FAQ Login
Suchen Profil
Mitgliederliste Benutzergruppen
Einloggen, um private Nachrichten zu lesen
        Login
[Q] Akt I: Die Stille
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » [Q] Akt I: Die Stille
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Andra Amaryll





 Beitrag Verfasst am: 04 Nov 2020 22:02    Titel:
Antworten mit Zitat

Weiter geht die Vorbereitung….

Die letzten Wochen waren von Planungen für den zweiten Testlauf der Handwerker durchzogen worden. Jeden Tag aufs Neue planten, prüften und besprachen sie sich und doch galt es nun noch einen Zahn zuzulegen.
Sie selbst wusste nicht wie sie noch mehr dafür sorgen konnte das es schneller ging, da sie doch alle bereits am Limit wirkten, alles für den Test vorzubereiten. Alles Arbeitszeit kostet, gerade da es nicht verpfuscht werden durften. Zeit; Ressourcen mussten herangeschafft werden.
Sie selbst war kein Handwerker und so blieb es ihr nur zu unterstützen wo sie geraucht wurde, Listen fertigen und nachzusehen ob irgendwer noch etwas brauchte und dies zu beschaffen.
Andra war froh das Alec so viele Ideen hatte und der Austausch stehts so reibungslos lief. Es ersparte ihr sehr viel der Austausch all das führte dazu das bald der Test stattfinden würde. Auch wenn wie sie schon besprachen, auch nach dem Sturm auf Berchgard´s am sechzehnten weiter Testen würden und weitere Möglichkeiten suchen würden zur Beseitigung dieser Kristalle.
Immerhin würde es nichts bringen nur die Blüten abzuschneiden man muss an die Wurzel dran und die Wurzel der Kristalle vernichten, irgendwie….

Wieder und wieder wurde alles verglichen und die Liste der Testreihe in ihr privates Notizbuch vermerkt um später nicht in 10 Büchern und Berichten wühlen zu müssen.

**********************************************************************************
Auszug Privates Notizbuch:

Handwerker Testreihe Helmvisore und Kristalle

Kirstalltests:
- Verschiedene Bottiche mit Wasser (Meer- / Süß- / Schwefelhaltiges- / Erhitztes Wasser / Alkohol):
Dies soll eher ein kleiner versuch sein wo ein kleiner Splitter Stück ins Wasser gelegt werden soll.
- Feuer:
Hier soll ein Splitterstück auf einem Gestell mit Topf oder Platte auf Feuer gestellt werden und geprüft werden wie sich in starker Hitze die Splitter verhalten
- Alchemistische Substanzen:
Hier werden durch das Hospital vorgenommene Versuche an den Kristallen getestet
- Mithril Hammer der Kaluren:
Dieser Hammer wurde von den Kaluren gefordert und soll getestet werden.

Kombination von Kristallen und Visoren und den Zangen etc.:
Wie wir uns den Kristallen nähern können oder diesen nähern können ohne dass der Impuls ausgelöst wird, sie berühren zu wollen. Reichweite, ob man etwas erkennt, wenn die Kristalle das "Verlangen" auslösen und ob man etwas erkennen kann, wie es sich auswirkt auf einen.

Helmvisore:
Die Helme sind Helme welche im RP (Verzierung auf den Helmen) mit Edelstein Visier ausgestattet sind. Die Endversion wird aus Hexenstahl mit den Edelsteingläsern versehen.

Ziel des Tests:
Versuchen zu erkennen ob unsichtbares sichtbar wird. Sprich:
- Wesen innerhalb oder um die Kristalle
- Risse / Brüche welche mit bloßem Auge nicht sichtbar sind
- Verbindungen innerhalb der Splitter und im späteren Verlauf auch an größeren (Vermutlich an der Arcana von außen)

Weiterer Versuch des Abends:
Die Geweihten wollen versuchen die Götter anzurufen und zu sehen ob sich etwas tut in diesem Zug und ob Verbindungen oder Visionen hergestellt werden können die uns ggf. helfen können bei dem ganzen Vorhaben.

**********************************************************************************


Nachdenklich tippte sie auf dem Pergament herum und betrachtete ihre Notizen, aber fürs erste viel ihr nichts weiter ein.
Die Notzien so stehen lassend, machte sie sich daher zunächst daran einige Kleinigkeit zu packen.
Eine kleine Motivation für jene die derzeit so unermüdlich für den Test wirkten um ihren Teil zu leisten und diese in den späten Abendstunden zu verteilen.


Zuletzt bearbeitet von Andra Amaryll am 05 Nov 2020 11:41, insgesamt 2-mal bearbeitet
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lester Schrevenau





 Beitrag Verfasst am: 12 Nov 2020 18:36    Titel:
Antworten mit Zitat

Mögen dich Adlerschwingen...

Eigentlich waren es die Flügel eines Falken, welche den Staub der Unklarheit über das Schicksal Berchgards wehen sollten. Welch ein einfaches Tier der kleine menekanische Falke war, den der Kalif in seiner Güte aus dem Palast gab. Und doch in jeder Federspitze die Vollkommenheit, eine Symphonie aus Elementen, die von Götterhand gedichtet wurde und ein Wesen hervorbrachte, welches in dem was es tat allen anderen überlegen war. Diese Schönheit der Schöpfung zu schützen - dafür sind sie aus dem Konzil gezogen.

Leicht wehte der Wind durch die Straßen Adorans - das tägliche Treiben in der Abenddämmerung war nicht unüblich. Nur der junge Magier mit dem Falken auf dem Arm störte dieses sonst die Idylle eines warmen Herbstabends. Lester sieht hinüber zu dem Vogel.
Ob er auch angespannt ist? Weiß er überhaupt, wie wichtig er heute ist?
Der Magier atmet durch die Nase aus, ein unterdrücktes Seufzen entfährt ihm. Der Vogel sollte nicht merken, was los ist. Es wäre das Beste, wenn es für ihn nur ein weiterer Übungsflug ist, wie auch die letzten Male. Sowohl das Orkfort als auch der Rand Varunas war dem Vogel nicht fremd gewesen - er hatte Zeit, sich an das Umherhuschen größerer Kreaturen zu gewöhnen.
Und spätestens, wenn er die Beuteköder auswirft, wird der Vogel sicher wissen, dass das auch nur eine weitere Übung ist...
Wen sollte er davon überzeugen, dass es nicht mehr wäre als das? Den Vogel? Oder sein eigenes Gewissen. Berenguer sprach einst von Opferbereitschaft, doch diese Lehre zum ersten Mal auch umzusetzen fiel dem jungen Tiro nicht leicht.

Drei Magister sollten ihm dabei über die Schulter sehen. Drei! Das waren zwei zu viel! Noch zwei Abende vorher, hat er das Vorhaben mit der Magistra Elinor Tiefenbruch besprochen. Irgendwie vertraute er ihr mehr, weil sie eine mütterliche Ausstrahlung hatte - warum konnte sich der Tiro nicht erklären. Aber dann der Daske mit seinem strengen Blick und die Verlain? Man mag sich nicht vorstellen, wie sehr das Scheitern und der unnötige Tod des Falken noch sein Gewissen brennen werden. Dann dabei aber noch drei Zeugen dafür zu haben - ein Elend und kein Ende in Sicht. Weder die Verlain noch der van Daske haben sich abwimmeln lassen. Aber lieber drei Magister im Nacken, als alleine im Wald von Kristallwesen zerfetzt zu werden.

Wald... So langsam kamen sie der Stelle näher. Das Hügelgrab war ein ausgezeichneter Ort um den Falken fliegen zu lassen. Hastig schritten sie in den Wald hinein, welcher mit seinem bunten Herbstlaub noch genug Sichtschutz bot, um nicht von Berchgard aus gesehen zu werden. Die Stille, das Raschen des Laubes am Boden und die gelbrote Farbpracht passten nicht zu der Angespanntheit der Situation als sie an der Lichtung ankamen.
Lester lies den Korb nieder und ging mit den Magistern das Vorgehen noch einmal durch - es war im Grunde alles klar und doch war der Ausgang so ungewissen. Er streift die Lederhaube vom Kopf des Falken und betrachtet diesen einen Moment lang. Ein Mundwinkel hebt sich. Du schaffst das schon...
Mehr Hoffnung als Überzeugung lag in diesen Worten. Der Tiro streckt den Arm empor und lässt die Lederschlinge los. Kräftig schlägt der Falke mit den Flügeln und schießt die Bresche im Wald Richtung Berchgard entlang - mit jedem Flügelschlag gewinnt er mehr an Höhe und dreht noch weit vor Berchgard ab um über den Baumkronen kreisend in den Abendhimmel zu steigen. Immer weiter hebt er sich in die Lüfte empor bis er mehrere hundert Fuß Höhe erreicht und selbst ein Fleck am rotorangen gemalten Abendhimmel ist. Über Berchgard, der Burg und dem Hügelgrab dreht er seine Runden, späht aufmerksam nach unten auf alles, was die erhoffte Beute sein könnte. Momente vergehen, die sich für den Tiro am Boden wie Stunden anfühlen. Jetzt, unmittelbar, würde er gerne den Vogel in Sicherheit bringen. Die Kiefermuskulatur spannt sich an und nach einigen Minuten greift er möglichst ruhig in den mitgebrachten Korb und holt ein dickliches Hühnerküken hervor, an dessen Fuß eine Lederschlinge befestigt ist.
Er schwingt es mit weiten Kreisen langsam um sich, um die Aufmerksamkeit des Falken wiederzubekommen. Es dauert nicht lange, da sinkt der Vogel stetig herab um dann die Bresche im Wald auf die Lichtung zuzufliegen.
Das Küken ward geworfen und der Falke packt es sich und drückt es zu Boden - konzentriert beginnt das Tier dann sich erst über die Beine des Vögelchens herzumachen, später auch den Torso.
Zu viel Zeit durfte nicht vergehen, ehe die Gruppe sich wieder aufmachte und nach Adoran zurückkehrte.

Erst in den Mauern der Stadt tauchte etwas auf, was man als Gefühl von Erleichterung bezeichnen konnte. Bei solchen Unternehmungen hatte der junge Blondschopf immer das Gefühl, dass das Damoklesschwert über ihm schweben würde und irgendetwas seinen Erfolg in letzter Sekunde etwas vereiteln wollen würde. Heute nicht.

Sicher im Keller des Konzils ließen sich Falke und Lester nieder. Der Tiro bemühte sich nicht um Etikette und Haltung, sondern setzte sich im Schneidersitz einfach in den Bannkreis. Zwar hatte er immer noch das Magistrat im Nacken, doch war es für ihn nun wichtiger, dass das Tier und er etwas verharren konnten. Er öffnet den Korb mit den toten Küken und stellt diesen vor den Vogel, ehe er ihm das Lederhäubchen abnimmt. Keinen Hunger mehr? - Nein, du bist nur verwöhnt... Er fischt sich dann eines der Küken heraus, nimmt es in die Hand und wedelt damit dann erstmal etwas herum. Der Falke öffnet etwas den Schnabel und sieht das Küken interessiert an. Lester lässt es sogleich rasch über den Boden gleiten und wirft es kurz hoch, ehe der Falke es sich dann schnappt und sich darüber her macht.

Während der Vogel mit den Küken zugange ist bleibt der Magier ihm gegenüber auf den Boden sitzen und beginnt mit geschlossenen Augen seine eigene Atmung zu regulieren - die Körperhaltung entspannt sich und das Erleben der körperlichen Sinne sinkt auf ein Minimum. Der Magier beginnt sich aufmerksam in das Lied Eluives einzufühlen und nach dem Klangbild des Falken dahin zu suchen.
Während der Vogel an seinem Fleisch rumpickt und Lester gar nicht zu beachten scheint wird dieser vorsichtig versuchen ein geistiges Band zwischen sich und dem Falken aufzubauen. Vorsichtig und behutsam wird diese energetische Verbindung gewoben und geschaffen, fein und zerbrechlich - doch in der Konzentration eine feste Verbindung zwischen den Beiden Lebewesen. Was erst wie eine Trägheit im Lied erscheinen mag wird verstärkt zu einer Müdigkeit, die der der Magier nutzt um Zugang zum Geist des Vogels zu erhalten. Eine schleichende und besänftigende Ruhe, welche den Willen langsam umschlingt und verlockenden süßen Schlaf verspricht. In dem der Magier sich als eben jene Emotion ausgibt und damit seinen Willen den Willen des Falken zumutet, bis dieser das Gefühl wohl zulässt und immer lustloser auf dem Fleisch herumpickt, bis ihm schlussendlich langsam die Augen zufallen - erst dann vermag der Magier langsam auszuatmen, als er mit den Sinneseindrücken des Vogels konfrontiert wird und in seinen Erinnerungen nach den Bildern von Berchgard forschen wird - nicht ruppig, sondern mit der Zaghaftigkeit und doch Bestimmtheit eines leichten Windes, der durch den menekanischen Palastgarten streicht.

Er atmet nochmal durch, dann öffnet er die Augen, greift mit einen Arm unter den Korb und hebt mit der anderen Hand den schon Schlaftrunkenen Vogel vom Boden auf. Nicht viele Worte werden mit den Magistern gewechselt - nur das Notwendigste. Erschöpft schreitet der Tiro mit dem Vogel nachhause, setzt diesen behutsam auf seinen Platz am Fenster und schreitet selbst schlaftrunken zum eigenen Bett hin. Doch noch auf halben Wege lässt er sich selbst in einen der Sessel der kleinen Bücherei sacken und verfällt selbst, gedrängt von der Erschöpfung durch die Masse und Intensität an Sinneseindrücken, der süßen Versuchung des Schlafes...

Ein rotes Leuchten zieht sich durch die Stadt, gleichmäßig und ohne Klumpen. Beißend kristallines Antlitz. Eine Oberstadt mit geballter Röte.
Armee ohne Anführer, ein Volk ohne Stadt. Steine, die kein Dach tragen werden. Die Gläubiger der roten Pest fordern die Früchte der Arbeit anderer - ein Darlehen, welches sie nie zurückzahlen werden. Die Bank schließt.
Tiefe rote blutende Wunden im Körper des Lebens - der Schorf schützt nicht, böse sind die Splitter. Keine Heilung, nur Bedrohung.
Eine letzte Bastion in der Morgenröte, ein Leuchtturm in der Oberstadt.


Am nächsten Morgen sieht man den Tiro mit zerzausten Haaren und den zerknitterten Klamotten des Vortags mit einem Brief in der Hand zum Haupttor der Stadt eilen...


Zuletzt bearbeitet von Lester Schrevenau am 12 Nov 2020 18:47, insgesamt einmal bearbeitet
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Andra Amaryll





 Beitrag Verfasst am: 22 Nov 2020 16:21    Titel:
Antworten mit Zitat

Einige Tage waren nun seid dem Angriff auf Berchgard, zur Rückeroberung vergangen.
Die Schlacht lief gut, besser als erwartet, wenn man bedenkt wie wenig wir immer noch über die Wesen und das alles was uns bedroht wusste.
Mit gemischten Gefühlen war sie an diesem Tag an der Seite der Geweihten gestanden und lauschten der Ansprachen des Königs und der Lady. Genauso aufmerksam wie zuvor am Kloster alles genau besprochen wurde.
Die Gedanken kreisten Andra im Kopf, dies war normal bei ihr.
Bis es los ging würde sich Unruhe breit machen wollen und dann, wenn es los ging würde sie sich fokussieren können.
Ihr war klar die Tiere würden schwere Gegner werden, aber sie würden zu erschlagen sein.
Was aber ist mit dem Kristallwuchs welcher sie in der Stadt erwarten würde?
Diese und andere Gedanken schwirrten solange bis es los ging und der Trupp aus Bürgern, Verbündeten, dem König und eine Delegation aus Adligen unter dem Banner des Lichtpacktes und dem Banner des Konzils gen Berchgard aufbrachen.
Es waren harte Kämpfe und ein jeder tat sein bestes um zu helfen. Freiwillige halfen den Sappeuren beim schleppen und freischaufeln einer Breche.
Kämpfer verteidigten das ganze und hielten die Wesen ab, wann immer sie versuchten sich zu nähern. Geweihte alle Völker sprachen Gebete zum Schutz der Anwesenden.

Jetzt wo Andra wieder zuhause und der Kampf einige Tage vorbei war dachte sie wie so oft dieser Tage an den Abend in Berchgard. Ließ die Gedanken und Gefühle zu, welche in diesem Moment aufkamen.
Den Wesen wurden sie Herr und dann sah man diesen Riss, nein Riss traf es nicht, es war ein Lock ein verdammt großes Loch und nicht nur eines, nein es waren genau 3 die sie alleine in der Unterstadt vorfanden und was würde sie in der Oberstadt noch erwarten?
Einige wagten sich sehr nah an den Rand dieses Risses und auch wenn die Neugier stehts Andras Begleiter war, so war ihr es zu unsicher näher an diesen Krater zu gehen.

Die Götter waren für diesen Abend jedoch auf ihrer Seite und man konnte zumindest die Unterstadt befreien. Die Wesen konnten komplett erschlagen werden, doch ein Vordringen in die Oberstadt müsse wohl in einem zweiten Anlauf geschehen.
Aber neben all der Erleichterung war auch noch Unsicherheit an diesem Abend deutlich zu spüren.
Wie lange würde es halten, was würde passieren, wenn sie sich zurückziehen?
Würden die Wesen sofort zurückkehren oder bräuchten sie wieder Zeit sich zu sammeln, jetzt wo einer ihrer „Anführer“ diese riesige Spinne erschlagen wurde?

Sie betete inständig darum das man einen Weg finden würde um den Riss zu schließen.
Die Geweihte und Liedkundige aller verbündeten Völker würden sich zusammentuen.
Die Kämpfer würden sich um die Wesen kümmern.
Aber auch die Handwerker und Alchemisten so glaubte Andra fest würden weitere Forschung betreiben müssen.
Es würde nicht ausreichen nur den Riss oder nur die Wesen zu vernichten. Nein man alle drei Ebenen angehen müssen und wen möglichst parallel.
Ihr war klar das dies eine enorme Herausforderung war für alle die viel Kraft kosten.
Aber und das war Andras große Hoffnung. Wo man alleine vielleicht machtlos ist, so würde man gemeinsam mit vereinten Kräften es schaffen können.
Doch würde es reichen, wenn nur Lichtenthal und seine Verbündeten sich zusammentuen. Sicher sie waren eine sehr starke Einheit aber was ist mit dem Westen.
Dort waren ebenfalls die Probleme und was würde es bringen, wenn in einem der Reiche man die Kristalle und Wesen los wird, auf Gerimor sich jedoch weitere Orte sich befinden wo diese Dinger und Wesen treiben und existieren können?

Doch wie so oft war Andra klar, hier würde sie zunächst nicht viel machen können und die Gedanken würden die Ihren bleiben müssen und daher hieß es für sie nun:
Weiter die Ohren und Augen aufhalten was geschieht, oder sich tut. Weiter um etwas kümmern wo sie hoffentlich zu einem Ergebnis kommen würden. Zumindest bei einem Teil des großen und ganzen, denn die Hoffnung war noch da, dass sie mit Hilfe der Handwerker und Alchemisten neue Erkenntnisse zur Vernichtung der Kristalle kommen würden.

Und so machte sie sich auch schon daran, die Planung für das kommende.
Erst jedoch ging es zum Versteck um dort nach dem rechten zu sehen und dann einen Ort finden wo sie an die neuen Stücke kommen. Denn eines war sicher.

Diesmal würden die Stücke von einem anderen Ort kommen!
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Helisande von Gipfelsturm





 Beitrag Verfasst am: 23 Nov 2020 20:51    Titel:
Antworten mit Zitat

Wer hohe Türme bauen will,
muß lange beim Fundament verweilen.
Aristoteles



Es klirrte an der Nordwand Südwand des Rittersaales. Eine leer Moccatasse hauchte ihr Leben dort zerschellend in myriaden von kleinsten Porzellanfragmenten aus. In ihrem Leid wurde sie direkt mit einem Kandelaber vereint und auch ein Tablett leistete dem allgemeinen Schwund Gesellschaft. Durch den Raum, hallte trotz der schweren Wandbehänge die geschulte Offiziersstimme der Baronin.
"Verdamter Ogerdreck, welche blutpissende Hafendirne hat diesen Einfaltspinseln... " Ein Stuhl flog. Die Küchentür schloss sich leise wieder, während die Hausdame es wohl vorzog den anderen Ausgang zu nehmen. Den ganz anderen Ausgang. Auch die Amme hatte sich mit dem lernbegierigen Kind tief in die Gemächer der Ritterin zurückgezogen, bevor der junge Baron noch seinen Wortschatz nachhaltig erweiterte.

"Ich habe die Berichte richtig gelesen, aye? Dieser Drecksnebel ist nun DIRKEKT AM EINGANG, den wir geschaffen haben?" Die Antwort war nur ein tiefgezogenes und äußerst grantiges Brummen seitens des Ritters am Tisch, der sorgsam sein Bier festhielt und ihr eine Schnapsflasche zuschob. Die Flasche wurde unschlüssig gemustert, aber zur späteren Verwendung noch geschont. Stattdessen verfing sich stark von ihr beschleunigt ein Blumentopf mit einer höchst seltenen Pflanze im Wandtepich der Westwand.
"Bagage!" Ein ordentliche Riß Schnapps folgte. Dann erstmal ein tiefes Brummen.

Sie hatten vor genau einer Woche einen hervorragenden Teilsieg den Kristallviechern und dem Nichts abgetrotzt. An dem Abend mit all den Streitern war mehr erreicht worden, als sie in ihren kühnsten Träumen für möglich gehalten hatte. Auch wenn die Verluste durchaus herb waren, es gab einige Verletzte, darunter auch schwere Blessuren, sowie unter den Wachmannschaften auch einige Tote. Sie hatten dem roten Feind gestärkt und gewappnet die Einigkeit des Widerstandes entgegen geworfen. Jeder hatte mit seinen Kräften alles beigetragen, was möglich war. Die Handwerker waren über sich hinausgewachsen und das auch noch in Bedrängnis durch den Feind, die Geweihten hatten alle Herzen im Glauben gestärkt und vereinigt, die Kämpfer hatten unvergleichlich gefochten und die Magier sich tapfer ihren Ängsten gestellt. Die Heiler hatten wahrlich während und nach der Schlacht alle Hände voll zu tun und nun...
"Bagage!"
Die Berichte waren eindeutig. Eine handvoll Personen hatte sich unerlaubt zu lange in der Sperrzone aufgehalten und dort Temora-allein-weiß-was getrieben, zumindest genug um den angeschlagenen Feind zu provozieren und zu einer Reaktion zu zwingen. Der rote Nebel versperrte nun den Truppen den weiteren Zugang nach Berchgard. Alle weiter gefassten Pläne waren obsolet.
Der Nebel war das Vergessen, man kann ihn nicht durchschreiten ohne zuvergessen, warum man ihn durchschritt.

Alles war um gute 6 Wochen in der Planung nun zurück geworfen. Der Erfolg des Sturm auf Berchgard quasi ausradiert. Man würde nun um den Nebel herum arbeiten müssen, dies gab dem Feind Zeit. Zeit eine neue rote Kritall-Spinnenkönigin auszubrüten und zu ernähren, Zeit neue rote Kristallgolem und diese anderen widerlichen Viecher zu nähren und nachzubrüten. Zeit genug um zu gesunden. Alle Uhren wieder zurück gestellt.

Da flog nun auch die Schnapsflasche mit einem Klirren gegen die Wand. "Diese ... Töpel. Das taktische Verständnis einer rheumakranken Seekuh! Wie konnten sie nur?! Ich hatte angewiesen sich nicht ungebührlich lange aufzuhalten! Es hat Gründe warum wir dort nur Patroullien hin entsenden!
Wie in Temoras Namen bringe ich das Seiner Majestät bei? Wie bringe ich das allen anderen bei, die am 16. Rabenmond dort ihr Blut gelassen haben? Wie?! Wie bei Krathors fauligen Flügeln?Wie?!"


Die Faust knallte auf den Tisch, dann atmete sie tief durch. Inzwischen hatte auch der letzte Burgwächter verstanden, dass Milady gerade einen ihrer berüchtigten Temperamentsausbrüche hatte. Allein dass dieser solange währte schon, veranlasste die Knappen sicherlich dazu sich ihre eigenen Gedanken zur Lage zu machen. Jeglicher Besucher für den Abend wurde ohne große Umschweife freundlich aber bestimmt auf einen anderen Tag verlegt und umgehend aus der Hörweite der Burg entfernt.

Der gewittergraue Blick schloss sich fest, sie atmete tief durch und die blasse Gesichtsfarbe lies ihre Schatten unter den Augen nur noch tiefer wirken. Bei näherer Betrachtung wirkte sie müde, grenzenlos erschöpft und nun ganz bewusst die letzten Kraftreserven in sich aufsuchend.
"Das wird ein Nachspiel haben, kein Angenehmes. Aber es hilft nichts. Berchgard muss befreit werden. Sir Heinrik, ich werde den längst überfälligen Dankesbrief morgen an die Verbündeten verfassen und auch an unsere eigenen Bürger. Gleichsam darin eine Ankündigung einflechten, dass wir und nochmal und vermutlich nochmal aufbäumen müssen. Siehst du zu, was du mit den Handwerkern, Magiern und Geweihten so an Möglichkeiten noch erschaffen kannst? Der Nebel muss weg oder wir brauchen einen anderen Zugang ..."

Stille legte sich wieder über die Burg. Nur noch das tiefe und höchst unzufriedene Brummen des Ritters erklang noch hier und dort, als die Baronin schon längst wieder zum Pragmatismus übergegangen war. Sie besprachen Punkte vor, verwarfen sie wieder oder führten sie tiefer aus. Alles wie immer, nur diesmal in einem Trümmerfeld namens Burgsaal. Immerhin hatte sie die Karte heil gelassen, jene wurde nun mit neuen Markierungen versehen.

Doch tief, ganz tief in der Rosthaarigen lag die vermeindliche und vielleicht irrige Erkenntnis verborgen, dass sie für diese Sache am Ende würde gerade stehen müssen. Vor den Verbündeten, vor dem König und vor den Bürgern. Es war ihr Oberbefehl, ihr Verantwortung und sie hatte versagt. Nicht klar genug agiert, nicht deutlich genug geführt. Aber am Ende würde es auch immer noch die Schlacht geben und den Kampf. Nicht jeder muss überleben, manche Dinge deckt die Erde des Grabes gnädig zu.


Zuletzt bearbeitet von Helisande von Gipfelsturm am 23 Nov 2020 20:57, insgesamt 2-mal bearbeitet
 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
Andra Amaryll





 Beitrag Verfasst am: 24 Nov 2020 15:18    Titel:
Antworten mit Zitat

Die neuen Splitter…

die Vorbereitungen waren abgeschlossen und die Ersatzkleidung zum Wechseln wurde bereits im Vorfeld platziert. Das verlassene Haus oder eher der Garten des Hauses, nahe zum Sumpf und doch durch Bäume geschützt, bot sich hierfür einfach Ideal an. Nun musste nur noch die weitere Kiste aus Hexenstahl sowie der dazu gehörige Beutel aus Gargoyleleder verstaut werden und es konnte losgehen.

Es war noch sehr ruhig als Andra sich auf den Weg Richtung Berchgard machte. Doch würde sie nicht den offiziellen Weg nehmen. Bereits in den letzten Tagen wurde genau geschaut wo die Wachen postiert und welcher Weg sich im Schutze der frühmorgendlichen Stunden eignen würde. Aus diesem Grund schlug Andra bereits im Wald von Kronwalden zu einem großen Bogen um den Hort des Wissens ein.
Ihr Wissen von dem Nebel welcher sich in Berchgard genau am Eingang niedergelegt hat und wie nah die Wesen in der Bresche zum Weg waren hatte sie stehts im Kopf. An Berchgard vorbei kommen würde die erste Hürde werden. Eine Hürde die sie bereits im Vorfeld genau durchgespielt hatte. Sie hoffte drauf, dass sie alleine, leise genug war um nicht in den Fokus der Wesen zu geraten.
Der Berg sowie der Totenanger auf der anderen Wegseite von Berchgard sollten ihr dabei den richtigen Schutz bieten und dabei helfen das man mit wenig Aufwand den Weg meiden konnte und im Schutz der Bäume sich Richtung der Furt bewegen konnte. Sie blieb solange es ging am Berghang und auf der anderen Seite der Brücke angekommen schaute sie sich noch einmal um.
Die Wesen bewegen sich zwar nahe des Eingangs doch schien als habe es geklappt und so konnte sie ihren Weg fortsetzen.

Hier kurz vor Junkersteyn war es ruhig und doch blieb sie wachsam, man konnte nie wissen wer vielleicht doch schon wach war und die Gunst der Stunde nutzen würde.
Doch es blieb alles ruhig bis sie am Sumpf ankam. Aber auch hier nahm sie den Weg den sie kannte, ziel- und selbstsicher würde es einmal durch den Sumpf gehen und der Lichten Götter sei Dank ohne nennenswerte Komplikationen oder Hindernisse. Der Kröten und Tentakel die sich ihr näherten konnten sie sich zum Glück mit der feinen Klinge des Dolches zur Wehr setzen und diese loswerden.
Auf der anderen Seite des Sumpfes musste sie jedoch einige Augenblicke verweilen. Sicher gehen das keine Wachen aus der Klamm oder jemand aus der „verlassenen Taverne“ kommen würden.
Sie ließ sich die Zeit, würde es eh nichts bringen sich zu beeilen, denn genau so entstanden Fehler und das war nichts was sie wollte!
Da war er, der passende Augenblick um entlang des Wassers zum Schutz der Bäume zu gelangen.
Ihre Karte die sie angefertigt und seit Beginn des Kristallwuchs in Schattenwinkels und Rahal mit jeder Veränderung so gut es ging antaillierst hatte war nun ihr Wegweiser. Immer wieder in den letzten Tagen schaute sie sich diese an um sie sich einzuprägen und so wusste sie recht zuverlässig das sie sich im Schutz der Bäume bis fast direkt an die Kristalle heran bewegen konnte. Und auch wenn sie sich sicher fühlte ganz sicher konnte sie nie sein. Etwas konnte immer auf sie warten. Die Kristallwesen könnten sich doch weiter herunter begeben haben oder Gardisten einen Kontrollgang machen. Daher war neben dem Fokus auf das was bevorstand immer die Wachsamkeit ihr Begleiter.

Das Grenzhäuschen war stark umwuchert von den Kristallen und Rissen aus denen die Kristalle heraus „wuchsen“. Kleine Risse nicht so riesige wie in Berchgard aber auch jene hier in Schattenwinkel sollten nicht unterschätzt werden. Der Gedanke an Berchgard und die Risse welche sich dort aber auch hier befanden versetzten sie in ein kurzes schaudern das sich die Nackenhaare aufstellen als Andra sich wieder einmal dem Ausmaß, der Kraft des „Nichts“ dem „Vergessens“ bewusst wurde. Es war wichtig das auch diese Kristalle hier in Schattenwinkel und jene in Rahal verschwinden müssten, denn auch diese würden für Lichtenthal eine Gefahr darstellen, wenn jene nicht ebenfalls beseitigt werden würden.
Doch dies war etwas wo sich später drüber Gedanken gemacht werden müsste. Erst einmal das eine.

Noch befand Andra sich auf Abstand zu den Kristallen und verdeckt vor der Sicht der Wachen auf der Klamm. Ihr Atem ging wieder ruhig und kontrolliert unter ihrem Mundschutz.
Sie suchte noch einmal wie bereits beim letzten Mal ihren Fokus und von nun würde sie, bis die Dinger verstaut sein würden, alles einem sorgfältig überlegten Plan und Handgriffen folgen.

Mit Hilfe des Fernglases beobachtete sie zunächst ein wenig die Wachen auf der Klamm und die Umgebung, machte sich die Splitter aus die sie bergen wollte.
Dann erst wurde das Fernglas verstaut, durchgeatmet und langsam vorwärtsbewegt.

Da lagen sie, rot schimmernd und kein Kristallwesen in direkter Nähe.
Wenn nicht jetzt wann dann!
Dachte Andra sich und stellte die Kiste sorgfältig und geöffnet auf den Boden. Das Gefäß zur Aufbewahrung wurde ebenfalls geöffnet und erst als alles bereit Stand machte Andra den Schritt aus dem Schatten der Bäume. Sie nahm die Zange und griff einige der Splitter vom Boden auf.
Sie spürte wie sich, wie auch schon beim letzten Mal als sie die Splitter besorgte die Nackenhaare aufstellten. Den Riss und den großen Kristall welche in ihrer Nähe befanden, versuchte sie weiterhin zu ignorieren. Es dauerte länger als beim letzten Mal an der Arcana, aber es waren immerhin auch andere Begebenheiten die Berücksichtigt werden mussten.

Doch nun war es vollbracht zumindest Teil eins.



Jetzt würde sie sich umziehen und die Splitter zum Versteck bringen wo sie bereits die anderen versteckt hatte.
Noch einmal richtig verschließen und schon wanderte die Kiste sorgfältig in den Gargoylelederbeutel ehe sich Andra zurückzog um sich umzuziehen.
Der Rückweg würde jedoch ein etwas anderer werden, hierzu würde sie den Weg über die Taverne nutzen. Der Weg würde am sichersten sein und sie am wenigsten auffallen. Bei der Taverne galt es noch einmal vorsichtig sein.
Warten ob Wachen von der Klamm oder der Stallbursche schauen würden und dann mit einem hohen Schritt unter dem Vordach und nach kurzem lauschen im inneren verschwinden.
Die Kiste dabei stehts fest verpackt und verschlossen in ihrem Gargoylelederbeutel ruhend.
Es lief gut und zum Glück war hier nie so der Andrang daher dauerte nicht lange und dann war sie wieder an Varuna von wo aus es zum Versteck ging um die Splitter zu verstecken.

Es war erledigt und sie war erleichtert. Nun würden die weiteren Tests folgen können. Aber erst einmal sich und die Kleidung reinigen!

 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Elinor Tiefenbruch





 Beitrag Verfasst am: 25 Nov 2020 22:29    Titel:
Antworten mit Zitat




    Kälte kroch durch die Straßen Adorans, brachte den Geruch verwesenden Laubes und feuchter Erde mit sich und einen ersten Vorgeschmack auf den Winter.
    Elinor flüchtete fröstelnd in ihr Haus, das ihr leer und still und fremd vorkam.

    Auf den ersten Blick war ihr Gerimor erschienen, als hätte sie nicht länger als einen Tag daheim in Werlental verbracht. Wäre da nicht der elende Riss am Himmel, der sich wie ein düsteres Mahnmal über den Himmel zackte, alles sähe aus wie immer. Aber nichts war wie immer.

    Das Licht in der Oberstadt war gestern nicht mehr zu sehen gewesen, hatte Korporal van Dragane berichtet. Das ging Elinor nicht aus dem Kopf. Licht, das aus einem Haus gestrahlt war, und die Hoffnung auf dort verbarrikadierte Überlebende befeuert hatte. Als die Aussicht auf baldige Fortsetzung der Offensive und damit einhergehende Befreiung der Oberstadt noch in greifbarer Nähe erschienen war, schien das Licht eine standhafte Selbstverständlichkeit. Natürlich würde man etwaige Überlebende rasch befreien!
    Dann hatte sich die Hoffnung auf schnelle weitere Erfolge zerschlagen, als der rote Nebel sich in Berchgard ausgebreitet hatte. Und nun war das Licht fort.
    Vielleicht war es der düsteren Stimmung und der Kälte geschuldet, doch heute fiel es Elinor leichter als zuvor, sich die Angst etwaiger Überlebender vorzustellen, die in der Oberstadt von rotem Nebel und Kristallwesen eingekesselt waren. Deren Hoffnung während der Offensive womöglich aufgeflammt war, nur um dann bitter enttäuscht zu werden. Die die abziehenden Truppen von oben beobachten konnten – sie aber nicht mehr zurückkehren sahen. Die sich womöglich vergessen oder aufgegeben fühlten, während vielleicht die letzten Vorräte Brennholz zur Neige gingen und die Kälte unter der Türschwelle hindurch in das Haus kroch, und mit den ersten Vorgeschmack auf den Winter brachte. In eine Stadt, die plötzlich leer und still und fremd war.

    Elinor schüttelte die Emotionen ab. Mitgefühl in allen Ehren, aber es war wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Also!
    Es sei Wochen, Monate hergewesen, dass Berchgard gefallen war, hatte Herr Felsschläger zu recht angemerkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Licht überhaupt von Überlebenden herrührte, war im Grunde wohl gar nicht derart groß. Es gab andere mögliche Gründe für ein Licht aus einem der Häuser. Eine Lichtreflexion in einem Fenster vielleicht.
    Und falls es so doch Überlebende waren, warum sollten sie ausgerechnet jetzt in größere Not geraten, als es vorher schon der Fall war? Auch wenn man wohl nicht unterschätzen durfte, dass etwas – oder eben jemand – den Nebel und die Kristallwesen in gewisser Weise herausgefordert hatten. Das konnte womöglich auch hypothetische Überlebende betreffen.

    Wenn man ihnen – den hypothetischen Überlebenden, falls es sie gab – ein Zeichen geben konnte, das würde doch reichen, um Hoffnung zu wecken.
    Sie hatte an der Nordflanke des Bergmassivs gestanden und den kalten, grauen Stein empor gestarrt bis an jene Stelle, an der man sich fast schon einbilden konnte, die Dächer der Oberstadt zu sehen. Oder waren es tatsächlich ihre Dächer?
    Zum Klettern viel zu steil, hatte Moira ernst verkündet. Elinor hätte auch einen maßgeblich weniger steilen Berg nicht erklimmen können. Aber etwas anderes konnte sie. Fliegen. Theoretisch. Die Sache mit der Magie war aktuell so eine Sache. Andererseits hatten aber auch etliche Kampfmagier bei der Offensive in Berchgard keinen auffälligen Schaden davongetragen oder verursacht… theoretisch war es also einen Versuch wert. Aber erst musste sie darüber schlafen. Etwas übers Knie zu brechen war noch nie hilfreich gewesen.

    Doch als sie unter die Bettdecke schlüpfte, einen letzten Blick auf die Regimentssammelfigur ihres Mannes warf – Schütze mit Hasenpfote! - und noch einen Moment den Geräuschen des nächtlichen Adorans lauschte, kroch die Kälte einmal mehr mit unter ihre Decke und ließ sie frösteln.


 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Der Erzähler





 Beitrag Verfasst am: 05 Jan 2021 17:14    Titel:
Antworten mit Zitat

Alatarisches Reich
Provinz Weidenheim - Hauptstadt Bärentrutz
In der Nacht des 01. Hartung 264


Seit Wochen hatte sich die Situation in der belagerten Stadt nicht verbessert. Mittlerweile war ein geschlossener Ring aus rotem Leuchten um die schweren Mauern gezogen, die als einzige noch zwischen den Verteidigern und der kristallinen Horde vor der Stadt stand. Die Bewohner und Verteidiger waren eingeschlossen. Auch in dieser Nacht, der ersten des neuen Jahres, lag Brandgeruch in der Luft. Schwere, dichte Rauchwolken zogen über die Häuser, während man vereinzelt das Aufleuchten der Brandgeschosse am Himmel sehen konnte, die aus dem Inneren auf die wabernde Masse aus Kristallen vor den Mauern geschleudert wurden. Wann immer eines der Brandgeschosse tosend vor den Mauern einschlug, brandeten die Wesen für einen Moment auseinander, doch die Zerschmetterten wurden alsbald durch nachrückende Kreaturen ersetzt. Vor der Stadt standen Höfe und Häuser in Flammen. Das Feuer schien zumindest eine gefühlte Sicherheit für die Bewohner der Stadt zu schaffen. Kein menschlicher Feind würde durch diese Flammenwände hindurch an die Mauern stürmen. Es überdeckte auch den Geruch von Tod der überall in der Luft lag. Die Felder vor den Mauern waren voll von Leichen der einstmals stolzen Legion Weidenheims. Nur zwei einsame Gestalten waren auf den schwarzen Zinnen des mächtigen Torbollwerks zu sehen. Ein hochgewachsener Mann in schwerer, dunkler Rüstung mit der schwarzen Pranke auf dem Wappenrock und ein Soldat, der neben ihm eine Standarte aufrecht hielt auf der ein goldener Leviathan auf grauem Grund, dem Wappen Buidheanns, den Rauchschwaden und der Nacht im Schein mehrerer Fackeln trotzte. Während der Ahad still auf das rote Schwärmen vor der Mauer blickte, sah der Soldat in Richtung der verlassen wirkenden Stadt.

Ahad Brios Glanadh, der Teile der Legion Buidheanns zur Verteidigung der Stadt schon vor Wochen herangeführt hatte, wartete. Er konnte die Unruhe des Soldaten neben ihm förmlich spüren.
"Die erste Nacht des neuen Jahres". Dieser Satz ging schon seit Tagen mal flüsternd, mal hoffnungsvoll, mal angsterfüllt durch die Straßen und Häuser. Durch die Kasernen und Wachstuben, wurde geflüstert oder beschwörend wiederholt.

Das rote Leuchten um Bärentrutz wurde in dieser Nacht auch von der anderen Seite betrachtet. Verborgen am Waldrand, hinter sanft ansteigenden Hügeln. Viele Augen verfolgten die Flugbahnen der brennenden Geschosse durch die Nacht in der Ferne.
"Wir sind bereit, wenn ihr es seid, Ahad Agranian", erklang die sanftmütig weich anmutende Stimme der jungen Frau auf dem schwarzen Ross neben dem alternden Ahad. Sie war verhüllt und ob der Kälte in eine dicke schwarze Robe gekleidet, ihr Gesicht von einer roten Maske verdeckt. Nur angedeutet konnte man hier und dort einige ihrer blonden Haare sehen die unter der Gugel hervorblitzten. Er kam nicht umhin eine gewisse Vorfreude in der Stimme der Frau zu vermuten.
Der Ahad, der gerüstet auf seinem Streitross saß, wandte den Blick wortlos von der jungen Frau ab und sah zum anderen Reiter neben sich, der wie immer dieser Tage in eine fellgefütterte, dunkelrote Robe gehüllt war.
"Sein Wille leite uns", sprach der Tetrarch Philemeion Drennatis als er den Blick auf sich spürte. Skepsis schwang in der Stimme des Tetrarchen mit und der Ahad fühlte sich an manche Diskussion im Senatsrat erinnert. Doch nun, das wusste er, war nicht die Zeit für Streitereien.

Larius starrte noch einen Moment in Richtung der Stadt bevor er sein Schwert zog und den beiden Reitern neben sich zunickte. "Ihr kennt meine Befehle, Mohnblume. Die Toten in die erste Reihe...", die Worte kamen ihm seltsam vor. Doch kaum hatte er sie gesprochen, wuchs seine Entschlossenheit nur umso mehr.
Die angesprochene Mohnblume, jene junge Frau neben ihm, neigte den Kopf und wandte ihr Pferd herum. Auf ein stilles Handzeichen der Frau erhoben sich knapp hinter der Baumgrenze und im Schutz der sanften Hügel Reihe um Reihe Soldaten aus ihrer vormals reglosen, knienden Position. Eine zeitgleiche, einstudiert wirkende Bewegung in hunderten von Körpern. Manche von ihnen noch gekleidet in die Reste ihrer alten Uniformen und Rüstungen der Legionen, denen sie noch vor wenigen Wochen als lebende Soldaten dienten. Manche von ihnen mehr Skelett als Fleisch, bisweilen sogar Skelette und Leichen, die Insignien längst vergangener Einheiten und Armeen des Reiches trugen, alt und verwittert. Zwischen den Reihen der Toten hier und dort einzelne Gestalten, gekleidet in Mäntel und Roben, die in der Dunkelheit der Nacht an ein schwarzes Federkleid erinnerten.

Wortlos und still begann diese seltsame Legion ihren Marsch in einer perfekten Formation. Weder Angst noch Sorge erfüllte ihre Leiber, oder das was davon übrig war. Dicht hinter ihnen begannen die Bäume zu knacken, zu knarzen und die Äste zu rascheln. Kraturen so groß wie zwei oder drei Mann und ebenso breit bahnten sich ihren Weg aus dem Verborgenen. Bestehend aus belebtem Fleisch und beseelt von einer unheimlichen Kraft. Einzelne schwarze Raben flogen aus den Baumwipfeln und überwanden in Windeseile die Armee bis hin zu den Ausläufern der Stadt im Fluge, alles überblickend.

"Wie weit werden wir gehen, Ahad?", fragte der Tetrarch während er den stillen Marsch der Toten betrachtete. Larius signalisierte mit einem Schwertwink den Rittern hinter ihm, die lebenden Soldaten in Bewegung zu setzen. Sie alle hatten das Schauspiel verfolgt, teils in Ehrfurcht, teils mit Besorgnis.
"Bis wir siegen ... oder nur noch Staub von uns übrig ist. Wieder und wieder. Es gibt keine Grenzen mehr und wir werden niemals die Waffen niederlegen. Das ist es was Alatar mich lehrte, Erhabener".

 Nach oben »
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » [Q] Akt I: Die Stille
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6
Seite 6 von 6

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.




phpBB theme/template by Tobias Braun
Copyright © Alathair



Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de