Zwischen Trommeln und Pfeilen
Verfasst: Montag 6. Oktober 2025, 09:24
Ich bin kein Soldat.
Nie gewesen. Und ehrlich gesagt – ich wollte auch nie einer sein.
Aber manchmal, so scheint es, fragt das Leben nicht nach dem, was man will,
sondern danach, was man schuldet.
Dem Haus Tiefenberg.
Der Akademie.
Meinen Freunden.
Und vielleicht auch mir selbst.
Also zog ich mit aus.
Mit dem Heer.
Mit all jenen, die für das Land, den Glauben oder einfach füreinander standen.
Ich trug keine Klinge, sondern eine Trommel.
Ein einfaches Instrument – laut genug, um Mut zu geben,
rhythmisch genug, um Angst zu übertönen.
Die ersten Tage waren ruhig.
Ich half beim Aufbau des Lagers, spannte Zelte, schuftete beim Palisadenbau.
Arne hatte das Sagen beim Holz, und ich – nun, ich lernte, dass ein Hammer sich gar nicht so anders anfühlt als eine Trommelstöcke.
Verdania und die anderen waren da, jeder tat, was er konnte.
Wir redeten, lachten – fast so, als wäre es ein Lager vor einem Fest und nicht vor einer Schlacht.
Am dritten Tag kam das Donnern.
Nicht von oben – vom Boden selbst.
Ein Grollen, das näher kam, bis der Himmel selbst den Atem anhielt.
Dann prallten die Heere aufeinander.
Ich trommelte.
Für Mut, für Ordnung, für irgendetwas, das größer war als wir.
Aber das Schlachtfeld frisst jedes Lied.
Man hört nur Schreie, Metall und das Dröhnen im eigenen Kopf.
Dann – ein Schlag.
Kein Schmerz zuerst. Nur der Aufprall, das Taumeln, der Staub.
Ich fiel.
Blinzelte.
Sah den schwarzen Pfeil in meiner Schulter stecken,
als hätte jemand ein Stück Nacht in mich geworfen.
Ich weiß nicht, wie lange ich lag.
Vielleicht eine Minute, vielleicht ein Leben.
Doch irgendetwas in mir beschloss, dass Liegenbleiben keine Option war.
Also ging ich.
Zwischen Kämpfenden hindurch, stolpernd, halb blind vor Schwindel.
Wie ich das überlebt habe, weiß ich bis heute nicht.
Und plötzlich – das Lagerfeuer.
Wie ein Leuchtturm.
Ich taumelte darauf zu, die Welt verschwommen, mein Arm taub.
Da war Cecilia, die Feldscherin, die Befehle gab,
ihre Stimme fest, während um uns das Chaos tobte.
Ich wollte etwas sagen, aber meine Zunge fühlte sich an wie aus Holz.
Dann – ein vertrautes Gesicht.
Gwenna.
Ihr Blick schnitt durch den Nebel.
Sorge, Schärfe, Wärme.
Sie sprach mit mir, ich hörte die Worte nicht, nur die Stimme.
Ich stammelte etwas davon, dass ich wohl getroffen wurde –
was, in Anbetracht des Pfeils, wohl überflüssig war.
Cecilia warf einen Blick auf die Wunde und entschied, dass ich „ins Lazarett“ müsse.
Ich widersprach nicht.
Gwenna half mir auf.
Ich weiß noch, wie ihre Hand mich stützte – fest, ruhig, ohne Zögern.
Und wie der Boden unter meinen Füßen wankte, während die Welt sich drehte.
Im Lazarett setzte sie mich auf eine Liege.
Ich sah ihr Gesicht über mir,
dann nur noch Licht, Stimmen,
und den Geruch von Eisen, Blut – und Jasmin.
Dann wurde alles schwarz.

Nie gewesen. Und ehrlich gesagt – ich wollte auch nie einer sein.
Aber manchmal, so scheint es, fragt das Leben nicht nach dem, was man will,
sondern danach, was man schuldet.
Dem Haus Tiefenberg.
Der Akademie.
Meinen Freunden.
Und vielleicht auch mir selbst.
Also zog ich mit aus.
Mit dem Heer.
Mit all jenen, die für das Land, den Glauben oder einfach füreinander standen.
Ich trug keine Klinge, sondern eine Trommel.
Ein einfaches Instrument – laut genug, um Mut zu geben,
rhythmisch genug, um Angst zu übertönen.
Die ersten Tage waren ruhig.
Ich half beim Aufbau des Lagers, spannte Zelte, schuftete beim Palisadenbau.
Arne hatte das Sagen beim Holz, und ich – nun, ich lernte, dass ein Hammer sich gar nicht so anders anfühlt als eine Trommelstöcke.
Verdania und die anderen waren da, jeder tat, was er konnte.
Wir redeten, lachten – fast so, als wäre es ein Lager vor einem Fest und nicht vor einer Schlacht.
Am dritten Tag kam das Donnern.
Nicht von oben – vom Boden selbst.
Ein Grollen, das näher kam, bis der Himmel selbst den Atem anhielt.
Dann prallten die Heere aufeinander.
Ich trommelte.
Für Mut, für Ordnung, für irgendetwas, das größer war als wir.
Aber das Schlachtfeld frisst jedes Lied.
Man hört nur Schreie, Metall und das Dröhnen im eigenen Kopf.
Dann – ein Schlag.
Kein Schmerz zuerst. Nur der Aufprall, das Taumeln, der Staub.
Ich fiel.
Blinzelte.
Sah den schwarzen Pfeil in meiner Schulter stecken,
als hätte jemand ein Stück Nacht in mich geworfen.
Ich weiß nicht, wie lange ich lag.
Vielleicht eine Minute, vielleicht ein Leben.
Doch irgendetwas in mir beschloss, dass Liegenbleiben keine Option war.
Also ging ich.
Zwischen Kämpfenden hindurch, stolpernd, halb blind vor Schwindel.
Wie ich das überlebt habe, weiß ich bis heute nicht.
Und plötzlich – das Lagerfeuer.
Wie ein Leuchtturm.
Ich taumelte darauf zu, die Welt verschwommen, mein Arm taub.
Da war Cecilia, die Feldscherin, die Befehle gab,
ihre Stimme fest, während um uns das Chaos tobte.
Ich wollte etwas sagen, aber meine Zunge fühlte sich an wie aus Holz.
Dann – ein vertrautes Gesicht.
Gwenna.
Ihr Blick schnitt durch den Nebel.
Sorge, Schärfe, Wärme.
Sie sprach mit mir, ich hörte die Worte nicht, nur die Stimme.
Ich stammelte etwas davon, dass ich wohl getroffen wurde –
was, in Anbetracht des Pfeils, wohl überflüssig war.
Cecilia warf einen Blick auf die Wunde und entschied, dass ich „ins Lazarett“ müsse.
Ich widersprach nicht.
Gwenna half mir auf.
Ich weiß noch, wie ihre Hand mich stützte – fest, ruhig, ohne Zögern.
Und wie der Boden unter meinen Füßen wankte, während die Welt sich drehte.
Im Lazarett setzte sie mich auf eine Liege.
Ich sah ihr Gesicht über mir,
dann nur noch Licht, Stimmen,
und den Geruch von Eisen, Blut – und Jasmin.
Dann wurde alles schwarz.





