Raven Saß vor seiner Spiegelkonsole als er sich wieder betrachtete. Seien Haut hat sich von seinem ersten Ritual erholt und sein Gesicht gewann wieder an Fülle, sodass er sich wieder ansehen konnte. Fast schon Puppenhaft wirkte er, gar Porzellanartig? Seine blauen Augen betrachteten sein Spiegelbild und er griff mit der linken Hand nach einer Pinzette die er zwischen seinen Brauen führte, um dort kleine feine Häärchen zu entfernen. Dieses tat er mit einer Genauigkeit die selbst eine Frau ins Staunen bringen könnte, würde sie ihn bei dem sehen was er gerne tat, sich seiner Schönheit zu widmen. Er war ein Perfektionist was das anging, sein Erscheinungsbild zu pflegen, so griff er mit der rechten Hand zu einer kleinen Kerze und beleuchtete sein Gesicht mit dieser um das feinste Haar zu finden, welches er dann auch schon wieder entfernte. Als er damit zufrieden war, widmete er sich seinen Augenbrauen, die er dann wieder in Form brachte, so wie er es gerne hatte. Er wollte kein Haar da haben wo er es nicht haben wollte. Er wollte genau so aussehen wie er es wollte. Man könnte ihn schon als Selbstverliebt bezeichnen und wer ihn kannte wusste dass er es in der Tat auch war. Raven war zufrieden mit dem was er sah und doch war da etwas, was ihn störte - seine Wimpern lagen nicht so wie er es gerne hätte. So legte er die Pinzette zur Seite und griff mit der linken Hand nach einer kleineren Bürste und führte diese sich zu seinen Wimpern um diese in Form zu bringen. Er mochte seine Wimpern ganz besonders gerne, da sie anders als bei den anderen Männern etwas länger waren und filigraner. ohne an Volumen zu verlieren. Als er damit fertig war, legte er beides auf seinen Platz den er dafür aussuchte, denn auch auf seiner Kommode hatte alles seinen Platz. Er legte seinen Kopf zur Seite und betrachtete sich, seine Wimpern ließ er ein mal niederschlagen und betrachtete sich ganz genau seine Haare lagen noch nicht ganz genau so wie er es gerne hätte. Seine Griffe gingen zui einem Tiegel, welchen er dann aufschraubte und auf ihren Platz stellte. Nun griff er mit der linken zu einer feinborstigen Bürste und befeuchtete die Spitzen mit jener um die Bürste zu seinen Haaransatz der Stirn zu führen um seine Haare hoch zu legen, dieses nahm die meiste Zeit in Anspruch, denn er legte sehr viel wert drauf, dass sie jeden Tag genau so lagen wie man es von ihm kannte. Er ließ die Wachsähnliche Substanz trocknen und hatte die Bürste in dieser Zeit als Stabilisator nicht aus den Haaren gezogen, sodass seine Haare erneut die Erhebung hatten wie all die Tage zuvor. Gar eine Stunde ließ er sich mir seine Haaren zeit und war dann doch wieder zufrieden mit dem was er sah. Er lächelte sich selbst an und besah sich im Spiegel selbstverliebt. Nun nahm er eine Pfeile und brachte seinen langen schwarzen Fingernägel wieder in Form, die er so scharf anschliff, dass das bloße Auflegen der Nägel am Tisch schon spuren hinterließen. „Was habe ich euch vermisst..“ Dachte er sich dabei und griff danach zu seinem Rotwein welchen er für sich bereit gelegt hatte und nahm einen Schluck. Sodann lehnte er sich in seinem Thron zurück und sah sich einfach mit dem Weinglas in der Hand haltend an. Seine Mundwinkel zuckten in die Höhe und seine nase wurde leicht erhoben. Selbst seinen ganzen Rest an Körper war an diesen Tage reif für seine Behandlung, denn er wollte nirgendwo bis auf seinen Kopf Haare haben, jedoch zupfte er jedes Haar hinaus, was ein Barthaar sein sollte, Rasieren kam bei ihm da nicht in Frage da dieses für unerwünschte Stoppeln führen würde die dann recht schnell dazu führen würden, dass da wieder Haare sind wo sie nicht sein sollten. Nun stellte er das Weinglas weg und griff zu der Dose wo er die Bürste eben noch hineintauchte und legte es in die Schublade woher er sie auch hatte und öffnete eine andere Schublade wo er eine Salbe hervorholte die aus Aloe und Milch und Honig bestand und machte sich daran, sich damit komplett einzureiben, denn seine seidenweiche Haut kam nicht ohne Pflege zu Stande.

Nachdem er seine Pflege beendete, die er jeden Tag vollzogen hatte griff er in einen der Schränke und holte ein Buch hervor was er als Kind gerne gelesen hatte. Es handelte sich um morbide Sagen und Geschichten, die ihn faszinierten. Das wusste selbst seine Mutter sehr gut. Es war das letzte, was er von seiner Kindheit hatte und daher hielt er es immer in Sicherheit, sodass es immer unbeschadet sein sollte. Seine Mutter war einst eine Dienerin des Rabenherrn, sein Vater ein Templer Alatars und somit lernte er schon sehr früh wie es ist, sich von der Masse abzuheben. Ja, anders zu sein als der Rest. Oft dachte er sich, wie es wäre, wie all der Rest zu sein. Hin und wieder versuchte er es doch er merkte immer wieder, dass er sich dann nicht mehr selbst treu sein konnte. Er begab sich zu seinem Stuhl im Garten und betrachtete die Delphine die ihre Kreise zogen und das stimmte ihn zufrieden….das Buch in der rechten Hand haltend mit der linken Seite für Seite umblätternd überflog er jede Sage und schwelgte in der Vergangenheit. Dann schlug er eine Seite auf, die sich nicht wie die restlichen Seiten anfühlten, diese Seite war schwerer, dicker...und er legte einen Briefumschlag frei. „Für meinen Prinzen“. Er kannte diese schöne schwungvolle Schrift und er schloss für einen Moment seine Augen und seufzte leise auf. „Als habe sie von der Bluthochzeit gewusst oder wann hat sie das geschrieben?“ Waren seine Gedanken dazu und öffnete seine Augen schon wieder- Nahm diesen Umschlag in die linke Hand und legte das Buch auf den Tisch. Stunde um Stunde saß er dort und sah den Briefumschlag nur noch an und ging einige Runden wie er zur Welt kam um seine Insel herum….doch der Umschlag war imemr noch dort, ungeöffnet. Das Weinglas welches er zuvor abstellte wurde wieder in seine linke Hand genommen und so nahm der junge Diener einen Schluck von jenem Glas und stellte es neben den Brief ab. Seine rechte Hand legte sich sanft auf den Umschlag und er atmete tief ein und streichelte diesen kurz. „Was hast du mir zu sagen, Mutter?“ Waren seine Worte in den Brief bevor er nach jenen triff, seinen Fingernagel des Zeigefingers der rechten Hand wurde als Brieföffner genutzt und schon hatte er ein schwarzes Stück Papier in der Hand, welches er langsam entfaltete… schwungvolle Lettern die er von ihr kannte waren dort zu lesen und auch eine Rabenfeder befand sich in dem Umschlag. Er lehnte sich zurück und seine Aufmerksamkeit galt dem Brief den er sanft in seinen Händen hielt:
Seiner Schwingen Schutz, geliebter Raven,
Wenn du diese Zeilen liest bin ich vermutlich schon nicht mehr auf dieser Welt, doch ich wollte, dass du diese Zeilen findest, die ich an dich richten wollte.
Als du und dein Bruder Revan noch im meinem Bauch warst trug ich noch den Glauben an Alatar in meinem Herzen. Du wurdest im Glauben des Panthers gezeugt. Dann kamen einige Diener des Rabenherrn zu mir, weil er mich wohl gezeichnet hatte. Zu jener Zeit stand ich kurz vor eurer Geburt musst du wissen. Diese Zeit nutzte ich, um Fragen zu stellen um einiges mir verborgenes zu lernen und zu vertiefen.
Es war ein Tag im Rabenmond, welcher es genau war das weiß ich nicht mehr. Doch wisse, dass du bei meiner Weihe in meinem Bauch warst als ich damals eine berührte Seele wurde. Ob ich diesen Tag überleben würde das wusste ich nicht, somit hätte der Rabenherr an jenen Tag drei Seelen haben können. Doch Wisse, ich habe alles gegeben um meine Weihaufgabe zufriedenstellend zu erfüllen.
Ich war also eine Geweihte die euch beide am 22. Rabenmond zur Welt brachte und das erfüllte mich dreifach mit Stolz. Als du und dein Bruder dann in meinen Armen lagst musste ich mich für einen von euch entscheiden, wer bei uns aufwachsen sollte oder bei deinen Onkel, welcher wie dein Vater ein Templer Alatars gewesen war. Ich entschied mich für dich und somit gaben wir Revan in die Hände deines Onkels.
Oft hoffte ich noch dazu, dass du meinen Weg bald selbst einschlagen wirst und in meine Fußstapfen trittst, ja ich richtete manchmal Gebete an ihn und hoffte, dass er mich erhören würde.
Du fragst dich sicher, was das für eine Feder ist welche sich im Umschlag befand. So will ich dich nicht lange im hellen wandeln lassen. Ich habe sie mir als Rabe selbst ausgerissen, somit hast du dadurch etwas von mir bei dir.
Du warst schon immer was Besonders, lasse dir das durch keinen nahmen. Schätze jene die dich so nehmen wie du bist. Du warst anders du bist anders und somit bist du einzigartig und wertvoll. Du wirst deinen Weg schon finden oder hat er dich schon gefunden?
Unter seinen Schwingen geliebter Sohn,
Deine Mutter Cynthia
Als er den Brief zu Ende las seufzte er schwer auf und nahm die Feder in seine Hand und betrachtete diese eine lange Weile stillschweigend. Er drehte sie in der Hand und diese schillerte im Kerzenlicht bläulich auf und er bekam eine Vorstellung von ihr wie sie wohl als Rabe ausgesehen haben könnte. Er griff zum Buch und klappte dieses zu und den Brief, ja den steckte er in genau diese einen Seite hinein wo er diesen auch fand. Dann schob er das Buch wieder ins Regal ein und streichelte über den Einband und legte seine Hand flach auf jenen. „Danke Mutter….“ Waren seine Worte, welche er dann sanft von seinen Lippen kommen ließ und schloss seine Augen um sich dann wieder auf den Stuhl setzte und das Weinglas in die Hand nahm um sich einen Schluck zu gönnen. Seine Gedanken erhoben sich nun gen des Himmels, welcher zur Blauen Stunde langsam abdunkelte und die Stadt K’awi in ein Farbenfrohes Lichtermeer tauchen ließ. „Vielleicht hat das Buch weitere Briefe in sich aber alles zu seiner Zeit.“ Danach stellte er das Glas auf den Tisch und betrachtete die Inselhauptstadt etwas länger und genoss das Spiegelbild der Stadt in der ruhigen See und musste unweigerlich an einem der Unterrichte denken, welchem er neulich beigewohnt hatte.
Die Geisterwelt war durchaus eines der Themen die ihn fesselte. Vielleicht wird es bald ja Zeit in jener einzutauchen? Es kam ja schlie0lich zum Thema dorthin auch einen Ausflug zu planen. Er würde sich das sicherlich nicht nehmen lassen. Sein Wissensdurst war durchaus gegeben. Auch wenn er die Gefahren kannte die einen dort erwarten würden,er war bereit…
...so begab er sich auch an jenen Tag der Ruhe ins Bett und träumte von seiner Mutter….