Ein Brief erreicht den Palast für die herzogliche Hoheit

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Barn Soederstett

Ein Brief erreicht den Palast für die herzogliche Hoheit

Beitrag von Barn Soederstett »

26. Lenzing 268

An seine herzogliche Hoheit, Anselm von Lichtenthal

Krone und Reich zur Ehr, Eure herzogliche Hoheit,


mit größtem Respekt und in ehrerbietiger Demut wende ich mich an Euch. Mein Name ist Barn Gagat, Bauer zu Kronwalden auf dem Holderhof, welchen ich gemeinsam mit meiner Verlobten, Charlotta Soederstett, bewirtschafte.

Bereits am 21. Lenzing 268 richtete ich ein Schreiben an das ehrwürdige Kloster der Lichteinigkeit zu Schwingenstein, ein Anliegen, das ich zuvor schon einmal am 16. Ashatar 266 vorgebracht hatte. Leider verhinderten widrige Umstände damals ein persönliches Zusammentreffen, sodass nun nach beinahe 18 Monden ein erneutes Schreiben an die ehrwürdige Geweihtschaft erging.

Am gestrigen 25. Lenzing 268 gewährte uns Hochwürden Leandra Kalveron eine Audienz im Glaubenshaus zu Adoran, um über die bevorstehende Eheschließung zwischen meiner Verlobten und mir zu sprechen. Dabei wurden wir darüber unterrichtet, dass eine dreimonatige Verlobungszeit vorgeschrieben ist.

Mit diesem Schreiben trete ich nun vor Euch, Eure herzogliche Hoheit, mit der demütigen Bitte, diese Frist zu verkürzen und uns zu gestatten, bereits am 16. Eluviar den Bund der Ehe zu schließen.

Ihr fragt Euch gewiss, warum Ihr diesem Gesuch stattgeben solltet.

Am 8. Ashatar 266, in den stillen Stunden der Nacht, um genau 2:06 Uhr, hielt ich um Charlottas Hand an. Sie nahm meinen Antrag an und machte mich zum glücklichsten Mann auf Erden. Seit jenem Tag trägt sie meinen Ring, und mein Wunsch, sie zu ehelichen, ist in all den Jahren ungebrochen geblieben.

Doch das Schicksal stellte uns auf eine harte Probe. Ein schwerer Unfall und der damit einhergehende Gedächtnisverlust entrissen mir nicht nur meine Erinnerungen, sondern auch die Möglichkeit, meine Geliebte zu heiraten. Mehr als sechs Monde irrte ich ohne Wissen um meine Herkunft durch die Wälder, doch in meinem Herzen war ein Schmerz, der mich lenkte. Ohne zu wissen, wer ich war oder wohin ich gehörte, spürte ich dennoch eine unaufhaltsame Sehnsucht, die mich schließlich zurück zu Charlottas Hof führte.

Erst dort, inmitten der vertrauten Umgebung, begann ich zu begreifen, dass mein Herz längst wusste, was mein Geist vergessen hatte. Dass es eine Frau gab, die auf mich wartete, die mich liebte und deren Liebe mich selbst in der Dunkelheit meines Vergessens auf den rechten Pfad führte. Erst Monde später kehrten meine Erinnerungen vollständig zurück, doch mein Herz hatte niemals gezweifelt.

Seitdem wünschen wir uns nichts sehnlicher, als das Versprechen, das wir einander einst gaben, endlich zu erfüllen. Zu viel wertvolle Zeit ist uns bereits genommen worden. Charlotta, die all die Jahre hindurch meinen Ring niemals ablegte, und ich wünschen uns nichts mehr, als den gemeinsamen Weg nun endlich offiziell zu beschreiten.

Daher ersuche ich Euch, Eure herzogliche Hoheit, uns die Gnade zu gewähren, unsere Eheschließung vorzuziehen. Lasst uns nicht länger durch auferlegte Fristen getrennt sein, wo wir doch schon genug Zeit durch das grausame Spiel des Schicksals verloren haben.

Mit tiefster Hochachtung und in ehrfürchtiger Demut,
Barn Gagat
Bauer zu Kronwalden
Anselm von Lichtenthal
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Registriert: Samstag 17. Februar 2024, 13:10

Beitrag von Anselm von Lichtenthal »

... Ein Diener überbringt einen Brief nach Kronwalden.


Lichtenthal
30. Lenzing 268
Adoran, königlicher Palast



Krone und Reich zu Ehr unter dem gleißenden Licht der Schildmaid,
Herr Gagat


Nach eingehender Lektüre vorliegenden Schreibens, in welchem die Absichten der Beteiligten dargelegt werden, sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass Ihr es mit eurer Hochzeit und Verlobung in der Tat ernst meint.
Die Worte und der Ton des Schreibens lassen darauf schließen, dass die vorgetragenen Wünsche mit Hingabe und Absicht geäußert wurden.



In Bezug auf die Möglichkeit einer Verkürzung des Verfahrens möchten wir anmerken, dass wir dies durchaus für machbar halten. Letztlich liegt die Entscheidung jedoch in der Weisheit und den Händen der ehrwürdigen Kirche der Temora.



Ich empfehle, erneut auf die Priesterschaft Temoras zuzugehen, um diese Angelegenheit weiter zu erörtern und sie mögen durch dieses Schreiben, in diesem Zuge wissen, dass Ihr unsere Unterstützung und Empfehlung in dieser Sache habt.



Beschlossen durch Seine herzogliche Hoheit Anselm von Lichtenthal.


... schwungvoll unterzeichnet und mit dem herzoglichen Siegel versehen ...


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Barn Soederstett

Beitrag von Barn Soederstett »

* den Brief in den Händen haltend und aufgeregt lesend, nahm er seine Füße in die Hand und rannte zu einem Schreibe um eine Abschrift anfertigen zu lassen um jenes persönlich zum Kloster zu bringen.*
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