Ruhig saß Alexander auf einem angenehm weichen roten Kissen, sein Blick auf das rötliche Feuerspiel gerichtet. Zwischen seinem Zeigefinger und seinem Mittelfinger wird eine Schreibfeder ruhen, dessen Spitze immer wieder auf eine leere Seite Buchpergament pocht.
„Wie lange ist es nun her, seid wir unsere Gedanken teilten?“
Sprach Alex in einer ruhigen und leisen Stimme, in den leeren Raum. Hätte ihn jemand gehört, so wäre die Vermutung nah gewesen das dem Angehörigen der Familie Rundhammer so einige Nieten locker hätte, doch letztendlich klarte sich sein leerer Blick auf und richtet sich auf das geöffnete Buch auf seinem Schoß.
„Wäre auch viel zu schön gewesen könntest du mir Antworten, mein alter Freund.“
Seine Mundwinkel hoben sich an, als er das Pochen der Federspitze unterbrach und den ersten feinen Schriftzug auf das Pergament brachte.
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Mit dem letzten vollendeten Strich schaute er sich nochmals das Pergament an, bevor er jene voll beschriebene Seite des Buches umschlug und lachhaft Sprach.
2. Eluviar. 261
Lange ist es her, seid ich dir meine Gedanken mitteilte, oder? Ich wüsste auch überhaupt nicht wo ich anfangen sollte… Mutter wollte eigentlich stets, dass ich meine Gedanken zu Papier bringe, um dort oben für mehr Klarheit zu sorgen. Ich hoffe nur dass sie mein Tagebuch niemals in die Hände bekommt. Ihre Ohrfeigen vermisse ich nicht. Doch deswegen schreibe ich nicht.
Seit Tagen… nein das wäre eine Untertreibung … Wochen kreisen Gedanken in meinem Kopf, die mich oft um meinen Schlaf bringen. Schatten meiner Vergangenheit, die auf das Licht der Gegenwart stoßen…
Es ist gar nicht mal so lange her seit meine Stiefel, den feinen Hafenstaub von Bajard erneut küsste. Sehr lange war ich auf einer Handelsreise unterwegs und ließ meine Familie in der Hafenstadt Bajard zurück. Es verging kein Tag an dem ich nicht an Syrius, Alecia und Felicia dachte und was sie wohl gerade machten. Am liebsten hätte ich meine Reise damals sofort abgebrochen, doch war jeder einzelne Augenblick, den ich Abseits verbrachte eine Erfahrung. Heute bereue ich keinen einzigen Tag.
Bei meiner Rückkehr fühlte sich vieles vertraut und doch so fremd an. Viele der Händler kannte ich noch, auch wenn das ein oder andere graue Härchen nun ihr Antlitz bereicherten. Doch herrschte auch reger Trubel in der Hafenstadt – ein Anblick den ich damals vermisste. Als ich auf das ehemalige Haus traf, welches Syrius und ich einst bewohnten, schaute ich nicht schlecht. Ich dachte einst unsere Familie würde im Glanze von Bajard erstrahlen, nachdem wir Rahal den Rücken gekehrt haben. Doch merkte ich schnell das dies nicht der Fall war, denn das Haus trug nun ein anderes Ladenschild über seiner Pforte.
Zu meinem Glück dauerte es nicht lange, bis ich auf eine Frau stieß, die mich in die Arme meiner Schwester bringen könnte… in Adoran.
Jene helfende Frau war Helena.. Eine nette Frau, wir teilten eine bestimmte Zeit nach unserem zweiten Aufeinandertreffen unsere Wege, doch war diese Gemeinsamkeit nicht von sehr langer Dauer gesegnet. Ich kann durchaus sagen das ich Gefühle für sie hegte, die jedoch durch endlose Diskussionen, über Kleinigkeiten schnell verblassten…
Doch liebes Tagebuch, wenn du nun denken solltest, auch wenn du das nicht kannst, ich täte die Zeit mit jener Frau bereuen, so irrst du dich. Sie brachte mich zu meiner Familie, auch wenn mein Herz für sie nicht bestimmt war.
„Mach dich noch auf eine lange Zeit gefasst, liebes Büchlein. Das ist noch lange nicht alles gewesen. Cirmias sei Dank, dass es keine Bücher mit Beinen gibt.“