißem Salz.
Er greift hinein.
Fühlt es.

„Schön,“ murmelt er.
„Jetzt haben sie doch gezahlt.“

Er schaut nicht zurück.
Nicht zum Menekaner, nicht zum windenden Pfad in die Wüste.
Dann zieht er Dorn mit sich, den schmalen Pfad hinab in Richtung seiner Höhle.

Drei Nächte später:

Das Feuer knistert. Das meiste Salz schon lang verkauft.
Die Mädchen sind längst fort.

Tarin löffelt Eintopf, trinkt billigen Schnaps, schleudert eine Dattel gegen die Höhlenwand.

Dann zuckt er.

Ein Wind geht durch den Gang. Trocken.
Dann: Hitze. Keine normale.
Eine, die aus dem Stein selbst zu kommen scheint.

Er steht auf.
Tritt zum Salz.
Berührt es mit bloßer Hand.

Die Haut zerspringt.

Er schreit – doch der Laut erstickt sofort.
Sein Hals brennt. Seine Zunge klebt am Gaumen. Der Wasserschlauch?
Er trinkt ihn leer – doch es schmeckt nach Meer.

Die Höhle: Lichtdurchflutet, obwohl draußen Nacht ist.

Er taumelt ins Freie.
Die Sterne? Fort.
Nur die Sonne – zu nah, zu grell, zu falsch.

„Du bist nicht willkommen,“ flüstert der Sand, der ihm aus den Schuhen rieselt.

Seine Füße verbrennen.
Der Boden lässt ihn nicht mehr los.

Er kriecht.
Betet.
Flucht.

Dann bricht er zusammen.

Und während sein Körper verdorrt, kristallisiert sich Salz auf seinen Lippen.
Die Haut fällt ab.
Und mit ihr alles, was je an ihn geglaubt hat – auch er selbst.

So starb Tarin Voss, auch bekannt als Bork.
Nicht durch Dolch, nicht durch Rache.
Sondern durch einen Handel, den er längst verloren hatte.
Denn das Salz war echt.
Und der Fluch – geduldig.

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