Es war ein ruhiger, drückender Tag.
Ihr Dienst wollte einfach keine Ende nehmen, es war einer dieser Tage, bei denen sie sich schon zu Beginn fragte, wann er endlich enden würde.
Vor allem stand sie sich heute die Beine in den Bauch, irgendwann versuchte sie sich mit einer Bestandsaufnahme abzulenken.
Heute wollte ihr nicht einmal einer einen guten Tag wünschen!
Als schließlich die Tür aufschwang und es einen ersten Kunden in ihr kleines Räumchen verschlug, setzte sie ihr höflichstes Lächeln auf und bemühte sich den Anwesenden in ein Gespräch zu verwickeln, allerdings hatte dieser wenig Zeit und beließ es bei knappen, jedoch freundlichen Antworten.
Fast schien es als würde dieser Tag ewiglich gehen, bis Endras von oben herab zu ihr rief, sie soll einmal aus dem Fenster blicken. Erst zögerte sie, sie konnte ihren Posten ja gar nicht aufgeben, dafür war er viel zu wichtig!
Und sie besaß eine hohe Portion Pflichtbewusstsein, also dauerte es einen weiteren Augenblick, bis sie sich einen Ruck gab und näher ans Fenster heran trat...
Das Schaben der Beine hallte in dem Gang wieder, hier und da hörte man geschäftiges Mahlen.
Es war ein ansehnlicher Bau, in dem sie sich eingefunden hatten.
Unter dem leisen, widerhallenden 'Platsch' tropfte es von manchen Stellen der Decke zu Boden, die kleinen Pfützen vermochten es kaum sie bei ihrer Arbeit zu stören, oder gar aufzuhalten.
Unaufhaltsam strömten sie voran.
Den köstlichen Geschmack des Steines... er konnte fast schon wittern was dort auf sie warten würde, wenn sie nur erst einmal dort wären!
Sie runzelte die Stirn und drückte sich das Näschen an der Scheibe platt, viel war gar nicht zu sehen, es sah aus wie ein kleiner Auflauf.
Aber warum?!?
Was taten sie denn dort?!?
All zu gern, hätte sie ihren Platz aufgegeben, wäre hinaus gerannt und hätte gefragt! Aber das kam nicht in Frage.
Und so beobachtete Sie, wie eine Scharr kleiner Schatten, rasch über den Platz huschte und Hektik in der Gruppe auszubrechen schien. Kleine Schatten? Nein, kleine.. grünlich schimmernde Käfer! Ungewöhnlich schnell und.. nagte da einer an einem Stein?!?
Kampfeslärm entfachte auf dem Platz und kaum darauf, war keines der Krabbeltiere mehr zu sehen.
Dafür sah sie nun dass, was vorher von den Menschen verdeckt war. Was war das nur?!?
Ein riesiges Loch mitten auf dem sonst so hübschen Platz!
Emsiges Treiben entstand, das Loch wurde mit Steinen verschlossen, Holz Barrikaden entstanden als Absicherung.
Noch lange stand sie an ihrem Platz am Fenster, an diesem Abend schritt sie sehr nachdenklich nach Hause.
Wo waren sie wohl her gekommen?
Hing es mit dem drückenden, warmen Wetter zusammen?
War es gar ein Fluch?
Was würde sie morgen wohl vorfinden..?
Mit einem mulmigen Gefühl schlief Kunradine an diesem Abend ein.