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Verfasst: Montag 17. Juli 2006, 13:45
von Owyn Llastobhar
Mit einem angestrengten Gesichtsausdruck auf den Zügen folgten die eisblauen, kalten Augen den kleinen, kaum leserlichen Schriften in der Bibliothek der Academia Arcana, als ein Bote mit der Nachricht eintraf. Zuerst ein wenig verärgert über die Störung in seinen konzentrationsreichen arbeiten veränderte sich jener Ausdruck in seinen Augen jedoch recht rasch. Mit versteinerten Gesichtszügen sah er noch dem gehenden Boten hinterher, die eben erfahrenen Worte langsam realisierend und somit der Möglichkeit gegeben diese zu verarbeiten.

„Una“

„Vergiftet – tot?“

Ein unbeschreiblich bedrückendes Gefühl breitete sich im inneren seines Körpers aus, traktierte regelrecht mit einem zunächst leichtem stechen den Brustkorb. Ebenso war die Kehle wie zugeschnürt, nur durch ein schweres schlucken ließ der Klos im inneren seine Verbannung zu. Owyn ließ die Aufzeichnungen einfach auf dem Tisch liegen und eilte ohne weitere Gedanken darüber zu verlieren nach draußen, über die Gräser am Kloster vorbei, um letztendlich die Tore Varunas zu passieren. Nachdem er mit fast tonloser, trockener Stimme einem vorbeilaufenden Gardisten, nach dem Weg zum Konvent gefragt hatte, war auch diese Hürde genommen und das Gebäude erstreckte sich an dem lauen Abend vor ihm.

Der hagere junge Mann mit dem schneeweißen Haar beobachtete, wie von Zeit zu Zeit einige diverse Personen das große, geöffnete Tor verließen und wieder hineinhuschten. Für einen kurzen Moment schloss Owyn die Augen und dachte über das eben erfahrene nach. Auch wenn es diverse Auseinandersetzungen mit der kleinen Una gab, so hatte er sie als Verwandte akzeptiert und war allmählich dabei sie zu mögen und zu achten, und jetzt….?

Ihr war es unter anderem gelungen lange Zeit vergessene Gefühle zu entlocken, Gefühle der Zugehörigkeit, die er sonst nur von seinem Bruder Leith kannte, seit dem er auf Gerimor angekommen war. Die bildlich gesehene, eiserne Hand Tuirean’s welche sein Herz umklammerte hatte sich gelockert, doch für was? Damit er nun trauerte?

Langsam Begriff er, dass es wesentlich einfacher wäre, sein Leben in der Kälte, in der er sich lange Zeit vergraben hatte zu erhalten. Doch war es besser? Oder waren gerade solche Gefühle – selbst Trauer – jene die das Leben lebenswert machten?

Eine einzelne Träne erklomm den Weg aus seinem Augewinkel und kullerte einsam der zart-bleichen Wange hinab, ehe er in Richtung Eingang des Konvents verschwand ….

Verfasst: Montag 17. Juli 2006, 18:41
von Alassea
Immer wieder treufelte sie etwas von dem Mittel in Unas Mund und beobachtete ob jene nicht langsam schlucken wollte, ewig lange zog es sich hin bis sie irgendwann dann doch, wenn auch nur zaghaft, sachte Schluckbewegungen bemerkte.

Man merkte ihr die Müdigkeit langsam an, auch wenn sie sich nach aussen hin ausgeglichen und ruhig gab, so brauchte es nicht sehr lange bis sie eingeschlafen war in ihrer Heilerstube. Zum Hof wollte sie nicht, sie wollte erreichbar bleiben, der Konvent war nicht so weit weg.

Shel war dann doch auch gekommen und half ihr in der Heilerstube wo es nur ging. Torina hatte sie nach langer Zeit ebenfalls wieder gesehen, eine Patientin hatte sie gehabt zwischendurch und kaum waren die Leute weg war sie auch schon wieder im Konvent. Länger als zwei Stunden schlief sie nicht, dann zog sie sich noch halb schlafend an und tapste schon wieder, kaum sichtbar hinkend, zum Konvent zu Una. Sie verlängerte den Abstand der Tropfen von einer Stunde auf zwei Stunden, um Unas Körper eine längere Ruhezeit zu geben und die Chance auch ohne Mittel langsam selber zu kämpfen.

Oftmals kam Angelina vorbei schauen und jene schien zwar immer noch besorgt, aber wirkte auch zufriedener.

Langsam lag es an Una selber ob sie leben wollte und kämpfen, oder ob sie aufgab.