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Verfasst: Samstag 28. November 2009, 19:41
von Cyrion Sha´Ar
Wieder war Cyrion in der Bibliothek. Wenn er nicht gerade im Dienst war oder durch die Umgebung stromerte, war er dort zu finden. Zumeist in einem der Sessel am Fenster oder auch mal leger zurück gelehnt in einem der Sofas - und las. Bücher über Etikette und Rittertum. Doch zumeist über Temora, die Tugenden und die Geschichte der Götter und der Welt. Hin und wieder kamen Leute in die Bibliothek, sahen ihn, blieben oder gingen wieder. Manche von ihnen überrascht, mal angenehm, mal unangenehm. Dinge, die ihm nicht entgingen, doch hatte er selten das Bedürfnis, deutlich zu machen, das er die Störung bemerkt hatte. So gut es ihm möglich war, ignoriert er die Menschen. Es war zum guten Teil deswegen, weil er sich nicht schon wieder damit auseinander setzen wollte, was die Leute hier von ihm dachten.
Wieder raschete Pergament, als er die Seite wendete. Er mochte die Bibliothek. Geräumig, Luftig und Licht. Ein Schatz aus Büchern hier zu finden. Wenigstens verurteilten ihn die Bücher nicht.
Ob ihn die Leute jetzt wirklich verurteilten wusste er nicht genau zu sagen, da er ihnen aus dem weg ging und Kontakt - auch Augenkontakt - mied.
Eine Form von wegrennen vielleicht... Und doch... es blieb ihm nichts anderes übrig. Fiel er nochmals auf, würde er des Landes verwiesen werden. Eine Schande für ihn und seine Herrin. So machte er sich lieber rar - verhielt sich im Hintergrund.
Das einzige, was die Leute über ihn noch zu sagen vermochten, das er entweder nicht da war, in der Bibliothek oder 'plötzlich auftauchte' - schlichtweg, weil er sich still bewegte. Womit die Tage für ihn auf Elbenau nurmehr ruhig verliefen... Auffälligkeiten von seiner Seite gab es keine mehr.

Verfasst: Dienstag 1. Dezember 2009, 13:40
von Darna von Hohenfels
Sie schob es auf die unterschwellige Spannung im Haus, daß sie sogar noch früher aufwachte als gewöhnlich - vorausgesetzt, die Nacht hatte überhaupt Schlaf beinhaltet, statt wie früher eher geschehen morgens ein übermüdetes Schloßgespenst zu präsentieren.
Das Erntedankfest in Elbenau. Man hatte es dieses Jahr sogar wegen ihres Besuches um einige Tage nach hinten geschoben und es grad noch am letzten Tag des Goldblatt stattfinden lassen. Dafür war sie sehr dankbar, denn wenigstens war ihr vor einer Weile endlich eine Idee gekommen, was sie Luca als Ersatz vorläufig schenken konnte, während das richtige Geschenk längst zuhause in Adoran lag. Immernoch war es ihr peinlich, daß sie es zwar rechtzeitig vor dem Geburtstag, aber nicht rechtzeitig genug vor der Abreise in Auftrag gegeben hatte. Seit über zwei Wochen hatte sie nun immer wieder über eine Lösung für dieses Dilemma gegrübelt. Und es sollte ja nicht, wie von Luca schon befürchtet, in die gleiche Zeit wie ihr Hochzeitstag gelegt werd...
Mist.
Oder besser: Glück gehabt? Sie hielt darin inne, sich die Weste zuzuknöpfen und sah schuldbewusst auf den noch schlafenden Adrian. Sie hatte ihren Hochzeitstag vergessen. Kurze Erleichterung: "Hat er schließlich auch", die rascher Ernüchterung wich: "Nein, hat er nicht." Gerade wurde ihr der Sinn einiger andeutender Bemerkungen von ihm klar, als sie noch eine Tagesreise vor Riedbrück gewesen waren. Und der Grund für sein verstärktes Bemühen, in den Pausen während der Reise ihre Nähe zu suchen, was von wenig Erfolg gekrönt war. Nieselregen, ein Blick zur mürrischen Viola auf dem Wagen, Grübeleien an alles mögliche, was auf der Reise noch alles auf sie zukäme hatte sie sämtliche Hinweise übersehen lassen, und offenbar war Adrian zurückhaltend genug gewesen, um ihr nicht einen Wink mit einem ganzen Eluviarbaum zu geben und sie vor allen anderen bloßzustellen. Sie hatte es gerade sehr bildlich vor Augen, wann der Moment gewesen sein musste, an dem er seine Bemühungen mit leisem Seufzen einstellte und sie in Ruhe ließ.
"Und da regen sich andere Frauen auf, wenn ihr Mann den Hochzeitstag vergisst... Was hast du bloß für eine komische Frau geheiratet?" Wie konnte sie das wieder gut machen? Sie ging im Kopf schon diverse Möglichkeiten durch, das mit dem Fest irgendwie zu vereinbaren, als sie beim nächsten leisen Schritt durch den Raum an sich herabsah: "Ein guter Anfang ist bestimmt schon, ihn erstmal trotzdem ungerührt also alleine aufwachen zu lassen, ja genau..."
Als Adrian schlaftrunken halb aufwachte, musste das erste Gefühl am Morgen wohl Verwirrung sein, was um himmels willen mit seiner Frau los war: Dass sie offenbar schon genügend aufgestanden war, um sich angezogen zu haben und nun ins Bett zurückkehrte, um sich an ihn zu schmiegen war völlig gegen ihre Art und ein absolutes Novum.

Das Fest
Sie wusste noch sehr gut, wie sie das geschmückte Elbenau als Kind mit staunenden Augen betrachtet hatte, als gäbe es keine überwältigendere Dekoration auf der Welt. Dem erwachsenen und stadtgewohntem Blick präsentierte sich klar und deutlich der provinzielle Charakter, und doch musste sie über den detailverliebten Aufwand staunen, der an vielen Ecken betrieben wurde:
Sämtliche Häuser im Ort waren geschmückt, mit bunten Bändern, von Kindern gebastelten Girlanden aus buntem Laub, mit gebundenen Kornähren, Obstarangements und Sonnenblumen. Wo der Boden arg zu weich und zu matschig war, war Stroh verteilt worden, dutzende aufgeschichteter Ballen boten vielerorts Sitzgelegenheiten. Hölzerne Stände waren aufgebaut worden und vieles hatte am frühen Morgen noch gefehlt, was gezielt erst am eigentlichen Feiertag noch gebracht werden sollte. Bald dampfte dort Suppe oder frisches Brot, zu den vielfältigen Gerüchen gesellten sich feilgebotene Kräuter von Wald und Feld, Trockenobst, Gebäck, diverse Wurst- und Käsesorten, Braten, Säfte, Bier und Schnaps. Zwischen den Warenständen gab es diverse kleine Gatter und Käfige, in denen Gänse schnatterten, gute Legehennen oder künftige Suppenhühner gackerten und vereinzelt Tiere wie Schafe oder Ziegen den Chor ergänzten. Auch Dinge, die nicht irgendwie der Ernährung dienten, wurden feil geboten: geschmiedete Töpfe und Pfannen, Keramikware, Stoffe, Sattlerware, Schuhe, etwas Schmuck zumeist aus recht naturbelassenen und einfachen Materialien... Doch jedes Jahr bemühte man sich erneut darum, den Markt nicht die Oberhand gewinnen zu lassen und das Fest allein dem Warenhandel zu opfern.

Die Kinder drehten fleißig die hölzerne Glücksradscheibe und freuten sich über die gewonnenen Kekse oder gar den Hauptpreis, eine Handpuppe aus Holz und Stoff, die eine der beliebten Figuren aus dem Handpuppentheater darstellte. Auch beliebt war ein großer hüfthoher Wasserbottich, in dem Holzstückchen schwammen, die man mit einem kleinen obstpflückerähnlichen Gerät angeln musste und an denen im Wasser nicht sichtbar kleine Lose hingen, die den Gewinn markierten. Garantiert würde es heute auch wieder ein oder zweimal passieren, daß eines der Kinder ein anderes ins Wasser schubste, wenn es sich zu ambitioniert wirkend zu weit und zu verführerisch vorlehnte. Das Gezeter wäre wieder groß und ein schimpfendes oder weinendes Kind würde wieder ein Weilchen ins Warme gebracht und getrocknet werden müssen.
Je nach Alter würden manche nur gelangweilt wirkend durch die Gegend schlendern und sich nirgends richtig aufgehoben fühlen, oder Grüppchen bildend zusammen stehen und schwer nachvollziehbar lästern, rangeln, kichern, kleine unsinnige Wettbewerbe erfinden und sich auf den Teil des Festes freuen und gleichzeitig Bammel haben, wenn beim frühen Dunkelwerden die Laternen angezündet und die Tanzfläche eröffnet würde. Noch standen die meisten hier und dort an den Ständen und halfen beim Verkaufen oder weiteren Vorbereiten der Festereignisse.

Die Erwachsenen würden sich bestimmt ausreichend den Bauch vollschlagen und vor allem das Bier und die verschiedenen Schnapssorten ausgiebig gekostet haben, und mit Sicherheit würde es vereinzelt auch wieder den einen oder anderen geben, der den Hals nicht voll genug bekam und so wieder dafür sorgte, daß andere zu tun bekämen, damit dadurch das Fest und die Besucher nicht zu mißliebig behelligt wurden.
Davor aber würde vieles auch noch sehr gesittet vonstatten gehen, in ländlich gutbürgerlicher Manier. Darna war sehr froh, daß sie nur den Preis für die schönste Kuh überreichen sollte und das Auswählen dieser ihr erspart blieb. Ausnahmslos war jede dieser Kühe schön geschmückt und ihre Erfahrung mit Pferden ließ sie auch recht fachkundig den einen oder anderen Unterschied feststellen, aber... letztlich wirkten die Tiere doch alle sehr ähnlich.
Ein größeres gemeinsames Essen und ein paar Reden würde es am Nachmittag noch geben, wenn die Spanferkel fertig waren. Für mehrere fest einzuplanende Besucher und "Würdenträger" der Umgebung gab es eine L-förmige Tafel aus mehreren Tischen und Bänken, in deren Nähe dann verstreuter noch weitere Tische meist zum Essen im Stehen standen. Wie viele Besucher wohl kommen würden? Das Wetter war gnädig, über den Tag würde es nur drei kleinere Schauer geben; es war kühl, bewölkt, aber dafür war man eben unter der Festtagsgarderobe etwas wärmer gekleidet. Das ganze Lehen Elbenau beherbergte etwa 400 Einwohner, und zu diesem Termin konnte man damit rechnen, daß jeder einmal vorbeischaute, der nicht gerade hochgebrechlich im Bett lag. Auch aus den umliegenden Dörfern und Weilern, die schon wieder zu Schwertbergen gehörten, würden sicher einige kommen, wenn nicht ein größerer Ort mit eigenem Fest wiederum näher lag. So oder so - es würde überschaubar bleiben.

Darna schob die gewisse Nervosität, daß sie am Mittag in der kleinen Dorfkirche eine Art Predigt halten sollte, beiseite. Es würde schon schiefgehen. Zumindest schien der junge Eluive-Diakon, der seit ein paar Monaten hier bemüht war, auch so etwas wie eine Gläubigengemeinde als festen Bestandteil aufzubauen, volles Vertrauen in sie zu haben, nachdem sie ihn beruhigt hatte, nicht am Erntedankfest ausgerechnet über Kampf und Heldenmut erzählen zu wollen. Immernoch fiel es ihr etwas schwer, den Gedanken überhaupt mit sich zu vereinbaren, daß es hier nun einen echten Diakon gab und nicht wie damals diesen temorianischen Laienbruder, der ihr inzwischen in manchen Details doch etwas fragwürdig geworden war. Das seltsame Glänzen damals in seinen Augen und die im Nachhinein teils geifernd anmutenden Worte, nachdem sie ihm von Elseratines scherzhafter aber unverstandener Bemerkung, sie fresse kleine Kinder zum Frühstück, erzählt hatte...
Heute würde die Zeit sein, mit diesem Kapitel ihres Lebens nochmal abzuschließen, zwei Seelen neuen Frieden zu geben und ein Stück Wahrheit in eine Lüge zurück zu bringen. Darüber war sie sich sicher. Sie wusste nur noch nicht ganz genau, wie. Doch auch das war jetzt gerade nicht von alleroberster Priorität. Suchend blickte sie sich um und entdeckte schnell den Blondschopf.

sowas wie Geburtstag
"Luca? Komm mal her." Sie winkte ihn näher und ein leichtes Schmunzeln grub sich in ihre Mundwinkel. Ob er sich darüber freuen würde? Sie hoffte es. "Luca, ich wollte dir noch sehr dringend sagen, daß wir keineswegs vergessen haben, daß du diesen Monat Geburtstag hast... Dein richtiges Geschenk liegt nur leider in Adoran, weil ich es nicht rechtzeitig genug in Auftrag gab, um es auch schon zur Reise mitnehmen zu können, was mir leid tut.
Du sollst aber auch nicht ganz leer ausgehen: Heute wollen wir es halten, als hättest du Geburtstag." Sie stockte kurz, weil ihr die Frage in den Kopf schoß, ob sie sich dafür angemessen verhielt - eigentlich nicht, oder? Es kam ihr selber gerade so lieblos vor, aber was sollte sie denn gegenüber Luca anders machen? "Ähm... herzlichen Glückwunsch also." Bei Phanodain, was kam sie sich unerwarteterweise gerade dämlich vor! Entsprechend unbeholfen wirkte sie auch. Dabei hatte sie sich so genau überlegt, was sie Luca heute alles erlauben wollte...
"Also, du kannst heute machen, was du möchtest. Wenn es nicht gerade eine Kuh oder sowas ist, kannst du auch kaufen, was du möchtest. Adrian wird dich begleiten, wann du magst und sofern er nicht gerade eine Rede halten muß." Sie atmete kurz duch - das klang nach so vielen Einschränkungen, aber sie wollte es nicht verdeutlichen müssen, wenn es bereits zu spät war und damit nur enttäuschen. "Verstehst du, wenn es nicht gerade in Extreme fällt, für die wir uns abgrundtief schämen müssten, kannst du dich heute hier vergnügen, wie du magst. Wir werden den Leuten auch sagen, daß du Geburtstag hast, dann kommt man dir sowieso auch entsprechend entgegen. Du kannst essen, soviel du magst und du darfst heute bis zu drei Bier allein für dich haben." Verhaltenes Luft einziehen. Drei Bier, war das zuviel? Sie hatte länger nur zwei genehmigen wollen, aber das kam ihr... für den Anlaß zu wenig vor, nicht außergewöhnlich genug. Er war fünfzehn. Oder vierzehn? Nein, fünfzehn. Es fiel ihr unglaublich schwer, abzuschätzen, was da angemessen war, wenn man es mit "normalen" Maßstäben betrachtete und nicht mit ihren eigenen Erfahrungen und Werten. Gerade hier auf dem Land galt man früher als "erwachsen", spätestens mit siebzehn. Gepaart mit einer etwas spießigen Einstellung zu moralischen Werten.
"Wenn du .. schlau bist, teilst du dir das gut ein." Sie setzte zu einer Erklärung an, nicht auf leeren Magen und nicht alles auf einmal zu trinken, würgte sich selbst aber ab: "Naja, ist ja auch nicht das erste Mal, daß du Alkohol trinkst. Trotzdem, keinen Schnaps heute. Und bitte denk daran, daß zur Mittagszeit in der Kirche eine Andacht ist und der wirklich ungezwungene Teil erst später beginnt." So, das reichte nun aber auch. Sie kam sich jetzt schon schäbig vor und ihre eigenen Worte wirkten ihr eher wie eine gouvernantenhafte Lektion statt wie ein Geschenk.
Sie bemühte sich redlich um ein gelasseneres und gutmütiges Lächeln.
"Genieß den Tag einfach und amüsier dich gut, ja?"


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(#ooc: Trotz heutiger Rückkehr der Gruppe ins ig wird der Thread als Nacherzählung weitergeführt.)

OUT OF ORDER

Verfasst: Donnerstag 3. Dezember 2009, 01:16
von Savea Falkenlohe
Sie hatte die Ruhe genossen.
Es ist eine Sache, eine bevorstehende Reise zu planen, alles Nötige dafür vorzubereiten und selbst darauf vorbereitet zu sein… eine ganz andere Sache hingegen, sich der Rückkehr plötzlich gegenüber zu sehen.
Man konnte es nicht Trubel nennen, aber angesichts des Haufens zu waschender Wäsche, dem Zurückfinden in den Alltagstrott… nein… Alltagsmarsch, konnte man dazu kommen, sich die Abwesenheit mancher zurückzuwünschen.
Nein! Nicht das Alter war schuld! Ganz gewiss nicht! Nur… das seichte Dahinplätschern der Tage, Wochen, Monate, in denen man sich an die Ruhe gewöhnt hatte, mit kleinen Ausnahmen.
Eine geringe Menge an Kartoffeln, Fleisch und Gemüse ward gebraucht, um die wenigen Mäuler zu stopfen, die wenigen Mägen zu sättigen, ergo keine großen Einkäufe zu tätigen, keine Gäste zu beköstigen, keine Menues zu planen, keine Feier auszurichten… Müßiggang.

Es klopfte, es läutete die Glocke, es wurde gerufen…
„Ja, Milady sei wieder im Hause.“
„Ja, seine Hoheit sei wohlbehalten von der Reise zurück.“
„Ja, beide seien wohlauf.“
„Gewiss werden sie sich freuen Euch zu empfangen.“

Nein! Nicht das Alter war schuld! Ganz gewiss nicht!

Verfasst: Donnerstag 3. Dezember 2009, 02:16
von Luca
Ihm schoss ein lauerndes „Was...?“ durch den Kopf, als sie ihn rief. Er hatte eindeutig nichts angestellt, war gewaschen und hatte das Gefühl, mit allen gut auszukommen. Der aufkeimende Missmut wich sofort Verblüffung, als sie weitersprach. Sie hatte an seinen Geburtstag gedacht. Sie hatte ein Geschenk für ihn besorgt...? Im ersten Augenblick starrte er sie nur sprachlos an, dann musste er sich auch schon wieder beeilen, um weiter zuzuhören, während sich ein Strahlen auf seinem Gesicht ausbreitete. Sie hatte an seinen Geburtstag gedacht und ein Geschenk besorgt! Kurz fühlte er den Moment, in dem er jedem Anderen wäre er um den Hals gefallen, aber bei Lady war das keine Option. Mit einem Mal fiel es ihm schwer, untätig zu bleiben.
Sachen kaufen... mit Adrian losziehen... ein riesiges Fest, wie für ihn... alle würden es wissen, ein Haufen normaler Leute zum Gratulieren und Feiern. Ein Geschenk in Adoran! Seine Gedanken flitzten hin und her. Drei Bier... drei? Kurz zuckte seine Augenbraue skeptisch, doch um keinen Preis wollte er den Moment verderben. Außerdem hat sie nichts von Wein gesagt, notierte ein pragmatisches inneres Stimmchen, obwohl er gar nicht vorhatte, sich zu betrinken. Es gab viel zu viel zu entdecken und zu erleben. 'Einteilen'... drei Bier... Ein heiteres Grinsen ließ sie wissen, dass sie ihm da keine Tipps zu geben brauchte.

Er hatte Geburtstag! Es hatte sie gekümmert! Alle würden mit ihm feiern! In Adoran gab es ein Geschenk! Kaum, dass sie geendet hatte, fuhr er herum. Vio suchen! Gutwin! Und Adrian – der wusste es doch schon – egal! Doch erst Adrian, damit er auch wirklich mitkam... Pläne machen! Ohne Zeit zu verlieren, lief er los und dachte nicht einmal daran, dass er sich fest vorgenommen hatte, vor Anderen brav bei 'Hoheit' zu bleiben.

"Adriaaaaaaaaaaaan!"

Verfasst: Donnerstag 3. Dezember 2009, 20:02
von Darna von Hohenfels
"Freut mich, daß es dir gefällt, Luca. Gern geschehen. Ja, bitteschön...", murmelte sie der sich entfernenden Staubwolke hinterher. Grinsen musste sie dann doch und Erleichterung stellte sich ein. Er freute sich also. Unübersehbar. Auch wenn... naja, an den Manieren wäre wie gewohnt zu feilen, "aber was soll's."

"Er hat Geburtstag?", hörte sie von schräg hinter sich eine Stimme, Veltin. Hinrich stand daneben, Allerich unterhielt sich ein Stück weit entfernt.
"Ähm, ja. Gewissermaßen", antwortete sie und fügte hinzu, um der Wahrheit genüge zu tun: "Außer 'im Herbst' weiß er nicht, wann genau. Und heute ist... ein guter Tag."
"Ja, da hast du recht", schmunzelte ihr Bruder, "dann soll er sich mal amüsieren." Hinrich ergänzte: "Ich glaub, dann sorg ich mal dafür, daß das so der eine oder andere Verkäufer hier weiß... auch das mit 'kein Schnaps'."
Darna lachte: "Danke, aber ich glaube, da hab ich nichts zu befürchten."
"Hm, er scheint mir doch ein ziemliches Schlitzohr."
"Ja, ist er...", meinte sie eher milde schmunzelnd, "doch ich vertraue ihm." Sie atmete durch, sah sich um. Es wurde langsam voller.

"Darna?" Ihre Mutter kam plötzlich näher, übers ganze Gesicht strahlend und mit einem flachen Teller in der Hand, auf dem Kuchen war. "Schau mal, wir haben dir zu Ehren ein neues Rezept ausprobiert, du musst unbedingt einmal kosten!"
Hinrich zog sich unauffällig zurück und den Kopf tiefer zwischen die Schultern. DER Kuchen. Darna zog erstaunt die Brauen hoch. "Kuchen? Mir zu Ehren? Eigentlich hätte den Luca verdient."
"Oh nein, so viel kann der arme Bengel gar nicht ausgefressen haben", dachte Hinrich, "Oder er sollte sich vorher doch gründlich besaufen."
"Nein nein, der ist für dich", beteuerte Siglinde rasch, "du musst ihn wirklich mal probieren, Ursel hat sich so viel Mühe gegeben."
Darna wurde der Teller unter die Nase gehalten und sie besah sich die Stücke. Oben und unten war brauner Teig fast wie bei Kirschkuchen, und die Füllung war nicht zu erkennen - man hatte sich sogar die Mühe gemacht, die Schnittseiten mit Zuckerguß wieder abzuschließen. Es roch etwas seltsam, süßlich und mit einer unbestimmten Note, irgendwie hatte sie einen ähnlichen Geruch kürzlich in der Nase gehabt... egal, würde sie ja gleich feststellen. Arglos nahm sie ein Stück und biß ab.
Süßlich... ja, immernoch. Etwas faseriges legte sich nach dem weichen Teig auf ihre Zunge. Ein etwas räucherartiger Geschmack, und jetzt erkannte sie auch, aus was die Füllung bestand.
"Kuchen mit Sauerkraut?", fragte sie verwundert und sah auf die Bißstelle. Ja, der Kuchen war eindeutig mit Sauerkraut gefüllt. "Das geht?"
Ihre Mutter sah sie hoffnungsvoll an: "Schmeckt er?"
Veltin verzog im Hintergrund angewidert das Gesicht.
Darna verzog eher irritiert das Gesicht. "Naja... also..." Da mochte sie erstaunlicherweise nach Ewigkeiten doch Sauerkraut, und dann machte sich Ursel gleich die Mühe, sowas in Kuchen auszuprobieren? Das schmeckte seltsam, aber sie brachte es gerade nicht übers Herz, ihre Mutter und Ursel zu enttäuschen. "Öh... ja doch, eigentlich..." Tapfer biß sie nochmal ab. Schluckte. Uff. Sauerkraut drohte doch gerade wieder von der Liste der Dinge zu rutschen, die sie mochte. Um sich mit ihrer Mimik nicht zu verraten, gab sie nur ein vages "Mhm.." mit einem Nicken von sich und dreht sich etwas seitlich, vorgebend, dabei weiter mit zunehmendem Interesse das Kuchenstück zu vertilgen. "Wie werd ich das Zeug jetzt eigentlich unauffällig los? Mist."
"Ha, ich wusste es ja, sie ist doch wieder schwanger"
, dachte ihre Mutter triumphierend.
"Gleich muß sie doch kotzen", dachte Hinrich.
"Bei allen Göttern", dachte Veltin und sah seine Schwester fassungslos an.
"Ob das jetzt ein Fehler war und sie mir nachher noch mehr von dem Zeug andrehen wollen?", fragte sich Darna und reichte bemüht lächelnd den Teller zurück. Sie brauchte einen Grund, nicht noch das zweite Stück essen zu müssen. "Eine interessante Kreation, aber hier wird noch so viel angeboten, daß ich mir nicht gleich den Magen vollschlagen möchte, danke Frau Mutter."
Siglinde nickte, nahm den Teller wieder entgegen. "Sicher Darna, amüsier dich gut und überanstrenge dich nicht."
Überanstrengen? Darna hatte Mühe, ihre Mimik im Griff zu behalten. Was war bloß los mit ihrer Mutter? "Ohje, hoffentlich ist das nicht schon das Alter..."
"Ja, ich werd auf mich aufpassen", meinte sie möglichst gütlich lächelnd.
Siglinde dampfte zufrieden ab - die gute Nachricht musste sie unbedingt Allerich erzählen!

Hinrich trat näher, als sie weg war, musterte Darna skeptisch und schief grinsend. "Es hat geschmeckt, ja?"
"Ähm..." Sie räusperte sich und wurde leiser, "sag es ihr bitte nicht, ich wollte sie nicht enttäuschen, aber... nein, eigentlich nicht so wirklich."

Was um himmels willen war heute eigentlich wieder los?! "Hinrich..?" Baff sah sie ihrem Freund hinterher, als der mit schallendem Gelächter in die Menge verschwand. Auch Veltin hatte sich abgesetzt. "Alle verrückt geworden...", murrte sie für sich und ging sich nach etwas zu trinken umsehen, um den Geschmack aus dem Mund zu spülen.

Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2009, 03:57
von Adrian von Hohenfels
Er hörte den Schrei hinter sich, wohl hatte er es ahnen müssen, wusste er von Darna's Angebot. Dennoch zuckte er kurz zusammen um sich dann zu mühen nicht zu lachen oder gar auch nur zu Schmunzeln. Aufgesetzt ernster Miene wandte er sich um und empfing Luca mit strengem Blick. "Worüber sprachen wir oft genug, bezüglich einer Anrede in der Öffentlichkeit?"

Luca's Stimmung schien wie vor eine Steinwand zu laufen, dementsprechend hielt der Junge inne. Noch bevor er eine weitere Entgegnung auf der Zunge hatte zupfte Adrian ihm schmunzelnd am Ohr. "Erinnere mich, dich morgen dafür in die Pferdetränke zu werfen. Heut ist dein Tag, also überlege dir gut wie du ihn verbringen möchtest. Doch bald wird es erst einmal Zeit für die Messe. Komm sehen wir uns erst einmal ein wenig um, dann können wir für später vorplanen."

Gemeinsam schlenderten sie an den Aufbauten vorbei, wobei er kurzzeitig einen Blick auf Darna erhaschen konnte, während sie ein gewisses Backwerk "genoss". Er würde aufgrund der offenbar wenig begeisterten Miene später erfragen, worum es sich hierbei gehandelt hatte. Die Zeit verrann und die Messe rückte näher. Einem Wunder schien es gleich, dass Luca diese manierlich ruhig verfolgte. Man konnte ihm ansehen, dass er den nahenden Nachmittag herbeisehnte. Allmählich schlich sich Adrian ein Gedanke ein, welches Geschenk er dem Jungen würde unter Umständen machen können. Durchführbar würde dies gewiss erst in der Hauptstadt werden, Möglichkeiten waren ihm dort aus früheren Zeiten noch bekannt. Wäre es klug? Es würde zu vermeiden sein, dass Darna hiervon erfuhr, sie würde ihm den Kopf abreissen oder schlimmeres. Es galt dies eingehend zu überdenken. Doch hierfür würde genug Zeit verbleiben.

Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2009, 09:17
von Hudgarr Stolzenfels
Hudgarr, der am heutigen Tag Darna`s Schatten war, bemerkte ihre Begeisterung für den Kuchen und besorgte ihr einen Kirschsaft.
So unauffällig wie möglich folgte er ihr, passte auf sie auf, während Cyrion dies bei Adrian tat.
Ab und an erwischte er sich dabei, wie seine Gedanken abschweiften. Luca hatte Geburtstag! Er fragte sich, was er ihm schenken sollte. Ein Schwert? Nein, zu gefährlich in seinen Händen und für eines aus Holz war er doch schon zu alt. Eine kleine Jagd, zu einem Wyrm oder Balron wäre doch eine gute Sache, hmmm nein wenn er ihn da verlieren würde wäre Darna sauer dachte er sich. Es muste etwas sein, ohne die Versuchung ihn zu verlieren oder andere in Gefahr zu bringen.
Hudgarr beschloss später Darna oder Adrian zufragen was Luca gern hatte.

Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2009, 22:34
von Darna von Hohenfels
Himmel, was sollte sie nur sagen? Sie wusste es nicht. So selten sie um Worte verlegen war, dies war einer dieser ekligen Momente, in denen ihr Kopf wie leergefegt schien. Mit jeder Silbe leerer, die der Diakon sprach:
"Wir heißen unsere Lehnsherrin in unserem bescheidenen Haus der Göttinmutter, ihrer Tochter und der lichten Götter willkommen, welches ihrer Heimat ist. Unsere Achtung gelte ihr, die sie von der Tochter zur Paladina erhobene Wächterin ist und wollen ihren Worten lauschen." Der Eluivejungpriester nickte ihr zu und bemühte sich um ein beruhigendes Lächeln, wie ihr schien - Gütige, sah man ihr etwa auch noch an, wie nervös sie war??
"Herrin, hilf mir... um Elseratines Willen schon will ich das hier um nichts in der Welt vermasseln." Eine Gänsehaut schien ihren ganzen Körper zu überziehen, als sie aufstand, um auf die Altarempore zu treten. "Du kannst nichts verkehrt machen. Egal, was du sagst, es wird von Herzen sein." Die Angst in ihr wurde plötzlich eingefroren und als Klumpen woanders hingeschoben, wo er nicht so störte.

Umdrehen. Die Menschen ansehen. Die kleine Kirche war voll, ein paar Gäste standen sogar noch in der offenen Tür und davor, immerhin war das hier keiner der allwöchentlichen Götterdienste. Alle sahen zu ihr - naja, fast alle. Sie konnte schon verstehen, wenn das salbungsvolle Gelaber einigen nicht zusagte und sie in der Harmonie und Menschenwärme lieber schliefen, aber... fast unbewusst legte sie diese gewisse Härte in die Stimme, die sie sich in der Gardekaserne angewöhnt hatte, eine gewisse Lautstärke, die man nicht als Schreien bezeichnen konnte und einem doch durch Mark und Bein ging, schon mit der ersten Silbe:
"Heute ist ein Tag der Freude." Sie beobachtete das Rucken, das durch die Menge ging, als diverse Haltungen sich anspannten, Augen sich weiteten und vor allem das Zusammenzucken zweier, dreier bis eben dösender Gestalten, die verwirrt zu ihr sahen. Sie scheute den Augenkontakt nicht, sondern setzte ernst nach:
"Und ich freue mich über jeden, der wach ist und mir zuhört, denn es ist wichtig, für jeden hier von uns." Veltin fing an, zu grinsen und bekam dafür einen dezenten Rippenstoß seiner Mutter. Allerich entging dem souverän, indem er jegliches Kräuseln der Lippen durch ein Streichen über seinen Schnauzbart verbarg. Sie ließ die Belustigung und Beschämung einen kurzen Moment sacken, bis wieder Ruhe einkehrte, aber wenigstens hörten ihr nun wirklich alle zu. Sie hob den Blick auf eine Höhe, der ein allgemeines Ansehen aller zu sein schien.

"Heute ist ein Tag der Freude, denn viele Gäste, Freunde, Bekannte und Nachbarn sind zusammen gekommen, um Eluive für die reichen Gaben dieses Jahres zu danken." Kurz war es verlockend, sich über den Segen von Ernte und fehlendem Hunger auszulassen, doch hatte das der Diakon schon genügend ausgeführt, sie würde es nicht langweilend wiederholen. "Wir feiern, essen und trinken, spielen und scherzen, und ich freue mich mit jedem, so lange dieser Tag währt." Sie spürte schon wieder das Absacken der Aufmerksamkeit, weil es eintöniges Geseier zu werden drohte... nicht für lang:
"Doch ich vermisse jemanden."
Erste verwirrte Blicke.
"Und nicht nur ich vermisse diese Person, sondern jeder müsste sie vermissen, der mindestens so alt ist wie ich und erlebt hat, was geschah oder auch nur von ihr gehört hat: jener Frau, die allseits nur 'Kräuter-Tine' genannt wurde... und die als Hexe auf dem Scheiterhaufen hier in Elbenau dem Feuertod preisgegeben wurde."
Mehr Verwirrung. Leises Raunen. Erste Empörung wollte sich breit machen, der sie entgegentrat:
"Sie war unschuldig."

Stille.

Was?! Der Diakon trat hinter ihr unruhig von einem Fuß auf den anderen, hatte er doch gar keine Ahnung davon, was hier vor über 20 Jahren geschehen war und was jetzt gerade los war. Was machte die Freiherrin da, verflixt? Dies war eine Kirche! Einige Stimmen im Saal wollten sich empören, und der Ruf, den sie fast erhofft hatte, wurde laut: "Sie war eine Hexe!"
Darna nickte, für alle sichtbar, mehrfach.
"Ja, sie war eine Hexe....", bestätigte sie mit sich senkendem Blick bedächtig, vernehmlich - sogar so etwas wie Beruhigung setzte ein, eine Art Lauern, und sie blieb hartnäckig dabei: "Und sie war unschuldig. Durch Temoras Gnade wurden mir Einsichten, Erfahrungen und Wahrheiten zuteil, die ich heute mit euch teilen möchte, auf daß auf dieser Kirche, die die Seele des Ortes verkörpern soll, nicht eine Blutschande laste, weil in Elbenau ein Unrecht geschah. Ein Unrecht, das wir sehenden Auges geschehen ließen, das wir mit Gejohle und doch Desinteresse für die Wahrheit verfolgten. Ein tödliches Unrecht."
Der Diakon wagte vorsichtig wieder zu atmen. Darum ging es also. So wirklich verstand er es immer noch nicht. Blinzelnd hörte er zu, wie auch die anderen.

"So wahr ich Temora diene, so darf ich es Euch als Wahrheit erzählen, daß jene, die wir 'Hexen' nennen und die dieser Bezeichnung durch ihre Magie und ihre Art zu leben wahrlich entsprechen, nicht alle böse sind, wie es uns Ammenmärchen und Gerüchte glauben machen wollen. Sie sind Menschen wie ihr und ich. Sie sind fähig, sich für das Gute oder das Böse zu entscheiden. Sie sind keine Heiligen, doch sie sind auch keine Dämonen. Viele von ihnen... sehr viele... sind der Göttermutter Eluive verbunden und lieben sie gleichsam wie seine Gnaden hier. Sie verwenden ihr Wissen über Pflanze, Tier und Natur, um den Menschen zu helfen. Und Elseratine, jene über die damals gerichtet wurde, war eine dieser Schwestern."
Darna holte kurz Luft. Es war so erschütternd... diversen Leuten hier erzählte sie wirklich was Neues und musste ihr Wortgewicht als Paladin in die Waagschale legen, um nicht als Spinnerin ignoriert zu werden. Ihre Mimik wurde leicht bitter.

"Ich war damals zu jung, um zu begreifen, ein Kind von sechs Jahren, doch es war eine Dummheit, eine schreckliche Fügung, die zum Stein des Anstoßes wurde. Jene, die damals hier waren, werden sich erinnern, daß ihr vorgeworfen wurde, Kinder zu verspeisen, Ernte zerstört zu haben und vieles mehr. Zu ihrer Hütte war ein junges Mädchen gekommen, der Neugier willen und als Mutprobe, und diesem Kind hatte sie einen Schrecken eingejagt mit einem einfachen: 'Ja, ich bin eine Hexe! Lauf schnell weg, ich fresse kleine Kinder zum Frühstück!' - und ich rannte, als wär der Panther hinter mir her."
Etwas Gelächter und Schockierung gleichermaßen. Was hatte man den Leuten hier damals verheimlicht? Ihre Stimme wurde dumpfer: "Mir sind die wahren Umstände unbekannt, die dazu führten, daß dies Urteil über sie gesprochen wurde, doch ich entsinne mich sehr genau, daß meine Aussage als Kern der Anklage genommen und als Geständnis von ihr verkauft wurde. Jedem hier wird klar sein, daß ein solcher Schalk, wie sie ihn an mir übte, nichts weiter ist als ein hohler dummer Scherz. Und ich war zu klein und zu verängstigt, um ihn als solchen zu erkennen." Sie schluckte.
"Ich sprach die Wahrheit, als ich berichtete, und doch wurde die Wahrheit zur Lüge, denn es wurde etwas beiseite gelassen, was zu unserem Leben gehört: Humor.
Humor, ein Quell der Freude, wenn sie richtig gebraucht wird, und eine Quelle des Leids, wenn sie verdorben wird so wie die Tugenden verdorben werden können. Wie Gerechtigkeit zu Rache verdirbt oder Tapferkeit zu Leichtsinn und unnötigem Selbstmord.
Wir, die wir über Elseratine gerichtet haben, weil wir Geunke aus zweiter Hand einfach glaubten... weil wir für kleine Mißgeschicke des Alltags plötzlich einen willkommenen Sündenbock fanden... weil wir gar zu blind jenen geglaubt haben, die höher standen und selber doch nur fehlbare Menschen sind...
wir alle haben zugelassen, daß eine unschuldige Frau, daß eine aus unserer Mitte einen der schrecklichsten Tode starb, die man einem Menschen antun kann."
Erste Betroffenheit in einigen Gesichtern. Andere hörten weniger betroffen, doch mit vor Nachdenken gefurchter Stirn zu. Sie selber hatte einen Moment Mühe, noch Laut genug zu sprechen, weil ihre Stimme belegt war, sich ein Kloß im Hals zu bilden drohte:

"Doch glaubt mir, wenn ich euch sage, daß ein solches Schicksal nur wegen dummen Zufällen, nur wegen einer unglücklichen Fügung... jeden von uns ereilen kann, wenn wir nicht die Wahrheit genügend achten. Wenn wir auf unsere Angst hören statt nachzufragen. Wenn uns Vermutungen reichen, statt daß wir Tatsachen fordern.
Freude, Wahrheit, Humor und Vertrauen sind keine Begriffe, die uns als die Tugenden gelehrt wurden, doch sie gehören in unsere Herzen und in diese Mauern so selbstverständlich wie die Namen der lichten Götter. Ich wünsche mir, daß wir eine, die wir aus unserer Mitte verloren haben, weil zu Unrecht verbannt, wieder in unsere Gemeinschaft und in unsere Herzen holen, auch wenn sie tot ist. Ich möchte, daß wir ihrer gedenken und uns des Guten erinnern, das sie beging. In dem Licht des heiligen Baumes, den die Herrin Temora als Symbol schenkte, durfte ich erfahren, daß Elseratines Seele in Reinheit in der göttlichen Harmonie ruht und daß sie mir verzieh.
Und ich bin überzeugt, sie würde jedem verzeihen, der sich im Stillen besinnt und erkennt, daß er ihr Unrecht tat..."
Sie sah in die Gesichter der Menschen. Sie konnte ihnen die Entscheidung nicht abnehmen. Sie konnte ihnen nur den Weg ein wenig ebnen. Nochmal durchtamen. Sie trat einen Schritt von dem Redepult weg, um gänzlich zu sehen zu sein, wandte sich zum Ankh um, das den Scheitelpunkt der Kirchwand zierte und ging auf ein Knie:

"Herrin Temora, ich möchte mich, diese Kirche und hoffentlich auch diese Menschen hier im Gedenken an einen begangenen Fehler der Wahrheit verpflichten - einer Wahrheit, die das Prinzip des Humors nicht außer acht lässt und den Wert von Scherz und Freude erkennt, denn diese erleichtern Gemüt und Herz.
Ich will mahnen und selber leben, dem Aberglauben die Stirn zu bieten. Schauermärchen als das betrachten, was sie sind: Märchen. Ich will gemahnen, der Angst vor Spuk mit einem Lachen zu begegnen und so das wahre Böse, das daraus entstehen kann, zu entwaffnen.
In der heiligen Schrift über die Entstehung der Welt heißt es: 'Der Hass ließ die Menschen taub werden für die Melodien, die die Gestirne spielten und sie fingen an sich gegenseitig zu misstrauen. Sie hatten Angst, dass Alatar unter ihnen war, denn sie wussten nichts von seiner Gestalt.'
Wir wollen Misstrauen und Angst aus Unwissenheit entgegentreten. Auf daß nie wieder ein Kinderschreck dazu gereiche, jemandes Verderben zu werden."
Stille.
"Das war jetzt viel. Ich steh hier jetzt nicht wie ein Trottel und keiner stimmt mir zu, oder?"
"Das gelobe ich", fügte sie etwas brüchig, doch mit möglichst aller Überzeugung an. Wenn schon andere nicht, dann wollte wenigstens sie dazu stehen.

"Das gelobe ich."
"Das gelobe ich."
"Ja, das gelobe.."
Sie hörte es erst einzeln, leise, hier und da. Bis sich ein holpriges, aber vielstimmiges Crescendo daraus ergab, daß wohl fast jeder in der Kirche mitzog. Was hatte sie nur verursacht? Den Sinn des Erntedankfestes in Elbenau verdreht? "Das können sie leicht umgehen. Heute ist ja nicht das Erntedankfest, sie machen es ja sonst nicht am 31. Goldblatt", dachte sie ein wenig beruhigend und senkte dankbar lächelnd den Blick. Doch irgendwas würde sie verändert haben, hoffentlich.

Verfasst: Donnerstag 10. Dezember 2009, 02:17
von Luca
Er hatte den Worten des Diakons aufmerksam gelauscht, wie er es bei jeder Predigt tat. Viele hatte er in seinem Leben noch nicht gehört und so war ihm das Interesse noch nicht verloren gegangen. Zuhause waren Priester nichts für einfache Leute gewesen und so genoss er das Privileg aufgeschlossen.

Ladys... war anders. Im allerersten Augenblick war er nur stolz; immerhin schauten alle gebannt zu ihr hinauf und er gehörte irgendwie dazu. Es änderte sich schlagartig, als sie von der Hexe anfing. Sie konnte doch nicht...
Die Leute um ihn herum sahen es genauso und er rutschte an Ladys Stelle etwas tiefer in die Bank.
Ihre Ausführungen ließen ihn kritisch die Nase rümpfen. Das alte Thema... Er teilte ihre Meinung nicht und wusste, wie Hexer waren. Sicher, wahrscheinlich nicht ihre „Hexe“. Wahrscheinlich brauchte Lady die Aussprache... aber sowas in einer Kirche sagen...? Arg wohl fühlte er sich nicht dabei, doch Adrian neben ihm blieb ruhig.
Sein eigenes Gesicht wurde wieder etwas verschlossener, als sie von Märchen und Aberglauben anfing. Die Geschichte von Alatar und den Feiglingen hatte sie ihm damals schon erzählt... Er würde nicht leichtsinnig werden. Und was für ein seltsames Gelöbnis das war... Er sprach es nicht mit, auch wenn es alle anderen zu tun schienen. Still zu bleiben kostete ihn Überwindung, aber noch gefährlicher schien ihm, in einer Kirche etwas zu schwören, das nicht zu halten war. Zumindest traf ihn nicht unmittelbar ein strafender Blick von der Kanzel...

Die Stimmung war im Nachhinein normaler, als man hätte vermuten können. Die Leute unterhielten sich, drängten zu Lady und wollten auch Worte mit ihren Eltern oder Adrian wechseln. Alles schien noch länger dauern zu können und so griff er sich Ari, um mit ihm zusammen einen Segen vom Diakon abzuholen. Eine Gelegenheit, die er nie ausließ... zumal es der Kleine bitter brauchen konnte... nach Rabeyas Tod und dank seiner bevorstehenden Abschiebung... Er schaffte es, nicht weiter darüber nachzudenken. Immerhin war heute sein Tag!

Verfasst: Freitag 11. Dezember 2009, 12:54
von Darna von Hohenfels
Sie fühlte sich noch immer seltsam, als sie die Kirche nach dem restlichen Teil der Messe verließ, Hudgarr klemmte sich wieder hinter sie. Fragen, Kommentare, noch mehr Fragen, Lob, Verwirrung, Befremdung, alles stürmte auf sie ein. Nein, sie wusste noch nicht genau, wie sie sich das alles vorstellte und was zu tun war. Nein, sie hatte den Verlauf der Verhandlung damals nicht bis ins Detail verstanden, wusste nicht um jeden Punkt der Anklage. "Aber ich bin mir völlig sicher, daß das Kalb nicht mit einem verkrüppelten Fuß zur Welt kam, weil Ihr Euch mal mit ihr gestritten habt. Nein. Ja, völlig sicher." Und doch brach durch die verwirrenden Wolkenmassen ein klärender Lichtstrahl:
"Euer Hoch..wohl..äh...erlaucht..." Einer der elbenauer Bauern schob sich in ihre Nähe, drehte die Mütze nervös in den Händen. Langsam war sie es jetzt müde. Noch eine verdorbene Ackerfläche, die sie davon freisprechen musste, angeblich Schuld der Hexe zu sein? Der Mann bat sie, nein er flehte sie fast an, einen Moment mit abseits zu kommen, weil er ihr etwas sagen müsse. Aber nicht vor allen Leuten. Es schien ihm hoch peinlich zu sein. Allerich schien irgendwas zu argwöhnen und bestand darauf, mitzukommen. Auch Hudgarr ließ sich nicht abbringen, und so musste sich der Bauer mit dem begnügen, was ging. Schon alleine, auch nur unbeobachtet zu bleiben, schien unmöglich, selbst nachdem sie um eine Häuserecke gebogen waren.

"Ich wollts nicht sagen..." - Himmel, dieser gestandene Mann druckste herum wie ein Schuljunge, dabei war er sogar älter als sie. "Was nicht sagen?", hakte sie bemüht höflich nach. "Daß der Bruder Argerius damals mit ihr... ins... na Ihr wisst schon." Darna sah ihn verwirrt an. Mit ihr was? Der Bauer sah sich hilfesuchend um und Allerich räusperte sich... in einer Art, daß ihr plötzlich klar wurde, was der Mann nicht aussprechen wollte, weil es unschicklich war.
Argerius?! Der temorianische Laienbruder, der damals hier gelebt und den Leuten die Lehren Temoras nahe gebracht und die Ehe immer gepriesen hatte, obwohl er selber unverheiratet war? Mit der Kräuter-Tine... intim?! Er hatte doch ständig über sie geschimpft wie nichts Gutes.
"Er hat se verflucht dafür, sagte daß sie ihn mit Zaubertrickserei verführen täte", stammelte der Mann unsicher weiter herunter. "Aber hingegangen ist er dann doch wieder. Bis sie ihn nicht mehr sehen wollte wegen der ganzen Schimpferei. Gab ordentlich Streit... Sehr schlimmen Streit." Der Bauer wurde leiser: "Ich habs durch Zufall mitgekriegt. Es war an der Hütte, und er schrie, daß er sie für ihre Hexerei noch dran kriegen wird. Und sie schrie zurück, wenn er sich nicht beherrschen könne, dann solle er sich ne Hure suchen, statt.." - ein sehr scharfes Räuspern Allerichs ließ das Gestammel wieder hektischer werden: "...statt... äh... Frauenherzen zu brechen. Und wenn er das nicht könne, würd ihre einzige Hexerei sein, dafür zu sorgen, daß er keine Frau mehr... äh... braucht."
"Warum hast du davon bei der Verhandlung nichts gesagt, Utz?", schaltete sich ihr Vater dazwischen, während sie den Bauern fassungslos ansah. "Es hat doch eh jeder gewusst", erwiderte der kläglich, "dachte ich... Und sie war ja ne Hexe..."

Darna atmete durch und wandte sich um, wanderte zwei Schritt auf und ab. Diese Facette an dem Ganzen war ihr neu. Völlig neu. War Elseratine deswegen gestorben? Wegen einer solchen... wegen menschlichen Gelüsten? Wegen einem Laienbruder mit ein paar verqueren Ansichten, der sich nicht beherrschen konnte? Wegen einer Frau, die am Rande der Gemeinschaft lebte und sich mit ihm einließ? Wegen einem billigen Beziehungsstreit zwischen den falschen Leuten? Für mehrere Momente drohte es Darna auf gefährliche Weise zu desillusionieren. Dieses Geschehen hatte sie für ihr Leben beeinflußt, hatte über Jahre einen völlig anderen Menschen aus ihr gemacht, sie hatte dieses Ereignis stets als ein im wahrsten Sinne des Wortes flammendes Mahnmal für die Bedeutung von Gerechtigkeit gehalten...
Und jetzt wirkte es so billig. So schäbig. Entwürdigend, niederen menschlichen Trieben entsprungen.
"Und doch ist genau das der Kampf. Ja, das ist billig. Das ist Alatars Saat. Menschliches Versagen, auf alltäglichster Ebene, kann solche Auswirkungen haben. Es ist ungerecht und es bleibt ungerecht. Und immernoch weißt du nicht alles, um wahrlich urteilen zu können. Wie schuldig Tine wirklich war, erfährst du wohl erst von ihr und den Göttern, wenn du selber tod bist. Urteil nicht, als stündest du am Ende." Ein Schauer wanderte über ihren Rücken.
"Ich danke Euch, daß Ihr es mir gesagt habt, Utz", sagte sie schließlich leise. "Es... ist geschehen. Wir alle können nur das Beste daraus machen, daß sowas nicht noch einmal vorkommt."
"Und... ob sie mir verzeiht, Frau Darna? Daß ich nix gesagt hab?"
Sie fuhr herum. Göttin, da stand er, beschämt wie ein begossener Pudel, der Inbegriff der Einfältigkeit und Gutgläubigkeit, die man dem hiesigen Menschenschlag gern lästern nachsagte, daß man nicht glauben wollte, einen erwachsenen Mann vor sich zu haben. "Doch... doch, sicher tut sie das, sie hat mir ja auch verziehen. Und sie ist bei Eluive. Sicher verzeiht sie uns, Utz."
Die Welt kam ihr fremd vor, als er sich trollte. Fremd und seltsam.

Vallas Handlanger
Nicht ganz fremd.
Beklommen schweigend wandte sich die Gruppe um, als sie an einem der nächsten Häuser einen anderen Mann sah, der ihr im ersten Moment nicht in den Ort zu passen schien. Er musste sie beobachtet haben. Doch, die Kleidung wies ihn als örtlichen Bewohner aus. Aber etwas passte nicht. Den Blick kannte sie, wie er zu ihr sah, einen Herzschlag zu lang, wie er wohl selber erschrak und sich möglichst unauffällig doch längst erkannt absetzte.
"Hudgarr..." sprach sie mit dumpf fast tonloser Stimme, doch sie musste nicht mehr viel sagen, Hudi hatte ihn schon selbst gesehen. "Der beobachtet uns schon länger."
"Schnappt ihn Euch. Oder seht, wo er herkommt."
"Was ist los?", fragte ihr Vater angespannt. Sie konnte ihm den Mann nicht mehr zeigen, denn er war aus ihrem Sichtfeld verschwunden und Hudgarr musste sich beeilen. Aber eines stand fest: "Da war jemand, der nicht Gutes im Schilde führt und irgendwas vorhat."
Das Netzwerk auf Spionen die der Bruderschaft der Küste die Treue geschworen hatten funktionierte Tadellos. Wenn man sich auf etwas verlassen konnte war es die Bedürftigkeit und Armut jeder vom Adel geführten Bevölkerung. Es gab immer mal jemanden der für ein paar Münzlinge Haus und Hof verriet.
Doch ganz so einfach war das nicht überall. In jenen winzigen Orten weitab jeglicher Piratengewässer im Inland brauchte es schon ein fast aberwitzig weitreichendes Netz, um in dieser ländlichen Idylle einen Fuß in die Tür zu kriegen. Vor allem erwies sich als lästig, daß man für wirklich jedermann sofort als "Fremder" identifizierbar war. Die Zuneigung zur örtlichen Ritterfamilie war ebenso ein Erschwernis. Erleichternd wiederum mochte sein, daß man mit etwas Geschick den Leuten hier fast alles an Lügenmärchen auftischen konnte, aber dann auch die nötige Verschwiegenheit erkaufen...
Kurzum, mehr als einen der Anwohner hatte Vallas' Netzwerk in Elbenau nicht einbinden können. Dessen Familie lebte erst seit seinem Vater hier, man war also ein bißchen noch "fremd", und mit seiner mürrischen leicht verschrobenen Art hatte Ulfert hier auch nicht allzu viele Freunde. Aber Geld nahm er gerne - irgendwann wollte er aus diesem verschlafenen Kaff wieder raus, zurück in irgend eine Hauptstadt, und wenn's als Tagelöhner war.

Just in diesen Momenten war er sich nicht sicher, ob es schlau gewesen war, die Nachricht und die Dublonen schon gleich mitzunehmen, während er doch erstmal hatte auskundschaften wollen, was die Gräfin so trieb und wie man ihr beides zuschanzen konnte.
Jetzt schien ihm jemand hinterher zu sein und er lief, huschte, zurück zu der Stelle knapp außerhalb des Ortes, wo sein berittener Kontaktmann war und der noch hatte warten wollen, ob Ulfert nicht noch nützliche Beobachtungen machte, die er ihm abkaufen würde. Der Fremde hatte ihm wie ein Kämpfer ausgesehen, sicher konnte der zur Not ihm helfen...

Verfasst: Freitag 11. Dezember 2009, 13:47
von Vallas Amarth
Grendel stand neben seinem Pferd und strich den Staub vom Spitzhut. Er hasste die Festlande. Doch der Befehl von Vallas war eindeutig. Nicht oft kam es vor das die Bruderschaft so tief im Innland agierte. Daher war es schon fast klar das mit Grendel ein erfahrener Agent der Piraten gesandt wurde.
Grendel der Kettenhund und Aufräumer der Bruderschaft war bekannt für sein ruhige analytische Art. Ihn konnte man auch in unbekannte Gefilde entsenden und konnte sicher Sein das niemand Spuren fand. So auch in diesem Fall.

Als Ulfert abgehetzt durch das Unterholz auf die kleine Lichtung stürmte wusste Grendel schon über das Versagen des Amateurs bescheid. "Viktor, rief der Aushilfsspion, ich bin aufgeflogen Hilf mir! Und Grendel half ihm. Fast lautlos rutschte die Klinge aus dem Ärmel des Agenten, die Augen Ulfert weiteten sich und mit einer schnellen Armbewegungen schnitt die Klinge durch die Luft und traf den vermeindlichen Unhold im Hals. Der Wurf war gezielt die Waffe scharf. Ein Schrei war nicht zu hören denn die doppel geschärfte Klinge des Dolches hatte die Stimmbänder getroffen. Nur ein leises Gurgeln war zu hoeren als der junge Körper in den Schnee fiel. Seine Vita im Schnee bewies sein Ableben. Grendel warf eine handvoll Cabezinische Muenzen auf den Leichnahm und postierte das Pergament neben der Leiche. "Hier deine versprochene Freiheit armer Unwissender"

Grendel vergewisserte sich das Hudgarr auch Ulfert fand indem er unter furchterregendem Knall seine Pistole gen Himmel richtete und abdrückte. Dann wendete er sein Pferd und gab ihm die Sporen. Auftrag erfüllt dachte sich Grendel und schmunzelte dreckig. Nun mussten am Hafen die vorbereitungen für die Abreise der Herrschaften getroffen werden.

Verfasst: Freitag 11. Dezember 2009, 15:02
von Hudgarr Stolzenfels
Ulfert war schnell um die Häuserecken verschwunden, aber nicht schnell genug. Die Wut, dass er auf Drachenfels nicht wie gewollt seiner Arbeit hatte nachgehen dürfen, spornte ihn noch an, diesen Kerl hier nicht entwischen zu lassen. Gestern hatte Hudgarr schon in voller Rüstung einen Spurt zum Rittergut hingelegt, langsam gewöhnte er sich daran.

Er hielt in dem Moment inne, als er auf offene Fläche kam und bemerkte, daß Ulfert nicht mehr allein war. Er sah ihn gerade noch tödlich getroffen nach vorne zu Boden stürzen und zog sich selber nochmal in den Schatten des Gebäudes zurück, um den anderen Gegner einzuschätzen, der kein Bauer war. Münzen klimperten und ein dreckiges "Hier deine versprochene Freiheit armer Unwissender". Hudgarr zog seine Handaxt.

In dem Moment, in dem Grendel sich bereits abwandte und sich seinem Vorsprung gar zu sicher sogar noch in die Luft schoß, nutzte Hudgarr den Lärm und vor Grendel aufquellenden Rauch, um sich wieder in Bewegung zu setzen. Es sah schlecht aus: Der Pirat bestieg sein Pferd und griff in die Zügel, um davonzugallopieren. Aus dem Bauern würden sie nichts mehr raus kriegen Wütend holte Hudgarr aus... Jedes Mal standen sie von ihren Feinden vorgeführt wie die Volldeppen da! Voller Wucht geworfen sauste die Axt auf Grendels Hinterkopf gezielt durch die Luft. Hudgarr dachte nur "diesesmal nicht" und schaute der Axt nach wie sie auf ihr Ziel zusauste.

Verfasst: Sonntag 13. Dezember 2009, 11:06
von Vallas Amarth
Grendel war gerade angalopiert als ein verhängnisvolles Zischen herannahte. Dann ein taubes Gefühl im linken Arm und ein brennender Schmerz. Die Handaxt war micht Leichtigkeit durch Stoff und Metall gegangen und hatte sich mehr durch Glück tief in die Schulter gebohrt.
Grendel der sich mühsam auf dem Pferd halten versuchte wusste das dieser Wurf seinem Kopf galt. Er klammerte mit seiner letzten Kraft um den Hals des Pferdes. Sein Blick fiel auf seinen Gegner.

Grossgewachsen, dunkles Haar eine seltsame Rüstung in den Farben der Alianz und, das war was Grendel besonders auffiel, das Wappen der Familie Amarth auf dem Brustharnisch. Was bei allen Dublonen... Doch dann wurde es Grendel klar. Es musste Hudgarr sein der Onkel seines missratenen Partners. Sofort gingen Grendel mehrere Sachen durch den Kopf. War er entbehrlich geworden war dies eine Mission die ihn Kopf und Kragen kosten sollte. Oder war der gerüstete Mann mit finsteren Blick wirklich so gut wie sein Ruf. Grendel wurde sich unsicher, doch zunächst galt es zu fliehen. Unterschlupf zu suchen, die Bruderschaft um Hilfe bitten.

Das Pferd auf dem der halb Tote Mann sass rannte gen Kueste und eines war klar sein Reiter steuerte den Gaul nicht.


.....wenige Stunden später.....

Grendel haluzinierte, die Aerzte der Bruderschaft in diesem Tei lder Welt waren alles andere als Experten. Es waren bessere Metzger und in ihren Händen lag er nun. Grendel hatte die Situation Stück für Stück analysiert. Jedesmal kam er zum gleichen Ansatz, das dieser Auftrag ein Himmelfahrtskommando war. So tief im Festland operriert die Bruderschaft nicht. So tief im Innland gibt es keine Unterschlupfe, Spione und Hehler, schmuggler udn Mittelsmänner. Hier draussen war man verkauft und verlassen. Ja dies hätte der Grund sein können warum Vallas seinen besten Mann schickte, oder und das war beinahe realistischer. War er überdrüssig geworden. Grendel verlangte Pergament und Tinte, als gesegneter der Schrift die es wenig gab unter Piraten war es nun an ihm seinen Nutzen zu beweisen.


Ahoi Vallas,

ich hatte die unendliche Gnade dein Blut kennenzulernen,
zur Zeit läuft alles noch nach Plan auch wenn einige un-
vorhergesehene Ereignisse seien Schatten werfen und mich
im Dunklen stehen lassen. Das schwierigste war wohl die
Sache mit der Mannschaft. Ich verstehe immer noch nicht
warum wir die drei Schiffe versenken. Mit der Tessoro,
gutem Wind und dem einen oder anderen Aberglauben
würden wir sie von Antlitz der Welt tilgen. Aber wie immer
heckst du teuflisches aus. Seid Perera an der macht ist, ist
deine Seele noch schwärzer geworden. Hoffen wir das Charly
dein Licht im Herzen hält. Was mich angeht ich bin ziemlich
schwer verwundet ich ordere Montar sich um die Geschichte
im Hafen zu kümmern. Bis dahin...

Grendel
Bluthund der Bruderschaft


Schachzug um Schachzug bewegten sich im Wellengang die Figuren. Vallas musste schmunzeln vieles hatte er anders bedacht. Und es war erfrischend endlich einen Gegner gefunden zu haben. Onkel, Cousine und Adrian es wird mir eine Freude sein euch in mein Spiel zu locken!

Verfasst: Dienstag 15. Dezember 2009, 14:55
von Darna von Hohenfels
Wohl war ihr dabei nicht, zu warten, während Hudgarr losfegte wie eine von der Kette gelassene Bulldogge. Ihr Vater fragte mit gefurchter Stirn, was denn los sei. Wusste sie das?
"Es lag nur am Blick, Herr Vater, wenn ich ehrlich bin. Aber genau diese Sorte Feindseligkeit, Vorsicht und Lauern, die daraus sprach, kenne ich zu gut, und sie passte hier nicht her, ohne daß irgend etwas Besorgniserregendes im Busch wäre."
Allerich setzte sich festen Schrittes in Bewegung, Hudgarr zu folgen. Hatte er Sorge, daß das verschrobene Gefolge der beiden nun tatsächlich einem seiner Schutzbefohlenen schaden könnte? Sie ging mit.

Und als sie den Knall hörte, rannte sie. Sie hatte ihn noch nie gehört, bis auf das Bersten angezündeter Schwarzpulverfässer, aber es passte zu keinerlei Gräusch, das ihr sonst vertraut gewesen wäre, und die Ahnung, die ihr aufkam, wollte sie nicht wahr haben. Sie überholte Allerich mit der plötzlichen Energie und war froh darum - sie brauchte ihre Rüstung! Nicht zu früh - ich darf nicht in die Falle rennen, aber auch nicht zu früh zu langsam werden. Gütige, lass Hudgarr nichts passiert sein!"
Aufruhr begann. "Darna!", rief Allerich und wollte nicht sehen, wie sie vor ihm in Gefahr geriete, jedoch forderte das Alter seinen Tribut, er konnte sich nicht abermals vor sie setzen.
Weit war die vorige Flucht Ulferts zum Glück nicht gewesen, und so sah sie zwischen zwei Häusern hindurch, wo das Geschehen stattfinden musste, bevor sie ohne weiteren Anhalt in der Gegend gestanden hätte. Da waren irgendwie Gestalten.
Neben einem der Bauernhäuser wurde es mit einem Mal an der Wand heller, bevor Darna gerüstet und mit der Waffe in der Hand durch den Matsch kam, nach kurzem Sichern, daß niemand gleich hinter der Ecke lauerte, zu Hudgarr rennend.

In sich vergrößernder Entfernung noch ein Pferd mit einer darüber gebeugten Gestalt zu erkennen. Etwas Unförmiges steckte in der Schulter und zog den Reiter nach rechts. "Waffe. Handaxt?" Hudgarr kniete fluchend neben dem Bauern von eben, unter dessen Hals schon nur noch sickernd sich eine große Blutlache gebildet hatte. "Stirbt." Sie rannte die letzten Schritte zu ihm, ließ sich daneben auf die Knie fallen und drehte achtlos den Körper, daß sie an die Wunde im Hals herankam. Sie zog das doppelt geschliffene Wurfmesser einfach raus - entweder, sie konnte hier jetzt noch helfen, oder...
es war ihr klar, daß das nicht gehen würde, schon als sie die Hand auflegte und versuchte, die Aufregung niederkämpfend Temora um das Leben dieses Mannes zu bitten. Er hatte bereits zu atmen aufgehört, das Ausrinnen des Blutes nur noch ein tröpfeln. Das umzukehren... nein. In Eluives Macht vielleicht, wenn. Sie ließ Ulfert und ihre Schultern sinken.
"Was ist geschehen?"
"Ein Kerl auf einem Pferd hat dem hier den Hals durchgeschnitten, leider habe ich nur seine Schulter erwischt mit meiner Axt. Er konnte sich auf dem Gaul halten, verliert aber viel Blut."

Viel Blut. Man würde das verfolgen können, aber was war überhaupt los? Darna griff nach einer der Münzen, die von Ulfert gefallen waren, als sie ihn bewegte. Nein. Das durfte doch nicht wahr sein. Nicht hier. Selbstgefällig ließ sich in den fremdländischen auf die Münzen geprägten Silben sogar "cabeza" erkennen, daß sie sich nur noch fragte, wie hoch der Bleianteil im Material war. "Herr Vater, bitte sucht seine Hoheit und holt Cyrion her. Er kann die Blutspur vielleicht verfolgen."
Der Bienenstock begann sich zu formieren. Piraten. Hier? Schon wieder kaute sie darauf herum, während sie nach dem Schreiben angelte, daß Grendel Ulfert auf den Leib gelegt hatte und in dem so etwas wie eine Empfehlung stand, in der nächsten größeren Hafenstadt als Arbeiter in einem Betrieb anfangen zu können...
ein Verräter. Danach sah es aus. Sie ließ es nicht der Erkenntnis letzter Schluß sein, aber was wollten die hier?

Plötzlich sah Hudgarr, wie Darnas Gesicht bleicher wurde und sie wie von der Tarantel gestochen aufsprang, die Rüstung zerbröselte und sie über das Feld zu spurten begann. "Lady?", brüllte er ihr alarmiert nach und bekam nur noch ein "Aaryon!" zu hören, was wohl den Grund darstellen sollte, warum sie nun zum elbenauer Gut rannte, als klebe ihr ein Energiewirbel am Hacken...

Verfasst: Dienstag 15. Dezember 2009, 15:51
von Luca
Derweil auf dem Festplatz

Er dachte nicht darüber nach, aber Adrian für sich zu haben war fast genauso toll wie das Fest selbst.
Luca hatte ihn am Morgen schon von Stand zu Stand gezerrt, um möglichst alles gleichzeitig zu erkunden. Feste waren und blieben toll, aber man musste vorsorgen. Die besten Sachen würden als erstes verkauft sein und dort wo es Leckeres gab, würden lange Schlangen sein. Besser, man hatte einen Plan.
Vor zwei Jahren hatte er noch einen möglichst großen Bogen gedreht, um nicht von ihm ersäuft oder erschlagen zu werden... jetzt brannte er darauf, Zeit mit ihm zu verbringen. Obwohl wichtig, war er nicht so verklemmt wie Lady, ließ sich duzen und war ein Mann. Das war was anderes als mit Zoe oder Vio, so gern er sie hatte... Es ließ ihn seinen Vater, Bo, Spjall und Cori nicht ganz so arg vermissen und gab ihm mehr Orientierung. Adrian glaubte daran, dass aus ihm tatsächlich mal ein Ritter werden würde... vielleicht sogar Aris Ritter.

Ungeteilte Aufmerksamkeit war im Haushalt ein seltenes Gut, aber hier machten sie schon zum zweiten Mal etwas zusammen. Die Reise hatte eindeutig auch ihre Vorteile. Seine Strategie vom frühen Morgen löste sich rasch weitestgehend auf – an viel zu vielen Ständen waren neue interessante Sachen aufgetaucht und immer wieder näherten sich Menschen, um respektvoll zu grüßen oder neugierige Fragen zu stellen. Erstere übernahm Adrian, letztere er; reichlich eingespielt. Nach und nach fertigten sie die Leute routinierter ab, allerdings schien auch der Eine oder Andere dafür zu sorgen, dass sie nicht ständig behelligt wurden.
Gelegenheit, sich den Bauch vollzuschlagen! All die Gerüche machten ihn verrückt und es war reichlich schwer, sich beim Anstehen für einen Stand zu entscheiden und nicht doch zum nächsten zu wetzen. Adrian sah ihn zwar seltsam an, erklärte sich dann aber doch zur Arbeitsteilung bereit und besorgte Bier, während Luca sich ebenso dezent wie zielstrebig näher an den ersten Grill schob, um Braten zu besorgen. Und eins von den krossen Würstchen. Und Speck. Und ein oder zwei Kartoffeln. Obwohl der gute Mann ihm den größten Teller gegeben hatte, war dieser so voll gestapelt, dass Luca arg Acht geben musste, um auf dem Rückweg durch die Menge nichts zu verlieren. Wenigstens klaute ihm keiner was vom Fleisch, ein bisschen wichtig zu sein lohnte sich.
Natürlich teilte er mit Adrian, der auch gleich das Besteck haben wollte, dass er eigentlich als unnützen Ballast angesehen hatte. Immerhin war sein Teller so bewacht an einem Tisch untergebracht, was ihm Gelegenheit gab, schon mal mit einem noch viel zu heißem Stück Braten in der Hand zum Nachbarstand zu huschen und das Angebot zu erkunden, bis er zurückgerufen wurde, um sich anständig um sein Essen zu kümmern. Glücklicherweise rafften die Leute nicht arg, so dass er sich ein bisschen Innehalten gönnen konnte, ohne befürchten zu müssen, dass hinterher nichts mehr zum Kaufen da sein würde.
Sie sprachen noch einmal über den zurückliegenden Kampf und er genoss das Fachsimpeln. Adrian nahm ihn ernst und hielt ihn nicht für zu klein oder zu unfein, um Kämpfen zu lernen. Stattdessen hatte er ihm wirklich etwas gezeigt und darauf geachtet, dass er alles richtig nachmachte. Das Lob hatte gut getan, auch wenn er hier und da arg geahnt hatte, dass der Ältere ihm kleine Siege ließ. Egal, alle waren nicht geschenkt, da war er sich sicher!

Kaum halbwegs gesättigt ging es wieder zu den Ständen. Auch wenn er aus den Städten mehr gewohnt war, konnte er sich voll und ganz für das Angebot begeistern, auch die Entdeckerfreude spielte kräftig mit. Es gab wunderbar viel zu probieren und jede einzelne der Bäuerinnen bot ihm herzlich etwas an. Einige gratulierten ihm zum Geburtstag, was ihm eine ganz und gar neue und schmeichelhafte Erfahrung war. Für sich entdeckte er ein schickes Messer, für Ari eine Holzrassel, für Ira eine hübsche Schleife, für Zoe einen Haufen Kräuter, die irgendwie besonders aussahen... Später nochmal ein (nicht gaaanz so schickes) Messer für Anney und ein warmes leuchtend rotes Wollhemd für sich selbst. Und eins für sie. Und einen Topf und eine Pfanne. Es hatte sich gelohnt, seinen größten Beutel mitzunehmen! Adrian amüsierte das Ganze sichtlich, dennoch bezahlte er alles. Lucas guter Laune taten seine spöttelnden Kommentare keinerlei Abbruch, stattdessen nahm er die meisten Stände zum Anlass, von Märkten zu erzählen, die er von früher kannte. Und Adrian nach der Hauptstadt zu fragen, auf die er schon arg gespannt war.
Nachdem er sich mit Andenken und Mitbringseln eingedeckt hatte, fesselten ihn die Spielstände. Am Glücksrad dauerte es sieben Runden, bis er sich sicher war, beinahe eine Strategie entwickelt zu haben! Da Adrian ihn trotz Entgegenkommen des Händlers immer wieder nötigte, sich von neuem hinter den wartenden Kindern anzustellen, gab er sich damit zufrieden, die Technik nicht zu perfektionieren. Die wunderbare Salami, auf die er ein Auge geworfen hatte, hatte er schließlich erwischt.
Und den geschnitzten Ritter am Losfass, was ihm neidvolle Blicke aller umstehenden Jungs einbrachte. Einer der kleineren starrte für einen Augenblick maßlos enttäuscht zu ihm hinauf, um dann kläglich loszuheulen. Der Anblick traf ihn unvorbereitet und verdutzte ihn, bevor sich Unbehagen in ihm ausbreitete. Das Kerlchen reichte ihm nur bis zur Brust und irgendwie war er sich nicht so sicher, dass er wirklich mit purem Glück gewonnen hatte. Die Blicke der anderen Kinder hingen ebenfalls enttäuscht auf der Figur, einige mitleidig auf dem Heuler.
Mit seinem prallgefüllten Schatzbeutel kam er sich fast schäbig vor. Zeit für eine Heldentat.
“Ho, heh! Hör mal auf zu weinen.“ Die Worte zeigte wenig Wirkung, bis er mit der Schnitzerei auf Augenhöhe winkte. Schlagartige Stille und mindestens sieben Augenpaare, die an ihm klebten. Wenn ich ihn dir schenke...“ Prüfend fixierte er den Knirps. Der hing mit hoffnungsvoll großen Augen an seinen Lippen; Luca musste ein Schmunzeln unterdrücken. “Lässt du dann alle Anderen mitspielen?“ Übereifriges Nicken. Er wusste, dass er ebensogut ewige Leibeigenschaft hätte fordern können. “Der gehört euch allen zusammen, gut?“ Nun nickten auch alle anderen heftig mit, was ihn auflachen ließ. Großzügig überreichte er den Ritter und strubbelte dem Jungen die Haare. Fühlte sich toll an. Reichlich heldenhaft. Der Schreiner zwinkerte ihm anerkennend zu und Adrian klopfte ihm beiläufig die Schulter, als sie weitergingen.
Der kleine Zwischenfall hatte ihn nachdenklich gemacht, vor allem, weil er sich gerade unglaublich erwachsen vorkam. Er war eindeutig keins der Kinder mehr, die bewundernd zu den Halbwüchsigen hinaufsahen. Sicher auch keiner von diesen verschüchterten Schmachtern, die ab und an ihren ganzen Mut zusammenfassten, um verstohlen zu einem der Mädchen zu linsen. Was blieb...? Ein Mann eben, ging ihm nüchtern durch den Kopf, während er einen der Trinkstände ansteuerte, ohne zu ahnen, dass aus dem gemütlichen Abschluss der Runde nichts werden würde...