Die Gießerei
Am dritten Tag durch die Berge und Wälder sah man Lichter im Tal des Tanngebirges. Theodora schaute aus dem Fenster und ergriff das Wort. Flora wie lange warst du nicht mehr hier in der Heimat? Seit ich bei euch in Adoran bin nicht mehr. Theodora nickte. Vermisst ihr es? Flora schüttelte den Kopf. Ich habe nur schlimme Erinnerungen an Krähenau Odora. Wieder nickte Theodora den Blick weiter auf die Lichter im Tal gerichtet. Weißt du dieses Land und seine Bewohner sind unbeugsam. Wir haben damals den Krieg verloren und nur durch der Krone Schutz unsere Grenzen behaupten können. Ohne die Krone Flora wärst du als alatarisches Kind großgezogen worden. Wir verdanken der Krone weit mehr als einen Landstrich. Es erlaubt uns allen in Freiheit groß zu werden. Die Möglichkeit der Selbstverwirklichung. Das du in meinem Waisenhaus aufgewachsen bist und heute so viel Gold verdienst. Mit mir in dieser Kutsche sitzt hast du der Krone zu verdanken. Darum werden wir immer, hörst du immer, im Sinne der Krone handeln. Flora nickt knapp und demütig. Natürlich Odora…

Die Kutsche bog ein auf die Straße ins Dorf, es war schon dunkel und die Sonne hinter den Bergen verschwunden. Man machte Halt und kehrte ins Gasthaus ein.
Am nächsten Morgen war Theodora bereits schon früh wach. Sie war unten in der Gaststube und half der Schankmaid und dem Koch, es war Lachen zu hören und Flora wunderte sich welch ausgelassene Stimmung herrschte als sie verschlafen aus dem Zimmer herunter kam. Theodora sang und tanzte mit dem Koch durchs Zimmer. Flora musste sich kneifen um sicher zu gehen, dass dies kein Traum war. Theodora stürzte auf sie zu und umarmte Flora. Welch schöner Tag es doch ist und wie kalt und dünn die Luft ist. Eile dich mit dem Frühstück wir müssen schnell in die Gießerei das Material habe ich bereits anliefern lassen. Flora schaute sich um und bemerkte das bereits ein komplettes Frühstück serviert war. Wia habn seltn Gäscht wia freun uns das ihr bei uns nächtigt, erklärte der Schankwirt. Flora setzt sich und begann zu essen. Flora hatte kaum Zeit zum Essen denn Theodora sauste wie ein Derwisch durch das Gasthaus. Sie putzte sogar, niedere Arbeiten im Uhrwerk musste meist Flora machen und es wirkte doch sehr befremdlich wie Theodora sich benahm.

Nachdem man sich Winterfein gemacht hatte und durchs Dorf ging war sie auch wieder wie ausgewechselt. Großgewachsen, erhobenes Haupt, ein grazile Anmut schritt sie voran und machte Klar wer das Sagen hatte. Die Gießerei war eher eine Waffenschmiede auch wenn man zugeben musste das auch wenn sie unscheinbar wirkte, einen gigantischen Lagerbestand hatte und zudem sehr viele Handwerker die an Esse und Amboss standen. Ein seltsames Banner wehte von der Decke was Flora auffiel. Begrüßt wurden sie von Loroé und einem dicken Mann der sich vorstellte als Ferdinand Goldfeder. Flora kannte Loroé nur vom Sehen er war der damalige Diener der Familie Vempri und immer noch stets loyal Theodora gegenüber. Der etwas kräftige Herr der in einem Ähnlichen Alter wie Theodora war, gab sich ihr sehr nah und man merkte das beide sich wohl seit Kindheit kannten. Flora verstand nicht viel von dem was sie sprachen und flanierte durch die Gießerei, die Schmieden glichen Drachenmäulern und überall arbeiteten Männer mit und schmolzen Erze ein. Dann im Innenhof der Gießerei hielt Flora inne eine gigantische Grube war vorbereitet worden für … die Glocke.
Fortsetzung folgt ...



