Schändung des Schreines der Geistlichkeit!
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Syrellia
Schändung des Schreines der Geistlichkeit!
Langsam hielt das Pferd inne. Sanft streichte Syrellia mit der Hand durch die Mähne des Tieres. Weit hatte er sie getragen und die Last, die das Tier trug war auch nicht zu verachten. Viel hatte sie sich erst besorgen müssen, lange haben die Vorbereitungen gedauert. Fasst schon zu lange. Der mahnende Blick des Erhabenen hatte sie wohl nicht zu unrecht gestraft als sie aus Rahal loszog. Nicht nur das sie nun den Auftrag bewerkstelligen musste, nein der Auftrag musste auch ohne einen Zwischenfall von statten gehen und nichts anderes als Perfektion würde von ihr erwartet werden. Doch war jener Auftrag längst fällig gewesen. Zu lange hatten sie nun in ihrer heilen und schwachen Welt gelebt. Berchgard war er erst der Anfang gewesen. Nun wussten sie wozu der Herr sie befähigt hatte. Auch wenn Berchgard verloren wurde. So kam Syrellia selbst nicht herum immer wieder über die Hurengläubigen zu lachen. Es war ein Bild für Götter. Als der Erhabene die Geiseln von der Mauer in Berchgard warf und die Anhänger der Temora einfach zusahen. Alle Welt hatte gesehen wie verlogen und schwach der Glauben an Temora ist. Ihre Tugenden legten sie einfach ab, für ein paar Häuser und eine Mine. Wie lustig, dass ganze doch war. Kurz huschte wieder ein Grinsen über die Lippen des Ritters, als sie sich dann aus dem Sattel schwang. Das Leben wollen sie schützen. Ja das hat man klar und deutlich gesehen, wie viel ihnen Leben wert war. Irgendwie begrüßte sie selbst die Haltung der Hurengläubigen, die Schwachen werden durch die Auslese ausgemustert, aber dennoch ein bisschen mehr Treue an ihre Hure hätte sie sich dennoch erwartet, doch war es wie es war. Sie waren nichts weiter als schwächliche kleine Diener einer Möchtegern Gottheit. Beim ersten Akt wo man ihnen Stärke zeigt legen sie alles ab und machen das was ihnen gerade passt. Es gibt nur ein Wort für dieses Verhalten. „Schwäche“ und Schwäche muss man strafen. Strafen im Namen des Herrn.
Kurz schweiften Ihre Gedanken zu den Knappen, wo sie wohl waren, ob sie die Aufgabe im Namen des Herrn auch richtig ausführen. Sie gab den Befehl des Erhabenen lediglich weiter: „Gehet hin zu den Schreinen der Hure und schändet sie, auf das sie sehen welchen Zorn jene zu erfahren haben die auf falschen Wegen ihr Leben bestreiten. Sprecht euch ab wer welchen Schrein schändet!“ Der Befehl wurde ohne jede Widerrede angenommen und gleich machten sie sich auch auf den Weg. Sollten sie Versagen würden sie gestraft werden.
Langsam löste sie das Fass Blut von der Satteltasche ihres Pferdes und stellte es auf die Stufen des Schreines. Ihr Blick schweifte durch den Wald dann auf den Eingang des Schreins. Die Frechheiten dieser Temoragläubigen nahmen kein Ende, denn keine Zehn Schritte von der Mauer des Schreines war der Begrenzungsstein zum Reiche des Gottkönigs. Kurz verengte sie Ihre Augen, es wurde Zeit.
Sie öffnete die Türe des Schreins, nahm das Fass Blut wieder auf und schreitet dann in den Schrein hinein, dass Fass unter ihre Schulter geklemmt. Der schneeweiße Ankh ragte in der Mitte am Ende des Raumes heraus. Der Boden verlegt mit dem feinsten Marmor. Nobel nobel hatten sie den kleinen Schrein eingerichtet. Sogar die Wände waren aus Marmor. Welch blanke Selbstherrlichkeit sie sich und ihrer Hure zu Teil werden ließen. Angewidert verzog sie ihr Gesicht und schlenderte langsam vor zum Ankh. Auch jenes schien wohl aus Marmor zu sein. Erst einmal alles verwüsten, dachte sie sich. Nichts soll hier so bleiben wie es einmal war. Sie stellt das Fass dann wieder ab und stemmte sich mit ihren beiden Armen gegen den Ankh. Mit aller Kraft drückte sie gegen diesen bis jener dann langsam begann sich zu bewegen und dann umkippte. Mit einem dumpfen Knall krachte der Ankh dann auf den Marmorboden. Einige Splitter lösten sich ab und einige Sprünge im Boden umgaben nun die stelle wo der Ankh lag. Musternd glitt ihr Blick nun weiter durch den Raum und fixierte das Emblem der Geistlichkeit. „Ja“, sagt sie dann laut so das Ihr Wort durch den Raum regelrecht hallte. „Eure Geistlichkeit, ist nichts weiter als Dummheit und ein Zeichen eurer Schwäche. Sie zog ihre Blutsklinge heraus und kniete sich neben das Emblem. Dann griff sie das Schwert mit beiden Händen und rammte es mit der Spitze voran gegen das Emblem. Nach einem lauten Ticken, war dann ein kleiner Sprung im Marmor zu sehen. Mit der Schwertspitze, die nun leicht mit Marmorstaub bedeckt war, fuhr sie dem Sprung nach. An einem Ende schlug sie die Spitze dann wieder in den Boden und der Sprung wurde größer. Dies vollzog sie dann mehrmals bis das Emblem der Geistlichkeit kaum noch zu erkennen war. Dann richtet sie sich wieder auf und sah sich um. Zwei Blumenstöcke, zwei Kissen, ein paar Bänke gab es noch und zwei Kerzenständer. Die Kerzenständer warf sie dann auch um das sie auf den Boden flogen. Dabei erloschen sie. Dann scheidete sie ihr Schwert wieder und ging zu dem Blutfass. Sie öffnete den Deckel und ging an die Wand, wo früher der Ankh gestanden hatte. Geschwind tauchte sie ihre Hand mehrmals in das Blut und schmierte folgende Worte auf die weiße Marmor Wand. „Eure Geistlichkeit ist Schwäche und Schwäche wird vernichtet!“ Den Rest des Blutes, welches noch im Fass war schüttete sie dann gleichmäßig auf die umliegenden Wände. Dann betrachtet sie Ihr Werk nochmals. Sie fand es nun pässlicher als vorhin. Plötzlich fühlte sie wie der Schutz um diesen Ort nachließ. Kurz zögerte sie doch dann war sie sich sicher. Dieser Schrein war befreit von Temora. Kurz schloss der Ritter die Augen und erbat sich den Segen des Herrn, welcher ihr nicht verwehrt blieb. Mit einer bebenden Woge des Zorns wurde ihr Körper sogleich gestärkt. Weg war der Schutz und der Segen. Zufrieden lächelte sie dann. Schließlich verlies sie den Schrein wieder und ritt wieder nach Rahal. Bald müssten auch die Knappen wieder kommen.
Kurz schweiften Ihre Gedanken zu den Knappen, wo sie wohl waren, ob sie die Aufgabe im Namen des Herrn auch richtig ausführen. Sie gab den Befehl des Erhabenen lediglich weiter: „Gehet hin zu den Schreinen der Hure und schändet sie, auf das sie sehen welchen Zorn jene zu erfahren haben die auf falschen Wegen ihr Leben bestreiten. Sprecht euch ab wer welchen Schrein schändet!“ Der Befehl wurde ohne jede Widerrede angenommen und gleich machten sie sich auch auf den Weg. Sollten sie Versagen würden sie gestraft werden.
Langsam löste sie das Fass Blut von der Satteltasche ihres Pferdes und stellte es auf die Stufen des Schreines. Ihr Blick schweifte durch den Wald dann auf den Eingang des Schreins. Die Frechheiten dieser Temoragläubigen nahmen kein Ende, denn keine Zehn Schritte von der Mauer des Schreines war der Begrenzungsstein zum Reiche des Gottkönigs. Kurz verengte sie Ihre Augen, es wurde Zeit.
Sie öffnete die Türe des Schreins, nahm das Fass Blut wieder auf und schreitet dann in den Schrein hinein, dass Fass unter ihre Schulter geklemmt. Der schneeweiße Ankh ragte in der Mitte am Ende des Raumes heraus. Der Boden verlegt mit dem feinsten Marmor. Nobel nobel hatten sie den kleinen Schrein eingerichtet. Sogar die Wände waren aus Marmor. Welch blanke Selbstherrlichkeit sie sich und ihrer Hure zu Teil werden ließen. Angewidert verzog sie ihr Gesicht und schlenderte langsam vor zum Ankh. Auch jenes schien wohl aus Marmor zu sein. Erst einmal alles verwüsten, dachte sie sich. Nichts soll hier so bleiben wie es einmal war. Sie stellt das Fass dann wieder ab und stemmte sich mit ihren beiden Armen gegen den Ankh. Mit aller Kraft drückte sie gegen diesen bis jener dann langsam begann sich zu bewegen und dann umkippte. Mit einem dumpfen Knall krachte der Ankh dann auf den Marmorboden. Einige Splitter lösten sich ab und einige Sprünge im Boden umgaben nun die stelle wo der Ankh lag. Musternd glitt ihr Blick nun weiter durch den Raum und fixierte das Emblem der Geistlichkeit. „Ja“, sagt sie dann laut so das Ihr Wort durch den Raum regelrecht hallte. „Eure Geistlichkeit, ist nichts weiter als Dummheit und ein Zeichen eurer Schwäche. Sie zog ihre Blutsklinge heraus und kniete sich neben das Emblem. Dann griff sie das Schwert mit beiden Händen und rammte es mit der Spitze voran gegen das Emblem. Nach einem lauten Ticken, war dann ein kleiner Sprung im Marmor zu sehen. Mit der Schwertspitze, die nun leicht mit Marmorstaub bedeckt war, fuhr sie dem Sprung nach. An einem Ende schlug sie die Spitze dann wieder in den Boden und der Sprung wurde größer. Dies vollzog sie dann mehrmals bis das Emblem der Geistlichkeit kaum noch zu erkennen war. Dann richtet sie sich wieder auf und sah sich um. Zwei Blumenstöcke, zwei Kissen, ein paar Bänke gab es noch und zwei Kerzenständer. Die Kerzenständer warf sie dann auch um das sie auf den Boden flogen. Dabei erloschen sie. Dann scheidete sie ihr Schwert wieder und ging zu dem Blutfass. Sie öffnete den Deckel und ging an die Wand, wo früher der Ankh gestanden hatte. Geschwind tauchte sie ihre Hand mehrmals in das Blut und schmierte folgende Worte auf die weiße Marmor Wand. „Eure Geistlichkeit ist Schwäche und Schwäche wird vernichtet!“ Den Rest des Blutes, welches noch im Fass war schüttete sie dann gleichmäßig auf die umliegenden Wände. Dann betrachtet sie Ihr Werk nochmals. Sie fand es nun pässlicher als vorhin. Plötzlich fühlte sie wie der Schutz um diesen Ort nachließ. Kurz zögerte sie doch dann war sie sich sicher. Dieser Schrein war befreit von Temora. Kurz schloss der Ritter die Augen und erbat sich den Segen des Herrn, welcher ihr nicht verwehrt blieb. Mit einer bebenden Woge des Zorns wurde ihr Körper sogleich gestärkt. Weg war der Schutz und der Segen. Zufrieden lächelte sie dann. Schließlich verlies sie den Schrein wieder und ritt wieder nach Rahal. Bald müssten auch die Knappen wieder kommen.
- Beldan Scherenbrueck
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- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:52
[falscher Account, Posting für Ithamar]
Etwas gestresster Miene lauschte der Templer den Worten eines Pilgers, der in seiner Aufregung fast das gesamte Kloster um seine Nachtruhe gebracht hatte, indem er lautstark Einlass begehrt hatte und sich beim besten Willen nicht abwimmeln lassen wollte, nein vielmehr allerlei wirres Zeug von sich gab, so dass kaum ein vollständiger Satz über seine Lippen gekommen war. Mittlerweile freilich hatte er sich einigermaßen beruhigt, der strenge, genervte Blick des Templers mochte seinen Teil dazu beigetragen haben, und war so in der Lage seine Erfahrungen, bzw. das was ihm so auf dem Herzen lag, zu schildern. Er hatte den Schrein der Geistigkeit am Abend erreicht und wollte am Fuße des Schreines die Nacht über im Gebet verharren, als ihm die Verunstaltung auffiel, die an dem Schrein vorgenommen worden war. In aller Hast hatte er natürlich seine sieben Sachen ergriffen und hatte seinen Körper bis an die Grenzen der Belastbarkeit strapaziert, um noch in der Nacht zum Kloster zu gelangen und die Templer und Schüler um ihren wohlverdienten Schlaf zu bringen. Nun war der Grund nicht ganz unerheblich, so dass er sich zumindest halbwegs auf der richtigen Seite fühlen durfte.
Auf den Templer griff die Erregung allerdings nicht in dem Maße über, wie er es sich vielleicht erhofft oder erwartet hatte. Vielmehr riet der Templer ihm beschwichtigend, er solle ein Nachtlager im Kloster beziehen und sich ausruhen, man würde sich der Sache annehmen. Auf Bitten und Drängen des Templers hin gab er schließlich nach und ließ sich zu Bett führen. In den Akoluthenräumen war für Pilger stets eine Pritsche frei. Ithamar verließ seufzend den Raum und begegnete dem Schüler Cassian im Klostergang, der wie meistens Tordienst gehabt hatte und auch heute Nacht als erster zugegen gewesen war. Den besorgten Blick des jungen Schülers konterte er mit einer beschwichtigenden Geste. "Sorgt Euch nicht zu sehr, Cassian." Der Schüler starrte ihn verwirrt an und schüttelte dann den Kopf. "Aber wenn der Schrein doch entweiht worden ist ?" Der Templer wiederum betrachtete ihn einen langen Augenblick schweigend, dann schüttelte er den Kopf. "Ich sehe die Lektionen tragen nur spärliche Früchte. Die Orte an denen die Schreine errichtet wurden sind heilig durch das Eingreifen der Göttin, durch ihren Willen und ihre Gegenwart. Sie waren bereits heilig, bevor der erste Mensch je in die Gunst der Gaben Temoras kam. Sie wurden nicht von Menschenhand geweiht und sie können auch nicht von Menschenhand entweiht werden. Eure Sorge ist also unbegründet. Es ist ganz unmöglich, dass ein sterbliches Wesen die Spuren eines Gottes löschen könnte. Trotzdem ist dies eine lästige Angelegenheit und es wird eine Weile dauern, um die ganz weltlichen Folgen dieser Tat zu beseitigen."
"Und was nun, Euer Gnaden ?", fragte der Schüler unsicher. "Ruft mir einige Klosterdiener zusammen. Sie sollen die anderen Schreine besuchen und sehen, ob sich dort ähnliches abgespielt hat. Ich werde morgen zum Schrein gehen und den Schaden in Augenschein nehmen." Der Schüler atmete tief durch. "Und ihre Heiligkeit ?" Kurz runzelte der Templer die Stirn. "Das hätte ich fast vergessen. Ich gehe gleich zu ihr." Cassian weitete entsetzt die Augen. "Aber Euer Gnaden, wird sie nicht schlafen ?" Der Templer verzog knapp die Mundwinkel. "Ich glaube kaum, dass nach dem Lärm irgendjemand schlafen wird. Selbst sie nicht." Mit diesen Worten bewegte er sich genervten Schrittes zum Gemach ihrer Heiligkeit, um sie über die Gründe der nächtlichen Störung zeitig zu unterrichten.
Etwas gestresster Miene lauschte der Templer den Worten eines Pilgers, der in seiner Aufregung fast das gesamte Kloster um seine Nachtruhe gebracht hatte, indem er lautstark Einlass begehrt hatte und sich beim besten Willen nicht abwimmeln lassen wollte, nein vielmehr allerlei wirres Zeug von sich gab, so dass kaum ein vollständiger Satz über seine Lippen gekommen war. Mittlerweile freilich hatte er sich einigermaßen beruhigt, der strenge, genervte Blick des Templers mochte seinen Teil dazu beigetragen haben, und war so in der Lage seine Erfahrungen, bzw. das was ihm so auf dem Herzen lag, zu schildern. Er hatte den Schrein der Geistigkeit am Abend erreicht und wollte am Fuße des Schreines die Nacht über im Gebet verharren, als ihm die Verunstaltung auffiel, die an dem Schrein vorgenommen worden war. In aller Hast hatte er natürlich seine sieben Sachen ergriffen und hatte seinen Körper bis an die Grenzen der Belastbarkeit strapaziert, um noch in der Nacht zum Kloster zu gelangen und die Templer und Schüler um ihren wohlverdienten Schlaf zu bringen. Nun war der Grund nicht ganz unerheblich, so dass er sich zumindest halbwegs auf der richtigen Seite fühlen durfte.
Auf den Templer griff die Erregung allerdings nicht in dem Maße über, wie er es sich vielleicht erhofft oder erwartet hatte. Vielmehr riet der Templer ihm beschwichtigend, er solle ein Nachtlager im Kloster beziehen und sich ausruhen, man würde sich der Sache annehmen. Auf Bitten und Drängen des Templers hin gab er schließlich nach und ließ sich zu Bett führen. In den Akoluthenräumen war für Pilger stets eine Pritsche frei. Ithamar verließ seufzend den Raum und begegnete dem Schüler Cassian im Klostergang, der wie meistens Tordienst gehabt hatte und auch heute Nacht als erster zugegen gewesen war. Den besorgten Blick des jungen Schülers konterte er mit einer beschwichtigenden Geste. "Sorgt Euch nicht zu sehr, Cassian." Der Schüler starrte ihn verwirrt an und schüttelte dann den Kopf. "Aber wenn der Schrein doch entweiht worden ist ?" Der Templer wiederum betrachtete ihn einen langen Augenblick schweigend, dann schüttelte er den Kopf. "Ich sehe die Lektionen tragen nur spärliche Früchte. Die Orte an denen die Schreine errichtet wurden sind heilig durch das Eingreifen der Göttin, durch ihren Willen und ihre Gegenwart. Sie waren bereits heilig, bevor der erste Mensch je in die Gunst der Gaben Temoras kam. Sie wurden nicht von Menschenhand geweiht und sie können auch nicht von Menschenhand entweiht werden. Eure Sorge ist also unbegründet. Es ist ganz unmöglich, dass ein sterbliches Wesen die Spuren eines Gottes löschen könnte. Trotzdem ist dies eine lästige Angelegenheit und es wird eine Weile dauern, um die ganz weltlichen Folgen dieser Tat zu beseitigen."
"Und was nun, Euer Gnaden ?", fragte der Schüler unsicher. "Ruft mir einige Klosterdiener zusammen. Sie sollen die anderen Schreine besuchen und sehen, ob sich dort ähnliches abgespielt hat. Ich werde morgen zum Schrein gehen und den Schaden in Augenschein nehmen." Der Schüler atmete tief durch. "Und ihre Heiligkeit ?" Kurz runzelte der Templer die Stirn. "Das hätte ich fast vergessen. Ich gehe gleich zu ihr." Cassian weitete entsetzt die Augen. "Aber Euer Gnaden, wird sie nicht schlafen ?" Der Templer verzog knapp die Mundwinkel. "Ich glaube kaum, dass nach dem Lärm irgendjemand schlafen wird. Selbst sie nicht." Mit diesen Worten bewegte er sich genervten Schrittes zum Gemach ihrer Heiligkeit, um sie über die Gründe der nächtlichen Störung zeitig zu unterrichten.
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Ithamar
Mit einer von Nachdenklichkeit geprägten Miene schritt der Templer durch die Wälder Gerimors. Sein Wege führt ihn in östlicher Richtung fort vom Schrein der Geistigkeit, in Richtung des heimatlichen Klosters. Der Fußweg hatte zwar nur einige Stunden in Anspruch genommen, aber die Inspektion des Schreines hatte sich im Gegenzug schwieriger gestaltet als erwartet. Ihre Heiligkeit würde nicht erfreut sein. Derzeit beschäftigten den Templer allerdings andere Gedanken. Bei Betreten des Schreines hatte sich ein seltsames Gefühl bei ihm eingestellt. Richtiger wäre es zu sagen, dass sich gerade gar kein Gefühl eingestellt hatte. Der Ort war ihm vollkommen neutral erschienen, er konnte keinerlei Einfluss der Göttin ausmachen, freilich auch keinen anderen Einfluss. Es war einfach ein ganz weltlicher Ort gewesen. Und dieser Umstand brachte Rätsel mit sich, die seinen Geist beschäftigten. Nahm man die Überlieferung als wahrhaftig an - und an dieser zu Zweifeln, daran bestand vorerst kein Zweifel, jedenfalls hatte bis jetzt kein Zweifel bestanden - dann war es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, dass einer der heiligen Orte entheiligt werden könnte. Die 7 Orte an denen Temora zielgerichtet und bewusst die Erde berührt hatte, um 7 Orte der Zuflucht und der Tugenden zu schaffen, bestanden seit langer Zeit und ihr Bestehen war von menschlicher Hand nie gefährdet worden, nie zu beeinflussen gewesen. Sie waren das Werk der Göttin. Hier war die Erde in direkten Kontakt mit der göttlichen Reinheit der Göttin gekommen und ein Teil ihrer Präsenz war ewig an diesen Ort gebunden. Nun, war es gewesen, denn keine menschliche Hand würde die Präsenz der Göttin wiederherstellen können. Theoretisch. Kein Mensch hätte sie entfernen können. Der Templer schüttelte den Kopf und atmete angestrengt die eigentlich frische Waldluft ein. Die Sache war wirklich schwerwiegend und kompliziert.
Bedeutete dies, dass die Überlieferung falsch war ? Das würde das gesamte Gerüst der Tugenden zum Einsturz bringen und den Glauben an die Göttin in seinen Grundfesten erschüttern.
Bedeutete dies, dass das Wirken der Göttin von menschlicher Hand zerstört werden könnte ? Dann mussten sie damit rechnen in Kürze alle Schreine zu verlieren, denn allein mit Waffengewalt waren sie nicht zu schützen.
Duldete die Göttin die Entweihung schlichtweg ? Was aber bedeutete es, wenn einer der heiligen Orte, der erschaffen worden war, um den Gläubigen Zuflucht und Ort der Lehre zu sein, aufgegeben worden war ? Möglicherweise hatte die Tugend der Geistigkeit an Bedeutung verloren, aber auch das würde das Gebäude des Glaubens in seinen Grundfesten erschüttern. War es nur eine Warnung ? Tadelte die Göttin die Schwäche des Ordens, die Schwäche des Reiches ? War dies die Strafe dafür, dass man sich lange Zeit hinter den illustren Illusionen der Freiheit und Gleichheit versteckt hatte und so Gleichgültigkeit und Willkür den Weg geebnet hatte ?
Was nun aber bedeutete es im einfachsten Sinne, dass einer der 7 geheiligten Orte verloren war ? Und wie sollte er wiederhergestellt werden ? Die Templer würden das kaum bewerkstelligen können. Eine schlichte Weihung und Reinigung des Ortes könnte das Eingreifen der Göttin nicht nachahmen. Überhaupt war dies ein widersprüchlicher Gedanke. Die Orte wurden von Götterhand geschaffen, um den Templern Zuflucht zu bieten und ihnen die Gegenwart der Göttin zu schenken. Wenn die Gegenwart aber nicht mehr zu spüren war, wie sollten sie diese wiederherstellen können ? Das konnte nur die Göttin selbst, durch ihr Erscheinen.
Müde erreichte der Templer das Kloster, durchschritt die schweren Tore und strebte die Räume ihrer Heiligkeit an. Der ein oder andere Klosterschüler und Klosterdiener trat neugierig an ihn heran, aber die verschlossene, unterkühlte Miene des Templers trieb sie allesamt wieder in den Schatten zurück und verbannte sie aus seinem Weg. So erreichte er ohne Unterbrechung die Räume der Erztemplerin. Nachdem er an der Türe geklopft hatte wartete er drei Sekunden, dann betrat er die Gemächer ihrer Heiligkeit. Drei Schritte trat er in den Raum, bevor er sich gehorsam zu Boden kniete und den Kopf senkte, um pflichtgemäß das Ergebnis seiner Erkundungen preiszugeben: "Euer Heiligkeit, wir haben einen der sieben Orte verloren."
Der Mond warf seinen hellen Schein auf den Baum des Lichts und tauchte die Blätter in geheimnisvolles Silber. Geheimnisse mochten sich in diesen Stunden auch den Anhängern und Dienern der Göttin Temora auftun, aber im Gegensatz zu dem zarten, fast heiteren Glanz auf den Blättern waren sie dunkel und schwer.
Bedeutete dies, dass die Überlieferung falsch war ? Das würde das gesamte Gerüst der Tugenden zum Einsturz bringen und den Glauben an die Göttin in seinen Grundfesten erschüttern.
Bedeutete dies, dass das Wirken der Göttin von menschlicher Hand zerstört werden könnte ? Dann mussten sie damit rechnen in Kürze alle Schreine zu verlieren, denn allein mit Waffengewalt waren sie nicht zu schützen.
Duldete die Göttin die Entweihung schlichtweg ? Was aber bedeutete es, wenn einer der heiligen Orte, der erschaffen worden war, um den Gläubigen Zuflucht und Ort der Lehre zu sein, aufgegeben worden war ? Möglicherweise hatte die Tugend der Geistigkeit an Bedeutung verloren, aber auch das würde das Gebäude des Glaubens in seinen Grundfesten erschüttern. War es nur eine Warnung ? Tadelte die Göttin die Schwäche des Ordens, die Schwäche des Reiches ? War dies die Strafe dafür, dass man sich lange Zeit hinter den illustren Illusionen der Freiheit und Gleichheit versteckt hatte und so Gleichgültigkeit und Willkür den Weg geebnet hatte ?
Was nun aber bedeutete es im einfachsten Sinne, dass einer der 7 geheiligten Orte verloren war ? Und wie sollte er wiederhergestellt werden ? Die Templer würden das kaum bewerkstelligen können. Eine schlichte Weihung und Reinigung des Ortes könnte das Eingreifen der Göttin nicht nachahmen. Überhaupt war dies ein widersprüchlicher Gedanke. Die Orte wurden von Götterhand geschaffen, um den Templern Zuflucht zu bieten und ihnen die Gegenwart der Göttin zu schenken. Wenn die Gegenwart aber nicht mehr zu spüren war, wie sollten sie diese wiederherstellen können ? Das konnte nur die Göttin selbst, durch ihr Erscheinen.
Müde erreichte der Templer das Kloster, durchschritt die schweren Tore und strebte die Räume ihrer Heiligkeit an. Der ein oder andere Klosterschüler und Klosterdiener trat neugierig an ihn heran, aber die verschlossene, unterkühlte Miene des Templers trieb sie allesamt wieder in den Schatten zurück und verbannte sie aus seinem Weg. So erreichte er ohne Unterbrechung die Räume der Erztemplerin. Nachdem er an der Türe geklopft hatte wartete er drei Sekunden, dann betrat er die Gemächer ihrer Heiligkeit. Drei Schritte trat er in den Raum, bevor er sich gehorsam zu Boden kniete und den Kopf senkte, um pflichtgemäß das Ergebnis seiner Erkundungen preiszugeben: "Euer Heiligkeit, wir haben einen der sieben Orte verloren."
Der Mond warf seinen hellen Schein auf den Baum des Lichts und tauchte die Blätter in geheimnisvolles Silber. Geheimnisse mochten sich in diesen Stunden auch den Anhängern und Dienern der Göttin Temora auftun, aber im Gegensatz zu dem zarten, fast heiteren Glanz auf den Blättern waren sie dunkel und schwer.
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Stimme im Wind
- Beiträge: 5
- Registriert: Sonntag 17. Juli 2005, 16:34
Ein Traum durchstreift die Geister der Welt
Ein jeder der sich dem Glauben Temoras zugewandt hat wird des Nachts durch einen Traum gestriffen. Seltsam real mag es wirken, als sich der Träumer im Wald wiederfindet. Er nimmt den Duft des Waldes und die Geräusche wahr. Doch tiefe Dunkelheit umgibt ihn. Ein Gefühl von Kälte, Furcht. Es scheint er wird umschlichen von finsteren Kreaturen. Ein Fauchen erklingt und nähert sich. Das Herz mag es beklemmen, wissend dass es das dunkle selbst ist dass sich nähert.
Ein weiteres Geräusch durchbricht die Kulisse. Es ist ein Adlerschrei. Hoffnung mag im Vernehmen dieses Geräusches liegen. So richtet der Träumer seinen Blick gen Himmel. Und tatsächlich dort im alleseinnehmenden Dunkel erstrahlt ein Licht das den Adler umgibt der seinen Weg nimmt. Ermutigt zu folgen wird der Träumer dem Licht nachgehen. So nähert er sich bald der Lichtung, das Fauchen aus der Dunkelheit wohl vernehmend und doch voller Hoffnung. Das Licht umgibt nun diesen Ort als er hinaustritt und seinen Standort erkennt. Schrecken und Trauer mag sein Herz umgeben denn Trauer ist es die auch diesen Ort umgibt. Er erkennt den Schrein der Geistigkeit in Trümmern vor sich und schliesst unter Tränen die Augen. In Trauer geht er in die Knie und die Traurigkeit und Kälte die selbst hier im Licht einzig spürbar scheint, schnürt sein Herz erneut ein.
Doch eine Lichtgestalt tritt plötzlich zu ihm. Kaum erkennbar durch das Strahlen, welches sie umgibt, scheint es doch ein weibliches Wesen und ein jedes Herz das wahrhaft glaubt verspürt hieraus Geborgenheit. Leise erklingt die Stimme. "Trauere nicht, die Trauer ist mir gegeben über euch! Erwache und erspüre, weltliches ist zerstört, das meine Kinder euch gaben als Zeichen. Doch ist euer Herz schon so blind dass es nicht erkennt, dass einzig weltliches zerstört ist?" So mag der Träumer in sich fühlen. Und tatsächlich findet er zwischen Trauer deutlich das Gefühl der ungebrochenen Geborgenheit und möge so die Wahrheit erkennen. Erneut erklingt der leise Hauch, bevor die Gestalt entschwindet und einzig das Licht bleibt, welches den Ort umgibt: "Siehe ich habe die Welt berührt an vielen Orten und ich berühre sie noch immer. Das weltliche mag fallen, doch solang ich lebe, werden diese Orte von mir berührt sein."
So vermag dieser Traum alsbald langsam verblassen und doch in der Erinnerung verbleiben, so der Träumer erwacht.
Ein weiteres Geräusch durchbricht die Kulisse. Es ist ein Adlerschrei. Hoffnung mag im Vernehmen dieses Geräusches liegen. So richtet der Träumer seinen Blick gen Himmel. Und tatsächlich dort im alleseinnehmenden Dunkel erstrahlt ein Licht das den Adler umgibt der seinen Weg nimmt. Ermutigt zu folgen wird der Träumer dem Licht nachgehen. So nähert er sich bald der Lichtung, das Fauchen aus der Dunkelheit wohl vernehmend und doch voller Hoffnung. Das Licht umgibt nun diesen Ort als er hinaustritt und seinen Standort erkennt. Schrecken und Trauer mag sein Herz umgeben denn Trauer ist es die auch diesen Ort umgibt. Er erkennt den Schrein der Geistigkeit in Trümmern vor sich und schliesst unter Tränen die Augen. In Trauer geht er in die Knie und die Traurigkeit und Kälte die selbst hier im Licht einzig spürbar scheint, schnürt sein Herz erneut ein.
Doch eine Lichtgestalt tritt plötzlich zu ihm. Kaum erkennbar durch das Strahlen, welches sie umgibt, scheint es doch ein weibliches Wesen und ein jedes Herz das wahrhaft glaubt verspürt hieraus Geborgenheit. Leise erklingt die Stimme. "Trauere nicht, die Trauer ist mir gegeben über euch! Erwache und erspüre, weltliches ist zerstört, das meine Kinder euch gaben als Zeichen. Doch ist euer Herz schon so blind dass es nicht erkennt, dass einzig weltliches zerstört ist?" So mag der Träumer in sich fühlen. Und tatsächlich findet er zwischen Trauer deutlich das Gefühl der ungebrochenen Geborgenheit und möge so die Wahrheit erkennen. Erneut erklingt der leise Hauch, bevor die Gestalt entschwindet und einzig das Licht bleibt, welches den Ort umgibt: "Siehe ich habe die Welt berührt an vielen Orten und ich berühre sie noch immer. Das weltliche mag fallen, doch solang ich lebe, werden diese Orte von mir berührt sein."
So vermag dieser Traum alsbald langsam verblassen und doch in der Erinnerung verbleiben, so der Träumer erwacht.
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Rafael de Arganta
Er fror, die Dunkelheit umgab ihn hielt ihn fest und erschütterte ihn.
Begierig nahm er darauf hin die Wärme auf die sein Glauben und der Traum ihm schenkte.
Die Worte die er vernahm erfüllten ihn mit einer tiefen Ruhe als er aufwachte, dennoch wurde er das Gefühl nicht los das etwas geschehen war.
Noch kurz blieb er liegen, spürte jenem Gefühl in sich nach, bevor er Angelina noch einmal kurz an sich zog, sie mit einem Kuss bedachte und sich erhob.
Als seine Frau die Augen aufschlug und ihn etwas irritiert ansah legte er nur den Finger auf ihre Lippen.
„Sssssh.“ Nicht aufregen. Es ist nichts passiert. Ich... hatte einen Traum, der mehr als nur ein Traum gewesen zu sein scheint. Ich möchte mich vergewissern was es war und wenn... dann helfen. Ich träumte davon das der Schrein der Geistigkeit zerstört wurde, den Fasamar erichtet hatte. Doch Temoras Güte und Kraft liegt noch immer darauf.
Ich werde Cathal mit nehmen und melde ich dann später bei dir.“
Der Morgen graute bereits, als er sein Pferd dann gesattelt hatte, einen Boten gen Cathal gesandt hatte und sich dann gen Schrein der Geistigkeit aufmachte, der zwischen Tirell und Rahal lag. Rafael war sich sicher WEM er jene Zerstörung zutraute, zumal er das Fauchen gehört hatte. Rahal!
Doch auch sie würden irgendwann merken das es nichts nutzen würde, einfach zu zerstören was man sieht...
Denn das was drumherum lag, war viel Stärker als das man es durch einfache Zerstörung entfernen könnte.
Begierig nahm er darauf hin die Wärme auf die sein Glauben und der Traum ihm schenkte.
Die Worte die er vernahm erfüllten ihn mit einer tiefen Ruhe als er aufwachte, dennoch wurde er das Gefühl nicht los das etwas geschehen war.
Noch kurz blieb er liegen, spürte jenem Gefühl in sich nach, bevor er Angelina noch einmal kurz an sich zog, sie mit einem Kuss bedachte und sich erhob.
Als seine Frau die Augen aufschlug und ihn etwas irritiert ansah legte er nur den Finger auf ihre Lippen.
„Sssssh.“ Nicht aufregen. Es ist nichts passiert. Ich... hatte einen Traum, der mehr als nur ein Traum gewesen zu sein scheint. Ich möchte mich vergewissern was es war und wenn... dann helfen. Ich träumte davon das der Schrein der Geistigkeit zerstört wurde, den Fasamar erichtet hatte. Doch Temoras Güte und Kraft liegt noch immer darauf.
Ich werde Cathal mit nehmen und melde ich dann später bei dir.“
Der Morgen graute bereits, als er sein Pferd dann gesattelt hatte, einen Boten gen Cathal gesandt hatte und sich dann gen Schrein der Geistigkeit aufmachte, der zwischen Tirell und Rahal lag. Rafael war sich sicher WEM er jene Zerstörung zutraute, zumal er das Fauchen gehört hatte. Rahal!
Doch auch sie würden irgendwann merken das es nichts nutzen würde, einfach zu zerstören was man sieht...
Denn das was drumherum lag, war viel Stärker als das man es durch einfache Zerstörung entfernen könnte.
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Aradan Krenor
Er wälzte sich hin und her, doch niemand hörte das brummen, das seufzen und den unterdrückten Schreides Entsetzens als er im Traum die Lichtung betrat, denn sein Haus war leer. Begierig mit Tränen in den Augen lauschte er der GEstalt des Lichtes und wirkte in den wenigen Momenten des Traumes wie ein kleiner Junge, fühlte sich Hilflos angesichts der Erkenntnisse. Er nickte und wischte sich die Tränen über den verlorenen Schrein von den Augen. Ja ... weltliches ist zerstört und doch ist ein Symbol zerstört, eine weitere Schandtat zu der nur eine Fraktion fähig sein konnte. Langsam schlug er die Augen auf, die im fahlen Mondlicht halbgetrockneten Tränenbäche nicht beachtend. Seine kräftigen Arme stemmten den Körper hoch und liessen ihn sich ankleiden. Er musste es selber sehen, selber fühlen und wenn nötig selber handeln und so ritt er noch in der Nacht zu dem Schrein. Bewaffnet mit einem Eimer und einemLappen trat er ein, spürte jedoch sofort das etwas nicht stimmte schon bevor das weite Tor den Blick auf die Sauerei frei gab. Er konnte nur den Kopf schütteln. "Euer Hass und eure Verblendung sind eure Schwäche, ihr merkt nicht wie er euch von innen auffrisst, all euer Mensch sein vernichtet bis nichts mehr bleibt ausser Dunkelheit und Leere. Unfähig diese Leere zu ertragen werden sich eure Seelen in unendlicher verzweiflung an euren dunklen Herscher wenden, ihn anflehen euch zu erlösen und er wird grinsen und über eure Schwäche lachen und dann ... dann werdet ihr erkennnen ... wie töricht und falsch euer Streben ist, wie krank es ist für einen solchen Glauben all die Gräuel begangen zu haben die ihr in eurem Wahn für "des Einen Wille" begangen habt. Eure Seelen werden gefangen in unendlicher Leere bis sie euch endlich durch den Tod selber entrissen werden nur um euch der wahrhaftigen ungekannten Leere preis zu geben und dann werdet ihr reuen aber dann ist es zu spät .... und ihr erhaltet eure gerechte Strafe für all eure Taten ..." murmelte er zu sich selbst und merkte nicht, wiesich einige Tränen die Wange hinunter stahlen. Tränen des Mitleids über Menschen die sich selbst in Stärke und Wahrheit wähnten undn icht merkten das sie nur unartige Kinder sind, geleitet von dem unartigen Götterkind das selkbst nicht mehr als ein rebellisches Kleinkind ist.
Er füllte den Eimer an der naheliegenden Küste mit Wasser und stapfte zurück zu dem Schrein. Langsam machte er sich daran das Blut von den Wänden und die blasphemische Schrift von eben jener zu entfernen. Er richtete die Kerzenständer nach Stundenlanger unermüdlicher Arbeit des Putzens, wieder auf und kehrte dann die Splitter des Symboles zusammen. Selbst das kapute Ankh konnte er mühevoll mit Temoras, Rafaels und Cathals Hilfe wieder aufrichten, auch wenn es wohl nie mehr den Glanz haben wird, den es zuvor hatte. Und so standen sie nun bei dem geschändeten Schrein, jeder für sich die Mahnung jener Tat in sich wirken lassend.
Er füllte den Eimer an der naheliegenden Küste mit Wasser und stapfte zurück zu dem Schrein. Langsam machte er sich daran das Blut von den Wänden und die blasphemische Schrift von eben jener zu entfernen. Er richtete die Kerzenständer nach Stundenlanger unermüdlicher Arbeit des Putzens, wieder auf und kehrte dann die Splitter des Symboles zusammen. Selbst das kapute Ankh konnte er mühevoll mit Temoras, Rafaels und Cathals Hilfe wieder aufrichten, auch wenn es wohl nie mehr den Glanz haben wird, den es zuvor hatte. Und so standen sie nun bei dem geschändeten Schrein, jeder für sich die Mahnung jener Tat in sich wirken lassend.
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Ithamar
Mit einem gewissen Maße an Irritation beendete der Templer die fast schlaflose Nacht. Während er im festen Bewusstsein und untrügerischer Sicherheit bezüglich der Unantastbarkeit der heiligen Orte zum Schrein gegangen war, überzeugt, dass es vollkommen unmöglich war, dass einer der 7 Tugendschreine würde entweiht werden können, eine der 7 Zufluchten, hatte ihn beim Betreten des Schreines nichtsdestotrotz ein untrügliches Gefühl beschlichen, dass der Ort verlassen war. Ein Gefühl das nicht einfach einer Spinnerei seines Gemütes entsprungen war. Der Templer war von je her sehr gefasster und ruhiger Natur, dergleichen Übereiltheiten und Eifrigkeiten überfielen ihn normalerweise nicht. Er hatte sorgsam gelauscht, geschwiegen. Trotzdem, der Eindruck blieb. Die Visionen dieser Nacht aber wiesen ihm einen anderen Weg, stärkten seine Zuversicht und schienen seinen Ausgangspunkt wiederum zu bestätigten. Hatte er sich einfach geirrt ? War er für einen Augenblick taub gewesen und hatte die Verbindung zur Göttin verloren, oder hatte sie ihn mahnen wollen ? Er fühlte sich nicht ganz zu Unrecht zwischen den Punkten hin und her geworfen und darin Ordnung zu schaffen gestaltete sich einstweilen als schwierig.
Die vollkommene Überzeugung bezüglich der Unantastbarkeit der Schreine aber war ihm abhanden gekommen. Mochte seine Zuversicht auch wieder gestärkt sein, ein leises, skeptisches Misstrauen blieb zurück. Er wehrte sich dagegen die Tat weiter nur als einen Streich der Kinder Rahals zu betrachten. Mochten diese in ihrem Gemüt auch oft einfältig und unbeherrscht sein, irgendetwas war geschehen, dessen war er sich sicher. Die Zeichen der wachsenden Macht des Brudermörders waren unübersehbar. Unter den unberührten Steinen Varunas trocknete noch das Blut der Toten, auch Berchgard war nicht verschont geblieben. In Bajard spürte man deutlich den wachsenden Einfluss des Brudermörders. Aber auch im Reich war er nicht ohne Macht. Der Glaube war schwach in diesen Zeiten, das Reich berief sich in seinen Gesetzen nicht mehr auf die Göttin, es wurden Zweifel geäußert an der Tugendhaftigkeit mancher Entscheidungen und viele Menschen hatten Temora aus ihren Herzen verbannt.
Und nun wagten sie es den Schrein der Göttin selbst zu berühren. Dies war nicht die Zeit, um die Taten der Diener des Brudermörders in die bequeme Sphäre des Wahns zu verbannen. Es war nicht die Zeit, um sich mit fernen Strafen, mit der Zerrissenheit der Seelen zu vertrösten, denn jede so verloren Seele bedeutete einen Riss in der Schöpfung der Muttergöttin, bedeutete ein weiteres Menschenkind, das der Einheit der melodischen Harmonie nicht mehr angehörte, dessen Leben in Dunkelheit gekleidet werden würde, in Tod und Einsamkeit. Dessen Unleben Schwärze und Verzweiflung mit sich bringen würde und unendliche Pein. Und die Anzahl der Seelen, welche diese Schicksal geduldig erwarteten, wurde größer und größer. Dies war keine Zeit der Stärke, sondern der Dunkelheit. Wieviel Blut aber muss noch durch unsere Hände rinnen, bevor wir zu der Einsicht gelangen, dass dies kein Spiel ist, dass sich kein Kind hinter diesen Taten verbirgt und dass uns keine Gerechtigkeit erwartet, wenn wir nicht selbst gerecht sind ? In unseren Augen mögen es Kinder sein, die unreif und gedankenlos sind, deren Handlungen keinen Sinn und keinen Zweck haben, die wir bemitleiden müssen und bedauern. Ja bedauern müssen wir sie, denn das Gift des Panthers hat ihre einstmals reinen Seelen verdorben, hat sie unterworfen und sie sich Untertan gemacht. Sie sind seine Klauen und Zähne, doch sie sind willenlos und verdienen unsere Verachtung nicht. Sind sie Kinder ? Wenn sie Kinder sind, was sind die unschuldigen Säuglinge, die an der toten Brust ihrer Mutter schreien, wem gehören die zierlichen Gebeine und Körper, die wir unter den prachtvollen Mauern unseres neuen Varunas begraben haben ? Über die wir schweigen.
Nachdenklich betrat der Templer die geweihten Hallen des Klosters. Ja, die Seelen, die der Dunkelheit verfielen, waren zahlreich. Und sie galt es zu bemitleiden. Uns galt es zu bemitleiden. Denn mit jeder Seele, die sich dem Brudermörder zuwand, rang er uns ein weiteres Leben aus den Händen und zerriss es in seinen Klauen. Mochten es die Männer, Frauen und Kinder sein, die täglich von seinen Klingen getötet wurden, oder mochten es die verlorenen Seelen sein, die er beherrschte, die einen unerträglich quälenderen, langsameren Tod starben. Ein Sterben der Ewigkeit, das niemals Erlösung versprach. Eine Strafe ? Ein Teil der Dunkelheit, die uns heimsucht. Eine Niederlage für das Licht. Es sollte eine Zeit der Demut sein, nicht des Stolzes, denn es gab keinen Grund sich zu rühmen.
Sind wir wahraftig besser als diese armen, verkommenen Seelen ? Müssen wir nicht reiner und vollkommener sein, die wir frei im Willen sind, die wir uns den dunklen Einflüsterungen nicht beugen ? Wir, die keine ewige Qual, keine Verdammnis erwarten müssen, die wir uns nicht fürchten müssen, weil uns die Göttin schützt. Weil uns die Göttin schützt ? Was ist es aber dann, was uns heraus hebt, sind es tatsächlich wir oder ist es nicht vielmehr die Göttin allein, die uns Gnade erweist ? Seien wir dankbar, dass sie es tut. Aber es ist nicht unser Verdienst. Demut.
Die vollkommene Überzeugung bezüglich der Unantastbarkeit der Schreine aber war ihm abhanden gekommen. Mochte seine Zuversicht auch wieder gestärkt sein, ein leises, skeptisches Misstrauen blieb zurück. Er wehrte sich dagegen die Tat weiter nur als einen Streich der Kinder Rahals zu betrachten. Mochten diese in ihrem Gemüt auch oft einfältig und unbeherrscht sein, irgendetwas war geschehen, dessen war er sich sicher. Die Zeichen der wachsenden Macht des Brudermörders waren unübersehbar. Unter den unberührten Steinen Varunas trocknete noch das Blut der Toten, auch Berchgard war nicht verschont geblieben. In Bajard spürte man deutlich den wachsenden Einfluss des Brudermörders. Aber auch im Reich war er nicht ohne Macht. Der Glaube war schwach in diesen Zeiten, das Reich berief sich in seinen Gesetzen nicht mehr auf die Göttin, es wurden Zweifel geäußert an der Tugendhaftigkeit mancher Entscheidungen und viele Menschen hatten Temora aus ihren Herzen verbannt.
Und nun wagten sie es den Schrein der Göttin selbst zu berühren. Dies war nicht die Zeit, um die Taten der Diener des Brudermörders in die bequeme Sphäre des Wahns zu verbannen. Es war nicht die Zeit, um sich mit fernen Strafen, mit der Zerrissenheit der Seelen zu vertrösten, denn jede so verloren Seele bedeutete einen Riss in der Schöpfung der Muttergöttin, bedeutete ein weiteres Menschenkind, das der Einheit der melodischen Harmonie nicht mehr angehörte, dessen Leben in Dunkelheit gekleidet werden würde, in Tod und Einsamkeit. Dessen Unleben Schwärze und Verzweiflung mit sich bringen würde und unendliche Pein. Und die Anzahl der Seelen, welche diese Schicksal geduldig erwarteten, wurde größer und größer. Dies war keine Zeit der Stärke, sondern der Dunkelheit. Wieviel Blut aber muss noch durch unsere Hände rinnen, bevor wir zu der Einsicht gelangen, dass dies kein Spiel ist, dass sich kein Kind hinter diesen Taten verbirgt und dass uns keine Gerechtigkeit erwartet, wenn wir nicht selbst gerecht sind ? In unseren Augen mögen es Kinder sein, die unreif und gedankenlos sind, deren Handlungen keinen Sinn und keinen Zweck haben, die wir bemitleiden müssen und bedauern. Ja bedauern müssen wir sie, denn das Gift des Panthers hat ihre einstmals reinen Seelen verdorben, hat sie unterworfen und sie sich Untertan gemacht. Sie sind seine Klauen und Zähne, doch sie sind willenlos und verdienen unsere Verachtung nicht. Sind sie Kinder ? Wenn sie Kinder sind, was sind die unschuldigen Säuglinge, die an der toten Brust ihrer Mutter schreien, wem gehören die zierlichen Gebeine und Körper, die wir unter den prachtvollen Mauern unseres neuen Varunas begraben haben ? Über die wir schweigen.
Nachdenklich betrat der Templer die geweihten Hallen des Klosters. Ja, die Seelen, die der Dunkelheit verfielen, waren zahlreich. Und sie galt es zu bemitleiden. Uns galt es zu bemitleiden. Denn mit jeder Seele, die sich dem Brudermörder zuwand, rang er uns ein weiteres Leben aus den Händen und zerriss es in seinen Klauen. Mochten es die Männer, Frauen und Kinder sein, die täglich von seinen Klingen getötet wurden, oder mochten es die verlorenen Seelen sein, die er beherrschte, die einen unerträglich quälenderen, langsameren Tod starben. Ein Sterben der Ewigkeit, das niemals Erlösung versprach. Eine Strafe ? Ein Teil der Dunkelheit, die uns heimsucht. Eine Niederlage für das Licht. Es sollte eine Zeit der Demut sein, nicht des Stolzes, denn es gab keinen Grund sich zu rühmen.
Sind wir wahraftig besser als diese armen, verkommenen Seelen ? Müssen wir nicht reiner und vollkommener sein, die wir frei im Willen sind, die wir uns den dunklen Einflüsterungen nicht beugen ? Wir, die keine ewige Qual, keine Verdammnis erwarten müssen, die wir uns nicht fürchten müssen, weil uns die Göttin schützt. Weil uns die Göttin schützt ? Was ist es aber dann, was uns heraus hebt, sind es tatsächlich wir oder ist es nicht vielmehr die Göttin allein, die uns Gnade erweist ? Seien wir dankbar, dass sie es tut. Aber es ist nicht unser Verdienst. Demut.
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Rafael de Arganta
Blut verschmierte die Wände,
Die Kerzenhalter waren umgekippt, die Kissen zerrissen, das Symbol der Tugend zerstört.
Ein Bild des Chaos das sich ihm bot dazu das Gefühl unendlicher Traurigkeit das ihn erfasste, und nur schwach noch jenes was diesen Ort ausmachte.
Kaum merklich schüttelte er den Kopf.
Tand... Alles was er sah war erbaut worden um darauf hin zu deuten was dieser Ort war. Es zu zerstören, zerstörte nicht die Besonderheit. Er musste nur aufhören mit den Augen zu sehen sondern sein Herz öffnen, und fühlen was hinter dieser Traurigkeit war.
Fast automatisch zog er seine Weste aus, nahm den Wasserschlauch vom Gürtel, benetzte die Weste mit dem Wasser und begann damit das Blut von den Wänden zu wischen.
Beginnend mit den in Blut geschriebenen Satz. „Eure Geistlichkeit ist eure Schwäche und Schwäche wird vernichtet werden.“ Wie unrecht sie damit hatten, doch das würden jene, die einen Gott der Lüge und Heimtücke huldigten, wohl nie begreifen.
Als er hörte wie die Tür geöffnet wurde, fuhr er herum und erstarrte einen Moment als er die Heiligkeit sah die sofort das Knie vor diesem Ort beugte. „Vergib mir gütige Mutter ich habe versagt, war mir der Schutz auferlegt.“
Rafael trat zu ihr, doch die Heiligkeit hatte die Augen geschlossen, schien ihn nicht zu bemerken. Leise Worte die er nicht verstand sprach sie und er trat unwillkürlich einen Schritt zurück als Alyssa langsam von hellem, strahlendem Licht umschlossen wurde. Das auch ihm ein Gefühl tiefster Ruhe und Frieden schenkte.
Als Alyssa nun aufblickte ihn ansah, sprach er mit fester Stimme. „Temora, ihre Tugenden... sind nicht gebunden an Orte oder Gegenstände, sie ist in uns. In jene die Glauben. Wenn auch ihre Kinder jenen Ort errichteten so ist das was darauf gebaut wurde nicht so sehr von Bedeutung wie der Ort selber..“
Sein Blick lag auf der Heiligkeit und Verwundehrung mischte sich mit Bestürzung als jene sich ihrer Robe entledigte, diese zusammenlegte dann ein Tuch nahm und zum nahegelegenen Meer ging.
Rafael folgte ihr, obwohl sie nun nicht anders aussah als jede andere Frau der man begegnen konnte, strahlte sie für ihn immer noch diese Aura aus.
Er würde sicher gehen das ihr nichts geschah, würde es auch kosten was es wolle.
Am Meer angekommen, teilte er mit dem Schwert seinen Umhang in zwei Teile und tauchte dieses ins Wasser, bis der Stoff sich vollgesogen hatte, dann ging er mit der Heiligkeit gemeinsam zurück, um fest zu stellen das sie nicht mehr alleine waren.
Inzwischen waren Aradan Krenor und Cathal an dem Schrein angekommen, und hatten ebenso mit der Säuberung begonnen.
Man wechselte keine großen Worte. Allen lastete dieser Anblick auf der Seele und gemeinsam machten sie sich nun daran das Chaos zu beseitigen.
Aradan stellte die Kerzenständer wieder auf, entzündete sie während Rafael neben der Heiligkeit kniend den Boden säuberte.
Worte bedurften es nicht. Gemeinsam schafften sie den Ankh wieder auf zu richten, und bald schon waren die gröbsten Schäden beseitigt.
Vor dem Ank und dem zerbrochenen Symbol kniete Rafael dann nieder, und schloss für einen Moment die Augen um leise zu beten. „Ehre sei dir Fasamar, Auserwählt durch Temora, Ehre sei dir Temora... Tochter Eluives... möge dieser Ort wieder zu dem werden was er einst war, mögen wir die Kraft haben darauf ach zu geben und jene die ungläubig sind begreifen das man nicht zerstören kann was ist.“
Er hielt kurz inne als die Heiligkeit zu ihm trat, nun wieder in ihrer Robe gehüllt und sich neben ihn kniete. Ebenfalls leise die Worte erhebend und Rafaels Gebete unterstützend.
„Gütige Temora dereinst berührtest du die Orte und riefest die Kinder deren Seelenreinheit du erkanntest aus ihren Familien ab. Sandtest sie aus die Orte zu finden die du berührtest auf dass sie der Welt Zeichen seien. ein Zeichen sollte stets unser Herz berühren doch heute in Demut
erkennen wir unser versagen und erbitten deine Vergebung. Sowie es uns stets auferlegt war zu behüten wird es immer sein. Deine Berührung mag weltliche Schädigung nicht vertreiben doch wurde zerstört was uns durch Fasamar in treue und Liebe zu dir gegeben.
so berührt Reue und Trauer unser Herz sowie wir deine Trauer empfinden. Über unser Versagen. Mögest du unsere Schande vergeben wie wir erkennen unsere Schuldigkeit
Geehrt seiest du gütige Lebensbewahrerin. Geehrt seien deine Kinder die dein Wort zu uns trugen.“
Rafael nahm die Worte in sich auf, erhob sich dann als auch die Heiligkeit sich erhob.
„Ich bitte dich mein Sohn lass Steinmetze kommen und die Schäden beseitigen
die wir nicht zu beseitigen vermögen.“ Meinte sie dann ihn wohl zum ersten mal hier an diesem Ort ansprechend. Und Rafael versprach es.
Der Schrein war nun soweit gereinigt das er bis auf die Schäden in den Steinen kaum noch etwas von der Schändung zu sehen war.
Als die Heiligkeit nun sich umdrehte zum Gehen, geleiteten sie Alle sie wie selbstverständlich zum Kloster zurück.
Wann würden sie begreifen?
Begreifen das sie mit solch Taten niemals und nichts gewinnen konnten.
Wohl nie, wie auch Alatar nicht begriff das Liebe und Vergebung so viel mehr gab als Hass und Vernichtung.
Die Kerzenhalter waren umgekippt, die Kissen zerrissen, das Symbol der Tugend zerstört.
Ein Bild des Chaos das sich ihm bot dazu das Gefühl unendlicher Traurigkeit das ihn erfasste, und nur schwach noch jenes was diesen Ort ausmachte.
Kaum merklich schüttelte er den Kopf.
Tand... Alles was er sah war erbaut worden um darauf hin zu deuten was dieser Ort war. Es zu zerstören, zerstörte nicht die Besonderheit. Er musste nur aufhören mit den Augen zu sehen sondern sein Herz öffnen, und fühlen was hinter dieser Traurigkeit war.
Fast automatisch zog er seine Weste aus, nahm den Wasserschlauch vom Gürtel, benetzte die Weste mit dem Wasser und begann damit das Blut von den Wänden zu wischen.
Beginnend mit den in Blut geschriebenen Satz. „Eure Geistlichkeit ist eure Schwäche und Schwäche wird vernichtet werden.“ Wie unrecht sie damit hatten, doch das würden jene, die einen Gott der Lüge und Heimtücke huldigten, wohl nie begreifen.
Als er hörte wie die Tür geöffnet wurde, fuhr er herum und erstarrte einen Moment als er die Heiligkeit sah die sofort das Knie vor diesem Ort beugte. „Vergib mir gütige Mutter ich habe versagt, war mir der Schutz auferlegt.“
Rafael trat zu ihr, doch die Heiligkeit hatte die Augen geschlossen, schien ihn nicht zu bemerken. Leise Worte die er nicht verstand sprach sie und er trat unwillkürlich einen Schritt zurück als Alyssa langsam von hellem, strahlendem Licht umschlossen wurde. Das auch ihm ein Gefühl tiefster Ruhe und Frieden schenkte.
Als Alyssa nun aufblickte ihn ansah, sprach er mit fester Stimme. „Temora, ihre Tugenden... sind nicht gebunden an Orte oder Gegenstände, sie ist in uns. In jene die Glauben. Wenn auch ihre Kinder jenen Ort errichteten so ist das was darauf gebaut wurde nicht so sehr von Bedeutung wie der Ort selber..“
Sein Blick lag auf der Heiligkeit und Verwundehrung mischte sich mit Bestürzung als jene sich ihrer Robe entledigte, diese zusammenlegte dann ein Tuch nahm und zum nahegelegenen Meer ging.
Rafael folgte ihr, obwohl sie nun nicht anders aussah als jede andere Frau der man begegnen konnte, strahlte sie für ihn immer noch diese Aura aus.
Er würde sicher gehen das ihr nichts geschah, würde es auch kosten was es wolle.
Am Meer angekommen, teilte er mit dem Schwert seinen Umhang in zwei Teile und tauchte dieses ins Wasser, bis der Stoff sich vollgesogen hatte, dann ging er mit der Heiligkeit gemeinsam zurück, um fest zu stellen das sie nicht mehr alleine waren.
Inzwischen waren Aradan Krenor und Cathal an dem Schrein angekommen, und hatten ebenso mit der Säuberung begonnen.
Man wechselte keine großen Worte. Allen lastete dieser Anblick auf der Seele und gemeinsam machten sie sich nun daran das Chaos zu beseitigen.
Aradan stellte die Kerzenständer wieder auf, entzündete sie während Rafael neben der Heiligkeit kniend den Boden säuberte.
Worte bedurften es nicht. Gemeinsam schafften sie den Ankh wieder auf zu richten, und bald schon waren die gröbsten Schäden beseitigt.
Vor dem Ank und dem zerbrochenen Symbol kniete Rafael dann nieder, und schloss für einen Moment die Augen um leise zu beten. „Ehre sei dir Fasamar, Auserwählt durch Temora, Ehre sei dir Temora... Tochter Eluives... möge dieser Ort wieder zu dem werden was er einst war, mögen wir die Kraft haben darauf ach zu geben und jene die ungläubig sind begreifen das man nicht zerstören kann was ist.“
Er hielt kurz inne als die Heiligkeit zu ihm trat, nun wieder in ihrer Robe gehüllt und sich neben ihn kniete. Ebenfalls leise die Worte erhebend und Rafaels Gebete unterstützend.
„Gütige Temora dereinst berührtest du die Orte und riefest die Kinder deren Seelenreinheit du erkanntest aus ihren Familien ab. Sandtest sie aus die Orte zu finden die du berührtest auf dass sie der Welt Zeichen seien. ein Zeichen sollte stets unser Herz berühren doch heute in Demut
erkennen wir unser versagen und erbitten deine Vergebung. Sowie es uns stets auferlegt war zu behüten wird es immer sein. Deine Berührung mag weltliche Schädigung nicht vertreiben doch wurde zerstört was uns durch Fasamar in treue und Liebe zu dir gegeben.
so berührt Reue und Trauer unser Herz sowie wir deine Trauer empfinden. Über unser Versagen. Mögest du unsere Schande vergeben wie wir erkennen unsere Schuldigkeit
Geehrt seiest du gütige Lebensbewahrerin. Geehrt seien deine Kinder die dein Wort zu uns trugen.“
Rafael nahm die Worte in sich auf, erhob sich dann als auch die Heiligkeit sich erhob.
„Ich bitte dich mein Sohn lass Steinmetze kommen und die Schäden beseitigen
die wir nicht zu beseitigen vermögen.“ Meinte sie dann ihn wohl zum ersten mal hier an diesem Ort ansprechend. Und Rafael versprach es.
Der Schrein war nun soweit gereinigt das er bis auf die Schäden in den Steinen kaum noch etwas von der Schändung zu sehen war.
Als die Heiligkeit nun sich umdrehte zum Gehen, geleiteten sie Alle sie wie selbstverständlich zum Kloster zurück.
Wann würden sie begreifen?
Begreifen das sie mit solch Taten niemals und nichts gewinnen konnten.
Wohl nie, wie auch Alatar nicht begriff das Liebe und Vergebung so viel mehr gab als Hass und Vernichtung.
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Darna von Hohenfels
Durchatmend betrat sie das Gebäude. Manchmal schien es schon eine Anstrengung für sich, überhaupt zu diesen Orten der Ruhe zu gelangen - doch Ruhe brauchte sie.
Sie hatte es gestern seiner Hoheit gesagt, daß sie in sich den Wunsch verspürte, einen Tag für sich zu haben, um über all das nachdenken zu können, was durch Rahal ihr wirr in den Gedanken herumspukte. Sie musste sich sammeln, bevor alles zerfaserte.
Und es hatte keiner Frage bedurft, um dafür den geeignetsten Ort auszuwählen. Sie trat ein und lauschte einige Momente der Stille, sah das Temorakreuz an, das sich wie gewohnt scheinend über der Schreinplatte erhob.
Sie hatte einen Traum gehabt, er schien ihr schon eher unwirklich... nicht einmal weiter darüber nachdenkend, verneigte sie sich vor dem steinernen Symbol und sank auf ein Knie.
Sie war gerüstet hierher gekommen, und mit seltsamem Befremden hatte sie die schwarzen Grenzsteine unweit des Schreines betrachtet. Erste Zweifel. Erste Gedanken, die sich zögerlich, doch bald gelassen durch die Ruhe des Ortes bahnten:
"Einmal verweilte ich hier und deine Lehre war mein Schild, gütige Herrin." Das Zusammentreffen mit Luzcilla an diesem Ort... es hatte sich fest in ihre Erinnerung gegraben.
"Wenige Orte, die berührt sind wie diese. Wenige Orte, an denen ich mich sicher und geborgen weiß. Doch nun weiß ich von der Gefahr, die wenige Schritt von hier beginnt, und du siehst mich gerüstet auf diesem heiligen Boden..."
Nachdenkend schloß sie die Augen. Was schien ihr hier richtig, was schien ihr hier falsch? Sie lauschte ihrem Herzen, um dann ihrem Verstand die richtigen Bahnen zu weisen, zu hinterfragen, ohne auszufasern.
"Der Schutz, den du mir vormals gewährtest, war es die helfende Hand, die mir half, aufzustehen um weiterzugehen? Ist es sträflicher Leichtsinn, weiter auf deinen Halt vertrauen zu wollen, obwohl ich andere Vorkehr treffen, auf eigenen Beinen stehen könnte?
Wie dein eigen Fleisch und Blut schützt du die Heiligkeit, doch auch sie ist verletzbar..."
Sie dachte an den Sieg, die die heilige Frau in der Zelle vor Saygan errungen hatte. Und sie dachte an die Peitschenstriemen, die in der Stadt des Brudermörders ihren Körper erreicht hatten.
"Du, Herrin, bist uns eine gütige Mutter, doch auch eine Mutter kann doch nicht in jedem Lidschlag jedes ihrer Kinder vor jeder Gefahr bewahren, ist es nicht so?
Sie müssen selber gehen können, selber stehen können, sich gar... selber wehren, wenn sie der Gefahr gewahr werden. Und dennoch kein Herzschlag, in denen ihnen dein Schutz dabei nicht gilt.
Offenen Auges begab ich mich nach Rahal, und du hast weiterhin deine hütenden Hände über mich gehalten - denn erst, wo ich zurückkehrte, spürte ich im Licht, wie dunkel es dort tatsächlich war... Mehr Dunkelheit, mehr Gefahr, als ich es hätte ermessen können.
Du weißt um meinen Dank, Herrin. Dank, da du die Dinge fügtest, wie sie geschahen, mir Rettung zukommen ließest, auch wenn ich sie nicht erwartet habe - langsam nur glaube ich mit Erschrecken zu begreifen, wieviel mehr an Verderbnis auf mich eindrang, als ich hätte erkennen können..."
Eingestehend senkte sie noch tiefer den Kopf und fühlte sich gleichzeitig erleichtert. Hier musste sie für niemanden irgendwas sein, hier war sie nur sie selbst, ihr Herz ausschüttend, so wie es war.
"Ich möchte Lehren daraus ziehen können und muß zugeben, ich bin mir nicht sicher, welche mein Augenmerk erfordern. Ich wage mir nicht anzumaßen, alles an den Ereignissen zu verstehen. War es dein Wille, daß ich nicht, wie sie es plante, von Luzcilla das Waffenhandwerk lernen sollte?
Ich begreife kaum, was sie vermag, und ich wüsste nicht, wie ich mich ihr erwehren soll, wenn ein weiteres Zusammentreffen Kampf bedeutet... Ich weiß nur - ich weiß zu wenig."
Sie seufzte. Sie hatte schon vorher formuliert, daß das Lernen nie ein Ende nehmen konnte, doch nun fühlte sie einmal die Ernüchterung, in Ansätzen zu erahnen, wie wenig sie tatsächlich wusste - und welch Aufgabe es war, dies demütig und dennoch weiter strebend zu akzeptieren.
"Unermüdlich muß ich bleiben. Ich weiß, ich muß meinen Arm also stärken, wenn mein Weg den Kampf beinhalten soll. Gebete allein halten sie nicht auf", stellte mit mit gewisser Bitterkeit fest.
Ja, sie musste weiter üben. Was hatte sie bildlich vergleichend über Templer gesagt, die vor lauter Beten die Welt vor den Kirchentüren nicht mehr sahen? Sie gab sich keinen Illusionen hin - hier suchte und fand sie geistige Ruhe. Doch um sich zu wappnen, würde ihr Weg sie draußen zurück zum Training führen, es war höchste Zeit.
"Und eine Lehre, die ich ebenso nicht erwartet hätte, doch für die ich dankbarer bin als für jede andere." Kurz lächelte sie versonnen.
"Ich danke dir für Selissa, Gütige. Ein Licht, ein kleines, wunderschönes Licht, und das mitten in Rahal...
Soll sie dort bleiben? Wird es sie nicht verderben?" Besorgt sah sie auf die Schreinplatte, als würde diese ihr Antwort geben können. "Hab ich recht, wenn ich sage, sie weiß um die rechten Zeiten, wenn die Dinge geschehen, wie sie geschehen sollen?"
Eben diese Worte hatte sie vor wenigen Stunden erst zu dem 'Apfelkind' gesagt - und sie hatte ihr das hölzerne Einhorn gegeben, das sie selber von Herrn Goldbart erhalten hatte, das sie bislang zusammen mit einem Fetzen Tuch immer an Sir Hagen erinnert hatte.
Doch das Einhorn war ihr ein Sinnbild der Reinheit, und sie wusste, es war bei Selissa richtig aufgehoben, vielleicht ein Behältnis für ein wenig Licht, wenn das Apfelkind selber dieses brauchen würde.
"Doch was, wenn sie ginge? Was bliebe dunkel zurück, das vorher von ihr erleuchtet wurde, auf diese unauffällige und nichtsdestotrotz hütend wärmende Weise? Hat irgendjemand das Recht dazu, und sei es unter dem Willen, sie lediglich schützen zu wollen?
Kann sie allein unter deiner Hand stehen, Herrin?
Darf ich hoffen, einen kleinen Teil dessen, was sie mir gab, ihr zurückgegeben zu haben? Ich wünsch es mir so sehr...
Ich mag sie, Herrin, wirklich. Inmitten all dieser Finsternis schien sie so klar und rein... Ich stelle sie mir in den Straßen Varunas vor, ihres Zaubers beraubt. Würde sie hier nicht ebenso nur als eine junge, verwilderte Maid gelten? Doch was ihr in Rahal Schutz wäre, es wäre hier... verloren, als kleines Licht in mehr Licht unbedeutend vielleicht..."
Sie atmete durch.
"Ich wünsche ihr alles Gute, Herrin. Möge sie dieses kostbare Licht bleiben, solange sie sich bewahren kann. Möge sie deiner schützenden Hand folgen, wenn ihr Gefahr droht. Möge sie glücklich sein in dem, was sie hat, behütet in den ihr bestimmten Grenzen ein Leben in innerem Frieden führen, wie auch immer diese Grenzen aussehen mögen. Möge sie deinem Deut folgen, wenn die Grenzen sich ändern.
So wie ich deinen Zeichen folgen möchte..."
Hoffnungsvoll hob sie den Blick.
"Neben all diesen Dingen scheint die anfangs so wichtig wirkende Frage um Luzcilla zu verblassen. Unsere Wege führen immer weiter voneinander fort. In manchem schien sie mir wie eine Art dunkler Schwester. Ein Spiegelbild, das mir vorgehalten wurde: 'So hättest du sein können.'
Tausendfach mein Dank, möge es nimmer wahr werden."
Schaudernd schloß sie die Augen.
"Ich gehe meinen Weg, ich strecke meine helfende Hand aus, wann immer sie sie greifen will... doch ich sehe, sie geht immer weiter fort von mir. Ihr Weg ist nicht der meine. Vielleicht wird er es nimmer werden, weil sie sich genausowenig wünscht, wie ich zu werden, so wie ich es bei ihr denke.
Dieses Bedauern, sie so zu sehen...
Ist dies dein Leid, Herrin? Deinen eigenen Bruder so zu sehen, wie ich Luzcilla sehe? Willst du genausowenig gegen ihn kämpfen müssen, wie ich gegen sie? War dein Erkennen, es tun zu müssen, solches Leid? Kann ich es auch nur ansatzweise ermessen?
Keine Waffe, die du je freiwillig gegen ihn erhoben hättest... doch er, der die Freiheit für sich verlangt, ist der, der wahren Zwang erschuf.
Was tat Gelmir, als er dir sein Schwert lieh? War es die Fügung deiner eigenen Mutter? Auch du... ihr Kind...
Wahrlich, er reißt an den Festen der Welt, wenn der Bruder die Mutter zum Kampf der Geschwister gegeneinander zwingt..." Bitter furchte sie die Stirn.
Sie wusste nicht, wieviel Zeit verging, doch überrascht nahm sie irgendwann Gerede vor den Türen wahr.
Die Heiligkeit, samt zahlreicher Begleitung. Und sie... geblendet. Der Schrecken stieß sie vor den Kopf. Durfte dies wahr sein?
Sie waren hier, um den Schrein neu zu weihen.
Neu zu weihen... es hatte sicher seine Richtigkeit und kam ihr dennoch seltsam vor. Während der Weihepredigt sprach Alyssa Worte, die Darna seltsam rührten: "So erfühlen wir doch, daß eine Kraft ungebrochen ist, brach nur Stein, doch nicht deine Stärke."
Die Verbindung von Weltlichem und Geistlichem... sie lauschte dem Nachhall der Worte in sich und murmelte, die Blindheit der Heiligkeit neu bedenkend:
"Brach Euer Auge, die Wahrheit bleibt die gleiche..."
Sie genoß die Wärme des Lichtes, das die Gebete in den Herzen der Anwesenden weckten. Es war wie ein Willkommensgruß, wenn man eigentlich nur nach Hause zurückkehrte.
Als alle irgendwann wieder gingen, sah sie ihnen nachdenklich hinterher. Sollte sie mit?
Nein - wofür? Sie war vorher schon hier gewiesen, und an dem Grund ihrer Anwesenheit hatte sich nur wenig geändert, denn sie hatte noch nicht das Gefühl, daß sie wirklich alles hier gefunden hatte, wonach sie zuvor suchte. So ging sie wieder hinein.
Sie sah auf die Kerzen auf dem Boden und setzte sich nachdenklich auf eine der Bänke, legte die Hand sinnierend vor die Lippen. Was war anders? Daß etwas anders war, war unbestreitbar.
"Du bist da...", murmelte sie zu der Schreinplatte und dem, was in ihr ruhte, "...und warst nie weg..."
Es schien beschämend, doch es schien ihr richtig.
"Nur wir waren weg, nicht wahr?"
Sie lehnte sich zurück und legte den Kopf sacht gegen die Wand.
"Ich möchte dir stets nahe sein, denn bei dir ist der Frieden..."
Und noch eine Weile genoß sie die Ruhe und Wärme des Ortes.
Sie hatte es gestern seiner Hoheit gesagt, daß sie in sich den Wunsch verspürte, einen Tag für sich zu haben, um über all das nachdenken zu können, was durch Rahal ihr wirr in den Gedanken herumspukte. Sie musste sich sammeln, bevor alles zerfaserte.
Und es hatte keiner Frage bedurft, um dafür den geeignetsten Ort auszuwählen. Sie trat ein und lauschte einige Momente der Stille, sah das Temorakreuz an, das sich wie gewohnt scheinend über der Schreinplatte erhob.
Sie hatte einen Traum gehabt, er schien ihr schon eher unwirklich... nicht einmal weiter darüber nachdenkend, verneigte sie sich vor dem steinernen Symbol und sank auf ein Knie.
Sie war gerüstet hierher gekommen, und mit seltsamem Befremden hatte sie die schwarzen Grenzsteine unweit des Schreines betrachtet. Erste Zweifel. Erste Gedanken, die sich zögerlich, doch bald gelassen durch die Ruhe des Ortes bahnten:
"Einmal verweilte ich hier und deine Lehre war mein Schild, gütige Herrin." Das Zusammentreffen mit Luzcilla an diesem Ort... es hatte sich fest in ihre Erinnerung gegraben.
"Wenige Orte, die berührt sind wie diese. Wenige Orte, an denen ich mich sicher und geborgen weiß. Doch nun weiß ich von der Gefahr, die wenige Schritt von hier beginnt, und du siehst mich gerüstet auf diesem heiligen Boden..."
Nachdenkend schloß sie die Augen. Was schien ihr hier richtig, was schien ihr hier falsch? Sie lauschte ihrem Herzen, um dann ihrem Verstand die richtigen Bahnen zu weisen, zu hinterfragen, ohne auszufasern.
"Der Schutz, den du mir vormals gewährtest, war es die helfende Hand, die mir half, aufzustehen um weiterzugehen? Ist es sträflicher Leichtsinn, weiter auf deinen Halt vertrauen zu wollen, obwohl ich andere Vorkehr treffen, auf eigenen Beinen stehen könnte?
Wie dein eigen Fleisch und Blut schützt du die Heiligkeit, doch auch sie ist verletzbar..."
Sie dachte an den Sieg, die die heilige Frau in der Zelle vor Saygan errungen hatte. Und sie dachte an die Peitschenstriemen, die in der Stadt des Brudermörders ihren Körper erreicht hatten.
"Du, Herrin, bist uns eine gütige Mutter, doch auch eine Mutter kann doch nicht in jedem Lidschlag jedes ihrer Kinder vor jeder Gefahr bewahren, ist es nicht so?
Sie müssen selber gehen können, selber stehen können, sich gar... selber wehren, wenn sie der Gefahr gewahr werden. Und dennoch kein Herzschlag, in denen ihnen dein Schutz dabei nicht gilt.
Offenen Auges begab ich mich nach Rahal, und du hast weiterhin deine hütenden Hände über mich gehalten - denn erst, wo ich zurückkehrte, spürte ich im Licht, wie dunkel es dort tatsächlich war... Mehr Dunkelheit, mehr Gefahr, als ich es hätte ermessen können.
Du weißt um meinen Dank, Herrin. Dank, da du die Dinge fügtest, wie sie geschahen, mir Rettung zukommen ließest, auch wenn ich sie nicht erwartet habe - langsam nur glaube ich mit Erschrecken zu begreifen, wieviel mehr an Verderbnis auf mich eindrang, als ich hätte erkennen können..."
Eingestehend senkte sie noch tiefer den Kopf und fühlte sich gleichzeitig erleichtert. Hier musste sie für niemanden irgendwas sein, hier war sie nur sie selbst, ihr Herz ausschüttend, so wie es war.
"Ich möchte Lehren daraus ziehen können und muß zugeben, ich bin mir nicht sicher, welche mein Augenmerk erfordern. Ich wage mir nicht anzumaßen, alles an den Ereignissen zu verstehen. War es dein Wille, daß ich nicht, wie sie es plante, von Luzcilla das Waffenhandwerk lernen sollte?
Ich begreife kaum, was sie vermag, und ich wüsste nicht, wie ich mich ihr erwehren soll, wenn ein weiteres Zusammentreffen Kampf bedeutet... Ich weiß nur - ich weiß zu wenig."
Sie seufzte. Sie hatte schon vorher formuliert, daß das Lernen nie ein Ende nehmen konnte, doch nun fühlte sie einmal die Ernüchterung, in Ansätzen zu erahnen, wie wenig sie tatsächlich wusste - und welch Aufgabe es war, dies demütig und dennoch weiter strebend zu akzeptieren.
"Unermüdlich muß ich bleiben. Ich weiß, ich muß meinen Arm also stärken, wenn mein Weg den Kampf beinhalten soll. Gebete allein halten sie nicht auf", stellte mit mit gewisser Bitterkeit fest.
Ja, sie musste weiter üben. Was hatte sie bildlich vergleichend über Templer gesagt, die vor lauter Beten die Welt vor den Kirchentüren nicht mehr sahen? Sie gab sich keinen Illusionen hin - hier suchte und fand sie geistige Ruhe. Doch um sich zu wappnen, würde ihr Weg sie draußen zurück zum Training führen, es war höchste Zeit.
"Und eine Lehre, die ich ebenso nicht erwartet hätte, doch für die ich dankbarer bin als für jede andere." Kurz lächelte sie versonnen.
"Ich danke dir für Selissa, Gütige. Ein Licht, ein kleines, wunderschönes Licht, und das mitten in Rahal...
Soll sie dort bleiben? Wird es sie nicht verderben?" Besorgt sah sie auf die Schreinplatte, als würde diese ihr Antwort geben können. "Hab ich recht, wenn ich sage, sie weiß um die rechten Zeiten, wenn die Dinge geschehen, wie sie geschehen sollen?"
Eben diese Worte hatte sie vor wenigen Stunden erst zu dem 'Apfelkind' gesagt - und sie hatte ihr das hölzerne Einhorn gegeben, das sie selber von Herrn Goldbart erhalten hatte, das sie bislang zusammen mit einem Fetzen Tuch immer an Sir Hagen erinnert hatte.
Doch das Einhorn war ihr ein Sinnbild der Reinheit, und sie wusste, es war bei Selissa richtig aufgehoben, vielleicht ein Behältnis für ein wenig Licht, wenn das Apfelkind selber dieses brauchen würde.
"Doch was, wenn sie ginge? Was bliebe dunkel zurück, das vorher von ihr erleuchtet wurde, auf diese unauffällige und nichtsdestotrotz hütend wärmende Weise? Hat irgendjemand das Recht dazu, und sei es unter dem Willen, sie lediglich schützen zu wollen?
Kann sie allein unter deiner Hand stehen, Herrin?
Darf ich hoffen, einen kleinen Teil dessen, was sie mir gab, ihr zurückgegeben zu haben? Ich wünsch es mir so sehr...
Ich mag sie, Herrin, wirklich. Inmitten all dieser Finsternis schien sie so klar und rein... Ich stelle sie mir in den Straßen Varunas vor, ihres Zaubers beraubt. Würde sie hier nicht ebenso nur als eine junge, verwilderte Maid gelten? Doch was ihr in Rahal Schutz wäre, es wäre hier... verloren, als kleines Licht in mehr Licht unbedeutend vielleicht..."
Sie atmete durch.
"Ich wünsche ihr alles Gute, Herrin. Möge sie dieses kostbare Licht bleiben, solange sie sich bewahren kann. Möge sie deiner schützenden Hand folgen, wenn ihr Gefahr droht. Möge sie glücklich sein in dem, was sie hat, behütet in den ihr bestimmten Grenzen ein Leben in innerem Frieden führen, wie auch immer diese Grenzen aussehen mögen. Möge sie deinem Deut folgen, wenn die Grenzen sich ändern.
So wie ich deinen Zeichen folgen möchte..."
Hoffnungsvoll hob sie den Blick.
"Neben all diesen Dingen scheint die anfangs so wichtig wirkende Frage um Luzcilla zu verblassen. Unsere Wege führen immer weiter voneinander fort. In manchem schien sie mir wie eine Art dunkler Schwester. Ein Spiegelbild, das mir vorgehalten wurde: 'So hättest du sein können.'
Tausendfach mein Dank, möge es nimmer wahr werden."
Schaudernd schloß sie die Augen.
"Ich gehe meinen Weg, ich strecke meine helfende Hand aus, wann immer sie sie greifen will... doch ich sehe, sie geht immer weiter fort von mir. Ihr Weg ist nicht der meine. Vielleicht wird er es nimmer werden, weil sie sich genausowenig wünscht, wie ich zu werden, so wie ich es bei ihr denke.
Dieses Bedauern, sie so zu sehen...
Ist dies dein Leid, Herrin? Deinen eigenen Bruder so zu sehen, wie ich Luzcilla sehe? Willst du genausowenig gegen ihn kämpfen müssen, wie ich gegen sie? War dein Erkennen, es tun zu müssen, solches Leid? Kann ich es auch nur ansatzweise ermessen?
Keine Waffe, die du je freiwillig gegen ihn erhoben hättest... doch er, der die Freiheit für sich verlangt, ist der, der wahren Zwang erschuf.
Was tat Gelmir, als er dir sein Schwert lieh? War es die Fügung deiner eigenen Mutter? Auch du... ihr Kind...
Wahrlich, er reißt an den Festen der Welt, wenn der Bruder die Mutter zum Kampf der Geschwister gegeneinander zwingt..." Bitter furchte sie die Stirn.
Sie wusste nicht, wieviel Zeit verging, doch überrascht nahm sie irgendwann Gerede vor den Türen wahr.
Die Heiligkeit, samt zahlreicher Begleitung. Und sie... geblendet. Der Schrecken stieß sie vor den Kopf. Durfte dies wahr sein?
Sie waren hier, um den Schrein neu zu weihen.
Neu zu weihen... es hatte sicher seine Richtigkeit und kam ihr dennoch seltsam vor. Während der Weihepredigt sprach Alyssa Worte, die Darna seltsam rührten: "So erfühlen wir doch, daß eine Kraft ungebrochen ist, brach nur Stein, doch nicht deine Stärke."
Die Verbindung von Weltlichem und Geistlichem... sie lauschte dem Nachhall der Worte in sich und murmelte, die Blindheit der Heiligkeit neu bedenkend:
"Brach Euer Auge, die Wahrheit bleibt die gleiche..."
Sie genoß die Wärme des Lichtes, das die Gebete in den Herzen der Anwesenden weckten. Es war wie ein Willkommensgruß, wenn man eigentlich nur nach Hause zurückkehrte.
Als alle irgendwann wieder gingen, sah sie ihnen nachdenklich hinterher. Sollte sie mit?
Nein - wofür? Sie war vorher schon hier gewiesen, und an dem Grund ihrer Anwesenheit hatte sich nur wenig geändert, denn sie hatte noch nicht das Gefühl, daß sie wirklich alles hier gefunden hatte, wonach sie zuvor suchte. So ging sie wieder hinein.
Sie sah auf die Kerzen auf dem Boden und setzte sich nachdenklich auf eine der Bänke, legte die Hand sinnierend vor die Lippen. Was war anders? Daß etwas anders war, war unbestreitbar.
"Du bist da...", murmelte sie zu der Schreinplatte und dem, was in ihr ruhte, "...und warst nie weg..."
Es schien beschämend, doch es schien ihr richtig.
"Nur wir waren weg, nicht wahr?"
Sie lehnte sich zurück und legte den Kopf sacht gegen die Wand.
"Ich möchte dir stets nahe sein, denn bei dir ist der Frieden..."
Und noch eine Weile genoß sie die Ruhe und Wärme des Ortes.
-
Rafael de Arganta
Er fand die Ruhe die er brauchte im Gebet.
Still lag die kleine Kapelle da und die wenigen Kerzen spendeten ein ruhiges Licht, das ihn auch innerlich zu wärmen schien.
Viel war geschehen, und er war Angelina dankbar das sie, obwohl sie heute Abend gemeinsames geplant hatten ihn gehen ließ, damit er die Nacht im Gebet verbringen konnte.
Ein Gespräch fiel ihm ein.
Ein Gespräch zwischen der Heiligkeit und ihm, indem er ihr von seine Schwäche erzählt hatte, aufgrund dieser ihn auch viele verkannte, weil sie es falsch einschätzen.
Niemals jedoch hatte er das Schwert vor das Wort gestellt, mögen auch die Worte manchmal barscher klingen so war er doch stets ein Diener Temoras, der suchte nach ihrem Wunsch zu handeln und ... auch zu streiten, wenn von Nöten.
„Es liegt an mir selber, an mir zu arbeiten.“ erklärte er mit fester Stimme und hatte die Heiligkeit lächeln sehen, als sie antwortete. „Es ist die Jugend , ich war gewiss damals nicht anders. Sollte jener der mich einst unterwies hier sein er würde es euch wohl bestätigen. Aber SIE wird dich stets weisen, du musst sie nur hören wollen. Manches mal mag dies deinem Willen widersprechen und doch ist ihre Weisung an dich aus Liebe gegeben wie die einer Mutter zu ihrem Sohn.“
Er hatte demütig über diese Worte den Kopf gesenkt und meinte dann ernst. „Ja, ich weiß eure Heiligkeit. Einst lief ich neben ihrem Weg im festen Glaubens ihn zu gehen. Ich erkannte meinen Fehler erst als es fast zu spät, war, doch sie hat mir vergeben, und nun bin ich schon seit langem in ihren Schoß zurück gekehrt, und wer weiß, vielleicht fehlt mir manchmal auch doch noch ein kleiner Klapps,“
Alyssa schenkte ihm ein Lächeln, „Oh ich weiß , und auch ich mag ihn dir geben in ihrem Namen
... so wie schon geschehen.“
Erneut senkte Rafael den Kopf, dieses mal jedoch weil ein Lächeln sein Gesicht überzog, halb amüsiert, halb verlegen war es, als er daran d achte wie ihn die Heiligkeit, vor nicht all zu langer Zeit, den leichten Klapps auf die Wange gegeben hatte, weil er Aufgeben wollte was er liebte, um der Liebe willen.
Und jetzt ?
Rafael sah auf den Altar, und senkt wieder demütig das Haupt.
Es war alles anders geworden.
Nicht im Traum hatte er geglaubt was kommen könnte. Die Angriffe Rahals, der Schrein der Geistlichkeit der Entweiht wurde, und bei dem Rafael anfangs mit der Heiligkeit selber, Aradan und Cathal das Gröbste und am Ende mit dem Bund des Handwerkes zu Varuna die Feinarbeiten gemacht hatte um den Schrein wieder her zu stellen.
Nun gestern hatten sie sich gemeinsam zum Schrein begeben um ihn neu zu weihen.
Die Heiligkeit, Angelina, Er, Farion Le Fare, Darna von Elbenau, Cathal, der Templer Itharion, ihre Gnaden Valeth und eine Templerin die er nicht kannte.
Während die Templer den Schrein betraten ihn neu der Lichteinen weihte, blieb er mit den anderen draußen um stillschweigend der Zeremonie bei zu wohnen.
Wie lange es dauerte, vermochte er nicht einmal zu sagen, er hörte den Betenden Worten zu, die aus dem Inneren nach draußen klangen, wiederholge einige von ihnen betend und in tiefer Demut, und als die Templer wieder hinaus traten, atmete er fast auf.
Es war getan, und Rafael hoffte das die Rahaler nicht so schnell wieder kommen würde. Das sie lernten das sie niemals das was war zerstören könnten, sondern nur das was man zu sehen vermochte.
„Ritter de Arganta in einem ruhigeren Moment werde ich dich sprechen mögen.“ Als die Heiligkeit ihn so ansprach glaubte er erst noch an etwas belangloses, doch als sie lächelnd hinzufügte „Es ist mir aufgetragen durch die Herrin selbst.“ begann sein Blut in seinen Ohren zu rauschen, er schloss einen Moment die Augen und er wankte gar.
Sein Blick mochte wohl im ersten Moment fassungslos dann demütig gewesen sein als er den Kopf senkte, „Ja eure Heiligkeit. Wann immer es euch beliebt, werde ich euch aufsuchen.“ meinte er versucht ruhig, doch mochte seine Stimme sicherlich heiserer klingen, und er gar leicht stottern dabei.
„Ihr werdet es bald erkennen.“ fügte sei an, und Rafael hatte sie wieder angesehen. „Wenn.. wie... ihr meint, eure Heiligkeit.“ brachte er nur hervor, doch Alyssa hatte den Kopf geschüttelt.
„Nein mein Sohn nicht ich, es ist ihr Mal das auf dir liegt.“
Nun schwindelte ihm gewisslich, und er war froh sich am Sattel seines Pferdes festhalten zu können.
War dies ein Traum?
Er spürte die Ruhe den Frieden des Ortes der neu geweiht worden war, durch die Heiligkeit selber.
Der niemals aufgehört hatte zu sein was er war.
Wie taub fühlte er sich, als er die Heiligkeit und die Anderen zum Tempel begleitete, als stünde er selber neben sich.
Fühlte er sich anders als sonst?
Nein, das nicht. Obwohl... seit seiner Entführung damals sich vieles geändert hatte.
Er fühlte seither viel mehr Ruhe und Frieden in sich
Seit dem... Traum, da sie ihn berührt hatte.
Ihr Mildes Lächeln ihre Berührung war tief in ihn gedrungen, hatte ihn durchflutet und ihm neue Kraft und Hoffnung geben.
Aber auch Erkenntnis.
Wer wirklich glaubte, der war niemals alleine.
Temora war in einem, man musste nur sein Herz seine Seele weit genug öffnen um zu erkennen.
Still lag die kleine Kapelle da und die wenigen Kerzen spendeten ein ruhiges Licht, das ihn auch innerlich zu wärmen schien.
Viel war geschehen, und er war Angelina dankbar das sie, obwohl sie heute Abend gemeinsames geplant hatten ihn gehen ließ, damit er die Nacht im Gebet verbringen konnte.
Ein Gespräch fiel ihm ein.
Ein Gespräch zwischen der Heiligkeit und ihm, indem er ihr von seine Schwäche erzählt hatte, aufgrund dieser ihn auch viele verkannte, weil sie es falsch einschätzen.
Niemals jedoch hatte er das Schwert vor das Wort gestellt, mögen auch die Worte manchmal barscher klingen so war er doch stets ein Diener Temoras, der suchte nach ihrem Wunsch zu handeln und ... auch zu streiten, wenn von Nöten.
„Es liegt an mir selber, an mir zu arbeiten.“ erklärte er mit fester Stimme und hatte die Heiligkeit lächeln sehen, als sie antwortete. „Es ist die Jugend , ich war gewiss damals nicht anders. Sollte jener der mich einst unterwies hier sein er würde es euch wohl bestätigen. Aber SIE wird dich stets weisen, du musst sie nur hören wollen. Manches mal mag dies deinem Willen widersprechen und doch ist ihre Weisung an dich aus Liebe gegeben wie die einer Mutter zu ihrem Sohn.“
Er hatte demütig über diese Worte den Kopf gesenkt und meinte dann ernst. „Ja, ich weiß eure Heiligkeit. Einst lief ich neben ihrem Weg im festen Glaubens ihn zu gehen. Ich erkannte meinen Fehler erst als es fast zu spät, war, doch sie hat mir vergeben, und nun bin ich schon seit langem in ihren Schoß zurück gekehrt, und wer weiß, vielleicht fehlt mir manchmal auch doch noch ein kleiner Klapps,“
Alyssa schenkte ihm ein Lächeln, „Oh ich weiß , und auch ich mag ihn dir geben in ihrem Namen
... so wie schon geschehen.“
Erneut senkte Rafael den Kopf, dieses mal jedoch weil ein Lächeln sein Gesicht überzog, halb amüsiert, halb verlegen war es, als er daran d achte wie ihn die Heiligkeit, vor nicht all zu langer Zeit, den leichten Klapps auf die Wange gegeben hatte, weil er Aufgeben wollte was er liebte, um der Liebe willen.
Und jetzt ?
Rafael sah auf den Altar, und senkt wieder demütig das Haupt.
Es war alles anders geworden.
Nicht im Traum hatte er geglaubt was kommen könnte. Die Angriffe Rahals, der Schrein der Geistlichkeit der Entweiht wurde, und bei dem Rafael anfangs mit der Heiligkeit selber, Aradan und Cathal das Gröbste und am Ende mit dem Bund des Handwerkes zu Varuna die Feinarbeiten gemacht hatte um den Schrein wieder her zu stellen.
Nun gestern hatten sie sich gemeinsam zum Schrein begeben um ihn neu zu weihen.
Die Heiligkeit, Angelina, Er, Farion Le Fare, Darna von Elbenau, Cathal, der Templer Itharion, ihre Gnaden Valeth und eine Templerin die er nicht kannte.
Während die Templer den Schrein betraten ihn neu der Lichteinen weihte, blieb er mit den anderen draußen um stillschweigend der Zeremonie bei zu wohnen.
Wie lange es dauerte, vermochte er nicht einmal zu sagen, er hörte den Betenden Worten zu, die aus dem Inneren nach draußen klangen, wiederholge einige von ihnen betend und in tiefer Demut, und als die Templer wieder hinaus traten, atmete er fast auf.
Es war getan, und Rafael hoffte das die Rahaler nicht so schnell wieder kommen würde. Das sie lernten das sie niemals das was war zerstören könnten, sondern nur das was man zu sehen vermochte.
„Ritter de Arganta in einem ruhigeren Moment werde ich dich sprechen mögen.“ Als die Heiligkeit ihn so ansprach glaubte er erst noch an etwas belangloses, doch als sie lächelnd hinzufügte „Es ist mir aufgetragen durch die Herrin selbst.“ begann sein Blut in seinen Ohren zu rauschen, er schloss einen Moment die Augen und er wankte gar.
Sein Blick mochte wohl im ersten Moment fassungslos dann demütig gewesen sein als er den Kopf senkte, „Ja eure Heiligkeit. Wann immer es euch beliebt, werde ich euch aufsuchen.“ meinte er versucht ruhig, doch mochte seine Stimme sicherlich heiserer klingen, und er gar leicht stottern dabei.
„Ihr werdet es bald erkennen.“ fügte sei an, und Rafael hatte sie wieder angesehen. „Wenn.. wie... ihr meint, eure Heiligkeit.“ brachte er nur hervor, doch Alyssa hatte den Kopf geschüttelt.
„Nein mein Sohn nicht ich, es ist ihr Mal das auf dir liegt.“
Nun schwindelte ihm gewisslich, und er war froh sich am Sattel seines Pferdes festhalten zu können.
War dies ein Traum?
Er spürte die Ruhe den Frieden des Ortes der neu geweiht worden war, durch die Heiligkeit selber.
Der niemals aufgehört hatte zu sein was er war.
Wie taub fühlte er sich, als er die Heiligkeit und die Anderen zum Tempel begleitete, als stünde er selber neben sich.
Fühlte er sich anders als sonst?
Nein, das nicht. Obwohl... seit seiner Entführung damals sich vieles geändert hatte.
Er fühlte seither viel mehr Ruhe und Frieden in sich
Seit dem... Traum, da sie ihn berührt hatte.
Ihr Mildes Lächeln ihre Berührung war tief in ihn gedrungen, hatte ihn durchflutet und ihm neue Kraft und Hoffnung geben.
Aber auch Erkenntnis.
Wer wirklich glaubte, der war niemals alleine.
Temora war in einem, man musste nur sein Herz seine Seele weit genug öffnen um zu erkennen.
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Darna von Hohenfels
Es war mitten in der Nacht - mal wieder. Leise öffnete sie die Tür und lächelte, als sie die zwei Regale sah.
"Ich erhalte, indem ich gebe." Man konnte viele Gründe nennen, letzten Endes blieb nur zu sagen übrig, daß es ihr richtig vorgekommen war. Zwei kleine Regale, die hier ihren Platz gefunden hatten. Und den ganzen Weg über hatte sie sich gefragt, ob das Buch weg sein würde. Ob sie dann zornig sein würde.
Ihr schwante, daß sie es gewesen wäre, hätte sie nicht darüber nachgedacht. Welch Frivolität brauchte es, um aus dem Schrein der Geistigkeit ein Buch zu stehlen? Doch es hieß in den alten Überlieferungen, daß auch hier einst Bücher waren, nicht? Auch sie mussten ja irgendwie weggekommen sein... verschwindend wie versickerndes Wasser, wenn es niemand nachfüllte.
Verschwindend, doch wohin? Nichts verschwand einfach so. Wenn jemand das Buch nahm, dann vielleicht, weil ihm die kleine Fabel gefiel, die sie in das Buch geschrieben hatte. Dann hatte der Schrein auf eine sehr weltliche Art etwas gegeben, vielleicht brauchten manche dies. Sie dachte an die Diskussion mit Rafael. Die weltliche Präsenz der Schreine war notwendig, auch wenn in ihnen weit mehr lag, auch wenn sich in gewisser Weise nichts änderte, wenn das weltliche Gerüst fehlen würde.
"Es heißt ja nicht, daß ich plötzlich nicht mehr glaube, wenn ich einen Tag nicht bete. Oder zwei, oder wer weiß, wie viele. Doch ich verliere vielleicht den Halt, den die Gebete mir geben. Die Ruhe. Die Sicherheit daraus." Sie hatte es Adrenalon begreiflich machen wollen und war wohl daran gescheitert. War es umsonst gewesen? Wäre das Schreiben umsonst gewesen, würde jemand das Buch stehlen?
Nein.
Sie verneigte sich vor der grünen Steinplatte und seinem weißen Pendant.
Es war eine Geste, deren Geist blieb, selbst wenn das Buch in einem rahaler Feuer enden würde, geworfen mit verächtlichem Lachen von einer frevelnden Hand.
Die Ritterin zog behutsam das zweite Buch aus der Tasche. Spätestens nun wäre es Zeichen, daß dieser Schrein nicht vergessen, nicht abgelegen genug, nicht verwaist war - nicht allein... Sie sah zu dem Regal neben sich.
"Trotzdem schön, daß es noch da ist", dachte sie lächelnd und legte das Gedicht in das zweite Regal. Auch das Buch war nun nicht mehr allein.
So leise, wie sie kam, ging sie auch wieder.
"Ich erhalte, indem ich gebe." Man konnte viele Gründe nennen, letzten Endes blieb nur zu sagen übrig, daß es ihr richtig vorgekommen war. Zwei kleine Regale, die hier ihren Platz gefunden hatten. Und den ganzen Weg über hatte sie sich gefragt, ob das Buch weg sein würde. Ob sie dann zornig sein würde.
Ihr schwante, daß sie es gewesen wäre, hätte sie nicht darüber nachgedacht. Welch Frivolität brauchte es, um aus dem Schrein der Geistigkeit ein Buch zu stehlen? Doch es hieß in den alten Überlieferungen, daß auch hier einst Bücher waren, nicht? Auch sie mussten ja irgendwie weggekommen sein... verschwindend wie versickerndes Wasser, wenn es niemand nachfüllte.
Verschwindend, doch wohin? Nichts verschwand einfach so. Wenn jemand das Buch nahm, dann vielleicht, weil ihm die kleine Fabel gefiel, die sie in das Buch geschrieben hatte. Dann hatte der Schrein auf eine sehr weltliche Art etwas gegeben, vielleicht brauchten manche dies. Sie dachte an die Diskussion mit Rafael. Die weltliche Präsenz der Schreine war notwendig, auch wenn in ihnen weit mehr lag, auch wenn sich in gewisser Weise nichts änderte, wenn das weltliche Gerüst fehlen würde.
"Es heißt ja nicht, daß ich plötzlich nicht mehr glaube, wenn ich einen Tag nicht bete. Oder zwei, oder wer weiß, wie viele. Doch ich verliere vielleicht den Halt, den die Gebete mir geben. Die Ruhe. Die Sicherheit daraus." Sie hatte es Adrenalon begreiflich machen wollen und war wohl daran gescheitert. War es umsonst gewesen? Wäre das Schreiben umsonst gewesen, würde jemand das Buch stehlen?
Nein.
Sie verneigte sich vor der grünen Steinplatte und seinem weißen Pendant.
Es war eine Geste, deren Geist blieb, selbst wenn das Buch in einem rahaler Feuer enden würde, geworfen mit verächtlichem Lachen von einer frevelnden Hand.
Die Ritterin zog behutsam das zweite Buch aus der Tasche. Spätestens nun wäre es Zeichen, daß dieser Schrein nicht vergessen, nicht abgelegen genug, nicht verwaist war - nicht allein... Sie sah zu dem Regal neben sich.
"Trotzdem schön, daß es noch da ist", dachte sie lächelnd und legte das Gedicht in das zweite Regal. Auch das Buch war nun nicht mehr allein.
So leise, wie sie kam, ging sie auch wieder.