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Verfasst: Sonntag 27. August 2006, 18:18
von Nimuelia Aumar
Was würde denn noch kommen?
Kaum wr der Bruder wieder da war dessen Liebste verschwunden? Est schien endlich alles zu funktionieren nun das.
Sie war langsam am Ende mit ihren Kräften. Das ständige suchen und jeden m eine Beschreibung geben....sie war es so leid!Denn was bekam sie zur Antwort?
"Nehmt den Gaul aus meinem Gesicht!"
Oh ja Nim war am Ende und wie jedesmal dann merkte man das deutlich an ihrer gereizten Art.Am Mittag hatte sie Ciar angefahren der sie hochgehoben hatte. Daraufhin hatten sich die Wege der Zwillinge mal wieder -zwecks Suche getrennt.
Doch Leana fand sie nicht dafür zwei Wölfe die ihr eine zeiotlang recht penetrant hinterherliefen.
Nun ja sie würde nach Varuna gehen und dort bei Leanas Haus nach Antoris schauen.

Verfasst: Sonntag 27. August 2006, 20:05
von Ciaran Aumar
Ciaran hatte am Markt erst den Herrn Leutenburg, dann Amael und auch Herrn Dravan von der Allianz getroffen und mit ihnen über Leana's verschwinden gesprochen .
Dann sah er Antoris, überglücklich stürtzte er zu ihm, dabei Nim übersehend.
Nach einen Kurzen Wortwechsel huschte der Junge davon, Ciaran konnte ihn nicht einholen.
So unterhielt er sich mit seiner Schwester, als sie Ailyn sahen ... beide stürtzten hinterher und Ciaran erklärte ihr was wohl geschehen sei.
Dann vor dem Haus, wärend Ailyn einen Kunden hatte, sprach er mit seiner erschöpften und müden Schwester, als Herr Dravan dazukam.
Dieser erzählte den beiden das Antoris in Bajard gefunden wurde und so huschte Ciaran gen Bajard, um den müden, aber leicht störischen jungen heimzubringen. Wer könnte es dem Jungen verdenken, Ciaran fühlte sich wohl genau wie er ... verzweifelt und besorgt, vom Gedanken beseelt Leana zu finden und sicher heimzubringen.

NAchdem er den Jungen sicher nach Varuna gebracht hat, kehrte er um und ritt wieder gen Bajard, dort jeden stein umdrehend und alle Händler und Seeleute befragend, ob sie Leana gesehen hatten, oder sonst etwas seltsames, aussergewöhnliches.

Verfasst: Montag 28. August 2006, 07:38
von Leana Leador
Blinzelnd öffnete ich die Augen. Der dritte Tag an diesem Ort begann. Meine Hände waren an den Gelenken durch die Fesseln inzwischen zerschunden. Ich spürte sie kaum mehr. Mein Kopf dröhnte und meine Kleidung sowie das Haar hatten auch schon bessere Zeiten gesehen. Die Augenbinde hatte er seit geraumer Zeit nicht mehr abgenommen. Langsam gewöhnte ich mich an das Dunkel. Ich sah nichts, ich spürte den Regen auf der Haut kaum mehr, die Kälte war seltsam weit fort und alles war so laut. Ständig ruckte mein Kopf herum kaum das ein ungewohntes Geräusch die Stille durchdrang. Der Knebel in meinem Mund machte mir das Atmen schwer. Meine rechte Gesichtshälfte war inzwischen dick angeschwollen und ich vermutete das sie wohl eine schicke grün-blaue Farbe aufweisen würde so ich sie sehen könnte. Bereits zweimal hatte er mich bewusstlos geschlagen. Inzwischen wusste ich was er wollte... So er mich nicht haben konnte sollte mich auch kein anderer haben. Ich versuchte auf die Beine zu kommen was mir ein schmerzliches Stöhnen entlockte. Ganz langsam schob ich mich mit dem Rücken an dem Baum hoch die Hände dabei immer noch hinter diesem Gefesselt. Nach einer Ewigkeit wie mir schien stand ich endlich. Das erste Mal seit Tagen schien ich alleine. Oh, er hatte gut vorgesorgt. Ich konnte mich kaum rühren und der Knebel verhinderte jedes Rufen. Kaum das ich die Hände bewegte schnitten die Stränge tiefer ins Fleisch so das ich es letztendlich aufgab. Meine Gedanken schweiften zu dem Jungen ab. Würde sich jemand um ihn kümmern? Ging es ihm gut? Er hatte mir mit dem wohl des Kindes gedroht. Doch was dann kam war ungeheuerlich. Er verlangte von mir mich für das Kind oder das Leben mit einem Mann zu entscheiden. Konnte ich eine solche Wahl treffen? War ihm klar was er da verlangte?
Ich wandte den Kopf in seine Richtung. Ich war mir sicher das sein Blick auf mir ruhte. Ich spürte ihn förmlich und kam mir vor wie ein Tier das man gefangen hielt um sich daran zu ergötzen, zu beobachten. Fieberhaft flogen meine Gedanken umher, würde ich ihm die Antwort schuldig bleiben würde er mich erneut schlagen. Meine Stimme klang belegt als ich ihm bekundete das ich mich für den Jungen entschieden hätte. Wie sollte ich auch anders? Ein hilfloses Kind von gerade mal 4 Sommern. Ein Kind das ich jetzt bereits als ureigenes Geschenk der Göttin ansah. Ein Kind das so spielend und schnell einen Platz in meinem Herzen erobert hatte. Ein Kind das eine Mutter brauchte. Er lachte und meine Aufmerksamkeit lenkte sich wieder auf ihn. Er schien nichts anderes erwartet zu haben. Erneut drohte er eingehend das dem Jungen etwas passieren würde so ich ihm Schwierigkeiten bereiten würde. Mit der Zeit würde ich schon erkennen das er der Einzige wäre so es keine fremden Mannen mehr neben seiner Seite gab. Obgleich mir das Herz stockte flüsterte ich ihm einige Worte zu. >>Es ist mein Herz, ich schenke es wem ich will doch du wirst keinen Platz darin finden<< Gänzlich ruhig schien er zu reagieren. Er bat mich förmlich aufzustehen und die butterweiche Stimme schien mit einem mal schmeichelnd. Kaum jedoch stand ich mit dem Rücken an den Baum gelehnt traf mich ein harter Schlag völlig unvorbereitet. Mein Kopf wurde zur Seite und nach Hinten geschleudert. Während des Schlages hatte er angefangen zu brüllen. Die Worte schienen mir zu entgleiten und ich hörte ihn kaum mehr. Alles war seltsam verzerrt und endlich empfing mich die gnädige Schwärze.

Verfasst: Montag 28. August 2006, 07:50
von Ciaran Aumar
Nachdem Ciaran bei seiner Suche in Bajard jemand von der Allianz traf, ritt er weiter nach Berchgard, um dort, in Stadt, Hafen und Umgebung die Leute nach etwas Ungewöhnlichen zu befragen und ob sie Leana gesehen hatten.
Danach kehrte er erschöpft heim.

Spät am Abend ritt er nochmals aus und traf Nim im Gespräch an. Zusammen ritten die beiden dann heim, um den Herrn Halungar dort vorzufinden, der uns zu einen Treffen in das Anwesen der Allianz holte.

Dort wurden wir zu dem Verschwinden Leana's befragt und uns zugesichert, das die Allianz uns helfen wird die Schöne Schneiderin zu finden.

Halungar geleitete uns auch noch Heim und sprach noch lange mit uns, ehe er sich auf dem Heimweg machte.

Verfasst: Dienstag 29. August 2006, 19:52
von Antoris Leador
Amael und Ailyn taten wirklich alles den kleinen Jungen abzulenken und manchesmal hatten sie sogar Erfolg. Nur Nachts hatten alle drei eine schwere Zeit. Schreiend wachte Antoris auf und drückte sich nassgeschwitzt an Ailyn, aber nicht nur er war nass. Jede Nacht musste Ailyn die Bettwäsche wechseln und Antoris Baden. Er schämte sich und konnte es sich nicht erklären.

Er mochte nichts essen ohne Leana und Amael und Ailyn machten so lange Spässe bis er dann doch sich das Essen griff und etwas ass. Es war schon merkwürdig, vor kurzer Zeit noch wäre ihm sowas egal gewesen, es gehörte eben zum Leben. Es verschwanden ja dauernd irgendwo Leute, starben oder reisten ab, aber jetzt bei Leana ging es ihm richtig an die Nieren.

Leana hatte sich recht schnell in Antoris' Herz begeben, sie war jetzt für ihm seine Mama und er schwor seit sie wegwar, dass niemand ihr jemals wehtun dürfe. Stolz stand er auf dem grossen Bett und reckte das Holzschwert nach oben, dabei rief er aus

niemant tut mama jemals weh sons tu ich den verhaun un dann tut er schnell übalegen ob er nochma sich wagt an sie ran zu gehen.

Oftmals noch weinte er sicherlich, auch weil ihm die Augen wehtaten, aber hauptsächlich weil ihm Leana fehlte.

Verfasst: Dienstag 29. August 2006, 20:31
von Ciaran Aumar
Fast zu spät zu der Versammlung der Allianz des Lichts, doch hatte er auf dem Weg hin den Herrn Valion Tal getroffen, und bei jenen kurzen gespräch ihn von Leana's entführung erzählt, worauf er meinte, das er wohl "einige unliebsame bekanntschaften" dazu befragen würde. Ciaran verabschiedete sich eilig, um noch rechtzeitig zum Treffen zu kommen.
Nun, viele waren nicht da, aber man würde nach Leana ausschauhalten, gemeinsam besahen sie nochmals die Stelle, wo er die Stoffetzen fand, dann begleitete ihn einer von ihnen zur Garde, die nun auch informiert wurde. Es war eine Qual für ihn, mehrmals zu berichten was er wusste.

Danach brach er auf, weiterzusuchen, und kam auch bei jenem Aufstand am Tempel vorbei ...
Später traf er sich mit Nim und sie ritten nochmals nach Berchgard.
Auch der Wasserfall war eine Qual der Erinnerung und Sehnsucht für ihn.

Bis spät in der Nacht suchten sie alsdann weiter, und Als Ciaran heimkam fiel er ins bett ...

Verfasst: Dienstag 29. August 2006, 21:52
von Nimuelia Aumar
Wo war sie nur?
Nim saß des nachts wie immer in den vergangenen Nächten mit einer kleinen Fackel im Wald. Dieser wurde ihr immer vertrauter immer mehr der Ort den sie aufsuchte um für sich zu sein. Um nachzudenken,zu grübeln zu weinen und wie heute wenn sie wieder nicht schlafen konnte.Einzig ein Blaukehlchen saß neben der Bardin auf dem umgestürzten Baum. Versuchte es ihr Trost zuzuzwitschern?
Es wich nicht einmal von ihrer Seite als Tränen auf das zarte Gefieder fielen.
"Nun kleines Vöglein willst du wissen was geschehn?"fragte die Sängerin mit bebender Stimme.
Als Antwort sprang das Blaukehlchen auf den Schoß der Frau.
Betrübt lächelte diese und sang ganz leis was ihr durch den Kopf ging....

Ein einzger Blick hat schon gereicht,
Als er sie sah, ihr Lächeln ihn verzaubert,
Kaum mehr als einen Augenblick hatte es gedauert.
Ich glutrotes Haar wie die Blätter einer Ros,
Die smaragdenen Augen fingen ihn liessen ihn nicht los.
Ein einzger Blick hat schon gereicht....
Er rang mit sich um ihr zu gefallen,
überwand jeglichen Stolz sie war es unter allen,
Die sein Herz begehrt die seine Nächte durchzog,
Es daauert lang bis die holde ihn erwog.
Ein einzger Blick hat schon gereicht....
Als jede Mauer umwunden ward,
Kein Hinderniss mehr sich mehr ergeben tat,
Er sich dachte am Ziel seiner Träume,
Geschah es bei Nacht im dunkel der Bäume.
Ein einzger Blick hat schon gereicht....
Als ihm ein Fremder das Liebste nahm,
Ihre Nähe und ihr Lachen warm,
Nur weiche Fetzen liess zurück,
Und riss ihnen gleich in sein Herz ein riesge Lück.
Ein einzger Blick hat schon gereicht....
Er suchte sie zu jeder Zeit und Stund,
Durchquerte nichts füchtend jedes Land und Grund,
Sucht nach dem was vom ersten Augenblick fürwahr,
Der nurmehr einzigste Grund zum Lächeln war.
Ein einzger Blick hat schon gereicht....
Wo mag des Tapfren Liebste sein?
Welch übler Schurck drang in die Liebe ein?
Wer nahm den Verwandten das schönste Stück?
Wer ließ Sorgen, Trauer und gebrochne Herzen zurück?
ein einzger Blick hat schon gereicht....
Nahm gefangen, band und zerstörte?
Die Gefühle derer denen sie angehörte?
Wer war es bitte helft der Liebe,
Die ewig währt auch wenn sie verloren bliebe!
Ein einzger Blick hat schon gereicht....
Hatte selbst der Götter Herz erweicht.


kaum war das letzte Wort verklungen fielen neue Tropfen auf das seidige Federkleid.
"Wo ist sie nur...Kleines er stirbt nach und nach.....ich seh wie er von Tag zu Tag älter zu werden scheint.Er spricht kaum noch entgleitet selbst mir..."
Mit schiefgelegtem Köpfchen zirpte das Blaukehlchen und ihr war als wöllte es sagen
"Es wird alles gut,verlier nicht den Mut.Dein Stimm so lieblich fein ist ganz und gar wie die mein"

Mit hängenden Schultern kehrte Nim zum Haus zurück und als sie die Tür zu dem Hühnerverschlag öffnete sprang das Blaukehlchen zum Trog und nahm sich ein paar Körner.
Seltsam doch es ist wahr es scheint es wollte bei ihr bleiben denn auch nun ist es noch dort und wartet auf das Lied der Bardin...oder vielleicht auf Leana?

Verfasst: Mittwoch 30. August 2006, 08:14
von Leana Leador
Tage zogen ins Land, Nächte und wieder Tage.

Lediglich am Gesang der Vögel erkannte ich den neuen Tag, spürte die Nacht an der Kälte auf meiner Haut. Diese Kälte kroch in alle Knochen und oft wachte ich frierend auf. Meine Arme schmerzten ob der ungewohnten Haltung und immer mehr schnitten die Stricke in die Handgelenke ein. Inzwischen konnte ich kaum mehr einen klaren Gedanken fassen und der Knebel machte das Atmen schwer. Wann würde es vorbei sein? Unruhig lauschte ich jedem sich nähernden Geräusch. Ich wollte gar nicht wissen welch Getier sich näherte und die verkohlte Asche würde wohl auch nichts gefährliches fern halten. Den ganzen Tag über lauschte ich angestrengt, versuchte sogar die Stricke etwas zu lockern doch nichts gelang. Am Abend muss ich wohl eingeschlafen sein. Ich hörte nicht wie er näher trat und bemerkte ihn fast zu spät. Erneut wurden Drohungen ausgesprochen. Angst, Hitze die auf die stetige Kälte folgte. Auf meiner Haut stand ein feiner Schweißfilm und ich zitterte kaum das seine Stimme erklang. Inzwischen hatte ich angst. Er hatte sich verändert, 4 Jahre in denen diese Krankheit Zeit hatte sich in ihm auszubreiten, sich festzusetzen. 4 Jahre in denen er einen Mord begangen hatte. Wie er wohl inzwischen aussah? Warum fragte ich mich das. Neugier? Gedanken an Rache und Vergeltung? Eisig drang seine Stimme an mein Ohr. Wie ich mich entschieden hätte. Entschieden.. wie sollte man entscheiden wo keine Wahl ist? Wie wählen wo es keine Wahl gibt? Ich brauchte einige Momente ehe ich Antworten konnte und war selbst erschrocken wie dünn meine Stimme klang.

>>Ja.. ja.. ich habe mich entschieden wo keine Wahl bleibt. Ich werde den Jungen nicht aufgeben. So dies einen Pfad der Einsamkeit bedeutet so wähle ich die Einsamkeit. Ich ziehe sie dir alle Mal vor.<<

Erst eine geraume Zeit später sprach er wieder. Klang seine Stimmte tatsächlich traurig, enttäuscht? Hatte er wirklich erwartet ich würde nach den Qualen die er mir in diesen nur wenigen Tagen zugefügt hat.. etwas anderes als Verachtung für ihn empfinden. Scheinbar. Dieser Mann war krank. Nichts hatte er mit dem Mann gemein dem ich vor über 4 Jahren an verlobt war, nichts. Er erinnerte sich an Namen, Taten und Begebenheiten. Doch so grausig seine eigenen Taten inzwischen waren schien er kein Gewissen mehr zu besitzen. Er stahl, mordete und selbst diese Entführung hatte ihn nicht abgeschreckt. Der Zustand des dick geschwollenen Gesichts und der dadurch einschneidenden Augenbinde ließ ihn kalt. Selbst die blaugrüne Färbung entlockte ihm kein Mitleid. Die Stricke die meine Handgelenke eingeschnitten hatten wurden ebenfalls immer wieder von ihm fest gezerrt. Es war ihm gleich das sie blutverkrustet und unbequem waren. Ich traute ihm zu das er seine Drohungen war machte. Für ihn war es leicht. Sollte er mich nicht bekommen so auch kein Anderer. Typisch Mann, besitzergreifend bis zum Ende. Dennoch er hatte mich soweit ich glaubte ihm und musste mich entscheiden. Mit den stockend gesprochenen Worten hatte ich dies getan. Sein >>bist du dir sicher?<< konnte mir nunmehr ein Nicken abringen. Ein zweites Mal konnte ich es nicht bekunden. Er hatte ja keine Ahnung welchen Verzicht er da verlangte. Er zwang mich auf zu stehen. Ganz langsam schob ich mich an dem Baumstamm hoch. Die Haare klebten inzwischen so sehr wie das feuchte Doublet. Meine ganze Kleidung war feucht und die Stiefel hatten Wasser gesogen. Mein Zustand tat sein übriges. Obgleich er mich nun Stunden über Stunden führte ging ich wie auf Eier. Der Marsch erforderte die letzten Kräfte und eine immense Konzentration. Wenn doch wenigstens diese Binde nicht wäre. Ich sah nichts und irgendwann spürte ich auch nichts mehr. Irgendwann schienen die nassen Kleider gar nicht mehr vorhanden zu sein, die Kälte verschwand und eine prickelnde Taubheit legte sich über mich. Nahe daran aufzugeben ließ er mich endlich los. >>Ob ich Gold bei mir hätte<< Was für eine Frage? Machte er sich etwa Sorgen? Die hätte er sich machen sollen bevor er mich grün und blau schlug. Ich tastete nach meiner Tasche und verneinte als ich ihr Fehlen bemerkte. Er drückte mir tatsächlich einige Münzen auf und bekundete ich müsse nach Westen gehen. Seine Drohung den Jungen zu töten sollte mich je wieder ein anderer Mann für sich einnehmen ließ mich abermals blass werden. So oft hatte ich es die Tage vernommen und auch ein geprügelt bekommen das ich nicht an den Worten zweifelte. Er würde über mich wachen, mir ab und an eine Nachricht gleich einer Erinnerung zukommen lassen. Ich schauderte. Konnte sich nicht die Erde auftun und ihn verschlingen? Endlich.. sollte ich gehen. Viel zu eilig für meinen Zustand machte ich einige Schritte und taumelte sogleich. Wesentlich langsamer zwar vom Knebel befreit aber noch immer die Binde auf den Augen tastete ich mich gen Westen. Zäune, Sträucher, Bäume. Niemand reagierte auf mein rufen. Niemand schien zu hören. Letzendlich ließ ich mich ohne Orientierung an einem Baum nieder. Erst nach einer Weile hob ich die Hände und nestelte an der Binde herum. Ein Schmerz durchzuckte mich als ich dabei die Wange berührte. Doch dann, Schritte. Angst durchflutete mich. War er zurückgekehrt? Hatte er es sich anders überlegt? Panisch drückte ich mich an den Stamm als eine weibliche Stimme aufklang, zögerlich, weich. >>Leana?...!<< Matt und mit unglaublicher Willensanstrengung hob ich den Kopf. Mein geflüstertes Ja und wohl auch meine Hände an der Binde ließen sie sie mir abnehmen. Ich blinzelte und sah alles verschwommen. Nun da dieses Ding nach Tagen endlich entfernt wurde schmerzte sogar der Verlust. Die Haut an der Wange war aufgerieben und ich war so dankbar als die Frau mir aufhalf, es ist kaum zu beschreiben. Wie eine Ertrinkende schlang ich die Hände um ihren Hals, mich festhaltend. Endlich erkannte ich sie. Viola, alles würde gut werden. Sie schleppte mich mehr zum Hafen als das ich selber gelaufen wäre und mir ging es nur darum ihr eines mitzuteilen. Ciaran dürfte mich nicht mehr sehen, nie wieder. Ich weis nicht ob sie mein genuschel und gebrabbel wirklich zuordnen konnte. Sie schwor mir denjenigen umzubringen der mir das angetan hat und ich muss sagen das ich ihm in diesem Moment durchaus den Tod wünschte. Die Schiffsfahrt dauerte ewig. Doch schlimmer war der Weg vom Hafen nach Hause. Jede Unebenheit die die Kutsche passierte ließ mich zusammen zucken. Endlich war die Stadt in Sicht. Erneut hing ich an ihr wie ein Balastsack. Schritt für Schritt näherten wir uns dem Haus. Sie brachte mich hinein und nach Oben. Das Bett war leer und ich nahm an das Aylin und Amael bei Antoris schlafen würden. Mit einer Sanftheit die ich Viola gar nicht zugetraut hätte legte sie mich aufs Bett, zog mir den zerfetzten Umhang und die nassen Stiefel aus. Ich brachte nur noch zwei Worte hervor an diesem Abend. Ihren Namen und ein Danke. Danach sank ich in einen tiefen doch unruhigen Schlaf. Sie jedoch wachte über mich. Die ganze Nacht saß sie neben dem Bett und als ich in früher Morgenstunde aufwachte saß sie noch immer dort. Kurz sah ich sie an, fast wieder klar sehend ehe ich müde und fertig erneut in die Kissen sank.

Schlafen.. schlafen... schlafen alles andere schien unwichtig.

Verfasst: Mittwoch 30. August 2006, 10:43
von Antoris Leador
Langsam hob er den Kopf der ihm auf den Brustkorb gerutscht war, als er an der Türe etwas hörte, er hatte auf dem Boden am Tisch gelehnt unten geschlafen eingewickelt in seiner Decke. Es klang nicht wie die letzten Nächte Amael sondern ganz anders. Augen reibend begriff er erst gar nicht wer da war, doch als er es begriff freute er sich sehr. Leana sah aber so müde aus das er still an ihrem grossen Bett stand und ihr beim Schlafen zusah, was man auch immer unter zusehen verstehen mochte. Eher lauschte er ihrem Atem. Lange wanderte seine kleine Hand streichelnd über die Daunendecke von Leana sie in keinster Weise stören wollend. Irgendwann gegen Morgen schlief er leise seufzend ein, sich neben Leana kuschelnd. Niemand konnte ihn jetzt dazu bringen was zu essen oder zu trinken, er wollte bei seiner Mama bleiben.

Verfasst: Mittwoch 30. August 2006, 14:47
von Hudgarr Stolzenfels
Hudgarr suchte die den ganzen Nachmittag die Wälder um Varuna ab ohne die geringste Spur von Frau Leana Leador zufinden. Wären einer Pause schaute er beim Kloster vorbei, wo ein aufstand tobte. Nachdem die Leute beruhigt waren und Lady Darna in den Kerker verbracht worden war, wie vom Volke gefordert, schlief Hudgarr einige wenige stunden im Konvergenzraum des Kastells.
Mitten in der Nacht machte er sich wieder auf die suche, er war zwar noch sehr müde, doch wollte er nicht zuviel zeit ungenutzt lassen in der die junge Frau in der Hand ihrer Peiniger verbrachte.
Er suchte im Fackelschein jeden Busch und Strauch ab, doch zu seiner Entehuschung nicht, bis runter nach Bajard suchte er ohne etwas zufinden, selbst bis in sichtweite der wachen Rahals suchte er um keine Ecke auszulassen und nichts unversucht. Gegen Mittag beschloss er zum Kastell zurück zukehren da er noch mal mit Ciaran Aumar reden wollte wo er die Spuren fand.
Schon am Eingang wurde ihm die Nachricht von Viola übergeben, und sein Herz machte einen hüpfer vor Freude das Leana wieder sicher zuhause war, und er beschloss so schnell als möglich mit ihr zu sprechen.

DER SCHWUR

Verfasst: Samstag 2. September 2006, 07:58
von Ciaran Aumar
01. Searum 249, später Abend ... Ciaran saß nur da ...

Sein Blick auf auf das Pergament gerichtet, das vor ihm lag und ganz automatisch griff er nach dem nächsten Krug Wein.
noch gestern war er durch die Wälder gezogen, da er Leana nicht auf Gerimor gefunden hatte, weitete er seine Suche am Tag davor auf Lameriast aus. So zog er herum, maß sich mit seltsamen Rattenmenschen, Banditen und Briganten, Trolle, Oger, Zweiköpfe und Feuerelementaren auf der Suche nach seiner Liebsten, seinen Leben, seinen Herz.
Dann erreichte ihm eine Botschaft von Nim's Brieftaube ... "Leana seid gestern zurück" ... das seid Gestern überraschte ihn sehr, doch er zögerte nicht und eilte zur anlegestelle um das nächste Schiff nach Bajard zu nehmen.
Dort holte er seine Stute aus dem Stall und ritt wie der Teufel nach Varuna, zum Haus der Leadors. Er klopfte, pochte, trommelte Gegen die Tür und Brüllte aus vollen Halse ... niemand war da oder ... wollte aufmachen?
Er ritt heim .. Betrübt, enttäuscht und nun auch ... völlig entkräftet. Das Feuer in ihm, das ihn trotz Müdigkeit, Hunger und Durst hat weitermachen lassen war erloschen.
Dort erzählte ihn Nim dann wie sie von Leana's Rückkehr erfahren hatte, was ein weiterer Stich in seinen Herzen war. Keiner von Leana's Verwandten, so sie nicht selbst dazu im Stande war, hatte die Aumar's verständigt, nein, es waren zwei Mannen von der Allianz des Lichts, die es von der Garde erfahren hatten.
Am nächsten Tag fühlte Ciaran sich kaum besser, die Kämpfe und die wilde Jagd der letzten Tage hatten ihren Tribut gefordert und so kam er nur langsam zur Tür als es Klopfe ...
und eine Verhüllte Frau vor der Tür stand ... sie reichte ihm einen Brief und murmelte etwas das es ihr leid tut ... der erschöpfte Ciaran blinzelte und las das Pergament, als er merkte das die Frau schon davonritt war es zu spät ...
Die Frau war wohl Leana gewesen und auf jenen Pergament stand das jemand sie bedrohte ... sollte er sie wiedersehen würde jemand den Jungen, Antoris töten.
Wut flammte in Ciaran auf - doch er konnte ihr kein Ziel setzen, den hier war kein Name, kein Hinweis wer ... "egal" - schwor er bei sich - "ich werde ihn finden, ich werde ihn zur strecke bringen! NIEMAND bedroht meine Familie ! ... aber wer ... wie ... *er seufzte, und ehe er es merkte hatte er schon gedankenverloren mehrere Weinkrüge geleert*

Als Nimuelia dann heimkam fiel er gerade vom Stuhl ... sie half ihn ins Bett wo er in Voller Montur einschlief ...

Bis es mitten in der Nacht an der Tür klopfte ...

Verfasst: Samstag 2. September 2006, 14:52
von Nimuelia Aumar
Tagelang hatte ihr Bruder seine geliebte Leana gesucht,viel zu oft war er dem Tode nahe gewesen. Er wusch sich nicht er ass nur dann wenn ihn sein knurrender Magen verraten hätte.Er schlief dort ein wo ihn der Schlaf übermannte und seis mitten auf der Strasse nur....ja nur um gleich nachdem er erwachte weiterzusuchen.
Und das war nun alles umsonst?
Als Nim nach Hause zurückkehrte um weiterzuarbeiten fand sie ihren Bruder inmitten einer illustren Gesellschaft leerer Krüge. Er saß da starrte hicksend und rülpsend auf ein Pergament vor ihm. Reagierte auf keinerlei Ansprache ihrerseits was schon seltsam war. Der Geruch in dem Haus am Wegkreuz glich einer billigen Hafenkaschemme geschwängert vom Schweiß und Weindunst. Dann betrachtete sie das Pergament vor ihm und als sie die Zeilen darauf überflog brandete unbändige Wut in ihr auf.
Nicht einmal sagen hatte sie es ihm können nein ein lumpiger Brief zum Abschied...als wäre er nie mehr als ein kurzweiliges Amüsement gewesen!
Mag sein man bedrohte sie und Antoris,
Mag sein sie hatte Angst,
Mag sein man hatte ihr in ihrer Gefangenschaft Gewalt angetan,
aber das....das war das letzte.
Noch nie zuvor hatte sie ihren Bruder sich so für ein Mädchen zum Affen machen sehen,er hätte alles für Leana getan absolut alles!
Er brachte den Mut auf jegliche Peinlichkeit zu riskieren, sich den schlimmsten Ungetümen zu stellen und ihm war es egal was andere von ihm deswegen dachten.
Und was tat sie? Stieß ihn von sich wie eine madenzerfressene Ratte.
Sie hatte ihm nicht gesagt wer es war...also kam dazu das sie ihm wohl nicht vertraute.
Ließ ihn sie weitersuchen wobei sie bereits zurück war.
Und nun ein billiger Brief indem sie auch noch beteuerte wie weh es ihr selber tat?
Das war die Frau die ihr noch einige Wochen zuvor beteuert hatte sie würde ihn mehr als alles andere lieben?
Ja klar,das ist so sicher man tat dem den man so sehr liebte weh,riss an seinem Herz sorgte dafür das er keinen Ausweg mehr sah...ja das tut man doch immer.
Wütend zertrat sie die auf dem Boden liegenden Krüge.
Nicht einmal den Mut brachte sie auf für Ciar zu kämpfen, wie konnte man so naiv sein zu glauben das jemand der eine solche Drohug ausstiess nicht auch irgendeinen Weg fand diese wahrzumachen?
Ihr Bruder viel volltrunken vom Stuhl... da nun auch das noch!
Mit hängen und würgen zog und schob sie ihn die Treppe hinauf in sein Bett.
Dann machte sie sich daran ihre Wut in Arbeit zu packen. Bis es klopfte....
Sie schreckte auf ja es war schon nach Mitternacht und wer wollte da noch etwas von den Aumars?
"Wer ist da?"fragte sie an der Tür.
Eine lallende Stimme fragte nach Ciar.
Na bestens nun kam der Saufkumpan vorbei und wollte wohl dort weitermachen!
Schnaubend wandte sie sich ab um den Bruder zu wecken.
Und wies den immernoch schwankenden Ciaran darauf hin wenigstens in die Taverne am Wegkreuz zum saufen zu gehn.
Dann setzte sie sich an die Arbeit zurück. Leises Gemurmel doch nicht wirklich verständliches drang aus dem Nebenraum.
Gerade wollte sie nach den Hühnern sehn und sich dann schlafen legen als der fremde das Haus verließ und sie nun anscheinend sehr nüchtern verabschiedete.
Nun ja Ciaran hatte schon immer die seltsamsten Vögel mit nach Hause gebracht.
Sie antwortete nicht und maß den kerl nur mit Blicken bevor sie stumm ins Haus ging.
Noch immer grübelnd legte sie sich ins Bett.
"Liebe kennt keine Grenzen...."flüsterte sie als sie einschlief.

Verfasst: Sonntag 3. September 2006, 00:02
von Leana Leador
Einige Tage hatte es gedauert bis ich endlich wieder zu mir fand.
Die dicke, blau geschwollene Wange war einem seltsam anzusehenden grün-gelb Ton gewichen. Mein Bruder hatte fassungslos gelauscht als ich ihm erzählte das mein ehemaliger Verlobter für meinen Zustand zur Verantwortung zu ziehen war. Unser nächster Weg führte gemeinsam zur Garde wo man uns mitteilte das Viola bereits das Vergehen gemeldet hatte. Dem Wachmann bekundend, das wir gerne für jede Frage bereit stehen, gingen wir wieder nach Hause. Weitere Tage zogen ins Land bis ich nicht mehr bei jedem Klopfen zusammen zuckte und langsam wieder die Alte wurde. Letztendlich kam der Tag an dem es für die Adoption vorzusprechen galt und ich machte mich seit langer Zeit ohne Begleitung eines zweiten Erwachsenen aus dem Haus. Das Kind nicht eine Sekunde aus den Augen lassend gingen wir recht rasch zum Ratsgebäude und erledigten die Formalitäten. Einige Fragen wurden gestellt und etliche Antworten gegeben. Auch der Vorfall der Entführung kam zur Sprache und ich war froh als Herr de Dynal dem Antrag nach Besichtigung des Hauses zustimmte. Erst nachdem Antoris im Bett war zog ich mir Amaels Sachen an. Die Kleider waren mir viel zu groß doch war es ein hohes Risiko so das ich keinesfalls in meinen Eigenen los ziehen könnte. Den ganzen Vormittag hatte ich immer wieder nach Worten gesucht und doch keine gefunden so das erst nach Stunden annähernd die Zeilen auf das Pergament gefunden hatten die ich überbringen wollte. Ich ritt einen weiten Umweg über den Strand, das Pferd in scharfem Galopp zur Eile antreibend. Ohja, reiten konnte ich, aber würde es reichen einen möglichen Verfolger abzuwimmeln? Kaum beim Haus der Aumars angekommen sprang ich von dem schwitzenden Tier und klopfte an die Türe. Erst eine ganze Weile später wurde diese geöffnet und es versetze mir einen Stich Ciaran in solch einem Zustand zu sehen. Im ersten Moment wäre ich so gerne in seine Arme gesunken doch dann kam mir das Bild des Kindes vor Augen und ich überreichte mit wenigen Worten das Pergament. Sich viel zu rasch abwendend sprang ich auf meine Stute und trieb das Tier mit festem Schenkeldruck und Zungenschnalzen an. Fast eine Stunde ritt ich den Weg entlang, das Tier immer wieder zu einem Galopp antreibend, ehe ich endlich Varuna erreichte. Kaum im Stall rieb ich das Pferd selbst trocken ehe ich ihm lobend den Hals klopfte und es an den Stallmeister übergab. So leise als möglich öffnete ich zu Hause die Türe und blickte merklich erschrocken in das Gesicht imeiner Schwester. Mir einen Vortrag anhörend ob ich noch ganz bei Sinnen sei alleine auszureiten fragte sie gar nicht wo ich gewesen war. Scheinbar vermutete sie es ohnehin. Ob des schlafenden Kindes stritten wir uns recht leise. Sie warf mir vor ich solle mir den Mann endlich aus dem Kopf schlagen. Ob die Umstände denn nicht reichten die ich seiner Anwesenheit an meiner Seite zu verdanken hätte. Ob ich nun endlich klar sehen würde da sie nicht mal die Familie eingebunden hatten sondern auf eigene Faust los stürmten. Das ich denn gar nicht sehen würde das seine Schwester lediglich die hübschen Kleider an nahm und für die vielen Vorhänge und die wenigen Möbel gar nichts weiter zurück kam... nicht einmal die Waffen und die Rüstung hätte er vollständig bezahlt. Antoris hatte wohl die Kutsche bezahlen müssen.. ein Vierjähriger! Die Worte flogen hin und her. Ich hielt ihr dagegen das ich in der Aufregung auch nicht daran gedacht hätte... das ich auch nicht immer darauf achten würde wer was bezahlt .. das ich ihr den Betrag erstatten würde so sie ihn unbedingt verlangt... irgendwann fauchte ich sie an das Nim ihr auch schon einmal Quarz vorbei gebracht hatte... das ich auch schon Leder bekommen hatte. Immer lauter wurden wir bis wir uns Letztendlich doch fast an schrien. Sie meinte das der Wert dies lange nicht wett machen konnte und nun konnte ich nicht mehr viel entgegen halten. Mochte sie vielleicht recht haben waren die Sachen nicht gegeben worden um nun einen Preis dafür zu verlangen. Sie verstand einfach nicht was mich an ihn Band... gebunden hatte.. nein, sie verstand nicht. Doch tat mir der Streit gut. Endlich einmal war alles heraus. Sie hatte sich von mir entfernt seit Ciaran in dem Haus ein und ausging und eigentlich immer anzutreffen war. Wenige Augenblicke später lagen wir uns weinend in den Armen. Beide bekundeten wir das es uns leid täte und seufzend begaben wir uns nach Oben um zu schlafen. Alsbald war sie eingeschlafen und ich lauschte den ruhigen Atemzügen. Die Worte nagten an mir. Es war mehr gesagt worden als ungesagt blieb. Erneut schlug ich die Decke zurück und ließ umsichtig die Beine über die Bettkannte rutschen. So leise als möglich stand ich auf und entzündete die Kerzen an dem Tisch mit den leeren Pergamenten. Nach und nach entstand ein [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=12502]Schreiben[/url] das am nächsten Morgen auch Amael und Aylin unterzeichneten. Später brachten wir dieses bei der Garde vorbei.

Ich flüchtete förmlich in die Arbeit und ständig lagen irgendwo Stoffe herum, war ein halb fertiges Kleidungsstück über die Modellpuppe gespannt und der Kopf konzentriert gesenkt. Dennoch hatte ich mir noch nie so viele Stiche eingefangen wie in den letzten Tagen. Es reichte schon ein Name um mich aus dem Konzept zu bringen. Solange Amael und Aylin in der Nähe waren war alles recht einfach. Kaum jedoch alleine sah ich mich an jeder Ecke um und schob Antoris schon immer hinter mich so sich ein Fremder näherte. Dann jedoch passierte etwas das dem Tumult den letzten Schliff gab. Ein recht alter Mann der sich lediglich als „alten EL“ vorstellte, verlangte es nach zwei neuen Mänteln. Da Amael zu gegen war bat ich den Alten herein und ließ es noch stillschweigend geschehen das er meinen wesentlich älteren Bruder einen Kindskopf nannte. Im Grunde hatte er ja recht, Amael war ein Kindskopf doch stand es einem Fremden nicht zu sich darüber aus zu lassen. Von Manieren schien er nicht viel gehört zu haben. Seine Pfeife rauchte er beständig weiter obgleich sie mich kaum störte. Ich mochte den Duft. Auf dem Hof hatte unser Ahn oft ein anständiges Kraut geraucht worauf meist die interessantesten Erzählungen folgten. Amael einen belustigten Blick zuwerfend erhob ich mich und lies den Alten erst einmal aufstehen und sich soweit entkleiden das man ordentlich Maß nehmen konnte. Obgleich er sich merklich zierte waren die Maße schnell genommen und recht rasch hatte er seine Robe über die doch durchaus sittlichen Hosen und das leichte Hemd gezogen. Amael hatte sich inzwischen verabschiedet so das ich alleine mit dem Herren war. Das Glitzern in seinen Augen erinnerte mich an Jemanden doch seine Art wie er sich gab.. gefiel mit nicht. Auch wenn man ein gewisses alter erreicht hat muss man die Jungen erst einmal kennen lernen ehe man über sie urteilen sollte. Als Antoris herunterkam und er praktisch sofort aufstand und auf das Kind zuging war es mir zu viel. Die Arbeit sinken lassend stellte ich mich dazwischen. Mochte er so oft bekunden das seine Absichten gut waren. Ein Söldner oder gar Mörder würde selbiges bekunden. Ich ließ ihn nicht an den Jungen heran. Im Gegenteil ich wies ihn nun recht aufgebracht aus dem Haus. Erst meinen Bruder einen Kindskopf nennen und dann auf die Aufforderung das Kind in Ruhe zu lassen; lediglich sagend das er meinen Worten sicherlich keine Beachtung schenken würde sondern lediglich ob der Angst des Kindes handeln würde... war zu viel. Nun schien er sich entschuldigen zu wollen doch hörte ich kaum mehr zu. Er ging nicht! Die Türen weit offen forderte ich ein zweites Mal das er gehen solle oder ich würde die Wache vor dem Haus hinzurufen. Noch immer richtete er Worte an das Kind und kurzerhand hob ich die Hand die Wache heran winkend.
Kurz darauf jedoch war er aus dem Haus getreten und verschwand direkt vor meinen Augen. Recht wütend doch merklich erleichtert nickte ich dem Wachmann zu der sich nochmals kurz im Haus umsah und dann versicherte er würde zu später Stunde nochmals kontrollieren ob alles in Ordnung sei. Noch immer war ich mir nicht sicher was von dem Alten zu halten war. Eine ungewöhnliche Aura ging von ihm aus. Selten ließen mich Menschen so forsch und aggressiv handeln doch er.. hatte es geschafft. Antoris musste mir versprechen das er niemals mit diesem Fremden oder einem Anderen mitgehen würde. Ganz gleich mit was diese ihn lockten. Erst nachdem er hoch und heilig versichert hatte das er sich ganz gewiss nicht mitnehmen lassen würde gingen wir nach Oben. Es verwunderte mich das Antoris selbst nach seinen Tropfen fragte und so ging ich davon aus das seine Augen mehr schmerzten als er mir weis machen wollte. Rasch und inzwischen routiniert bekam er seine Augentropfen ehe ich ihn spielerisch mit einer Kitzelattacke ablenkte.

Verfasst: Sonntag 3. September 2006, 00:50
von Larvius
Einige Tage waren schon vorbei gezogen, nachdem ich sie freigelassen hatte. Wie ich vernommen habe, kam sie wieder gut nach Hause. Etwas erleichtert ritt ich an ihrem Haus vorbei, einen schnellen Blick in ihr beleuchtetes Zimmer werfend. Sie hatte sich wohl wieder etwas eingelebt. Ihn konnte ich auch schon nicht mehr so oft bei ihr erblicken. Also schien sie sich an die Abmachung zu halten. Wenigstens das hatte sie verstanden. Zumindest von ihrer Seite aus. Ihre Halskette durch meine Finger gleitend erinnerte ich mich daran das ich ihr versprochen hatte mich zu melden. Ich begab mich in die nächste Gaststätte. Nahm ein Stück Pergament und einen Kohlestift und fing einen Brief an diesen Herrn zu schreiben.

An mein Herz

Wie ich sehe bist du gut zu Hause angekommen. Das erleichtert mein schweren und gebrochenes Herz und ich sehe auch das du dich an meine Worte gut erinnerst. Das freut mich wirklich, denn eigentlich hab ich den kleinen ja gerne und bin untröstlich ihm was antun zu müssen, nur weil sich seine Mutter nicht an meine Abmachung hält. Wie du siehst,hab ich dich weiter im Auge und das wird auch weiter so bleiben. Also erinnere dich an meine Worte.

Dein Verlobter

Ich legte den Stift weg und rollte das Pergament zusammen. Ich gab das zusammengerollte Pergament dem nächst besten Jungen und sagte ihm er solle das zu Leadors Haus bring, drückte ihm dann noch ein paar Goldmünzen in die Hand und schon verschwand er in der Dunkelheit der Nacht.

Ich nahm ein weiteres Pergament zur Hand und schrieb noch einen Brief.

Lieber Herr Nebenbuhler


"an den unerwünschten Nebenbuhler,

spielend habe ich euch das Teuerste in eurem armseligen Leben entrissen. Ihr werdet diese tat bestimmt nicht vergessen und sie erst Recht nicht. Es war mir ein bitter süßes Vergnügen sie Tage lang festzuhalten und euch durch Angst und Schmerz aus ihrem Gedächtnis zu vertreiben. Aber leider war sie etwas stur, nun gut das war sie schon immer. Vor 4 Jahren gehörte ihr Herz mit und ihr habt es mir genommen und dafür werdet ihr büßen, denn jetzt wird sie keiner von uns beiden bekommen. Ich kann damit leben aber könnt ihr es? Wenn ihr es nicht könnt und sie euch aufsucht oder ihr sie.. dann werde ich meine Drohung wohl wahr machen müssen. Ich werde ihr das liebste entreißen und zwar ihren Jungen und für jedes Wort das ihr mit einander wechselt einen Finger abschneiden, wenn keine Finger mehr da sind werde ich mit seinen Zehen weiter machen und wenn diese auch nicht mehr da sind... nun dann werde ich ihn lebendig häuten und in das Meerwasser stellen oder auch mit flüssigen Wachs beträufeln oder... aber wir wollen ja nicht weiter ins Detail gehen, auf jeden Fall wird er einen sehr schmerzvollen Tot sterben und das wollt ihr doch nicht oder? Oder wollt ihr euer Glück über das 2er Menschen stellen? Um euch diese Worte auch immer schon vor Augen zu halten habe ich euch etwas beigefügt. In Liebe gegeben, unter schmerzen genommen. Ihr habt euch einfach die falsche Dame ausgesucht, Vielleicht habt ihr ja beim nächsten Mal mehr Glück.

Ich unterzeichnete mit meinen 2 Initialen LS,wickelte die Halskette in das Pergament und gab es wieder einem daher gelaufenen Jungen mit um es einen Herrn Ciaran Aumar zu bringen.

Ich leerte in der Gaststätte noch einige Biere und begab mich dann wieder auf den Weg.

Verfasst: Dienstag 12. September 2006, 19:56
von Leana Leador
Tage waren vergangen seit sie diesen Brief gelesen hatte.
Was glaubte er eigentlich? Sie war deutlich geworden, sie wollte ihn nicht. So viele Leute suchten nach ihm und sie hoffte, nein sie wünschte sich sogar das er aufgefunden würde. Inzwischen war schon wieder so vieles passiert. Langsam wusste sie nicht mehr was sie glauben, fühlen oder denken sollte. Die Tage verliefen ihre gewohnten Bahnen. Sie waren glücklich und scherzten oftmals ehe sich der Tag zu Ende neigte. Es hatte den Anschein als würde es an nichts fehlen. Oftmals glaubte sie dies sogar. Es war vielleicht an der Zeit aufzugeben, sich abzufinden. Vielleicht war es aber auch an der Zeit aufzustehen und die Abmachung zu brechen, sich zu widersetzen. Es war alles so verworren. Doch sie wusste es würde sich klären. Vielleicht einfach und schnell. Vielleicht langsam und qualvoll. Liebte sie ihn ? Brauchte sie ihn ? Sie war sich so unendlich unsicher. So lange hatte sie nichts mehr gehört. So lange schien es her ... so lange.
Inzwischen fand sie den Beschluss des Korporals Varuna nur in Begleitung verlassen zu dürfen recht lästig. Stets war jemand bei ihr und es gab kaum Stunden in denen sie alleine war. Es hatte sie einiges an Aufwand gekostet die Wachen am Osttor zu überzeugen sich wenigstens einige Stunden vor Thaddaeus Haus setzen zu dürfen um dort die scheinbare Einsamkeit auf seiner Bank zu nutzen. Hier hatte sie Ruhe. Zwar war sie sich der Blicke der Wachen bewusst und dennoch war es eine Möglichkeit ein wenig zu sich zu finden. Längst schon waren die Spuren verheilt und sie sah aus als wäre nichts gewesen. Doch die Erinnerung stand noch immer deutlich vor ihr. Dennoch bis auf den Brief hatte sie seit Tagen nichts mehr gehört. Er war unauffindbar. War er vielleicht verschwunden? War ihm etwa zugestoßen ? War sie frei? Unsicherheit. Bedenken. Etliches schwirrte ihr im Kopf herum und als der Schreiner eintrat wäre ihr beinahe die Kinnlade herunter gefallen. Das scheußliche rosa Haar und die unvorteilhafte Robe konnten sie nicht täuschen. Fast wäre sie unbesonnen auf ihn zugestürmt dann jedoch sah sie zum Fenster und bat ihn förmlich den Tisch doch nach Oben zu bringen. Dicht schritt sie hinter ihm die Treppe hinauf jede Bewegung und jedes Detail in sich aufnehmend. Momente später hielt er sie in den Armen, küsste sie wie ein Ertrinkender und ließ sie nicht los. In diesem Moment waren alle Zweifel bei Seite gewischt. Sie gab sich dem Kuss hin, erwiderte ihn nicht minder innig und war sich so sicher wie seit Wochen nicht mehr das dies das Richtige sei. Stunden später lösten sie sich zögernd, oder waren es Minuten. Die Zeit schien keine Rolle zu spielen und tiefe Zufriedenheit breitete sich in ihr aus. Dennoch gab es sicherlich einiges was die Beiden einander mitzuteilen hatte so holte sie einen ordentlichen Wein und stellte ihn auf den Tisch ehe sie sich setzte. Doch so sicher sie der Kuss gemacht hatte so unsicher machte sie das Gespräch. Unbewusst hatte sie wohl seinen Ahn vor die Türe gesetzt nach dem sich dieser unmöglich betragen hatte. Nim hatte sämtliche Kleider die sie ihr angefertigt hatte in den Postkasten gezwängt. Keine Nachricht, kein Brief und sie hatte es als deutliches Zeichen der Ablehnung verstanden. Selbst Ciarans Versicherungen dies betreffend konnten ihren Glauben nicht ändern. Sie hatte sich gewandelt vielleicht zum Schlechteren doch inzwischen stellte sie die Dinge die man an sie herantrug in Frage, zweifelte, hakte nach. War sie unterwegs sah sie sich vielmehr um ständig auf der Suche nach einem Beobachter. Doch an diesem Abend tat nicht nur dieses Gespräch sein übriges sie weiter von ihm zu entfernen als es jede Drohung je vermocht hätte. Ihr Sohn reagierte so ablehnend auf Cia das es ihr fast das Herz zerriss. Er mochte ihn nicht doch blieben ihr die Gründe verschlossen. Das Kind war bockig wie nie zuvor und lief irgendwann einfach fort. Unschlüssig blieb sie stehen dem Tumult in ihrem Kopf und ihrem Herzen kaum folgen könnend. Doch letztendlich blieb sie wo sie war. Sie würde ihm nicht nachlaufen so er glaubte in die Einsamkeit entfliehen zu müssen. Wie gut tat es ihr selbst manchmal und was sollte ihm in Varuna schon passieren? Dennoch war sie erleichtert als Cia anbot zu gehen. Obgleich es nun nichts mehr daran ändern würde könnte sie dann vielleicht in Ruhe darüber nachdenken. Ihm einen Handkuss zuwerfend sah sie zu wie er in selbiger Montur in der er gekommen war aus dem Haus trat. Die Treppen im Laufschritt nehmend ließ sie sich aufs Bett fallen und dachte nach. War es recht gewesen dem Kind nicht nachzulaufen er war doch so klein..? War es richtig gewesen Ciaran einfach gehen zu lassen ? Sie wusste es nicht und alsbald war sie eingeschlafen.

Der nächste Tag.

Keine Spur von Antoris doch sah sie eines seiner kleinen Hemden auf dem Stuhl und nahm geradewegs an das er wohl hier war. Auch fehlten Esswaren sowie das Pferd ihres Bruders. Da er Antoris ohnehin schon längst hatte zu einem Reitausflug mitnehmen wollen war sie beruhigt. Die Gedanken flogen zurück an ihren Liebsten. Was sollte sie tun? Was wollte sie tun. Was war sinnvoll und was entschied das Herz. Erneut diese Unsicherheit. Quälend, andauernd. Sie kam zu keinem Schluss irgendwo nagten Worte an ihr die dazu gesagt worden waren doch irgendwo wehrte sich auch etwas in ihr diese Worte zu glauben. War bereits zu viel geschehen als das sie zu einem glücklichen Ende kommen könnten. War bereits so viel geschehen das sich die Herzen die einander so nahe waren nun so fremd schienen. Erneut kamen Zweifel auf. Sie wusste es einfach nicht und vielleicht wollte sie es auch gar nicht wissen. Vielleicht wollte sie sich nicht entscheiden. Vielleicht war es längst entschieden und sie vermied sich damit abzufinden. Doch dann geschah etwas womit wohl nur das Schicksal gerechnet hätte. Sie wurde abgelenkt. Auf wohl angenehmste Art und Weise. Ein Mann ward in den Laden getreten mit seiner Art und seinem Betragen fand er Wege sie zu erheitern wie es schon lange nicht mehr geschehen war. Sie ging darauf ein und stellte überrascht fest welchen spass sie daran haben konnte auf gewisse Gesten ebenso keck und unerschrocken zu reagieren wie zu Antworten. Die Stunden flogen dahin und sie verschwendete keinen Gedanken an das was geschehen war. Sie stand dem Herren sicherlich nicht Nahe, oh Nein ganz im Gegenteil. Bisher hatte seine amtliche Art sie abgeschreckt und sein Betragen war ihr kühl vorgekommen doch heute, heute verzauberte er sie. Für Stunden war sie ohne einen trüben Gedanken. Für Stunden war das Wirrwarr in ihrem Kopf verschwunden. Sie war aufmerksam und entspannt. Erzählte vieles, hörte sich vieles an. Sie lachten zusammen und ihr Herz schlug schneller als wäre es befreit worden. Als er ging war sie verwirrt. Was sollte sie hiervon halten? Warum quälten die Götter sie so. War dies eine weitere Prüfung auf steinigen Pfaden? Würde sie bestehen? Unentschlossen setzte sie sich in die Abendsonne und wartete darauf das ihr Bruder mit Antoris nach Hause kam. Als der Abend der Nacht wich wurde sie nervös. Wo war das Kind? Wo war ihr Bruder? Suchend lief sie nun durch die Stadt jede Wache nach einem kleinen rothaarigen Jungen fragend – ohne Erfolg.