Ein unvergeßlicher Abend im goldenen Lamm...

Geschichten eurer Charaktere
Amary Ann Louisan

Beitrag von Amary Ann Louisan »

Ich werde dich einfach erwürgen……

Leise vor sich her murmelnd lief sie durch die engen, dunklen Strassen von Berchgard.
Die Nacht war schon längst herein gebrochen und der kalte Wind pfiff an ihr vorbei.
Wie ein Geist erschien sie, welcher ruhelos durch die Stadt schwebte.
Ihr Nachtkleid, das mehr einem Bettlaken glich, passte mit der weißen Farbe noch besser zum ganzen Bild.

Von dem nächtlichen Spaziergang erhoffte sie sich, ihre innere Ruhe wiederzufinden.
Doch sobald sie wieder an seinem Haus vorbei ging, erwischte sie selbst wie sie nach einer weiblichen Stimme lauschte oder einem Licht im Fenster ausschauh hielt.
Es gab keine Stimme die sie hörte und es gab keine Schatten am Fenster den sie sah.
Nur diese verdammte Stille! Diese Verdammte Unwissenheit!
Nach Yoshis aussage ging er mit Alexia weg, die halbnackt war.
Wie viel davon konnte der Wirklichkeit entsprechen? Wie viel sollte sie glauben?
Was sollte sie tun?
Gar nichts… einfach nichts. Es waren ihre eigene Spielregeln…
In beiden Spielen..
Innerlich schien sie zu schreien. Am liebsten ihn zu rede zu stellen! Wieso er die Nacht mit Alexia verbrachte! Wenn sie ihm treu war! Doch dann lauschte sie einer anderen Stimme. Jener Stimme die versuchte, sie zur Vernunft zu bringen.
Würde sie ihm das an den Kopf werfen und ihn Einschränken in der Beziehung, solch Spiele nicht mehr mit zu spielen, so müsste sie auch selbst damit aufhören.
Doch das war nicht der richtige Weg. Nicht der, der sie auf Dauer glücklich machen würde.
Leise murmelte sie wieder:
„ Gleiches recht für beide..“
Und glaubte dabei selbst nicht ihren eigenen Worten.

Sie ging zurück zu ihrem Haus und nahm einen Krug Milch zur Hand.
Aus einem Döschen fügte sie paar Kräuter hinzu und rührte um.
Das würde ihr den ersehenten ruhigen Schlaf bringen…

Und wenn sie Morgen erwachen würde, würde sie ihn umbringen!
Rogan Virr

Beitrag von Rogan Virr »

„Ich werde dir es nicht verbieten Amary, versprochen!“


Teil 5

Rogan sah Alexia hinterher. Es war ihm peinlich….peinlich das er so hilflos zugesehen hatte wie Amary mit Yoshua ging……peinlich das er diesen intensiven Schmerz spürte…..und es war ihm peinlich das er sich bei Alexia ausheulte…Und dann war da noch diese Wut auf sich selbst…



Rogan runzelte die Stirn. „Alle in den Tavernenkeller, es ist alles aufgebaut!“ Spätestens bei diesen Worten von Linnet hätte er wissen müssen dass dies kein guter Abend wird. Aber er sagte nichts… Er hatte es Amary versprochen… „Ich werde dir es nicht verbieten, versprochen Amary“…oh, er könnte sich nun selbst die Zunge abschneiden für diese Worte. So saß er nun da und spielte eben mit. Er linste immer wieder zu Amary und zwang sich innerlich keine Regung zu zeigen. Er wusste als er das dicke Buch sah welches Amary an Linnet weiter gab das darin sicherlich so manches stehen würde was ihm nicht gefallen würde….Aber er hatte es versprochen….Jetzt stand er oben mit Yoshua. Dieser hatte nicht die geringste Ahnung was Rogan von ihm wollte, das konnte man an seinem verdutzten Gesicht sehen. „Pass auf Yoshua, du musst mir einen gefallen tun!“ Rogan biss sich auf die Lippen. Er erklärte Yoshua das er zuerst wählen solle und WEN er wählen sollte. Immer noch sah dieser Rogan verwirrt an. „Tu mir bitte einfach den Gefallen Yoshua…ich muss wissen ob sie es macht oder nicht…ich muss es selbst sehen!“ Yoshua nickte nur knapp. Er würde Rogan den Gefallen tun.
„Sehr gerne Yoshua!“ Rogan glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Er sah ihr nach als Amary die Treppe hinauf ging…“Ich zieh nur mal eben schnell den Verlobungsring aus!“. Nun klappte Rogan der Mund vollends auf. Er wollte etwas sagen…..er wollte brüllen…..er…..nahm die Schnapsflasche und trank einen viel zu großen Schluck. Er hatte es versprochen….
Es war inzwischen leer geworden im Tavernenkeller…. „Rogan, komm schon, rede mit mir!“ Er drehten den Kopf und sah zu Alexia. „Ich muss nach oben, jetzt!“ Rogan nahm seine Flasche und sprang auf. Er stürtze die Treppen nach oben und sah…..Amary die an ihrer Tür stand….und Yoshua der an einem Tisch in der Taverne saß. Stumm blieb er stehen und wartet bis sie ins Haus ging. Dann sah er mit ausdruckslosen Blick zu Yoshua und wechselte ein paar flüchtige Worte mit ihm….und er glaubte Yoshua kein Wort….er musste weg von hier……Alexia folgte ihm zu sich nach Hause. Kaum dort angekommen trat er voller Wut gegen eines der leeren Fässer, welches sofort zersplitterte. Dann sah er mit feurig roten Kopf zu Alexia….diese sah ihn nur freundlich lächelnd an…und nun sprudelte es einfach aus ihm heraus….Er wusste nicht warum er es gerade Alexia erzählte….vielleicht weil sie selbst eine Frau war…..oder vielleicht weil sonst niemand anderes da war….Er war froh das sie ihm einfach zu hörte…Als er mit dem Erzählen fertig war erhob er sich und verabschiedete Alexia. Er war dankbar das sie ihm ihr Ohr geliehen hatte….



Rogan sah Alexia nach. Dann nahm er seine dunkle Robe aus dem Schrank und ging langsam und leise wieder zur Taverne. Es waren keine 20 Minuten vergangen seit dem er mit Alexia die Taverne in Richtung seines Hauses verlassen hatte. Yoshua war nicht mehr zu sehen….Rogan seufzte tief und schallt sich einen Narren ob der Sorgen die er sich gemacht hatte. Er ging zu Amarys Haus und öffnete leise die Tür. Dann schlich er sich nach oben. Er würde sich nun einfach neben sie legen, sich an sie kuscheln und den Abend einfach vergessen. Langsam trat er an das Bett heran…..es war leer…...Er stieß einen leisen Schrei aus…und stapfte die Stufen schnell wieder herab…Er knallte die Tür auf und ging in Richtung seines Hauses….doch was war das..? War da nicht eben eine Gestalt die über die Straße schlich? Er hätte geschworen das er dort jemanden gesehen hatte…in einer weissen Gewandung…beinahe wie ein Geist…..Er schüttelt dann den Kopf und ging nach Hause….er löschte das Licht aller Kerzen und ging nach oben….ohne seine Kleidung abzulegen legt er sich aufs Bett und starrte die Decke an….Unzählige Gedanken beschäftigten ihn…Er drehte sich zur Seite um seine Flasche Schnaps in die Hand zu nehmen. Der Alkohol würde ihn sicherlich einschlafen lassen. Als er die Flasche ergriff sah er ein kleines Tablett….auf diesen lagen ein paar Kuchenringe und zwei leere Tassen standen daneben…..er legte sich wieder hin und nahm einen großen Schluck von seinem Schnaps…er hatte ein halbes Jahr gekämpft...nein....so einfach gab er nicht auf....
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

"Spätestens dann werden sie mich ernst nehmen müssen“

Teil 6

Linnet schweifte unruhig durch die leeren Räume des Hauses. Sie war sich nicht sicher das wievielte Mal sie jetzt schon die Treppe hoch und wieder hinab lief. Sie war von tiefster Unruhe erfüllt.
Alles hatte am vorigen Abend begonnen und irgendwie kam sich nicht drum herum sich ein wenig schuldig zu fühlen….

Eigentlich hatte sie auf einen freien Abend gehofft. Natürlich war ihr durchaus bewusst gewesen das noch einiges fürs Fest getan werden musste. Amary hatte am Nachmittag schon mit Liebe die Taverne fürs Enrtedankfest dekoriert. Allerdings hatte Linnet noch die Vorbereitungen für die Spiele zu treffen, die Speisekarte zu fertigen und sich um die Preise zu kümmern. Bevor sie sich der noch zu erledigenden Dinge annehmen konnte, hatte Amary sie dazu überredet eine weitere Runde Kuchen zu verteilen und fürs Fest zu werben. Sie hatte sich mit Kim die Abende zuvor schon die Füße platt gelaufen, aber solang es Amary zur guter Laune verhalf… Und so zogen sie ein weiteres Mal gemeinsam los. In Bajard angelangt begann es sogleich äußerst unangenehm. Trotz der freundlichen Einladung Amarys und dem leckeren Zitronenkuchen, bekamen sie zu spüren, dass sie nicht erwünscht waren und wurden obendrein beleidigt. Linnet lies Amary nicht aus den Augen, sie hatte ein böses Gefühl. Als ihnen dann auch noch in Adoran keine Menschenseele über den Weg lief hatte sie eine rettende Idee, zumindest dachte sie zu diesem Zeitpunkt noch das es den Abend retten würde. Und so überredete sie Amary zu dem, wie sich nachher herausstellte, verhängnisvollen Würfelspiel. Die Hoffnung Amary damit auf andere Gedanken zu bringen, ihr zu beweisen, dass sie trotz Verlobung keineswegs tod war, schwand noch während des Spieles dahin. Statt der erhofften übersprudelten Laune von Amary, endete der Abend in einem vor Wut kochenden Rogan …

Als Yoshi und Amary den Keller verlassen hatten und Rogan seine Gefühle ins Gesicht geschrieben standen, beeilte sie sich aus der Schusslinie zu kommen. Völlig überrascht fand sie Yoshi am Tisch im Garten vor und er war allein? Auch nach längerem Umsehen konnte sie Amary nicht entdecken. Yoshi erklärte Linnet auf ihr Nachfragen hin, dass er Rogan einen Gefallen getan hatte mit seiner Wahl. Sie verstand kein Wort.. Was hatte er? Warum? Außerdem erzählte er das er Amary niemals anfassen könnte, da sie für ihn so etwas wie ein große Schwester war, er könnte nie.. Fassungslos schüttelte sie den Kopf. Amary war also im Bett und Yoshi hier und betrübt. Sie hatte sich den Abend eindeutig anders ausgemalt. Gerade als sie sich auf den Weg nach Hause machen wollte lief ihr Kim in die Arme. Sie hatte sich um stunden verspätet… Eigentlich waren sie vor einer halben Ewigkeit verabredet gewesen, als die Welt noch in Ordnung war, zumindest halbwegs – oder eben mehr als jetzt. Auch wenn sie hundemüde war, so wollte sie Kim doch noch die Veränderungen zeigen. Während sie mit Kim durch den Garten lief und ihr erklärte, das sie den Rest erst am Tag des Festes herrichten würden, verließen Alexia und Rogan den Keller und liefen in Richtung seines Hauses. Linnet schaute den Beiden eine weile Verwundert nach, dann machte auch sie sich auf den Heimweg…

Dort angekommen hatte sie mit Enttäuschung feststellen müssen, dass nur ein kaltes Bett auf sie wartete. Wie hätte es auch anders sein sollen? Auch wenn sie sich an ihre Einsamkeit langsam wieder gewöhnte, war es doch jedes Mal eine neuer Stich im Herzen. Die Nacht hatten sie Albträume geplagt was sie wohl am nächsten Tag erwarten würde und auch am nächsten Morgen war das Grauen noch nicht verflogen. Und nun lief sie von der Unruhe getrieben durchs Haus. Irgendwas musste sie tun um sich abzulenken. Als sie auf einmal eine Idee hatte… Schon seit einer Weile hat sie das Gefühl von beiden nicht erst genommen zu werden. Ihre Drohungen wurden von Beiden nur belächelt. Ja, das würde sie tun und davor war noch eine Menge zu erledigen. Spätestens dann würden Sie sie ernst nehmen müssen… Wieder rannte sie die Treppe hinauf, aber diesmal würde sie erst nach sehr langer Zeit hinabsteigen…
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Müde trat sie nach dem Fest an ihr Bett. Sie hatte schon geahnt, dass es sie einiges an Kraft kosten würde. Die gepackten Taschen vom Vortag standen vor ihrem Bett.
Auch wenn sie völlig erschöpft war, so glaubte sie doch noch ein kleines Stück der Strecke zurücklegen zu können.
Und so hüllte sie sich in ihren Mantel und verlies im Schutze der Nacht die Stadt…………
Amary Ann Louisan

Beitrag von Amary Ann Louisan »

Hysterisch lief Amary in ihrem grünen Schlafzimmer auf und ab. Immer wieder fiel ihr Blick auf eine helle Holzkiste am Boden. An sich nichts besonderes, doch es war von Rogan!
Wieder hat er sie überrascht und wieder meinte er es gut mit ihr!
Ihre Zähne knirschten aufeinander, nicht wegen des Geschenks, nein sie war auf sich selbst so wütend, dass sie nicht wusste was sie tun soll!

Wenige Tage nach der Verlobung hätte sie ihn umbringen können! Oder weglaufen, ganz, ganz weit weg. Sie versuchte ihn Tag für Tag mit ihren Worten zu verletzten. Im aus dem Weg zu gehen. Und ihn so rasend Eifersüchtig zu machen, dass er keine Hoffnung in der Verlobung sehen würde.
Und dann änderte sich plötzlich alles. Sie ging ihm nicht aus dem Weg. Nein sie verfolgte ihn selbst! Sobald er nicht in ihrer Nähe war, tapste sie durch ganz Berchgard, um nach ihm Ausschau zu halten! Dabei hatte sie natürlich die fadenscheinigen Ausreden für sich selbst.
Zum Beispiel, zum 10 Male nach den Hühnern am Hafen zu sehen. Oder einen Schmied in der Mine zu suchen.
Und so bald sie ihn fand, musste sie ihm ja gleich zeigen wie unwichtig er war. Dabei wusste sie ja ha genau, das wenn sie an ihm vorbei mit erhobenen Nasenspitze läuft. Er sie schnell in seine Arme zieht und ihr einen Kuss aufdrückt.
Sie seufzte leise bei dem schönen Gedanken auf. Kopfschüttelnd verwarf sie rasch den Gedanken..

So war es auch wenige Tage zuvor gewesen.
Er löste sie wieder von seinem starken Griff und zog sie hinter sich her in sein Haus.
Natürlich zickte sie wieder herum und tat so als ob sie entnervt war und hunderttausend andere Dinge am liebsten Täte als jetzt mit ihm ins Haus zu gehen.
Er ließ sie für einen Augenblick aus den Augen und verschwand im Keller. Als er wieder die Treppen hinaufging. Saß sie schon auf dem Fensterbrett und wollte entfliehen.
Seufzend sah er sie an und dann kam dieser Befehlston! Das er nie vor der Verlobung verwendet hatte. Der Traute sich ja was!
Dann zog er sie zurück ins Zimmer und blickte sie straffend an. Mit einer strengen Stimme gab er ihr die Wahl. 1. Mit ihm wie normales Liebespärchen auszugehen, was essen und trinken in Baja oder 2. er würde sie an ein Stuhl fesseln, sich neben sie setzten und die Schimpfwörter auf sich hinabprasseln lasen.
„ Wir sind aber nicht normal Rogan!“ zischte Amary ihm zu und entschied sich dann doch für das Ausgehen.
Er hätte lieber auf sie hören sollen! Denn als sie in Baja in der Taverne saßen und beim Wirt das Essen bestellten, tauchte schon bereits ein Mann auf den Amary gar nicht riechen konnte!
Schon wenige Tage zuvor war dieser Mann im goldenen Lamm und machte Stunk. Und hier würde es nicht anders sein. Als er sie sah brodelten seine Worte gegen sie nur so aus seinen Lippen her raus. Plötzlich passiert so vieles au fein mal, dass sie gar nicht wusste, was sie tun oder nicht tun sollte. Ein Schuss löste sich und traf den Wirt am Arm. Als dieser seine Gäste beschützen wollte…

Amary und Rogen gingen nach der ganzen Aufregung durstig und hungrieg zurück nach Hause. Rogen versuchte noch zu scherzen. Ob das immer so ist, wenn man sie ausführt.
Doch ihr war kein bisschen Lachen zu mute. „ ich sagte ja, wir sind nicht normal rogan“.
Eigentlich war doch der Abend zu Ende. Dachte sie zumindest. Doch Rogan hatte wieder seine Eigene Pläne mit ihr. Er zog sie wieder an der Hand zu seinem Haus. Sie stolperte und versuchte seinen schnellen Schritten zu folgen. „ versprich mir dass du nicht versuchst mich heute anzufassen!“ murmelte sie ihm unmissverständlich zu.
Natürlich hielt er sich kein bisschen daran. Sie hätte sich ja auch wären können, aber ihr tiefes verlangen nach ihm, machte es für sie unmöglich…….



Sie war dabei das Spiel zu verlieren! Ihren Verstand zu verlieren! Wenn sie es nicht schon verloren hat! Er hat das Spiel irgendwie umgedreht. Nun verlangte sie nach seinen Küssen!
Etwas musste sie sich ausdenken, so konnte es nicht weiter gehen.
Sie würde wieder kalt und abweisend zu ihm sein und, ja sie würde ihm nicht mehr erlauben mit ihr die Nächte zu verbringen! Da kam ihr Than ins Gedanke.“ Natürlich, sie würde ihn bitten ihr ein Keuschheitsgürtel zu schmieden mit einem Schlüssel.
Ein breites Grinsen legte sich über ihre Lippen und fröhlich triumphierend Pfeifend verlies sie ihr Zimmer und steuerte die Schmiede an.
Rogan Virr

Beitrag von Rogan Virr »

„ Rogan, bekomm ich jetzt einen Kuss oder muss ich jetzt jedes mal darum betteln?“



Teil 8


Rogan wischte sich mit dem linken Handrücken den Dreck und Staub von der Stirn. Eigentlich hatte er keine Lust den ganzen Morgen wieder in der Mine zu verbringen, aber er hatte einen Auftrag bekommen und der musste ja erledigt werden. Dennoch würde er sich nun eine kurze Pause gönnen. Er ging in Richtung Eingang der Mine und setzte sich dort auf eine Stufe. Gierig lies er das kalte Wasser aus seinem Wasserschlauch seine trockene Kehle hinab rinnen. Und er wunderte sich das er noch keinen Schrei gehört hatte aufgrund der kleinen „Überraschung“ die er ihr heute morgen neben das Bett gestellt hatte. Er lehnte sich ein wenig zurück und mit einem Schmunzeln dachte er an den gestrigen Tag…..


Huh? Hatte sie das eben wirklich gesagt? „ Rogan, bekomm ich jetzt einen Kuss oder muss ich jetzt jedes mal darum betteln?“ Innerlich grinste er, aber nach aussen hin lies er sich nichts anmerken. Er ging zu ihr und drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. Er spürte dass sie seinen Kuss gierig erwiderte….doch dann, wie von etwas gestochen, drückte sie sich von ihm los und lief vor sich her plappernd zu ihrem Haus „Oh mein Gott….ich verliere….“ Er musste lachen als er ihr fröhlich hinterher rief „Du hast schon verloren Amary“. Dann wendete er sich ab und ging zu seinem Amboss. Er wusste das die Erze, welche er auf Vorrat hatte, niemals reichen würden, aber er würde so lange weiterschmieden bis sie ihm ausgingen. Morgen war noch genug Zeit für die Mine. Immer wieder bemerkte er wie sie hinter ihm vorbei huschte. Sie hatte endlich ihr neues Feld und emsig schleppte sie nun alles was man so für die Feldarbeit benötigte hin und her. Rogan legte den Schmiedehammer bei Seite und setzte sich auf seinen Amboss. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hatte, überraschten ihn immer wieder aufs neue. Wenn er an die letzten Tage zurück dachte, so konnte man es ja beinahe schon eine richtige Beziehung nennen, so fand er zumindest…..naja….zumindest für ihre Verhältnisse…… Rogan nickte und öffnete die Augen wieder. Ja, es lief ganz gut zur Zeit, und das machte ihn glücklich. Er blinzelte und sah Amary vor sich. „Ich geh ins Bett, bin total fertig.Bis dann Rogan“….erst sah er sie kurz verdattert an, dann grinste er und meinte: „Glaubst du im ernst ich lass dich mit so einer Verabschiedung gehen?“. Er hüpfte vom Amboss hinab und ging auf sie zu. „Pah! Zwei Küsse am Tag sind mehr als genug!“, sprach sie und wandte sich ab zum gehen. Er sah ihr nach mit einem Lächeln auf den Lippen. Da war sie wieder, die trotzige Amary….Er schmatzte kurz und nahm den Schmiedehammer wieder zur Hand. Mit einem fröhlichen Summen auf den Lippen lies er den Hammer auf den Amboss knallen.


Er erhob sich von der Stufe und legte die Spitzhacke zur Seite. Er hatte nun Hunger und wollte sich eine Kleinigkeit zu Essen aus dem Lamm stehlen. Abermals wischte er sich den Schweiss und den Russ von der Stirn und ging in Richtung der Taverne. Gerade als diese in Sichtweite kam, sah er Amary die aufgewühlt zum Handelshaus rannte. Sie hatte diesen seltsamen Blick den sie immer
hatte wenn sie etwas gegen ihn ausheckte. Er ging weiter zu der Essenstruhe und nahm sich zwei Hähnchenschenkel heraus. Kauend ging er dann wieder in Richtung Mine. Er war gespannt womit sie ihn dieses mal „überraschen“ würde.
Zuletzt geändert von Rogan Virr am Montag 5. Oktober 2009, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

„Warum sollte man die leeren Räume des Hauses nicht füllen?“

Teil 9

Der erste Tag nach ihrer Rückkehr, war wie gewohnt äußerst chaotisch verlaufen.
Linnet saß auf ihrem kleinen Balkon, genoss die frische Luft und blickte nachdenklich in den Garten….

Freudig hatte sie zunächst Rogan, dann Amary in ihre Arme geschlossen und sich von den Neuigkeiten, die sie versäumt hatte berichten lassen. Schnell war der Bericht Amarys in ein Verhör übergegangen und auch die Vorschläge von Rogans Seite, sie an eine fünf Meter kurze Kette zu legen, waren nicht gerade erfreulicher.
Mit der Ausrede noch unendlich viel auszupacken entrann sie den Beiden und ihrer ‚wunderbaren’ Begrüßung. Schmunzelnd hatte sie auf dem Weg nach Hause darüber nachgedacht, wie einig die Beiden auf einmal wirkten. Sie schienen nicht mehr die zu sein, die sie verlassen hatte. Auch wenn sie nun beide auf sie einredeten, so waren sie sich doch endlich einmal einer Meinung und hielten es zusammen in nächster Nähe aus, ohne sich wüst zu beschimpfen.
Die wenigen Sachen, die sie dabei hatte, waren schnell wieder lieblos im Schrank verstaut. Linnet hatte nicht vor den Rest des Tages im leeren Haus zu verbringen und so beschloss sie einen Freundschaftsbesuch abzustatten.
Mit einem Korb voll Leckereien begab sie sich auf die Suche, nach kurzer Zeit wurde sie fündig und noch während des Picknicks fasste sie einen Gedanken: „Warum sollte man die leeren Räume des Hauses nicht füllen?“ Glücklich stellte sie fest, dass ihr Vorschlag nicht abgelehnt wurde und so wurde aus einem einfachen Picknick der Beginn von einer neuen Gemeinschaft.
Als der Abend hereinbrach machte sie sich wieder auf den Weg zur Taverne. Sie hatte mittags entdeckt, dass das baldige Brautpaar noch nicht dazu gekommen war die Tische und Stühle wieder aufzustellen. Ein wenig Arbeit würde sie sicher auf andere Gedanken bringen. Sie hatte noch nicht einmal alle Stühle an ihren Platz zurück gestellt, als auch schon der erste ungebetene Gast vor der Taverne auftauchte. Sie war sich nicht so sicher wie Kim, dass der Fremde tatsächlich der Kuchendieb war, allerdings war er ihr durchaus unheimlich. Vor allem das er immer und immer wieder vor der Taverne auftauchte behagte ihr keineswegs.
Nachdem er endlich von dannen gezogen war und sie sich sicher war das er nicht zurück kommen würde, hatte sie das Lamm geöffnet. Bald schon füllte es sich mit den üblichen Stammgästen, die sie durchaus vermisst hatte. Es war ein schönes Gefühl gewesen wieder dort zu sein. Weder Rogans Feindseeligkeit an dem Abend ihr Gegenüber, noch der Besuch eines Straßenköters hatten ihre Laune wirklich drüben können.
Schließlich die Überraschung: Sie sollte eine Trauzeugin sein. Auch jetzt musste sie bei dem Gedanken noch lächeln. Nie hätte sie damit gerechnet..
Dann schweifte ihr Blick in den Garten und sie seufzte leise. Auch wenn es ihr scheinbar immer und immer wieder passierte, hatte sie sich noch nicht an das Gefühl gewöhnt zwischen zwei Stühlen zu sitzen…
Amary Ann Louisan

Beitrag von Amary Ann Louisan »

Das schlechte Gewissen - oder doch der richtige Riecher?

Mit offenen Augen lag Amary in der Dunkelheit und blickte auf ihre sich schlafend stellende Freundin neben sich. Sie lauschte ihrem gleichmäßiger Atem und hoffte, dass dieser sie in einen erholsamen Schlaf wiegen würde. Doch leider kreisten viel zu viele Gedanken in ihrem Kopf herum. Sie gab auf, an den Schlaf zu denken und versuchte, die einzelnen Bausteine zusammen zu fügen.

Sie wurde aus dieser Frau, die vor wenigen Wochen plötzlich auftauchte, nicht schlau.
Immer wieder war sie an der Taverne. Beobachtete und lauschte. Sobald Sir auftauchte, schien sie wie eine Besessene um ihn herum zu hupfen und nach seiner Aufmerksamkeit zu lechzen. Alle in der Taverne bekam dieses Theaterstück mit.
Er wies sie vor allen Augen ab, seine Worte hätten jeder Frau das Herz noch mehr in Stücke gerissen. Doch diese Frau schien gar nicht aufgeben zu wollen, um wieder ihm zu gehören. Doch spielte Sir auch mit offenen Karten und wollte er sie wirklich nicht zurück, wie er das immer sagte? Amary kamen Zweifel auf. Lange war diese Frau seine Maträsse gewesen. Sie lebte in Luxus und musste dank ihm nie hart arbeiten. Natürlich war sie auch sicher stolz, einen Bettgefährten zu haben, der nicht nur reich war, sondern auch einen Titel trug.
Meinte sie, sie wäre was Besseres als die in Berchgard, nur weil sie mal eine Maträsse war?
Zumindest am Anfang schien sie es mit ihrer Art und Weise so zu zeigen.
Amary machte Sir schöne Augen um die Maträsse zu ärgern. Sir lies sich auf das necken ein und machte mit. Unverblümt ging sie mit Sir in den Keller. Nach Außen hin sah alles danach aus, als ob beide einen Liebesakt vorhätten. Doch in Wirklichkeit haben sie nur, wie so oft, über seine Sorgen gesprochen…

Schon damals hatte sie den Groll der Maträsse auf sich gezogen. Nach den Abweisungen von Sir schien die Maträsse Than den Schmied ins Auge zu nehmen. Er war noch der einzige, der nicht in festen Händen war.
Amary runzelte die Stirn und dachte weiter drüber nach. Than hatte keinen Titel, aber dafür war er reich. Than hatte auch ein sehr gutes Herz und war ein sehr guter Mensch. Zu schnell vertraute er, gerade den Frauen.
Amarys Magen zog sich bei dem Gedanken zusammen. Diese Maträsse hatte nur wenige Tage nach dem Zusammenkommen mit Than behauptet, sie würde verliebt sein. War es die Wahrheit? Oder hoffte sie, nur einen Narren gefunden zu haben, um den sie ihre Beine nur zu wickeln brauchte, damit jeder ihrer Wünsche erfüllt werde und sie nicht mehr hart arbeiten musste? Es gab genug solch Frauen, also wieso sollte sie das ausschließen?
Und dann war da noch etwas seltsame. Auch wenn die Maträsse und der Schmied schon seit wenigen Wochen zusammen waren, wich sie nicht von seiner Seite. Ständig war sie bei ihm, kein Wort konnte man sagen, ohne dass sie es mithörte! Doch wenn Than nicht da war, hingegen aber Rafael, bemühte sich die Maträsse wieder wie verrückt um ihn. Amary dachte an jenen Abend zurück, als ihre Taverne in Flammen stand.
Sir wollte sich nach ihrem Befinden erkundigen, aber die Maträsse hing an seinem Bein und wollte ihn ständig bemuttern. Wieder schob er sie mit unsanften Worten von sich. An einem anderen Abend, als sie noch alle lachend zusammen saßen, schien Sir genau darauf zu achten, was die Maträsse tat oder nicht sollte. Amary sah einen Funken Eifersucht in seinen Augen auffunkeln, als die Maträsse einen Teil ihrer Kleidung ausziehen wollte.
Und später ritten beide gleichzeitig nach Hause - so betrunken? Zweifelhaft. Amary hörte noch die Worte, die die Maträsse am Stall sagte: Ihr Bett sei gewiss nicht so weich sei wie seines.
War das eine Botschaft an Rafael von ihr?
Amary wusste nicht, was noch an diesem Abend passierte, als beide davonritten. Doch ihr war das alles nicht geheuer.
Etwas in ihr sagte, sie sollte dieser Frau lieber nicht vertrauen und ihre Lieben schützen.
Oder spielte die Maträsse doch mit offenen Karten?
Ab und zu schien sie gegenüber Amary sehr freundlich zu sein, sie aufzumuntern und noch gestern brachte sie ihr einfach so eine Blume mit als Geschenk.
Da musste in allem ein Wurm sein!

Passte überhaupt die Maträsse mit ihrer solch edlen Vergangenheit überhaupt nach Berchgard? Diese Frage stellte sich Amary immer wieder. Passte diese Person zu ihrem Than?
Irgendwie war Amary überzeugt, dass ihre beste Freundin, die zwar noch nie etwas mit einem Mann hatte, dennoch besser zu Than passen würde. Bei ihr hätte sie sich keine Sorgen machen müssen, dass sie mit Than nur wegen des Goldes zusammen wäre. Oder ihm fremdgehen würde mit einem anderen, der einen Titel trägt. Und sie war sich sehr sicher, dass ihre beste Freundin in der Beziehung nie so krankhaft besessen an ihm hängen würde.

Aber wollte ihre Freundin wirklich Than haben? Wusste sie selbst, was sie wollte? Oder war Amary grad dabei, eine Beziehung zu zerstören, in denen beide dann alleine bleiben würden und unglücklich?

Vor Müdigkeit schlossen sich Amarys Augen und ihr letzter Gedanke für diese Nacht war:
„Ich habe geschafft, dass sich beide streiten, nun ist es an der Reihe der Freundin, um Than zu kämpfen.“ Sie selbst würde nun aus diesem Spiel der Intrige aussteigen. Der Groll liegt auf ihr und die Freundin hat den Rücken frei…
Zuletzt geändert von Amary Ann Louisan am Freitag 16. Oktober 2009, 13:44, insgesamt 2-mal geändert.
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

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Zuletzt geändert von Linnet Rysk am Freitag 16. Oktober 2009, 16:47, insgesamt 1-mal geändert.
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Linnet starrte in die Dunkelheit und bemühte sich um einen Regelmäßigen Atem, der nicht verriet, dass sie noch lange nicht im Land der Träume angelangt war. Dabei hörte sie wie ihre Freundin Amary wohl das selbe Problem plagte, immer wieder drehte sie sich von der einen auf die andere Seite. Ebenso spürte sie fast die Anwesenheit von Rogans kostbarer Brandyflasche neben sich auf dem Boden. Zu gerne hätte sie die Hände danach ausgestreckt und den Inhalt der Flasche genossen, in der Hoffnung so leichter in den Schlaf zu finden. Aber das hätte bedeutet, dass sie offen hätte zugeben müssen keinen Schlaf zu finden und sicher wäre es dann zu einem Gespräch zwischen den beiden Freundinnen gekommen, zu dem sie sich gerade nicht in der Lage fühlte. Auch wenn sie sich anfangs dagegen gewehrt hatte, war sie nun über die Zwangsunterbringung zutiefst dankbar. Sie musste auf dem Wege nach Hause keinem etwas vorspielen, hier war sie geschützt und hatte die Ruhe noch einmal über alles nachzudenken….

Sie konnte sich noch deutlich daran erinnern wie sie das Frühstück zubereitet hatte und danach mit ihr zum goldenen Lamm gelaufen war. Sie wollte nur schnell in die Bibliothek und hatte Linnet versprochen am Abend mit ihr auf den Markt in Bajard zu gehen. Am Abend jedoch wartet Linnet vergebens auf ihr Erscheinen. Während Cedric sich alle Mühe gab Natalia und Linnet auf dem Markt zu versteigern, schweifte ihr Blick immer wieder zum Weg. Ihre Warten sollte vergebens sein. Nicht nur an diesem Abend, sondern auch an den darauf folgenden. Immer wieder kehrte sie zu ihrem kalten leeren Bett nach hause zurück, jedes Mal ein weiterer Stich in ihrem Herzen. Was war nur Geschehen? Warum kehrte sie nicht zurück? Ob sie etwas Falsches gesagt oder getan hatte? Jeden Abend verschloss sie das zuvor gefühlte immer tiefer in ihrem Herzen, wenn es mal nicht so recht gelingen sollte betäubte sie ihre Gefühle mit dem Alkohol und ging dann zu Bett. Nach und nach entstand ein leerer Platz in ihrem Herzen. Im Lamm wurde es für Linnet täglich schwerer die verliebten Pärchen und ihr Glück zu sehen. Sogar Amary und Rogan hatten ihr Glück gefunden, so sehr sie es ihren Freunden gönnte, umso mehr schmerzte es in ihrem Herzen. Ebenso wie die vielen fremden Paare die sich einfanden um bei einem Glas Wein die freien Stunden zu genießen. Linnet begann dem Lamm fern zu bleiben, ihre Ausreden waren einfach: es gab neue Angestellte, die sie gut ersetzen konnten und sie hatte endlich mal wieder Zeit für etwas anderes. Sie versucht sich selbst einzureden, das es daran lag und nicht an der Einsamkeit, die sie jedes Mal wieder empfand wenn sie am Tisch zwischen lauter Paaren saß. Auch ihr letzter Versuch – ein Kurzurlaub – hatte die Leere in ihrem Herzen nicht vertreiben können.

Nach ihrer Rückkehr hatte sie einen neuen Plan gefasst, wenn man die leeren Räume des Hauses füllen würde, so wäre abends vielleicht hin und wieder jemand da mit dem sie reden könnte. Nach der Arbeit im Lamm, ein Mensch mit den man sich unterhalten könnte, wenn die vielen Verliebten sich gemeinsam zurückgezogen hatten um ihre Zweisamkeit zu genießen und nicht nur ihr würde damit geholfen sein, davon war sie überzeugt. So erwartete sie weiterhin jeden Abend ein leeres kaltes Bett, doch immerhin war nun ein liebevoller Mensch im Haus und sie genoss die abendlichen Stunden bei einem Tee aus vollem Herzen. Das Gefühl der Einsamkeit wurde kleiner und neue Gefühle kamen hinzu. Es waren schöne gemeinsame Stunden, ob bei einem Tee im Haus, einem lustigen Abend in Bajard, oder einfach nur das Gefühl nicht alleine zu sein…
Bis zu jenem Abend als sich alles veränderte.. Linnet arbeitete gerade mit Kim im goldenen Lamm, als sie wie aus dem Nichts auftauchte. Ohne Ankündigung, ohne Vorbereitung, sie war wieder da. Sie war aus der Gefangenschaft entkommen und schwer misshandelt worden, sie war niemals freiwillig fern geblieben. Linnet umsorgte ihre Freundin, sie schämte sich zutiefst für ihre Gefühle und Gedanken während der Abwesenheit. Sie bemühte sich die alte zu sein, die welche zuvor verlassen worden war. Sie versuchte die alten Gefühle aus den tiefen ihres Herzens auszugraben und wieder die Alte zu sein. Aber es wollte ihr nicht gelingen… Immer wieder wurde sie gefragt, ob sie nicht nur aus Mitleid bei ihr blieb und immer wieder versicherte Linnet es wäre die reine Liebe. So sicher sie es beteuerte, so unsicher war sie sich doch selbst. War es denn möglich, dass man nicht nur einen Menschen liebte? Oder war ihre Liebe in der Zeit einfach verloren gegangen? Ob sie zurückkam wenn sie sich einfach genug Mühe gab?
Der Überfall und Brand im Lamm brachte wieder alles durcheinander. Linnet war für das gebrachte Chaos unendlich dankbar. Sie hatte einen Grund Amary von der Arbeit zu befreien, das Ruder in die Hand zu nehmen und sich vollkommen hineinzustürzen. Sie hatte gehofft, es würde sich alles von alleine lösen. Aber diese Hoffnung sollte alsbald schwer enttäuscht werden. Natürlich gab es noch Zeit nachdem das Lamm geschlossen hatte, genug Zeit um sie mit jemand anderen zu verbringen und sich weiterhin ins Chaos zu stürzen.
Es war noch schwerer geworden, als Tage zuvor, sie fühlte sich von ihm angezogen. Sie konnte ihm nicht aus dem Weg gehen, es war ihr einfach nicht möglich.
Dann kam der heutige Abend und wenn sie vorher schon gedacht hatte, ihre Gefühle können nicht noch mehr auf den Kopf gestellt werden, so wurde sie eines besseren belehrt.
Wie jeden Abend zur Zeit hatte sie das Lamm geöffnet, die anfängliche Ruhe sollte nicht lange anhalten. Ein wenig hatte sie sich über den Besuch Sir Rafaels bei Amary und Rogan gewundert, ebenso über seinen späteren Abgang. Aber Dank der Übungen mit Amary hatte sie sich nicht weiter damit beschäftigt. Erst als sie zum Handwerkshaus gingen um Thancreds Meinung zu ihren Rüstungen und Waffen einzuholen, begann die Wende des Abends. Linnet war überraschender Weise mit Thancred allein und ihr fehlten die Worte. Sie war sich gar nicht mehr sicher weswegen sie überhaupt zum Handwerkshaus gekommen war. Ebenso fragte sie sich warum Amary wieder gehen musste, wenn sie doch auch über ihre Sachen sprechen wollten. Nach und nach füllte sie sich das Handwerkshaus und in Linnet bereitete sich das unbestimmte Gefühl aus das etwas nicht stimmte. Das erneute auftauchen Sir Rafaels machte es nicht besser, ebenso wie das Gespräch zwischen Thancred und Amary, auch wenn sie es nicht mitverfolgen konnte machte es sie unruhig. Rogan zwang sie trotz ihres unwohlseins im Handwerkshaus zu bleiben, erst als Thancred zwischen dem Reden mit Amary zu ihr rüber schaute fiel es ihr ein… Das Gespräch, welches sie beide geführt hatten. Linnet schien es eine Ewigkeit her zu sein, war doch inzwischen so vieles Geschehen. In Wirklichkeit war es noch nicht allzu lang her. Amary hatte ihr auf den Zahn gefühlt, sie wollte wissen was Linnet bewegte und was ihr durch den Kopf ging. Linnet hatte ihr erzählt wie sie sich fühlte, zumindest ansatzweise und auf die Frage hin wer für sie den einmal in Frage kommen würde hatte sie Amary ehrlich geantwortet. Sie hatte ihr erzählt, dass sie gefallen an Thancred gefunden hatte, aber ebenso bemerkt dass dieser nur Augen für Amary hatte. Und kaum war Amary durch die Verlobung aus dem Spiel, war auch schon eine neue Frau an seiner Seite aufgetaucht. Schneller als Linnet auch nur hatte schauen können, war er für sie weiterhin unerreichbar gewesen. Sie hatte ihrer Freundin gestanden, das er ein Mann wäre mit dem sie es sich hätte vorstellen können und sie erinnerte sich noch sehr gut an den weiteren Verlauf des Gespräches. Und nun stand sie hier im Handwerkshaus, sie wurde vor Schreck bleich, während sie zusah was vor ihr Geschah. Voller Hilflosigkeit sah sie ihrer Freundin dabei zu, wie sie versucht ihr etwas Gutes zu tun. Sobald Linnet konnte ergriff sie die Flucht. Sie wollte einfach nur weit weg, am besten mit einer Menge Alkohol ihre Gefühle und Gedanken ertränken. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie nicht allein sein würde. Und so offenbarte sie einen kleinen Teil der Geschichte einem Menschen der ihr sehr ans Herz gewachsen war, erst danach wurde ihr bewusst, dass sie ihn möglicherweise damit tief verletzt hatte. Aber da war sie schon wieder auf der Flucht, weg. Weit weg. Egal wohin. Direkt in Amarys Arme war sie gelaufen. Rogan und Amary wollten sie nicht gehen lassen und schleppten sie trotz Gegenwehr mit sich. So war sie in den tiefen des Kellers gelandet, hier wo es ruhig war. Hier wo sie aufhören konnte irgendwem etwas vor zu machen. Sie war den beiden nicht böse, sie hatten es nur gut gemeint. Kannte doch wohl kaum einer ihre Gefühle. Wann sprach sie denn auch einmal darüber…?

Und nun lagen sie da. Gemeinsam in der stillen Dunkelheit, beide schlaflos. Linnet wusste das sie etwas ändern müsste, sie wusste das es so nicht weiter gehen würde. Sie müsste das hinterlassene Chaos aufräumen was sie verursacht hatte, allein schon für ihre Freundin. Allein schon für die gutherzige Amary, die sie in eine schreckliche Situation gebracht hatte. Sie würde erst den Keller verlassen, wenn sie einen Plan hatte, wie es weiter gehen sollte. Eine Idee wie sie das Ganze überleben könnte, oder eben beenden..........
Linnet Rysk

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Linnet wartete noch einen Augenblick bis er den Raum verlassen hatte, dann setzte sie sich aufs Bett. Sie befreite sich von den Stiefeln und lies sie achtlos auf den Boden fallen. Nachdenklich betrachtete sie die Ketten, welche bei jeder ihrer Bewegungen klimperten….

So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Nein, es lief wirklich vollkommen verkehrt. Bis zum ersten Gespräch hatte sie die Hoffnung gehegt, alles würde wieder werden wie zuvor. Wenn sie es nur aufklären würde wie es zu den Geschehnissen gekommen war, wären sie wahrscheinlich auf Linnet sauer, aber dennoch könnten sich alle wieder vertragen.

Wie Falsch war das doch gewesen! Egal was sie sagte, Keiner schien seine Wut gegen sie richten zu wollen. Dabei hatte sie es doch ausgelöst. Was machte sie nur falsch?! Linnet musste langsam einsehen, dass der verhängnisvolle Abend wohl nur der letzte Tropfen war, welcher das längst volle Fass zum überlaufen brachte. Jeder hatte seine Gründe warum und wieso er nicht einfach zurück konnte. Und so sehr sie sich bemühte mit ihnen zu reden, so verfahrener wurde es. Und schließlich hatte sie sich selbst in diese Situation gebracht.

Unter dem Klimpern der Ketten, stand sie auf und schlug die Decke des Bettes zurück. Während sie sich ins Kissen kuschelte, stellte sie überrascht fest dass die Ketten gar nicht so störten, wie sie gedacht hatte. Sie war einfach unendlich müde . Sie hatte es noch nicht einmal geschafft sich zuzudecken, schon war sie in einen tiefen traumlosen Schlaf gefallen….
Rogan Virr

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„Huh?“

Teil 13

Rogan nahm ein weiteres der zugeschnittenen Holzbretter in die Hand und ging wieder in Amary´s Haus. Er seufzte und langsam schienen ihn seine Kräfte zu verlassen. Wenn da wenigstens jemand wäre der ihm die Bretter auf das Dach geben würde, dann könnte er sich voll und ganz auf die Reparatur konzentrieren und müsste nicht noch andauernd hoch und runter laufen. Als er die Treppe erreichte sah er den kleinen Picknickkorb. Er schien ihn anzulächeln und zu rufen „Mach eine Pause Rogan, du hast es dir verdient!“ Rogan stellte das Brett gegen die Wand und setzte sich nieder. Der Korb stand da seit 5 Tagen. Amary schien er gar nicht aufgefallen zu sein…Es war vor 5 Tagen als er sie eigentlich mit einem kleinen Picknick überraschen wollte. Er hatte eine kleine kuschlige Lichtung gefunden und diese ein wenig…..vorbereitet für das gemeinsame Picknick…Er war sich sicher das die Felle, die Rosenblätter und all die anderen Sachen dort mit Sicherheit heute nicht mehr lagen…Es sollte mal wieder alles anders kommen…und auch wenn er es jeden Abend vor hatte, so schaffte er es nie endlich das gemütliche Picknick zu zweit durchzuführen…Immer wieder kam etwas dazwischen…überhaupt sah er Amary in den letzten Tagen eigentlich kaum, und umso mehr ärgerte es ihn dass das Picknick, welches ihnen endlich mal wieder die Gelegenheit gegeben hätte ungestört ein paar wenige Stunden zu zweit zu verbringen, niemals statt fand. Er griff nach dem Korb und rümpfte die Nase. Er fragte sich ob aus den Hähnchenschenkeln, welche er damals frisch zubereitet hatte, inzwischen wieder lebende Hühner geworden waren….Mit einem Kopfschütteln beschloss er einfach den ganzen Korb, mitsamt dem Inhalt zu entsorgen…


Als der Angriff auf Berchgard begann begriff Rogan erst gar nicht was da passierte. Erst wurde er nahe dem Handelshaus gefesselt und von hinten niedergeschlagen worden. Und als er wieder zu sich kam roch es nach brennendem Holz. Es war Merigo der ihn fand und losband. Rogan schnellte sofort zu der Taverne und bemerkte das diese in Brand stand. Doch wo waren all die Leute die hier vorher noch saßen? Und wo war Amary? Er sah Neitha, welche unbeschwert wie immer die Straße entlang schlenderte. Rogan rannte zu ihr und brachte sie erstmal in Sicherheit. Danach ging er schnellen Schrittes wieder zu der Taverne. Inzwischen war dort ein Kampf entbrannt, die Garde hatte sich wohl endlich bequemt aus ihren Löchern zu kriechen. Wohl wissend dass er nicht den Hauch einer Chance hatte, griff auch Rogan nach seinem Schwert und stürtze sich in den Kampf. Im Nachhinein konnte er froh sein das er nur bewusstlos geschlagen wurde und mit einer Platzwunde am Kopf wieder aufwachte…..Die Angreifer hatten sich inzwischen zurück gezogen, doch die Taverne stand nun vollends in Flammen. Rogan erblickte Amary, welche kraftlos vor der Taverne stand und den Flammen zusah. Heute Abend wollte er sie eigentlich mit dem Picknick überraschen…...“Rogan, wir sollten das mit dem Ausgehen lieber lassen, wenn wir das machen passiert immer irgendwas schlimmes!“, das waren ihre Worte nachdem sie damals in Bajard in der Taverne waren…und kurz danach deren Wirt niedergeschossen wurde….vielleicht hatte sie ja recht….? Rogan war überrascht dass sofort alle Anwesenden halfen die Taverne zu löschen und die Trümmer zu beseitigen. Auch das der fahrende Händler noch spät am Abend in Berchgard eintraf war ein mehr als willkommener Zufall. Nur das Dach musste repariert werden….doch darum würde er sich kümmern wenn er mehr Zeit hatte… Doch wer glaubte das nach einem Abend voller Aufregung immer etwas Ruhe folgt, der irrt sich wohl….Wenn Rogan heute darüber nachdachte wußte er selbst nicht genau wie die Dinge eigentlich ihren Lauf genommen hatten. Er wußte nur das alles nach seinem Gespräch mit Rahel, einen Tag nach dem Brand, ins Rollen gekommen war. Einen Tag darauf kam Rafael überraschend zu ihm nach Hause und wollte wissen was Rogan mit Rahel besprochen hatte. Ein paar Stunden darauf wiederum kam Rahel und wollte wissen was Rafael mit ihm gesprochen hatte. Und so ging es nun schon seit Tagen, nahezu jeder der ihm begegnete wollte bis ins kleinste Detail wissen, was wer zu wem wie gesagt hatte. Rogan schwirrte aufgrund dessen der Kopf. Der vorläufige Höhepunkt dieser ganzen Geschichte fand dann am gestrigen Abend statt. Rogan wollte eigentlich nur kurz das Fest bei Naischa besuchen, vielleicht ein kühles Bier trinken nachdem er den ganzen Tag in der Mine stand. Doch als er ankam, bereute er schon dass er gekommen war. Er konnte ja verstehen das weder Rafael noch Rahel mit ihm sprachen, aber Thancred hatte das Fest ebenfalls wortlos verlassen und Rahel, Rafael und Thancred haben es auch vermieden miteinander zu sprechen. Rogan fragte sich wie es dazu kam das sie sich untereinander auch nur noch anschwiegen… Er blieb nicht lange auf dem Fest. Er wechselte noch ein paar Worte mit Alexia und machte sich dann auf den Weg zurück zur Kutsche….und dort traf er Rahel, welche ihn mit ihren giftigen Blicken scheinbar umbringen wollte. Jetzt sah Rogan seine Chance gekommen. Er ging schnell zum Kutscher und drückte diesen ein paar Münzen in die Hand „Wenn die Dame und ich in der Kutsche sind, reitet einfach los…egal wohin, Hauptsache die Fahrt dauert lange genug das ich mich mit der guten Frau unterhalten kann!“ Der Kutscher nickte nur mit einem Grinsen und Rogan wartete bis Rahel die Kutsche betrat. Er stürmte schnell hinterher, und bevor ein anderer Fahrgast die Kutsche betreten konnte rauschte diese los. Rahel war alles andere als interessiert daran mit ihm zu sprechen, doch als sie merkte das sie wohl keine andere Wahl hatte, begannen die beiden ein Gespräch. Irgendwann stoppte der Kutscher dann und bat die beiden auszusteigen da er weiter müsse. So verließen sie die Kutsche und unterhielten sich weiter. Rogan erfuhr das Thancred und Rahel sich gestritten hatten und seitdem kein Wort mehr miteinander redeten, da Rahel sich nicht ernst genommen fühlte. Auch Rafael und Rahel schienen nicht mehr miteinander zu reden. Irgendwann tauchte dann Alexia neben den beiden auf. Sie meinte das Rahel gesucht werden würde und das Rafael schon dachte Rogan habe sie entführt. So gingen alle drei zurück nach Berchgard. Rahel und Alexia gingen zu der Festung während Rogan nach Hause ging um zu schlafen.

„Verdammter Mist!“ Rogan saß auf dem Dach und legte den Hammer zur Seite mit welchem er gerade durch seine gedankliche Abwesenheit seinen Daumen bearbeitet hatte. Er betrachtete seinen Daumen und fluchte leise weiter. Dann sah er sich das Dach an. Es war das letzte Brett, welches er gerade festnagelte, danach war das Dach endlich repariert. Rogan hätte nie gedacht das er nahezu den ganzen Tag für die Reparatur benötigen würde, aber er war froh dass er fertig war bevor Amary am Abend von Ihrer Arbeit vom Feld wieder kam. Er hämmerte den letzten Nagel in das Brett und stieg dann langsam vom Dach hinab. Ja, sie würde sicherlich wieder mit ihm schimpfen weil er das Dach repariert hatte. Sie hatte nun mal diese besondere Art von Stolz und wollte nicht dass man ihr zu viel hilft. Aber Rogan wusste das sie sich dennoch freuen würde dass es endlich erledigt war. Es war irgendwie seltsam, denn von Tag zu Tag wurde seine Zuneigung und seine Liebe zu dieser Frau größer…. Als er die Treppe hinab kam sah er wieder den Picknickkorb. Er ergriff ihn und verließ Amary´s Haus. Er ging zu sich nach Hause um das Werkzeug wieder weg zu bringen und ein Bad zu nehmen, nach all der Arbeit und dem Schwitzen roch er wirklich wie ein brünftiger Elch. Auf dem Weg entsorgte er dann noch den Korb samt Inhalt. Er seufzte leise und zuckte mit den Schultern…..Vielleicht hatte Amary ja wirklich recht, und er sollte es künftig vielleicht wirklich besser sein lassen mit ihr auszugehen. Nachdem er das Werkzeug vorm Haus verstaut hatte ging er in den Keller hinab. Er zog langsam seine Kleidung aus und lies sie einfach auf den Boden fallen. Als er dann endlich im Wasser saß und den Duft des Badeöls durch die Nase einzog seufzte er wohlig auf. Er ließ sich bis zum Hals ins Wasser sinken und schloss ein wenig die Augen….Was wohl der heutige Abend für Überraschungen mit sich bringen würde……?
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Siran van Zac
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Registriert: Donnerstag 25. Dezember 2008, 04:47

Beitrag von Siran van Zac »

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Zuletzt geändert von Siran van Zac am Dienstag 20. Oktober 2009, 00:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Amu Kanok
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Beitrag von Amu Kanok »

Die Tage zogen sich, die Nächte waren schrecklich. Quirlig wie noch nie huschte er durch die Werkstatt und versuchte sich mit allerlei Arbeit abzulenken. Ab und an versank er in Gedanken, welches man daran erkennen konnte das das Lied des Hammers auf dem Amboss verstummte.

Lang war er nicht mehr da gewesen, um seine Arbeit im Handelshaus zu verrichten. Er wollte auf und davon, auf Wanderschaft, einfach weg - sterben. Ja das wollte er, doch selbt der Tod wollte ihn nicht.
Wie deprimierend und zugleich beschiessen dieses Leben war. So packte er und zog los. Er kam nicht weit , als er aaufgehalten wurde und einen Vorschlag unterbreitet bekam. Zugegeben nicht ganz freiwillig, doch er konnte einfach nicht widersprechen und so stapfte er später die Treppen des Gutshauses empor und legte seine Sachen in einem kleine Zimmer dessen Fenster nach Norden, Westen und Süden zeigten nieder.
Hauptsache weg, weit weg von dem Trubel und den Verwirrungen der letzten Wochen, als sein Leben für ihn ein jähes Ende fand. Jetzt waren auch schon die ersten menschlichen Opfer zu beklagen. Die Wunde an seinem Rücken machte ihm noch schwer zu schaffen und darum kam ihm dieses Angebot doch sehr entgegen.
In sich verschlossen richtete er dort ein kleines Schmiedefeuer und ein Amboß wieder her und übte sich vor langer Weile mit der kleinhandwerklichen Kunst eines Metallarbeiters.
Gelegentliche Schmiedeversuche lies er dann doch lieber sein, da ihm die Verletzungen am Rücken noch stark behinderten.
So vergingen Tage und Wochen, die er in Abgeschiedenheit und zugleich Nähe verbrachte. Abgeschiedenheit von alten Wirren, Nähe zu einer auf den ersten Blick schwer einzuschätzenden Frau.
Es gab Momente wo er sie verfluchte und wieder Momente in der er losgelöst von allem Schmerz mit ihr scherzten konnte oder sie gar auf seinen Armen heim trug, ihrem durchnässten Körper so nahe kam, das er sie auf seiner Haut spüren konnte und ihr Geruch betörend in seine Nase stieg.

Nein, NEEEEEEEEEEEIN das ist nicht.
NEEEEEEEEEEEEEIN das darf nicht, schrie es in ihm.
DUUUUUUUUUUUU Idiot, was machst du da.

Und so hielt er sich zurück und widmete sich weiter verbissen seiner Arbeit. So lehnte er sich oft am Abend einfach im Stuhl zurück genoss ihren Tee und den Versuch essen zu kochen.
Er kümmerte sich um das Haus, besserte hier und da aus und rüstete hier und da einige Sachen nach, um es bewohnter zu gestalten und es mit Leben zu füllen bis zu diesem Tag. Diesen einen der in veranlasste dann doch seinen letzten Schutzmantel vom Finger zu ziehen.
Er schien nicht gelernt zu haben, nein wahrlich nicht, die Welt schien über ihm zusammenzubrechen, nein ihn unter sich begraben zu wollen, als er erfuhr das es da dann doch jemand gab, dem sie sich zugewandt haben sollte. Verdammt das könnte nicht sein, so konnte er sich nicht getäuscht haben. Er machte er sich auf den Weg, um dieses Problem aufzuklären, indem er versuchte mit allen Beteiligten zu reden.
Es waren 2 lange und zugleich quälende Tage. Am Ende war er doch erleichtert und zugleich über sich selbst ärgerlich, so schlecht von ihr gedacht zu haben. So fertigte er ein kleines Geschenk als eine Art Entschhuldigung, wickelte es liebevoll ein und legte es vorsichtig auf ihrem Bett nieder, um sich dann in sein Zimmer zurückzuziehen und im Bett liegend die Decke anzustarren.
Zaghaft klopfte es Stunden später an seiner Tür. Sie redeten lange bis sie sich erhob und mit den Worten verschwand, sie müsse noch schnell einige Sachen klären und sich bei vielen Leuten entschuldigen.

Er zuckte etwas zusammen als sein Hammer im fast aus der Hand fiel und brummte ärgerlich vor sich her. “Verdammt warum brauchen Weibasz so lange wense kurz was erledigen wollen. Des kann doch kene 2 Tage dauern.“
Unruhig wanderte er weiter in der Werkstatt hin und her, schaut zur Tür und zum Fenster hinaus. So zog er sich wieder in seine rauhe Schale zurück und versuchte am Abend das dumpfe Gefühl im Magen in einigen Flaschen Alkohol zu betäuben. Was war es, was er da fühlte Sorgen, Wut ?
Dies Gefühl schien etwas anders zu sein, es war schon längst verdrängt in der Schublade unnötige Gefühlsduselei worden und wollte sich nun wieder in Erinnerung rufen.
Zuletzt geändert von Amu Kanok am Dienstag 20. Oktober 2009, 00:21, insgesamt 1-mal geändert.
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Dicht an ihre Freundin gekuschelt lag sie auf dem Bett. Es war ihr alles gleich. Sie spürte weder die Stiefel an ihren Füßen, noch die nasse Kleidung auf ihrer Haut. Ihre Augen brannten und sie starrte mit einem leeren Blick in die Dunkelheit. Sie war zu keiner Träne fähig. Sie bemühte sich krampfhaft an nichts zu denken und zählte leise ihre Atemzüge. Immer und immer wieder begann sie dabei von vorne, bis ihr die Stimme versagte. Als der Morgen schon graute, schloss sie die Augen und nahm alle nichtgeweinten Tränen mit in den Schlaf……
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