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Die letzte Muse
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Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » Die letzte Muse
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Linus Sturmfang





 Beitrag Verfasst am: 29 März 2024 00:08    Titel: Die letzte Muse
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In Gedanken versunken ging Linus vom Dorfkrug durch die Straßen von Berchgard. Hatte sie sein Lied richtig verstanden? Hatte er Sie richtig verstanden? War es ein Fehler, das Lied vor Ramon und Logan zu singen? Linus hoffte das die Sterne ihm die Wahrheit verraten würden, doch sie antworteten ihm nicht. Er blieb stehen, seufzte und wuschelte sich durch die Haare.

Aber weshalb hatte sie ihm nicht widersprochen? Warum hatte sie nicht ihre scharfe Zunge benutzt, um ihn zu zerlegen? Sie hätte die Fähigkeiten dazu gehabt. Er fühlte sich schlecht. Dabei wollte er ihr doch nur zeigen, dass er aufmerksam war und zugehört hatte. Was hatte er nur getan?
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Gwenna van Nordlicht





 Beitrag Verfasst am: 25 Apr 2024 12:02    Titel:
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Im Berchgarder Dorfkrug war es stets warm und behaglich, ein Ort schlichter Einrichtung, doch dafür umso wertvollerer Gesellschaft. Hin und wieder gesellten sich zwar fremde Reisende an die Tische, aber an vielen Abenden neigten die meisten dazu in der Taverne einzukehren, die am Berghang hinauf den größeren Schankraum und das fleißigere Küchenfeuer bot. Jene, die allerdings mit dem Haushalt Tiefenberg vertraut waren oder gezielt die Gesellschaft seiner Mitglieder suchten, wussten, wo sie ihre Abendstunden mit reichlich Unterhaltung und Austausch verbringen konnten. Der Dorfkrug war ein Quell für den Wechsel von Informationen, nicht allein deswegen, weil hier die Tiefenberger Kunde ausgegeben wurde.

Auch an diesem Abend verbrachte Gwenna - die durchaus etwas mit ihrer Gesprächigkeit kokettierte - ihre Zeit an der Theke und ließ sich regelmäßig ihr Weinglas von Logan wieder auffüllen, während die gesellig anmutende Frau in geübter Manier die Gäste unterhielt. Das wurde von ihr erwartet, ohne dass sie die Anstrengung, die es mit sich brachte, erkennbar werden ließ. Ein Lächeln auf den vollen Lippen, die Beine feminin überschlagen, die Gespräche modierend und wie ein Küchenfeuer stets wieder entfachend, wenn es nötig war. Sie lachte, wenn es angemessen erschien, und spielte auch etwas verwegener mit den Worten, wenn es noch grenzwärtig möglich war. Mal die Aufmerksamkeit in die eine Richtung geschenkt, mal in die andere und vor allem immer wieder zurück zu ihr geholt. Der Dorfkrug war eine vertraute Bühne. Und diese Bühne teilte sie nur zu gerne mit dem ansässig gewordenen Wanderbarden für ein unterhaltsames Duett. Er sollte ein Lied singen.

Nicht das erste Mal hatte Linus ihr angedeutet, dass sie durchaus ihren Einsatz als eine seiner Musen hatte. In den Gesprächen, wo sie unter sich waren und der Vorhang zur Schau nicht geöffnet werden brauchte. Wenn sie sich über die Dinge unterhielten, die keiner heiteren Unterhaltung beitrugen. Und als Linus nun in der Gesellschaft des mit Gästen besetzten Dorfkruges sein von ihrem Gespräch inspiriertes Lied vortrug, wurde Gwenna bewusst, wie sehr sie ihn unterschätzt hatte. Sein Lied über den Meister der Masken war erstaunlich wortreich, tiefgreifend und spielerisch zu gleich. Es war die Geschichte eines Spielmanns, der lernte sich vor Menschen anders zu geben und ihre Erwartungen zu erfüllen, indem er stets die passende Maske für sie wählte. Bis er nicht mehr wusste, ob er der Meister der Masken war oder die Masken ihn beherrschten. Es war grandios - bis am Ende seine Muse erwähnt wurde. Seine einsame Muse.

Die Worte hebelten unter die Maske der geselligen Unterhalterin. Doch ehe sie ihr ganz abfiel lobte sie das Lied und verabschiedete sich, das halb gefüllte Glas zurücklassend. Sie konnte es sich zu diesem Zeitpunkt nicht leisten ihrem Umfeld etwas anderes zu zeigen, als sie sehen sollten. Dafür hatte sie einfach zu lange an dieser Rolle gefeilt.




"Niemand hat während meiner Reisen, meine wahre Suche je erkannt,
meine Masken war'n zu echt, wie gern hätte ich sie verbannt.
War ich jetzt der Meister meiner Masken?
Oder hatten die Masken mich gemeistert?"


- Linus Sturmfang -
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Linus Sturmfang





 Beitrag Verfasst am: 26 Apr 2024 09:26    Titel:
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Linus nickte zufrieden, als er die letzte Zeile des Gedichtes für seine Muse verfasst hatte.
Der Sturm aus Gefühlen trieb ihn dazu.
Es war vollbracht:

Erkenntnis
Es traf mich wie ein Blitz,
als du dein Blick abwandtest,
was war ich für ein Narr vor dir
lieber Ändern als Aussprechen.

Du hast verdient, beschenkt zu werden,
erst recht an jedem trüben Tag.
Mit sanften Worten, unversehrten,
verwöhnen, wenn ich sie dir sag’.

Du bist ein Mensch, ein wunderbarer,
so schön - der einer Rose gleich.
Im Herzen wird mir’s immer klarer,
durch dich, da wird mein Leben reich!

Drum bitte, ich dich mit diesem Gedicht
verzeih mir mein herzloses Geschwätz.
Will lieber an deiner Seite sein,
denn ich bin in Wirklichkeit allein.


Linus Sturmfang


Wenige Tage nach seinem Lied, in einer sternenklaren Nacht, warf er Gwenna den Brief mit dem Gedicht in den Briefkasten.
Es war ein Versuch, eine Entschuldigung und eine Chance. Er hoffte inständig, dass sie ihm verzeihen würde.
Niemand mag die Wahrheit unverpackt, sie sollte immer schön hinter Worten und Gesten versteckt sein. Das hatte ihm doch schon sein Lehrmeister beigebracht, nachdem Einwurf des Briefes, wuschelte sich Linus wie zur Bestrafung durch sein eigentlich gekämmtes Haar.
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Linus Sturmfang





 Beitrag Verfasst am: 18 Jun 2024 08:40    Titel: *ein Brief mit etwas Wüstensand liegt in Gwenna Briefkasten*
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Liebe Gwenna,
ich habe nun meine erste Woche hier in Menek`Ur hinter mir und schreibe dir wie versprochen.
Die Reise ist unglaublich! In dieser Woche war ich im stolzen Haus der Familie Ifrey Gast.
Es war alles so interessant! Wusstest du das ihr „Wappentier“ ein Skarabäus ist? Sie legen sehr viel Wert auf die Traditionen ihres Volkes!
Ich habe noch nicht die Wappentiere von jeder Familie herausgefunden, werde es aber noch herausfinden.
Die Traditionen und Gepflogenheiten der Menekaner sind mitunter so unterschiedlich zu unseren! Ich hatte so wunderbare Gespräche im Tempel der All`Mara mit den Priestern. Wusstest du das es passieren kann, dass ein menekanischer Mann vor seiner Hochzeit, das Gesicht der Braut noch nie gesehen hat? Das kann hier bei sehr traditionsbewussten Familien passieren. Die Familie Ifrey war so nett und hat mich sogar komplett eingekleidet! Ich habe jetzt einen grünen Kaftan, die Farbe habe ich mir selbst ausgesucht. Sie nennen mich manchmal einen „Grünländer“, da dacht ich mir, warum nicht Flagge zeigen und grün tragen. Gestern ist mir noch etwas sehr Abenteuerliches passiert. Ich bin mit der kleinen Blüte Hadija (so nennen sie ihre Mädchen hier) um die Häuser gezogen. Wir sind über einen geheimen Weg auf die Dächer der Stadt gekommen. Und ich lüge nicht, wenn ich dir schreibe ich bin über ein Seil an dem noch Wäsche hing über die Straße zum anderen Dach gelaufen. Ich habe zwar manchmal mit den Armen geflattert wie in Vogel um das Gleichgewicht zu halten, aber ich habe es geschafft! Ohne herunter zu fallen. Für die kleine Blüte war das alles selbstverständlich, aber ich habe mich eigentlich schon im weichen Sand liegen sehen. Heute ziehe ich um, zur Familie Bashir. Dort wird mir Nadim die Saz beibringen! Ich bin so gespannt! Ich schreibe dir in einer Woche wieder…

dein Linus

ps. Ich habe dir etwas Wüstensand in den Brief getan. Ein Sandkorn = Einmal an dich Gedacht
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Linus Sturmfang





 Beitrag Verfasst am: 04 Jul 2024 21:40    Titel: Ein weiterer Brief erreicht die Vogtin
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Maleikum Salam Gwenna,
ich war in den letzten Tagen bei der ehrenvollen Familie Bashir untergebracht. Meine Finger tun mir weh. Nadim übt mit mir fast jeden Abend an der Saz. Aber es wird wohl noch Jahre dauern, bis ich die Saz wie ein Menekaner spielen kann. Ich spiele sie grad eher wie eine Laute nur ab und an gelingt mir etwas, was Nadims strengen Gehör gefällt. Nicht desto trotz sind die Bashir wirklich wunderbare Handwerker, erstaunlich, dass manche Dinge aus ihrer Hand als Handwerk und nicht als Kunst gilt. Und du wirst es nicht glauben, ich war mit einigen Janitscharen und dem Emir auf einer Jagd!
Ich !? Das musst du dir mal vorstellen. An einem anderen Abend war ich mit Ashanti in einer Taverne, der Schleier. Dort habe ich ordentlich ähm die Spirituosen der Wüste gekostet. Nadim meinte, als er mich nach Hause mitgenommen hatte, das ich wohl der Freund der Flaschengeister bin. Das ist ein Titel, mit dem ich leben kann…
Mir ist außerdem schon ein ordentlicher Bart gewachsen und meine Haare sind lang geworden. Ich werde mich wohl erst in Berchgard von dieser Haarpracht trennen, vielleicht kannst du mir ja dabei helfen?

Der Freund der Flaschengeister,
Linus

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Gwenna van Nordlicht





 Beitrag Verfasst am: 07 Jul 2024 20:38    Titel:
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Über die Wege der Händler und Boten gelangen die Briefe und Nachrichten stets bis in das vertraute Berchgard. Zumeist entlockte das Lesen der Zeilen und auch die sandigen Beigaben ihr ein leises Lachen oder ein wissendes Schmunzeln. Doch Antworten erfolgten nicht - Nur in ihrem Kopf, da spann sie die Zeilen, die sie jedoch nicht zu Papier zu bringen vermochte.
Der kleine Schatz an Botschaften aus Menek'Ur aber fand einen Platz in einer hübschen Schatulle.
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