Die Holzstämme von seinen tüchtigsten Lamas werden von ihm unter viel Gefluche und einigen missglückten Versuchen zu einer Art Gerüst zusammengebaut. Sein Maleem würde für die wackelige Konstruktion ihm eine gewaltige Standpauke verpassen, doch was er nicht weiß?
Die ersten Steine hatte er auch sogleich mitgebracht und so mischte Dakhil wieder etwas Mörtel an und hievte den Eimer auf die Brusthohe Mauer. Mit einem Stirnrunzeln betrachtete er den Steinhaufen hinter sich. Ihm fehlte schlicht eine weitere Person, welche die Steine ihm auf dem Gerüst anreicht.
Unzufrieden schaute er sich auf der Baustelle um und suchte fieberhaft nach einer Lösung oder einem glorreichen Einfall.
Unglücklich dreinblickend greift Dakhil sich einen weiteren der Eimer und legt einige Steine rein. Grummelnd betrachtet er die sechs Steine, die da rein passen. Nicht das wahre, aber besser als gar nichts vorerst. Mit einem Seil zieht er sich den Eimer mit den Steinen auf Arbeitshöhe und knotet das Ende an einem der Holzphähle der Konstruktion fest. Danach klettert er an dem nicht standfestem Gestell hoch und zieht sich den Mörtel dichter. Mit einer kleinen Handschaufel wird der mittlerweile leicht fest gezogene Mörtel grummelnd auf die Steinmauer geklatscht. Mit unzufriedener Mine wird die zu zähe Masse verteilt und ein Stein draufgesetzt. Das wiederholt Dakhil, bis alle sechs Steine aus dem Eimer platziert sind.
Vom Gerüst herunterkletternd greift er nach dem Seil, macht es lose und lässt den leeren Steineimer herab. Diesen wieder mit sechs Steinen befüllend und hochziehend, klettert er wieder hoch und greift nach der Handschaufel im Mörteleimer. Doch diesmal hat er nicht nur die kleine Schaufel in der Hand, sondern auch der ganze Eimer hängt an dieser fest. Mit viel Mühe zieht er die Schaufel aus dem Eimer. Der Ruck, der durch seinen Körper geht, als die Schaufel aus dem zähen Mörtel rutscht, lässt ihn beinahe vom Gerüst fallen. Dank seiner schnellen Reaktion bekommt er gerade noch eine hölzerne Querstrebe zu fassen und kann sich am wackeligem Gerüst festhalten.Mit einer tiefen unzufriedenen Furche im Gesicht klettert er nun vorsichtiger herunter und stellt den Eimer mit dem nicht mehr zu verarbeitendem Mörtel am Rand der Baustelle ab.
Die Hände in die Hüften gestemmt schaut er sich um, sein Blick bleibt am wackeligem Gerüst hängen, dann am minimalistischen Eimer mit den sechs Steinen drin, dann am unbrauchbar gewordenen Mörteleimer. Seufzend reibt Dakhil sich mit beiden Händen einmal durchs Gesicht, schnappt sich sein Werkzeug und geht es auf die bereits gut bekannte Weise reinigen. Seine Karawanentiere danach wieder zusammen stellend, greift er die Zügel des Leittiers und wandert zurück zum naheliegendem Grenzposten. Dort bittet er einige der diensthabenden Wachen um Unterstützung und Begleitung auf dem restlichen Weg bis zur goldenen Stadt und macht sich dankbar mit dem Schutz dieser auf den Rückweg.
In der goldenen Stadt angekommen gönnt er sich erst einmal ein ausgiebiges Bad im Badehaus und setzt sich danach in seinem Büro an den liegen gebliebenen Schriftverkehr. Irgendwann im Laufe des Abends kommt ihm der rettende Einfall, wie er das Problem mit den Steinen und dem Anreichen gelöst bekommt. Statt einem Schreiben, wird jedoch eine kleine Notiz aufgesetzt.
Später an dem Abend wird noch ein kleines schlicht gefaltenes Pergament in eine der privaten Truhen im Familienkeller eingeworfen.Cousine, ich benötige deine Hilfe die kommenden Tage. Hudad suche mich so bald es geht auf.
