Gerade hatte sie wieder einen Brief an Ihre Mutter geschrieben, als Adelena gedankenverloren
aus dem Fenster vor ihrem Schreibtisch sah. Nun war es tatsächlich schon einen halben
Jahreslauf her, dass sie gestorben war und so langsam begann sie zu vergessen. Sie hatte bereits
Mühe, sich an ihren Duft zu erinnern, oder die Farbe ihrer Augen. Das schmerzte sie, denn sie
wollte sie nicht vergessen. Doch in den paar Monden in denen sie nun in Adoran weilte war auch
wo viel Neues auf sie eingestürmt, dass es manchmal schwer war, alles wirklich zu erfassen. So
viele neue Freunde, die sich wirklich um sie sorgten, so viele Enttäuschungen, Glücksmomente,
wütende und lachende Momente und ja, auch ein paar Narben hatte sie davon getragen, wenn
auch die meisten davon nicht auf ihrer Haut.
Da war die scheinbar gefundene Liebe, die sich genauso schnell wieder verflüchtigte, der
Lehrmeister, der plötzlich von heute auf morgen mit seiner Familie wieder abreiste, ein
überraschendes Geständnis das sie aus der Bahn warf und dann dieser krathorische Fluch und
ihre unliebsame Bekanntschaft mit einer Räuberbande. Und das alles in nur 4 Monden. Vor
kurzem noch hatte sie sich nicht einmal vorstellen können, dass sie so viel in ihrem ganzen Leben
erleben könnte.
Sie wuchs in einem kleinen Dorf auf in der Baronie Rothenstein, nahe der Stadt Eschenthal. Die
Menschen lebten hier hauptsächlich von der Landwirtschaft und allem was dazu gehörte.
Adelenas Mutter Kalista Bergon verdiente genug für sich und ihre Tochter mit der kleinen
Schreinerei, die sie führte. Über ihren Vater erzählt ihr ihre Mutter nie wirklich etwas. Es sei nur
eine kurze Episode gewesen in ihrem Leben und dabei wolle sie es belassen sagte sie stets, wenn
man sie auf ihn ansprach.
Als Kind hatte sich Adelena immer vorgestellt, es wäre ein Prinz aus einem fremden Land, oder
ein reicher Kaufmann und irgendwann würde er zurückkommen und ihre Mutter und sie holen.
Was sich ein kleines Mädchen eben von ihrem Vater gerne vorstellt. Aber sie hatte ja auch so
kein schlechtes Leben. Ihre Mutter war stets liebevoll und fürsorglich und ließ es Adelena an
nichts fehlen, auch wenn sie nur wenig Geld hatten.
Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als sie sich in den Sohn des Metzgers verliebte und nach
seinem langen Drängen und falschen Versprechungen die Röcke für ihn hob, hatte sie eine sehr
glückliche Kindheit. Doch als der vermeintliche Liebhaber sie vor der ganzen Dorfgemeinschaft
verspottete und auslachte.
Damals dachte sie, sie müsse in einem Erdloch verschwinden und sterben. Sie könne nie wieder
jemandem in die Augen sehen im Dorf. Fast ein Jahr lang verkroch sie sich zuhause, weil sie Angst
hatte, man würde auf sie zeigen und sie wieder auslachen. Doch auch in dieser schweren Zeit
war ihre Mutter stets für sie da gewesen und hatte ihr beigebracht, was man aus einem Stück
Holz und einem Schnitzmesser alles erschaffen konnte.
So war sie nach dem Tod ihrer Mutter hier her nach Adoran gekommen um das Schreinern und
Schnitzen von einem Meister zu lernen. Und wo würde man bessere Meister finden als in der
Nähe des Königs? All ihr Hab und Gut kratzte sie zusammen und verkaufte es um das Geld für die
Überfahrt zusammen zu bekommen und hier ihr Glück zu finden. Und so weit weg, schien sie
davon im Moment gar nicht zu sein.
Hm… so langsam bekam sie Hunger und sie ging nach unten in die Küche. Ein Stück gebratener
Fisch wäre jetzt lecker und sie hatte am Morgen am Hafen sogar ganz frischen bekommen.
Darauf freute sie sich schon den halben Tag. Er war bereits ausgenommen und filetiert und so
setzte sie nur eine Pfanne mit etwas Fett auf dem Feuer auf.
Draußen ratterten zwei Wagen vorbei. Wahrscheinlich wieder Lieferungen für den nahe
gelegenen Tempel oder das Glaubenshaus. Als das Fett anfing leicht zu dampfen wollte sie
gerade das Fischfilet hinein geben, als von draußen ein lauter Knall ertönte. Wahrscheinlich ein
Fass, das vom Wagen fiel und auf den Pflastersteinen zerschellte.
Vor lauter Schreck ließ sie das Fischfilet, das sie eben abgewaschen hatte in die Pfanne fallen,
wodurch das Fett beim Kontakt mit den Wasserresten wie wild aufspritzte und sie an der Hand
traf.
Ein fluchender Aufschrei hallte durch ihr Haus. Doch schlimmer noch! Als sie die Hand weg
ziehen wolle, erwischte sie den Griff der Pfanne, wodurch sie wie in Zeitlupe sah, wie die Pfanne
und mit ihr das heiße spritzende Fett auf sie zubewegte! In einer intuitiven Bewegung versuchte
sie die Hände schützend und abwehrend vor sich zu halten, doch statt dem erwarteten Schmerz
der heißen Pfanne und des spritzenden Fettes auf ihrer Haut passierte etwas
außergewöhnliches!
Wie von unsichtbarer Hand gelenkt wurde die Pfanne samt Inhalt durch den Raum geschleudert,
als wäre sie von einem starken Windstoß davon geblasen worden! Erst an der westlichen Wand
stoppte sie und viel zu Boden wie ein Stein.
Adelena konnte sich vor Schreck nicht rühren und bekam furchtbare stechende Kopfschmerzen.
Hatte sie das eben wirklich erlebt, oder war dies nur eine Einbildung? Sie hatte seit einigen
Wochen schon sehr unruhig geschlafen, war immer wieder aufgewacht, konnte sich nur wage an
wilde Träume erinnern und nun schien sich der dauernde Schlafenzug zu rächen und sie bekam
wohl Halluzinationen?
Aber nein, da lag die Pfanne. Direkt vor der Wand am Boden ergoss sich das Fett nun in die
Boden-Dielen und das schöne Fischfilet war nun paniert mit ein paar Holzspänen, die sie noch
nicht fort gefegt hatte. Was bei Eluive hatte das zu bedeuten? Lag etwa noch immer ein Fluch auf
ihr? Oder … nein! Nein, das konnte doch nicht sein! Oder doch?
Als sie etwa 12 Sommer alt war, war einer der Jungen in der Nachbarschaft von seiner Familie in
die Stadt gebracht worden, nachdem ein Feuer unter wohl merkwürdigen Umständen um ein
Haar das Haus der Familie abgebrannt hätte.
Die Leute im Dorf munkelten damals etwas davon, dass Manke, so hieß der Junge, von Eluive
erwählt worden wäre und sein Seelensiegel gebrochen wäre.
Seine Eltern kamen damals ohne ihn, aber mit stolz geschwellter Brust aus der Stadt zurück und
erzählten jedem, der es hören wollte oder auch nicht, dass ihr Sohn nun in der Akademie zu
Eschenthal das magische Handwerk erlernen würde.
Aber das konnte doch gar nicht möglich sein! Sie war doch nur eine kleine Schreinerin? Warum
sollte Eluive ausgerechnet SIE erwählt haben? Konnte das sein?
Allein würde sie auf diese Frage wohl keine Antwort finden. Sie musste so schnell es geht mit
jemandem sprechen, der sich damit auskannte.
Nicht auszudenken, wenn sie vor Schreck einmal ihr Haus anzünden würde! Bei all dem Holz hier,
könnte schneller als gedacht, ein verheerender Brand daraus entstehen.
So löschte sie eilig jedes Feuer im Haus und räumte das nun hinfällige Mittagessen auf und eilte
in Richtung des Konzil des Phönix. Dort würde man ihr sicher die nun brennenden Fragen beantworten können!
Magie der Jahresringe
-
Adelena Bergon
Adelena saß auf ihrem Bett, die Knie an sich gezogen und sah nachdenklich aus dem Fenster. Draußen schwebten dicke Schneeflocken vom Himmel und hüllten die Welt in eine weiße Decke aus samtener Stille und alles sah so friedlich und sanft aus in dieser weißen Pracht.
Dabei war es noch gar nicht so lange her, dass sie noch auf dem Schlachtfeld stand und mit ansehen musste, wie Kameraden verletzt wurden und sogar Freunde starben. Und selbst jetzt in diesem Moment war ihr Leben noch immer in Gefahr und sie musste stets wachsam sein. Nicht unmittelbar, nein, aber doch musste sie stets aufpassen.
Ihre größte Angst war es, dass dieser verfluchte Dazen Wolfseiche eines Tages auf sie aufmerksam werden und ihrer habhaft werden würde um sich an Keylon zu rächen. Ein glühender Dolch in seinem Herzen wäre wohl weniger schmerzhaft für Keylon als die Nachricht, dass er sie in seiner Gewalt hätte. Aber bislang hatte sie ihn nur ein einziges Mal am Schlachtfeld gesehen und er hatte keine Ahnung gehabt, wer sie war. Zwei Schergen aus Rahal hatten sie beinahe gefangen genommen, dann jedoch von ihr abgelassen als sie ihn sahen. Hätte er geahnt wer da vor ihm im Schnee lag… aber dazu war es zum Glück nicht gekommen.
Vielleicht würde es dazu auch nie kommen, denn die zweite Gefahr lauerte genauso verschlagen in der Dunkelheit, genauer gesagt in schwarzen Augen. „Hütet euch vor Tieren mit schwarzen Augen! Geht möglichst nicht allein und solltet ihr dennoch bedroht werden… LAUFT!“ hallte die besorgte Stimme der Magistra in ihrem Kopf wieder. Seit jenem Vorfall vor einigen Wochen am Konzil, bei dem ein Schüler wohl innerlich verbrannte und ein Tier förmlich zerplatzte und schwarzen Nebel frei gab, war zum Glück kein weiteres Opfer zu beklagen, aber man war sich einig unter der Lehrerschaft, dass die Gefahr nicht vorbei war, besten falls nur irgendwo lauerte und wartete. Worauf wussten aber höchstens die Götter.
Tief seufzend legte sie Ihren Kopf auf die Knie und betrachtete einen Vogel, der sein Gefieder putzte in den Ästen der Zeder vor ihrem Haus. In Momenten wie diesen, wenn sie alleine war und über diese Dinge nachdachte, wurde ihr immer wieder bewusst, wie unglaublich viel sich im letzten Jahr geändert hatte in ihrem Leben… und wie schmerzlich sie ihre Mutter vermisste.
Wie gerne wäre sie jetzt von ihr in den Arm genommen worden und hätte ihre sanfte Stimme gehört, die ihr sagte, dass alles gut werden würde, sie solle nur immer einen Schritt nach dem anderen machen. Eine Zeit lang hatte sie ihr noch Briefe geschickt, als wäre sie nur weit weg und nicht tot, aber hier auf dieser Insel schien sich alles zu überschlagen und so kam sie in letzter Zeit kaum noch dazu, ihr zu schreiben. Und an ihr Grab legen konnte sie sie ja auch nicht einmal.
Wieder ein tiefes seufzen. Manchmal wünschte sie sich, ein Vogel zu sein, einfach die Flügel ausstrecken zu können und sich vom Wind treiben lassen. Hoch oben einfach schweben, weit weg von allem, was sie hier unten so plagte. Vielleicht würde es gar nicht mehr so lange dauern und sie würde dies tatsächlich können. Die Theorie der Verwandlungsmagie war erst vor kurzem Inhalt des Unterrichts gewesen. Nur zu gut, konnte sie sich vorstellen, dass es möglich war, sich in der Gestalt des Tieres zu verlieren, in welches man sich verwandelte. Trotzdem dachte sie beim Thema Verwandlung immer an als erstes an eine Bärin, nicht an einen Vogel, oder eine Katze. Der Wald steckte wohl einfach zu tief in ihren Knochen und würde es wahrscheinlich immer, auch wenn sie nun keine Bretter mehr zu Möbeln verarbeitete.
Ja, das Jahr war wirklich hart gewesen.. die Auflösung ihres alten Haushaltes, die Überfahrt nach Gerimor, dann verschwand erst der Lehrmeister, dann der Geliebte. Beide gingen ohne ein Wort der Verabschiedung, was tiefe Narben hinterließ. Dann der Fluch Krathors, der Kampf mit sich selbst einen Mann nicht zu lieben, den sie einfach nicht lieben durfte. Ihr erwachen als Magierin, der Krieg gegen Rahal und letztlich auch noch dieses schwarzäugige Grauen, das natürlich nur Magierschülern gefährlich wird.
Aber man durfte nicht ungerecht dem gegenüber sein, was einem die Götter geben. Genau genommen gab es doch viel mehr schöne Momente, als schlechte.
Sie hatte hier erste eine gute Arbeit gefunden, eine Familie die sie als eine der ihren aufnahm, herzensgute Freunde, mehr als ein Herzklopfen, ihre Bestimmung als Magierin, Kameraden die für einander bedingungslos einstanden und für die auch sie ihr Leben geben würde und letztlich sogar die Liebe. Was sollte man sich also mehr wünschen? Nein, sie war dankbar für dieses Jahr!
Sie war gewachsen an den Herausforderungen und an ihren Aufgaben und es würde sicher auch weiterhin ein steiniger Weg werden. Aber sie würde ihn meister, würde weiter lernen und wachsen und vielleicht war das, was da vor ihr lag noch viel spannender als das letzte Jahr.
Und so sprang sie vom Bett auf und zog sich ihre Stiefel an. Sie musste nach unten, ihre Sachen packen. Es war viel zu tun. Ein Umzug stand an!
Dabei war es noch gar nicht so lange her, dass sie noch auf dem Schlachtfeld stand und mit ansehen musste, wie Kameraden verletzt wurden und sogar Freunde starben. Und selbst jetzt in diesem Moment war ihr Leben noch immer in Gefahr und sie musste stets wachsam sein. Nicht unmittelbar, nein, aber doch musste sie stets aufpassen.
Ihre größte Angst war es, dass dieser verfluchte Dazen Wolfseiche eines Tages auf sie aufmerksam werden und ihrer habhaft werden würde um sich an Keylon zu rächen. Ein glühender Dolch in seinem Herzen wäre wohl weniger schmerzhaft für Keylon als die Nachricht, dass er sie in seiner Gewalt hätte. Aber bislang hatte sie ihn nur ein einziges Mal am Schlachtfeld gesehen und er hatte keine Ahnung gehabt, wer sie war. Zwei Schergen aus Rahal hatten sie beinahe gefangen genommen, dann jedoch von ihr abgelassen als sie ihn sahen. Hätte er geahnt wer da vor ihm im Schnee lag… aber dazu war es zum Glück nicht gekommen.
Vielleicht würde es dazu auch nie kommen, denn die zweite Gefahr lauerte genauso verschlagen in der Dunkelheit, genauer gesagt in schwarzen Augen. „Hütet euch vor Tieren mit schwarzen Augen! Geht möglichst nicht allein und solltet ihr dennoch bedroht werden… LAUFT!“ hallte die besorgte Stimme der Magistra in ihrem Kopf wieder. Seit jenem Vorfall vor einigen Wochen am Konzil, bei dem ein Schüler wohl innerlich verbrannte und ein Tier förmlich zerplatzte und schwarzen Nebel frei gab, war zum Glück kein weiteres Opfer zu beklagen, aber man war sich einig unter der Lehrerschaft, dass die Gefahr nicht vorbei war, besten falls nur irgendwo lauerte und wartete. Worauf wussten aber höchstens die Götter.
Tief seufzend legte sie Ihren Kopf auf die Knie und betrachtete einen Vogel, der sein Gefieder putzte in den Ästen der Zeder vor ihrem Haus. In Momenten wie diesen, wenn sie alleine war und über diese Dinge nachdachte, wurde ihr immer wieder bewusst, wie unglaublich viel sich im letzten Jahr geändert hatte in ihrem Leben… und wie schmerzlich sie ihre Mutter vermisste.
Wie gerne wäre sie jetzt von ihr in den Arm genommen worden und hätte ihre sanfte Stimme gehört, die ihr sagte, dass alles gut werden würde, sie solle nur immer einen Schritt nach dem anderen machen. Eine Zeit lang hatte sie ihr noch Briefe geschickt, als wäre sie nur weit weg und nicht tot, aber hier auf dieser Insel schien sich alles zu überschlagen und so kam sie in letzter Zeit kaum noch dazu, ihr zu schreiben. Und an ihr Grab legen konnte sie sie ja auch nicht einmal.
Wieder ein tiefes seufzen. Manchmal wünschte sie sich, ein Vogel zu sein, einfach die Flügel ausstrecken zu können und sich vom Wind treiben lassen. Hoch oben einfach schweben, weit weg von allem, was sie hier unten so plagte. Vielleicht würde es gar nicht mehr so lange dauern und sie würde dies tatsächlich können. Die Theorie der Verwandlungsmagie war erst vor kurzem Inhalt des Unterrichts gewesen. Nur zu gut, konnte sie sich vorstellen, dass es möglich war, sich in der Gestalt des Tieres zu verlieren, in welches man sich verwandelte. Trotzdem dachte sie beim Thema Verwandlung immer an als erstes an eine Bärin, nicht an einen Vogel, oder eine Katze. Der Wald steckte wohl einfach zu tief in ihren Knochen und würde es wahrscheinlich immer, auch wenn sie nun keine Bretter mehr zu Möbeln verarbeitete.
Ja, das Jahr war wirklich hart gewesen.. die Auflösung ihres alten Haushaltes, die Überfahrt nach Gerimor, dann verschwand erst der Lehrmeister, dann der Geliebte. Beide gingen ohne ein Wort der Verabschiedung, was tiefe Narben hinterließ. Dann der Fluch Krathors, der Kampf mit sich selbst einen Mann nicht zu lieben, den sie einfach nicht lieben durfte. Ihr erwachen als Magierin, der Krieg gegen Rahal und letztlich auch noch dieses schwarzäugige Grauen, das natürlich nur Magierschülern gefährlich wird.
Aber man durfte nicht ungerecht dem gegenüber sein, was einem die Götter geben. Genau genommen gab es doch viel mehr schöne Momente, als schlechte.
Sie hatte hier erste eine gute Arbeit gefunden, eine Familie die sie als eine der ihren aufnahm, herzensgute Freunde, mehr als ein Herzklopfen, ihre Bestimmung als Magierin, Kameraden die für einander bedingungslos einstanden und für die auch sie ihr Leben geben würde und letztlich sogar die Liebe. Was sollte man sich also mehr wünschen? Nein, sie war dankbar für dieses Jahr!
Sie war gewachsen an den Herausforderungen und an ihren Aufgaben und es würde sicher auch weiterhin ein steiniger Weg werden. Aber sie würde ihn meister, würde weiter lernen und wachsen und vielleicht war das, was da vor ihr lag noch viel spannender als das letzte Jahr.
Und so sprang sie vom Bett auf und zog sich ihre Stiefel an. Sie musste nach unten, ihre Sachen packen. Es war viel zu tun. Ein Umzug stand an!
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Adelena Bergon
Immer wieder war die Frage aufgekommen, in was sie sich am liebsten verwandeln wollen würde, wenn sie es könnte. Und immer war ihre Antwort gewesen, ein Bär.
Dem Meister Petz sagt man in vielen Geschichten nach, er wäre nett, freundlich, gutmütig, ein wenig naiv vielleicht und nascht unheimlich gerne, doch bei drohender Gefahr sollte man ihn nicht unterschätzen. Was erst noch behäbig und faul wirkte, kann in solchen Fällen zu ungeahnter Größe wachsen und den Feind schnell einholen.
Ja, so wollte sie eigentlich sein… jemand der mit allem und jedem gut auskam und schnell und gefährlich, wenn sie die, die sie liebte beschützen müsste.
Aber der Wahrheit ins Auge geblickt war sie eher eine kleine graue Maus, unscheinbar, unbedeutend und beim ersten Anzeichen von Problemen hatte sie stets den Drang weg zu laufen, dass selbst ein Hase nur staunend hinter her sehen konnte. Dafür aber offenbar ausgestattet mit dem Temperament eines hungrigen Pumas der gerne alles und jeden anfauchte.
"Du zerstörst damit eurer beider Karrieren!"
"Ich bin es leid!"
"Ich will meine Zeit nicht mehr mit solchen Empfindlichkeiten verschwenden!"
"Wenn das dein Weg ist und er dir folgt, werde ich nicht dazwischen stehen."
"Ich hab beschlossen, dich nicht mehr zu umarmen."
Immer und immer wieder hörte sie diese Worte in ihrem Kopf. Aber nichts davon tat ihr so weh, wie der letzte Satz.
Sie schüttelte den Kopf und versuchte die anklagende Stimme zu vertreiben.
"Du musst ruhiger und selbstbewusster werden!"
Ja, darauf musste sie sich konzentrieren.
Sie war es schließlich ebenso leid … leid, dass immer jeder von ihr verlangte, sie solle reden… mit diesem oder jenem über alles und jeden. Was hatte ihr diese unangebrachte Offenheit gebracht? Sie verlor einen Freund und fast auch den Verlobten. Manches blieb einfach besser ungesagt.
Sie war nicht die Person die sie sein wollte und wollte auch nicht so sein, wie sie jetzt war. Ihr Leben war ein einziges Chaos, wenn man genauer hinsah.
Sie war viel zu selbstsüchtig und ungerecht zu den Menschen in ihrer Umgebung hatte sie das Gefühl. Und immer wenn Probleme auftraten, hatte sie diesen Drang weg zu laufen. So konnte das nicht weiter gehen!
Man erwartete von ihr, dass sie stark war, und den Weg kennt, der ihr vorbestimmt zu sein schien. Jeder glaubte, sie wisse, wie das alles geht. Man erwartete von ihr, dass sie alles im Griff hatte und kontrollierte was geschieht. Aber eigentlich hangelte sie sich nur von Tag zu Tag und von einem Tief ins nächste in der Hoffnung nicht dabei zu zerbrechen. Gestern hatte sie nur für ein paar wenige Minuten gedacht, sie könne einfach sie selbst sein, einfach glücklich sein und eben ein ganz normales verliebtes Paar. Aber das rächte sich sofort bitterlich.
Jeder wollte eben nur eine starke selbstsichere Adelena sehen, die zukünftige Frau von Sir Keylon, angesehene Magierin des Reiches, eine verantwortungsbewusste Frau auf die man sich verlassen konnte, die stehts ruhig und besonnen blieb und die zu schätzen wusste, welches Glück sie im Leben hatte, so einen tollen Mann zu haben, so eine strahlende Zukunft vor sich zu haben.
Immer und immer wieder betonten das alle… was für ein Glück sie hätte. Ja, was für ein Glück, wenn man nicht man selbst sein konnte….
Kein Wunder, dass sie wieder diesen Alptraum hatte.
Sie lag auf dem Waldboden, konnte sich nicht rühren. Sie hörte entsetzte Schreie von jemandem… nein… sie war es die schrie, aber es kümmerte niemanden. Dann beugte sie sich über sie.. Melina! In ihrem Traum war ihr Gesicht zu einer grauenvollen Fratze verzerrt, die Zähne rasiermesserscharf, ebenso die Klauen an ihren Fingern. Ihre Augen spiegelten einzig den Wunsch wieder, sie zu töten, sie zu beißen und zu zerreißen. Aber sie konnte sich nicht rühren und wachte Schweiß gebadet auf nachdem sie im Traum starb und ihre Augen nur noch leblos gen Himmel starrten.
Ihr Atem ging schnell und flach. Zum Glück war Keylon noch im Dienst und sah sie nicht so.
Er hätte sich nur wieder Sorgen gemacht. Sie wollte einfach nur schlafen.. nicht träumen. Aber nicht mal einschlafen konnte sie mehr. Sobald sie die Augen schloss, sah sie diese Fratze und spürte förmlich, wie sich ihre Zähne in ihr Fleisch gruben. Verdammte Krathorbrut … und die Narbe juckte auch schon wieder an ihrem Hals.
Seufzend schwang sie sich aus dem Bett und zog sich an. Ein Spaziergang wäre genau das, was sie jetzt brauchte. Frische Luft, ein kühler Wind der ihr durch den Kopf blies und die Bilder gleich mit nahm.
Oh ja.. Sie hatte die Nase so voll von alle dem. Sie selbst zu sein und ehrlich zu sein zu sich und anderen hat sie ja nicht gerade weit gebracht. Vielleicht wurde es wirklich Zeit für eine Veränderung.
Ruhig und selbstbewusst! Aye… wird gemacht.
Warum nur, sah sie dabei immer wieder das Bild von Endress in ihrem Kopf? Nein… selbstbewusst, nicht hochnäsig.
Der Weg würde nicht leicht sein, wird steinig und schwer werden. Sie würde lernen müssen, dass sie sich nicht immer mit jedem einig sein konnte und es nicht jedem Recht machen konnte. Aber vielleicht war ihr Leben dann wirklich besser… alles war besser als jetzt, als einen Keil zwischen Brüdern zu treiben.
Sie wollte die Frau sein, die er verdiente und die jeder in ihr sah. Und sie würde es schaffen, irgendwie, wenn sie nur daran glaubte.
Und mit schnellen Schritten ging sie hinaus in den Wald.
Dem Meister Petz sagt man in vielen Geschichten nach, er wäre nett, freundlich, gutmütig, ein wenig naiv vielleicht und nascht unheimlich gerne, doch bei drohender Gefahr sollte man ihn nicht unterschätzen. Was erst noch behäbig und faul wirkte, kann in solchen Fällen zu ungeahnter Größe wachsen und den Feind schnell einholen.
Ja, so wollte sie eigentlich sein… jemand der mit allem und jedem gut auskam und schnell und gefährlich, wenn sie die, die sie liebte beschützen müsste.
Aber der Wahrheit ins Auge geblickt war sie eher eine kleine graue Maus, unscheinbar, unbedeutend und beim ersten Anzeichen von Problemen hatte sie stets den Drang weg zu laufen, dass selbst ein Hase nur staunend hinter her sehen konnte. Dafür aber offenbar ausgestattet mit dem Temperament eines hungrigen Pumas der gerne alles und jeden anfauchte.
"Du zerstörst damit eurer beider Karrieren!"
"Ich bin es leid!"
"Ich will meine Zeit nicht mehr mit solchen Empfindlichkeiten verschwenden!"
"Wenn das dein Weg ist und er dir folgt, werde ich nicht dazwischen stehen."
"Ich hab beschlossen, dich nicht mehr zu umarmen."
Immer und immer wieder hörte sie diese Worte in ihrem Kopf. Aber nichts davon tat ihr so weh, wie der letzte Satz.
Sie schüttelte den Kopf und versuchte die anklagende Stimme zu vertreiben.
"Du musst ruhiger und selbstbewusster werden!"
Ja, darauf musste sie sich konzentrieren.
Sie war es schließlich ebenso leid … leid, dass immer jeder von ihr verlangte, sie solle reden… mit diesem oder jenem über alles und jeden. Was hatte ihr diese unangebrachte Offenheit gebracht? Sie verlor einen Freund und fast auch den Verlobten. Manches blieb einfach besser ungesagt.
Sie war nicht die Person die sie sein wollte und wollte auch nicht so sein, wie sie jetzt war. Ihr Leben war ein einziges Chaos, wenn man genauer hinsah.
Sie war viel zu selbstsüchtig und ungerecht zu den Menschen in ihrer Umgebung hatte sie das Gefühl. Und immer wenn Probleme auftraten, hatte sie diesen Drang weg zu laufen. So konnte das nicht weiter gehen!
Man erwartete von ihr, dass sie stark war, und den Weg kennt, der ihr vorbestimmt zu sein schien. Jeder glaubte, sie wisse, wie das alles geht. Man erwartete von ihr, dass sie alles im Griff hatte und kontrollierte was geschieht. Aber eigentlich hangelte sie sich nur von Tag zu Tag und von einem Tief ins nächste in der Hoffnung nicht dabei zu zerbrechen. Gestern hatte sie nur für ein paar wenige Minuten gedacht, sie könne einfach sie selbst sein, einfach glücklich sein und eben ein ganz normales verliebtes Paar. Aber das rächte sich sofort bitterlich.
Jeder wollte eben nur eine starke selbstsichere Adelena sehen, die zukünftige Frau von Sir Keylon, angesehene Magierin des Reiches, eine verantwortungsbewusste Frau auf die man sich verlassen konnte, die stehts ruhig und besonnen blieb und die zu schätzen wusste, welches Glück sie im Leben hatte, so einen tollen Mann zu haben, so eine strahlende Zukunft vor sich zu haben.
Immer und immer wieder betonten das alle… was für ein Glück sie hätte. Ja, was für ein Glück, wenn man nicht man selbst sein konnte….
Kein Wunder, dass sie wieder diesen Alptraum hatte.
Sie lag auf dem Waldboden, konnte sich nicht rühren. Sie hörte entsetzte Schreie von jemandem… nein… sie war es die schrie, aber es kümmerte niemanden. Dann beugte sie sich über sie.. Melina! In ihrem Traum war ihr Gesicht zu einer grauenvollen Fratze verzerrt, die Zähne rasiermesserscharf, ebenso die Klauen an ihren Fingern. Ihre Augen spiegelten einzig den Wunsch wieder, sie zu töten, sie zu beißen und zu zerreißen. Aber sie konnte sich nicht rühren und wachte Schweiß gebadet auf nachdem sie im Traum starb und ihre Augen nur noch leblos gen Himmel starrten.
Ihr Atem ging schnell und flach. Zum Glück war Keylon noch im Dienst und sah sie nicht so.
Er hätte sich nur wieder Sorgen gemacht. Sie wollte einfach nur schlafen.. nicht träumen. Aber nicht mal einschlafen konnte sie mehr. Sobald sie die Augen schloss, sah sie diese Fratze und spürte förmlich, wie sich ihre Zähne in ihr Fleisch gruben. Verdammte Krathorbrut … und die Narbe juckte auch schon wieder an ihrem Hals.
Seufzend schwang sie sich aus dem Bett und zog sich an. Ein Spaziergang wäre genau das, was sie jetzt brauchte. Frische Luft, ein kühler Wind der ihr durch den Kopf blies und die Bilder gleich mit nahm.
Oh ja.. Sie hatte die Nase so voll von alle dem. Sie selbst zu sein und ehrlich zu sein zu sich und anderen hat sie ja nicht gerade weit gebracht. Vielleicht wurde es wirklich Zeit für eine Veränderung.
Ruhig und selbstbewusst! Aye… wird gemacht.
Warum nur, sah sie dabei immer wieder das Bild von Endress in ihrem Kopf? Nein… selbstbewusst, nicht hochnäsig.
Der Weg würde nicht leicht sein, wird steinig und schwer werden. Sie würde lernen müssen, dass sie sich nicht immer mit jedem einig sein konnte und es nicht jedem Recht machen konnte. Aber vielleicht war ihr Leben dann wirklich besser… alles war besser als jetzt, als einen Keil zwischen Brüdern zu treiben.
Sie wollte die Frau sein, die er verdiente und die jeder in ihr sah. Und sie würde es schaffen, irgendwie, wenn sie nur daran glaubte.
Und mit schnellen Schritten ging sie hinaus in den Wald.
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Adelena Bergon
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Adelena Bergon
Candidata Concilium Phoenici - gelehrte Adelena Bergon
Dies war nun ihre offizielle Anrede, ihr offizieller Titel, nachdem sie nun endlich die Prüfung abgelegt hatte von der Tiro zur Candidata.
Sie hatte sich viele Wochen zurück gezogen, gelernt und geübt und weiter gelernt und geübt für diese Prüfung. Selbst ihr Dienst im Regiment hatte darunter zu leiden, was jedoch angesichts dieses Nicht-Wesens welches frisch erwachte Magier zum Fressen gern hatte, nicht ungelegen war.
Ein Teil von ihr hatte sich davor gefürchtet und gehofft, sie würde sich nicht einfach nur lächerlich machen, aber letztlich ging alles gut und das erfüllte sie mit Stolz.
Nur sie und Darian waren noch übrig wie es scheint. Die letzten Unterrichte waren auch immer spärlicher besucht. Nicht jeder fühlte sich hier wohl am richtigen Platz und andere sind wohl weiter gezogen, aber das war wohl nicht unüblich.
Und wie ebenso erwartet, war Darian nur noch ein flatterndes Nervenbündel vor der Prüfung. Er konnte kaum still stehen und musste sich sogar noch mal übergeben bevor sie in den Prüfungsraum geführt wurden um getestet zu werden. Er tat ihr richtig leid und sie hätte ihm gerne geholfen, aber sie wurden in zwei verschiedene Ecken des Raumes beordert, damit sie sich nichts zuflüstern konnten.
Dann ging auch schon die Prüfung los. Abwechselnd wurden Darian und sie zum Unterrichtsstoff der letzten Monate befragt, ihr Antworten hinterfragt und schließlich auch eine Vorführung einer magischen Applikation gefordert. Darian hatte die Aufgabe sich in einen Schmetterling zu verwandeln.. eigentlich etwas, das sie sehr gut konnte. Dafür bekam Adelena die Aufgabe, einen Schmetterling zu beschwören. Sie überlegte kurz, dann widersprach sie dem Praeceptor. Sie hatte kurz überlegt, ob sie einfach nur nicken sollte und anfangen sollte, aber sie war sich nicht sicher gewesen, ob man nicht Widerspruch von ihr erwartete und dies ebenso ein Teil der Prüfung ist. Und nach dem sie die Möglichkeit in Betracht gezogen hatte, dass sie die Dummheit ihres Lebens begehen könnte, hatte sie dem Praeceptor dargelegt, warum es ihr leider unmöglich sei, einen Schmetterling zu beschwören. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt und in ihren Ohren rauschte ihr Blut so laut wie ein Wasserfall während ihr Herz ihr aus der Brust zu springen schien. Doch statt sie zu schelten, akzeptierte der Praeceptor ihren Einwand und so hatte sie einen Schmetterling herbeigerufen, statt beschworen.
Zugegebenermaßen tat sie sich damit noch schwer und der Schmetterling war irgendwie … merkwürdig. Aber sicher bei weitem der schönste Schmetterling den sie je gesehen hatte und sie platzte innerlich fast vor Stolz, dass nichts schief ging. Sie konnte sogar noch ein paar Pluspunkte sammeln im Laufe der Prüfung, aber trotzdem schlichen Zweifel in ihr auf, ob sie nicht noch etwas hätte besser machen können, als sie und Darian hinaus gebeten wurden zur Beratung der Prüfer.
Aber die Angst war unbegründet, sie hatte bestanden! Und Darian natürlich auch. Er hatte sich vielleicht etwas schwerer getan durch seine dünnen Nerven, aber sie fand, er hatte sich wirklich wacker geschlagen. Vielleicht würde aus dem Angsthasen ja doch noch mal ein Mann, wer weiß? Offenbar hatte er das Zeug dazu, aber hat es wohl nur noch nicht entdeckt.
Nun wurden ihnen noch die neuen Roben ausgehändigt und Adelena betete inständig aber stumm, dass sie diese hässlichen Dinger nicht lange tragen musste. Aber zunächst gab es wichtigeres zu tun. Nebst der Robe wurde Ihnen auch je ein Stab ausgehändigt, ein Artefakt ohne Zweifel, jedoch noch nicht vollständig. Ihm fehlten noch Verstärkungen aus den 4 Elementen, Feuer, Wasser, Erde und Luft. Die Menekaner, die Druiden, die Elfen und die Thyren sollten ihr dabei helfen, doch angesichts der derzeitigen Umstände und dem Einsturz der Academia… nun, sie würde sehen, wie gut sie damit voran kam.
Vorerst gab es jedoch erst einmal etwas anderes, worum sie sich kümmern wollte. Da war noch eine Leibwächterprüfung zu bestehen um endlich auch den Rang des Gardisten zu erreichen.
Langweilig wurde ihr also wohl erst mal nicht.
Dies war nun ihre offizielle Anrede, ihr offizieller Titel, nachdem sie nun endlich die Prüfung abgelegt hatte von der Tiro zur Candidata.
Sie hatte sich viele Wochen zurück gezogen, gelernt und geübt und weiter gelernt und geübt für diese Prüfung. Selbst ihr Dienst im Regiment hatte darunter zu leiden, was jedoch angesichts dieses Nicht-Wesens welches frisch erwachte Magier zum Fressen gern hatte, nicht ungelegen war.
Ein Teil von ihr hatte sich davor gefürchtet und gehofft, sie würde sich nicht einfach nur lächerlich machen, aber letztlich ging alles gut und das erfüllte sie mit Stolz.
Nur sie und Darian waren noch übrig wie es scheint. Die letzten Unterrichte waren auch immer spärlicher besucht. Nicht jeder fühlte sich hier wohl am richtigen Platz und andere sind wohl weiter gezogen, aber das war wohl nicht unüblich.
Und wie ebenso erwartet, war Darian nur noch ein flatterndes Nervenbündel vor der Prüfung. Er konnte kaum still stehen und musste sich sogar noch mal übergeben bevor sie in den Prüfungsraum geführt wurden um getestet zu werden. Er tat ihr richtig leid und sie hätte ihm gerne geholfen, aber sie wurden in zwei verschiedene Ecken des Raumes beordert, damit sie sich nichts zuflüstern konnten.
Dann ging auch schon die Prüfung los. Abwechselnd wurden Darian und sie zum Unterrichtsstoff der letzten Monate befragt, ihr Antworten hinterfragt und schließlich auch eine Vorführung einer magischen Applikation gefordert. Darian hatte die Aufgabe sich in einen Schmetterling zu verwandeln.. eigentlich etwas, das sie sehr gut konnte. Dafür bekam Adelena die Aufgabe, einen Schmetterling zu beschwören. Sie überlegte kurz, dann widersprach sie dem Praeceptor. Sie hatte kurz überlegt, ob sie einfach nur nicken sollte und anfangen sollte, aber sie war sich nicht sicher gewesen, ob man nicht Widerspruch von ihr erwartete und dies ebenso ein Teil der Prüfung ist. Und nach dem sie die Möglichkeit in Betracht gezogen hatte, dass sie die Dummheit ihres Lebens begehen könnte, hatte sie dem Praeceptor dargelegt, warum es ihr leider unmöglich sei, einen Schmetterling zu beschwören. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt und in ihren Ohren rauschte ihr Blut so laut wie ein Wasserfall während ihr Herz ihr aus der Brust zu springen schien. Doch statt sie zu schelten, akzeptierte der Praeceptor ihren Einwand und so hatte sie einen Schmetterling herbeigerufen, statt beschworen.
Zugegebenermaßen tat sie sich damit noch schwer und der Schmetterling war irgendwie … merkwürdig. Aber sicher bei weitem der schönste Schmetterling den sie je gesehen hatte und sie platzte innerlich fast vor Stolz, dass nichts schief ging. Sie konnte sogar noch ein paar Pluspunkte sammeln im Laufe der Prüfung, aber trotzdem schlichen Zweifel in ihr auf, ob sie nicht noch etwas hätte besser machen können, als sie und Darian hinaus gebeten wurden zur Beratung der Prüfer.
Aber die Angst war unbegründet, sie hatte bestanden! Und Darian natürlich auch. Er hatte sich vielleicht etwas schwerer getan durch seine dünnen Nerven, aber sie fand, er hatte sich wirklich wacker geschlagen. Vielleicht würde aus dem Angsthasen ja doch noch mal ein Mann, wer weiß? Offenbar hatte er das Zeug dazu, aber hat es wohl nur noch nicht entdeckt.
Nun wurden ihnen noch die neuen Roben ausgehändigt und Adelena betete inständig aber stumm, dass sie diese hässlichen Dinger nicht lange tragen musste. Aber zunächst gab es wichtigeres zu tun. Nebst der Robe wurde Ihnen auch je ein Stab ausgehändigt, ein Artefakt ohne Zweifel, jedoch noch nicht vollständig. Ihm fehlten noch Verstärkungen aus den 4 Elementen, Feuer, Wasser, Erde und Luft. Die Menekaner, die Druiden, die Elfen und die Thyren sollten ihr dabei helfen, doch angesichts der derzeitigen Umstände und dem Einsturz der Academia… nun, sie würde sehen, wie gut sie damit voran kam.
Vorerst gab es jedoch erst einmal etwas anderes, worum sie sich kümmern wollte. Da war noch eine Leibwächterprüfung zu bestehen um endlich auch den Rang des Gardisten zu erreichen.
Langweilig wurde ihr also wohl erst mal nicht.