[Alatarisches Reich] Der Pfad den man geht. (Teilnahme gew.)

Gast

Beitrag von Gast »

Die beiden dunklen Gestalten, wie Fleisch gewordene Schatten, waren kaum noch in der alles umhüllenden Nachtschwärze des Waldes zu erkennen, ihre Silhouetten verschwommen wie sich auflösender Nebel über den morgendlichen Wiesen und das leise malende Knirschen des Echsengebisses als ein letzter Nachhall in den Ohren. Die Ratte verharrte wie das dem sprichwörtlichen Löwen entkommene Kaninchen, den Kopf lauschend zur Seite gelegt, als ließe er die eben vernommenen Worte ein weiteres Mal Revue passieren.

KRIEG...

Er wusste, dass es um Rahal nicht so gut stand wie man es sich auf der Seite derer, die ihr Leben den Lehren Alathars verschrieben hatten hoffte. Der Streit zwischen Brüdern und Schwestern, zwischen Kampfgefährten aber vor allem zwischen zwei Münzen ein- und derselben Herkunft, geprägt durch die strenge Hand des Münzmeisters hatte sich vor den Kampf gegen Adoran mit all seinen lichten Göttern gedrängt.

KRIEG...

Wie genau die Uneinigkeiten begonnen hatten konnte und wollte er nicht nachvollziehen. Zu sehr war ihm bewusst, dass jeder sein eigenes Süppchen kochte, seinem ganz eigenen Plan vom Leben folgte, alles in allem von den Regeln des All-Einen beherrscht. Er hatte von gezogenen Waffen und blitzenden Klingen im Rat der Altruisten gehört, doch hatte er keinen Schimmer, wer sich hinter dem klingenden Namen verbarg. Blut war in dünnen roten Rinnsalen zu Boden geflossen und hatte den letzten aufgeweichten Wall in Hass, Angst und Wut zerbrochen.

KRIEG...

Lange noch verfolgten seine dunklen grauen Augen, unstet wie aufsteigender Rauch eines mächtigen Feuers, den Trupp Letharen als diese wie Gestalten aus einer düsteren Mär den langen einsamen Marsch durch die Wälder antraten. Er hätte Hass empfinden sollen, unbändigen, nicht aufzuhaltenden Hass, doch hatten einige der so ungemein menschlich wirkenden Worte seinen Respekt geweckt. Nichts wäre leichter gewesen als ihn ungespitzt, mit dem Kopf voran in den Boden gerammt die Wurzeln von unten betrachten zu lassen und doch gab man ihm die Wahl. selbst zu entscheiden, selbst zu sehen, selbst nachzudenken.
Nach all den Briefen, die er in der letzten Nacht und den Vormittag über studiert hatte, nach all den Zeilen, in denen die Emotionen wie zu gut gefüllte Töpfe schlagartig übergekocht waren und nach all den Gedanken, die sich in seinem Kopf zu überschlagen schienen hatte sich das Bild eines Monsters gebildet wie sie in den schlimmsten Märchen nur am lichten Tage erzählt wurden, aus Angst, die durch Worte Herbeigerufenen könnten zum Leben erwachen. Doch nichts dergleichen sah er von dannen ziehen.

KRIEG...

Ein Taugenichts, ein Tunichtgut, ein Betrüger und Blender wie er sah selten durch alle Schichten, vielleicht auch, weil sie ihm für das eigene kleine Licht zu unerheblich erschienen und doch fragte er sich in diesem kurzen Moment im Wald wie er mit gutem Gewissen auf einer der beiden Seiten kämpfen sollte. In diesem Krieg würde es keine strahlenden Gewinner sondern nur sich verraten fühlende Verlierer geben, da war sich die Ratte sicher.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 24. Mai 2015, 00:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von Gast »

Langsam erhob sich Gor’mashkal von seinem Nachtlager und lauschte noch für einen Moment in die schwarze Stille seines Höhlenkellers hinein. Ein kurzer Blick zur Seite, seine bernsteinfarbenen Augen wanderten an seiner Lethra auf und ab ehe er seinen dürren Arm langsam anhob und mit seinen knöchernen Fingern nach ihren Haaren griff um sie zu sich rüber zu ziehen. Dann ein dissonanter grollender und zugleich krächzender Laut in ihre Richtung: „Xa'rin, es ist an der Zeit! Wir müssen aufbrechen und den Briefkasten in der Nähe der zugeschütteten Eingänge kontrollieren. Suche dir noch noch zwei Lethrixoren die uns begleiten. Wir treffen uns in wenigen Augenblicken am Ausgang zur Oberfläche.“

Mit dem letzten verklungenen Laut erhob sich das hagere Kerlchen, streifte sich seine Lethyrenrobe über den Leib und verließ mit langsamen Schritten seine Wohnhöhle. Einen Moment noch blieb er vor der Tür zu seiner Wohnhöhle stehen und genoss diesen seltenen Anblick. Das riesige Gewölbe schien wie mit einem schwarzen Baldachin durchzogen, der jedes Geräusch verschluckte und alles mit weichen, dunklen Schatten bedeckte. Die unzähligen Fackeln, die sonst das Axorn erhellten, waren heruntergebrannt und nur noch in wenigen Kohlebecken glommen kleiner Feuer und tauchten die nähere Umgebung in einen schwach roten Schein. Selbst für seine scharfen Augen lag die hohe Decke versteckt in tiefer Dunkelheit, so dass es so aussah, als würden die mächtigen, reichverzierten Pfeiler in die Unendlichkeit wachsen. Er hatte das Gefühl, nicht durch den unvorstellbar riesigen, steinernen Dom zu gehen, sondern über einen schwarzen Nachthimmel zu schreiten, in dem kleine schwach leuchtenden Sterne einsam ihr Leben fristeten. Nur zwei Lethrixoren standen wie große, steinerne Wächter vor den kleinen verschlossenen Toren und beobachteten Gor’mashkal, wie er schnell aber ruhig an ihnen vorbei ging.

Es dauerte noch einige Augenblick bis Xa'rin und die beiden geforderten Lethrixoren ebenfalls auftauchen und sich zu ihm gesellten, dann brachen sie auf. Sonderlich weit war es ja nicht und so verließen sie den dichten mit Kiefern besetzten Wald und überquerten verschiedene Wege in Richtung Nordwesten um letztlich am besagten Ort, einer kleinen Hütte mit zerfallener Wassermühle nahe der ehemaligen Zugänge des Axorn anzukommen. Die Lethrixoren und seine Lethra bekamen den Auftrag die nähere Umgebung abzusichern, während er selbst sich in das innere der Hütte begab. Jenes kleine Haus, so unscheinbar und zerfallen beherbergte eine kleine Truhe, verborgen hinter alten zerfledderten Mehlsäcken und andere Unrat. Diese diente dazu, Botschaften von Menschen aufzunehmen, die sich unserer Sache anschließen und vom Frevel Rahal's abwenden wollten. Jene sollte von nun an täglich entleert werden, das war sein Auftrag. Gor'mashkal näherte sich dem besagten Objekt der Begierde, seine Hand verschwand für einen Lidschlag in der seitlich herunterhängenden Tasche um einen Schlüssel aus dieser herauszuziehen und im Schloss der Truhe zu versenken. Einen leises „klack“ und der Deckel öffnete sich schon fast automatisch und sprang ihm entgegen. Zahlreiche Pergamente wurden entnommen und die Truhe wieder verschlossen. Unter einem leisen ächzen und schnaufen erhob sich der dürre Leib des Lethyren und drückte sich in eine aufrechte Haltung, die Dokumente selbst wurden beiläufig und ungeachtet dessen ob sie beschädigt würden, in die Tasche gestopft. Gor'mashkal wandte sich gen Ausgang und gerade in dem Augenblick, als er den ersten Schritt in jene Richtung setzen wollte, ertönt ein leiser pfeifender und zugleich ohrenbetäubender Laut. Als würden sich verschiedenste Objekte ihren Weg durch die nähere Umgebung bahnen, schnell rotierend und mit unglaublicher Geschwindigkeit näherte sie sich.

Die Augen des Lethyren weiteten sich, sein Geist breitete sich in das Klanggefüge der Disharmonie aus, doch war es bereits zu spät. Ein Pfeil mit rötlich glimmender Spitze sauste heran und traf auf seine Schultern, bohrte sich durch die lederne Rüstung und wurde letztlich in seiner dunklen Haut versenkt. Unter einem leisen krächzenden und zugleich grollenden Knurren sank er auf seine Knie herab und löste mit der anderen Hand das kleine Rundschild aus Diamantstahl um dieses schützend vor sich zu halten. Zeitgleich neigte er seinen Kopf leicht auf die Seite um einen Blick durch den schmalen Ausgang nach draußen zu erhaschen. Seine Augenbrauen schoben sich bedrohlich eng zusammen, erneut ein grollender Laut der sich seinen Weg durch die Kehle nach oben und letztlich über seine dunkelgefärbten Lippen nach draußen bahnte. Dort lag sie, seine Lethra Xa'rin. Ihr lebloser und mit zahlreichen Pfeilen bestückter Leib in leicht gekrümmter Haltung. Der Unterkörper war bis zu den Hüften in diesem Morast aus niedrigem Pflanzenbewuchs und dem grünen Nass des Moores vergraben. Die Augen weit und der Mund nur leicht geöffnet. Keinerlei Regung von ihr, sie war wohl …..

Erneut ein Eingriff in das disharmonische Gefüge, doch wiederholt.... zu spät. Ein weiterer Pfeil bohrte sich in den dürren Leib, dieses Mal direkt in das Herz des Lethyren, welches aufgrund der Geschwindigkeit und des Aufpralles völlig zerfetzt wurde. Der Leib des in die Jahre gekommenen Letharfen sackte nun gänzlich zusammen. Gerade wollte er noch versuchen sich mit der Hand am Boden abzustützen, da verließen ihn auch die letzten verbliebenen Kräfte und er ging zu Boden. Das dissonante Summen verklang in der eben noch morgendlichen Ruhe der näheren Umgebung ebenso wie die Atemgeräusche des Letharen. Der Brustkorb senkte sich ein letztes Mal, dann lag er ebenso bewegungslos dort wie seine Begleiter, die bereits zuvor gerichtet wurden.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 24. Mai 2015, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Als sie sich am späten Nachmittag wieder zu den Briefkasten bewegte, in Begleitung zweier gerüsteten Letharenwachen, stockte ihr Leib bereits in gewisser Ferne. Ihre Augen wanderten umher, suchten die Umgebung ab und als die Ohren auch keinen Laut vernahmen, welcher eventuell für Unheil sorgen könnte, rannte sie voran. Die Robe wurde gerafft, um nicht über die eigenen Beine zu stolpern und so sackte sie nach einer Weile bei Xa'rin auf die Knie, riss die Handschuhe von ihren Fingern und tastete ihren Hals ab. Streckte gar ihr Ohr in die Richtung ihres Mundes, nach dem Atem lauschend. Als sie nichts vernahm, gingen die Mundwinkel deutlich hinab und wäre das nicht genug gewesen, fiel ihr dann auch der Bruder im Augenwinkel auf. Sie schnappte einmal nach Luft, kroch über den Boden hinweg zu seinem Kadaver hin und vollführte erneut die Tätigkeiten, die sie vom Ableben überzeugen sollten.
  • Fanatismus, der Wille den Gegenverkehr nicht zu beachten.
Die Mundwinkel wollten sich nicht mehr heben und ihre Schultern erlagen auch nach und nach der Schwerkraft. Die Augen schlossen sich und ein Gebet wurde gesprochen, während die Wachen vor dem Haus standen und die Umgebung beobachteten. Jeweils eine Hand lag über den Augen der geschundenen Körper und immer wieder wurden die Worte unterbrochen, als sich die Kräfte des Vaters von den Fingern in die toten Körper zog. Der Segen wurde geschaffen und die Essenzen zu Alatar selbst zurück geschickt. Das Leben der Geschwister hatte ein Ende gefunden und es waren, wenn es so geschehen sollte, einige von Vielen die noch folgen würden.
  • Fanatismus ist Mord am Zweifel.
Die Leiber wurden von den Rüstungen und Habseligkeiten befreit und zum Abschluss mit Flammen getränkt. Der rechte Fuß hob sich erst an, nachdem der Gestank von verbrannten Fleisch an ihre Nase drang und ihr die Galle in der Kehle hinauf trieb, um die Körper in das Meer zu treten. Melancholisch starrte sie noch eine Weile über das Wasser hinweg, bevor die Laute im Hintergrund sie wieder aus den Gedanken rissen. Ihre Begleitung nickte ihr einmal zu, dann bewegten sich die dunklen Leiber wieder durch die Wälder, hinfort von den Mauern Rahals und der Gefahr, welche mit jenen einher ging.
Den Segen des Vernichters Geschwister,
mit diesem Schreiben berichte ich vom Ableben des Bruder Gor'mashkal, so wie der Schwester Xa'rin. Das rahalische Reich hat sie wohl niedergestreckt, als sie unseren Briefkasten aufsuchten, um die Nachrichten der Menschen entgegen zu nehmen, welche uns loyal dienen. So sind ihre Essenzen zu Vater zurückgekehrt.


Ar'ynx
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Beyla Tjosfin
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Registriert: Mittwoch 4. Februar 2015, 13:17

Beitrag von Beyla Tjosfin »

Ungewöhnliche Zeiten riefen nach ungewöhnlichen Maßnahmen. Vielleicht aus Verzweiflung, vielleicht aus Angst, aber ganz sicher aus dem Antrieb heraus, sein eigenes Leben für die Sache zu geben, für die es sich lohnte.

Aber man muss es sicherlich nicht wegwerfen. Und so war sie bereits den zweiten Tag damit beschäftigt, kleine Pfähle anzuspitzen, damit man sie vor der Siedlung in den Boden hauen konnte, um einen eventuellen Vormarsch der Lehtaren oder wer auch sonst ihnen nach dem Leben trachteten, zu erschweren oder gar Einhalt zu gebieten.
Hoffentlich arbeiteten die anderen Bewohner ebenso daran, ihr eigenes sowie die Leben der anderen Bewohner zu schützen. Sie brauchten mehr Holz, aber es dürfte sehr gefährlich sein, in diesen Momenten den Wald vor Düstersee aufzusuchen. Hoffentlich ging niemand allein.
Und hoffentlich kamen Xontor und Karlmann bald mit den geforderten Waren zurück. Ungewöhnliche Maßnahmen. Das waren diese Zwei mit Sicherheit. Schoren ihr die Treue. Ihr und dem Hause Tjosfin. Beyla war immer noch perplex, wenn sie daran dachte. Aber es war nur für die Zeit der Krise und Krieges. Danach war der Schwur gelöst. Danach konnte sie wieder Beyla sein und nicht die Gardistin, die jetzt Düstersee zu verteidigen hatte. Nicht die Gardistin, die mit Vorbild und Zuversicht voran gehen musste, obwohl ihr selbst angst und bange war. Sie durfte im Moment nicht Beyla sein. Sie wollte es nicht einmal.

Zu ihrer Erleichterung schwanden die Tage dahin und nichts geschah. Reisend brachten Gerüchte mit sich, dass überall im Reich Armeen von Letharen gesichtet wurden. Aber darauf gab sie nichts. Geschwätz von Wichtigtuern. So lange keine Armee vor Düstersee stand, galt es, diese Gerüchte bei den Bewohnern als Hirngespinste abzutun. Nichts durfte deren Geister schwächen. Niemand durfte wanken, denn die Verteidigung war nur so stark, wie ihr schwächstes Glied.

Mit dem nächsten Schlag hatte sie die Spitze des Pflocks abgetrennt. Vielleicht sollte sie doch nicht gedankenlos darauf herum hacken und mit ihren Gedanken bei der Arbeit sein. Immerhin war diese noch wichtiger wie sonst. Von ihrer Arbeit hingen Leben ab. Sie musste ihre Arbeit gut erledigen. Nein, nicht gut, perfekt, wie es ihr Herr, der All-Eine, von seinen Gläubigen forderte.

Und beim All-Einen, sie würde ihre Arbeit perfekt erledigen. Spätestens Morgen musste sie die Bürger zusammen rufen, damit man endlich die Verteidigung verstärken konnte. Viel Zeit würde man ihnen vielleicht nicht mehr einräume. Und je eher sie damit fertig waren, umso eher fand auch sie wieder ein Quäntchen ruhigen Schlaf.
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Korlay Bruchsteig
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Registriert: Samstag 18. Juni 2011, 04:44

Beitrag von Korlay Bruchsteig »

*die Hände hinter dem Rücken in gewohnter Manier, stand er hinter dem äußeren Fallgitter des Haupttores. Der Blick schweift wachsam über das freie Land vor dem Tor, nicht dass es nötig wäre. So sich jemand nähert würden die Wachen auf der Befestigung laut geben, jedoch scheint es wohl eher zu seiner eigenen Ablenkung zu dienen. Die Stirn, wie schon die letzten Tage von etlichen Falten durchzogen. Ein letzter Blick durch das Gitter, dann wendet er sich um und stapft wieder zurück in die Stadt, es wird wohl niemand mehr kommen. Schon gestern verlangte keiner mehr Einlass in die Heilige Stadt, sicher sind schon alle Bürger in Sicherheit. Ein Handzeichen hinauf zur Torwache und das innere Fallgitter schließt sich langsam und rastet dabei in die Fassung im Boden ein.

Es war nichts was ihm Unbehagen bereitet, überall die Kameraden zu sehen. Jede Mauer war besetzt jeder Kreuzung der Stadt, welche in den inneren Ring führte, wurde kontrolliert. Nein es gab ihm sogar ein Gefühl von Sicherheit, nicht der Gefahr wegen eher, weil er wusste, dass die Kameraden etwas zutun hatten und Beschäftigung gibt weniger Raum um sich den Gedanken hinzugeben. Die Haltung straft sich kurz, ehe er zur Kommandantur einbiegt und das Büro im Erdgeschoss aufsuch, um die Berichte zu studieren. Der Herr Leutnant stand nicht mehr zu Verfügung, so blieb es an ihm hängen die Berichte nach Wichtigkeit zu sortieren und so notwendig Frau Hauptmann vorzulegen.

Und da war es wieder... der Gedanke... die Frage... Wann immer er an den Leutnant dachte, schoss ihm das wieder und wieder in den Geist. "Ihr wart dabei Wachtmeister, was hat der Herr Leutnant getan, wieso hat er dem Eid entsagt." Und er gab ihnen keine Antwort darauf, weil er sie nicht kannte und ebenso weil er es wohl auch nicht wollte. Wusste er, was passiert war? Nein ganz gewiss nicht, er stürmte in den Ratssaal und sah den Meister der Gotteskinder den Ritter niederstrecken, die Clerica am Boden. Es war keine Zeit sich zu fragen was hier vorsich ging, sondern nur zu handeln und so griff er den Meister der Letharen an, augenscheinlich da er den Rat angriff. Der Leutnant stürmte mit ihm in den Raum, wohl um ebenso seiner Pflicht nachzukommen.

Frau Hauptmann setzte dem Meister der Letharen gut zu und trieb ihn aus dem Saal hinaus auf den Gang. Eine weiter gestallt in der Robe der Gotteskinder taucht im Gang auf und schickte Frau Hauptmann zu Boden. Mehr Informationen gaben seine Augenwinkel nicht her, die Hellebarde versuchte sich immer wieder in die Robe des Letharen zu fressen. Doch dieser war geschwind und schaffte es jedes Mal dem Schlag zu entkommen. Dann ging es die Treppe hinauf und dann wurde es auch schon Dunkel. Als er aufwachte nun, da war der Leutnant weg und ebenso die andern Letharen, der Rat berichtete von einem Angriff der Gotteskinder und das ist nun die Reaktion aus dem Ganzen....

Berichte Berichte und Berichte, bei der Menge an Gardisten nicht verwunderlich. Als er den Stapel durch hat, ein tiefes ausatmen, wieder keiner dabei der von einem Übergriff oder Angriff handelt. Bisher war alles, entgegen der Vermutungen ruhig, und seit die Drei Kameraden vor den Toren tot aufgefunden wurden, schien es auch dabei zu bleiben.
Sicher war das auch gut so, keiner musste sich einem Konflikt stellen ob dem Befehl die Gotteskinder festzusetzen so sie sich näherten.

Er drückt sich wieder in den Stand. Mal schauen, wer gerade frei zu Verfügung steht und mit den Kameraden einen Trupp bilden, um nach Düstersee zu gehen, schon lange wurden keine Boten mehr über das Land geschickt. Und nur so kann man erfahren, ob der Trabant dort Hilfe braucht. Die Tür zum Büro wird zugezogen und er stapft zum Wachplatz, Zeit zum Sammeln.*
Kyras Bran

Beitrag von Kyras Bran »

Ein schwacher Hauch unterband das Heranreifen der Wachstrauben, welche sich am Hals der Kerze ein Wettrennen zu liefern schienten.
Ein leises Brummen antwortete auf das Knarzen der ledernen Scheide, als diese fester gezurrt wurden.
Bran richtet den Blick gen Osten, als er aus seinem Haus trat und quittierte die tänzelnde Laternenflamme, welche die Gasse in ein fahles Licht tauchte, mit einem zufriedenen Nicken. Wenigstens etwas das dieser Tage mit Beständigkeit glänzte.

Gemächlich erhob sich der gelb-graue Koloss und steuerte, der Sonne zum Trotz, dem Zenit entgegen. Nie schien er müde, den immerwährenden Kampf gegen seine Widersacherin anzutreten. Ein Umstand, der ihn, in den Augen des jungen Prätorianers, alatar-fürchtig erscheinen ließ.

Die seit wenigen Tagen allgegenwärtige Gefahr raubte Bran den Schlaf und zwang ihn zu abendlichen Rundgängen. Tief zog er die kalte Nachtluft durch die Nase und verzog das Gesicht ob des Gestankes nach Verrat.
Wie tief wird man sich in den Arm schneiden müssen, um zu erkennen, dass die Wunde nicht kleiner wird.
Gast

Beitrag von Gast »

Es fühlte sich ein klein wenig so an, als würden die schweren, nachtblauen Gewitterwolkenkronen eine unheilvolle Liaison mit unmittelbar dräuenden Schatten eingehen, um in einer frisch gebrauten Himmelssuppe die Vereinigung gemeinsam zu zelebrieren. Dann erst knüpften sie die ringgleichen Bande fester und enger, schienen die Stadt des Panthers zu umkreisen, einzukesseln und langsam zu erdrücken. Mit dem sich schleichend intensivierenden Druck, welcher auf den blutroten Dächern lastete, kam die Stille. Kein Vogel zwitscherte, keine Grille wagte zu zirpen und das Stimmengewirr der Straßen schien vom eintönigen Rauschen des Meeres ertränkt worden zu sein.
Ruhe... vor dem Sturm.

Die einfachen Bewohner Rahals zogen sich in die eigenen Häuser und Hütten zurück, als wolle man ein paar letzte Stunden dort in nachdenklicher Andacht, meist in Kombination mit inbrünstigen Gebeten, verbringen, nur um sich dann auf die dunkelste aller Stunden vorzubereiten: Krieg in den eigenen Reihen, Bruch der Verbündeten, Tod.

In einer winzigen Hütte des Hafenviertels residierte ein Fräulein, welches faszinierenderweise wenig Furcht vor der dunklen Umarmung des Schnitters vorweisen konnte, doch in just diesen finsteren Stunden eine ganz andere Urangst gefunden zu haben schien.
Geduckt, wie ein verängstigtes Tierchen, kauerte sie vor dem Esszimmertischchen, die Fingerspitzen, sowie die Nase berührten gerade so den hölzernen Rand. Kohleartig glimmende Schieferaugen waren geweitet und gafften mit einer Mischung aus Andacht und offenem Schrecken, unfähig den Blick auch nur einen Lidschlag davon abzuwenden, der Wurzel des neuen Übels entgegen:
Eine zarte, kleine, schneefarbene Blüte, welche in ihrer Unschuld mitten auf dem Tischläufer lag und einen sehr feinen, frühlingshaft-lieblichen Duft verströmte.

Ein leises, unwilliges Seufzefauchen verließ die Brust, drang über die Kehle hinauf und überwand zuletzt blasse Lippen, als die kleine Gestalt versuchte die Bahnen der wirr kreisenden Gedanken zu lenken. Offenbar mit wenig Erfolg und obendrein hässlichen Nebenpfaden verbunden, so ließ sie doch wieder geschehen, dass Bilder vor dem inneren Auge aufflackerten und ihr so recht erbarmungslos das eigene Chaos dort drinnen verdeutlichten.

Blauweiße Haare, violette Haut, ein ähnlich lauernder Blick wie der eigene - Jexxe, oh Jexxe, ich vermisse dich.
"Sie wird nie ein Feind sein, wird sie nicht!"
Der Sprung zur blonden Gestalt, die plötzlich echter lächeln konnte, die ihr Freude und Sorge zugleich brachten, der Blick hin zum Serum in der Spritze - wage es, das noch einmal zu machen und ich beiße dich.
"Ein Biss ist in vielen Bereichen der Tierwelt ein Liebesbeweis..." ist er nicht! Ich bin außerdem kein Tier!
Roter Wein, welcher in hypnotischen Bewegungen durch grünliches Glas schwappte, das leise Klicken diverser Schnallen, Anspannung.
"Rechtfertigung..." - niemals! Das habe ich nicht nötig!
"Du wirst mich darum bitten..."

Sie schnaubte und reckte den Hals ein wenig, rümpfte empört die Nase und starrte der schneeweißen Blüte ein weiteres Mal entgegen. Als würden die zierlichen Blättchen ihr drohen, zog sie den Kopf erneut zwischen die Schultern.
Mit einem Male verspürte sie eine ungewohnte und etwas bizarre Sehnsucht nach Gesellschaft, nach ihrem Präfekten, nach ihrer hohen Herrin, nach ihrer Gemeinschaft, ihrem Bruder und nach...

Der Kopf verschwand diesmal ganz im Schatten der Kante und während die ersten Blitze am Himmel zu zucken begannen, den Donner grollend mit sich führend, hielt sich dort, unter dem Tisch kauernd, eine junge Prätorianerin die Ohren zu.
Gast

Beitrag von Gast »

[img]http://abload.de/img/epischbbumy.jpg[/img]
Als sich die dunklen Gestalten von Düstersee zurück gezogen hatten, in Frieden, wie sie auch kamen, wirkte die Nacht wieder ruhig. Man traf keinen Letharen mehr an der Oberfläche, man hörte keine Klinge, es floss kein Blut. Trotz dieser Situation, welche jeden Geist des alatarischen Reiches beschäftigte, schien es vollkommen friedlich zu sein. Frieden war es doch auch, was sich alle wünschten. Die Mühen, die Anstrengungen und die Kraft, eigentlich wollte doch jeder, dass man jene in andere Vorhaben investierte. Denn waren es doch alle, die zur Zeit im Westen lebten, die dadurch ein großes Loch in ihre Mauer rissen und eine Schwäche zuließen. Jeder war angreifbar, denn der Zwist im Inneren würde früher oder später auch im Äußeren bekannt werden. Eine Zeit, die keine der beiden Seiten wollte. Aber was waren schon Seiten, waren wir nicht eins, im Sinne Alatars? Gemeinsam, Zusammen in Richtung Perfektion. Und so sind es die Worte des Meisters Syrr'ael, die des Nachts durch das Reich ziehen, von Mund zu Mund und die Gedanken antreiben könnten.
"Aber wisset, dass nicht mein Volk es war, die den Bürgern des Reiches Inhaftierung und Tod versprachen. Noch war mein Volk es, dessen Pamphlete von Lügen erfüllt waren. Man sagte, dass im Zuge eines 'Kriegsrechtes' die Stadt hier zu befestigen sei. Aber von welchem Krieg wurde gesprochen? Der Krieg, den jene, denen ihr folgt, gegen mein Volk ausgesprochen hat?

Sagt, wie viele Unschuldige und treue Gläubige wurden von den Meinigen angegriffen und gerichtet? Wie viele von den Meinigen sprachen von Mord und Tod gegenüber den Bürgern des Reiches? Wenn ihr eine Antwort habt, dann werdet ihr wissen, dass nicht mein Volk es ist, dass die Gebote als Deckmantel für die eigene Verblendung gebraucht hat.

Wir stehen hier vor euch, um euch zu sagen, dass mein Volk Frieden mit all jenen wünscht, die Vaters wahrem Willen treu ergeben sind."
Auch werden an den nächsten Tagen weitere Stimmen laut, als eine Gestalt durch die Gegend zog und in verkleideter Erscheinung eine Geschichte auf den Marktplätzen des rahalischen Reiches verbreitete. Wildes Getuschel und Gemunkel, denn der Magus Kyron Lacuna, so wie der Knappe Korlay Bruchsteig sollen Seite an Seite mit den Letharen in Bajard gekämpft haben. Es wird sogar gesagt, dass man dem Magus die Möglichkeit gab zu gehen, doch blieb er wohl standhaft, Seite an Seite mit dem Volk Alatars, gegen den wahren Feind, die Gläubigen der Ketzerin. Beide Seiten haben in keiner Art und Weise nach außen dringen lassen, dass es gerade diverse Unstimmigkeiten im Westen gibt. So kann man doch annehmen, dass die tiefe Verbundenheit zum Erreichen seiner Sache deutlich über dem Zwist liegt.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 25. Mai 2015, 23:45, insgesamt 4-mal geändert.
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

*Aus verschlungenen Pfaden wird eine Botschaft Lethrixor Jarydan'dolor eine Botschaft übermittelt werden. Die Handschrift bekannt.*


"Wo können wir uns begegnen?"
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Maya Taruval
Beiträge: 1154
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Maya Taruval »

In dieser Nacht hatte die Arkoritherin wenig Schlaf gefunden.
Stundenlang saß sie im Magisterzimmer der Burg und blätterte
gedankenverloren durch die Unterlagen, ohne allerdings irgendetwas
davon wirklich zu lesen. Ihre Gedanken drehten sich schließlich auch
immer wieder um das Selbe. Sie war es nicht gewohnt, dass es Probleme
gab für die sie nicht in annehmbarer Zeit zu einer Lösung fand.
Aber es gab solche Probleme.
~~ Was war ~~
Eines der ersten Dinge an die sie sich noch erinnerte war, wie der Orden
einen Pakt mit dem alatarischen Reiche besiegelte. So sollte es von nun an
also sein, Vollblut-Alatari - oder wenn nicht, immerhin nicht zu laut damit
herausposaunen. Das konnte nur schlecht ausgehen. Das waren andere Zeiten.
Zeiten, in denen Liedkundige in Rahal als anrüchig galten. Man vertraute
ihnen nicht, man hielt sie für Anders. Aber auch das hatte sich über die
Jahre geändert. Damals, gab es in Rahal noch einen Alka, der später von
- wie denkwürdig - Alatar selbst gerichtet wurde. Nach ihm folgte Isidor.
Er war es der schliesslich den Rat etabliert hatte. Er war es wohl überdrüssig,
die vielen Anfragen selbst zu bearbeiten oder - er empfand den
Gedanken als angenehm sich nur bei solchen Angelegenheiten
einzumischen in denen die Reichsinstitutionen zu keiner akzeptablen
Lösung fanden. In diesem Rat saßen schließlich die von ihm gewählten
Vertreter dieser Institutionen - Namentlich der Bruderschaft, des
Tempels, der Garde und der Arkorither. Um auch den Letharen genüge zu
tun, saß dort auch ein Repräsentant der Letharen.

Einige empfanden das als merkwürdig. Waren es doch die Letharen gewesen
die bereits von Beginn an gegen diese Einrichtung intrigiert hatten.
Die Stimmung war seit Beginn an angespannt. Denn man hatte stets
das fordernde, verlogene und bösartige an den Letharen in Erinnerung, und nicht
den Weitblick, Verstand, vielleicht sogar Ansätze von Empathie der
Letharen vergangener Zeiten.

~~ Was ist ~~
Der Maestro der Arkorither war am Ende der Einzige den sie nicht
angerührt hatten. Warum, das konnte sich Maya nicht erklären.
Dieses Attentat hatte einerseits den Geruch von Planung, und andererseits
wirkte es wohl völlig spontan. Allerdings liess die Geschwindigkeit in der
die Letharen ihre Abspaltung vom Reich verkündeten dann doch darauf
schließen, dass hier niemand ein falsches Wort gesagt, oder den Bogen
überspannt hatte. Eine Farce.

Im Endeffekt war es keine Glaubensfrage. Das hier war ein
Machtspielchen. Eines, bei dem es keine Gewinner sondern nur Verlierer
geben würde. Wahrscheinlich wussten die Letharen sogar darum, und
spielten es trotz alledem in der Hoffnung sich an den Überbleibseln des
Reiches gütlich zu tun. Doch der gewünschte Zusammenbruch, hatte sich
nicht eingestellt. Meldungen von Bruderschaft und Tempel hatten das
initiale Gefühl von Krieg und Hetzjagd wieder relativiert, den Fokus auf
das Wesentliche gelegt: Die drei Letharen die unmittelbar daran beteiligt
waren.

~~ Was wird ~~
Wohin das führen würde, konnte zum jetzigen Zeitpunkt niemand wirklich
sagen. Allerdings war es nicht das erste Mal gewesen, dass der
Meisterlethar Syrrael den Menschen gezeigt hatte wieviel er auf ihre
Autoritäten gab, wieviel Respekt er für sie übrig hatte. So fühlten
sich auch Einige erinnert. Es hatte schon einmal, auf die selbe Weise
stattgefunden. Damals, waren es die Menschen gewesen die sich
schliesslich resignierend in den Süden zurückgezogen und dort die Stadt
Düstersee gegründet hatten. Sie wusste, die Welt der Letharen bot
keinen Platz für die Menschen. Jedenfalls nicht für Menschen, die nicht vor
einem Geburtsrecht das Haupt neigen wollten.

Dieses Mal waren die Dinge anders.

Er hatte seine Rechnung nicht mit der Arkoritherin gemacht
Nicht mit Dazen Wolfseiche,
nicht mit Fenia Treublatt
und nicht mit Scarlett Lilien.

Schon morgen würden ihre Namen überall zu lesen sein.
Aber es würde "Ergreift sie" darüber stehen.

Syrrael,
Aron'deryl,
Ilphrin.
Gast

Beitrag von Gast »

Schwarze Knopfaugen, die durch das Fenster starrten. Eine kleine, leicht gespitzte Nase, die ab und wann zuckte, als sie nach den Gerüchen in ihrer Umgebung roch. Lange, gut eine halbe Nacht, hing die schwarze Fledermaus kopfüber unterhalb des Daches. Die spitzen, filigranen Krallen suchten Halt an der Dachrinne, während die hautdünnen Flügel als Mantel um den pelzigen Leib geschlungen wurden. Sie sah ihn – den Menschen, der als Ketzer geboren wurde. Schlaflos. Ruhelos. Was interessierten sie die Menschen, die durch die Stadt Rahals und Düstersees krauchten. Niedere Wesen. Werkzeug. Abschaum! Nicht jeder konnte in der jungen Lethra das Interesse wecken – aber Isidor! Von Beginn an, nachdem Alatar ihn zu sich holte, lag ihr lauernder Blick über der Gestalt des Menschen. Denn sie kannte ihre Brüder. Sie alle lehrten ihnen, was sie nun heute waren – Alatars Kinder, Zerstörer. Letharen, Vergifter. Jeder von ihnen verkörperte die Ziele Alatars. Auch Isidor. Umso interessanter war es herauszufinden, was er dachte.

... Blieb ihm die Respektlosigkeit über die Monate als Herrscher des Reiches gegenüber seinen Geschwistern unbemerkt? Das Geschehene wurde weit verbreitet. Barden, Geschichtenerzähler, Händler sangen und sprachen davon. Sie wurde nieder geschrieben, in etlichen Büchern: der jüngere Bruder des Ketzerkönigs Ador I., dem adoranischen Volk durch Alatars Pranke entrissen - Isidor von Hohenfels. Vergiftet durch Neid, Eifersucht, Erniedrigungen... Hass. Keiner sah den Nutzen in diesem jungen Fleisch, außer Er. Isidor wurde durch Seiner selbst zum Alka des alatarischen Reiches auserwählt. Sieben Seelen hauchte Er ihm ein, sodass er fortan als Diener Alatars galt, als Bruder der Letharen und als Herrscher für die Menschen.

... Wussten die sieben Seelen und er um die Umstände, die nun zwischen Mensch und Lethar herrschten?
... Wie würde er über die Menschen richten, die Alatars Glauben nicht lebten? Die seine Geschwister verspotteten, über Monate hinweg und damit auch die Entstehung Seiner Kinder in Frage stellten?

Vor allem aber fragte sie sich: verdrängten die Menschen bis an, dass sie einer Menschenhülle Treue schworen, die durch Alatar von sieben, letharischen Seelen beseelt wurde?
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 26. Mai 2015, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Und an diesem Abend, denn das letharische Volke scheint nicht still zu stehen, verteilten sich diverse Pergamente in die Briefkästen des rahalischen Reiches. Anscheinend war man in allen Gegenden, wo Briefkästen und Häuser zu finden waren, um die Zettel zu verteilen. Verkleidet, nicht verkleidet, mit dem Ziel die Worte direkt an das Volk zu bringen.
So stehst du nun hier, mich, dieses Flugblatt in der Hand - Eines von vielen?
Mit Nichten, denn ich kenne deine Sorgen.
Deine Stimmung in diesen Tagen, so düster wie das Wetter.
Im Gegensatz zu deinen Gedanken ist es jedoch beständig.
Du fragst dich, wann diese Gedanken wieder in klare Bahnen gelenkt werden und in deinem Inneren weißt du, dass Alatar darauf nur eine Antwort zulässt.

Seine Augen richten sich nun auf dich, in seinen Händen das Werkzeug – Seine Kinder.
Diese Tage, für ihn eine Prüfung deines Strebens.
Dich selbst hat sein voller Zorn noch nicht erreicht, denn er weiß, dass du den richtigen Weg begehen wirst.
Blitz, Regen und Donner, sein angemessenes Sprachrohr.

Über den Fehlgeleiteten jedoch ergeht seine Verachtung.
Sie werden von Tag zu Tag schwächer, ihnen schwinden die Kräfte, sein Gehör für ihre Gebete erlischt.
So wenden sie sich in ihrer Verzweiflung nun uneinig an das Volk.
Der Eine möchte Alatar sein Werkzeug, seine Kinder, aus der Hand reißen, der Andere wiederruft diesen Befehl, da er den gerechten Zorn Alatars bereits spürt und ihm nun bewusst wird, dass er vom wahren Pfad abgekommen ist.
Bald schon werden sie nicht vielmehr als dahin siechende Hüllen sein, unfähig nur noch ein unwahres Wort über ihre Lippen zu bringen.

Sie wollen dich voran schicken und glauben, du seiest ihr willenloses, unwissendes Werkzeug.
Sie fordern, die Auslieferung des Meisters und setzen auf nichts anderes als die Unwissenheit, die sie dir zusprechen.
Doch du weißt viel mehr, als sie dir zutrauen.
Kein Lethar und kein Alatari wird jemals dieser Forderung nachkommen, die nur ein Ungläubiger formuliert haben kann.

Wiege sie in Sicherheit, ihre Torheit, dich zu unterschätzen werden Alatar und seine Kinder vergelten, wenn du seine Prüfung bestanden hast. Welcher Gemeinschaft du auch angehörst, deine Gedanken und dein Streben für den rechten Weg beurteilt nur der All-Eine.

Nun öffne die Augen und sieh dich um, hilf deinem Nächsten, wie auch ich dir geholfen habe.
Beseitige seine Zweifel.
Du bist von Alatar auserwählt.
Gast

Beitrag von Gast »

Es herrschte Krieg – oder sowas ähnliches, auch wenn ich selbst noch gar nicht so viel davon mitbekommen hatte. Dafür war ich viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, die zum Teil meine eigenen kleinen Kriege mit gewissen Giftzwergen beinhalteten. Nichtsdestotrotz hatte ich einen Auftrag bekommen. Das Gemeinschaftshaus sollte gesichert werden und auch wenn ich mich erst fragte, wie gerade ich das bewerkstelligen sollte, nickte ich den Auftrag ab. Wenn es um meine Familie ging – ganz gleich, wie ich sie gerade fand (und ja, ich war immernoch stinksauer über nicht Nicht-Strafe), kannte ich nicht so viel Leichtsinn, wie bei mir selbst.
Ich hatte zwar Herrn Altwasser, dem Schmied der Gemeinschaft, ein Schreiben hinterlassen, aber keine Antwort und so heckte ich einen anderen Plan aus. Immerhin schien das Ganze kein Spaß zu sein, wenn mein Schwager das Haus gesichert haben wollte und ich wollte es auch nicht noch Wochen aufschieben.
Einen handwerklich äußerst begabten Mann zu haben, hatte schließlich seine Vorteile und so schleifte ich eben jenes Prachtexemplar von Mann in einer Nacht- und Nebelaktion zum Gemeinschaftshaus und zeigte ihm die zu sichernden Fenster – gefühlt waren es hundert, tatsächlich aber auch nicht viel weniger – und die Türen. Wie ich ihn kannte, hatte er schneller einen Plan in seinem Kopf, als ich ihm überhaupt alles zeigen konnte. Und so schuftete er die halbe (oder eher die ganze) Nacht und ich versuchte, zu helfen, wo ich konnte und ansonsten nicht im Weg rumzustehen. Für mich war das Ganze halb so schlimm, schließlich hatte ich nicht so oft Gelegenheit ihm einfach zuzuschauen.

Jedenfalls war das Haus sicher, die Fenster und Türen soweit verriegel- und abschließbar von innen und außen, dass niemand ohne weiteres hinein konnte und die Schlösser zudem gleich noch mit ausgetauscht.
Und es war einmal mehr bewiesen, dass der kleine Bruder zu mehr taugte, als der große so oft angenommen hatte.
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Maya Taruval
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Maya Taruval »

Noch vor ein paar Tagen war sie so zuversichtlich gewesen.
Nun lag sie im Dreck vor Bajard. Niedergeschlagen von den Letharen,
die sich über ihr ausbreiteten und für ihre politischen Zwecke gefangen
nehmen wollten. Aber sie leistete Widerstand. Soviel Widerstand wie auf dem
Rücken eben möglich war. Sie hatte sich vorgenommen, niemals in die
Hände der Feinde zu fallen. Ob es Feinde von Aussen, oder Feinde von
Innen waren.

Sofort stachen mehrere Letharen mit ihren grausam geformten Klingen auf
sie ein und durchbohrten ihren Leib. Die Arkoritherin hatte noch Zeit zu
schreien ehe ihr Geist sich der willkommenen Umarmung der
Bewusstseinslosigkeit ergab. Ihr Blut begann den Boden des
bedeutungslosen Nestes zu tränken das so oft, und wieder einmal Zeuge
des Kampfes zwischen Richtig und Falsch, Gut und Böse oder einfach nur
zwei Parteien verschiedener Meinung wurde. Bedeutungslos, wie der Ort
von dem sie einst nach Alathair gekommen war.
Zuletzt geändert von Maya Taruval am Sonntag 31. Mai 2015, 16:44, insgesamt 2-mal geändert.
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Aron'deryl
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Registriert: Dienstag 13. Mai 2014, 23:36

Beitrag von Aron'deryl »

Editiert von Sina
Zuletzt geändert von Aron'deryl am Sonntag 31. Mai 2015, 15:39, insgesamt 5-mal geändert.
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