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Von pechschwarzer Rabenfeder und farbenfrohem Kolibri
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Tanai Tayris





 Beitrag Verfasst am: 05 Jun 2024 18:56    Titel: Kapitel 91 - Rückkehr in gefiederte Gefilde
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Kapitel 91 - Rückkehr in gefiederte Gefilde


Rückkehr in die Heimat. Rückkehr in andere Gefilde! Rückkehr in ein anderes Leben? Das Schiff nach Gerimor schaukelte während der ganzen Reise unruhig auf den Wellen des Meeres hin und her. War das vielleicht ein Ausdruck davon, wie es auch in ihrem Inneren bestellt war? Der Seelenspiegel war nicht mehr glatt wie bei einem ruhigen Tag am Meer, nein nein… er war aufgepeitscht, stürmisch, fordernd. Und Gedanken forderten sie dieser Tage wahrlich viel zu viele. Wieso hatte ihr Vater bloß nichts gesagt, wieso hatte er immer zu geschwiegen, sein ganzes Leben lang? Es wäre alles so viel einfacher geworden, so viel klarer. Natürlich hätte sie es als Kind vielleicht noch nicht so verstanden, wie sie es jetzt als herangewachsene Frau tat. Und doch, sie wäre vielleicht ein anderer Mensch geworden, oder? Vielleicht wäre ich Templerin geworden… vielleicht, Alatar allein weiß es. Seufzend lag Tanai in ihrer Koje auf der harten Pritsche mit unter dem Strubbelkopf verschränkten Händen und es erinnerte sie kurz daran, wie sie damals auf dieser verdammten Treppe gelandet war, die sich hart in ihr Rückgrat gebohrt hatte. Seit den Alatarischen Rüsttagen war alles anders geworden, und auch wenn es eine herausfordernde Zeit war, so war es doch eine Zeit gewesen, die ihr viel gegeben hatte. Die Mundwinkel zuckten dezent empor. Oh jaa, und wie viel du mir gibst. Heimlich musste sie sich eingestehen, dass sie sich auf die Rückkehr freute. Und so hing sie den Gedanken weiter nach, bis sie irgendwann leicht seekrank einschlief. Und dabei waren es seine Lindaugen, die sie bis in den Schlaf verfolgten. Als sie später aufwachte, hörte sie garstige Möwenschreie und die unzähligen Geräusche eines tüchtigen Hafens. Sie waren angekommen, Rahal hatte sie wieder. Die gekauften Stoffe wurden am Hafen durch einige Arbeiter abgeladen und sie machte sich indessen auf den Weg zu einem ganz bestimmten Ort… zu einem ganz bestimmten Menschen. Und jener empfing sie so freudig, als wäre sie eine halbe Ewigkeit weg gewesen. Es fühlte sich gut an. Zu gut.

Tage später, längst schon alle Reisesachen wieder an ihren alten Platz verräumt und die neuen Errungenschaften in ihrer Schneiderei einsortiert, da fand des Abends die Feier zum Getarestod am Schrein der blutroten Hand neben Düstersee statt. Dort war sie natürlich als Tempelwächterin an der Seite der Templerschaft, und doch waren die Meeraugen immer wieder auch abgedriftet und hatten sich an einem ganz bestimmten Punkt eingependelt. Konzentrier dich, nicht hier, du hast eine Aufgabe. Und was für eine! Das zeigte sich später, als am Nachthimmel plötzlich Kreischen und Zetern zu hören war. Flügelschläge und dann die nahezu sirrende Luft, als Harpien zum Angriff übergingen. Sie kämpften ohne zu zögern, mit vereinten Kräften. Und am Ende zogen sich die Ungetüme schließlich zurück, flogen gen Varuna in die Nacht davon. Weitere Tage später wurde es weit weniger kämpferisch, zumindest in der Praxis. In der Theorie aber, da stellte die Bruderschaft sich vor, erklärte ihr Wirken, ihre Stellung im Reich, ihre Aufgaben. Es war durchaus interessant gewesen und auch hier hatte sie noch so einiges lernen können. Dass der Abend damit endete, dass sie ihre Sturheit endlich überwand, das war selbst für Tanai neu. Doch er gab ihr Mut, und den brauchte sie auch, als sie Tetrarch Vindheim ansprach. Es war an der Zeit. „Tetrarch…?“ Und wieder sprach er sie da mit Fräulein Tayris an, nicht mit Frau… sie wusste in jenem Moment nicht, ob sie Cailen plötzlich mögen sollte oder noch mehr hasste. „Wärt ihr so gut meine Verlobung wieder zu lösen? Der verlustige Vicarius scheint sich wohl verlaufen zu haben.“ Seine Antwort kam so prompt, dass sie selbst verwundert war. Gelöst. Ich bin frei. Dass sie in jenem Moment einen Blinzeln vom Rotschopf empfing, ließ sie tatsächlich sogar grinsen. Als sie den Hort gemeinsam verließen, dauerte es nicht lange, bis sie in Grenzwarth hinter verschlossener Tür dicht beieinanderstanden und er sie lange ansah. „Jetzt kann mein kleiner Kolibri frei fliegen.“ Und wie sie das nun konnte, mit ihm an ihrer Seite. Sei frei, kleiner Kolibri.
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