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Der Weg ist das Ziel
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Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Chargeschichten » Der Weg ist das Ziel
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Jynela Dhara





 Beitrag Verfasst am: 25 Okt 2021 21:03    Titel:
Antworten mit Zitat

“WARUM sind meine Schüler unpünktlich?!”

Sie hatte sich bereits angespannt und Haltung angenommen, als sie ihn aus den Augenwinkeln wahrgenommen hatte, aber als seine Stimme deutlich frostig und verdammt laut durch die Gasse dröhnt, musste sie sich doch kurz zwingen ruhig stehen zu bleiben.
Kurz schluckte sie möglichst unauffällig. Das konnte ja nun nicht wahr sein.
Gerade hatte sie sich abgemeldet, aber da sie den verfluchten Treffpunkt nicht gewusst hatte, denn im Schreiben des Senators war er mit keinem Wort erwähnt gewesen, wollte sie auf den Rashar warten, der sich, wie sie bereits erwartet hatte, als KalOshra herausstellte.Sie hätte von ihm den Treffpunkt erfahren können und ihn dann einfach dorthin begleitet.
Und nun das.
Unpünktlich.
Wo sie schon die ganze Zeit bereit stand.
Dennoch wartete sie aus Respekt die Begrüßung ab, nahm noch wahr wie Aresh für sie in die Bresche sprang, was sie ihm zwar hoch anrechnete, aber genauso war sie auch sicher, dass ihr das eher nicht entgegen kommen würde.
Aber am Ende konnte sie den Mund nicht halten. Sie war mehr als pünktlich gewesen und in diesem Moment wollte sie es schlicht nicht auf sich sitzen lassen. Für Widerworte hatte sie zwar deutlich zu viel Respekt vor ihrem Lehrer, aber immerhin eine Erklärung wollte sie loswerden.
“Ich habe mich eben vom Appell für den Unterricht abgemeldet, Senator.”
Sie blickte den Senator starr an während sie zusah, wie er sich gegenüber dem Rashar sachte verbeugte. Ihre Kiefermuskelns spannten sich kurz an, sie bewegte sich aber nicht als er sich wieder ihr zuwandte.

“Für WANN ist der Unterricht angesagt?!”

Ihre Antwort kam sofort: “Zur 8ten Stunde.”

“WAS bedeutet das?”

Nun musste sie sich dennoch beherrschen. Sie war pünktlich gewesen aber sie hatte keinen Ort genannt bekommen wo sie erscheinen sollte. So sehr sie es zu unterdrücken versuchte, sie spürte deutlich wie die Wut in ihr hoch kochte.
Aber dennoch war es der Senator, der vor ihr stand. Es spielte in jenem Moment einfach keine Rolle was sie dachte oder fühlte. Er war ihr Vorgesetzter, er hatte das Sagen und er würde ihr auf ihrem Weg helfen. Vielleicht. Aber Zweifel wollte sie erst gar nicht zulassen.
“Dass ich pünktlich an der Kommandantur war, Senator.”
“Ihr erwartet also das ICH HIER euren Unterricht abhalte und einen Gast unser Verbündeten auch HIER unterrichte ?”
“Nein Senator. Aber mir war kein Treffpunkt bekannt. Deswegen wollte ich...:”

Er ließ ihr natürlich keine Gelegenheit sich zu rechtfertigen.
“Dann aber SOFORT im LAUFSCHRITT! Ab ins Gebäude!”

Aus den Augenwinkeln nahm sie noch wahr, wie KalOshra die Arme vor der Brust verschränkte, hörte sich aber selbst nur laut “Jawohl” sagen und setzte sich in Bewegung.
Ihre Zähne knirschten beinahe, als sie gen Kommandantur rannte, aber sie gab sonst keinen Laut von sich.
Er hatte es ihr angedroht, dass er sie besonders hart schleifen würde. Noch immer ärgerte sie sich maßlos über sich selbst über diesen einen Moment der Unachtsamkeit, der ihr nun das Leben schwer machte und wie ein kleiner Fluch auf ihr lastete. Aber eine Wahl blieb ihr nicht. Empfindlichkeiten konnte sie sich hier nicht leisten, das hatte er ihr gerade wieder deutlich gezeigt.
Sie kannte das. Zu gut. Und sie kam damit zurecht. Auf ihre Weise.



<<”NEL! Beweg deinen Hintern hier herunter sofort!”
Leise stöhnte sie auf bevor sie den mit Heu gefüllten Sack wieder auf das Bettgestell sinken ließ und sich in Bewegung setzte. Ohne nachzudenken, ohne zu Zögern. Das gab nur Ärger. Als ob es nicht Strafe genug war die Betten im Armenhaus zu machen (niemand wollte sehen, riechen, geschweige denn anfassen, was man da so fand), wartete also die Vorsteherin einmal mehr auf sie. Und das obwohl die Sonne bereits kurz vorm Untergehen war und sie gerade schon das letzte Bett erledigte. Ihre Arme schmerzten noch von dem herumzerren der Heusäcke und sie war einfach müde. Vielleicht wäre sie sonst aufmerksamer gewesen.
Aber so traf sie ohne jede Vorwarnung etwas hartes im Gesicht und ihr Kopf wurde zur Seite geschleudert, die Lippe platzte auf und sie konnte direkt den metallenen Geschmack von Blut wahrnehmen.
In den Jahren war die Vorsteherin immer unzufriedener geworden, verhärmt, grausamer, einfach nur verbittert. Irgendwie wunderte es sie nicht einmal. Wer wollte schon freiwillig so leben? Aber sie hatte es satt, dass es so oft sie traf. Aber sie war eben das einzige Kind in dem Haus, die Einzige die noch anständig mithelfen konnte. Normal war sie schnell genug um auszuweichen, dieses Mal eben nicht.
Als sie allerdings sah. womit sie geschlagen worden war, blieb ihr beinahe das Herz stehen.

“Klingt meine Linde? Singt meine Nachtigall?”, hörte sie ganz leise die Worte in ihrem Kopf,. als würde eine Stimme sie ihr warnend zuflüstern.

Es war ein scohn etwas zerfleddertes Buch. Ihr Buch.
Ein Buch, dass ihr irgendwann Mert gegeben hatte.
Mert, der erst vor ein paar Wochen friedlich im Schlaf gestorben war, den sie in der Früh nicht mehr wecken konnte und um den sie wirklich bittere Tränen geweint hatte.
Er hatte ihr das Schreiben beigebracht. Er hatte sie immer wieder bestärkt die linke Hand zu nutzen und es weiter zu versuchen. Und er hatte ihr das Buch geschenkt. Ein Buch mit ihren Gedanken, ihren Geschichten. Mit ihrer krakeligen Schrift, die lange Zeit beinahe kaum zu lesen war. Ein Buch von dem sie sicher war, es gut versteckt zu haben. Aber scheinbar nicht gut genug.

Sie hörte nicht einmal was genau die Vorsteherin brüllte, es war ihr auch gleich, alles was sie sah war ihr Buch in den Fingern der Frau, die es niemals in Händen haben sollte. Und sie sah zu, wie es mit einem gezielten Wurf auf den Kamin zu flog.
Der Schrei, der aus ihrer Kehle kam war unmenschlich, doch dann reagierte sie nur noch. Mit einem Satz war sie am Feuer. Es interessierte sie keinen Moment ob die Flammen ihre Haut verbrannten. Ohne zu Zögern zog sie das Buch aus dem Feuer, klopft die Flammen aus und rannte los. Das Gebrüll folgte ihr noch, aber jetzt gab es kein Zögern mehr.
Erst hatte sie Mert verloren.
Dann war dieser Kerl, Fergus in ihr Leben getreten und hatte ihr kurz so etwas wie Hoffnung gegeben, nur um sie dann wieder zu zerstören, in dem er ablehnte sie mitzunehmen.
Und nun hätte sie beinahe das Einzige verloren, was ihr wichtig war.
Zum Glück hatte die Vorsteherin nicht gesehen, was sich im Inneren des Buches verbarg.
Dieses Mal zögerte sie nicht, sie nahm sich ihre Sachen, viel war es sowieso nicht und verschwand noch am selben Abend aus dem Armenhaus. Das letzte Bett blieb ungemacht zurück.>>




Danach waren Jahre gefolgt, in denen sie wieder Befehlen gehorcht hatte, aber es war von diesem Moment an ihre eigene Entscheidung gewesen es zu tun. Genauso wie es ihre Entscheidung gewesen war, den Weg einzuschlagen auf dem sie sich nun befand. Und dabei spielte es nun einmal keine Rolle ob sie etwas verletzte, demütige, oder sie etwas als ungerecht empfand.
Es war ihre Entscheidung. Und sie konnte sie jederzeit ändern, wenn sie wollte.
Sie wollte nur nicht.

Also öffnete sie die Tore und folgte am Ende dem Senator in den Raum.
Der Unterricht war anders als erwartet. Für einen Moment erinnerte er sie zu Beginn deutlich an Aresh, als er von seinen unkonventionellen Methoden sprach. Umso erleichterter war sie, dass es an diesem Abend zumindest lediglich Wasser war, mit dem sie sich auseinandersetzen musste.
Wasser, Regen, Schnee, Nebel, Wind, Sturm.
Sie kannte das alles.






<<Zitternd hockte sie in einem Winkel einer Gasse der Stadt und lauschte in die Nacht hinein. Der Mond war in dieser Nacht besonders hell und stand hoch über der ihr so verhassten Burg. Sie hatte Schutz hinter einigen Kisten gesucht, den Beutel fest an sich gedrückt und wartete ab während sie den Wachen lauschte, die durch die Nacht patroullierten. Erst als der Weg frei war, ging sie weiter in Richtung Hafen.
Ungewollte Kinder überlebten nicht lange. Entweder sie starben, oder sie landeten wie damals sie selbst im Armenhaus.Nur ein paar wenige schafften es in den Gassen zu überleben. Immerhin war sie beinahe kein Kind mehr. Was aber noch wichtiger war, sie hatte in all den Jahren ein paar Dinge gelernt, die ihr hier beim Überleben helfen würden, egal ob sie darauf nun stolz war oder nicht.
Mehr als einmal hatte sie irgendwo Lebensmittel mitgehen lassen.
Mehr als einmal musste sie so schnell wie möglich abhauen, Haken schlagen, die “Kurve kratzen”. Dabei war sie geklettert, balanciert, gesprungen.
Mehr als einmal war sie Schlägen oder Hieben ausgewichen.
Mehr als einmal hatte sie mit ihrer einfachen Schleuder geübt zu schießen und zu treffen.
Mehr als einmal war sie unsichtbar geworden, hatte Geschick bekommen darin sich zu verstecken.
All das rettet ihr nun ihr Leben.>>



Sie kannte also das Gefühl von nasser, klammer Kleidung. Wusste wie es sich anfühlte, wenn die Muskeln vor Kälte unkontrolliert zitterten.
Und deswegen lauschte sie vor allem auch auf die Antworten des Rashar, der in einer vollkommen anderen Welt lebte.
Sie stellte ihre Fragen, hörte zu und versuchte sich alles zu speichern.
Als sie nach dem Unterricht zurück in ihr Haus kam, rauschte ihr Kopf aber sie nutzte es sofort und schrieb sich das Wichtigste noch einmal auf.
Anschließend saß sie noch eine Weile auf dem Stuhl, das Licht der Kerze und der Kohleschale flackterten ein wenig als sie dem Regen zusah, der das Fenster herab lief und sie merkte selbst nicht einmal, dass sie mal wieder mit der rechten Hand über den Stumpf des kleinen Fingers ihrer linken Hand rieb. Eine vertraute Geste, die wohl all jenen bekannt war, die mehr Zeit mit ihr verbrachten.
Und einer der Vorteile, die sie hatte. Sie spürte wenn sich das Wetter änderte. Und das rechtzeitig genug, um zu handeln. Zumindest meistens.



<<Ihre Augen huschten kurz über den Marktplatz. In der einen Ecke konnte sie Klara ausmachen. Wahrscheinlich war dann auch Dane nicht weit von ihr. Sie musste nur abwarten bis der Tumult dort drüben losbrach.
Und das tat er wenige Sekunden später. Mit einem zufriedenen Grinsen begann sie hastig wenigstens etwas von dem Brot in ihren Beutel zu stopfen. Sie war gerade dabei wieder in einer der Gassen zu verschwinden, als ihr die Orangen ins Auge fielen. Wahrscheinlich schweineteuer und von irgendeinem fremden Schiff, die hier immer wieder im Hafen einfuhren. Sie hätte nicht im Traum daran gedacht irgendein Risiko einzugehen, wenn nicht eine davon durch das Gedränge zur Seite gepurzelt wäre und nun einfach so zwischen den unscheinbaren Äpfeln lag.
Eine zufällige Bewegung, die Hand schnellte aus den zu langen Ärmeln hervor und verschwand wieder darin, die Beute fest umgriffen.
Doch als sie losrennen wollte, wurde sie auf einmal in die Luft gerissen.
“Du verfluchter Straßenköter.”, die Stimme war dunkel und eine Hand hatte sie im Genick gepackt und schleppte sie nun über den Platz, den Tumult der sich langsam wieder beruhigte, ignorierte der Wachmann vollkommen.
“Du und deine verdammte Bande! Jetzt wirst du sehen was du davon hast.”
Die Aufmerksamkeit der Bürger begann sich nun langsam zu drehen und sie spürte auf einmal, wie sie eine Gänsehaut bekam.
Der Oberst wurde unruhig.
Alles was sie dann noch hörte war ein Fluch und er packte ihre Hand auf den nächstgelegenen Markttisch. Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen, als sie aus den Augenwinkeln sah, wie er die kleine Axt von seinem Gürtel löste.
Sie hatte die Orange mit der linken Hand gestohlen. Mit ihrer starken Hand. Und eben in jener war die Frucht noch immer, als er die Hand heraus zerrte und auf das Holz drückte. Die Finger lösten sich, die Frucht kullerte auf den dreckigen Boden.
Ein kurzes seltsames Geräusch als die Axt herunter rauschte. Sie spürte den Schmerz im ersten Moment gar nicht, denn alles was sie wahrnahm war ein erneuter Fluch des Oberst als ihn etwas im Gesicht traf und die Hand, die sich von ihrem Genick löste.
Dann rannte sie während das Blut an ihrer Hand hinunter lief.>>




Ihre Augen huschten kurz hinab zu dem Stumpf. Sie merkte gar nicht wirklich, wie die Kerze neben ihr herunter brannte. Die Bewegung ihrer Hand ließ nicht nach. Bis sie sich doch irgendwann hoch stemmte. Eher mechanisch nahm sie ihre Rüstung zur Hand, packte ein was notwendig war und ging hinaus in den Regen. Innerhalb von kürzester Zeit war sie durchnässt, aber dennoch führten ihre Schritte sie zielstrebig zum Osttor.
Dort verschwand sie bald über die Brücke in den Wäldern.
Für einige Tage war es still in dem Haus in Rahal. Keine Kerze brannte.
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Jynela Dhara





 Beitrag Verfasst am: 01 Nov 2021 10:51    Titel:
Antworten mit Zitat


Ein wenig besorgt glitt ihr Blick über Ennika, als jene im Hort zu Sprechen ansetzte. Sie wirkte noch ein wenig angeschlagen, die Stimme etwas rau, lächelte den Teilnehmern des Unterrichts aber freundlich wie immer entgegen.
Als sie die Aushänge gelesen hatte, war sie die Erste gewesen, die ihren Namen in die Liste eingetragen hatte.
Ein Unterricht im Bogenbau.
Obwohl sie bereits seit vielen Jahren das Schnitzmesser beinahe täglich in der Hand hielt und obwohl sie bereits zugesehen hatte, wie Bögen entstanden, wie man sie baute, sich sogar selbst daran versuchte dann und wann, war es noch einmal etwas anderes, wenn man es von jemandem gezeigt bekam, der die Kunst beherrschte.
Und eigentlich hätte es ein perfekter Abend sein können. Sie stand an einem ihrer liebsten Orte, dem Hort, inmitten von Büchern und dann war da dieser wunderbare Geruch von frischem Holz.
Zwei Dinge, die sie aus ihrem Leben nicht mehr missen wollte. Eigentlich drei, aber da der dritte ein hochgewachsener und gutaussehender Mann war, der ihren Blick eher meiden würde, wagte sie es nicht weiter darüber nachzudenken.
An diesem Abend würde ihre Aufmerksamkeit nur dem Bogenbau gelten.
Also stand sie neben der Werkbank, ihr eigenes Werkzeug bereits neben sich gelegt und lauschte den Worten Ennikas.

Bogenarten.

Sieh hatte schon einige Bögen in ihren Händen gehalten. Damals hatte sie die meiste Zeit mit Janosch verbracht und das bedeutete irgendwann, dass er sie zu Shea geschickt hatte. Sie beherrschte ihr Handwerk und die Bögen, welche sie baute, waren immer praktisch und von sehr guter Qualität. Was ihr jedoch gänzlich fehlte, war der Hang zur Kunst, der bei Ennika dafür sorgte, dass ein jeder Bogen gleichzeitig auch ein kleines Kunstwerk werden konnte. Shea war eher die Praktische gewesen. Aber sie wusste was sie tat und sie war mit ihren Worten immer offen und direkt.



<<”Was ist es dieses Mal? Wieder der Griff? Oder die Nocke?”, ein leises Seufzen begleitete die Worte von Shea als sie nach dem Bogen griff und sich an die Arbeit machte.
“Jynela wirklich, ich weiß es ist der Bogen deines Bruders aber du weißt es selbst, er ist alt und wurde eine ganze Weile nicht gepflegt. Irgendwann wird er brechen.”, Sheas Worte klangen wieder einmal recht ernst und eindringlich. Ihr blieb nichts anderes übrig als zu nicken und leise zu Murmeln: “Ich weiß das ja. Ich werde ihn beiseite legen und den Neuen benutzen.”
Die Bognerin nickte nur leicht und betrachtete sie noch einen Moment, bevor sie ihr die Waffe zurück reichte.
“Es war wirklich ein guter Bogen. Und ein wenig hoffe ich, dass du ihn dir irgendwann über den Kamin hängen wirst.”, das Lächeln auf ihren Lippen war echt.
Der Gedanke erschien ihr allerdings so absurd, dass sie darüber nicht nachdachte. Welcher Kamin? In welchem Haus? In der Bärenhöhle würde sie kaum einen Bogen aufhängen.
“Ich habe dir gesagt wie es geht. Und ich kenne dich, ich weiß du hast dir alles in dein kleines Buch geschrieben. Also geh los, geh mit Janosch, such dir dein Holz und fang endlich an. Wenn du bereit bist, gehe ich dir zur Hand.”, Shea nickte ihr nochmal zu und scheuchte sie dann aus dem Zelt.
Mit einem leisen Seufzen wanderte sie zurück zum Feuer, ließ sich dort ins Gras sinken und lehnte sich mit dem Rücken an einen Holzstamm. Ihre Hand glitt in ihre Tasche und sie zog das Buch heraus. Buch konnte man es gar nicht mehr so wirklich nennen. Eher einen Einband aus Leder, abgegriffen und an einer Stelle deutlich geschwärzt. Darin viele Seiten vollgeschrieben, dazwischen einzelne Seiten aus grobem Pergament. Sie hatte es ständig in der Hand und seit sie es damals aus dem Feuer zog, hatte es noch ein wenig mehr gelitten. Dennoch war es ihr steter Begleiter und mehr als einmal hatte sie aufgeblickt, wenn sie wieder einmal schnell etwas aufschrieb nur um in Fergus grinsendes Gesicht zu schauen, der sie wieder einmal beobachtete. Einmal hatte er ihr gestanden, dass er diesen Blick mochte, wenn sie sich konzentriert etwas widmete. Dass man zusehen konnte, wie zwischen ihren Augen auf einmal diese kleine Falte erschien und sie weit weg schien und dennoch der Ausdruck einfach friedlich, als würde sie für diese Zeit alles um sich herum vergessen. Er hatte sie darum beneidet. Dieses kurze Entfliehen.





Vielleicht war das auch einer der vielen Gründe, warum ihr dieses Buch so unheimlich wichtig war.
Es wirkte wohl eher unordentlich, aber sie musste nicht lange suchen. Ihre Augen glitten noch einmal über ihre Zeichnungen. Sie neigte wirklich dazu sich viel aufzuschreiben, auch wenn sie die meisten Dinge beinahe unheimlich schnell in ihrem Kopf verankerte, sie mochte es sich die Bilder dazu anzusehen. Ihre Finger glitten kurz über die Arbeitsschritte. Der Weg, wie ein Bogen entstand.





Sie hatte es mehr als einmal erlebt, wie ein neuer Bogen entstand, aber dem Ganzen nie soviel Aufmerksamkeit gewidmet. Jetzt hingegen würde das anders sein. Shea hatte recht. Langsam wurde es wirklich Zeit für einen neuen Bogen.>>




Sie hatte damals einen Bogen mit ihrer Hilfe gebaut, einen Bogen der ihr gute Dienste geleistet hatte, aber eben nicht der Bogen ihres Bruders war. Jenen trug sie dennoch weiterhin mit sich herum wenn es ihr möglich war, als wolle sie die Verbindung, die Erinnerung einfach nicht abbrechen lassen wollen. Obwohl er nicht mehr der beste war, obwohl er damals für einen Rechtshänder gefertigt worden war und sie sich einfach an ihn gewöhnt hatte. Loslassen konnte sie irgendwie nicht wirklich.

Als Ennika fragte, welchen Bogen sie am liebsten bauen würden, glitt ihr Blick wieder aufmerksamer nach vorne. Sie wusste genau was sie gerne bauen wollte. Aber ebenso wusste sie, dass ihr Vorhaben bei einem Unterricht im Bogenbau nichts zu suchen hatte. Dafür würde es weitaus mehr Planung benötigen, mehr Zeit. Etwas, das sie mit Ennika alleine angehen wollte, so sie sich dafür bereit erklärte sie dabei zu unterstützen.
In ihrer Sammlung fehlte nämlich noch ein Reiterbogen. Ein Bogen der deutlich kürzer war, als Jene, die sie nun benutzte. Einer, den sie vom Pferd aus schnell ziehen konnte, der sie in ihrer Bewegungsfreiheit nicht einschränkte.

Aber an diesem Abend, würde sie sich auf etwas anderes konzentrieren müssen.
Also entschied sie sich für den Bogen, den sie bisher nur einmal in Händen, aber noch niemals benutzt hatte: Einen Doppelbogen.
Der Abend war anstrengend, aber lehrreich. Ennika ging immer wieder herum, hatte die helfende Hand stets parat, beantwortete Fragen und begutachtete die Arbeiten ihrer Schüler.
Sie selbst arbeitete konzentriert und für eine ganze Weile nahm sie nicht einmal wirklich wahr, was um sie herum geschah.
Am Ende war es ein einfacher und schlichter Bogen der vor ihr lag. Keine großen Verzierungen, keine kunstvollen Schnitzereien. Das würde sie wohl eher Jenen überlassen, die es richtig gut konnten.
Dennoch musste sie zugeben, es war ein sehr gutes Gefühl den Bogen in Händen zu halten.
Als sie an diesem Abend doch recht spät wieder nach Hause kam, löschte sie das Licht nicht. Es zog sie auch nicht in ihr Bett. Stattdessen breitete sie sich auf dem Bärenfell bei ihrem Schreibtisch aus. Das Buch in der Mitte, weitere Pergamente darum herum, ihre Bögen aufgereiht um jederzeit danach zu greifen.
Sie nahm ein neues Pergament und begann zu zeichnen und zu schreiben.
Es gab bereits eine alte Seite, auf der sie vor langer Zeit die verschiedenen Bogenarten aufgezeichnet hatte.
Aber nicht den Doppelbogen. Jenen hatte niemand bei ihnen genutzt, sie kannte ihn nur vom Sehen. Jetzt aber wusste sie genauer wie er aussah und so fügte sie ihn noch in die Liste hinzu.





Außerdem wollte sie das, was sie über den Doppelbogen gelernt hatte, direkt festhalten. Und da war dann noch die Frage, würde es auch anders gehen? Würde Holz genügen um die Teile zu verbinden, wäre vielleicht Metall besser? konnte man damit auch Verbindungen schaffen? Vielleicht konnte Timdrael ihr da eine Antwort geben. Allerdings fühlte sich der Doppelbogen, so schön er aussah, sehr schwer in ihrer Hand an. Sie befürchtete, dass er deutlich langsamer als der Kompositbogen sein würde. Am Ende musste sie entscheiden, welcher Bogen für welche Gelegenheit perfekt war.
Ihre Finger glitten immer wieder über das Pergament. Sie war keine Künstlerin, ihre Zeichnungen eher einfach gehalten, aber das Buch musste sie ja nicht groß herzeigen.
Am Ende glitten ihre Augen noch einmal nachdenklich über das Ergebnis. Irgendwie war es doch wieder ein kleines Durcheinander geworden, aber das störte sie nicht weiter.
Wenn sie sowieso Ennika aufsuchen würde, um wegen dem Reiterbogen zu sprechen, würde sie das Buch sowieso mitnehmen und konnte sie einmal fragen, was am Ende wirklich sinnvoll war um einen stabilen Doppelbogen zu bauen.





Das Licht der Kerze war schon deutlich heruntergebrannt, sie merkte es aber erst, als ihre Augen ein wenig zu tränen begannen. Erst dann glitt ihr Blick zur Uhr und sie atmete leise durch.
Die Sachen ließ sie einfach so liegen, wen sollte das Durcheinander in der Ecke schon stören ausser sie selbst. Und so wusste sie immerhin, an welcher Stelle sie aufgehört hatte. Für den Abend war es genug.

Aber die Gedanken an den Reiterbogen ließen sie nicht los. In den nächsten Tagen zog es sie immer wieder auf den Teppich, wo sie wenigstens für ein paar Stunden alles um sich herum vergaß, in alten Aufzeichnungen blätterte, an Neuen arbeitete.
Sie hatte schon einige Bögen gesehen, aber irgendwie wollte sie wenn etwas Besonderes haben. Er durfte ruhig wieder schlicht sein, es genügte, dass ihr Kompositbogen ein Kunstwerk war. Aber vor allem musste er praktisch sein. Das war das Ziel und am Ende war es ein weiteres Pergament, dass den Weg in ihr Buch fand. Ein Pergament mit einem Bild des Reiterbogens, den sie im Kopf hatte.
Jenes wollte sie mitnehmen zu Ennika. Mit ihr konnte sie darüber sprechen, welches Holz sich eignen würde, wie sie vorgehen konnte. Ob es überhaupt möglich war, oder ob sie sich von dem Gedanken vielleicht verabschieden musste.




Zuletzt bearbeitet von Jynela Dhara am 28 Nov 2021 11:26, insgesamt einmal bearbeitet
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Jynela Dhara





 Beitrag Verfasst am: 28 Nov 2021 11:41    Titel:
Antworten mit Zitat

Langsam wurde es immer früher dunkel und als sie an diesem Nachmittag gen Hafen ging, war die Dämmerung schon im Anbruch.
Wenig später sah man sie in der Werft verschwinden.

Nachdenklich blieb sie stehen und legte die Hände auf die Brüstung. Noch immer steckten die Pfeile im Holz, noch immer wehte vom Meer her ein leichter Wind.
Sie leckte sich kurz über die Lippen.
“Nicht zu viel Beispiel nehmen an anderen.”, murmelte sie leise vor sich hin.
Sie atmete durch als sie den Bogen anhob, noch in der Bewegung die Sehen spannte um zu ankern. Die Bogenhand noch erhoben sah sie dem Pfeil nach, während die linke Hand wie von selbst noch ein Stück nach hinten glitt bis die Spannung in ihrem Rücken nachließ.
Der erste Schuss ging wieder knapp daneben, sie konnte aber sehen, wie sich der Pfeil im Holz noch bewegte. Aber in jenem Moment zog sie bereits den nächsten, korrigierte minimal und dieses Mal traf sie.
Wenn auch der Pfeil nicht kaputt ging und der Schaft unversehrt blieb, die Befiederung hatte sie immer hin zerfetzt.

Eine Weile betrachtete sie ihr Werk, ohne den Pfeil jedoch zu berühren oder zu entfernen bevor sie zurück zum Eingang ging.
Vielleicht hätte sie einfach genau das tun sollen, an jenem Abend, was sie immer tat wenn Wind aufkam und sie treffen musste.
Der Wind war für einen Schützen immer ein harter Gegner. Man konnte ihn niemals richtig einschätzen und all die Übung würde ihr sicherlich dabei helfen, ein Gefühl zu bekommen wie sie ihren Schuß korrigieren musste, aber eine unvorhersehbare Windböe konnte dennoch immer wieder alles zerstören.

Deswegen setzte sie auf Schnelligkeit.
Ein Schuss zum Ausrichten.
Einer um zu Treffen, wenn der Wind nicht mitspielte.

Sobald sie sah, wie der Wind ihren Schuss beeinflusste, konnte sie dagegen steuern, wenn sie schnell genug war. Das war zwar auch keine Garantie, aber verbunden mit dem Gefühl, welches sie entwickeln wollte, erschien es ihr als die beste Lösung.
Ihre Schüsse waren schon immer intuitiv gewesen. Sie konnte es nicht wirklich sich hinzustellen und stundenlang zu zielen. Es war so als würden ihre Augen, ihr Körper, ihr Arm, genau wissen was zu tun war. Und dabei spielte es selten eine Rolle was sie in der Hand hatte.




<<Er lehnte etwas abseits an einem Baum und hörte Finn zu, als sein Blick über seine Schulter hinweg glitt. Sie saß schon wieder bei Janosch. In den paar Wochen seit er sie hergeholt hatte, war sie ständig in seiner Nähe. Und zum ersten Mal schien das Janosch nicht im geringsten zu stören.
Allerdings war er nicht sicher, was er davon halten sollte.
Wahrscheinlich war es gut, wenn jemand ein Auge auf sie hatte. Die Frage war nur, ob er den Einfluss von Janosch wirklich für sie wollte? Ob es nicht sinnvoller war, wenn sie mehr bei den wenigen Frauen blieb.

Die beiden standen bei den Zielscheiben herum. Einfache Scheiben aus Holz auf die jemand mit dem Blut eines Tieres Ringe gemalt hatte und die sie einfach zurücklassen würden, wenn sie weiterzogen. Er sah sogar von weitem, dass sie ein Grinsen auf den Lippen hatte. Das hatte sicher nichts Gutes zu bedeuten.
Seine Augen folgten ihr, als sie mit Janosch zurück schlenderte und ihre Schleuder aus der Tasche zog.
Er kannte dieses Ding. Sie hatte es ständig bei sich, irgendwo an ihrem Gürtel befestigt. Allerdings hatte er ihr bisher nicht dabei zugesehen, wie sie damit umging. Es war nicht mehr als etwas Seil, Leder, einige geschickte Knoten
Ein wenig musste er selbst grinsen, als er ihr zusah, doch als der Stein mit voller Wucht in der Zielscheibe einschlug, hob er doch leicht eine Braue an.
Es steckte wahrlich mehr hinter der so unscheinbaren Waffe.





Kurz hörte man Janosch lachen als er etwas zu ihr sagte, sein tiefes Lachen, dass mehr wie ein Brummen klang und meistens ziemlich ansteckend war, klang weiter über die Lichtung.
Und dann sah er die Messer in seiner Hand.
Janosch ließ das Eine über die Finger gleiten als wäre es Nichts, bevor er sie an Jyn weiterreichte. In ihren eher kleinen Händen, sahen die Dinger allerdings riesig aus.
Kopfschüttelnd musterte er die Szene nun mit voller Aufmerksamkeit während seine Mundwinkel sich hoben. Selbst Finn bemerkte nun, dass in seinem Rücken etwas vor sich ging und warf einen kurzen Blick zurück bevor er aber weitersprach.
Er versuchte seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen Freund zu richten, doch da flog das erste Messer. Mit leicht erhobener Augenbraue legte er den Kopf schief. Beim nächsten richtete er sich etwas auf.
Es ging ihm weniger darum, dass sie traf. Sondern eher wie sie es tat.
Seine Miene war ernster geworden, nachdenklich als er ihr zusah, wie sie mit einem zufriedenen Grinsen die Messer wieder aus der Scheibe zog und Janosch zurückgab. Nicht eines hatte die Scheibe nicht getroffen.>>



Der Herbst hatte mittlerweile Einzug gehalten. Es war kälter geworden, die Winde wurden stärker. Gerade vom Meer her kamen des öfteren Böen.
Seit dem Unterricht am Hafen gehörte es zu ihrer Routine, dass sie nach dem Parkour ihr Schusstraining ausgeweitet hatte. Am einen Tag nur an der Scheibe, dann zu Pferd, manchmal war sie einfach so im Wald unterwegs oder in einer der Höhlen und manchmal nutzt sie die Winde und stand am Meer.

Sie hatte sich drei Stellen ausgesucht und ein wenig für ihre Bedürfnisse präpariert.
Zum einen waren da die Zapfen, die sie auf der Hecke aufgestellt hatte. Der Wind kam hier direkt vom Meer, manchmal auch von der Seite. Mittlerweile lag ein ganzer Sack im Zelt in der Ecke, den sie jedes Mal mit schleppte, wenn sie dort übte.
Sie selbst konnte sich für ihre Schüsse auf dem Trainingsgelände unterschiedliche Positionen aussuchen und die Schwierigkeit erhöhen, indem sie zum Beispiel durch die Gitter schoss.

Die zweite Herausforderung war das letzte Hindernis im Parkour.
Die Seile hingen alle in einzelnen Schlaufen herab, an denen man sich entlanghangeln konnt. Hier schoß sie nicht frontal gegen den Wind, sondern hatte mit Böen von der Seite zu rechnen. Das machte die Herausforderung noch größer, durch den doch schmalen Ring der Schlaufen zu treffen, ohne das Seil zu zerstören. Und das war das Letzte was sie wollte, denn dafür musste sie mit ihrem Sold aufkommen.

Als letztes schoss sie in Richtung des kleinen Steges, mit dem Wind im Rücken und von der Seite. Wo sie oft froh gewesen war, wenn das Training des Tages beendet war, vergaß sie sich in diesen Übungen. Auf einmal war ihr Kopf vollkommen frei von Sorgen und Gedanken. Alles was zählte war sie und ihr Bogen in ihrer Hand.
So, wie es schon immer gewesen war.




<<Am Abend saßen sie am Feuer.
Fergus Augen glitten immer wieder zu ihr hinüber. Abends wurde sie still. Meistens verschwand das Lachen, das man mittlerweile wieder öfter hörte und sie ging immer als eine der ersten, als würde es sie einfach weg ziehen von allem.
Er konnte noch immer die Trauer spüren, die sie mit sich herum schleppte, aber keiner konnte ihr das nehmen und er war froh, dass er noch rechtzeitig gekommen war um sie zu holen bevor sie etwas unüberlegtes getan hätte, was sie am Ende an den Galgen gebracht hätte.
Sie mussten sie dringend noch ein wenig mehr ablenken.

Er blickte zu Janosch hinüber und mit einer leichten Kopfbewegung deutete er ihm an, mitzukommen.
Als sie ein wenig abseits standen, blickt er nochmal zurück zum Feuer.
“Denke wir sollten ihr einen Bogen in die Hand geben. Was meinst du?”
Janosch schüttelte mit einem beinahe spöttischen Grinsen den Kopf: “Ach ehrlich? Scheiße Fergus, keine Ahnung wie du darauf gekommen bist, dass sie nich an ´ne Waffe darf, aber das war eine der dümmsten Entscheidungen die du je getroffen hast.”
Er atmete leise durch als er wieder gen Feuer sah. “Sie ist eben noch verdammt jung.”, versuchte er einzuwerfen. “Fast noch ein Kind.”
Das leise Schnauben von Janosch war nicht zu überhören. “Diese Schleuder ist auch nichts anderes als `ne Waffe. Und erinner dich, wann du das erste Mal eine Waffe in der Hand hattest. Red dir ein, dass Jyns noch ein Kind ist. Du irrst dich. Und das Schlimme ist: Du weißt es selbst und belügst dich weiter weil du Schiss hast.”
Er sah seinen Freund an und atmete tief durch. Janosch hingegen hatte ein beinahe amüsiertes Funkeln in den Augen, doch dann wurde die Miene ernster.
“Warum wehrst du dich so? Andere sind in ihrem Alter verheiratet.” und mit diesen Worten klopfte ihm Janosch auf die Schulter und schlenderte zurück zum Feuer.
Leise knurrte er vor sich hin. Janosch hatte verdammt nochmal recht.
Sein Blick glitt nochmal zum Feuer.
Dort saß sie am Rand, wie immer am Boden auf einem Fell, angelehnt an einen Baumstamm. Sie sprach gerade mit jemandem und er sah zu, wie sich auf einmal ihre Haltung veränderte. Die Schultern bewegten sich etwas, sie stutzte und dann drehte sich ihr Kopf, als hätte sie seinen Blick von der Seite gespürt.





Die Nacht und die Schatten des Waldes nahmen beinahe die ganze Lichtung ein, auch sie saß im Dunkel und nur der Schein des Feuers warf einen Lichtschein auf ihr Gesicht. Sie blickte ihn einen Moment an, dann sah er wie sich ihre rechte Braue kurz etwas hochzog, wie ihr Blick fragend wurde.
Er konnte nicht anders, aber er spürte, wie sich auf seinem Gesicht ein Schmunzeln ausbreitete.
Janosch hatte recht. Sie war kein Kind mehr.
Morgen würde er sie mitnehmen und ihr den Bogen wieder in die Hand geben.>>


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