Verbannung ins Exil (RP-Geschichte)
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Aalina Yazir
Sie lief durch die dunkle Nacht nach Hause. Sie hatte Angst, ja. Das musste sie zugeben. Waren es doch nur noch ein paar Meter, doch begann sie zu rennen. Sie hoffte, dass Raakin fest schlafen würde, war sie sich dem doch allerdings sehr sicher. Immerhin hatte er sich darüber beklagt, dass er krank wurde. Er hätte es sicher nicht gern gesehen, wenn er sie dabei erwischt hätte, wie sie sich nachts nach Bajard geschlichen hatte. Immerhin war es zu gefährlich, viel zu gefährlich zu jener Zeit. Eine Woche. Eine verdammte Woche war es her, als sich alles zutrag. Aalina stellte sich an die Ballustrade im oberen Stockwerk, starrte in den dunklen Klosterhof. Alles war still, nur ihr leichtes Schluchzen war zu hören. Sie wollte nach Hause. Sie wollte Raakin heiraten, damit sie sich nicht weiter heimlich mit ihm treffen musste. Was würde sie darum geben, wenn sie jetzt einfach in sein Zimmer gehen könnte, mit ihm einschlafen könnte, an seiner Seite? Sie überlegte einen Moment ob sie sich zu ihm schleichen sollte, ihn wecken sollte und sich dann zu ihm legen sollte, doch war das zu gefährlich. Schließlich wollte sie ihre Ehre offiziell weiterhin bewahren. Also ging sie seufzend die Balustrade entlang streichend in Richtung ihres Zimmers. Wann würde es offiziell werden, dass sie verlobt sind? Sie hatte Geduld, sie konnte warten, doch sehnte sie sich gerade so sehr nach seiner Nähe. Es half alles nichts. Sie schloss ihre Zimmertür hinter sich, schlüpfte aus ihrem Kleid und kuschelte sich in die Laken.
Der nächste Tag begann recht früh für Aalina. Rasch stand sie auf, knüllte ihre Kleidung zusammen, hielt diese vor ihren nackten Körper, machte die Tür auf und sah nach links und rechts. Nur ein paar Schritte, dann war sie im Bad in der Hoffnung, dass sich gerade niemand darin befand eilte sie zur Tür, öffnete diese und verschwand darin. Sie musste schmunzeln, hätte sie sich vor ein paar Wochen nicht einmal getraut unverhüllt aus ihrem Bett zu steigen. Manchmal hatten die verrückten Ideen von Amira wirklich Sinn. Schmunzelnd beugte sie sich zum Wasser hinab, begann sich zu säubern und mit Ölen einzureiben - so, wie sie es jeden Morgen tat, um ihre Haut geschmeidig zu halten. Schnell zog sie sich ihre Kleidung über, ehe sie aus den Toren des Klosters in die Freiheit trat. Sie ging eine Weile spazieren, durch die Wälder, genoß die Ruhe. Sie wollte heute für sich allein sein, zumindest eine Weile des Tages. Also strich sie so durch die Wälder, immer nahe des Paladinklosters, spürte sie doch immer noch die Angst in sich. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, gewöhnte sie sich langsam daran auf dem Festland zu sein. Ja, es war schon fast so als würde sie sich langsam heimisch fühlen. Doch, ja, wenn sie tief in ihr Herz sah wusste sie, hier konnte sie auf Dauer nicht glücklich werden, selbst wenn Raakin ihr zur Seite stand. Sie riss einen Ast von einem Baum, stocherte damit im Boden des Waldes herum, lehnte sich dagegen. Es mussten Stunden vergangen sein, als sie aus ihren Gedanken hochgeschreckt ist. Sie hatte über so vieles nachgedacht. Über sich selbst, über ihre Fähigkeiten, über ihre bevorstehende Ehe, darüber, wie es nach der Ehe weitergehen würde und so weiter. Aalina hatte schon immer Angst vor neuen Dingen gehabt, so hatte sie auch irgendwo Angst davor zu heiraten. War das normal? Vielleicht sollte sie sich momentan darüber keine Gedanken machen, das würde sicherlich noch eine Weile dauern. Auch, wenn sie sich so sehr danach sehnte ihn an ihrer Seite zu haben. Diese gemischten Gefühle, diese Neugierde und die Angst, sie machten sie fast wahnsinnig. 'Lina, reiss dich zusammen, du bist erwachsen, du hast sonst doch auch alles geschafft'. Sie dachte daran, wie sie sich gegen ihre Gefühle geweigert hatte. Sie sah sich noch genau auf dem Teppich von Raakin sitzen, als sie ihn ausrollte und zurechtlegte. Da war dieser Moment als sie zu ihm sah, als sie ihm in die Augen sah und ab dem Moment war es um sie geschehen. Sie ließ es sich nicht anmerken, schließlich kämpfte sie ab diesem Zeitpunkt mit sich und ihren Gefühlen. Doch dann..? Dann kam alles anders.
Sie erhob sich vom Waldboden, schlenderte die Straßen durch Berchgard, wartete auf die Kusche. Ehe diese kam stieg sie ein, befahl dem Kutscher sie nach Bajard zu bringen während sie ihm ein Säckchen Gold nach Vorne warf. Wie sie es hasste, dieses Geschaukel der Kutsche. Doch da musste sie wohl durch. Es blieb ihr nichts weiter übrig als es zu akzeptieren, zumindest für den Moment. Der Kutscher hielt, sie stieg aus. Bajard also. Sie zupfte sich ihren Schleier zurecht, wollte sie doch nicht erkannt werden, schlenderte die Straßen dort entlang, ehe sie Amira sah. Sie stand dort, hinter einem Haus, doch Aalina hatte sie längst entdeckt. "Was machst du hier?" fragte sie diese leise. Amira sah auf, erklärte das sie frische Luft gebraucht hätte. Aalina nickte, reichte ihr ein Kleid. "Zieh das über, es ist sonst zu kalt für dich! Und du erkältest dich noch!" Amira tat, was ihre kleine Schwester ihr sagte zu deren Verwunderung. Sie setzten sich in Bajard an eine der Bänke um den kleinen Teich. Aalina erzählte Amira, dass sie gestern auf den kleinen Bruder von Aasim gestoßen waren. Amira hatte nicht einmal gewusst, das Aasim einen solchen besaß. Auch Aalina war es gestern neu gewesen, doch stachen klare Züge bei den beiden hervor, die sie nicht leugnen ließen, dass sie miteinander verwandt waren. Immerhin teilten sie den gleichen Charme. Amira fragte sie ein wenig über Mukthaar aus, erzählte Aalina ihr doch sogleich das, was sie von ihm wusste ehe sie ihn seitlich von ihnen vorbeischleichen sah. Er erblickte die beiden auch recht hastig. "Na wenn man von jemandem spricht, taucht er ja meistens auf!" Flüsterte sie zu Amira und deutete mit ihrem Kopf gen Mukthaar. Amira hatte es wohl zuerst nicht wirklich mitbekommen, was Aalina nun meinte, doch war es ihr klar, als Aalina sich so förmlich begrüßend in eine Verbeugung zwang. Sie unterhielten sich eine Weile ehe ein Mann hinzugestoßen war, sie musternd. Wie Aalina das doch hasste - gaffende Festländer. Sie atmete tief ein, versuchte ruhig zu bleiben, hoffte, er würde weitergehen. Doch das tat er wohl nicht, er schien nicht einmal daran zu denken. Sie fühlte sich wie ein Tier in einem Käfig, das man begaffen konnte, wie man es sich gerade wünschte. Und dann begann er auch noch Mukhtaar auf so dreiste Weise ausfragen zu wollen über die Geschehnisse auf Menek'Ur. Aalina bat den Herren darum, einen Omar doch nicht so dreist auszufragen, doch schien ihm weder klar noch bewusst, vor wem er stand. So wollte man ihm auch dies erklären. Der Mann nickte, schien zu verstehen. "Also wie ein Adliger.. oder?" Genau dieses, Aalina nickte. "Und die Frauen, gehören sie auch zu dem Hause?" Mukthaar sah nach dieser Frage des Mannes zu den beiden und wandte sich nickend wieder zu ihm. "Ja.. auch diese beiden!" Aalina sah Mukthaar erst fassungslos an ehe sie sein Zwinkern sah und musste dann grinsen. Wahrlich, er war ganz anders als Aasim. Er war um so vieles herzlicher und geselliger, traf man Aasim doch so selten an. Nach einiger Zeit brachen sie dann auf in die Taverne. Aalina konnte kaum glauben, das Mukhtaar sie wirklich begleiten wollte. Aber er tat es und er bestand auch darauf, dass die Damen zuerst durch die Tür traten. So saßen sie dort eine Weile, schien Mukthaar sich doch sehr für Amira zu interessieren. Er fragte sie, wo ihre Fähigkeiten liegen würden, sie antwortete. Als es um ihre Fähigkeiten des Nähens ging musste Aalina dennoch schmunzeln. Amira konnte ein wenig nähen, ja. Das musste sie gestehen. Dennoch nicht gut genug, als das sie wirklich etwas vernünftiges hätte herstellen können. Genau dies erwiderte auch Amira gegenüber ihm, was ihn dann dazu brachte, sich zu Aalina zu wenden, sich für ihr Handwerk zu interessieren. Sie erklärte ihm also, dass sie Meisterin ihres Handwerkes wäre. Er nickte anerkennend ehe er sie fragte, ob er nach ihren Händen sehen durfte. "Meine... Hände?" Er nickte. Zögerlich legte sie ihre kleinen, zarten Hände auf den Tisch, waren sie geziert von langen, gepflegten Fingernägeln. "Darf ich?" fragte er, ehe er nach ihrem Nicken zögerlich nach ihren Händen griff um sie in seiner Hand zu halten und mit einem Finger über ihren Handrücken zu streichen. Fast, als wolle er nach Spuren ihres Handwerks suchen. Doch hatte sie zarte, weiche Hände. Lange betrachtete er diese, ehe er sie sorgsam auf den Tisch zurücklegte. Und schon bald traten sie den Rückweg an, hatte sie ihm doch angeboten ihm ein warmes Bad mit Milch und Honig herzurichten. Doch wollte Mukhtaar sie noch etwas fragen, ehe sie aufbrachen. Sie sah ihn gespannt an, abwartend, was er wohl von ihr wissen wollen würde. "Weiss Raakin davon, wie du ihn ansiehst?" Wie sie ihn ansah? Wie sah sie Raakin denn an? Sie stammelte leicht, war sie doch nie so direkt auf ihren Liebsten angesprochen worden. Mukhtaar grinste sie an, fragte weiter und weiter bis er sich das zusammenreimen konnte, was er sich womöglich erdacht hatte. Und dann brachen sie endlich gemeinsam auf.
Aalina schleppte die ersten Krüge mit heissem Wasser nach oben, verschüttete die Hälfte auf dem Weg, trug den Rest leise fluchend ins Bad. Dazu goss sie Honig und Milch ins Wasser, trat wieder nach unten um Mukhtaar bescheid zu sagen, dass das Wasser bereit wäre. Er ging mit ihr nach oben, Amira wartete schon im Bad. Er trat ein, es duftete wohl ein wenig nach Honig und verschiedenen Ölen. Schnell drückte er Amira seinen Stab in die Hand, ehe er sich zu Aalina wandte. "Könntest du mir beim entkleiden helfen?" Aalina nickte und bat innerlich darum, dass Raakin jetzt nur nicht zur Tür hineinkommen sollte. Sie knöpfte ihm vorsichtig die Robe auf, ehe er sie abnahm und sie diese auf eine der Liegen legte. Dann zog sie ihm sein Hemd und den Rest seiner Klamotten aus, ehe er sich dann ins Badewasser begab. Sie legte die Kleidung abermals sorgfältig zusammen und griff nach den Krügen. "Ich geh nochmal nach unten und hole ein wenig warmes Wasser!" Mit diesen Worten ging sie nach draußen, die Krüge fest umklammert schlenderte sie den Gang entlang ehe sie verharrte. Raakin. Da stand er, schien wohl danach zu sehen ob alles ruhig war. Sie lächelte ihn zaghaft an, auch er lächelte. "Salam meine Blume!" Sie strahlte fast schon über beide Ohren als er sie begrüßte, so freute sie sich ihn zu sehen. Er schien sie lange anzusehen, ehe er danach fragte, ob sie ihm ein paar Kleidungsstücke anfertigen könnte. Sie nickte, stellte die Krüge auf dem Boden ab, fertigte die Kleidung und gab sie ihm. "Soll ich dir helfen?" Er griff schon nach den Krügen, ehe sie etwas sagen konnte. "Ich geh Wasser holen!" ... Er wollte schon losgehen als sie ihm erklärte, dass sie warmes Wasser brauchen würde. Er nickte, ging mit ihr gemeinsam in die Küche nach unten, füllte die Krüge und reichte sie ihr, als würde er irgend etwas abwarten. "Für wen ist das Wasser eigentlich? Für diesen jungen Omar?" Sein Tonfall hegte diesen abfälligen Klang. "Ich.. ich muss sie ins Bad bringen!" erwiderte Aalina dann nickend. "Ich trag sie dir nach oben, vors Bad. Reinbringen musst du sie selbst. Komm aber bloß schnell wieder raus, ich mag es nicht, wie er dich ansieht!" Aalina schmunzelte. "Amira ist bei ihm und kümmert sich um ihn!" Diese Worte schienen Raakin zu beruhigen, ehe sie ihm sagte, dass Mukhtaar längst bemerkt hatte, dass Raakin und sie zusammengehörten. "Gut.. dann sollte er sich von dir fernhalten...!" Er war unverbesserlich. Und genau das fand sie so verdammt süss an ihm. Vor dem Bad drehte sie sich noch kurz zu ihm um, gab ihm einen flüchtigen Kuss, ehe sie darin verschwand um das Wasser in die Wanne zu gießen. Amira schien den jungen Omar längst zu verwöhnen, indem sie ihn massierte. Aalina stellte die Krüge rasch ab und verließ das Bad umso schneller, bog ums Eck und sah, wie Raakin mit einem Bruder der Wüste sprach. Leise stellte sie sich daneben, sah zwischen den Beiden hin und her. Er wollte den jungen Omar sprechen, doch meinte er, hätte dies keine Eile. Doch Aalina ging nach einiger Zeit doch wieder zum Bad, um den jungen Omar darauf hinzuweisen. Der alte Menekaner und Raakin saßen in einem der vorderen Zimmer, genauer gesagt in Raakins und Hasibs Zimmer und unterhielten sich. Aalina stellte sich ins Eck, hörte den beiden zu, schnappte allerdings nur ein paar der Worte auf, die sie miteinander sprachen ehe Mukhtaar durch die Tür trat. Nach kurzem Gespräch traten Mukhtaar und der Alte Weise nach draußen. Raakin und Aalina folgten, stellten sich etwas abseits um die beiden zu beobachten. Was dort geschah war Aalina bis heute unschlüssig, war ihr nur klar, dass es sich um Magie handeln musste. Als der alte Weise wieder verschwand schien Mukhtaar etwas geschwächt, sank zu Boden. Raakin eilte zu ihm, half ihm auf. Fast hätte dies Aalina ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, so war sie sich sicher, dass sich die Beiden noch anfreunden würden. Gemeinsamkeiten verbinden und immerhin hatten sie sich allem Anschein nach beide der Magie verschworen. Mukhtaar lies sich von Raakin helfen, als er wieder aufrecht auf beiden Beinen stand, wandte er sich zu den Beiden, verabschiedete sich in die Nacht. Er wollte noch nachdenken. "Ich wünsche, dass ihr zwei euch einen schönen Abend macht, habt ihr verstanden?" Mit diesen Worten verschwand Mukhtaar in der Nacht. Raakin wandte sich dann zu ihr, griff nach ihrer Hand. "Wir sollten dem jungen Prinzen keinen Wunsch ausschlagen, hm?" Sie schmunzelte und er schlang seine Hände um ihren Hinterkopf und gab ihr einen langen Kuss, ehe er sie an ihrer Hand mit sich zog. Wo wollte er hin? Schnell ging er mit ihr die Treppen nach oben, rannte schon fast den Flur mit ihr entlang, öffnete die Tür zum Bad, zog sie mit hinein. Dort ließ er ihre Hand los. Sie streifte die Kleidung von ihrem Körper, ließ sie auf den Boden fallen und sprang zu ihm ins Wasser. Und so ließen sie den Abend ruhig ausklingen...
Der nächste Tag begann recht früh für Aalina. Rasch stand sie auf, knüllte ihre Kleidung zusammen, hielt diese vor ihren nackten Körper, machte die Tür auf und sah nach links und rechts. Nur ein paar Schritte, dann war sie im Bad in der Hoffnung, dass sich gerade niemand darin befand eilte sie zur Tür, öffnete diese und verschwand darin. Sie musste schmunzeln, hätte sie sich vor ein paar Wochen nicht einmal getraut unverhüllt aus ihrem Bett zu steigen. Manchmal hatten die verrückten Ideen von Amira wirklich Sinn. Schmunzelnd beugte sie sich zum Wasser hinab, begann sich zu säubern und mit Ölen einzureiben - so, wie sie es jeden Morgen tat, um ihre Haut geschmeidig zu halten. Schnell zog sie sich ihre Kleidung über, ehe sie aus den Toren des Klosters in die Freiheit trat. Sie ging eine Weile spazieren, durch die Wälder, genoß die Ruhe. Sie wollte heute für sich allein sein, zumindest eine Weile des Tages. Also strich sie so durch die Wälder, immer nahe des Paladinklosters, spürte sie doch immer noch die Angst in sich. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, gewöhnte sie sich langsam daran auf dem Festland zu sein. Ja, es war schon fast so als würde sie sich langsam heimisch fühlen. Doch, ja, wenn sie tief in ihr Herz sah wusste sie, hier konnte sie auf Dauer nicht glücklich werden, selbst wenn Raakin ihr zur Seite stand. Sie riss einen Ast von einem Baum, stocherte damit im Boden des Waldes herum, lehnte sich dagegen. Es mussten Stunden vergangen sein, als sie aus ihren Gedanken hochgeschreckt ist. Sie hatte über so vieles nachgedacht. Über sich selbst, über ihre Fähigkeiten, über ihre bevorstehende Ehe, darüber, wie es nach der Ehe weitergehen würde und so weiter. Aalina hatte schon immer Angst vor neuen Dingen gehabt, so hatte sie auch irgendwo Angst davor zu heiraten. War das normal? Vielleicht sollte sie sich momentan darüber keine Gedanken machen, das würde sicherlich noch eine Weile dauern. Auch, wenn sie sich so sehr danach sehnte ihn an ihrer Seite zu haben. Diese gemischten Gefühle, diese Neugierde und die Angst, sie machten sie fast wahnsinnig. 'Lina, reiss dich zusammen, du bist erwachsen, du hast sonst doch auch alles geschafft'. Sie dachte daran, wie sie sich gegen ihre Gefühle geweigert hatte. Sie sah sich noch genau auf dem Teppich von Raakin sitzen, als sie ihn ausrollte und zurechtlegte. Da war dieser Moment als sie zu ihm sah, als sie ihm in die Augen sah und ab dem Moment war es um sie geschehen. Sie ließ es sich nicht anmerken, schließlich kämpfte sie ab diesem Zeitpunkt mit sich und ihren Gefühlen. Doch dann..? Dann kam alles anders.
Sie erhob sich vom Waldboden, schlenderte die Straßen durch Berchgard, wartete auf die Kusche. Ehe diese kam stieg sie ein, befahl dem Kutscher sie nach Bajard zu bringen während sie ihm ein Säckchen Gold nach Vorne warf. Wie sie es hasste, dieses Geschaukel der Kutsche. Doch da musste sie wohl durch. Es blieb ihr nichts weiter übrig als es zu akzeptieren, zumindest für den Moment. Der Kutscher hielt, sie stieg aus. Bajard also. Sie zupfte sich ihren Schleier zurecht, wollte sie doch nicht erkannt werden, schlenderte die Straßen dort entlang, ehe sie Amira sah. Sie stand dort, hinter einem Haus, doch Aalina hatte sie längst entdeckt. "Was machst du hier?" fragte sie diese leise. Amira sah auf, erklärte das sie frische Luft gebraucht hätte. Aalina nickte, reichte ihr ein Kleid. "Zieh das über, es ist sonst zu kalt für dich! Und du erkältest dich noch!" Amira tat, was ihre kleine Schwester ihr sagte zu deren Verwunderung. Sie setzten sich in Bajard an eine der Bänke um den kleinen Teich. Aalina erzählte Amira, dass sie gestern auf den kleinen Bruder von Aasim gestoßen waren. Amira hatte nicht einmal gewusst, das Aasim einen solchen besaß. Auch Aalina war es gestern neu gewesen, doch stachen klare Züge bei den beiden hervor, die sie nicht leugnen ließen, dass sie miteinander verwandt waren. Immerhin teilten sie den gleichen Charme. Amira fragte sie ein wenig über Mukthaar aus, erzählte Aalina ihr doch sogleich das, was sie von ihm wusste ehe sie ihn seitlich von ihnen vorbeischleichen sah. Er erblickte die beiden auch recht hastig. "Na wenn man von jemandem spricht, taucht er ja meistens auf!" Flüsterte sie zu Amira und deutete mit ihrem Kopf gen Mukthaar. Amira hatte es wohl zuerst nicht wirklich mitbekommen, was Aalina nun meinte, doch war es ihr klar, als Aalina sich so förmlich begrüßend in eine Verbeugung zwang. Sie unterhielten sich eine Weile ehe ein Mann hinzugestoßen war, sie musternd. Wie Aalina das doch hasste - gaffende Festländer. Sie atmete tief ein, versuchte ruhig zu bleiben, hoffte, er würde weitergehen. Doch das tat er wohl nicht, er schien nicht einmal daran zu denken. Sie fühlte sich wie ein Tier in einem Käfig, das man begaffen konnte, wie man es sich gerade wünschte. Und dann begann er auch noch Mukhtaar auf so dreiste Weise ausfragen zu wollen über die Geschehnisse auf Menek'Ur. Aalina bat den Herren darum, einen Omar doch nicht so dreist auszufragen, doch schien ihm weder klar noch bewusst, vor wem er stand. So wollte man ihm auch dies erklären. Der Mann nickte, schien zu verstehen. "Also wie ein Adliger.. oder?" Genau dieses, Aalina nickte. "Und die Frauen, gehören sie auch zu dem Hause?" Mukthaar sah nach dieser Frage des Mannes zu den beiden und wandte sich nickend wieder zu ihm. "Ja.. auch diese beiden!" Aalina sah Mukthaar erst fassungslos an ehe sie sein Zwinkern sah und musste dann grinsen. Wahrlich, er war ganz anders als Aasim. Er war um so vieles herzlicher und geselliger, traf man Aasim doch so selten an. Nach einiger Zeit brachen sie dann auf in die Taverne. Aalina konnte kaum glauben, das Mukhtaar sie wirklich begleiten wollte. Aber er tat es und er bestand auch darauf, dass die Damen zuerst durch die Tür traten. So saßen sie dort eine Weile, schien Mukthaar sich doch sehr für Amira zu interessieren. Er fragte sie, wo ihre Fähigkeiten liegen würden, sie antwortete. Als es um ihre Fähigkeiten des Nähens ging musste Aalina dennoch schmunzeln. Amira konnte ein wenig nähen, ja. Das musste sie gestehen. Dennoch nicht gut genug, als das sie wirklich etwas vernünftiges hätte herstellen können. Genau dies erwiderte auch Amira gegenüber ihm, was ihn dann dazu brachte, sich zu Aalina zu wenden, sich für ihr Handwerk zu interessieren. Sie erklärte ihm also, dass sie Meisterin ihres Handwerkes wäre. Er nickte anerkennend ehe er sie fragte, ob er nach ihren Händen sehen durfte. "Meine... Hände?" Er nickte. Zögerlich legte sie ihre kleinen, zarten Hände auf den Tisch, waren sie geziert von langen, gepflegten Fingernägeln. "Darf ich?" fragte er, ehe er nach ihrem Nicken zögerlich nach ihren Händen griff um sie in seiner Hand zu halten und mit einem Finger über ihren Handrücken zu streichen. Fast, als wolle er nach Spuren ihres Handwerks suchen. Doch hatte sie zarte, weiche Hände. Lange betrachtete er diese, ehe er sie sorgsam auf den Tisch zurücklegte. Und schon bald traten sie den Rückweg an, hatte sie ihm doch angeboten ihm ein warmes Bad mit Milch und Honig herzurichten. Doch wollte Mukhtaar sie noch etwas fragen, ehe sie aufbrachen. Sie sah ihn gespannt an, abwartend, was er wohl von ihr wissen wollen würde. "Weiss Raakin davon, wie du ihn ansiehst?" Wie sie ihn ansah? Wie sah sie Raakin denn an? Sie stammelte leicht, war sie doch nie so direkt auf ihren Liebsten angesprochen worden. Mukhtaar grinste sie an, fragte weiter und weiter bis er sich das zusammenreimen konnte, was er sich womöglich erdacht hatte. Und dann brachen sie endlich gemeinsam auf.
Aalina schleppte die ersten Krüge mit heissem Wasser nach oben, verschüttete die Hälfte auf dem Weg, trug den Rest leise fluchend ins Bad. Dazu goss sie Honig und Milch ins Wasser, trat wieder nach unten um Mukhtaar bescheid zu sagen, dass das Wasser bereit wäre. Er ging mit ihr nach oben, Amira wartete schon im Bad. Er trat ein, es duftete wohl ein wenig nach Honig und verschiedenen Ölen. Schnell drückte er Amira seinen Stab in die Hand, ehe er sich zu Aalina wandte. "Könntest du mir beim entkleiden helfen?" Aalina nickte und bat innerlich darum, dass Raakin jetzt nur nicht zur Tür hineinkommen sollte. Sie knöpfte ihm vorsichtig die Robe auf, ehe er sie abnahm und sie diese auf eine der Liegen legte. Dann zog sie ihm sein Hemd und den Rest seiner Klamotten aus, ehe er sich dann ins Badewasser begab. Sie legte die Kleidung abermals sorgfältig zusammen und griff nach den Krügen. "Ich geh nochmal nach unten und hole ein wenig warmes Wasser!" Mit diesen Worten ging sie nach draußen, die Krüge fest umklammert schlenderte sie den Gang entlang ehe sie verharrte. Raakin. Da stand er, schien wohl danach zu sehen ob alles ruhig war. Sie lächelte ihn zaghaft an, auch er lächelte. "Salam meine Blume!" Sie strahlte fast schon über beide Ohren als er sie begrüßte, so freute sie sich ihn zu sehen. Er schien sie lange anzusehen, ehe er danach fragte, ob sie ihm ein paar Kleidungsstücke anfertigen könnte. Sie nickte, stellte die Krüge auf dem Boden ab, fertigte die Kleidung und gab sie ihm. "Soll ich dir helfen?" Er griff schon nach den Krügen, ehe sie etwas sagen konnte. "Ich geh Wasser holen!" ... Er wollte schon losgehen als sie ihm erklärte, dass sie warmes Wasser brauchen würde. Er nickte, ging mit ihr gemeinsam in die Küche nach unten, füllte die Krüge und reichte sie ihr, als würde er irgend etwas abwarten. "Für wen ist das Wasser eigentlich? Für diesen jungen Omar?" Sein Tonfall hegte diesen abfälligen Klang. "Ich.. ich muss sie ins Bad bringen!" erwiderte Aalina dann nickend. "Ich trag sie dir nach oben, vors Bad. Reinbringen musst du sie selbst. Komm aber bloß schnell wieder raus, ich mag es nicht, wie er dich ansieht!" Aalina schmunzelte. "Amira ist bei ihm und kümmert sich um ihn!" Diese Worte schienen Raakin zu beruhigen, ehe sie ihm sagte, dass Mukhtaar längst bemerkt hatte, dass Raakin und sie zusammengehörten. "Gut.. dann sollte er sich von dir fernhalten...!" Er war unverbesserlich. Und genau das fand sie so verdammt süss an ihm. Vor dem Bad drehte sie sich noch kurz zu ihm um, gab ihm einen flüchtigen Kuss, ehe sie darin verschwand um das Wasser in die Wanne zu gießen. Amira schien den jungen Omar längst zu verwöhnen, indem sie ihn massierte. Aalina stellte die Krüge rasch ab und verließ das Bad umso schneller, bog ums Eck und sah, wie Raakin mit einem Bruder der Wüste sprach. Leise stellte sie sich daneben, sah zwischen den Beiden hin und her. Er wollte den jungen Omar sprechen, doch meinte er, hätte dies keine Eile. Doch Aalina ging nach einiger Zeit doch wieder zum Bad, um den jungen Omar darauf hinzuweisen. Der alte Menekaner und Raakin saßen in einem der vorderen Zimmer, genauer gesagt in Raakins und Hasibs Zimmer und unterhielten sich. Aalina stellte sich ins Eck, hörte den beiden zu, schnappte allerdings nur ein paar der Worte auf, die sie miteinander sprachen ehe Mukhtaar durch die Tür trat. Nach kurzem Gespräch traten Mukhtaar und der Alte Weise nach draußen. Raakin und Aalina folgten, stellten sich etwas abseits um die beiden zu beobachten. Was dort geschah war Aalina bis heute unschlüssig, war ihr nur klar, dass es sich um Magie handeln musste. Als der alte Weise wieder verschwand schien Mukhtaar etwas geschwächt, sank zu Boden. Raakin eilte zu ihm, half ihm auf. Fast hätte dies Aalina ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, so war sie sich sicher, dass sich die Beiden noch anfreunden würden. Gemeinsamkeiten verbinden und immerhin hatten sie sich allem Anschein nach beide der Magie verschworen. Mukhtaar lies sich von Raakin helfen, als er wieder aufrecht auf beiden Beinen stand, wandte er sich zu den Beiden, verabschiedete sich in die Nacht. Er wollte noch nachdenken. "Ich wünsche, dass ihr zwei euch einen schönen Abend macht, habt ihr verstanden?" Mit diesen Worten verschwand Mukhtaar in der Nacht. Raakin wandte sich dann zu ihr, griff nach ihrer Hand. "Wir sollten dem jungen Prinzen keinen Wunsch ausschlagen, hm?" Sie schmunzelte und er schlang seine Hände um ihren Hinterkopf und gab ihr einen langen Kuss, ehe er sie an ihrer Hand mit sich zog. Wo wollte er hin? Schnell ging er mit ihr die Treppen nach oben, rannte schon fast den Flur mit ihr entlang, öffnete die Tür zum Bad, zog sie mit hinein. Dort ließ er ihre Hand los. Sie streifte die Kleidung von ihrem Körper, ließ sie auf den Boden fallen und sprang zu ihm ins Wasser. Und so ließen sie den Abend ruhig ausklingen...
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Mujaahid Asif
Durch den kalten Wind, der ihm über den Nacken streichte, zog Mujaahid den Kopf ein und blickte mit den zusammengekniffenen Augen auf den Platz, wo man sich mit ihm treffen wollte. Die Sicht war schlecht, man konnte sagen, dass eine wabernde Nebelschicht vor seinen Augen lag, außerdem kam hinzu, dass er durch die Dunkelheit kaum einen Fuss vor den anderen setzen konnte, ohne wieder nach neuem Halt suchen zu müssen. Die Tage waren schwer - sein seelisches Wohlbefinden war am Boden und seinem Körper ging es dementsprechend ebenso schlecht. Er fühlte sich, als würde alles um ihn herum gegen ihn aggieren, der feuchtnasse Boden, die schlechte Sicht, sämtliches Gepäck auf seinem Rücken, was ihn niederdrücken drohte.
Dann war da plötzlich der schlimme Schmerz in seinen Beinen, die Waden waren zusammengezogen und nur noch Krämpfe zuckten durch ihn durch. Es gab schon viel, was er an Verletzungen erleiden musste, aber so etwas - daran konnte man sich niemals gewöhnen. Er versuchte trotz der Schmerzen noch einen weiteren Schritt zu machen, hing aber fest. Die Beine wollten nicht, wie sein Kopf wollte. Die einfachste Bewegung war zu höchster Qual geworden und er schnaufte genervt durch die Situation in der er war. Dann traute er sich letztendlich nach unten zu blicken, ehe er dann erkannte, was wirklich war. Durch beide Beine hatten sich die spitzen Metallstacheln gebohrt. Alles war voller Blut, die Lederhosen völlig zerfetzt. So einen Feind hatte er nicht erwartet, gegen jeden anderen hätte er seinen Säbel geschwungen, aber hier konnte er nichts ausrichten. Seine Heilkünste sagten ihm, dass es völlig unmöglich war, sich jemals aus seiner Lage zu befreien - es war sehr wahrscheinlich, dass er noch hier verbluten würde. Doch noch während er sich die Gedanken machte...
Der Dolch traf ihm in den Rücken und bohrte sich durch lebenswichtige Organe, gerade so, als hätte sich jemand die Mühe gemacht, ihn noch eine ganze Weile leben zu lassen. Leidend und quängelt, in den Momenten, wo er nur noch an den eigenen Schmerz denken konnte.
In seinen Augenwinkeln sah er einen Schatten hinter sich ...
Dann war da plötzlich der schlimme Schmerz in seinen Beinen, die Waden waren zusammengezogen und nur noch Krämpfe zuckten durch ihn durch. Es gab schon viel, was er an Verletzungen erleiden musste, aber so etwas - daran konnte man sich niemals gewöhnen. Er versuchte trotz der Schmerzen noch einen weiteren Schritt zu machen, hing aber fest. Die Beine wollten nicht, wie sein Kopf wollte. Die einfachste Bewegung war zu höchster Qual geworden und er schnaufte genervt durch die Situation in der er war. Dann traute er sich letztendlich nach unten zu blicken, ehe er dann erkannte, was wirklich war. Durch beide Beine hatten sich die spitzen Metallstacheln gebohrt. Alles war voller Blut, die Lederhosen völlig zerfetzt. So einen Feind hatte er nicht erwartet, gegen jeden anderen hätte er seinen Säbel geschwungen, aber hier konnte er nichts ausrichten. Seine Heilkünste sagten ihm, dass es völlig unmöglich war, sich jemals aus seiner Lage zu befreien - es war sehr wahrscheinlich, dass er noch hier verbluten würde. Doch noch während er sich die Gedanken machte...
Der Dolch traf ihm in den Rücken und bohrte sich durch lebenswichtige Organe, gerade so, als hätte sich jemand die Mühe gemacht, ihn noch eine ganze Weile leben zu lassen. Leidend und quängelt, in den Momenten, wo er nur noch an den eigenen Schmerz denken konnte.
In seinen Augenwinkeln sah er einen Schatten hinter sich ...
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Aalina Yazir
Den ganzen Tag ging sie heute schon nervös auf und ab. Seit sie von ihrer Jagd die letzte Nacht nach Hause kam hatte sie ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Zwar beruhigte sie sich ein wenig, als Raakin in der Nacht urplötzlich in der Dunkelheit aufgetaucht war und sie noch ein wenig zum Jagen begleitete. Auch lachte sie ab und an herzhaft auf, als sie ihn auf die paar Kisten zuspringen sah und er sich davorkniete und einfach nur zu süss war. Sie lachte, als er sie mit dieser verbogenen Krone auf dem Kopf anlächelte und sich fühlte, wie ein kleiner König. Auch als sie sich die Würste aus dem Ork geklaut hatte, den sie umgelegt hatten, musste sie lachen als er sie so gespielt angewidert angesehen hatte. "Die waren bestimmt aus Menschenfleisch...!" hatte er durch das Dunkel der Höhle geworfen. Gerade Raakin, der sich doch bei ihrem ersten Treffen das Wasser aus der Tränke für die Pferde geschöpft hatte wagte sich, sie damit aufzuziehen? Es war erheiternd gewesen, und ja, auch wenn sie die Heimat so sehr vermisste konnte sie mit ihm doch immer wieder herzhaft lachen.
Aber jetzt stand sie am nächsten Tag zuhause, hatte gerade die Maße für Fareeds Rüstung genommen, als sie auf einmal zusammensackte. Sie versuchte sich noch an dem Stuhl zu halten, doch fiel dieser zusammen mit ihr um und knallte auf den harten Marmorboden. Was war geschehen? Warum spürte sie auf einmal überall diese Stiche? Warum brannte ihre Haut so? Sie versuchte sich aufzuraffen, sah auf dem Marmorboden das Blut tropfen ehe sie mit ihrer Hand versuchte ihre Stirn und Schläfe abzutasten, um dann abermals zu versuchen sich mit ihren blutverschmierten Händen aufzuraffen. Als ihr dies nach einer Weile gelang kletterte sie die Stufen nach oben, ihre Hand an ihre Schläfe gelegt und ging auf ihr Zimmer, trat vor die Kommode. 'Das hast du wieder fein gemacht' Sie blickte auf die Platzwunde. Schnell nahm sie ein paar Stoffe, tauchte dieses in Wasser und reinigte die Wunde. Als sie die Blutung einigermaßen gestoppt hatte, griff sie zu Nadel und Faden. Sie wusste, es würde schmerzhaft werden, wenn sie ihre Wunde alleine nähen würde, doch blieb ihr gerade nicht viel anderes übrig. Es war niemand da, der es sonst hätte übernehmen können. Also begann sie sich Nadel und Garn vorsichtig durch die Haut zu ziehen. Was war geschehen? Was hatte sie auf einmal dazu getrieben auf den Boden zu sacken? Es hatte sich angefühlt als wären ihre Beine auf einmal taub geworden, einfach so. Es war das Wetter, ja. Darauf hatte sie es geschoben. Aber warum hatte sie dann jetzt immer noch dieses unheimliche Gefühl? Sie rannte zurück in den Klosterhof, wischte das Blut vom Boden auf als sich eine graue Wolke über die Restsonne im Winter schob. Irgendetwas war passiert, da war sie sich fast schon sicher. Schnell eilte sie die Treppen nach oben.
Aber jetzt stand sie am nächsten Tag zuhause, hatte gerade die Maße für Fareeds Rüstung genommen, als sie auf einmal zusammensackte. Sie versuchte sich noch an dem Stuhl zu halten, doch fiel dieser zusammen mit ihr um und knallte auf den harten Marmorboden. Was war geschehen? Warum spürte sie auf einmal überall diese Stiche? Warum brannte ihre Haut so? Sie versuchte sich aufzuraffen, sah auf dem Marmorboden das Blut tropfen ehe sie mit ihrer Hand versuchte ihre Stirn und Schläfe abzutasten, um dann abermals zu versuchen sich mit ihren blutverschmierten Händen aufzuraffen. Als ihr dies nach einer Weile gelang kletterte sie die Stufen nach oben, ihre Hand an ihre Schläfe gelegt und ging auf ihr Zimmer, trat vor die Kommode. 'Das hast du wieder fein gemacht' Sie blickte auf die Platzwunde. Schnell nahm sie ein paar Stoffe, tauchte dieses in Wasser und reinigte die Wunde. Als sie die Blutung einigermaßen gestoppt hatte, griff sie zu Nadel und Faden. Sie wusste, es würde schmerzhaft werden, wenn sie ihre Wunde alleine nähen würde, doch blieb ihr gerade nicht viel anderes übrig. Es war niemand da, der es sonst hätte übernehmen können. Also begann sie sich Nadel und Garn vorsichtig durch die Haut zu ziehen. Was war geschehen? Was hatte sie auf einmal dazu getrieben auf den Boden zu sacken? Es hatte sich angefühlt als wären ihre Beine auf einmal taub geworden, einfach so. Es war das Wetter, ja. Darauf hatte sie es geschoben. Aber warum hatte sie dann jetzt immer noch dieses unheimliche Gefühl? Sie rannte zurück in den Klosterhof, wischte das Blut vom Boden auf als sich eine graue Wolke über die Restsonne im Winter schob. Irgendetwas war passiert, da war sie sich fast schon sicher. Schnell eilte sie die Treppen nach oben.
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Sharie Ifrey
Sie irrte nun schon seid einem Tag suchend auf Gerimor herum, um Mujaahid zu finden. Doch bis jetzt war die Suche erfolglos. Einmal traf sie auf Menekaner, die Treuen Untergebenen wie sie genannt wurden. Schnell huschte Sharie zwischen zwei Häusern hinduch um sich zu verstecken. Dank ihrer Vermummten Begleidung blieb sie unbekannt, und atmete einmal Tief aus.
Sie frage einige Wilden ob sie einen Mann gesehn hätten der auf Mujas beschreibung passt und ein paar Hinweise bekam sie auch, wenn auch sogut wie alle auf nichts zu trafen. ‘Noch den Letzten für Heute’ sagte sie zu sich, und folge der Beschreibung des Festländers.
Es hatte schon zu dämmern begonnen als sie an dem beschriebenen Ort ankam. Der Abend wirkte seltsam kühl und befremdend, was wohl nicht auch nur an der unheimlichen Ätmosphäre lag, den die Nebelschaden bewirkten, sondern auch ein mulmiges, stechendes Gefühl in ihrer Magengend. Sie schnürrte nochmals ihren Gurt um den Bauch fest und trat dann in den Dunst ein. Die Sicht war schlecht und betrug vielleicht nur 1-2 Meter, sodas alle Slihuetten in dem grau-weis unter gingen. Mit Vorsichtigen Schritten Tastete sich sie voran und konzentrierte sich auf ihr Gehör, denn allein auf ihre Augen konnte sie sich nichtmehr verlassen.
Von ganz weit hörte sie ein rascheln und ein darauffolgenden dumpfen Schalg. Was war das? Mit gezielteren Schritten bewegte sich sich in die Richtung aus dem die Laute kamen. Ihre ganzen Sinne waren bis zum äussersten gereizt. Sofort zu reagieren falls jemand sich auf sie Stürzen sollte. Doch es passierte nichts. Sie ging immer weiter, und mittlerweile dachte sie schon fast das sie sich die Geräusche eingebildet hatte, als sie an was weiches mit den Füßen stieß und fast zu Boden viel.
Da lag er; ihr geliebter Mujaahid. Bewusstlos und zur Seite gekrümmt mit einem Dolch tief im Rücken steckend in einer Lache aus Blut. Ihr Herz zog sich zusammen, fast so als ob eine Hand danach Griff und es mit aller Gewalt zusammen drückte. Mit dem stechenden Gefühl in der Brust und einem seufzenden Aufschrei lies sie sich auf die Knie fallen, und zog mit einem Ruck den Dolch aus den Rücken, und drehte Muja dann auf den Rücken. Den Kopf halb auf ihrem Schoß, halb in ihren Händen haltend fühlte sie nach seinem Puls am Hals. Noch war er da, ganz schwach war er zu spüren, so als ob das Herz den schweren Wunden und dem Blutverlust protzen wollte, um nochmal zu zeigen wozu dieser Körper im stande war….
Sie frage einige Wilden ob sie einen Mann gesehn hätten der auf Mujas beschreibung passt und ein paar Hinweise bekam sie auch, wenn auch sogut wie alle auf nichts zu trafen. ‘Noch den Letzten für Heute’ sagte sie zu sich, und folge der Beschreibung des Festländers.
Es hatte schon zu dämmern begonnen als sie an dem beschriebenen Ort ankam. Der Abend wirkte seltsam kühl und befremdend, was wohl nicht auch nur an der unheimlichen Ätmosphäre lag, den die Nebelschaden bewirkten, sondern auch ein mulmiges, stechendes Gefühl in ihrer Magengend. Sie schnürrte nochmals ihren Gurt um den Bauch fest und trat dann in den Dunst ein. Die Sicht war schlecht und betrug vielleicht nur 1-2 Meter, sodas alle Slihuetten in dem grau-weis unter gingen. Mit Vorsichtigen Schritten Tastete sich sie voran und konzentrierte sich auf ihr Gehör, denn allein auf ihre Augen konnte sie sich nichtmehr verlassen.
Von ganz weit hörte sie ein rascheln und ein darauffolgenden dumpfen Schalg. Was war das? Mit gezielteren Schritten bewegte sich sich in die Richtung aus dem die Laute kamen. Ihre ganzen Sinne waren bis zum äussersten gereizt. Sofort zu reagieren falls jemand sich auf sie Stürzen sollte. Doch es passierte nichts. Sie ging immer weiter, und mittlerweile dachte sie schon fast das sie sich die Geräusche eingebildet hatte, als sie an was weiches mit den Füßen stieß und fast zu Boden viel.
Da lag er; ihr geliebter Mujaahid. Bewusstlos und zur Seite gekrümmt mit einem Dolch tief im Rücken steckend in einer Lache aus Blut. Ihr Herz zog sich zusammen, fast so als ob eine Hand danach Griff und es mit aller Gewalt zusammen drückte. Mit dem stechenden Gefühl in der Brust und einem seufzenden Aufschrei lies sie sich auf die Knie fallen, und zog mit einem Ruck den Dolch aus den Rücken, und drehte Muja dann auf den Rücken. Den Kopf halb auf ihrem Schoß, halb in ihren Händen haltend fühlte sie nach seinem Puls am Hals. Noch war er da, ganz schwach war er zu spüren, so als ob das Herz den schweren Wunden und dem Blutverlust protzen wollte, um nochmal zu zeigen wozu dieser Körper im stande war….
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Mujaahid Asif
Als er aufblickte, sah er in das wunderschöne Gesicht seiner Liebste. Der Schmerz war jetzt vorbei, der Körper war völlig tot. Als wollte er diesen Augenblick nur noch von seinem Geiste her leben, um ihr etwas zu zeigen, oder zu sagen. Vielleicht ging es auch nur darum, ein letztes Mal ihr hübsches Gesicht zu sehen, oder sie greifen zu können. Mit letzter Kraft, die Zähne aufeinanderbeissend, hob er die Hand schwerfällig an. Der Schnitt in seiner Niere riss auf, Blut lief heraus, abermals kam ein Krampf über ihn herein - er wusste, dass es sein Tod war - viel zu oft hatte Eluive dem Krieger das Leben gerettet, manchmal auch in der Form von Madeeha, mit ihren heilenden Händen. Aber er war zufrieden, er konnte sich in diesem Moment keine Sorgen mehr machen, als hätte er etwas in seinem Leben falsch gemacht. Die Hand griff an ihre Wange und blieb dort ruhen, während sich nun ein Lächeln auf seine Lippen legte und ihm ein Seufzen entglitt. Der Blutverlust war inzwischen enorm und seine warme Flüssigkeit tauchte-sickerte in ihre Kleidung hinein. Nur ein letztes Wort brachten seine Lippen hervor, bevor dann gänzlich das kräfitge Kämpferherz aussetzte: "Frieden."
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Sharie Ifrey
Ihre Augen füllten sich bereits mit Tränen, als sie seine Hand auf ihrer Wange spürte. Sanft legte sie ihre Hand auf seine und drückte sie an sich. Das warme Blut, aus der Wunde am Rücken, war bereits durch ihre Kleidung geronnen, und sie bemerkte die Feuchtigkeit auf ihrem Schoß. Doch es war ihr egal. So zwang sie sich zu einem Lächeln, wenngleich es auch eher missglückte und bitter wirkte, doch sie wollte nicht das er sie zum letzten mal mit einem traurigem Gesicht sah. Beruhigend strich sie mit der anderen hand ein letztes mal über seine Wange, als die übrig gebliebene Lebenskraft aus ihm wich mit dem letzten Seufzer der über seine Lippen glitt. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen in dem Moment und voller Trauer, Entsetzten und Schmerz schrie sie ein „ NEIN“ aus das hallend durch den Nebel klang, dabei drückte ihre Hand fest die seinige, die sich noch an ihrer Wange befand. Stumme Tränen rannen aus ihren braunen Augen, und fielen einfach so auf den toten Körper hinab.
Wie war das nur geschehen? Wer rammte Mujaahid den Dolch in den Rücken? Warum gerade er? Weshalb war das Schicksal so hart mit ihr und entriss ihr auf so brutale Art und Weise ihr Glück zum zweiten mal im Leben? Wieso wurde sie sosehr von Eluive gestraft? Womit hatte sie das verdient? Welcher Fluch musste auf ihr lasten, das früher oder später jedes Glück zerbarst, wie ein einfaches Glas das zu Boden fiel und nur noch viele Scherben zurück lies ?
Immer wieder schossen ihr die Gedanken durch den Kopf, und die vernarbten Wunden in ihrem Herzen rissen dabei erneut auf, und schnitten sich bei jedem male wieder etwas Tiefer hinein.
Minuten oder Stunden saß sie einfach nur so da, nicht bemerkend in welchem Teil die Zeit sich bewegte. Wie in Trance war sie sitzen geblieben sich nicht mehr rührend. Der Schock war noch zu frisch, als das sie einen klaren Gedanken hätte fassen können...
Wie war das nur geschehen? Wer rammte Mujaahid den Dolch in den Rücken? Warum gerade er? Weshalb war das Schicksal so hart mit ihr und entriss ihr auf so brutale Art und Weise ihr Glück zum zweiten mal im Leben? Wieso wurde sie sosehr von Eluive gestraft? Womit hatte sie das verdient? Welcher Fluch musste auf ihr lasten, das früher oder später jedes Glück zerbarst, wie ein einfaches Glas das zu Boden fiel und nur noch viele Scherben zurück lies ?
Immer wieder schossen ihr die Gedanken durch den Kopf, und die vernarbten Wunden in ihrem Herzen rissen dabei erneut auf, und schnitten sich bei jedem male wieder etwas Tiefer hinein.
Minuten oder Stunden saß sie einfach nur so da, nicht bemerkend in welchem Teil die Zeit sich bewegte. Wie in Trance war sie sitzen geblieben sich nicht mehr rührend. Der Schock war noch zu frisch, als das sie einen klaren Gedanken hätte fassen können...
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Aalina Yazir
Sie schlich nun schon den ganzen Tag herum. Was machte sie eigentlich sonst noch, außer sich durch die Wälder und Städte zu schleichen? Nichts. Nun gut, das war so nun auch nicht richtig, aber zur Zeit war sie gerne draußen. Sie musste unter Menschen, wenn sie sich schon nicht unter ihrem Volk sehen lassen konnte.
So geschah es, dass sie durch Bajard schlenderte. Als sie gerade an den untersten Zipfel Bajards lief - dort hielt sie sich gerne auf um nachzudenken - sah sie doch ein ihr bekanntes Gesicht vor sich, die Angel ins Wasser auswerfend. Sie sah schmunzelnd zu ihm, blieb ruhig auf dem Fleck stehen, hatte er sie wohl nicht gehört, wie sie auf ihn zutrat. Immerhin musste sie es genießen einen Omar beim Fischen zu beobachten. Als er dann einmal aufgähnte, durchbrach ihre sanfte Stimme die Dämmerung: "Müde?"
Mukhtaar drehte sich zu ihr um, sah sie, lächelte sie an, ehe sie langsam zu ihm ging und sich vor ihm verneigte. Er fragte sie, ob sie sich nicht zu ihm setzen wolle und ihm vom gestrigen Abend erzählen wolle, wie er sich noch weiter zugetragen hatte. Aalina schmunzelte nur, setzte sich zu ihm, ehe sie über viele Dinge sprachen. Darüber, dass er durch viele Länder reiste, darüber, dass Aalina noch wenig der anderen Länder gesehen hatte. Daraufhin bat er ihr an, sie einmal auf eine seiner Reisen mitzunehmen. Aalina lächelte, doch lehnte sie ab, allein schon wegen Raakin. "Du bist eine Freie Frau, Aalina, es ist deine Entscheidung, nicht die Raakins!" Aalina nickte und doch erklärte sie ihm, dass sie, wenn sie auf ihr Herz hörte, nicht frei war und auch nicht frei sein wollte. Er nickte schmunzelnd, während er weiter nach ein paar Fischen angelte und leise zu summen anfing. Fast wie von Sinnen begann auch Aalina das ihr bekannte Lied, welches sie oftmals auf den Märkten und im Basar vernommen hatte, zu summen. Er lächelte wohl, als sie mit ihm in das Summen einstimmte. Aalina sah immer wieder schmunzelnd zu ihm, sah, wie er sich bemühte zu angeln, ehe sie hinter ihn trat. "Ihr müsst die Angel ein Stück weiter vorn nehmen!" Danach griff sie nach seiner Hand und schob diese ein Stück weiter nach vorn. "So geht es einfacher!" ...
"Du kennst dich damit aus?" fragte er voller Verwunderung. "Ja, in einer Frau können viele verborgene Talente liegen!" erwiderte sie lächelnd. "Vielleicht stelle ich auch einfach zu wenig Fragen, Aalina!" erwiderte er schmunzelnd. "Das mag sein, doch könnte es sein, dass ich euch gar nicht alles beantworten würde!" grinste sie ihn an. "Meinst du denn, ich würde jemals alles Wissen von dir verlangen?" Doch Aalina winkte ab. "Mein Leben ist dafür viel zu uninteressant..!" Und aufgrund ihrer Worte drehte er sich ruckartig zu ihr um. "Nein, was redest du denn da? Du hast Talente von denen ich nur so träume. Du bist einfach betörend und kannst die Menschen um deinen Finger wickeln!" Er sah sie an. Sie strich sich kurz ihre Haare aus dem Gesicht, was ihre Wunde an ihrer Schläfe zum Vorschein brachte. "Meint ihr?" Zögerlich legte er seine Angel auf die Seite, stand auf und ging zu ihr. Vorsichtig strich er ihr die Haare aus dem Gesicht, um sich ihre genähte Wunde anzusehen. "Wo hast du dir die denn geholt?" Sie seufzte nur, erklärte ihm, dass sie auf den Boden gesackt wa r am Morgen und sie sich dort gestoßen hatte und sich die Platzwunde zugefügt hatte. Er kramte in seinem Rucksack, ehe er ein kleines Döschen hervorzog, es öffnete und ihr hinhielt. "Einfach den Finger rein, etwas darauf tun und ablecken!" Sie runzelte die Stirn bei seinen Worten, ging dann aber diesen nach und tat sich ein wenig von dieser braunen Paste auf ihren Finger, welchen sie dann ableckte. Es war ein süsslicher Geschmack, fast so süss wie die Datteln auf Menek'Ur und doch anders. Ihr Gesicht erhellte sich bei diesem Geschmack, was Mukhtaar zum auflachen brachte und er seinen Finger ebenso in die Dose tunkte, um ihr die braune Paste auf die Nase zu schmieren. Aalina schaute dann auf ihre Nasenspitze, schien ihn dieser Anblick so zu amüsieren, dass er herzhaft weiterlachte. "Und wer macht das nun weg?" fragte sie daraufhin schmollend. Daraufhin zog er sie an ihrer Nasenspitze sanft zu sich und küsste ihr die braune, süssliche Paste von der Nasenspitze. Erschrocken darüber zog sie ihren Kopf zurück, schien sie darüber sehr baff zu sein. So dachte sie doch sofort an Raakin. Peinlich berührt von ihrem Rückzug stand er da, Worte der Entschuldigung stammelnd. Aalina schüttelte den Kopf. "Nein, verzeiht, es war.. mein Fehler, tut mir leid!" Doch beharrte er darauf, dass es seine Schuld war und er ihr nicht zu nahe treten wollte. "I.. I.. Ich... liebe Raakin.. und.. und.. ich.. ja.. !" stammelte sie weiter, ehe er sein Haupt senkte und nickte. "Es tut mir leid, Aalina, es kam über mich, verzeih mir!" Und er gestikulierte wild mit den Händen, war ihm die Situation wohl sichtlich peinlich. "Ich.. sehe es einfach als freundschaftlichen Beweis an, dass du mir helfen wolltest.. damit sollte uns beiden am meisten geholfen sein!" sprach sie daraufhin. "Natürlich.. das wird das Beste sein!" sprach er, doch klangen seine Worte wohl eher gequält als sonst etwas. Aalinas Gedanken drehten sich im Kreis. Sie liebte Raakin, daran bestünde nie ein Zweifel und sie würde auch alles dafür tun um für ihn da zu sein. Aber war er doch ein Omar, sie hatte sich einem Omar entzogen? Wäre es Aasim gewesen hätte sie nicht gewusst, wie er reagiert hätte. Doch schien Mukhtaar zu akzeptieren, dass sie Raakin liebte. "Es sei denn, du wünschst es anders!" trat über ihre Lippen, ehe sie sich darauf biss und sich korrigierte. "Ich meine.. Es sei denn ihr wünscht es anders!" Dann ging er noch näher auf sie zu, flüsterte ihr ins Ohr.
"Aalina, es gibt Wünsche, die kann man niemandem auferlegen. Ich will nichts verlangen, wofür du nicht bereit bist und ich will auch nicht, dass du falsch von mir denkst. Aber vor allem will ich nicht die Wahrheit sprechen und mich blamieren."
- "Aber ihr seid ein Omar, es ist theorisch meine Pflicht euren Wünschen nachzugehen."
"Sieh mich bitte nicht als Omar, Aalina!"
- "Ihr seid aber doch einer und das lässt sich so schnell nicht vergessen!"
"Und wenn ich es auch nur einen Augenblick von dir verlangen würde, hm?"
- "Wenn das euer Wunsch ist, gehe ich diesem nach!"
"Und was denkst du von mir, wenn ich kein Omar bin, Aalina?"
- "Nun.. ihr seid nett.. und zuvorkommend... und charmant.. und gutaussehend..!"
Er nickte nach ihren Worten nur kurz, suchte danach den Blickkontakt zu ihr. Sie erwiderte seinen Blick, starrte in seine dunklen Augen. Sie hatte noch nie so dunkle, klare Augen gesehen, doch wünschte sie sich innerlich, sie würde nun vor Raakin stehen. Nicht, dass sie Mukhtaar's Nähe nicht genoß, doch sehnte sie sich nach ihrem Liebsten. Sein Blick ruhte auf ihr, ehe er sie kurz zukneifen musste aufgrund der Fackel, die ein Mann in der Hand trug als er an ihnen vorbeispazierte. Dann hob er seine rechte Hand, streichte ihr abermals ein paar Stränen aus dem Gesicht. Und sie stand da, wandte ihren Blick nicht von ihm ab, sah ihn mit ihren strahlend hellblauen Augen des Ozeans gleich an. Sie blinzelte kurz, hatte sie sich vorher nicht getraut sich auch nur einen Moment zu bewegen. Auch er nutzte diesen Moment wohl, blinzelte, atmete tief durch, fast als wolle er ihren Duft in sich aufnehmen. Als er diesen kokosartigen Duft wohl aufnahm, lächelte er. Sie riss sich aus ihren Gedanken. "Oh, tut... tut mir leid. Ich sollte einem Herren eures Hauses und euren Standes nicht so lange in die Augen blicken!" Er winkte ab, lächelte. "Wenn, dann hab ich dir in die Augen gesehen!" ehe er sich von ihr abwandte und auf das Wasser starrte. "Ist alles in Ordnung?" fragte sie vorsichtig. Er nickte. Doch schien ihn irgend etwas zu bedrücken, wusste sie aber nicht, was. Dann schien er so schnell wie es nur ging von ihr wegzuwollen. Und sie stand alleine da, in Bajard.
Sie blickte auf Saheeb. Auch er war fischen. Waren heute denn alle fischen? Sie sprach kurz mit ihm, als sie sich dann doch wieder abwandte. Irgendwie war ihr jetzt gerade nicht nach einem Gespräch. Sie schlich sich unter einem Vorwand weg, sagte ihm, sie wolle zur Bank. Doch wollte sie abermals durch die Wälder schleichen.
Ihre Gedanken drehten sich wieder im Kreis, ehe sie ein leises Wimmern im Dunkel und im Nebel der Nacht hörte. Die Stimme kam ihr bekannt wor, auch das leise Weinen kam ihr so bekannt vor, doch hatte sie es eine Weile nicht mehr vernommen. Sie versuchte sich zu konzentrieren, wo das Weinen herkam. So schlich sie weiter durch das Dunkel der Nacht, durch den Nebel der Wälder. Der Nebel lichtete sich. Entsetzt weitete sie ihre Augen, begann zu zittern. Sie sah eine Gestalt auf dem Boden knien, die andere liegend in einer roten, großen Pfütze. Ihr wurde übel. Doch ging sie näher. "Kann.. kann man euch helfen?" Doch die Gestalt reagierte nicht auf ihre Worte. So ging sie näher, Schritt für Schritt, ehe sie erkannte, wer vor ihr lag. "Mujaahid...!" flüsterte sie leise, ehe sie auf den Boden sank und ihren Blick zuerst nicht von ihm wenden konnte. Hastig tastete sie nach seiner Hand, als wolle sie verzweifelt nach seinem Puls fühlen, wo ihr doch längst klar war, dass er tot war. Langsam löste sie ihren Blick von ihm, wanderte an ihm entlang zu der Gestalt. Es war Sharie, natürlich. Es war ihr Schluchzen, hatte sie auch so bei ihr gesessen, weinend und schluchzend, als sie sich bei ihr ausheulte als Mujaahid ihr den Heiratsantrag machte und sie ihn ablehnte. Ohne irgendwas zu sagen schloss sie ihre Arme um Sharie, wiegte sie in ihren Armen. "Schhht!" Doch Sharie schien nichts mitzubekommen. Wie apathisch starrte sie auf Mujaahid, sprach kein Wort. "Es tut mir so leid, Sharie... es tut mir so leid!" Tränen liefen über Aalinas Wangen als sie Mujaahids leblosen Körper neben sich liegen sah, wog sie Sharie dennoch weiterhin in ihren Armen. Es war ihr Reflex gewesen, immerhin war Sharie ihre Freundin... gewesen. Aalina erhob sich schnell, als sie bemerkte, was überhaupt geschehen war. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wusste nicht, ob sie bei Sharie bleiben sollte oder ob sie ihr eigenes Leben retten sollte, wusste sie doch nicht, wie Sharie reagieren würde. Sie ging ein paar Schritte zurück, ehe sie durch die Bäume rannte, schnell, nicht auf den Weg achtend. Äste peitschten ihr ins Gesicht, sie stöhnte auf vor Schmerz, bis sie endlich die Stadttore Berchgards erreichte. Sie rannte heulend und zitternd Richtung Paladinkloster, doch sank sie mitten auf dem Weg auf den Boden. Ihre Füsse trugen sie nicht mehr, ihre Kraft hatte sie verlassen. Laut schrie sie Mujaahids Name durch den Wald, ehe Nadeeda neben ihr auftauchte und sie so zitternd und keuchend auf dem Boden sah. Sanft legte sie ihre Arme um Aalina, um diese hochzunehmen und zum Kloster zu tragen. Auch Raakin stand neben ihr, sah zu Aalina, traurig und fragend und dennoch besorgt. Doch nahm sie ihn kaum wahr, nahm sie kaum wahr, was um sie geschah. Nadeeda und Raakin brachten sie auf ihr Zimmer. Sie zitterte am ganzen Körper, weinte, heulte, schluchzte. Nadeeda bat Raakin sie kurz allein zu lassen. Er nickte und trat aus der Tür. "Ist es wegen Raakin?" Aalina schüttelte den Kopf heftigst. Raakin war nicht der Grund, nein. Er könnte es niemals sein, dass sie so weinte. Langsam verformte sie ihre Lippen, ehe ihre Worte über ihre Lippen traten: "Er ist tot..!" Nadeeda sah sie an. "Wer..?" Aalina sah sie mit zitternden Augen an. "Mujaahid!"
So geschah es, dass sie durch Bajard schlenderte. Als sie gerade an den untersten Zipfel Bajards lief - dort hielt sie sich gerne auf um nachzudenken - sah sie doch ein ihr bekanntes Gesicht vor sich, die Angel ins Wasser auswerfend. Sie sah schmunzelnd zu ihm, blieb ruhig auf dem Fleck stehen, hatte er sie wohl nicht gehört, wie sie auf ihn zutrat. Immerhin musste sie es genießen einen Omar beim Fischen zu beobachten. Als er dann einmal aufgähnte, durchbrach ihre sanfte Stimme die Dämmerung: "Müde?"
Mukhtaar drehte sich zu ihr um, sah sie, lächelte sie an, ehe sie langsam zu ihm ging und sich vor ihm verneigte. Er fragte sie, ob sie sich nicht zu ihm setzen wolle und ihm vom gestrigen Abend erzählen wolle, wie er sich noch weiter zugetragen hatte. Aalina schmunzelte nur, setzte sich zu ihm, ehe sie über viele Dinge sprachen. Darüber, dass er durch viele Länder reiste, darüber, dass Aalina noch wenig der anderen Länder gesehen hatte. Daraufhin bat er ihr an, sie einmal auf eine seiner Reisen mitzunehmen. Aalina lächelte, doch lehnte sie ab, allein schon wegen Raakin. "Du bist eine Freie Frau, Aalina, es ist deine Entscheidung, nicht die Raakins!" Aalina nickte und doch erklärte sie ihm, dass sie, wenn sie auf ihr Herz hörte, nicht frei war und auch nicht frei sein wollte. Er nickte schmunzelnd, während er weiter nach ein paar Fischen angelte und leise zu summen anfing. Fast wie von Sinnen begann auch Aalina das ihr bekannte Lied, welches sie oftmals auf den Märkten und im Basar vernommen hatte, zu summen. Er lächelte wohl, als sie mit ihm in das Summen einstimmte. Aalina sah immer wieder schmunzelnd zu ihm, sah, wie er sich bemühte zu angeln, ehe sie hinter ihn trat. "Ihr müsst die Angel ein Stück weiter vorn nehmen!" Danach griff sie nach seiner Hand und schob diese ein Stück weiter nach vorn. "So geht es einfacher!" ...
"Du kennst dich damit aus?" fragte er voller Verwunderung. "Ja, in einer Frau können viele verborgene Talente liegen!" erwiderte sie lächelnd. "Vielleicht stelle ich auch einfach zu wenig Fragen, Aalina!" erwiderte er schmunzelnd. "Das mag sein, doch könnte es sein, dass ich euch gar nicht alles beantworten würde!" grinste sie ihn an. "Meinst du denn, ich würde jemals alles Wissen von dir verlangen?" Doch Aalina winkte ab. "Mein Leben ist dafür viel zu uninteressant..!" Und aufgrund ihrer Worte drehte er sich ruckartig zu ihr um. "Nein, was redest du denn da? Du hast Talente von denen ich nur so träume. Du bist einfach betörend und kannst die Menschen um deinen Finger wickeln!" Er sah sie an. Sie strich sich kurz ihre Haare aus dem Gesicht, was ihre Wunde an ihrer Schläfe zum Vorschein brachte. "Meint ihr?" Zögerlich legte er seine Angel auf die Seite, stand auf und ging zu ihr. Vorsichtig strich er ihr die Haare aus dem Gesicht, um sich ihre genähte Wunde anzusehen. "Wo hast du dir die denn geholt?" Sie seufzte nur, erklärte ihm, dass sie auf den Boden gesackt wa r am Morgen und sie sich dort gestoßen hatte und sich die Platzwunde zugefügt hatte. Er kramte in seinem Rucksack, ehe er ein kleines Döschen hervorzog, es öffnete und ihr hinhielt. "Einfach den Finger rein, etwas darauf tun und ablecken!" Sie runzelte die Stirn bei seinen Worten, ging dann aber diesen nach und tat sich ein wenig von dieser braunen Paste auf ihren Finger, welchen sie dann ableckte. Es war ein süsslicher Geschmack, fast so süss wie die Datteln auf Menek'Ur und doch anders. Ihr Gesicht erhellte sich bei diesem Geschmack, was Mukhtaar zum auflachen brachte und er seinen Finger ebenso in die Dose tunkte, um ihr die braune Paste auf die Nase zu schmieren. Aalina schaute dann auf ihre Nasenspitze, schien ihn dieser Anblick so zu amüsieren, dass er herzhaft weiterlachte. "Und wer macht das nun weg?" fragte sie daraufhin schmollend. Daraufhin zog er sie an ihrer Nasenspitze sanft zu sich und küsste ihr die braune, süssliche Paste von der Nasenspitze. Erschrocken darüber zog sie ihren Kopf zurück, schien sie darüber sehr baff zu sein. So dachte sie doch sofort an Raakin. Peinlich berührt von ihrem Rückzug stand er da, Worte der Entschuldigung stammelnd. Aalina schüttelte den Kopf. "Nein, verzeiht, es war.. mein Fehler, tut mir leid!" Doch beharrte er darauf, dass es seine Schuld war und er ihr nicht zu nahe treten wollte. "I.. I.. Ich... liebe Raakin.. und.. und.. ich.. ja.. !" stammelte sie weiter, ehe er sein Haupt senkte und nickte. "Es tut mir leid, Aalina, es kam über mich, verzeih mir!" Und er gestikulierte wild mit den Händen, war ihm die Situation wohl sichtlich peinlich. "Ich.. sehe es einfach als freundschaftlichen Beweis an, dass du mir helfen wolltest.. damit sollte uns beiden am meisten geholfen sein!" sprach sie daraufhin. "Natürlich.. das wird das Beste sein!" sprach er, doch klangen seine Worte wohl eher gequält als sonst etwas. Aalinas Gedanken drehten sich im Kreis. Sie liebte Raakin, daran bestünde nie ein Zweifel und sie würde auch alles dafür tun um für ihn da zu sein. Aber war er doch ein Omar, sie hatte sich einem Omar entzogen? Wäre es Aasim gewesen hätte sie nicht gewusst, wie er reagiert hätte. Doch schien Mukhtaar zu akzeptieren, dass sie Raakin liebte. "Es sei denn, du wünschst es anders!" trat über ihre Lippen, ehe sie sich darauf biss und sich korrigierte. "Ich meine.. Es sei denn ihr wünscht es anders!" Dann ging er noch näher auf sie zu, flüsterte ihr ins Ohr.
"Aalina, es gibt Wünsche, die kann man niemandem auferlegen. Ich will nichts verlangen, wofür du nicht bereit bist und ich will auch nicht, dass du falsch von mir denkst. Aber vor allem will ich nicht die Wahrheit sprechen und mich blamieren."
- "Aber ihr seid ein Omar, es ist theorisch meine Pflicht euren Wünschen nachzugehen."
"Sieh mich bitte nicht als Omar, Aalina!"
- "Ihr seid aber doch einer und das lässt sich so schnell nicht vergessen!"
"Und wenn ich es auch nur einen Augenblick von dir verlangen würde, hm?"
- "Wenn das euer Wunsch ist, gehe ich diesem nach!"
"Und was denkst du von mir, wenn ich kein Omar bin, Aalina?"
- "Nun.. ihr seid nett.. und zuvorkommend... und charmant.. und gutaussehend..!"
Er nickte nach ihren Worten nur kurz, suchte danach den Blickkontakt zu ihr. Sie erwiderte seinen Blick, starrte in seine dunklen Augen. Sie hatte noch nie so dunkle, klare Augen gesehen, doch wünschte sie sich innerlich, sie würde nun vor Raakin stehen. Nicht, dass sie Mukhtaar's Nähe nicht genoß, doch sehnte sie sich nach ihrem Liebsten. Sein Blick ruhte auf ihr, ehe er sie kurz zukneifen musste aufgrund der Fackel, die ein Mann in der Hand trug als er an ihnen vorbeispazierte. Dann hob er seine rechte Hand, streichte ihr abermals ein paar Stränen aus dem Gesicht. Und sie stand da, wandte ihren Blick nicht von ihm ab, sah ihn mit ihren strahlend hellblauen Augen des Ozeans gleich an. Sie blinzelte kurz, hatte sie sich vorher nicht getraut sich auch nur einen Moment zu bewegen. Auch er nutzte diesen Moment wohl, blinzelte, atmete tief durch, fast als wolle er ihren Duft in sich aufnehmen. Als er diesen kokosartigen Duft wohl aufnahm, lächelte er. Sie riss sich aus ihren Gedanken. "Oh, tut... tut mir leid. Ich sollte einem Herren eures Hauses und euren Standes nicht so lange in die Augen blicken!" Er winkte ab, lächelte. "Wenn, dann hab ich dir in die Augen gesehen!" ehe er sich von ihr abwandte und auf das Wasser starrte. "Ist alles in Ordnung?" fragte sie vorsichtig. Er nickte. Doch schien ihn irgend etwas zu bedrücken, wusste sie aber nicht, was. Dann schien er so schnell wie es nur ging von ihr wegzuwollen. Und sie stand alleine da, in Bajard.
Sie blickte auf Saheeb. Auch er war fischen. Waren heute denn alle fischen? Sie sprach kurz mit ihm, als sie sich dann doch wieder abwandte. Irgendwie war ihr jetzt gerade nicht nach einem Gespräch. Sie schlich sich unter einem Vorwand weg, sagte ihm, sie wolle zur Bank. Doch wollte sie abermals durch die Wälder schleichen.
Ihre Gedanken drehten sich wieder im Kreis, ehe sie ein leises Wimmern im Dunkel und im Nebel der Nacht hörte. Die Stimme kam ihr bekannt wor, auch das leise Weinen kam ihr so bekannt vor, doch hatte sie es eine Weile nicht mehr vernommen. Sie versuchte sich zu konzentrieren, wo das Weinen herkam. So schlich sie weiter durch das Dunkel der Nacht, durch den Nebel der Wälder. Der Nebel lichtete sich. Entsetzt weitete sie ihre Augen, begann zu zittern. Sie sah eine Gestalt auf dem Boden knien, die andere liegend in einer roten, großen Pfütze. Ihr wurde übel. Doch ging sie näher. "Kann.. kann man euch helfen?" Doch die Gestalt reagierte nicht auf ihre Worte. So ging sie näher, Schritt für Schritt, ehe sie erkannte, wer vor ihr lag. "Mujaahid...!" flüsterte sie leise, ehe sie auf den Boden sank und ihren Blick zuerst nicht von ihm wenden konnte. Hastig tastete sie nach seiner Hand, als wolle sie verzweifelt nach seinem Puls fühlen, wo ihr doch längst klar war, dass er tot war. Langsam löste sie ihren Blick von ihm, wanderte an ihm entlang zu der Gestalt. Es war Sharie, natürlich. Es war ihr Schluchzen, hatte sie auch so bei ihr gesessen, weinend und schluchzend, als sie sich bei ihr ausheulte als Mujaahid ihr den Heiratsantrag machte und sie ihn ablehnte. Ohne irgendwas zu sagen schloss sie ihre Arme um Sharie, wiegte sie in ihren Armen. "Schhht!" Doch Sharie schien nichts mitzubekommen. Wie apathisch starrte sie auf Mujaahid, sprach kein Wort. "Es tut mir so leid, Sharie... es tut mir so leid!" Tränen liefen über Aalinas Wangen als sie Mujaahids leblosen Körper neben sich liegen sah, wog sie Sharie dennoch weiterhin in ihren Armen. Es war ihr Reflex gewesen, immerhin war Sharie ihre Freundin... gewesen. Aalina erhob sich schnell, als sie bemerkte, was überhaupt geschehen war. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wusste nicht, ob sie bei Sharie bleiben sollte oder ob sie ihr eigenes Leben retten sollte, wusste sie doch nicht, wie Sharie reagieren würde. Sie ging ein paar Schritte zurück, ehe sie durch die Bäume rannte, schnell, nicht auf den Weg achtend. Äste peitschten ihr ins Gesicht, sie stöhnte auf vor Schmerz, bis sie endlich die Stadttore Berchgards erreichte. Sie rannte heulend und zitternd Richtung Paladinkloster, doch sank sie mitten auf dem Weg auf den Boden. Ihre Füsse trugen sie nicht mehr, ihre Kraft hatte sie verlassen. Laut schrie sie Mujaahids Name durch den Wald, ehe Nadeeda neben ihr auftauchte und sie so zitternd und keuchend auf dem Boden sah. Sanft legte sie ihre Arme um Aalina, um diese hochzunehmen und zum Kloster zu tragen. Auch Raakin stand neben ihr, sah zu Aalina, traurig und fragend und dennoch besorgt. Doch nahm sie ihn kaum wahr, nahm sie kaum wahr, was um sie geschah. Nadeeda und Raakin brachten sie auf ihr Zimmer. Sie zitterte am ganzen Körper, weinte, heulte, schluchzte. Nadeeda bat Raakin sie kurz allein zu lassen. Er nickte und trat aus der Tür. "Ist es wegen Raakin?" Aalina schüttelte den Kopf heftigst. Raakin war nicht der Grund, nein. Er könnte es niemals sein, dass sie so weinte. Langsam verformte sie ihre Lippen, ehe ihre Worte über ihre Lippen traten: "Er ist tot..!" Nadeeda sah sie an. "Wer..?" Aalina sah sie mit zitternden Augen an. "Mujaahid!"
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Mukhtaar Omar
Gleich am Anfang war ihm Aalina als etwas ganz "Besonderes" aufgefallen. Allein die Tatsache, dass ihre blauen Augen so gar nicht in das menekanische Bild passten, das ihm sonst bekannt war. Aber schliesslich war auch er kein gewöhnlicher Omar, für die man nunmal die Adelsfamilie hielt. In seinem Kopf schwirrten diese Gedanken schon eine ganze Weile, während er seine Angelrute ausgefahren hatte und nun die Schnurr etwas entfernt auf dem Wasser tanzte. Heute hatte er reichliches Glück, er hatte prinzipiell immer unglaubliches Glück, was ihm auch viele Leute schon feststellend gesagt haben. Dies kümmerte ihn nicht weiter.
Er war zufrieden über seinen vollen Korb, jedoch war ihm nicht wichtig, ob er denn nun was fängt, oder nicht. Es ging ihm einfach nur ums "Nichts-tun", wo er doch beim Angeln am besten entspannen konnte, sich einfach mal wie ein bürgerlicher Menekaner fühlte, ohne persönliche Pflichten. Als er die leisen Geräusche hinter sich vernahm, mochte er noch nicht reagieren, die Person würde sich schon zu erkennen geben. Er gähnte laut und strich sich mit der rechten Hand sein Hemd glatt. Dann ertönte von hinter ihm, die liebliche Stimme Aalinas, welche ihm ein Lächeln ins Gesicht zauberte - fast als wäre es selbstverständlich. Den Kopf drehte er herum und bot ihr an näher zu kommen, sich mit ihm zu unterhalten. Dies taten sich auch ausführlich und begannen dabei ziemlich intensiv sich mit mancherlei Thema zu beschäftigen.
Er war sichtlich erleichtert, sie bei ihr zu haben. In gewisser Weise, war sie zu ihm auch offener, als andere Frauen, außerdem schwärmte er desöfteren von ihrer betörenden Art, ihrem Aussehen, den herrlich-blauen Augen, mit welchen sie ihn für sich einnahm, wenn man sie einmal angeblickt hatte. Als er dann auch noch den nasenumschmeichlenden Duft vernahm, war er nur noch Feuer und Flamme für sie - doch nach all den Geschehnisse, auch mit dem Wissen um Raakin, durfte er nicht weiter auf sie eingehen. Der Kuss auf ihre Nase war falsch, jegliche Berührung wäre ebenso respektlos gewesen, würde er nicht den Namen Omar tragen. Letztendlich wollte er dieses Privileg bei ihr aber nicht ausnutzen. Er wollte ehrlich und natürlich zu ihr sein, sie respektvoll und zuvorkommend behandeln.
Fast hätte er dabei das Treffen mit Muhad vergessen, als er diesen langen Augenblick in die tiefgründigen Augen sehen durfte. Er verabschiedete sich schnell - war er doch froh, vor der eigenen peinlichen Lage zu entkommen. Er eilte schnell zum Gebäude der Tirell-Magier, dort wartete auch bereits der alte Mann auf ihn, um dann mit ihm hineizugehen. Das Gebäude war groß und strömte eine mächtige, beunruhigende Aura aus. Er war eingeschüchtert - von einem Gebäude? Oder war da mehr?
Mukhtaar würde es bald sicher selbst feststellen. Sie gingen schliesslich über den Hof, begegneten schliesslich Malchir und der Maga Una. Man stellte sich einander vor und Muhad erklärte, weswegen er seinen Schützling mitgebracht hat. Er sollte für Tirell eingeschrieben werden. Malchir lauschte den Worten des alten Menekaners geduldig, liess ihn den Sachverhalt erklären und alles auftischen, was er zu tun vermochte. Am Ende folgte nur ein Nicken und er fragte den Omar, ob dieser denn den Kodex kenne. Dieser musste es verneinen, Una sagte ihm jedoch, wo er diesen finden können und ihn studieren dürfe. Dies tat Mukhtaar auch sofort, um dann bei Malchir den Schwur zu leisten, dass er sich nach bestem Wissen und Gewissen an den Kodex halten würde. Malchir nickte hierzu nur und hieß den jungen Menekaner bei den Tirell-Magiern willkommen.
Nun begann die Ausbildung.
Er war zufrieden über seinen vollen Korb, jedoch war ihm nicht wichtig, ob er denn nun was fängt, oder nicht. Es ging ihm einfach nur ums "Nichts-tun", wo er doch beim Angeln am besten entspannen konnte, sich einfach mal wie ein bürgerlicher Menekaner fühlte, ohne persönliche Pflichten. Als er die leisen Geräusche hinter sich vernahm, mochte er noch nicht reagieren, die Person würde sich schon zu erkennen geben. Er gähnte laut und strich sich mit der rechten Hand sein Hemd glatt. Dann ertönte von hinter ihm, die liebliche Stimme Aalinas, welche ihm ein Lächeln ins Gesicht zauberte - fast als wäre es selbstverständlich. Den Kopf drehte er herum und bot ihr an näher zu kommen, sich mit ihm zu unterhalten. Dies taten sich auch ausführlich und begannen dabei ziemlich intensiv sich mit mancherlei Thema zu beschäftigen.
Er war sichtlich erleichtert, sie bei ihr zu haben. In gewisser Weise, war sie zu ihm auch offener, als andere Frauen, außerdem schwärmte er desöfteren von ihrer betörenden Art, ihrem Aussehen, den herrlich-blauen Augen, mit welchen sie ihn für sich einnahm, wenn man sie einmal angeblickt hatte. Als er dann auch noch den nasenumschmeichlenden Duft vernahm, war er nur noch Feuer und Flamme für sie - doch nach all den Geschehnisse, auch mit dem Wissen um Raakin, durfte er nicht weiter auf sie eingehen. Der Kuss auf ihre Nase war falsch, jegliche Berührung wäre ebenso respektlos gewesen, würde er nicht den Namen Omar tragen. Letztendlich wollte er dieses Privileg bei ihr aber nicht ausnutzen. Er wollte ehrlich und natürlich zu ihr sein, sie respektvoll und zuvorkommend behandeln.
Fast hätte er dabei das Treffen mit Muhad vergessen, als er diesen langen Augenblick in die tiefgründigen Augen sehen durfte. Er verabschiedete sich schnell - war er doch froh, vor der eigenen peinlichen Lage zu entkommen. Er eilte schnell zum Gebäude der Tirell-Magier, dort wartete auch bereits der alte Mann auf ihn, um dann mit ihm hineizugehen. Das Gebäude war groß und strömte eine mächtige, beunruhigende Aura aus. Er war eingeschüchtert - von einem Gebäude? Oder war da mehr?
Mukhtaar würde es bald sicher selbst feststellen. Sie gingen schliesslich über den Hof, begegneten schliesslich Malchir und der Maga Una. Man stellte sich einander vor und Muhad erklärte, weswegen er seinen Schützling mitgebracht hat. Er sollte für Tirell eingeschrieben werden. Malchir lauschte den Worten des alten Menekaners geduldig, liess ihn den Sachverhalt erklären und alles auftischen, was er zu tun vermochte. Am Ende folgte nur ein Nicken und er fragte den Omar, ob dieser denn den Kodex kenne. Dieser musste es verneinen, Una sagte ihm jedoch, wo er diesen finden können und ihn studieren dürfe. Dies tat Mukhtaar auch sofort, um dann bei Malchir den Schwur zu leisten, dass er sich nach bestem Wissen und Gewissen an den Kodex halten würde. Malchir nickte hierzu nur und hieß den jungen Menekaner bei den Tirell-Magiern willkommen.
Nun begann die Ausbildung.
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Aalina Yazir
Es war spät geworden. Lange saß sie mit Nadeeda im Bad im Kloster, sprach mit ihr über alles mögliche. Über den Tod von Mujaahid, über ihre Entdeckung, über Mukhtaar, über Männer im allgemeinen. Ja, sie fing an Nadeeda langsam wirklich zu mögen, war sie ihr doch am Anfang recht suspekt vorgekommen. Nadeeda kümmerte sich um sie, hatte sie Raakin doch aus Aalinas Zimmer geschickt um mit ihr zu reden. Erst wollte Aalina nicht, doch fragte sie Nadeeda dann zögerlich, ob sie ins Bad gehen wollten. Nadeeda stimmte zu und sie machten sich daran, das Bad aufzusuchen.
Nach dem Bad dauerte es nicht lange, als sie in ihr Bett kroch und einschlief. Sie schien allem Anschein nach irgend etwas schlechtes geträumt zu haben, zumindest kam es ihr am nächsten Morgen so vor als hätte sie so gut wie nicht geschlafen. Sie kroch mühevoll aus dem Bett, zog sich ihre frisch gewaschene Kleidung über und schlich abermals ziellos durch die Gegend. Sie wusste langsam nicht mehr, wohin sie ihre Wege trieben. Sie wollte nach Hause, sie hatte keine Kraft und keine Lust mehr auf dem Festland zu sein und doch galt es darum, ihre Kräfte zu sammeln, konnte es doch jederzeit wieder zurück nach Hause gehen.
Wieder einmal irrte sie nach Bajard, ging zum Hafen, kaufte dort eine Kleinigkeit für Mukhtaar. Sie wollte ihm etwas schenken, was ihn vielleicht ein wenig freuen könnte. Und was hätte das anderes sein können als eine Angel? Sie steckte diese hastig in ihre Beuteltasche ehe sie weiter ging. Es schien fast so als würde sie ziellos irgendwo hin laufen. Einfach drauf los, egal wohin sie die Winde und Wege trugen. Sie trat in die Bank, als sie Mukhtaar und Raja dort sah. Sie versuchte sich zusammenzureissen, schien ihr doch der Tag zuvor wieder zu Kopfe steigen, als er ihre Nasenspitze geküsst hatte. Raja trat zu ihr, fragte sie, wie es ihr ging. Sie gingen nach draußen, mochte ihr wohl alles erzählen. Von ihrem Sturz, Mujaahids Tod, nur von Mukhtaar und dem Kuss auf die Nasenspitze konnte sie ihr nicht erzählen, schließlich stand er keine zwei Meter hinter ihnen. Sie erzählte und erzählte, weinte und schluchzte, ehe Raakin, Aasim, Fadi und Fareed auf sie zutraten. Mukhtaar und Aasim begrüßten sich herzlich, standen die anderen nur schmunzelnd daneben.
"Wir fahren nach Hause!"
Nach Hause? Das durfte nicht wahr sein. Doch ehe Aalina weiter darüber nachdachte, stand sie auch schon auf dem Schiff das sich nach Menek'Ur begab. Freudentränen glänzten in ihren Augen. Nach Hause ...
Dort angekommen galt es zuerst, den Weg zum Palast zu ebnen und vor allem den jungen Omar zu schützen. Sie brachen auf, marschierten zum Palast um diesen einzunehmen, sicherten diesen ab, ob sich nicht jemand in den unteren Räumen befand, doch schien dort niemand zu sein. Dann sollte nach Kari gesucht werden, war sie neutral und sollte zwischen den Emirtreuen und den Aufständischen schlichten. Aasim und Mukhtaar blieben im Palast zurück, zog der Rest aus um in die Stadt zu ziehen. Auf ihren Weg dorthin lief ihnen einer dieser Riesen über den Weg, Angurer nannte sich dieses Volk so glaubte Aalina. Es war wohl der unmöglichste Zeitpunkt für diesen, sie nun anzusprechen. Und schien er absolut ungewillt die Insel verlassen zu wollen. Ob er nicht merkte, dass er sie nur unnötig aufhielt? Doch irgendwann zog auch dieser weiter, ehe sie Kari auf die Gruppe zutreten sah, fast im selben Moment trat auch Sadek Ifrey von der anderen Seite auf die Menge zu. Sadek. Hatte sie ihn doch am Tag des Sturzes des Emirs an der Seite der Aufständigen gesehen. Ihr griff um ihre Klinge wurde enger, zögerlich blickte sie zu Raakin, ehe sie neben ihn trat. Für sie galt es in diesem Moment nur, sein Leben zu verteidigen, nicht das von sonstwem. Vielleicht hatte sie auch für einen Moment vergessen, dass kein Blut fließen sollte. Denn würde Sadek es waren ihn anzugreifen, würde sie sich rächen. Und das auf eine Art und Weise, die man wohl nie zuvor an ihr gesehen hatte. Das Gespräch mit Sadek verlief nicht so, wie es sich wohl die meisten gewünscht hätten, so wurde er nach einiger Zeit - als auch Azam an die Seite der Getreuen trat und Yashira sich irgendwo im Hintergrund aufhielt, von Aalina nicht weiter bemerkt, da sie wichtigeres im Kopf hatte - wohl in den Palast geschleppt um dort Rechenschaft abzulegen. Ebenso wurde auch Safiya aus dem Hause der gefallenen Ifrey angehört, sprach sie doch eher zynisch und schnippisch gegen Aasim, zumindest kam Aalina das so vor. Wäre die Lage nicht so ernst hätte sie wohl eher über die Tonlage Safiyas schmunzeln müssen, doch blieb sie an der Seite stehen. Vielleicht hätte man fast meinen können, dass sie eine Ausbildung zur Kriegerin absolviert hatte, so sie mit strammer Haltung und geschärften Blick auf die zwei Ifreys starrte. Aasim bat Aalina dann, Safiya in den Harem zu bringen, dort sollte sie erst einmal verharren. Aalina nickte, brachte Safiya nach unten. Als sie dort angekommen waren, erkundigte sie sich wohl doch nach ihren Wohl, doch ging Safiya nicht weiter darauf ein sondern schickte sie wieder nach oben. "Du solltest besser gehen..!" Sie nickte, ging dann wieder nach oben um sich wieder neben Fareed zu stellen. Kurz mochte sie wohl den Blick von Mukhtaar auf sich spüren, ehe sie ihn ebenso kurz ansah. Aasim bat sie dann noch darum, Hasib ein paar Kleidungsstücke zu schneidern, was sie dann wohl auch tat, ehe alle aus ihrem Dienst für den heutigen Abend entlassen wurden. Und so machte sich Aalina auf den Weg nach Gerimor, abermals. Denn schließlich sollte sie die Stoffe holen, die dort noch in der Truhe lagen.
Sie lief durch die Wüste, wollte zurück zum Palast als ihr Mukhtaar und Raakin entgegen kamen. Beide lächelten ihr sanftmütig zu. Aalina wusste gar nicht, warum sie beide so lächelten, doch erwiderte Raakins Lächeln zaghaft um ihn in 'Ruhe' zu begrüßen. Er erklärte ihr, dass er den jungen Omar zur Stadt begleiten solle, was er dann auch tat. Aalina stand da, einsam und verlassen in der Wüste, blickte den Beiden nach. Sie blieb dort dann für eine Weile verharren, ehe sie sich auch auf den Weg in die Stadt machte und auf halbem Weg auf Mukhtaar traf. Sie zog ihn zur Seite, schließlich hatte sie ja noch etwas für ihn, was sie ihm dann zu geben vermochte. Er lächelte als er auf die Angel blickte, scheinbar schien ihm die kleine Geste von ihr sehr nahe gegangen zu sein. Sie trat ebenso zum Stall, band ihre geliebte Saarah los um ihm die Zügel zu überreichen. Sie lächelte nur und meinte, dass sie es nicht zulassen könne, dass ein Omar ohne ein Reittier durch die Wüste zog. Und auf einmal verfinsterte sich seine Miene, wollte er ihr Reittier nicht annehmen. Sie schluckte, hatte verstanden. Irgendwie kränkte es sie innerlich, dass er jenes nicht annehmen wollte. Doch musste sie es soweit akzeptieren.
Nach diesem Vorfall ging sie in die Bank, sie wollte nur kurz ihre Ruhe um durchzuatmen, damit sie nicht irgendetwas tun würde, was sie gegenüber einem Omar sehr bereuhen könnte. Sie wusste ja, dass sie das starke Temperament von ihrer Mutter vererbt bekommen hatte. Also trat sie aus der Bank, doch als sie ihn auf den Bänken vor dem kleinen Gewässer im Basar sah wurde sie wieder traurig. Er schien geknickt zu wirken. 'Lina, reiss dich zusammen, er muss die Wahrheit erfahren!' Und so trat sie hervor, erhob das Wort und ihre sanfte Stimme sprach durch die Nacht. "Raakin hat mich gefragt, ob ich seine Frau werden möchte sobald wir zurück auf Menek'Ur sind.. und ich habe eingewillig. Wir werden heiraten!!" Sie sah nach vorn. Als sie das aussprach, was sie ihm sagen wollte schien es so, als würde er sich für einen kurzen Moment zusammenkrampfen, ehe er noch geknickter als zuvor auf der Bank saß. Fast wie ein Mann mit gebrochenem Herzen. Es tat Lina weh ihn dort so sitzen zu sehen, wo sie ihn doch mochte, aber die Liebe nicht teilen konnte. Sie entschuldigte sich, sagte ihm das es ihr leid tun würde, doch winkte sie ihn nur fort. Sie nickte nur, ging davon. Sie verstand. Sie hatte ihm das Herz gebrochen. Das wollte sie nie, doch musste sie es tun, schließlich wusste sie genau, zu wem sie gehört.
[...]
Sie saß mit Raakin in dem oberen Stockwerk ihres Hauses. Er schien zu merken, dass etwas mit ihr nicht stimmte, sah sie an, entdeckte ihre Wunde. Besorgt wie ein Vater um seine kleine Tochter strich er ihr über die Schläfe, fragte, was passiert war. Sie erklärte ihm, was ihr widerfahren war, auch, dass sie Mujaahid tot aufgefunden hatte und auch, was zwischen Mukhtaar und ihr passiert war. Sie sah ihn flehend und bittend an, dass er nicht gehen würde, als sie ihm das erzählte. Sie sah seine Ader auf der Stirn pochen, war dies kein gutes Zeichen. Der Zorn in ihm stieg noch viel mehr. Doch Aalina schien es zu gelingen ihn zu beruhigen. "Ich frage dich nun etwas, aber ich frage dich das nur einmal und dann nie wieder, Aalina!" Sie nickte knapp, ehe er sie fragte, was sie gefühlt hätte, als Mukhtaar ihr den Kuss auf die Nasenspitze gegeben hatte. Sie erklärte ihm, dass sie überrumpelt war, der Kuss viel zu kurz war um wirklch fühlen zu können doch war sie sich sicher, dass sie sich gewuenscht hatte, dass er es wäre, der sie dort geküsst hätte. Und das sie ihn lieben würde und das ohne Zweifel. Sie wollte sich ihr Leben nicht ohne Raakin vorstellen. Sie wollte und konnte nicht und als sie all ihre Worte aussprach lächelte er, schlang seine Hände in ihren Nacken und zog sie sanft zu sich um sie zu küssen. Aalina war erleichtert, hatte sie schon vermutet er würde sie nun alleine lassen, sie verlassen, sie zurücklassen. Und sie gab sich seinem Kuss hin, war sie so froh wieder zuhause zu sein, seine Lippen spüren zu können. "Ich sollte seinem Wunsch nachgehen und einen schönen Abend mit dir verbringen!" meinte Raakin zu ihr, ehe er sie wieder küsste und sie dann durchdringlich ansah und schmunzelte.
Nach dem Bad dauerte es nicht lange, als sie in ihr Bett kroch und einschlief. Sie schien allem Anschein nach irgend etwas schlechtes geträumt zu haben, zumindest kam es ihr am nächsten Morgen so vor als hätte sie so gut wie nicht geschlafen. Sie kroch mühevoll aus dem Bett, zog sich ihre frisch gewaschene Kleidung über und schlich abermals ziellos durch die Gegend. Sie wusste langsam nicht mehr, wohin sie ihre Wege trieben. Sie wollte nach Hause, sie hatte keine Kraft und keine Lust mehr auf dem Festland zu sein und doch galt es darum, ihre Kräfte zu sammeln, konnte es doch jederzeit wieder zurück nach Hause gehen.
Wieder einmal irrte sie nach Bajard, ging zum Hafen, kaufte dort eine Kleinigkeit für Mukhtaar. Sie wollte ihm etwas schenken, was ihn vielleicht ein wenig freuen könnte. Und was hätte das anderes sein können als eine Angel? Sie steckte diese hastig in ihre Beuteltasche ehe sie weiter ging. Es schien fast so als würde sie ziellos irgendwo hin laufen. Einfach drauf los, egal wohin sie die Winde und Wege trugen. Sie trat in die Bank, als sie Mukhtaar und Raja dort sah. Sie versuchte sich zusammenzureissen, schien ihr doch der Tag zuvor wieder zu Kopfe steigen, als er ihre Nasenspitze geküsst hatte. Raja trat zu ihr, fragte sie, wie es ihr ging. Sie gingen nach draußen, mochte ihr wohl alles erzählen. Von ihrem Sturz, Mujaahids Tod, nur von Mukhtaar und dem Kuss auf die Nasenspitze konnte sie ihr nicht erzählen, schließlich stand er keine zwei Meter hinter ihnen. Sie erzählte und erzählte, weinte und schluchzte, ehe Raakin, Aasim, Fadi und Fareed auf sie zutraten. Mukhtaar und Aasim begrüßten sich herzlich, standen die anderen nur schmunzelnd daneben.
"Wir fahren nach Hause!"
Nach Hause? Das durfte nicht wahr sein. Doch ehe Aalina weiter darüber nachdachte, stand sie auch schon auf dem Schiff das sich nach Menek'Ur begab. Freudentränen glänzten in ihren Augen. Nach Hause ...
Dort angekommen galt es zuerst, den Weg zum Palast zu ebnen und vor allem den jungen Omar zu schützen. Sie brachen auf, marschierten zum Palast um diesen einzunehmen, sicherten diesen ab, ob sich nicht jemand in den unteren Räumen befand, doch schien dort niemand zu sein. Dann sollte nach Kari gesucht werden, war sie neutral und sollte zwischen den Emirtreuen und den Aufständischen schlichten. Aasim und Mukhtaar blieben im Palast zurück, zog der Rest aus um in die Stadt zu ziehen. Auf ihren Weg dorthin lief ihnen einer dieser Riesen über den Weg, Angurer nannte sich dieses Volk so glaubte Aalina. Es war wohl der unmöglichste Zeitpunkt für diesen, sie nun anzusprechen. Und schien er absolut ungewillt die Insel verlassen zu wollen. Ob er nicht merkte, dass er sie nur unnötig aufhielt? Doch irgendwann zog auch dieser weiter, ehe sie Kari auf die Gruppe zutreten sah, fast im selben Moment trat auch Sadek Ifrey von der anderen Seite auf die Menge zu. Sadek. Hatte sie ihn doch am Tag des Sturzes des Emirs an der Seite der Aufständigen gesehen. Ihr griff um ihre Klinge wurde enger, zögerlich blickte sie zu Raakin, ehe sie neben ihn trat. Für sie galt es in diesem Moment nur, sein Leben zu verteidigen, nicht das von sonstwem. Vielleicht hatte sie auch für einen Moment vergessen, dass kein Blut fließen sollte. Denn würde Sadek es waren ihn anzugreifen, würde sie sich rächen. Und das auf eine Art und Weise, die man wohl nie zuvor an ihr gesehen hatte. Das Gespräch mit Sadek verlief nicht so, wie es sich wohl die meisten gewünscht hätten, so wurde er nach einiger Zeit - als auch Azam an die Seite der Getreuen trat und Yashira sich irgendwo im Hintergrund aufhielt, von Aalina nicht weiter bemerkt, da sie wichtigeres im Kopf hatte - wohl in den Palast geschleppt um dort Rechenschaft abzulegen. Ebenso wurde auch Safiya aus dem Hause der gefallenen Ifrey angehört, sprach sie doch eher zynisch und schnippisch gegen Aasim, zumindest kam Aalina das so vor. Wäre die Lage nicht so ernst hätte sie wohl eher über die Tonlage Safiyas schmunzeln müssen, doch blieb sie an der Seite stehen. Vielleicht hätte man fast meinen können, dass sie eine Ausbildung zur Kriegerin absolviert hatte, so sie mit strammer Haltung und geschärften Blick auf die zwei Ifreys starrte. Aasim bat Aalina dann, Safiya in den Harem zu bringen, dort sollte sie erst einmal verharren. Aalina nickte, brachte Safiya nach unten. Als sie dort angekommen waren, erkundigte sie sich wohl doch nach ihren Wohl, doch ging Safiya nicht weiter darauf ein sondern schickte sie wieder nach oben. "Du solltest besser gehen..!" Sie nickte, ging dann wieder nach oben um sich wieder neben Fareed zu stellen. Kurz mochte sie wohl den Blick von Mukhtaar auf sich spüren, ehe sie ihn ebenso kurz ansah. Aasim bat sie dann noch darum, Hasib ein paar Kleidungsstücke zu schneidern, was sie dann wohl auch tat, ehe alle aus ihrem Dienst für den heutigen Abend entlassen wurden. Und so machte sich Aalina auf den Weg nach Gerimor, abermals. Denn schließlich sollte sie die Stoffe holen, die dort noch in der Truhe lagen.
Sie lief durch die Wüste, wollte zurück zum Palast als ihr Mukhtaar und Raakin entgegen kamen. Beide lächelten ihr sanftmütig zu. Aalina wusste gar nicht, warum sie beide so lächelten, doch erwiderte Raakins Lächeln zaghaft um ihn in 'Ruhe' zu begrüßen. Er erklärte ihr, dass er den jungen Omar zur Stadt begleiten solle, was er dann auch tat. Aalina stand da, einsam und verlassen in der Wüste, blickte den Beiden nach. Sie blieb dort dann für eine Weile verharren, ehe sie sich auch auf den Weg in die Stadt machte und auf halbem Weg auf Mukhtaar traf. Sie zog ihn zur Seite, schließlich hatte sie ja noch etwas für ihn, was sie ihm dann zu geben vermochte. Er lächelte als er auf die Angel blickte, scheinbar schien ihm die kleine Geste von ihr sehr nahe gegangen zu sein. Sie trat ebenso zum Stall, band ihre geliebte Saarah los um ihm die Zügel zu überreichen. Sie lächelte nur und meinte, dass sie es nicht zulassen könne, dass ein Omar ohne ein Reittier durch die Wüste zog. Und auf einmal verfinsterte sich seine Miene, wollte er ihr Reittier nicht annehmen. Sie schluckte, hatte verstanden. Irgendwie kränkte es sie innerlich, dass er jenes nicht annehmen wollte. Doch musste sie es soweit akzeptieren.
Nach diesem Vorfall ging sie in die Bank, sie wollte nur kurz ihre Ruhe um durchzuatmen, damit sie nicht irgendetwas tun würde, was sie gegenüber einem Omar sehr bereuhen könnte. Sie wusste ja, dass sie das starke Temperament von ihrer Mutter vererbt bekommen hatte. Also trat sie aus der Bank, doch als sie ihn auf den Bänken vor dem kleinen Gewässer im Basar sah wurde sie wieder traurig. Er schien geknickt zu wirken. 'Lina, reiss dich zusammen, er muss die Wahrheit erfahren!' Und so trat sie hervor, erhob das Wort und ihre sanfte Stimme sprach durch die Nacht. "Raakin hat mich gefragt, ob ich seine Frau werden möchte sobald wir zurück auf Menek'Ur sind.. und ich habe eingewillig. Wir werden heiraten!!" Sie sah nach vorn. Als sie das aussprach, was sie ihm sagen wollte schien es so, als würde er sich für einen kurzen Moment zusammenkrampfen, ehe er noch geknickter als zuvor auf der Bank saß. Fast wie ein Mann mit gebrochenem Herzen. Es tat Lina weh ihn dort so sitzen zu sehen, wo sie ihn doch mochte, aber die Liebe nicht teilen konnte. Sie entschuldigte sich, sagte ihm das es ihr leid tun würde, doch winkte sie ihn nur fort. Sie nickte nur, ging davon. Sie verstand. Sie hatte ihm das Herz gebrochen. Das wollte sie nie, doch musste sie es tun, schließlich wusste sie genau, zu wem sie gehört.
[...]
Sie saß mit Raakin in dem oberen Stockwerk ihres Hauses. Er schien zu merken, dass etwas mit ihr nicht stimmte, sah sie an, entdeckte ihre Wunde. Besorgt wie ein Vater um seine kleine Tochter strich er ihr über die Schläfe, fragte, was passiert war. Sie erklärte ihm, was ihr widerfahren war, auch, dass sie Mujaahid tot aufgefunden hatte und auch, was zwischen Mukhtaar und ihr passiert war. Sie sah ihn flehend und bittend an, dass er nicht gehen würde, als sie ihm das erzählte. Sie sah seine Ader auf der Stirn pochen, war dies kein gutes Zeichen. Der Zorn in ihm stieg noch viel mehr. Doch Aalina schien es zu gelingen ihn zu beruhigen. "Ich frage dich nun etwas, aber ich frage dich das nur einmal und dann nie wieder, Aalina!" Sie nickte knapp, ehe er sie fragte, was sie gefühlt hätte, als Mukhtaar ihr den Kuss auf die Nasenspitze gegeben hatte. Sie erklärte ihm, dass sie überrumpelt war, der Kuss viel zu kurz war um wirklch fühlen zu können doch war sie sich sicher, dass sie sich gewuenscht hatte, dass er es wäre, der sie dort geküsst hätte. Und das sie ihn lieben würde und das ohne Zweifel. Sie wollte sich ihr Leben nicht ohne Raakin vorstellen. Sie wollte und konnte nicht und als sie all ihre Worte aussprach lächelte er, schlang seine Hände in ihren Nacken und zog sie sanft zu sich um sie zu küssen. Aalina war erleichtert, hatte sie schon vermutet er würde sie nun alleine lassen, sie verlassen, sie zurücklassen. Und sie gab sich seinem Kuss hin, war sie so froh wieder zuhause zu sein, seine Lippen spüren zu können. "Ich sollte seinem Wunsch nachgehen und einen schönen Abend mit dir verbringen!" meinte Raakin zu ihr, ehe er sie wieder küsste und sie dann durchdringlich ansah und schmunzelte.
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Mukhtaar Omar
Mukhtaar saß an diesem schrecklichen Abend immernoch an diesem Teich. Menek'Ur war zwar seine Heimat, doch kaum war er hier, wurde ihm schrecklich wehgetan. Er atmet schwer, seine Brust schmerzte. Nie hätte er für etwas, was ihm einfach zustand, kämpfen müssen. Bei Aalina war das jedoch anders. Bei ihr konnte er sich nicht sicher sein, dass sie automatisch ihm gehört. Er konnte nicht einfach igendwem sagen, dass er sich darum kümmern soll. Hier war er allein, musste seinen Mut und seinen Charme aufbringen. Mukhtaar musste ehrlich sein, sein Herz ausschütten.
Lächerlich. Es war einfach idiotisch von ihm zu behaupten, dass er durch reine Selbstaufopferung und Ehrlichkeit ihr Herz gewinnen konnte. Es gehörte nunmal einem anderen, einem Mann, mit dem er noch viel zutun haben werde. Er konnte es sich nich leisten, dass noch mehr Schlechtes über ihn in Umlauf kam. Die Hand legte sich auf die Bank aus Sandstein hernieder und er legte den Kopf zurück, blickte in den klaren Himmel, wo die Sterne für ihn leuchteten, als wollten sie ihm neuen Mut zum Leben geben. Ein richtiger Herrscher, ein richtiger Omar, hätte sich Aalina sicher einfach genommen - er wäre hart und herzlos gewesen - aber Mukhtaar konnte sich einfach nicht so geben, wie es dieser Titel verlangte. Vielleicht noch nicht?
Lange Zeit schlich er durch die menekanische Stadt, tanzte um das Getier herum, welches auf dem Boden herumkrabbelte, dass er bloss nicht drauftrat. Die Stadt war doch etwas kälter geworden, als zu der Zeit, wo er noch hier lebte. Die Mauern schienen höher, der Boden war hart und unnachgiebig. Die langen Haare hatten sich über seine Augen und das markante Gesicht geschoben, seine Haut war angespannt und seine Haltung, die eines gebrochenen Mannes. Als hätte er etwas aufgegeben, was noch nicht einmal begonnen hatte.
Er nahm sich, für die nächste Zeit vor, sich so zu benehmen, wie sich die Frauen ihm gegenüber benehmen. Er musste seine Schauspielernatur hervorkehren - mit den Frauen spielen, sie provozieren, vielleicht nur um dann wieder fallen zu lassen. Diesmal durfte er sich nicht verlieben. Sein Herz musste kalt bleiben. Er durfte sich an den deprimierten Dauerzustand in dem er war nicht gewöhnen. Alles musste einen neuen Anfang finden. Als erstes musste er mit Raakin finden, sich bei ihm entschuldigen. Dann musste er einen Weg finden: Aalina doch noch oft genug sehen zu dürfen.
Lächerlich. Es war einfach idiotisch von ihm zu behaupten, dass er durch reine Selbstaufopferung und Ehrlichkeit ihr Herz gewinnen konnte. Es gehörte nunmal einem anderen, einem Mann, mit dem er noch viel zutun haben werde. Er konnte es sich nich leisten, dass noch mehr Schlechtes über ihn in Umlauf kam. Die Hand legte sich auf die Bank aus Sandstein hernieder und er legte den Kopf zurück, blickte in den klaren Himmel, wo die Sterne für ihn leuchteten, als wollten sie ihm neuen Mut zum Leben geben. Ein richtiger Herrscher, ein richtiger Omar, hätte sich Aalina sicher einfach genommen - er wäre hart und herzlos gewesen - aber Mukhtaar konnte sich einfach nicht so geben, wie es dieser Titel verlangte. Vielleicht noch nicht?
Lange Zeit schlich er durch die menekanische Stadt, tanzte um das Getier herum, welches auf dem Boden herumkrabbelte, dass er bloss nicht drauftrat. Die Stadt war doch etwas kälter geworden, als zu der Zeit, wo er noch hier lebte. Die Mauern schienen höher, der Boden war hart und unnachgiebig. Die langen Haare hatten sich über seine Augen und das markante Gesicht geschoben, seine Haut war angespannt und seine Haltung, die eines gebrochenen Mannes. Als hätte er etwas aufgegeben, was noch nicht einmal begonnen hatte.
Er nahm sich, für die nächste Zeit vor, sich so zu benehmen, wie sich die Frauen ihm gegenüber benehmen. Er musste seine Schauspielernatur hervorkehren - mit den Frauen spielen, sie provozieren, vielleicht nur um dann wieder fallen zu lassen. Diesmal durfte er sich nicht verlieben. Sein Herz musste kalt bleiben. Er durfte sich an den deprimierten Dauerzustand in dem er war nicht gewöhnen. Alles musste einen neuen Anfang finden. Als erstes musste er mit Raakin finden, sich bei ihm entschuldigen. Dann musste er einen Weg finden: Aalina doch noch oft genug sehen zu dürfen.
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Aalina Yazir
Sie war froh, Raakin alles gesagt zu haben. Und sie war froh, dass er sie gefragt hatte, was sie dabei gefühlt hatte, als Mukhtaar sie auf die Nasenspitze geküsst hatte. Sie war froh gewesen, daß Raakin die ganze Nacht bei ihr blieb, bis zum Morgen und erst dann nach Hause ging. Er schlich sich leise und ungesehen aus ihrem Haus, sie mussten schließlich immer noch aufpassen das sie keiner sah. Natürlich hätte sie ihn am liebsten bei sich behalten, doch sie wusste dass das nicht ging. Nachdem er fort war, ging sie in ihr Schlafzimmer, ließ sich aufs Bett fallen und schlief sofort ein.
Am nächsten Tag, als sie aufstand, fühlte sie sich anders. Sie war zuhause. Als sie die Augen aufschlug hat sie endlich ihre Sandsteine an der Decke fixieren können. Sie war zuhause. Sie hatte sich für den heutigen Tag vorgenommen, dass sie ihn entspannt angehen lassen würde. Sie wollte aufräumen, wollte sich neue Kleidung schneidern, einfach ein bisschen Systematik in ihr Leben und auch in ihren Haushalt bringen. Sie musste lernen damit umzugehen, schließlich war sie bald verheiratet. Und da trafen sie auch diese Pflichten. Nicht, das sie sich darüber beschweren würde, sie freute sich eher.
Im Laufe des Tages traf sie immer mal wieder auf Mukhtaar. Sie sprachen sehr viel, verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Er begleitete sie aufs Festland, wo sie ihre Baupläne einsehen wollte, beriet sie, fuhr wieder mit ihr zurück, sie schneiderte ihm ein paar Sachen, sie sprachen viel. Er fragte sie ob sie seine persönliche Beraterin sein wollte. Sie? Beraterin eines Omar? Sie hielt kurz die Luft an ehe sie einwilligte. Zwar war ihr klar, dass sie das noch mit Raakin besprechen wollte und ihren Segen von ihm holen wollte, doch wusste sie, Raakin würde ihr vertrauen. Schließlich liebte sie ihn und er sie. Beraterin.. was sie da wohl alles machen müsste? Ihr war klar, dass sie ihn nun wohl in allen Lebenslagen beraten dürfte, doch war ihr noch nicht ganz so klar, was denn alle Lebenslagen beinhalten würde. Aber das würde sie wohl wirklich bald merken. Und sie wollte ihr Bestes als Beraterin geben, wenn sie ihm schon weh getan hatte. Sie wusste nicht, wie er das konnte. Ihre Anwesenheit ertragen.. sie hätte es nicht gekonnt, wenn sie eine Abfuhr von einem Mann kassiert hätte. Aber jedem das seine.
Sie zog sich dann gegen Abend zurück. Sie wollte sich ein wenig ausruhen, wollte doch nicht ausgelaugt ihrem Verlobten gegenübertreten. Schließlich wollten sie sich heute Abend noch treffen, wenn alles klappte. Allein die Aussage, dass sie sich vielleicht sehen könnten, die er heute Nachmittag sprach, ließ sie auf ihn warten. Sekunde für Sekunde flehte sie darum, dass es an der Tür klopfte. Und so wurde es später und später... und sie räumte weiterhin auf.
Am nächsten Tag, als sie aufstand, fühlte sie sich anders. Sie war zuhause. Als sie die Augen aufschlug hat sie endlich ihre Sandsteine an der Decke fixieren können. Sie war zuhause. Sie hatte sich für den heutigen Tag vorgenommen, dass sie ihn entspannt angehen lassen würde. Sie wollte aufräumen, wollte sich neue Kleidung schneidern, einfach ein bisschen Systematik in ihr Leben und auch in ihren Haushalt bringen. Sie musste lernen damit umzugehen, schließlich war sie bald verheiratet. Und da trafen sie auch diese Pflichten. Nicht, das sie sich darüber beschweren würde, sie freute sich eher.
Im Laufe des Tages traf sie immer mal wieder auf Mukhtaar. Sie sprachen sehr viel, verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Er begleitete sie aufs Festland, wo sie ihre Baupläne einsehen wollte, beriet sie, fuhr wieder mit ihr zurück, sie schneiderte ihm ein paar Sachen, sie sprachen viel. Er fragte sie ob sie seine persönliche Beraterin sein wollte. Sie? Beraterin eines Omar? Sie hielt kurz die Luft an ehe sie einwilligte. Zwar war ihr klar, dass sie das noch mit Raakin besprechen wollte und ihren Segen von ihm holen wollte, doch wusste sie, Raakin würde ihr vertrauen. Schließlich liebte sie ihn und er sie. Beraterin.. was sie da wohl alles machen müsste? Ihr war klar, dass sie ihn nun wohl in allen Lebenslagen beraten dürfte, doch war ihr noch nicht ganz so klar, was denn alle Lebenslagen beinhalten würde. Aber das würde sie wohl wirklich bald merken. Und sie wollte ihr Bestes als Beraterin geben, wenn sie ihm schon weh getan hatte. Sie wusste nicht, wie er das konnte. Ihre Anwesenheit ertragen.. sie hätte es nicht gekonnt, wenn sie eine Abfuhr von einem Mann kassiert hätte. Aber jedem das seine.
Sie zog sich dann gegen Abend zurück. Sie wollte sich ein wenig ausruhen, wollte doch nicht ausgelaugt ihrem Verlobten gegenübertreten. Schließlich wollten sie sich heute Abend noch treffen, wenn alles klappte. Allein die Aussage, dass sie sich vielleicht sehen könnten, die er heute Nachmittag sprach, ließ sie auf ihn warten. Sekunde für Sekunde flehte sie darum, dass es an der Tür klopfte. Und so wurde es später und später... und sie räumte weiterhin auf.
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Aalina Yazir
Tiefe Nacht. Sie war gerade nach Hause gekommen. Es war spät, ihr Arm tat weh, sie war wieder einmal so gut wie alleine jagen gewesen. Eigentlich wollte sie zuerst wirklich alleine los, aber als sie Najiya sah - ihre Halbschwester - und diese fragte, ob sie mitkommen könne, sagte Aalina nicht nein. Vielleicht tat es ganz gut, sie mitzunehmen. Immerhin kam sie so schneller voran, hatte ihre Schwester doch die Kunst des Heilens erlernt.
Und jetzt saß sie zuhause. Den ganzen Abend war sie schon im oberen Raum auf und ab gegangen, hatte immer mal wieder nach draußen gesehen. Nichts. Keinerlei Regung. Nur das Flackern der Fackeln war überall, aber ansonsten? Wirklich absolut nichts. Irgendwann war sie gegangen, sie hatte es satt zu warten. Sie musste an Gold kommen und wenn es mühseelig werden sollte, aber sie musste es irgendwie schaffen. Was blieb ihr anderes als jagen zu gehen..?
Und jetzt saß sie wieder zuhause, sammelte Fusseln von ihrem Teppich im Laden, hatte den Kopf an die teilweise noch warmen Sandsteinhäuser gelegt. Sollte sie sich schlafen legen? Vielleicht sollte sie das tun, aber irgendetwas hielt sie wach. Vielleicht die Hoffnung, dass es endlich an der Tür klopfte. Doch es geschah nichts. Nichts. Müde und enttäuscht stand sie auf, ging in den Keller. Ruhe, das war das, was sie nun brauchen würde. Einfach nur Ruhe.
Und jetzt saß sie zuhause. Den ganzen Abend war sie schon im oberen Raum auf und ab gegangen, hatte immer mal wieder nach draußen gesehen. Nichts. Keinerlei Regung. Nur das Flackern der Fackeln war überall, aber ansonsten? Wirklich absolut nichts. Irgendwann war sie gegangen, sie hatte es satt zu warten. Sie musste an Gold kommen und wenn es mühseelig werden sollte, aber sie musste es irgendwie schaffen. Was blieb ihr anderes als jagen zu gehen..?
Und jetzt saß sie wieder zuhause, sammelte Fusseln von ihrem Teppich im Laden, hatte den Kopf an die teilweise noch warmen Sandsteinhäuser gelegt. Sollte sie sich schlafen legen? Vielleicht sollte sie das tun, aber irgendetwas hielt sie wach. Vielleicht die Hoffnung, dass es endlich an der Tür klopfte. Doch es geschah nichts. Nichts. Müde und enttäuscht stand sie auf, ging in den Keller. Ruhe, das war das, was sie nun brauchen würde. Einfach nur Ruhe.
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Mukhtaar Omar
Großartig, einfach großartig. Jetzt hatte er es geschafft, die Frau an seine Seite zu ziehen. Sie hatte natürlich immernoch keine Gefühle für ihn, nicht die, die er sich wünschte und manchmal glaubte der junge Omar auch, dass sie ihn einfach als etwas Nebensächliches betrachtete. Als sei er da um nunmal da zu sein. Sie war für ihn jedoch momentan das, wofür es sich zu leben lohnte, mit ihren herrlichen langen Haaren, wie sie sich bewegt, beinahe über den sandigen Boden tanzte - sich drehte und lachte. Ach, er konnte ihr einfach stundenlang dabei zuschauen. Was er jetzt jedoch getrieben hatte, würde er sich noch in weiter Zukunft selbst anlasten müssen. Er hatte Aalina mehr als unehrenhaft angeschaut, sie berührt, wollte sie küssen. Es half nichts, jedes Mal wies sie ihn ab, rammte ihn den Dolch jedes Mal tiefer in die offene Wunde, die er sich selbst erst gemacht hat.
Nachdem er mit Aalina ausgemacht hatte und sie bat, dass sie doch seine Beraterin werden solle, gab er seinen Gelüsten nach. Die liebe kleine Menekanerin sollte möglichst oft und lange an seiner Seite weilen. Sie müsste dann einsehen können, dass er sie doch mehr liebt, als es Raakin jemals könnte. Und auch von Raakin holte er sich die Erlaubnis ein, dass Aalina doch als Beraterin des Prinzen agieren solle. Erst weigerte sich Raakin zutiefst, es lief ihm bei dem Gedanken wohl eiskalt den Rücken herunter. Aber nachdem er sich bein Raakin dann für sein Tun entschuldigte, ihm versicherte, dass er auch eine andere nehmen könne - da traf es wohl Raakins Gewissen. Er konnte wohl seiner Geliebten nicht die Chance nehmen, für einen Omar zu arbeiten. Schliesslich hatte das für eine junge Menekanerin eine gute Chance sein können, für eine erfolgreiche Zukunft.
Mukhtaar war zufrieden. Raakin dachte sich, dass die Beziehung zu Aalina nur geschäftlich war, er selbst durfte viel Zeit in Aalina Nähe verbringen. Sie betrachten, Blödsinn treiben und sich einfach nur unterhalten, was das zwei normale jugendliche Menekaner das miteinander tun. Irgendwie durfte er aber auch nicht gerade sich zu sehr an sie binden. Er durfte nicht zulassen, dass sie mehr von seinem Herzen nahm. Vielleicht, oder hoffentlich, würde die Liebe zu Aalina abstumpfen, wenn er nur lange genug mit ihr zutun hatte und vielleicht sähe er dann auch die schöne Menekanerin einfach als gute Freundin an. Er wollte sich das doch nicht allzu sehr einreden. Die Dinge mussten laufen, wie sie eben kamen.
Am Abend wurde er von Khalida gebeten, dass er sie zu Safiya führen solle. Das tat er auch, während Sharie die beiden begleitete. Sharie war immernoch wegen ihrem Mujaahid völlig niedergeschlagen. So liess er Safiya und Khalida unten allein, sie sollten sich aussprechen. Er selbst sprach mit Sharie und sagte ihr zu, für Mujaahid ein passendes Grabmal zu errichten. Er konnte hier jedoch nicht viel ausrichten. Er kannte Sharie nicht so gut, als hätte er passende und tröstende Worte gefuden.
Die Begegnung danach war eigenartig, ein einfacher Mann liess die Wachen zum Palast einfach zur Seite weichen. Trat vor den Thron des Emirs und blickte auf diesen. Mukhtaar wollte ein Gespräch mit ihm beginnen, doch zeigte sich der Fremde wenig einfühlsam und fragte den Omar völlig aus, was er mache, wie es weitergehen solle. Er behandelte Mukhtaar zwar respektvoll, doch schien es dem Omar so, als hätte der alte Knabe etwas zu verbergen. Mukhtaar konnte diese Nacht wieder gänzlich nicht schlafen, sein Kopf schmerze, er hatte sein Kopfkissen vom Nasenbluten rot gefärbt. Solang er still dalag, fühlte er sich nicht wohl. Es spukten ihm verschiedene Sachen durch den Kopf, viele hatten mit Aalina zutun, er dachte über seine Ausbildung nach, die Hausaufgabe, die ihm aufgetragen wurde, aber auch über die arme Sharie und ihr Leiden. Als er einhüllt in die Robe, durch die Strasse streifte, lief er an Aalinas Haus vorbei. Es brannte Licht. Aalina war sicher wieder mit Raakin in ihrem Haus. Es wurde ihm merklich schlecht, sein Magen drehte sich. Ein Krampf zog sich in seinem Leib zusammen. Vor Wut schlug er die Faust gegen das Gebäude aus Sandstein, kniff dabei die Augen zusammn.
Ein hilfloser Mann mehr auf der Welt, der einer Frau hinterherläuft, die seine Leidenschaft für sie, nicht erwidert. Der Lauf der Dinge.
Nachdem er mit Aalina ausgemacht hatte und sie bat, dass sie doch seine Beraterin werden solle, gab er seinen Gelüsten nach. Die liebe kleine Menekanerin sollte möglichst oft und lange an seiner Seite weilen. Sie müsste dann einsehen können, dass er sie doch mehr liebt, als es Raakin jemals könnte. Und auch von Raakin holte er sich die Erlaubnis ein, dass Aalina doch als Beraterin des Prinzen agieren solle. Erst weigerte sich Raakin zutiefst, es lief ihm bei dem Gedanken wohl eiskalt den Rücken herunter. Aber nachdem er sich bein Raakin dann für sein Tun entschuldigte, ihm versicherte, dass er auch eine andere nehmen könne - da traf es wohl Raakins Gewissen. Er konnte wohl seiner Geliebten nicht die Chance nehmen, für einen Omar zu arbeiten. Schliesslich hatte das für eine junge Menekanerin eine gute Chance sein können, für eine erfolgreiche Zukunft.
Mukhtaar war zufrieden. Raakin dachte sich, dass die Beziehung zu Aalina nur geschäftlich war, er selbst durfte viel Zeit in Aalina Nähe verbringen. Sie betrachten, Blödsinn treiben und sich einfach nur unterhalten, was das zwei normale jugendliche Menekaner das miteinander tun. Irgendwie durfte er aber auch nicht gerade sich zu sehr an sie binden. Er durfte nicht zulassen, dass sie mehr von seinem Herzen nahm. Vielleicht, oder hoffentlich, würde die Liebe zu Aalina abstumpfen, wenn er nur lange genug mit ihr zutun hatte und vielleicht sähe er dann auch die schöne Menekanerin einfach als gute Freundin an. Er wollte sich das doch nicht allzu sehr einreden. Die Dinge mussten laufen, wie sie eben kamen.
Am Abend wurde er von Khalida gebeten, dass er sie zu Safiya führen solle. Das tat er auch, während Sharie die beiden begleitete. Sharie war immernoch wegen ihrem Mujaahid völlig niedergeschlagen. So liess er Safiya und Khalida unten allein, sie sollten sich aussprechen. Er selbst sprach mit Sharie und sagte ihr zu, für Mujaahid ein passendes Grabmal zu errichten. Er konnte hier jedoch nicht viel ausrichten. Er kannte Sharie nicht so gut, als hätte er passende und tröstende Worte gefuden.
Die Begegnung danach war eigenartig, ein einfacher Mann liess die Wachen zum Palast einfach zur Seite weichen. Trat vor den Thron des Emirs und blickte auf diesen. Mukhtaar wollte ein Gespräch mit ihm beginnen, doch zeigte sich der Fremde wenig einfühlsam und fragte den Omar völlig aus, was er mache, wie es weitergehen solle. Er behandelte Mukhtaar zwar respektvoll, doch schien es dem Omar so, als hätte der alte Knabe etwas zu verbergen. Mukhtaar konnte diese Nacht wieder gänzlich nicht schlafen, sein Kopf schmerze, er hatte sein Kopfkissen vom Nasenbluten rot gefärbt. Solang er still dalag, fühlte er sich nicht wohl. Es spukten ihm verschiedene Sachen durch den Kopf, viele hatten mit Aalina zutun, er dachte über seine Ausbildung nach, die Hausaufgabe, die ihm aufgetragen wurde, aber auch über die arme Sharie und ihr Leiden. Als er einhüllt in die Robe, durch die Strasse streifte, lief er an Aalinas Haus vorbei. Es brannte Licht. Aalina war sicher wieder mit Raakin in ihrem Haus. Es wurde ihm merklich schlecht, sein Magen drehte sich. Ein Krampf zog sich in seinem Leib zusammen. Vor Wut schlug er die Faust gegen das Gebäude aus Sandstein, kniff dabei die Augen zusammn.
Ein hilfloser Mann mehr auf der Welt, der einer Frau hinterherläuft, die seine Leidenschaft für sie, nicht erwidert. Der Lauf der Dinge.
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Aalina Yazir
Der nächste Morgen
Aalina war früh wach, schließlich wollte sie sich eine Übersicht schreiben, was alles zu tun war. Ihr Haus hatte sie einigermaßen aufgeräumt, doch würde sie sich gleich wieder ein paar Stunden nehmen. So vieles hatte sich in den letzten Wochen angestaut, was sie einfach nicht erledigt hatte.
Sie merkte heute ziemlich, wie müde sie eigentlich war. Vielleicht sollte sie noch ein wenig weiterschlafen? Nein, was wäre denn, wenn sie nicht mitbekommen würde, wenn Raakin zu ihr kam und an ihre Türe klopfte? Schließlich wollte sie heute wenigstens einen schönen Abend mit ihm verbringen. Irgendwo, wo sie keiner so schnell finden konnte. Hauptsache sie konnte seine vollkommene Nähe genießen.
Da fiel ihr wieder ein, dass sie ja nun Mukhtaars Beraterin war. Er würde sie wohl auch des öfteren brauchen, sie zu Rate ziehen. Sie wusste, es würde hart für sie werden, doch war sie sich über eines im Klaren: Nichts, aber auch gar nichts kam vor Raakin. Sie hatte langsam aber sicher das Gefühl, dass Mukhtaar damit klar kam, dass sie sich für Raakin entschieden hatte. Was hieß schon entschieden? Es war von Anfang an klar, dass sie ihn liebte. Da gab es nicht viel zu entscheiden. Wohl eher zu berichtigen und zu erklären. Sie war sich sicher, dass sie mit Mukhtaar befreundet sein könnte, immerhin vertraute er ihr. Sie mochte ihn, er hatte etwas herzliches, er war anders als sein Bruder, auf jeden Fall. Nicht, dass Aasim nicht auch herzlich wäre, doch auf eine andere Art. Aasim konnte auch anders sein, er konnte auch aus seiner Hülle heraus, das wusste sie. Aber Mukhtaar, er war anders. Es schien ihr manchmal schon fast so, als hätte er gar kein Interesse an Politik und Herrschaft. Vielleicht war es das, was ihn ausmachte. Sie wusste es nicht. So viele Gedanken gingen ihr im Kopf um. Gedanken, die sie unter anderem auch sehr glücklich machten. Sie dachte oftmals an die bevorstehende Heirat, machte sich Gedanken darüber, wer ihre Trauzeugin werden sollte. Eine ihrer Schwestern? Mhh nein, vielleicht würden sie sich gegenseitig die Augen auskratzen. Mukhtaar? Sie kannte ihn noch nicht lange genug, außerdem würde Raakin das nicht als gut ansehen. Sie war ja froh, dass sie ihn beruhigen konnte. Aber Raakin wusste, dass er ihr vertrauen konnte, er wusste, dass sie ohne ihn nicht konnte und nicht mehr wollte. Sie schritten ihr Leben gemeinsam voran, das war das, was zählt. Raja. Raja war schließlich ihre beste Freundin und wie geschaffen dafür. Aber für diese Entscheidung hatte sie noch Zeit. Leider.. Wo sie sich doch längst wünschte, dass diese Heimlichtuerei endlich ein ende hatte.
Nunja, jetzt galt es Freundschaften zu pflegen, ihre Liebe aufrecht zu erhalten, mit Raakin glücklich zu werden. Sie musste das Beste aus allem machen, und Geduld zeigen. Geduld. Nervös tippelte sie mit ihrem Fuß auf und ab. Geeeduuuld.
Aalina war früh wach, schließlich wollte sie sich eine Übersicht schreiben, was alles zu tun war. Ihr Haus hatte sie einigermaßen aufgeräumt, doch würde sie sich gleich wieder ein paar Stunden nehmen. So vieles hatte sich in den letzten Wochen angestaut, was sie einfach nicht erledigt hatte.
Sie merkte heute ziemlich, wie müde sie eigentlich war. Vielleicht sollte sie noch ein wenig weiterschlafen? Nein, was wäre denn, wenn sie nicht mitbekommen würde, wenn Raakin zu ihr kam und an ihre Türe klopfte? Schließlich wollte sie heute wenigstens einen schönen Abend mit ihm verbringen. Irgendwo, wo sie keiner so schnell finden konnte. Hauptsache sie konnte seine vollkommene Nähe genießen.
Da fiel ihr wieder ein, dass sie ja nun Mukhtaars Beraterin war. Er würde sie wohl auch des öfteren brauchen, sie zu Rate ziehen. Sie wusste, es würde hart für sie werden, doch war sie sich über eines im Klaren: Nichts, aber auch gar nichts kam vor Raakin. Sie hatte langsam aber sicher das Gefühl, dass Mukhtaar damit klar kam, dass sie sich für Raakin entschieden hatte. Was hieß schon entschieden? Es war von Anfang an klar, dass sie ihn liebte. Da gab es nicht viel zu entscheiden. Wohl eher zu berichtigen und zu erklären. Sie war sich sicher, dass sie mit Mukhtaar befreundet sein könnte, immerhin vertraute er ihr. Sie mochte ihn, er hatte etwas herzliches, er war anders als sein Bruder, auf jeden Fall. Nicht, dass Aasim nicht auch herzlich wäre, doch auf eine andere Art. Aasim konnte auch anders sein, er konnte auch aus seiner Hülle heraus, das wusste sie. Aber Mukhtaar, er war anders. Es schien ihr manchmal schon fast so, als hätte er gar kein Interesse an Politik und Herrschaft. Vielleicht war es das, was ihn ausmachte. Sie wusste es nicht. So viele Gedanken gingen ihr im Kopf um. Gedanken, die sie unter anderem auch sehr glücklich machten. Sie dachte oftmals an die bevorstehende Heirat, machte sich Gedanken darüber, wer ihre Trauzeugin werden sollte. Eine ihrer Schwestern? Mhh nein, vielleicht würden sie sich gegenseitig die Augen auskratzen. Mukhtaar? Sie kannte ihn noch nicht lange genug, außerdem würde Raakin das nicht als gut ansehen. Sie war ja froh, dass sie ihn beruhigen konnte. Aber Raakin wusste, dass er ihr vertrauen konnte, er wusste, dass sie ohne ihn nicht konnte und nicht mehr wollte. Sie schritten ihr Leben gemeinsam voran, das war das, was zählt. Raja. Raja war schließlich ihre beste Freundin und wie geschaffen dafür. Aber für diese Entscheidung hatte sie noch Zeit. Leider.. Wo sie sich doch längst wünschte, dass diese Heimlichtuerei endlich ein ende hatte.
Nunja, jetzt galt es Freundschaften zu pflegen, ihre Liebe aufrecht zu erhalten, mit Raakin glücklich zu werden. Sie musste das Beste aus allem machen, und Geduld zeigen. Geduld. Nervös tippelte sie mit ihrem Fuß auf und ab. Geeeduuuld.
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Mukhtaar Omar
Seine Vorahnung war schon richtig, er war nicht umsonst nach Menek'Ur zurückgekehrt, aber dass es gleich so hektisch wurde, dass das Volk sich mit solch einer Intensität einen Omar FÜR sich wünschte, damit fühlte er sich fast schon etwas überfordert. Dennoch machte es ihm großen Spaß, er hatte mit ausreichend mit den schönen Damen seines Landes zutun und wurde von diesen verwöhnt - nun, wie ein Omar eben? Auch wenn ihm immernoch seine Gedanken um Aalina schwirrten. Musste er nach Aasims Aussage hin, sich immer mehr davon verabschieden.
Verheiratet sollte er werden, eine Zweitfrau dürte er sich halten. Mit solch einer Situation konnte Aasim zwar für sich leben, aber Mukhtaar war nicht der Mann dafür. Natürlich galt es das Volk zu schützen, die Familie der Ifrey wieder an sich zu halten und ihre Loyalität stets zu prüfen. Aber mit solchen Mitteln? Es kam ihm beinahe wie eine Schande vor eine Frau zu begatten, nur um die politische Lage zu sichern, als würde man sie lediglich ausnutzen. Ein ganzes Leben mit so einem Gedanken im Hinterkopf verbringen? Es war unsinnig.
Aasim schickte den jungen Omar die Treppe hinauf, sie hatten sich lange und ausführlich unterhalten. Die Brüderlichkeit waren nach wenigen Tagen gestrichen, jetzt hiess es wieder politisch/diplomatisch denken, dem anderen voraus sein. Mukhtaar schien es, als habe er diese Schiene bisher nur mit zuviel Nachsicht gefahren, sich zu sehr nach der Meinung anderer umgeblickt. Er musste härter und überzeugender werden, vielmehr seinen eigenen Willen durchsetzen.
Sein Bruder war sicher nicht zufrieden mit der Tatsache, dass Aalina nun an Mukhtaars Seite als Beraterin stand. Für ihn war sie eine Schneiderin, eine Händlerin, sie konnte keinen Weisen ersetzen, der sonst an Mukhtaars Seite gehört hätte. Der Omar wollte aber keine andere, keinen anderen, egal, wie viel klüger, besser, kampferfahrener die Person gewesen wäre. Es kam ihm lediglich darauf an, dass es Aalina war, die an seiner Seite war - ständig an seiner Seite. Aasim zeigte Aalina auch, was er dachte und die kleine Frau war - mit Grund - völlig niedergeschlagen. Mukhtaar versuchte anfangs herzlos zu bleiben, ihr die kalte Schulter zu zeigen - konnte es dennoch nicht, noch während er sich mit Amira über die Ausbildung in Tirell unterhielt, waren die Gedanken längst wieder bei seiner Beraterin.
Er trat auf Aalina zu, als sie ihn mit Tränen in den Augen anblickte. Sie war gekränkt, geschwächt und nicht in der Lage weiter die starke Frau zu spielen. Doch auch diesmal fand er nicht die nötigen tröstenden Worte, um eine Frau zu beruhigen, zu besänftigen. Jedes Argument, das für sie als sprach, als Beraterin bei ihm anzufangen, wurde von ihr niedergeworfen, es kam ihm vor, als wäre nicht mehr sie, die Mitleid verlangte, sondern sie die war, die auf Mukhtaar herumsprang und ihn immer mehr unterjochte. "Raakin liebt dich nicht so, wie du es verdient hättest. Nun ja, wenn du wüsstest", sprach er dann mit einem Mut, der unüblich für ihn war. Verwirrt sah sie zu ihm auf und ehe sie sich versah, hatte sich der junge Prinz abgewendet. Hinter sich hörte er, wie Aalina etwas vor Wut gegen die Wand warf, ein lautes Klirren, aber er schaute nicht hin. Lieber wendete er sich einer Frau zu, die unkompliziert war - für die er keine innigen Gefühle hegte - Amira.
Als er noch eine ganze Weile mit Amira über das Magiestudium redete, überkam ihn dann doch die Müdigkeit aufgrund des recht rasanten Tages und den vielen Gesprächen, die er führen musste. Er sah zu Raakin und Aalina, grüßte beide scheinhöflich, schritt aber prompt weiter, um keine Diskussion anzufangen. Heute wollte er nicht nachts durch die Strassen irren, nicht wieder an Aalinas Haus vorbeilaufen, um sich noch mehr zu schaden.
Ein Besuch auf dem Festland, um einen freien Kopf zu bekommen. Das war es, was er brauchte
Verheiratet sollte er werden, eine Zweitfrau dürte er sich halten. Mit solch einer Situation konnte Aasim zwar für sich leben, aber Mukhtaar war nicht der Mann dafür. Natürlich galt es das Volk zu schützen, die Familie der Ifrey wieder an sich zu halten und ihre Loyalität stets zu prüfen. Aber mit solchen Mitteln? Es kam ihm beinahe wie eine Schande vor eine Frau zu begatten, nur um die politische Lage zu sichern, als würde man sie lediglich ausnutzen. Ein ganzes Leben mit so einem Gedanken im Hinterkopf verbringen? Es war unsinnig.
Aasim schickte den jungen Omar die Treppe hinauf, sie hatten sich lange und ausführlich unterhalten. Die Brüderlichkeit waren nach wenigen Tagen gestrichen, jetzt hiess es wieder politisch/diplomatisch denken, dem anderen voraus sein. Mukhtaar schien es, als habe er diese Schiene bisher nur mit zuviel Nachsicht gefahren, sich zu sehr nach der Meinung anderer umgeblickt. Er musste härter und überzeugender werden, vielmehr seinen eigenen Willen durchsetzen.
Sein Bruder war sicher nicht zufrieden mit der Tatsache, dass Aalina nun an Mukhtaars Seite als Beraterin stand. Für ihn war sie eine Schneiderin, eine Händlerin, sie konnte keinen Weisen ersetzen, der sonst an Mukhtaars Seite gehört hätte. Der Omar wollte aber keine andere, keinen anderen, egal, wie viel klüger, besser, kampferfahrener die Person gewesen wäre. Es kam ihm lediglich darauf an, dass es Aalina war, die an seiner Seite war - ständig an seiner Seite. Aasim zeigte Aalina auch, was er dachte und die kleine Frau war - mit Grund - völlig niedergeschlagen. Mukhtaar versuchte anfangs herzlos zu bleiben, ihr die kalte Schulter zu zeigen - konnte es dennoch nicht, noch während er sich mit Amira über die Ausbildung in Tirell unterhielt, waren die Gedanken längst wieder bei seiner Beraterin.
Er trat auf Aalina zu, als sie ihn mit Tränen in den Augen anblickte. Sie war gekränkt, geschwächt und nicht in der Lage weiter die starke Frau zu spielen. Doch auch diesmal fand er nicht die nötigen tröstenden Worte, um eine Frau zu beruhigen, zu besänftigen. Jedes Argument, das für sie als sprach, als Beraterin bei ihm anzufangen, wurde von ihr niedergeworfen, es kam ihm vor, als wäre nicht mehr sie, die Mitleid verlangte, sondern sie die war, die auf Mukhtaar herumsprang und ihn immer mehr unterjochte. "Raakin liebt dich nicht so, wie du es verdient hättest. Nun ja, wenn du wüsstest", sprach er dann mit einem Mut, der unüblich für ihn war. Verwirrt sah sie zu ihm auf und ehe sie sich versah, hatte sich der junge Prinz abgewendet. Hinter sich hörte er, wie Aalina etwas vor Wut gegen die Wand warf, ein lautes Klirren, aber er schaute nicht hin. Lieber wendete er sich einer Frau zu, die unkompliziert war - für die er keine innigen Gefühle hegte - Amira.
Als er noch eine ganze Weile mit Amira über das Magiestudium redete, überkam ihn dann doch die Müdigkeit aufgrund des recht rasanten Tages und den vielen Gesprächen, die er führen musste. Er sah zu Raakin und Aalina, grüßte beide scheinhöflich, schritt aber prompt weiter, um keine Diskussion anzufangen. Heute wollte er nicht nachts durch die Strassen irren, nicht wieder an Aalinas Haus vorbeilaufen, um sich noch mehr zu schaden.
Ein Besuch auf dem Festland, um einen freien Kopf zu bekommen. Das war es, was er brauchte
Zuletzt geändert von Mukhtaar Omar am Mittwoch 15. Februar 2006, 11:22, insgesamt 1-mal geändert.