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Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 13:12
von Rafael de Arganta
Heiß und Kalt wurde ihm als er das Pergament las.
Feli...
Sofort setzte er dem Boten nach, doch was dieser erzählte half ihm nicht wirklich weiter.
Schon ritt er gen Tor unterrichtete Hudgar, gab ihm das Schreiben und war schon fort.
Agos, das Schlachtross war wohl selten so angetrieben worden wie jetzt.
Einige der Gardisten Berchgards konnten wohl so gerade eben noch aus seinem Wege springen und sahen ihm fassungslos nach.
Zu Hause angekommen Sprang erschon aus dem Sattel noch bevor der mächtige Hengst zum Stehen kam.
„Feeeeeeeeeeeeli!“
brüllte er laut alle Räume ihre Anwesen durchschreitend, aber nichts. Keine Antwortm keine Spur und um Rafaels Herzen zog sich ein Band zusammen.
Panik schnürte ihm die Kehle zu, als seine Angst um seine Familie für ihn langsam zur Gewissheit wurde.
Es war ihnen etwas zugestoßen!
Sein Zorniger Schrei durchhallte die Stille des Hauses als er die Hände zu Fäusten ballte und in die Knie ging.
Dann wischte er den Esszimmertisch mit einer Armbewegung leer.
Das das Gedeck vom Vortag klirrend auf dem Boden zu Bruch ging, störte ihn nicht.
Beide Händen an den Schläfen wanderte er ziellos durchs Haus.
Krathor...
Krathor...
Noch gestern hatte er dessen Schergen vernichtet ihm eine Drohung in den Wind geschrieen.
Jetzt hatte er dessen Antwort.
Kopf über Wasser halten...
Er sprang die Treppen hinab und war schon wieder im Sattel, preschte den Fluss entlang und sah schon von weitem etwas am Wasserfall in der Sonne blitzen.
Felis Haarring, ihr Rapier...
„FEEEEEEEEEEEEELI!!!“
Durchbrach sein sinnloser Ruf das Plätschern des Wasserfalls.
Ein Schluchzen brach sich seiner Kehle bann und er merkte kaum das Tränen seinen Wangen entlang liefen.
Neben ihren Sachen lagen Erdbeeren.
Eine davon halb angebissen. „Gift“ fuhr es ihm siedendheiß durch den Kopf.
Rafael hob alles auf.
Dann machte er sich wieder auf gen Berchgard.
Irgendwer musste doch etwas gesehen haben. Die Gardisten zogen den Kopf zwischen die Schultern als er sie so anfuhr. Doch hatte einer etwas gesehen.
Zwei ... Frauen mit einem Kind die komischerweise in die Miene gingen.
Sie waren aber bisher nicht wieder herausgekommen.
Diese Antwort reichte für Rafael, schon war er dem Mann die Zügel seines Pferdes zu und verschwand in der Miene.
Das Dunkle der Miene machte ihm keine Angst. Dennoch pochte sein Herz so laut das er meinte man müsse es noch oben hören.
Die Miene endete im Unheilsberg und dieser Wiederum... vor dem Hügelgrab.
Hügelgrab... Untote... Feli...
Das Schwert gezogen sprang er die Treppe hinab und schon griffen ihn die ersten Monster an.
Rafael hatte keine Mühe sich zu wehren und erst als die Gruft soweit ruhig war rief er nach seiner Frau, aber statt ihr antwortete ihm eine andere Stimme.
Eine die er noch zu gut in Erinnerung hatte, aus den Tagen seiner Gefangenschaft.
Sie war es.
Sie war es die ihm entgegentrat ihn verhöhnte..
Sie war es die Feli und Rehya hatte.
Noch bevor er an ihr dran war, zauberte sie eine Wand die er nicht durchbrechen konnte.
Seine Seele wollten sie,
Seine Seele für das Leben seiner Familie.
Er stellte Gegenforderung, wollte sie vorher sehen.
Wollte sich vergewissern das sie lebten.
Und in jenem Moment da die Wand abschwächte sprang er hindurch, die Drohung auf seinen Lippen.
Doch die Frau stellte ihm Untote in den Weg, dann war sie verschwunden.
Übrig blieb ein wütender Rafael, der erst Ruhte als die Kreaturen Krathors vernichtet waren.
Dann sah er jeden Sarg nach, drehte jede Möglichkeit um die er fand, aber das Grab war leer.
Ungewissheit war Schlimmer als jegliche Gewissheit
Und Rafael fieberte irgend einem Hinweis entgegen.
Er würde Hilfe benötigen, das war ihm klar...
Adrian ... der hatte andere Sorgen.
Hudgar... in der Stadt. Flo... Thelor, gingen auch nicht.
Calamdor... Seine Befehle kannte Rafael schon vorher.
Marlan ... Er konnte kommen.
Rafael jedenfalls würde sich erst einmal nicht vom Grab fortbewegen.
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 14:25
von Trutta van Drachenfels
Der Tag wollte beginnen. Schläfrig verließ Trutta die Bettstätte. Am Horizont ließ sich die aufgehende Sonne erahnen. Alles schlief noch. Kein Vogel war zu hören, nur das leise Rauschen der Brandung. Ein schöner Morgen. Rotviolett erhob sich sie Sonne aus taunasser Wiese. Als die Tiere versorgt waren und noch viel Zeit blieb bis Akarius erwachen würde, griff sie nach ihrer Angel. Diesen Einfall hatten heute aber viele. Verwundert ging sie von einer Angelstelle zur nächsten. Am Hafen lud der Kapitän zu einer Rundreise ein. Sie sehnte sich nach den Ausfahrten mit dem Vater. Danken nahm sie an. Hier konnte sie träumen. Als sie in Berchgard im Hafen einliefen wollte sie schnell zu Amelie laufen und ihr für das schöne Kleid danken. Es war aber noch zu früh, die Werkstatt verschlossen.
Bald hatte sie einen stillen Platz gefunden. Hinter einem Busch verborgen, die Angel im Wasser. Sie wartet auf Amelie. Es war ihr Weg.
Der Boden bebete. Hufe fetzten Wunden in schmalen den Weg. Das Scheppern der Rüstung, wurde lauter und lauter. Dann war das Schnaufen eines gehetzten Tieres zu hören. Beides entfernte sich wieder und verhallte. Sie sah dem leuchtenden Ritter nach, vorsichtig einen denkbaren Verfolger erwartend. Er blieb aus. Grade wollte sich ein Fischlein am dargeboten Köder gütlich tun, als das erneute Erdbeben ihn verscheuchte.
Sein Rufen galt ihr. Aufgebracht, wie von bösen Manen gejagt, irrte sein suchender Blick. Von Sorge und Wut getrieben, fragte er Trutta, ob sie vielleicht eine Frau mit einem Kind, seine Frau und mit seinem Kind, gesehen hätte. Die winzige Hoffnung schwand mit der Antwort.
„Sie sind entführt worden!“ Sie wollte alle Leute fragen und die Augen aufhalten, um dem niedergebeugten Manne zu helfen. Er trieb das nassgeschwitzte Ross schonungslos weiter.
Verfasst: Mittwoch 22. August 2007, 16:34
von Rafael de Arganta
Müde lehnte er am Eingang des Hügelgrabes.
Zu oft schon war er im Inneren gewesen oder am Friedhof hinter dem Bogner.
Seine Brust war vor Angst um Feli und Rehya wie zugeschnürt.
Der Morgen graute bereits als er sich erneut erhob und Thelor bescheid gab das er noch einmal zum Friedhof ritt.
Er war froh das Adrian ihm Beistand, sonst wäre er wohl schier verrückt geworden vor Sorge.
Der Nebel stieg langsam vom Boden auf und gab dem ganzen eine fast unheimlich zu nennende Atmosphäre.
Langsam ließ er Argos schreiten, mit seinen Gedanken bei Feliciatas als er eine Bewegung im Wald bei den ersten Grabsteinen bemerkte.
Zuerst dachte er das Bild das sich ihm bot wäre direkt aus seinem Wunschdenken entstanden, aber das Erschrecken auf dem Gesicht und Felis Schrei nach ihm waren zu Real.
Er zog das Schwert im selben Moment da er sich vom Pferd gleiten ließ und auf sie zurannte.
Doch das Messer an Felis Hals ließ ihn innehalten.
„Schwert weg.“ Rief ihn die berobte Gestalt entgegen, doch er zögerte.
In seinen Augen mochte man die Gefühle streiten sehen.
Hilfloser Zorn, Hoffnung und Entschlossenheit.
Dieses mochte auch die Gestalt bemerken denn mit einem festen Stoß beförderte sie Feli samt Kind, ihm und dem Schwert entgegen.
Reaktionsschnell fing er Feli auf, das Schwert zur Seite ziehend um sie dann einen Moment zu halten, versuchend sie zu beruhigen.
Als sie dann Hilfeschreie aus dem Wald hörten setzte er Feli samt Kind kurzentschlossen auf Argos,
„Reite zurück! Reite zu Adrian.!“ Befahl er ihr und noch bevor sie protestieren konnte, hatte er dem Pferd auf die Flanke geschlagen, sein Schwert gegriffen und war dem Ruf gefolgt.
Die Entführin war fort, was er fand war eine junge verletzte Frau, die ihm erzählte das sie von dieser Frau whl angegriffen wurde.
Die Frau hatte eine Bauchverletzung, und so gab es keinen Grund ihr nicht zu glauben.
Rafael verband sie stellte fest das die Verletzung nicht so tief war und beschloss ihr bis zum Bogner zu helfen um dann Hilfe zu schicken.
Im Moment zog es ihn einzigst zu seiner Familie.
Sie hatten den Bogner fast erreicht als er spürte das sie eine hastige Bewegung machte.
Ohne zu denken ließ er sie los, sich zur Seite werfend, und so streifte das Messer das sie führte nur seine Seite, statt ihm ganz in die Seite zu fahren.
Diesen Moment nutzte die Frau, sicherlich unzufrieden mit dem Ausgang der Situation, um zu fliehen.
Es war vorbei!
Fürs erst war es vorbei.
Seine Familie war jetzt in Sicherheit.
Er schluchzte auf vor Erleichterung.
Diese Frau war ihm egal... für den Moment.
Jetzt wollte er nur noch zu Feli und zu Rehya.
Diese Welt war wirklich viel zu grausam für seine Kinder.
Wollte er früher noch viele Kinder, wollte er es jetzt besser bei Rehya belassen. Sie war schon zwei Mal Ziel seiner Feinde gewesen.
Und jene Entführerin jetzt... hatte ein Problem mit ihm... aber das hier würde nicht sein letztes Treffen mit ihr ein.
Vorerst jedoch gab er die Suche auf.
Was jetzt im Moment für ihn zählte war nur noch seine Familie
Verfasst: Montag 3. Dezember 2007, 10:47
von Felicitas de Arganta
Wieder klang ein Husten durch das Schlafzimmer und Feli nahm ein Taschentuch und putzte sich die Nase. Das war das erste mal das sie eine Erkältung so schlimm erwischt hatte.
Seid Tagen nun lag sie schon im Bett und schlief die meiste Zeit. Rafael würde bestimmt bald nach Liliana schicken lassen. Er war ja immer so in Sorge.
Rehya wurde die Nacht über von Rafael versorgt wenn er zuhause war und Tagsüber kam Florence früh morgens um nach Feli zu sehen und das kleine Mädchen mit zu sich zu nehmen. Feli hoffte, dass sich Rehya nicht anstecken würde. Das hätte ihr jetzt wirklich noch gefehlt.
Die Taufe hatte wegen Feli`s plötzlicher Krankheit auch verschoben. Sicher fragte sich Sanyarin bereits was denn los sei. Vielleicht sollte Feli einfach gleich nach der Eluive-Priesterin schicken lassen. Immerhin waren jene Frauen begandete Heiler. So konnte man gleich zwei Dinge auf einmal erledigen.
Ja, sie würde bald einen Brief aufsetzen...sobald sie eine Feder halten konnte ohne das ganze Pergament zu versauen. Vielleicht sollte lieber Rafael den Brief aufsetzen...
Rafael war mal wieder ein Kapitel für sich in Feli`s Gedanken.
Natürlich war immer irgendwas, das so manche Frau in den Wahnsinn getrieben hätte. Ob er sich nun besinnungslos soff, mal wieder halbtod irgendwoher kam, irgendwelche Verbrecher jagte die ihm die Klinge an die Kehle hielten oder ob er ein weiteres Pferd verlor. Es gab viele Dinge die Rafael besonders gut konnte. Eines davon war Unheil magisch anzuziehen und ständig kopflos in alles hinein zu stürzen.
Innerlich wollte Feli nicht wahr haben, was sie schon längst vermutete. Rafael hoffte mittlerweile sogar darauf. Das war seltsam, war er es doch gewesen der sich so dagegen gewehrt hatte. Morgens war ihr sowieso übel, aber mit der Grippe war das noch schlimmer, das sie sich jedesmal die Seele aus dem Leib übergab wenn sie den langen Weg zum Bad nahm.
Ein Grund warum sie in der letzten Woche besorgniss erregend abgenommen hatte. Essen blieb im Moment sogut wie garnicht in ihrem Magen. Trinken tat weh im Hals aber irgendwie musste sie Flüssigkeit zu sich nehmen. Welche auswirkungen das auf ihre vermeindliche Schwangerschaft haben würde, das konnte sie nicht sagen. Sie war zwar sehr belesen, aber keine Heilerin. Auch wollte sie das garnicht wissen. Je weniger sie wusste, desdo weniger Sorgen würde sie sich machen.
Und es stand auch noch nicht offiziell fest, dass sie wirklich Schwanger war.
Wenn sie wach war plagte sie die letzten zwei Tag oft Schüttelfrost auch wenn ihr Fieber langsam abzuklingen schien. Es ging ihr wirklich garnicht gut und sie war sich sicher Rafael würde sich große Sorgen um sie machen. Leider bekam sie davon im Moment nicht allzuviel mit.
Kurz nahm sie einen Schluck Wasser und lies den Kopf zurück in die Kissen gleiten. Noch ein wenig schlafen...schlafen bis Rafael heim kam...
Verfasst: Sonntag 23. März 2008, 02:30
von Felicitas de Arganta
Spät in der Nacht wurde Feli wach. Sie hatten mal wieder im Schloss geschlafen, aber das war mehr Zufall gewesen.
Das Bett war leer.
Ein wenig verwundert sah sie sich um. Dann zog sie sich an und ging hinab um nach Rafael zu sehen. Doch er war nicht da. Weder im Schloss, noch im Kastell, nicht im Theater und auch sonst war er nicht aufzufinden.
Langsam schlich sich ein wenig Sorge in ihre Mimik.
Sie ritt durch Varuna, um Varuna herrum richtung Berchgard. Vielleicht war er Nachhause geritten? Doch auch dort war er nicht zu finden.
Schlussendlich entschied sie sich dazu Darna zu fragen. Vielleicht wusste sie ja wo er abgeblieben war also war das ihr nächstes Ziel.
Darna war nicht zuhause. Irgendwie verwunderte sie das nicht unbedingt. Besonders nach den Anschlägen die Darna hatte anbringen lassen. Die Romanze war also nun offiziell. Feli hoffte das die beiden sich nicht noch mehr gesellschaftliche Skandale leisteten die sie falls nötig wieder kaschieren musste.
Savea öffnete die Tür und teilte ihr mit, das Rafael wohl da gewesen sei und Adrian verschnürt dort abgeliefert hatte. Ja solch eine Aktion sah sowohl dem einen wie auch dem anderen ähnlich. Aber wo er abgeblieben war das konnte ihr Savea auch nicht sagen.
Schweren Herzens reitete sie nun nachhause. Wo er wohl wieder stecken würde? Sie hatte auch bei Rahels Haus nachgesehen - immerhin waren die beiden gut befreundet und Rafael weihte sie in Dinge ein die eine Magt eigendlich garnichts angingen. Aber das war scheinbar nicht zu ändern. Er liess sich einfach nicht belehren. Ein wenig traurig stimmte sie das schon. Schien Rahel zum Teil mehr zu wissen als Feli selbst. Was nicht daran lag das Feli es nicht mitbekam, sondern schlicht daran, dass Rafael es ihr nicht erzählte.
Sie hatte ein wenig Bauchschmerzen nachdem sie zuhause angekommen war. Die würden sicher weg gehen. Sie machte sich eine warme Milch, ein wenig Honig oben drauf und setzte sich vor den Kamin der prasseln Wärme spendete, nachdem sie eine gute Stunde durch die Kälte geritten war.
Ob es sich lohnte zu warten das er nachhause kam? Sie wusste es nicht. Sie wusste ja nichtmal wo er wieder war. Irgendwie hatten sich die Zeiten sehr verändert. Früher war sie die Frau an seiner Seite gewesen. Diejenige die ihn stütze. Das schien sich schleichend langsam zu ändern.
Natürlich zeigte er ihr seine Liebe. Aber Liebe war nichts starres. Liebe veränderte sich und Feli spührte das sich da viel verändert hatte.
Rafael war anders geworden und sie auch. Manchmal waren da Lichtblicke, kleine Funken die die Glut der Vergangenheit neu entfachen liessen. Doch das alleine schien das Feuer nicht mehr am laufen zu halten.
Sie würde ihn Morgen fragen wo er gewesen war mitten in der Nacht.
Rahel war auch nicht im Schloss gewesen. Die Vermutung lag nahe.
Nur wo könnten die beiden hingegangen sein?
Feli kannte nur das Haus das Rahel ihr gezeigt hatte und das Hausschild selbst sagte nichts aus. Ob sie dort noch wohnte? Eine Klingel gab es jedenfalls nicht und alles Klopfen hatte nichts geholfen.
Er würde ihr schon erklären wo er gewesen war. Die Sorge wich nicht wirklich. Sie hasste es nicht zu wissen wo er war. Das kam in den letzten Monaten zu oft vor und es passierten zuviele Dinge um sie herrum die sie nicht überblicken konnte.
"Wo bist du wieder Rafael?..." seufzte sie und griff sich an den Bauch.
Mittlerweile sah man ihr an das sie schwanger war. Die Kleider die sie auswählte kaschierten das gut. Nicht jeder brauchte das sofort zu sehen.
Aber bald liess sich das wohl nicht mehr verhindern.
Die Bauchschmerzen hielten sie noch eine ganze Weile wach.
Zum Glück war ihr nicht schlecht....
Vielleicht bildete sie sich das auch alles nur ein. Im Moment war sie eben verwundbar. Sie wusste es nicht...
Verfasst: Montag 31. März 2008, 07:01
von Felicitas de Arganta
Feli`s Fieber wurde nicht besser und ihre schwere Krankheit zog an ihren Kräften. Von all dem was um sie herrum passierte bekam sie nichts mit und ihr Erwachen würde ein furchtbares sein. Hätte sie geahnt was sie in der Realtiät erwartet - vielleicht währe sie garnicht mehr aufgewacht.
Während um sie herrum die Menschen bangten und hofften, Entscheidungen trafen die grausamer nicht hätten sein können,
wurde Feli von ihren Träumen in Fieber geplagt die sie immer wieder wimmern liessen.
Sie sah sich im Schloss, gefesselt an das Bett und in der Gewalt der Arkorither. Wie verzweifelt sie damals gewesen war und in welcher Qual Rafael. Wie stark sie hatte sein müssen um das zu überstehen und wie sie schlussendlich gerettet wurden.
Sie sah sich vor dem Drachen stehen. Rafael halb ohnmächtig und verletzt an der Höhlenwand und hörte sich singen. Singen damit sie alle Drei überlebten. Singen damit der Drache sie nicht sofort zerriss sondern mit sich reden liess. Wie sie, Adrian und Feli, Rafael wieder hinaus brachten. In Sicherheit.
Sie sah die dunklen Kellergewölbe. Der Geruch von Verwesung hing pervers und süss in der Luft. Eine Wahnsinnige die ihr dunkle Worte zusprach und drohte ihr Kind, ihre kleine Rehya, in die Arme des Krathor zu bringen.
Wie Rafael ihr zur hilfe kam und sie errettete.
Sie sah die Kämpfe um Rafael. Sie hörte sich mit seinem Vater sprechen. Wie er sie eine Hure nannte die ja nur ein Zeitvertreib war.
Wie sie gegen den Sturm gekämpft hatten und Rafael beinah das verlor das ihm wohl am Wichtigsten gewesen war. Seine Ritterschaft.
Sie sah sich Nachts am Fenster sitzen und bangen. Sorge um Sorge, Ängste um Ängste. Stetig unwissend ob er heim kehrt. Was mit ihm geschieht und ob er verletzt wurde. Eine stetige Angst die sich ihr ganzes Leben hier durchzog. Wie ein Faden dünner Dunkelheit in ihren Gedanken, den auch das hellste Licht nicht mehr vertreiben konnte.
Sie sah sich wie Rehya in ihrem Leib herran wuchs. Wie sie Leben gebar.
Ein Wunder das durch keine Worte dieser Welt beschrieben werden konnte. Dieser kleine Mensch, dieses Wesen war aus ihrem Leib entstanden. Wuchs und gedieh und würde irgendwann eine Frau werden.
Sie sah Liebe. Liebe zu ihrer Schwester und lieber zu ihrer Familie. Sie sah die tiefgründige Liebe zu Rafael die sie all das hatte ertragen lassen.
Die sie stetig begleitet hatte und ihr Kraft gab. Sie sah sie Liebe zu ihrer Tochter. Eine Liebe die auch die schlimmsten Taten nicht vernichten konnte, denn die Liebe einer Mutter ist grenzen- und bedingunslos.
Sie sah Rafael nahe des Todes bei Liliana liegen. Nie zuvor war es so schlimm um ihn gewesen und nie zuvor waren Feinde derart greifbar.
Sie sah sich wie sie Nacht um Nacht an seinem Bett saß. Schwanger mit seinem zweiten Kind. Dem Sohn den er sich so gewünscht hatte. Den sie sich beide gewünscht hatten.
Doch....
Das Schicksals Fügung ist gar das grausamste das die Götter erfanden um die Menschen zu prüfen....
Extreme Belastung, viel zu viel Stress, krank vor Sorge und zuwenig Schlaf, Essen und Trinken schwächten ihren Körper so sehr, dass er sich der schlimmen Krankheit nicht mehr erwehren konnte mit der sie danieder lag.
Ihr Leben selbst hing an einem dünnen Faden. Geschwächt durch die Krankheit und die vorrangegangenen Tage zusammen mit der Schwangerschaft die ihr auch das letzte bisschen Kraft noch entzog das ihr geschundener Körper übrig behalten hatte, stand ihr Leben an dem Scheideweg.
Diese Entscheidung hätte sie niemals treffen können die zu diesem Zeitpunkt Rafael auferlegt war.
Entweder...sie retteten Feli das Leben oder aber sie riskierten das sowohl sie als auch das Kind starben. So schlicht sich diese Frage anhörte, so grausam hart und unbarmherzig war sie auch.
Würde sie sich das je verzeihen? Würde sie je wieder Frieden finden nach alledem? Und wenn es so war...was würde ihr noch Frieden geben können nachdem sie Rafael`s Kind verlor? Es war ihre Schuld. Sie hätte mehr auf sich acht geben müssen. Sie hätte sich schonen müssen wie alle es ihr gesagt hatten.
Doch Darna`s Worte hallten stetig in ihrem Kopf. Sie müsse für sie beide Stark sein. Sie müsse Rafael die Kraft geben sich anlehnen zu können damit sie beide daraus Kraft schöpfen konnten.
Hatte Darna an soetwas gedacht als sie ihr diese Worte sagte? Das steht zu bezweifeln...
Wieviele Opfer kann ein einzelener Mensch bringen?
Wieviel kann eine einzelne Seele ertragen ohne daran zu zerbrechen?
Wieviel Schmerz konnte ein einzige Herz erdulden ohne daran zu welken?
Wieviel Schuld konnten schmale Schultern tragen um sich doch wieder aufzurichten?
War Feli so stark?...
War sie es jemals gewesen?...
Oder war das alles nur eine Lüge...
Das Erwachen würde grausam werden. Grausam wie die Welt in der sie lebte. Grausam wie sovieles das sie hatte erdulden müssen um dort zu sein wo sie war.
Und jetzt...wo sie dort war...musste sie sich fragen ob es all das wert gewesen war. Hatte sie nicht schon viel früher ihr Leben ändern müssen?
Hätte sie das verhindern können?
Was blieb ihr noch?
Rafael würde sie nie mehr in die Augen sehen können. Sie hatte das verloren was er sich sehnlichst gewünscht hatte. Hatte all seine Worte ignoriert und das riskiert was ihm nun den größten Schmerz erbringen würde den sie über ihn hatte kommen lassen können.
Würde er sie überhaupt noch lieben können?
Würde er verzeihen können?
Würde er jemals wieder in ihre Augen sehen?
Rehya...ihre wunderschöne Tochter. Sie würde nicht verstehen was dort geschehen war. Vielleicht war das auch gut so. Vielleicht konnte das kleine Mädchen einfach vergessen was geschehen war. Sie liebte Rehya so sehr wie eine Mutter ihr Kind nur lieben konnte.
Alles völlig ungewiss. Im Schatten ihres Schlafes bedeckt mit Ahnungslosigkeit was die Realität bereit war ihr zu offenbaren. Bald würde sie wissen...
Und mit diesem Wissen würde der Schmerz kommen. Der Schmerz den wohl nichts lindern konnte. Wer trug noch ihr Herz um es mit Balsam zu füllen das es heile?
Und in all diesen Dingen, in all ihrer Qual, ihres noch unbekannten Schmerzes, der bevorstehenden grausamen Realität..da war etwas...
Ein sanftes Säuseln.
Eine Melodie.
Warm und herzlich.
Fürsorglich und mütterlich.
Wie schützende Schwingen umschloss das Lied ihre Seele und gab ihr für einen winzigen Moment Ruhe. Ruhe um die Kraft zu finden nicht zu sterben....