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Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 17:47
von Nevyn Silberhand
Gemeinsam hatten sie die Sumpfinsel der Schwestern aufgesucht und dort über das anstehende
Ritual gesprochen.
Ganz wohl war den beiden, dem Ritter Silberhand und der Diakonin Rabeya, dabei nicht gewesen,
hatte seine Eminenz doch Anweisung gegeben, dass das Kloster und die Priesterschaft der Herrin
derlei nicht zu unterstützen wünschte.
Dennoch...irgendetwas zog die beiden gen Westen, es galt die Menschen zu schützen und wenn sie
dabei helfen konnten, die ewige Dunkelheit zu brechen, dann war dies ihre heilige, von der Göttin
selbst gegeben Pflicht.
Natürlich hegte man anfangs Misstrauen gegenüber jener unbekannten Schwesternschaft, doch bereits
als sie das kleine Haus betraten, sah Nevyn zumindest zwei bekannte Gesichter.
Und was sie ihm darlegten, liess auch die letzten Zweifel schwinden.
Sie würden die Schwesternschaft mit allen Kräften unterstützen.
Rasch ging es zurück zur Burg Schwertwacht im Osten des Landes.
Dort, aus dem Lager wurde eine Klinge geholt, gefertig aus Silber, dem Temora-geweihten Metall.
Auf dem kleinen Altar der Burg wurde die Klinge der Herrin dargebracht und mit Segenswünschen
bedacht, auf das es als Fokus für die Gebete aller Brüder und Schwestern der Gemeinschaft
der Streiter dienen mochte.
Später sah man dann einen einzelnen Reiter mit wehendem Mantel durch die Finsternis reiten, doch
das Licht in seinem Herzen, wie auch die silberne Klinge an seiner Seite, erreichten sicher ihr
Ziel und das Schwert wurde den Schwestern überbracht...
Ob es helfen würde?
Ob es gelänge, die Sonne wieder zum scheinen zu bringen?
Man würde sehen, aber man würde auf jeden Fall dafür kämpfen!
Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 18:19
von Rasheeda Yazir
Sie hatte die Aushänge gefertigt und aufgehangen....dann war sie es angegang mit Hilfe des Liedes die Ufer direkt um die Stadt mit zusätzlichen Mauern zu bestücken. Gedanke dahinter war der Flut die kommen mochte eventuell etwas von der Kraft zu nehmen so sie die Ufer eroberte. Ihr war klar das diese Mauern nicht aufhalten konnten was dem Laufe der Natur folgte doch sie konnte die Schäden versuchen abzuschwächen.
Dann zog sie sich in den Palast zurück um sich ein letztes Mal zu Baden und in reine, weiße Gewänder zu hüllen. Nichts sollte ihre Gedanken von dem bevorstehenden Ritual abhalten.Nichts ihre Kräfte davon abhalten zu gehen wenn die Schwestern darauf zurückgriffen.
Die Shoka liess sie in ihrer Komode zurück...die junge Frau....bestieg den Pfad zum heiligen Berge hoffend, bangend.
"Eluive du wirst uns nicht verlassen dein Wille geschehe.....Abeer Eluv!" und sie kniete sich vor den Schrein...
Verfasst: Montag 15. Dezember 2008, 11:46
von Nuria Mondin
Sie schlief - so tief und fest wie schon lange nicht mehr. Die vorherigen Wochen hatten alle ihre Kraftreserven aufgezerrt. Wie eine Heldin fühlte sie sich ganz und gar nicht. Ein Haufen Elend hätte das Ganze viel besser beschrieben. Nicht einmal Taraleas überschwingliche Freude konnte sie mehr anstecken - sie war vollkommen ausgebrannt. Die letzten Wochen waren der helle Wahnsinn gewesen. Sie war am erklären, organisieren, bitten, verteidigen, forschen - ohne Rücksicht auf sich selbst und nunmehr bis zur vollkommenen Erschöpfung.
In wirren Träumen schossen immer wieder Fetzen des vergangenen Abends durch ihren Kopf. Wie die Schwestern, beladen mit all jenen Gegenständen, die ihnen ihre Verbündeten in dieser Sache für das Ritual brachten, zusammen zur Lazynthe zogen, um dort einen Ritualplatz zu errichten - ein Kreis, vier Kerzen, seine Reinigung. Sie machten sich bereit, riefen Elemente und Götter an - und dann begannen sie, die Kräfte zusammenzuführen. Die Lazynthe hatte nach all jenen Vorkehrungen freiwillig ihren Nektar in den Kelch fließen lassen. Damit war der Grundstock der Verbindung erstellt. Nun konnten sie die Gegenstände in den Kelch einfließen lassen und der Nektar transformierte sie zum reinen Lied. Als erstes hatten sie sich die Menschen vorgenommen. Die Rune der Magier löste sich zu einem zarten rötlichen Glimmen im gesamten Nektar auf. Jeder Tabakkrumen der Horteraspriester transformierte sich in einen kleinen, glitzernden Lichtpunkt. Das Weihwasser der Temora- und Eluivepriester transformierte die gesamte Flüssigkeit in eine halb durchsichtige Masse. Als sie schließlich das Schwert einschmolzen, um es irgendwie in den Kelch zu bekommen, wurde die Farbe dunkler, geheimnisvoller: Es schien, als würde in ihrem Kelch ein kleiner, leicht rötlich schimmernder Sternenhimmel entstehen. Mit einer gewissen Irritation betrachtete sie, wie sich daraus ein bläulicher, eisiger Kristall erhob und über der restlichen Flüssigkeit zu schweben schien.
Teilweise war es gar nicht so einfach gewesen, die Gaben in den Ritualkelch zu bekommen. Das Problem wurde ihr beim Weihwasser erst so richtig bewusst. In der einen Hand der Kelch, in der anderen die Phiole, und der Korken schließlich zwischen den Zähnen. Wie sollte man so die Götter anrufen? Doch die Lazynthe leistete zuverlässige Arbeit. Sie pulverisierte in beeindruckendem Feuerwerk jeden Fremdkörper, den sie in die Blüte fallen ließ. Ob Korken, Phiole, Schwertknauf oder Lederschlauch - ein Beobachter der Insel hätte sich hier und da wahrlich an dem Feuerwerk erfreuen können. Nuria registrierte es jedoch mehr, als dass sie jenem wirklich Beachtung schenkte. In jenen Stunden lastete einfach viel zu viel Verantwortung auf ihr, als dass sie sich hätte ablenken lassen.
Als das Salz der Menekaner seinen Weg in den Kelch fand, durchzogen kleine Kristalle wie Eissterne die Flüssigkeit. Das Haar des Einhorns von den Hochelfen bildete eine Spirale gleißenden Lichtes, welches den Kelch hell erleuchtete. Aus der Borke der Waldelfen entstand ein grünes, pulsierendes Licht in der Mitte des Kelches, fast wie ein Herz. Als das Blatt der Tiefländer sich hinein mengte, erwuchsen feine, grüne Äderchen, welche von jenem grünen Lichte ausgingen und sich durch den ganzen Nektar ihren Weg bahnten. Die Gletschermilch der Anguren schließlich ließ das ganze Gebilde zäh werden, dickflüssig.
Unter Anrufung der Götter vermengte sie all jene Güter im Kelch, bis darin sich nur noch eine zähflüssige, dunkle, halbdurchsichtige und in verschiedenen Farben glitzernde Masse befand. Sie steckte ihr Athame wieder in den Gurt der Ritualrobe, blickte in den Kelch und - ja, das war die große Frage, was dann geschah. In ihren Träumen kehrten nur Bruchstücke vom restlichen Ritual ein.
Cayas vorwurfsvoller Blick, dass sie ihr eine Rippe mit ihrem Ellenbogen fast geprellt hatte. Der angestrengt verzerrte Gesichtsausdruck Larissas, die irgenwie mit ihr rang. Und sie bildete sich ein, irgendwie ein Tor in die Luft gemalt zu haben und durchgegangen zu sein. Dass sie den Kelch über einem Felsen ausgeschüttet hatte, hatten ihr die Schwestern hinterher erzählt. Ganz langsam - aber sie konnte sich an absolut nichts davon erinnern. Ihr Gedächtnis setzte erst wieder ein, als sie vor eben diesem Felsen stand und Taralea anstarrte. Mit einem leeren, von tiefen Rissen durchzogenen Ritualkelch in den Händen. Und dass kurz darauf Kopfschmerzen folgten, als wenn sie nicht nur eine Wand auf dem Weg hierher mitgenommen hätte. Und der Mond wieder auf seiner Bahn war.
Sie war keine Heldin - sie wurde nur zu einer gemacht. Die Götter hatten sie geführt, sie hatte die letzten, entscheidenden Schritte nicht mit ihrer Kontrolle vollzogen. Sie fand es seltsam, dass sie derart gefeiert wurden. Es erschien ihr nicht richtig. Es war das Wirken der Götter und sie nur ihre ausführende Hand gewesen. An ihr war nichts so groß, wie es alle fanden. Sicher, sie hatte die letzten Tage alles in ihrer Macht stehende getan, um das Ereignis vorzubereiten, um etwas zu bewegen - aber das hatten andere sicherlich auch. Irgendwie fühlte sie sich falsch in dem ganzen Trubel, sie hatte das Gefühl, dort gar nicht hereinzupassen. Sie war es gewöhnt, im Verborgenen zu agieren und von Niemandem ein Dankeschön für ihre Arbeit zu erhalten. Mit dieser Offenheit musste sie erst einmal zurecht kommen. Sie war stolz, die Robe der Schwesternschaft nunmehr in der Öffentlichkeit zu tragen, sicher - aber es würde noch lange dauern, bis sie sich daran gewöhnt hatte wie eine zweite Haut.
Als die ersten Sonnenstrahlen am nächsten Morgen über ihr Gesicht wanderten, bildete der Mund ein leichtes Lächeln. Doch sie öffnete die Augen nicht. Sie registrierte den lang vermissten, doch gewohnten Klang im Lied, die Wärme - und wie ein Gute-Nacht-Kuss von Eluive persönlich beendete sie Nurias Unruhe in ihren Träumen, und sie fand endlich zu tiefem Schlummer.
Verfasst: Montag 15. Dezember 2008, 14:50
von Melakur Vidori
Am späten Vormittag gab der Patriarch den Brüdern und Schwestern der Bruderschaft bescheid, dass man sich zur siebten Abendstunden auf dem Dach der Burg Schwertwacht zusammenfinde, um wie viele andere auf der Welt, ihren Teil dazu beizutragen endlich diese verfluchte Dunkelheit zu bezwingen und die Welt in ihre gewohnte Ordnung zu bringen.
Am Abend fanden sich dann auch zehn Brüder und Schwestern der Gemeinschaft unter der Leitung von Sire Silberhand und ihrer Gnaden Travier auf dem Dach der Burg ein. Man bildete einen Kreis und sprach miteinander ein paar Gebete. Trotz der bitteren Kälte und dem peitschenden eisigen Winden, die die Burg umflogen, hielten alle tapfer durch und sprachen ihre Gebete fast schon in Ekstase ohne ein Murren oder Bibern. Das mag wohl auch daran gelegen haben, dass dieser gemeinsame Gottesdienst, den man abhielt, einen jeden mit einer inneren Wärme beglückte.
Als es dann soweit war und der Mond sich langsam wieder in Bewegung setzte um seine Bahn um Alathair zu ziehen, spürten alle ein Gefühl der Erfüllung das sich in ihren Körper breit machte und jeder wusste, dass sie es nun geschafft hatten. Temora hatte, mit der Hilfe der gespendeten Kräfte, den Mond und die damit verbundene Finsternis bezwungen. Für einen kurzen Augenblick schwanden dann auch die Kräfte, denn die Prozedur hatte schon an den Körper der gläubigen gezerrt, nur bemerkten sie es erst jetzt nachdem alles gut überstanden war.
Dieser Augenblick der Erschöpfung und dem verdienten wohligen Gefühl der Erfüllung nach getaner Arbeit währte jedoch nicht lange. Kurz nach Beendigung der Zeremonie läuteten die Wachen unter am Tor schon Alarm und die Frau, die Lady Llastobhar während der Zeremonie zur Burg gebracht hatte, rief die Streiter auf sich kampfbereit zu machen, den die untoten Heerscharen versuchten in einem letzten verzweifelten Versuche, die Dinge doch noch zu ihren Gunsten zu entscheiden. So eilten die gerüsteten - alle waren schon gerüstet den Sire Silberhand hatte schon einer Vorahnung in dieser Hinsicht gehabt – Streiter nach unten zu Tor. Drei Wellen galt es zurück zu schlagen, doch dies war für die tapferen Recken keine Herausforderung im Vergleich zu dem Dienst den sie zuvor schon für Temora verrichtet hatten.
Noch als sie dabei waren die letzten Diener des Raben niederzuringen, kam Allesandro und bat die Bruderschaft dem Kloster, welches ebenfalls belagert wurde, Unterstützung zu leisten. Die Streiter zögerten nicht lange und saßen auf und im Galopp ritt man zum Kloster, wo sie sich mit den dortigen Kämpfern des Lichts vereinigten und die letzten Kreaturen der Finsternis niederschlugen.
Anschließend ritt man dann noch zum Ketzernest Bajard, bei dem man insgeheim die Hoffnung hegte, dass es von den Horden der Finsternis überrannt wurde und man nur noch die letzten Reste beseitigen musste. Jedoch fanden diese Hoffnungen ein jähes Ende als man sah, dass auch dort die Untoten von lichten Kämpfern zurückgedrängt werden konnten.
Als man schon zur Burg zurückkehren wollte trafen die Streiter der Bruderschaft noch auf die Schwesternschaft, die diese ganze Zeremonie einberiefen und leiteten. Man war sich einige, dass es noch zu tun gab bis alles wieder in seiner gewohnten Bahn wäre aber, dass an diesen Abend ein jeder einen großen Teil dazu beitragen hat, die Welt ein Stück besser zu machen.
Verfasst: Montag 15. Dezember 2008, 14:59
von Mia Mailinn Faris
Es war ein eigenartiger Abend. Als Mia vom Spielen mit ihren Hasen wieder zurück in den ersten Stock ihres Zuhauses ging, um nun mit ihrem Hund und dem Affen Cheetah weiterzuspielen, war etwas anders. Beide Tiere liefen unruhig im Zimmer umher.
Was war nur los? Hatten sie vielleicht Hunger?
Mia lief wieder die Treppe hinunter in die Vorratskammer um ein paar Kirschen und ein Stück Fleisch für Hunti zu holen, doch die war leer. Das musste sie sofort ihrer Mama berichten. Immerhin war Mia ja eine treu sorgende Tiermama für alle ihre Tiere – zumindest so gut sie mit fünfeinhalb Jahren konnte. Also lief sie die Stufen wieder hoch um ihre Mama zu suchen, doch die schien irgendwie nirgends zu sein. Überall schaute sie nach, schlussendlich sogar im Keller, aber nirgends war sie aufzufinden. Bis nur mehr der Balkon über blieb. Rasch öffnete sie die Türe, wissend, dass ihr gleich eine kalte Brise um die Nase wehen würde, und da stand ihre Mama. Nichtmal einen Mantel hatte sie an. Sie stand dort am Geländer und schaute in die Weite. Irgendwie eigenartig sah sie aus, wie sie da so in die Ferne blickte...das tat sie ja sonst nie. So stapfte Mia im Bewusstsein, dass sie das eigentlich nicht durfte, in den Hausschlapfen, ohne Mantel, Schal und Haube, auf den Balkon.
"Mama?"
Ein einziger Ton von Mia genügte um Sharina aus den Gedanken zu reissen. Als sie sich umdrehte, mochte ihr ihre kleine Tochter entgegenblicken, wohl mit einem ähnlich sorgenvollen Blick als die Mutter, wenn auch aus anderen Gründen.
"Mama die Tiere sind so unruhig und wir haben nichts mehr zu futtern für die beiden im Haus."
"Ja, meine Kleine, aber in den Futterschüsseln ist noch genug bis morgen, und morgen gleich hole ich frisches Futter für unsere kleinen Nimmersatte. So, nun komm, aber schnell wieder in die warme Stube!"
Mia folgte ihrer Mama gerne, denn es war ihr schon kalt. In ihrer Sorge um die Tiere, war ihr die eigenartige Stimmung draussen gar nicht aufgefallen. In der warmen Stube angekommen, bemerkte sie nur mehr den sorgenvollen Blick ihrer Mutter. Auf ein Nachfragen von Mia erfand sie eine Ausrede – das bemerkte Mia, doch sie wollte ihrer Mutter nicht noch mehr Kummer machen und so tat sie so, als würde sie sich mit der Antwort begnügen. Als Sharina nach unten ging um eine warme Suppe zu kochen, versuchte Mia die Tiere durch spielen etwas von ihrer Unruhe abzulenken, was nur mäßigen Erfolg hatte.
Eine eigenartige Atmosphäre lag im Raum, die Mia genauso wenig behagte wie Sharina. Auf Mias nochmaliges Nachfragen, meinte ihre Mama, dass es an der immerwährenden Dunkelheit läge und jene die Tiere auch so unruhig mache. Mia dachte sich nur, dass jene Dunkelheit ja schon lange andauerte, die Tiere dadurch zwar irritiert waren, doch nie so unruhig. Etwas Gutes hatte das ganze wenigstens aus Mias Augen: Sie durfte bei ihrer Mama im Bett schlafen, was ihr nur recht kam, denn irgendwie machte sie eine leise Angst in ihrer Magengrube trotz der leckeren Suppe breit. Da Mia nicht ohne das Bild ihres Vaters schlafen wollte, wurde er extra noch umgehängt, sodass er auf die beiden im Doppelbett der Mutter herunterlächeln konnte.
"Papa tut uns immer beschützen, gell?"
Ihre Mutter nickte.
Die Stimmung wurde aber nicht besser – ganz im Gegenteil. Aufeinmal war ein lautes Grollen zu hören. Rasch wurde sie von Sharina auf ihren Schoß gezogen, wo sie sonst immer die uneingeschränkte Geborgenheit spürte. Mia kuschelte sich so dicht sie konnte an Sharinas Körper, als wolle sie sich vor diesem Geräusch bei ihr Schutz suchen. Auch der Hund kam fiepsend angedackelt, legte sich auf Sharinas Füße und machte seiner Angst Luft, indem sein ganzer Körper ziemlich zitterte, was wohl auch Sharina zu spüren bekam. Der Affe lag schon einige Zeit mit der Decke über den Kopf gezogen im Doppelbett. Als das Grollen immer lauter wurde, wurde die Angst der vier immer stärker.
So saß eine bangende Mutter mit ihrem ängstlichen Kind im Arm eine Nacht lang auf einem Bett um es zu beruhigen, bis das Grollen wieder nachgelassen hatte und ein Kind lag in den Armen einer Mutter, betend, dass sie ihr Papa vor allem Unheil beschützen würde, denn es spürte, dass etwas Sonderbares geschah in dieser Nacht.
Verfasst: Mittwoch 17. Dezember 2008, 19:11
von Caya Sternsang
Ein wohliges, verträumtes Lächeln lag auf den Lippen der jungen Frau, die in Felle, Kissen und Decken gehüllt in einem Schlafraum lag als diese sich einmal mehr herumdrehte. Umso wärmer wurde es, als sie die zarten, tasten Strahlen der so lange vermissten Sonne auf ihrem Gesicht spürte. Da war sie wieder, und es war so schön diese Wärme genießen zu dürfen, etwas unwillig verzog sie dann aber doch das Gesicht als ihre Nase zu kribbeln begann – so war sie lange nicht geweckt worden aber das Lächeln, fand schnell seinen Weg zurück auf ihr noch immer verträumt anmutendes Gesicht, als ihre Blicke den in sanftes Rot getauchten Horizont betrachteten. – Die Sonne – Das Leben, die tiefe Ruhe die sie bei dem Gedanken an das, was nun kommen würde, tief in ihrem Inneren ausbreitete und es mit Wärme füllte.
Gerade setzte Caya sich auf, die Decke hatte sie noch immer fest um ihre Schultern gezogen, um den Augenblick einfach zu genießen und der Sonne ein stilles Geleit auf ihrer Bahn zu geben als sie von einer einfachen aber schlagenden Erkenntnis eingeholt wurde.
Die Sonne geht doch gar nicht im Westen auf!
Caya war für einen Augenblick verwirrt, dann aber schob sie es beiseite und machte sich daran, etwas zu Essen zu besorgen und dann rasch die anderen Schwestern zu suchen...
Verfasst: Samstag 3. Januar 2009, 01:50
von Der Erzähler
Nachspiel
So hat die lange Nacht nun doch noch ein Ende gefunden. Das Zusammenspiel der Völker hat das Unmögliche vollbracht.
Die Sonne scheint und das Leben auf Erden geht weiter, als sei nie etwas geschehen. Die Dunkelheit droht in Vergessenheit zu geraten. Doch in den Herzen derer, die sich unter dem Sternenhimmel einten, wird die Wahreit weiterleben.
Sie werden berichten von der Flutwelle, die das Dorf der Waldelfen fortspülte und von der Strömung, welche allerlei morsche Stege und unvertaute Schiffe mit sich riss. Von dem Wind, welcher lange schon unbewohnte Behausungen in sich zusammen fallen ließ. Von der wunderbaren Macht der Gemeinsamkeit, die alle Beteiligten bei einem Ritual von nie dagewesener Größe durchflutete. Sie werden erzählen, wie die Horteraspriesterschaft in den Besitz ihres Mondsteines kam und die Kreaturen der Schatten wieder in ihre Löcher getrieben wurden. Ängste wurden ausgestanden, Skepsis überwunden, alle Kräfte aufgebraucht in dem Kampf gegen die Kälte und die scheinbar ewig währende Nacht.
Einige Frauen werden jene Ereignisse niederschreiben wie es ihre Tradition ist, um den nachfolgenden Generationen von ihrer Geschichte erzählen zu können. Für sie ist es nicht nur das Ende einer langen Nacht. Für sie ist es ein Neubeginn. Das langersehnte Anknüpfen an alte Zeiten.
Genießt Euer Leben, die Wärme und das Licht. Nie hat man deutlicher gespürt, wie kostbar das scheinbar Selbstverständliche ist. Sonne und Mond ziehen wieder ihre Bahnen. Lasst uns hoffen, dass sie nie wieder einander so verbunden sind...