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Nephele Varmyld





 Beitrag Verfasst am: 21 Sep 2021 17:44    Titel: Gratwanderung
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Meeresrauschen

Ihr war öde.. wirklich richtig öde! Was sollte sie auch tun? Also lag sie weiter auf ihrer Liege und atmete die salzige, warme Luft ein, was immer wieder durch tiefen, bellenden Husten unterbrochen wurde. Sie legte ihre Hand auf die Brust und spürte ihrer Lunge nach, welche Nephele mit Schmerzen plagte.
Anfangs hatte sie auf ihre Tee’s vertraut und sich geschont. Doch spürte sie wie sie immer weiter Krank wurde. Selbst die Heilzauber wirkten nicht sehr lange oder gar nicht. Das Husten und die Schmerzen blieben hartnäckig und dann kam das Fieber dazu. Die junge Frau hatte sich zum Heiler geschleppt und dann…

Als sie wieder bei Verstand war, erwachte sie an einem fremden Ort. Die Pflegerin erzählte ihr, das Nephele hergebracht wurde um ihre Lungenentzündung auszukurieren. Doch ihr Zustand besserte sich nicht. Sie lag da auf der Liege und starrte hinaus aufs Meer, zu mehr konnte sie sich nicht aufraffen, denn das Aufstehen fiel ihr schwer.
Wieder diese Frage: Was sollte sie tun? Eine der Ärzte hatte ihr geraten sich zu beschäftigen, aber sticken oder stricken lagen ihr nicht. Sie könnte Bücher lesen, aber die Lustlosigkeit überschattete auch das.

Nephele wurde immer lethargischer und lustloser. Bis an einem Tag eine der Pflegerinnen ihr ein Buch überreichte und eine Feder: «schreiben sie auf was sie glücklich macht oder schreiben sie auf wieso sie hier gelandet sind, aber tun sie etwas!».
Schreiben… ja wieso nicht? Also liess sich die Patientin zu einem der Tische helfen und setzte sich.
Das Tintenfässchen war etwas verklebt, aber mit etwas Anstrengung brachte sie es auf und dann tauchte sie die Feder in die Tinte und fing an zu schreiben:

Was mich Glücklich mach ist das Meer. Wasser zog mich schon immer magisch an und ich konnte schon als Kind stundenlang an Stränden oder Seen verbringen. Mein Vater, André plante mit meinem Onkel oft die Routen unseres Wagenzuges so, dass wir an Plätzen mit Wasser rasten konnten. Natürlich hatte das mehr praktischen Nutzen, weil wir dann auch Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen hatten.
Wasser aus dem Brunnen in den Dörfern, das war manchmal eine schwierige Angelegenheit. Nicht alle Menschen mochten das fahrende Volk, auch wenn mein Onkel recht geschickt als Kesselflicker war. Unsere Gemeinschaft bestand aus 5 Wagen, das war schon ein recht grosser Tross der da angerollt kam. Oma und Opa, der immer noch darauf bestand seinen Wagen selber zu lenken, zwei Onkel jeweils mit Frau und die Schwester meines Vaters, mit ihrem Mann. Ich war das einzige Kind in der Gruppe und wurde glaube ich auch entsprechend verhätschelt. Jedes Familienmitglied brachte mir Sachen bei die ich später irgendwann brauchen würde, manche Dinge hielt ich für sinnvoller als Andere. So fand ich das Karten legen viel, viel spannender als dass Schlösser öffnen ohne Schlüssel.

Meine Mutter, meine wunderschöne Mutter Aurelie brachte mir das Tanzen bei, den klassischen Tanz. Sie war keine gebürtige Zigeunerin, eine Ausnahme, sie hatte ihr bürgerliches Leben für meinen Vater hinter sich gelassen.
Aus Liebe zu ihm wohnte sie jetzt in einem Wohnwagen und zog mit ihm durch die Lande. Von ihr hatte ich auch gelernt was Sitte und Anstand bedeuten, was ich aber äusserst Langweilig fand und nicht so gut aufgepasst hatte wie ich es mir heute wünschen würde.
Sie hatte auch ein Geheimnis, dass nur mein Vater und ich kannten, und natürlich ihre Familie. Aurelie war Magierin, doch weil meine Grosseltern nicht sonderlich gut von Magiern sprachen, war das unser Geheimnis.
Als ich noch klein war, liess sie manchmal, auf unseren Spaziergängen Tiere erscheinen oder Gestaltete hübsche kleine Wasserspiele. Manchmal, so erklärte sie mir mal, musste sie es einfach hinauslassen und sehen ob es noch ging.

Meine Eltern hatten immer etwas Angst, dass die Magie auch in mir erwachen würde, doch bis zu meinem Weggang, gab es keine Anzeichen dafür.
Mein Weggang von der Familie, im Rückblick finde ich es lächerlich wieso ich damals vom Winterlager geflohen bin. Nur weil ein Junge mich verschmähte. Ich hatte ihn angehimmelt und war davon überzeugt, dass er der Richtige ist für mich sei.
Falsch gedacht.. er küsste mich zwar, wollte aber keine Verlobung:» Du bist wunderschön, aber ich würde dich nie heiraten, du bist keine richtige Zigeunerin.»
Ich war in meinem Stolz verletzt und gekränkt, und bin weggelaufen, wie ein dummes Huhn. Doch diese Entscheidung hatte mich letztendlich dort hingebracht, wo ich mein Zuhause fand.



Nephele legte die Feder beiseite und überflog das was da einfach so aus ihr herausgepurzelt war. An einigen Stellen blieben ihre Gedanken hängen. Und dann dachte sie an ihre Freunde und ihre Familie die sie auf Gerimor hatte und ihr wurde bewusst, dass sie nach Hause musste. Gesund werden oder sterben konnte sie auch zu Hause, und sollte letzteres der Fall sein, wollte sie in bekannte Gesichter sehen, wenn es zu Ende ging. Ausserdem war ihr eine Möglichkeit aufgefallen, wie sie sich einen Wunsch erfüllen konnte, etwas das sie schon immer gerne getan hätte, sich aber nicht getraut hatte. Natürlich war es immer noch ein Risiko, aber vielleicht war es das wert.

Und so begann sie ihre Heimreise zu planen, auch wenn ihr ihre Krankheit so manches schwerer machte.
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Nephele Varmyld





 Beitrag Verfasst am: 30 Sep 2021 20:19    Titel:
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Diese elende Krankheit zerrte an Nepheles Kräften, nur mit der Unterstützung von Magie kehrten ihre Kräfte zurück.
Die junge Hexe hatte sich auch schon eine Geschichte bereitgelegt, sollte sie beim Wirken im Lied erwischt werden. Am vorderen Abend war sie recht nervös gewesen als sie den Schwestern ihre Deckgeschichte unterbreitet hatte. Es war nicht alles perfekt an ihrer Geschichte, doch die Schwestern standen hinter ihr.

Nicht alle sollten erfahren, das Nephele wirken konnte. Aber ein paar wenigen wollte sie es sagen, Leuten denen sie vertraute. Aber vor allem sollte die Geschichte tauglich sein, sollte sie von jemandem gesehen werden, sich zu schützen.

Natürlich versuchte Nephele alles um wieder Gesund zu werden. Dieses blass-fahle Gesicht im Spiegel, sie konnte es nicht mehr ertragen. Wut war in ihr hochgekrochen und am liebsten hätte sie den Spiegel zerschmettert.

Auch ihre Gedanken hatte eine Art Eigenleben entwickelt, Gedanken die Nephele erst Einmal wieder verdrängte und für «undenkbar» hielt. Doch je länger sie krank im Bett lag, desto öfters drängten sich diese Gedankengänge in den Vordergrund.

Ein tiefes Seufzen entrang sich immer ihren Lippen, wenn sie daran dachte wie gerne sie jetzt raus gehen würde, und durch die Wälder streifen. Die Zeit für Pilze und die letzten Kräuter war angebrochen. Doch, statt die Kräuter zu sammeln, lag sie im Bett oder sass vor dem Haus und tat nicht viel, ausser die Kräuter zu verbrauchen aus ihren Vorräten. Was noch schlimmer war, ihr Zustand wurde immer weiter schlechter anstatt besser und so langsam kam in ihr ein Zweifel auf, dass das, gut Enden würde.
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Nephele Varmyld





 Beitrag Verfasst am: 19 Okt 2021 19:33    Titel: Ritual im Dunkeln
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Wollte sie das wirklich tun?
Ein Blick auf das verschnürte Bündel, welches am Fusse eines Baumes lag, verunsicherte sie. Als das Bündel auch noch anfing sich zu winden, unterbrach sie ihr tun und schaute sich um. Bäume, Bäume und noch mehr Bäume, sie befand sich im tiefen Wald, denn sie wollte ungestört sein.

Ein bellendes Husten erinnerte sie daran wieso sie hier war und was sie zu tun hatte.
Sie versuchte tief einzuatmen, so tief wie es ihre schmerzende Lunge eben zuliess. Ihre Gedanken gingen noch einmal durch ob es nicht doch eine andere Möglichkeit gab.
Doch selbst die Ärzte im Süden wo sie zur Erholung gewesen war, hatten ihr keine Hoffnung gemacht, die Lungenentzündung war zu stark und hatte bereits ihr Herz angegriffen. Würde sie nichts tun, würde sie immer schwächer werden. Schwach und hilflos.
Nephele konnte die Krankheit in sich spüren, es wucherte in ihr, fühlte sich an wie ein Fremdkörper in ihrem Innern und sie hasste es.
Natürlich hatte sie alles andere versucht, mit Tees, mit Kräutern und auch mit Heilungszaubern aber das half nicht, und so setzte die Hexe alle Hoffnung auf dieses Ritual.

Ritual.. ja das erinnerte sie was sie gerade tun wollte und sie beendete das Pentakel das sie aus einer Mischung aus Asche, Salz und Torf auslegte.
Dann, mit stärkender Magie, beförderte sie das verschnürte Bündel in das Pentakel. Als sie einen Blick in die verängstigten Augen der verschnürten Wegelagererin erhaschte, musste sich Nephele noch einmal selbst überzeugen, dass es notwendig war.
Sie umschritt den Kreis und legte in jeden Zacken des Pentagramms ein Bündel aus Kräutern. Es waren sorgfältig geschnürte Sträusschen aus mehreren Blumen und Kräutern, darunter Disteln, Ginseng und auch Lilien.

Sie war gereinig und der Kreis war bereit, die Hexe stellte sich in den Norden des Ritualkreises und rief und begrüsste die Elemente im Kreis. Die Worte für die Elemente waren sorgfältig gewählt, denn Nephele sah es nicht als selbstverständlich das die Elemente ihr in diesem Ritual zur Seite standen.

Doch dann war es soweit und sie stand an dem Punkt, wenn sie ihn überschitt, gabes kein zurück mehr. Sie hob erneut die Arme und rief Alatar um Beistand an.
Es dauerte einen Moment, doch dann spürte sie, wie Kraft und Stärke in ihr hoch kroch.. aber auch Wut und Hass.
Die Worte für den Zauber kamen ihr leicht über die Lippen, überhaupt fühlte sie sich gut, so gut wie schon lange nicht mehr. Nephele konnte spüren wie die Macht und Stärke in ihre Glieder fuhr und wie etwas Dunkles auch ihr innerstes berührte.

Sie würde nie wieder sein wie vorher, doch sie schob den Gedanken von sich, wichtig war das sie wieder Gesund wurde und so übertrug sie ihre Schmerzen und die Krankheit auf die Wegelagererin in der Mitte des Pentakels mit Alatars Hilfe.

Würde sie das Ritual jetzt beenden, würde die Krankheit vielleicht zurückkehren, Nephele musste etwas tun, damit das Ritual endgütlig war. Es gab wenig, was das magische Tun der Menschen in die Primärenergie übergehen liess, doch Geburt und Tod waren eine Möglichkeit, so betrat Nephele den Kreis und tötete die Wegelagererin mit einem gezielten Stich ins Herz.

Das Opfer starrte sie mit geweiteten Augen an und ein durch den Knebel unterdrückter Laut suchte seinen Weg, doch wurde vom dichten Unterholz des Waldes gänzlich verschluckt.
So überantwortete die Hexe ihre Krankheit Alatar und dem Tod, und fühlte sich so lebendig wie schon lange nicht mehr. So stand Nephele im Kreis über der Leiche, atmete schmerzfrei tief ein und schrie in die tiefen des Waldes: «Ich lebe!» dabei streckte sie den blutigen Dolch Richtung Himmel.

Wie lange sie da stand und diese Kraft genoss die in ihr pulsierte, wusste sie nicht, es war einfach berauschend. Doch irgendwann wurde ihr Bewusst, dass die das Ritual beenden musste. So bedankte sie sich bei den Elementen und Alatar aus tiefstem Herzen und schloss das Ritual ab.

Doch als sie den Kreis verliess, liess sie zwar etwas zurück, doch nahm dafür etwas Neues mit, etwas Dunkes, ein Schatten in ihrem innern.
Nephele verbrannte die Leiche und räumte die Zeichen des Rituals oberflächlich weg. Es erhob sich schon neblig ein Herbsttag, als Nephele den Platz verlassen wollte.
Es war ein weiter Weg nach Hause in ihr Haus, so beschloss sie wieder ein Stück zu fliegen bis zum Rittersee. So begann sie ihre Wandlung in den Schwan. Die Gestalt schrumpfe und die Flügel erhoben sich, erst erschien Nephele alles normal doch dann als sie über dem Rittersee kreiste um zu landen, sah sie es, dass einst schneeweisse Gefieder war nun Dunkel.
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